1904 / 170 p. 18 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

6 Meine Herren, die Drahtverbände, speziell das Syndikat,

F in der Preisstellung und sonstwie aufbauend berüsichtigen,

Konkurrenzfirmen immer sehr lebhaft darüber geklagt, daß Urteil darüber zu bilden, dürfte die

Produktion der außen-

( ländischen Verbrauhs- | ! L Lakb:h in nab L O ada O 6a al ( l ( l 1, | teurer bezahlt worden ist, und darum verlangt dieses Werk lihen Lage gewesen, daß sich auf dem holländischen E / l<es wir erst später berühren werden das Drahtstist- | Deutschland die billigen Preise im Ausland dur sein Angebot stehenden Werke etwa 1s 10% der gesamten Produktion | von der auch die Fraht nah den verschiedenen Gebieten, die | das darf ih wohl sagen auh heute nicht unwesentliche gebiete die Walzdrahtproduzenten von England, Be e e 2 dikat waren die ersten in der Eisenindustrie, welhe | schaffe. Es wird ja niht möglich sein, darüber volle A ausmachen, sodaß also die _syndizierte Produktion etwa 90 frachtfrei Wohnort des Empfängers beziehen, noh zugeschlagen Mehrpreise, die dem Werke selbst zufließen. Der Verband Deutschland begegnen; sie kaufen billigen Walzdraht s Ms E fi vor die Aufgabe stellten, den Jn- und Auslandsabsag zu | herbeizuführen, das „wird au von Fall zu Fall verschieden bis 910/, der gesamten deutschen Fabrikation beträgt. werden muß, wie das au<h im freien Verkehr der Fall ge- | hat von diesen Mehrpreisen ni<ts. Wenn also der Kunde billigere Arbeitslöhne. Aber daß Deutsehland an der ‘ral i N g / liegen: es wird in einem Falle so sein, im anderen anders, Vorsißender: Wird zu Frage 1 no< das Wort be- wesen ist. sih beshwert fühlt, daß er für Fabrikate Klett mehr bezahlen fuhr von Walzdraht, soweit das Jnland seine Produktion | regulieren. und das läßt sih hier leider nicht alles genau feststellen. gehrt das ist nit der Sal Frage 2: |

Das Drahtstiftsyndikat kam seinerzeit unter dem Dru>e der firalerigen "Aecbülinifse in der betreffenden Industrie zustande, weil die Gefahr vorlag, den Export hierin zu ver-

n. : ta Die erste Aufgabe der betreffenden Syndikate ih spreche hier sowohl von dem Walzdraht- als auch von dem Drahtstiftsyndikat war es, mit den Nohstoffverbänden in Verbindung zu treten, um Vereinbarungen für den Export zu reffen.

h Das Walzdrahtsyndikat, welches heute noch besteht und jet Dem L, Januar 1902 in Kraft 0. hat in beslimmter Form den Grundsaß aufgestellt, die Jnlandsverkaufspreise von denjenigen des Weltmarktes abhängig zu halten. Im Inlande werden die Preise so bemessen, sodaß die hiesige ver- feinernde Jndustrie mit ihren Exportmengen dem Auslande

__ Dann haben wir in neuerer Zeit, während der Verband besteht, mit einer zunehmenden Konkurrenz zu re<hnen gehabt, besonders im Jnland, die unter dem Schutze des Drahtstift- verbandes entsianden ist. J< mache darauf aufmerksam, daß, als im Jahre 1898 der Drahtstistverband gegründet wurde, ein so vershwindend kleiner Teil Außenstehender verzeichnet werden konnte, daß wir deren Produktion nur etwa auf 2 bis 3 9/0 zu taxieren brauchten. Dur das Fehlen eines Ver- bandes für gezogene Drähte hat sih aber ein verstärkter Wettbewerb im Laufe der lezten Jahre herausgebildet. Nun haben wir selbstverständlih dort, wo einzelne größere Kon- kurrenten sich aufgemacht haben und si< Geltung zu schaffen versuchten, auf diese Nücksicht zu nehmen, und wir müssen dort eventuell im Preise etwas niedriger sein, gewisse Aenderungen

nicht aufnimmt, seinen Anteil haben will, ist sehr berechtigt, E es A E gekämpft aus Rücksicht auf die Arbeiter, die in der Walzdrahtindustrie beschäftigt sind, um diesen eine ständige Arbeitsgelegenheit zu geben. Das ist gerade ein Punkt, der ausgesprochenermaßen oftmals für unsere Beschlüsse leitend gewesen ist: die Nücksiht auf die Arbeiter. Fabrikbesißer Franken-Gelsenkirhen: Meine Herren! Jh möchte die Herren Fabrikanten von gezogenen Drähten darauf aufmerksam machen, daß es auch ein großer Mißstand ist, daß gezogene Drähte für ausländische Fabrikate exportiert werden und daß dann diese als fertiggestellte Waren wieder - vielfah hereinkommen. Also i< mache darauf aufmerksam, daß eine ganze Menge sogenannter Drahtgeflehte von England nicht allein na<h Holland, unserm Nachbarstaate, exportiert

