1855 / 205 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Personal - Veränderungen in der Armee.

Offiziere, Portepee - Fähnriche 2c. Ernennungen, Veförderungen und Verseßungen. Den 15. August. Funk, Musketier b 9, N E v, Nunkel, Unteroff. vom _ Gus. RNegt., zu P. hnrs. befördert. i g BEU der Lan d Ex: Den -15. Augu st. ; Ebers, v. Nodbertus, v. Lauterbach, Vice-Feldw. vom 2. Bat. 2. Regts, b. Sh öôning, P. Fähnr. vom 1. Bat. 9. Regts., früher im 9, Inf, Regt., Schröder, v. Bor>e, NRin>, Wittchow, Stein- Dee, Unteroff. vom 1. Bat. 9. Negts., alle 9 zu Sec. Lts. 1. Aufgeb., v. Manteuffel, Unteroff. von der Kav. desselben Bats., zum Sec. Lt, beim Train 1. Aufgeb, Sobeski, Sec. Lt. vom 2, Aufgeb. des 1. Bats. 14. Negts., v. Mach, Sec. Lt. vom 1. Aufgeb. des 2. Vats. 21. Negts., zu Pr. Lts, Brümmer, Vice-Feldw. vom 3. Vat. 21. Negts,, zum Sec. Lt. 1. Aufgeb, Brümmer, Vice-Wachtm. von dems. Vat., zum Sec. Lt. bei der Kav. 1. Aufgeb. befördert. Schme>el, Sec. Lt. vom 1. Aufgeb. des 3. Bats. 14. Negts., ins 1. Bat. desselb. Regts., v. Putt- kamer, Sec. Lieut. a. D., früher im 2. Kürassier - Regiment, bei der Kavallerie 1. Aufgebots des 2. Bataillons 21. Regiments, Heinrich, Sec. Lieut. vom 1. Aufgebot des 2. Bataillons 20. Regiments, Koch, Sec, Lt. bom 2. Aufgeb. des 1. Bats. 16., ins 1. Bat. 15. Regiments, Elbers, Pr. Lt. a. D. mit dem Char. als Hauptm., früher im 2. Bat. 16. Regts., beim Train 1. Aufgeb. dieses Bats. einrangirt. Bro>hoff, Delius, Vice »- Feldw. vom 3. Bat. 15. Regts., Natorp, Schlink, Vice-Feldw. vom 2. Bat. 16. Regts., alle vier zu Sec. Lts. 1. Aufgeb,, von der Be>e, Unteroff. von der Artill. desselben Bats, zum Sec. Lt. beim Train 1. Aufgeb., Lohmann, Vice-Feldw. vom 3. Bat. 16. Negts., zum Sec. Lt. 1. Aufgeb., Lilienhoff v. Adelstein, Sec. Lt. vom 1. Aufgebot des 2. Bats. 17. Regts., zum Pr. Lt. befördert. Abschiedsbewilligungen 2c. Den 15. August. j y, Homeyer, Sec. Lt. vom 2, Jnf. Regt., scheidet aus. sterberg, Pr. Lt. vom 9. Juf. Regt., der Abschied bewilligt. Graf von Hohm, P, Fähnr. vom 21. Juf. gt., zur Neserve entlassen. Oehl- shlaegel IL, Sec. Lt. vom 15. Juf. Negt., scheidet aus. Bliesener, Sec. Lt. vom 16. Juf. Regt., als Pr. Lt. mit der Armee - Uniform, Dittmer, Seconde-Lieutenant vom 17. Jnfanteric- Regt. , mit Pension, Gr. v. Schmising-Kerssenbro> , Nittm. vom 11. Hus. Negt., mit Pension, der Abschied bewilligt. Bei der Landwehr: Den 15, August. j rbr. v, Wolf f-MelLtex:. nich, -Sec, Lt. vom 2. Aufgeb. des 2ten Vataillons 15. Regts, Ebbinghaus, Sec. Lt. von der Kay. 2. Auf-

bisher. Unif, der Abschied bewilligt. Den 17. A ugu se.

seiner bisher. Unif., der Abschied bewilligt. Militair - Aerzte. Den 305 JUnt.