muß, so ist das dasselbe, was alle übrigen Kunden sagen könnten, die Fabrikate Klett kaufen und verkaufen. Das war vor der Verbandszeit genau so, vielleicht no< in wesentlich höherem Maße; denn ih kenne die Preislisten der Nürnberger Werke, wie sie vor der Verbandsgründung waren, und diese zeigen erheblichere Unterschiede gegen heute. - Die ewigen Beschwerden einer gewissen Nürnberger Fabrik sind immer gewesen, daß der Verband die Händlerkundschaft zu sehr hin- sichtlich der Preise aufgeklärt hätte; heute wüßte jeder Eisen- händler in Bayern, zu welchem Preise der Groß- und der Kleinhändler kaufen könne, und dadurch könne man nicht mehr jene hohen Mehrpreise erzielen, die man vor der Verbands- gründung bezahlt bekommen habe. Kommerzienrat Kantorowicz - Posen;

Was sodann die Frage der Arbeiterlöhne anlangt, so glaube ich, ist diese überhaupt in diesem Fragebogen ziemlich überflüssig. Die Frage der Arbeiterlöhne ist die von Angebot und Nachfrage. Js in der Industrie überhaupt große Beschäftigung vorhanden, so werden die Arbeiterlöhne steigen; ich erkenne übrigens an, daß man- in den Zeiten vorüber: gehenden Niederganges bestrebt ist, um sih seinen Arbeiter- stamm zu erhalten, die Löhne nicht entsprehend der uns- günstigeren Lage der Industrie herabzuseßen. /

Speziell die Angaben des Herrn Kommerzienrats Hegen- \cheidt über die Entwi>kelung der Löhne in Oberschlesien würden ja auch von tieferem Gesichtspunkt aus zu beurteilen sein. Aber seine Darlegungen sind gerade für die Frage der Löhne in der reinen Drahtzieherei sehr wenig beweiskräftig;

Anzahl der in den syndizierten Betrieben beschäftigten Arbeiter ?

Auch hier wird das Wort niht verlangt. Frage 3: Auf welche in den syndizierten Betrieben hergestellten Erzeugnisse erstrecken sich die Bestimmungen des Kartellvertrages ? :

Das bedarf wohl keiner weiteren Erörterung. Frage 4: Wie groß ist die jährlihe Menge und der jährliche

Wert der syndizierten Erzeugnisse seit Bestehen des Syndikats oder während der drei leßten Jahre ?

Ih weiß nicht, ob die Herren Vertreter vom Syndikat diese Frage beantworten wollen 2 Direktor Furthmann- Berlin: Der Versand betrug in

runden Zahlen: Meine Herren!

, 1 | : rast im normalen Preise eintreten lassen. Und das mag vielleicht | Wenn ih bei Erörterung des Punktes 8 vielleicht das eine werden, sondern auch selbst über die deutsche Grenze. Der leichgestellt bleibt. Dieser Grundsaß ist „bei der Preispolitik | denn bei der oberschlesischen Drahtindustrie handelt M sich 1890 5 138 000 Tonnen, dasjenige sein, was Herr Molkenbuhr gemeint hat, wenn er | oder andere erwähne, was nit in ganz unmittelbarem Zu- E E I e auc ‘tatsächlich und strikte durhgeführt worden. Jh erinnere | doch um gemischte Werke, die D dia A O LIO O fragte, ob wir bestrittene Gebiete als solche haben, wie das | sammenhange mit dieser Frage steht, so wollen Sie das ent- ershöpft und der Verbrau darin wird noch immer größer speziell an die Periode im Jahre 1903, wo ohne eine andere | alles selbst herstellen bis zum gezogenen Draht und bis zum Stift, L 129 000 j vielleicht bei anderen Syndikaten der Fall ist. j schuldigen; es lassen sich nit immer die Grenzen so streng werden, und ih meine, da wäre es Aufgabe unserer em- Wranlaffung im Jnland der Walzdrahtpreis herabgeseßt wurde, Vorsißender: Wir haben ja verschiedentlich auf frühere E . 145 000 7 Kaufmann Schmahl - Mainz : Meine Herren! Jh möchte innehalten. Wir hatten gestern eine Vorbesprechung betreffs heimishen Jndustrie, dem Artikel mehr Aufmerksamkeit zu- Du R veblte Preisermäßigung für den Exportdraht | Fragen zurückgegriffen. Wir befinden uns eigentli hej R 184 000 4 empfehlen, daß die Händlerfrage erst bei Frage 10 zur | des Drahtstiftverbandes, und da

zuwenden und auch dafür einzutreten, daß diese Geflechte im Inlande no<h mehr angefertigt werden und man muß also den Konsumenten drüben jenseits des Kanals nicht solche Vorzüge bieten, welche unsere Kleinindustrie {wer schädigen.

Da ich aber nun einmal das Wort habe, so möchte ih darauf aufmerksam machen, daß ih als Fabrikant und Ver- braucher von Walzdraht augenblicklich leine Ursache mehr habe, zu klagen. Es ist vorhin von den sieben Lehrjahren gesprochen worden und manche Härten sind beseitigt worden. Und dann ist no<h die Rede gewesen von den Zahlungs- bedingungen, von den Härten, die in bezug hierauf Heute existierten. Jh meine, das ist einmal so der Welt Lauf, raschen Umsay der Betriebskapitalien zu fördern, dabei können wir nihts machen. Allerdings muß man auch da sagen: leben und leben lassen. Bei der Einziehung von Sche>s auf Berlin muß man für diese niht no<h Botenlöhne rechnen.

Vorsißender: Die Ausführungen des Herrn Vorredners bezogen sich zwar nicht auf die Frage 13, sondern auf Punkte, die eigentlih {hon vorher erörtert waren. Aber ich nehme an, daß die Herren damit einverstanden sind, daß, wenn jemand versäumt hat, rechtzeitig zu einer Frage das Wort zu nehmen, wir ihm nachträglih das noch gestatten, sofern er Neues beizubringen hat. / O

Bergrat Gothein-Breslau, M. d. R.: Herr Direktor Meyer hat ausgeführt, daß in Holland der Draht so billig sei, weil da von jeher au<h von England Draht angeboten wäre und die gegenseitige Konkurrenz die Preise dort herab- gedrückt hätte. Nun war es mir nicht bekannt, daß England Walzdraht in nennenswertem Umfange exportiert hatte. England ist ein Konsumland für Walzdraht und importiert im Gegenteil folossale Mengen davon. Jh weiß nicht, ob das früher so überaus anders gewesen ist. : E

Geschäftsführer Stuve- Cöln: Meine Herren! Als Ge- schäftsführer des Drahtgeflehtverbandes möchte ih doch darauf aufmerksam machen, wenn der geehrte Herr Vorredner Franken behauptet hat, der Bedarf an Drahtgeflechten könne durch die bisherigen Werke nicht gede>t werden, vielmehr verlangt hat, es sollten no< mehr Werke dazu übergehen, die Drahtgeflechte in die Fabrikation aufzunehmen, daß dieses nicht der Fall ist; ih möchte als Geschäftsführer des Verbandes dringend warnen (Heiterkeit), dieses zu tun. Denn aus Erfahrung weiß ich, daß der Bedarf in Drahtgeflechten, dessen Verkauf sih nur auf eine ganz kurze Zeit des Jahres, auf drei Monate, be- shränkt, durch die bisherigen Werke nicht allein gedeckt wird, sondern daß sogar die Werke bedeutend mehr fabrizieren und dieses Mehrquantum nah dem Auslande hin zu billigeren Preisen exportieren müssen. Jch möchte also dringend davor warnen, etwa den Artikel noch in erhöhtem Maße zu fabrizieren. (Heiterkeit.) Wir werden auch, was die Preise betrifft, durch die Händler selbst dazu gezwungen, unsere Preise ganz be- deutend herabzuseßen, was niht notwendig wäre, Wenn wir mit unseren Preisen hinausgehen, so kommen unsere Händler im allgemeinen und kaufen zu diesem Preise. Es gibt aber eine ganz bedeutende Firma in Hamburg, die auf Grund ihrer früheren Beziehungen zum Ausland, zu England, dann mit unseren Preisen in der Hand zu den englischen Fabrikanten hingeht und bittet: wenn der deutsche Fabrikant so liefern kann, dann fkannst du jedenfalls no< billiger liefern nach Hamburg und uns dadur<h unsere Preise wieder drücdt. Die Preise sind so billig von uns angeseßt, daß der Artikel wirkli<h nicht mehr lohnend ist. Das möchte ih hier doch konstatiert haben. :

Kommerzienrat Hegenscheidt - Friedenshütte: Meine Herren! Bezüglih des Punktes 13, dex die Arbeitslöhne behandelt, möchte ih erwähnen, daß nah meinen Erfahrungen die Löhne außerordertlich gestiegen sind und nicht zum mindesten aus dem Grunde, weil die Syndikate in der Draht- industrie wegen gleihmäßigerer Beschäftigung und besserer Verkaufspreise die Möglichkeit hierzu boten. Wie vorhin bereits erwähnt, ist positives Zahlenmaterial hierüber nur von den einzelnen Werken erhältlih, weil das Syndikat einen Einfluß auf Lohnverhältnisse direkt niht genommen hat.

O bin inder Lage, Ihnen mitzuteilen, daß in Schlesien die Löhne in der Drahtindustrie im Laufe von 17 Jahren eine Steigerung von 70°/, erfahren haben, wenn ih auf die Löhne von 1887 zurückgreife. Es ist das eine Lohnerhöhung, die in diesem Umfange nur erreichbar war, weil jener Jndustrie der Schuß der Verbände zugute kam. :

Herr Bergrat Gothein wünschte Aufklärung über die Behand!ung der Auslandspreise, worauf ich noch kurz eingehe, wenn ih damit auch auf einen Punkt zurü>greife, den wir früher bereits behandelt hatten.