Die Unter-Aerzte Dr. Star >e, vom 2. Garde - Negt. zu Fuß, Dr. | Gobert, vom Garde-Hus. Regt., Dre. Kühne, Dr. Lanß\<, vom 2, Dr. Maaß, De. Wiebe>e, vom 7; De, Anton, ‘Dr. ‘d’Arrefst, | vom 10, Dr. Ebmeier, vom 17,, Dr. Kußner, vom 21,, Dr. Rüppel, |

vom 25., Dr. Neumann, vom 33., Dr, Neubürger, vom 38. Jnf. Negt., Dr. Cammerer, vom 5, Ulan. Regt., Dr. Plaut, vom 2. Artill. Negt., sämmtlich zu Assistenz - Aerzten ernannt. Den 18. Juli. / Enderling, Assistenz-Arzt vom 14. Jnf. Regt., mit dem bedingten Anspruch auf Anstellung im Civildienst und Pension, der Abschied br-

willigt. R : Militair-Beamte. Durch Verfügung des Kriegs-Ministeriums: Den 6. August. : : Schlothauer, Zahlmeister - Aspirant vom Kaiser Franz Gren. Negt., zum Zahlmeister 2ter Klasse beim Z. Bat. (Lissa) des 3. Garde- Ldw, Regts, ernannt. : Den 18. Augu st.

Hennid>e, Jntendant. -Neferendarius bei der Milit. - Jntend. des VIII. Armee-Corps, behufs seines Uebertritts zur Marine - Verwaltung, die Entlassung aus dem Milit. - Juntendantur - Dienste ertheilt.

i Den 19- August.

Ho efig, Proviant-Amts-Assistent, von Königsberg nah- Graudenz, E> ardt, Proviant-Amts-Assistent, von Spandau nach Nathenow, Re>, Proviant-Amts- Assistent, von Nathenow nach Spandau verseßt.

Den 20. Augu st. / / Struwe, Zahlmeister 2, Klasse vom 1. Vat. (Münster) 13. Ldw.- Regis., zum Zahlmeister 1. Klasse beim Füsilier - Bat. 15. Juf. NRegts., Hoppe, Zahlmeister - Aspirant vom 15. Inf. Negt., zum Zahlmeister 2, Klasse beim 1. Bat, (Münster) 13. Ld‘v. Regts, ernannt.

Bei dem unterzeihneten Generaäl-Comité sind an Beiträgen zur Un- terstüßbung der dur< Wassersnoth verunglü>ten Bewohner der Weichsel- Niederungen ferner eingegangen: 487) Fernerweiter Ertrag der Besich- ‘Ugung des Zeughauses 185 Rthlr. 25 Sgr. 488) Sammlung des Hülfs- Comité’s in Sondershausen 206 Rthlr. 22 Sgr. 10 Pf. 489) Fernerweite Sammlung der Kreis - Kommunal - Kasse in Templin 19 Rthlr. 24 Sgr. 490) Pr. N. in St. 1 Rthlr. 5 Sgr. 491) Sammlung des Königl. Landraths in Freienwalde 10 Nthlr. 26 Sgr. 492) Desgl. in Sorau

bezeihnet wurde, ; S | Thätigkeit. und gegenseitige Unterstüßung der in einem Bezirke ver-