notwendig war. Es hat si< damals die konfumierende Industrie über jenen Preisrückgang fast beschwert, weil selbst- verständlih die Rückwirkung der Ermäßigung des Rohstoffs auf den Markt in Fertigwaren nicht ausblieb und die be- treffende verbrauchende Industrie nicht wußte, daß lediglich die Aufrechterhaltung dieses Grundsaßes die Veranlassung war. Man wollte die hier verarbeitende Jndustrie, soweit die Aus- fuhr in Fertigfabrikaten in Frage tommt, unter feinen Um- ständen im Rohstoff dem Auslande gegenüber zurücksepen. Fabrikbesißer Springmann- Hagen i. W.: Meine Herren! Die Frage der Preisregulierung im Auslande ist eben an- geschnitten, und es dürfte Sie ‘im allgemeinen interessieren, wie wir eigentlih zu dieser Preispolitik gekommen find. Les müssen wir zurü>kgreifen auf das Jahr 1897, wo die Ver- einigten Staaten von Nordamerika anfingen, im gewaltigen Maße die Fertigerzeugnisse des Drahtgewerbes zu sehr niedrigen Preisen auf den ausländischen Markt zu bringen, ganz be- sonders nah Japan und China, so zwar, daß die damals der deutschen Jndustrie angestammten Absatzgebiete ihr vollständig genommen und entrissen wurden. Wir haben uns _also damals fragen müssen, was ist da zu tun. Und wenn Sie nun. be- rücksichtigen, meine Herren, “daß mit jeder Tonne Drahtstifte vier Tonnen Kohle exportiert werden, so liegt es ja sehr nahe, daß man sih mit den Rohstoffsyndikaten in Verbindung seßte und dieselben darauf aufmerksam machte, wie sehr sie selbst dadur geschädigt wurden, wenn diese Ausfuhr an Draht- erzeugnissen ganz aufhören sollte. Und so bin ich damals als Syndikatsvorsizender mit verschiedenen hier anwesenden Herren Herr Kommerzienrat Wiethaus is mit dabei gewesen bei den einzelnen maßgebenden Herren des Kohlen- syndikats gewesen, um diese darauf aufmerksam zu machen, welche Einbuße das Kohlensyndikat erleiden würde, wenn die Exporte des deutschen Drahtgewerbes fernerhin aufhören sollten, und wir haben sofort volllommenes Interesse für diese Sache bei dem Kohlensyndikat gefunden. Das Kohlensyndikat hat sich damals bereit erflärt, in der Sache etwas zu tun, ebenso der Halbzeugverband, und auf diese Weise sind die gemeinsamen Vereinbarungen entstanden zu dem Zwecke, um uns die an- gestammten Absaßgebiete auf der Erde zu erhalten und sie nicht den Amerikanern vollständig überlassen zu müssen. Dann ist die Rede gewesen von der holländischen Konkurrenz. Ja, meine Herren, wenn wir nach Holland Walzdraht verkaufen, dann seßen wir nicht per se einen billigen Preis fest, sondern der billige Preis wird uns vom Auslande normiert und wir haben uns zu fragen : sollen wir das Geschäft annehmen oder sollen wir es nicht annehmen. Hier handelt es si<h au<h um ein angestammtes Absaßgebiet, und so traurig das gewiß ist, wenn man billig verkaufen muß, wir müssen diese Geschäfte mitnehmen im Interesse unserer Arbeiter, um Beschäftigung zu haben, und so sind wir dazu gekommen. Wenn Herr Bergrat Gothein gemeint hat, England exportiere ja keinen Walzdraht, so mache ich darauf aufmerksam, daß das Deutsche Walzdrahtsyndikat auf dem Weltmarkt zu fonkurrieren hat mit englishen Händlern, die Knüppel von Nordamerika kaufen, sie in England zu Draht auswalzen lassen und damit dem Deutschen Walzdrahtverband auf dem Welt- markt Konkurrenz mahen. Wir haben uns also in jedem einzelnen Falle zu fragen: sollen wir das Geschäft schießen lassen oder ist es nicht besser, daß wir es abschließen im Interesse unserer Arbeiter. Jm Prinzip sind wir im Walzwerk- verband wohl alle darin einig, daß es durchaus verkehrt ist, Rohstoffe zu erportieren. Jch für meine Person habe mich bei den kontradiktorischen Verhandlungen über den Halbzeug- verband sehr ernst darüber ausgelassen, daß eine so große Menge Halbzeug zu sehr billigen Preisen nach dem Ausland exportiert wird und daß die gesamte Verfeinerungsindustrie bei uns in Deutschland dadurh geschädigt wird. Wir sind uns darüber einig, daß niht nur das Halbzeug, sondern auch der Walzdraht, in gewissem Sinne zu den Rohstoffen zählt und daß nah Möglichkeit au der Export in Walzdraht be- ränkt werden soll, und wenn ih vorhin gesprochen habe von Bestrebungen, die in diesem Augenblicke obwalten, von den Bemühungen, einen großen Verband des deutschen Draht- gewerbes ins Leben zu rufen, dann betone ich hier ausdrüd>lich, daß ein Hauptmoment dabei ist die Absicht, möglichst nur verfeinerte Fabrikate des deutschen Drahtgewerbes zu exportieren, weil wir niht wollen, daß das Ausland vermöge Kaufs unserer Rohstoffe zu billigen Preisen unserer Fertigindustrie fernerhin Konkurrenz macht. (Sehr richtig!) A Bergrat Gothein-Breslau, M. d. R.: Herr Fabrik- besißer Springmann sagt, der billige Preis wird vom Aus- land diktiert. Ja, es wird aber gerade von den ausländischen

Frage 13, die mit dieser Frage nichts zu lun Vat «JO weiß nicht, ob seitens einiger Mitglieder der Versammlung auf diese Frage geantwortet werden soll? / | Fabrikbesißer Franken -Gelsenkirhen: Jch glaube die Ausführungen des Herrn Stuve aus Cöln berichtigen zu müssen. Es war durchaus nicht meine Absicht, etwa die Konkurrenz zu vermehren, sondern ih habe ihn nur darauf aufmerksam machen wollen, was auch Herr Direktor Meyer jeßt zustimmend erklärt hat, daß man die Ausfuhr von Waren aus gezogenen Drähten immer mehr unterstügen soll. _Jh wollte nur die Konkurrenz der ausländischen Flechter vermieden sehen zum Besten der inländischen Jndustrie. l 2 Vorsitzender: Jh nehme an, daß das Wort zu dieser Frage nicht weiter verlangt wird. Wir kommen dann zu der leßten Frage 14: l i: e / Hat das Kartell einen Einfluß ausgeübt auf die Qualität und die Herstellungskosten der [yndizierten Erzeugnisse ? S i s Direktor Meyer - Berlin: Es ist seitens eines Teiles unserer Abnehmer darüber geklagt worden, daß Ne nicht mehr so frei sind in der Auswahl der Bezugsquellen für Walzdraht, Die Organisation bringt es mit sich, daß jedes Werk einen bestimmten Arbeitsanspruch hat; die Verkaufsstelle muß des- halb nah zwei Seiten Rücksicht nehmen, hat es sich aber stets zur Aufgabe gemacht, möglichst die Wünsche der Kundschaft nach dieser Richtung hin zu befriedigen. Es ist das freilich nicht immer möglih gewesen. Jch will die Gründe, soweit nicht die Abnehmer selbst daran beteiligt find, hier nicht aus- führen und nur eben bemerken, daß die Abnehmer selbst es uns durch zeitige Bestellung und Haltung eines angemessenen Vorrats häufiger hätten erleichtern können, ihnen die gewohnten Bezugsquellen au<h offen zu halten. War dies einmal nit möglich, dann ist häufiger darüber getlagt worden: ja, der Walzdraht von dem Werke paßt mir nicht so gut als der von dem anderen. Der zweite Kunde sagt aber: nein, der Walz- draht von dem anderen Walzwerk paßt mir nicht so gut als von dem ersten. Qualitative Unterschiede bestehen Unserer Ansicht nah nicht, es handelt sich da mehr um die Gewohn- heiten der Abnehmer und namentlich der Arbeiter, die das eine Material kennen. Aber das wird auch aus Abnehmer: kreisen bezeugt werden, daß wir na< Möglichkeit die alten Beziehungen aufrecht erhalten haben. : : Vorsißender: Es wird zu dieser Frage das Wort nicht weiter gewünscht. Meine Herren! Wir stehen damit am Ende des ersten Teils unserer Verhandlungen, welcher ich auf das Walzdrahtsyndikat bezieht. Jch möchte den Vorschlag machen, da, falls die Verhandlungen bezüglich des zweiten Verbandes ebenso glatt verlaufen, wir Aussicht haben, heute fertig ju werden, zunächst no< fortzufahren und unsere grühstücspause erst in einer Stunde eintreten zu lassen. Dann fönnen wir vielleiht die allgemeinen Fragen des zweiten Verbandes no vor der Pause erledigen, und es ist wohl erwünscht, 0p E den größten Teil unserer Arbeit vor der Pause bereits hinter uns haben. ; Jh bitte also, nohmals den Fragebogen zur N nehmen und die ganzen Fragen von neuem zu erörtern, }owel sie sih auf den Drahtstistverband beziehen. l: U Seitens des Herrn Referenten wird auf das E den ersten Fragen verzichtet. Jh bitte um gefällige AO teilung, ob aus der Versammlung das Wort zu den ersten Fragen begehrt wird? j a R Or Wllelsen, M, d. R: Meine Herren! M wird hier in Frage 1 gefragt nah der Zahl der Mitglieder und der Betriebe. Es wäre wünschenswert, Mt erie groß der Teil der Produktion ist, die außerhalb des E steht, denn nah einer ganzen Anzahl von MR gan E namentlih in der „Kölnischen Volkszeitung“, wo ei lange Zeit hindur< einen wesentlichen Teil des L ausfüllten, gestanden haben, geht hervor, daß doch a E licher Bruchteil der Drahtstiftfabrikation außerhalb A bandes steht und daß der Verband nur einen E, M Produktion in si<h konzentriert hat. Es wäre doch wun 4 wert, wenn die Herren vom Syndikat, die ja War darüber unterrichtet find, darüber Auskunft Ln E wie groß der Teil n Gas ist, welcher a1 halb des Verbandes steht. i Es i Generaldirektor Wolff- Gleiwitz: Auf die An age A Herrn Abgeordneten Molkenbuhr gestatte ih mir On Drahtstiftverbandes darauf hinzuweisen, daß die et una der außerhalb des Verbandes stehenden Werke nur be, s weise veranschlagt werden kann. Soweit wir na e 4 ziemli zuverlässigen Schäßung in der Lage waren, U