207 Rihlr. 27 Sgr. 5 Pf. 493) Desgl. in Genthin 10 Nthlr. 5 Sgr. 6 Pf 494) Geschwister E .rx Th. L. und cinige Freundinnen durch Vex: loosung kleiner Handarbeiten 25 Nthlr. 495) Buchhalter A. 10 Ntblr 496) Vom Zten Bataillon (Anklam) 2ten Landwehr- Regiments 5 Ntblr, 3 Pf. 497) Vom 2ten Bataillon (Cöslin) 9ten Landwehr - Negiments 7 Rihlr. 498) Fernerweite Sammlung des Königl. Landraths in Zülli- chau 15 Sgr. 499) Desgl. des Beeskow - Storkower Kreises 4 Nthlr 4 Sgr. 500) Desgl. in Änklam 178 Nthlr. 501) Desgl. -der reis-Kasse in Nauen 15 Sgr. 502) Desgl. der Exped. des Genthiner Wochenbl, 2 Rthlr 2 Sgr. 7 Pf. 503) Desgl. des Ober-Bürgermeisters in Frankfurt a. O, 3 Riblr. 20Sgr. 504) Sammlung der ständischen Kreiskasse in Drossen 157 Nthlr. 7Sgr, 505) Desgl. der Gemeinde Friedrichshoff 26 Sgr. 506) Desgl. der 6e. meinde Sandfurth 18 Sgr. 507) Gyrae, Königlicher Oekonomie - Rath auf Strehlen , 25 Rthlr. Es waren nach der Bekanntmachung vom 2 lsten b, M. eingegangen 36,452 Rthlr. 20 Sgr. 4 Pf. Hierzu treten die obigen 1062 Nthlr. 3 Sgr. 7 Pf. ; zusammen 37,514 Ntblr. 23 Sgr. 11 Pf, Hiervon sind 37,400 Nthlr. an den Königlichen Wirklichen Geh. Rath O Eichmann in Königsberg i. Pr. bereits abgesandt worden. Berlin, den 31. August 1855. Das General - Comité zur Unterstüßung der dur< Wassersnoth verunglü>dten Bewohner der Weichsel-Niederungen. i Freiherr bv. Manteuffel, Minister-Präsident.

Nichtamtliches.

Preußen. Potsdam, 1. September, Nachdem gestern Nachmittag 2 Uhr die diesjährigen großen Herbstübungen des Garde- Corps in der Gegend von Trebbin beendigt waren und Se, Majestät der König geruht hatten, gleih auf dem Manöver- felde den versammelten Truppenführern Allerhö<{stdero besondere

M Zufriedenheit mit der Ausführung der Manöver sowohl, als mit v. Mon- |

der Haltung und Ausdauer der Truppen zu erkennen zu geben, kehrten Allerhöchstdieselben über Blankensee, Sta>en und Kuners- dorf nah Sanssouci zurü> und trafen um 4 Uhr daselbst ein.

Coblenz, 30. August, Jhre Königliche Hoheit die P rin- zessin von Preußen traf gestern Abend % vor 9 Uhr in dem erwünshtesten Wohlsein, von Baden-Baden zurü>kehrend, hierselbst wieder ein. , (Cobl.ZDY

Sachsen. Koburg, 28. August. Jn seiner gestrigen Sißung hat der hiesige Sonderlandtag eine von der Staatsregie- rung gemachte Vorlage über Errichtung von Bezirksvertretungen

gebots des Landw. Vats. 36. Jnf. Negts., diesem als Pr. Lt. mit seiner | un Bezirkskassen mit einem Stimmenverhältniß von 6 gegen 4, N . I « L « 9 P e . W l

] N | Un | wurfs _Eigenthümlia v. Stechow, Hauptm. vom 1. Aufgeb. des 3. Bats. 7. Negts., mit | ist, daß früher vie Vorlage dieses Entwurfes als ein Wun\Ÿ "und als ein Bedürfniß des Landes der Staatsregierung gegenüber

die spezielle Berathung des Ent-

ohne nur auf }: En zurückgewiesen, Cigenthümlich

zwar bloc

einzugehen, en

Der Entwurf selbst bezwe>te eine gemeinsame

einigten Ortschaften in Bezug auf alle Kommunal-Angelegenheiten (Wegebauten, Kirchen-= und Schulsachen 2c.) Jun einer früheren Sibung hat der Landtag bei der gegenwärtigen Theuerung deu geving besoldeten Beamten eine Gehaltszulage verwilligt und eben

so die Aufnahme eines Kapitals zum Zwe>ke der Landesvermessung | genehmigt.

(Leipz. Ztg.)

Schweiz. Bern, 29. August, Der seit vorgestern ver-

| sammelte große Rath hat heute im dritten Skrutinium in den | Regierungsrath den Kandidaten der Liberalen, Herrn Egger, mit 100 Stimmen gewählt; der von den Konservativen vorge- | s<lagene Herr Kurz brachte es auf 86. Mit dieser Wahl is die

Mehrheit der Liberalen im großen Rathe konstatirtz im Regie- rungsrath stehen nun 5 Liberale 4 Konservativen gegenüber, (O 00

Großbritannien und Jrland. Loudon, 30, August. Die Königin und die Königliche Familie werden bis zum 3. Sep- tember in Osborne verweilen und dann na< Balmoral reise, von wo sie Mitte Oktober na< London zurü>zukehren gedenken.

In den lebten se<s Tagen sind zu Woolwi< über 4000 Tonnen Wurfgeschosse eingeschi}ff}t worden, Zum Nachfolger des verstorbenen General - Majors Sir Arthur Wellesley Torrens als stellvertretender General - Quartiermeister des englischen Heeres ist Oberst Clark ernannt worden. 4—500 Mann hochländiscer Truppen kamen gestern von Aberdeen in Liverpool an, wo sie fi heute na< Malta einschiffen.

Türkei. Der französische Marine-Minister hat folgende De- pesche des Admirals Bruat erhalten :

An Bord des „Montebello“, 18. August 1855,

Herr Minister! Jch begab mi gestern früh ins Hauptquartier, vok wo der Ober - Befehlshaber des Heeres mich nah dem Schlachtfelde an der Tschernaja geleitete. Ueber die Größe der Verluste des Feindes hatte man si<h no< nicht genau vergewissern können, allein man wußte bereits in dem Augenbli>e unserer Nü>kehr ins Hauptquartier, daß 1700 rus- sishe Verwundete gefunden worden und daß 400 Gefangene in unsere Hände gefallen waren, Um Naum in unseren Lazarethen zu schaffen, bat mich der Ober - Befehlshaber, alle verwundeten Nussen,