Der Versandwert betrug in runden Zahlen: . . 90 Millionen Mark,

1899 1900 1901 1902 1903

Vorsißender:

mit der Produktion de Furthmann: Ja!) Wird das Wort

Jh möchte darauf

aufmerksam machen,

08 “e BD ¿90 « 28

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r”

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: Es wurde gesagt „der Versand“; nehme an, daß das die gesamte Produktion der im Verband vereinigten Werke ist, daß also der

r fartellierten

a zu dieser Frage noh weiter verlangt ? Fabrikbesißer Dr. Backhau jen-Nettehammer b. Andernach: Herr Geheimrat : ganz

identis< ist Versand und Produktion ni

wird wohl etwas höher alles verschickt wird.

sein, als der Versand, weil nicht Es kommen die Läger in fommt aber auch der Selbstverbrauch der und ferner existiert auf viel

Arbeiter ein bestimmtes Quantum von D

Vecfügung gestellt wird,

alles zusammen macht ja au ein wenig aus.

um Untreuen

Vorsißzender: Aber die Differenz

wohl sehr gering sein, un

im allgemeinen muß man

d es

annehmen, daß

Frage 5; Aus welchen Gründen

errichtet worden? Jch glaube,

Frage 6: „Zweck d örterung.

Frage 7: „Organisation des Karte Sachdarstellung erwähnt worden.

der Wir kommen also zu

Mit welchen Mitteln und mit welchem Erfolg ist

die Hebung und

Jnland und na<h dem A

Wie groß Werte nach: a) nah dem <

b) nah dem Auslande, seit

oder währe Wer nehmen?

Molkenbuhr- Ottensen, M. d. R.: au einmal die Frage stellen, ob im

ähnliche Bestimmungen best

wird. des Handelsteils

die verka1

ist, daß in Bayern erheblichen Schaden

maßen als Ausland behandelt werde

Werke zu Grunde zu konk

venn darüber eine Mitteilung gemacht werden könnte, ob also im Inland auch verschiedene Abteilungen vorhanden sind, wie | Steinkohlensyndikat der Fall ist, wo man bestrittene und unbestrittene Gebiete hat.

Wolff- Gleiwiß: V

es beim stimmte _ Generaldirektor diese Frage gestatte ih m Verhältnis, wie

hat, weil wir eben das eil desselben als ein aben allerdings

arie Preisgrundlage vrenzgebiete, von denen au snden fi

sändlich dem Deutschen Neich, weil n können, sondern

Uf oder von Hamburg va Also dieses Gebiet rundgebiet, welches andelt werden muß;

önnten nach Deutschla im Westen die Gre

wir können dann über diese Frage hinweg- gehen; sie ist genügend in der Sachdarstellung berücfsichtigt.

es Kartells“ be

Frage 8:

Regelung des

Jnlande,

nd der leßten

gerade

: der Kölnischen Volksz darüber Mitteilung gemacht wird, daß ein heftiger Kampf um Lieferungen in Bayern vorhanden

L 1

syndizierten Werke mit

iften, sodaß al

urrieren. Es 1

ir zu antworten, daß ein direktes l q: es bei den angezogenen Syndikaten besteht, pwischen bestrittenen und unbestrittenen Gebieten innerhalb des LÆulschen Drahtstistverbandes nicht existier ganze Gebiet beherrschen und feinen bestrittenes Gebiet anerkennen. Rücksicht zu nehmen in der Preispolitiëk auf enigen Bentren, welche sih auch im freien

bildenden s ausländische

da nicht bloß d

auch auf dem Seewege den Rhein

aus ein Einflu betrachten wir

am billigsten in der Preisstellung be- es ist also die billigste Zone, die wir

g

Versand identish ist

en Werken der Usus, daß jedem rahtstiften gratis zur

wird si<h wohl nur um geringe Uebertragungen von einem Jahr aufs andere handeln.

T2 11 O,

uslande versucht worden? war der Absayß der Menge und dem

Bestehen des Kartells drei Jahre ? von den Herren will zu dieser Frage das Wort

Drahtstiftsyndikat wohl ehen, wie sie im Steinkohlensyndikat vorhanden sind, wonach ganz Deutschland in bestimmte Bezirke in ein unbestrittenes und ein bestrittenes Gebiet eingeteilt J<h komme zu dieser ¿Frage

- um die nicht syndizierten

darstellen, also auf die Materialien Eingang nd. Dieses Gebiet ist selbstver- nze zwischen Holland, Belgien und

4 tr [4

1

ich

Betriebe. (Direktor

<t. Die Produktion

Betracht, es Werke in Betracht

-

zu vermeiden. Das zwischen beiden wird Aber das dasselbe ist.