deren Zustand den Transport na< Kamiesch gestatte, na< dem

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Bosporus zu schaffen. Außer dem „Montezuma“, der 250 Kranke unseres Heeres mit si< nimmt, shi>e ih heute die Linienschiffe „Wagram“ und Charlemagne“, so wie die Dampffregatte „Labrador“, welche 1200 Ver- wundete, 400 Gefangene und 600 Garde - Gendarmen an Bord nehmen werden, na< Konstantinopel. Bei ihrer Nü>kehr aus dem Bosporus werden diese Schiffe die ungefähr 3200 Mann starke Brigade Sol nach Kamies< bringen. Jh kann Ew. Excellenz heute den allgemeinen Ein- dru> mittheilen, den der Sieg an der Tschernaja mir in unserem Heere hervorgebraht zu haben scheint. Kein Kampf hatte bisher die Ueberlegenheit und das moralische Uebergewicht unserer Truppen über die des Feindes in so glänzender Weise herausgestellt. Die von dem russischen Heere getroffenen Anordnungen bverriethen einen wohlentworfenen und gut ausgearbeiteten Plan. lich dem des Generals Soimonoff in der Schlacht bei Jnkerman, ward an diesem Tage begangen. Die russischen Divisionen griffen unsere Stellungen zu der vorgeschriebenen Stunde und mit einer vollkommenen Kenntniß des Terrains an. Sie nahmen die Brü>ke von Traktir und zwangen die sardinis<hen Vorposten, si<h zurü>zuziehen. Als die Brigade de Failly die Offensive ergriff, warfen 1500 bis 2000 ¿Franzosen 8000 A über die Tschernaja zurü>, und eine Stunde später zogen si 45,000 Russen vor 10—12,000 Mann verbündeter Truppen zurü>. Der Kampf vom 16. August war eigentlih nicht sowohl eine Schlacht, als ein mit unglaublihem Nachdru> zurüt>geschlagener großartiger Ausfall. Der Feind rü>te niht bis über . die Tragweite seiner Positions- Batterieen hinaus vor und zog si< untex dem Schuße der die Hochebene bon Ma>enzie krönenden Werke zurü>, sobald er be- merkte, daß unsere Truppen nicht dur< die von ihm in der Ebene entfalteten beträchtlichen Massen eingeshücbtert waren. Vielleicht hoffte er, uns unter die Feuer seiner Positions-Batterieen zu treiben und zu einem Kampfe zwischen den Höhen zu veranlassen, von welchen aus seine Artillerie unsere Neihen hätte lihten können. Der Oberbefehlshaber ließ sich jedo<h zu einer so unvorsihtigen Verfolgung nicht fortreißen. Wenn ex seiner Kavallerie den Angriff gestattete, so konnte erx einige Flüchtlinge gefangen nehmen, doch hätte er dann unsere Schwadronen über die Brü>ke von Traktir, über welche die Geschosse der feindlichen Werke hinausreichten, defiliren lassen und unter einem Kreuzfeuer von Artillerie und Musfeten, mit einem durchwatbaren Flusse, der jedo sehr steile Ufer hat, im Nü>en, in die Ebene werfen müssen. Dank der Vorsicht des Ober- befehlshabers, blieb unser Sieg ungetrübt und vollsländig. Der Feind kebrtein seine Linien zurü>, sein Hülfsheer bleibt paralysirt, und die Belagerung kann in voller Sicherheit fortgeseßt werden. Die Schwierigkeiten, welche sie darbietet, sind ohne Zweifel dur< unsern Sieg nur wenig vermin- dert worden. Noch immer ist viel Beharrlichkeit und Methode erforder- lich, um ans Ziel zu gelangen, allein daß wir dahin gelangen werden, unterliegt keinem Zweifel mehr. Rußland wird keinen Grund baben, sich zu dem langen Widerstande Sebastopols Glü> zu wünschen ; seine Finanzen und seine Heere erschöpfen sih, um in der äußersten Bedräng- niß des Reiches einen Kampf zu bestehen, bei dem alle Bortheile auf unserer Seite sind. Wäre Sebastopol nach der Schlacht an der Alma gefallen, so wäre das nur eine Ueberraschung gewesen ; Nußland bätte eine Flotte und ein See - Arsenal verloren, do< der Nimbus sci- ner Macht würde nicht ernstli< ges<wä<ht worden sein. Jebt im Gegentheil sind seine Streitkräfte dur< lange und unnüße Anstrengungen abgenupt; seine alten Soldaten sind vershwunden; aufs Schlachtfeld führt es mehr Rekruten als erprobte Bataillone; die Verwundeten und Gefangenen, wel<he in unsere Hände fallen, scheinen dur<h Anstrengung und unzureichende Nahrung geshwä<t. Die russische Regierung, des Transportweges über das Asowsche Meer beraubt, kann ihre Magazine niht mehr füllen; ihre Soldaten erhalten als Nation bloß Brot, Salz und Wasser; Branntwein wird nur an Schlachttagen ausgetheilt, Fleisch fast nie. J weiß nicht, wie der Feind, wenn der Herbstregen die Wege bodenlos macht, im Stande sein wird, sein zahlreiches Heer mit Nahrung zu versorgen. Seine Lage scheint mir höchst gefahrvoll, und ih erbli>e in dem so lässig erfolgten Angriffe vom 16. August weit eber ein Zeichen der Entmuthigung, als der Kühnheit. Die Aussichten auf die Zukunft geboten den Nussen eine Kraftanstrengung; uns hin- gegen rathen sie zur Vorsicht. Der Oberbefehlshaber hat gestern früh unsere Belagerungs - Batterieen ihr Feuer eröffnen lassen. Gelingt es 1ns, das Feuer des Feindes zum Schweigen zu bringen, so werden tir an unseren Laufgräben mit Eifer weiter arbeiten. Müssen wir hingegen die Ankunft der Mörser abwarten, um dieses Nesultat zu erzielen, so vird die Verzögerung, deren Folgen man fürchtete, gegenwärtig weniger Uebelstände mit sih führen, als zuvor. Wir wissen sogar aus den Aussagen der russishen Generale, welche Verheerungen unser Muey anrihtet. Diese Verluste müssen nothwendig wachsen, und die itel des Feindes, sie wieder gut zu machen, werden mit jedem Tage Mittlerweile erhält unser Heer Verstärkungen und lebt im Troß der Opfer, welche es täglich darbringen muß, hält sich