usw. ist das Kartell

darf auch keiner Er-

das ist auch in

Absazes nah dem

J<h möchte hier

durch einige Notizen eitung, wo speziell vo sogar behauptet einem ganz jo Bayern gewisser-

vâre wünschenswert,

auch be- ¿eine Herren! Auf t und nicht existiert Wir

Verkehr als die die

iese Jndustrieländer

ß ausgeübt werden gewissermaßen als

Erörterung gelangen soll. Wir ersparen uns dadurch, die- selben Sachen doppelt vorzubringen. Kaufmann Weil - Lahr: Meine Herren! einen Brief, der mir von einer größeren zuging, und den hier zu verlesen ih als Der Brief lautet: Wir waren bis zur JInkraftsezung des Verbandes, wenn auch junge, so do< aus\ließlihe Kunden von Klett, und wurde uns dieses Fabrikat nur noch in Ausnahmefällen und pro Kiste um 5 ,Z teurer als andere Fabrikate, vom Verbande geliefert; meistens aber erhielten wir überhaupt die Auskunft, daß in Klett nichts mehr frei sei. Sodann wurde uns die Marke diktiert, und

Jh habe hier Bayerischen Firma meine Pflicht erachte.

vom Verbande wir mußten für das minderwertigste Fabrikat ganz genau denselben Preis bezahlen wie für bessere Fabrikate, die einigermaßen als ebenbürtig an Klettfabrikat heranreichten.

Hierüber hätten wir uns, da wir seinerzeit nur Kistlstifte führten; mit der Zeit beruhigt.

Nun kam aber hinzu noch die Preisfrage. Delbrück, Leo U. Co. verkaufen nämlich auch heute noh an die Augsburger Firmen zu derartigen billigen Preisen, daß dieselben unseren hiesigen Kunden franko Bahn- hof ebenso liefern können, wie wir bei dem Verband die Stifte selbst bezahlen müssen.

Außerdem genießen die Augsburger das Recht, größere Partien auf einmal vorzukaufen, während uns nur Zug um Zug 1 bis 2 Ladungen verkauft wurden, wodurch wir selbstverständlich eine Konjunktur

nicht ausnugßen konnten. Die Augsburger Firmen haben ferner Dispositions-

preise für südbayerische Sammelladungspläße wie Rosenheim, Traunstein, Mühldorf, Limbach, Neu-

markt, Pfarrkirchen, Landshut, Plattling, Freising, Moosburg, Weilheim 2c. so billig gestellt bekommen, daß wir von München aus auch bei 100 Zentner Sammelladungen nah diesen Pläßen absolut nicht mitkonkurrieren konnten: einen Dispositionspreis nach diesen Orten erhielten wir überhaupt ni<t. Bei allen Anstrengungen war es daher für uns immer ein Ding der Unmöglichkeit, au<h unseren benach- barten Kunden die Stifte so billig wie die Augs- burger Firmen, die, nebenbei bemerkt, die Ladung mit 40 L Nutzen verkauften, zu liefern, und mußten wir \{ließli<h auf direkte ganze Ladungsverkäufe wohl oder übel verzichten. Er schreibt dann ferner noch: Es soll uns eine Genugtuung sein, wenn dem rigorosen Vorgehen des Syndikats durch die Enquete im Reichsamt wenigstens einigermaßen ein Damm geseßt wird, und wenn dieselbe dazu beitragen foll, daß der Stiftehandel für uns Grossisten für die Zukunft wieder etwas anderes als ein trauriges Kommissionsgeschäft wird, zu dem er dur<h die Manipulationen des Verbandes herabgesunken ist, der sih allerdings dabei die Taschen gefüllt hat. (Heiterkeit.) Direktor Fett- Berlin: Meine Herren! Es fällt schwer, die rihtige Antwort zu geben, weil weder Ort noch Firma genannt ist. (Zuruf: München !) Dann glaube ih auch die Firma zu kennen. (Heiterkeit) Jm vorliegenden Falle handelt es si<h meines Wissens um eine Firma, die vor der Verbandszeit in Drahtstiften fast gar nicht oder nur sehr wenig gehandelt hat. Dann \ind die Augsburger Großhändler erwähnt worden. Diese haben vor der Verbandszeit auch das Geschäft nah Oberbayern wie während der Verbandszeit gemacht; denn der Verband hat keine Aenderungen in den seitherigen Gepflogenheiten der Werke gegenüber ihren Kunden eingeführt, soweit es si<h um die Verkaufstätigkeit und die Mengenabgabe handelt. Wir kennen die Quanten, welche die Kundschaft vor der Verbandszeit quartaliter gekauft hat, und im Rahmen dieser Quanten geben wir weiterhin ab, natürlich unter Berücksichtigung der Verschiebungen in der Konjunktur. Auch in der Vergangenheit haben die Augsburger Groß- händler nah Oberbayern das Geschäft gemacht, also auch direkte Abladungen nach einzelnen Provinzorten vorgenommen. Die Firma, die hier gemeint ist, hat das Geschäft früher nicht in derselben Weise gehandhabt, folglih haben wir ihr au Provinzabladungen nicht gewährt. Die Firma Klett & Co., die hier erwähnt worden ist,

va

¡aht ein Fabrikat, welches vor der Verbandszeit wesentlich

ist gesagt worden, daß einzelne Beschwerden doh nicht hier in der großen Ver- sammlung so speziell erörtert werden sollen. Herr Schmahl wird nachher die Güte haben, diejenigen Beschwerden vor- zutragen, die namentlich Süddeutschland betreffen, und auch nur in der Weise, wie es für das allgemeine Interesse von Wichtigkeit ist.

Mir gestatten Sie, einzelnes zu erwähnen. Alle die Herren, die mit mir den Dezemberverhandlungen beigewohnt haben, wissen, daß i< immer darauf zurückgekommen bin, daß in allen den Verhandlungen und Transaktionen, die die Ver- bände vorgenommen haben und noch vornehmen, das persöôn- liche Element ausgeschaltet ist, daß ih aber gerade diesen persönlichen Verkehr nicht bloß für nüßlich, sondern für un- umgänglih notwendig halte. Wenn ih Jhnen zum Beispiel sage, daß wir 1898 die Stifte nah Posen praeter propter mit 15'/, und 16 M, geliefert bekamen, und dieser Preis erhöht worden ist im ersten Quartal 1899 auf 19, im zweiten aur 20 m Qui an 20 ugust auf 20/ m September auf 27, im Oktober auf 271/, usw. und im ersten Quartal 1900 auf 281/,, so bedeutet das eine Preissteigerung von eîwa 90%. Wenn Sie damit die Ziffern vergleichen, die vorhin Herr Springmann genannt hat für die Erhöhung des Walzdrahtes, dann werden Sie mir zugeben, daß in solchen Fällen, ih will nicht von einer Verständigung sprechen, aber eine Besprehung zwischen den Verbandswerken und den größeren Abnehmern angezeigt ist, die mit der Kundschaft eine engere Fühlung haben als die leitenden Herren, und so einen Einfluß auf die Entschlüsse, auf die oft exorbitanten Entschlüsse, des Verbandes ausüben können, der geradezu zum besten des Verbandes ist, nit bloß zum besten der Abnehmer. Es werden dann solche Erschütterungen vermieden werden, die den ganzen Markt deroutieren, die jedermann das Vertrauen rauben, nun auf die Versicherungen des Verbandes zu bauen und mit ihm dur< Dik und Dünn zu gehen. Dieselben Preise, die i< im zweiten Quartal 1900 nannte, waren bereits im ersten Quartal 1901 auf 22,50, im zweiten Quartal auf 22,25 und im September 1901 auf 17,50 K gefallen. Und da bleibe ih dabei und ih wiederhole meine Vitte von gestern: sachliche Dinge nicht auf das persönliche Gebiet hinüberzuspielen. Es kommt nicht darauf an, ob ein Händler oder ein Werk leidet, sondern das Ganze soll im Auge behalten werden. Herr Generaldirektor Zilliken hat gestern in Aussicht gestellt, daß zwischen den Verbänden gewissermaßen dur<h Kommissionen und fleinere Gremien eine ständige Fühlung stattfinden solle, um Beschwerden und Miß- ständen abzuhelfen. Jch halte das für einen glüdlichen Weg, um das Verhältnis zwishen den Werken und den Abnehmern zu einem innigeren, zufriedeneren zu gestalten und solche Er- shütterungen des Marktes zu vermeiden, wie wir sie gehabt haben.

Jh habe dann gestern in der Versammlung noch etwas erwähnt, was man mit' einem, wie soll ih sagen, gewissen Achselzu>ken aufgenommen hat: ih habe gesagt, daß die Leiter der großen Verbände und ih spreche niht bloß vom Drahtwalzwerk-, dem Halbzeug- und Roheisenverband, sondern von allen mächtigen Verbänden \ih doch überlegen sollten, einen großen Teil ihrer Gesamtproduktion na<h dem Aus- lande zu geben, um dort Jndustrien zu stüßen und zu stärken, die uns dann wieder, wie wir von diesem Tische aus gehört haben, das Fertigfabrikat hereinbringen und unsere Jndustrien in fertigen und verfeinerte1 Fabrikaten lahmlegen. Wenn zè- B. der Verband nah dem Auslande Drahtstifte mit 14 M, verkauft, während wir im Jnlande 25 M. dafür bezahlen müssen also eine Differenz von 11 #. —, so ist es doch nachdenkenswert, ob man nicht einen großen Teil des Aus- landsverkaufs, der über 45 %% der Gesamtproduktion des Verbandes beträgt, einshränken und dafür im Jnlande gewisse Jndustrien durh Hergabe billigen Rohmaterials heben sollte. Bei dem Auslandsgeschäft hat der Verband im zweiten Halb- jahr 1900 allein 878 000 e zugelegt und bei dem Jnlands- geschäft einen Gewinn von 1 170 000 H. gehabt. Darin liegt doh etwas Krankhaftes. Und wenn ih gestern davon gesprochen habe, daß das Bauen noch billiger sein müßte, damit billigere Wohnungen hergestellt würden denn es ist doch die allgemeine Klage, daß die Wohnungen heute zu teuer wären —, so sollte man dem doch nicht mit Achselzu>ken be- gegnen. Es kommen nicht bloß die Drahtstifte hierbei in Be- tracht, sondern auch Ziegel, Zement, Kalk, eiserne Träger usw. ; alles das ist bis auf das Holz in Verbänden. Das Bauen fönnte um 25 °/, bis 30 °/o verbilligt werden. Genau so wie beim Bauen verhält es sih mit der Veredelungs- und Ver- feinerungsindustrie, wie Sie bei den gezogenen Drähten ge-