Î ‘wbnehmen. Ueberflusse. jan Heldenmuth aufrecht, und die Leichtigkeit, mit welcher die neue An- êthe gede>t worden ist, genügt, ihm die Ueberzeugung beizubringen, daß

Frankreich es nicht verlassen wird. Der Sieg an der Tschernaja scheint mr also geeignet zu sein, au< die am wenigsten Zuversichtlichen zu be- elbigen ; er is eine große und schöne That, deren erste Wirkung darin estehen wird, allen denjenigen , deren Vertrauen dur die Schlappe om 18, Ae ershüttert worden war, wieder Muth einzu- töfen, J erhalte treffliche Nac{richten aus dem Asowschen leere. Die verbündeten Flotillen fahren fort, längs seinen Ufern Furcht und Schre>en zu verbreiten. Der „Descartes" ist gestern nach der Land- ee von Kertsh abgegangen, wohin er eine Verstärkung von 400 Mann bi atine-Jnfanterie gebracht hat. Die Engländer \{i>en 800 Maan dort- Le Der Oberbefehl8haber hat den Obersten Osmont auf mein An- peoen angewiesen, in Gemeinschaft mit dem Kommandanten Vonet von i „Pomone“ Taman und Fanagoria während der Zeit zu beseßen, N die vollständige Zerstörung der bon den Russen in diesen beiden ablissements bewahrten Gebäude erheisht. Die Materialien werden

Kein Jrrthum, ähn--

zur Errichtung von Landungsstellen am Cap St. Paul verwandt. Bei diesen zur rehten Zeit getroffenen Vorsichtsmaßregeln werden die Be-

saßungen auf der Landenge bon Kertsch den Winter ohne Leiden zubringen.

Bruat. Auf dem englischen Kriegs=Ministerinni sind folgende zwei Depeschen des Generals Simpson eingetroffen : j __ Vor Seba fo ol, 18. August.

__ Mylord! Jn meiner Depesche vom 1äten N ih Ew. id keit, ih habe Grund zu der Annahme, daß die Nussen beabsichtigten, uns dur einen kräftigen Angriff zur Aufhebung j Sie versuchten dies am Morgen des 16ten; höchst glorreih für diejenigen der verbündeten Truppen, welche das Glü hatten, dabei betheiligt zu sein. Der Kampf war vor Tages Anbruch dur eine schwere russische Kolonne unter Befehl des Generals Liprandi eröffnet, welche aus der 6, und 17. Division nebs der 4. und 7. Divi- sion als Neserve bestand und tie sardinischen Vorposten angriff. Das von diesen beseßte Terrain befindet sih auf hohen Hügeln zur Nechten der Position, auf dem linken Ufer des Flusses Suhaia, wo derselbe si in die Tschernaja ergießt. Zwei Vorposten stehen auf dem anderen Ufer. Sie hielten sich eine bedeutende Zeit mit entshlossenew Muthe; da ihnen aber dur< den dazwischen liegenden Fluß die Unterstißung abgeschnitten und sie dur keine Artillerie ges{<üßt waren, so sahen fie sfih genöthigt, die am meisten vorgeschobene Stellung aufzugeben. Ungefähr um die- selbe Zeit rü>ten die 5te und die 12te Dibision, so wie ein Theil der 17ten gegen die LTraëïtir - Brü>e vor. Die Brü>ke war von einem Bataillon französischer Linien - Jnfanterie besezt, welches fi eine kurze Zeit lang zurü>ziehen und an die größeren Truppenkörper anleh- nen mußte. Jm Verein mit diesen jedo<h nabm es die Brü>e durch einen Bajonett- Angriff rasch wieder. Nochmals griffen die Nussen wit beharr- lihem Muthe an, und és gelang ihnen, die errungenen Vortheile so zu benuzen, daß sie die Höhen erreihten, welche zu beiden Seiten des Weges 1äh aufsteigen. Doch war das nur der Erfolg eines Augenbli>s. Sie ivurden über den Fluß zurü>getrieben und ließen den Boden mit Todten und Verwundeten bede>t. Der russische General, dur das Fehlshlagen seiner zwei Versuche keineswegs entmuthigt , ließ eine zweite Ko- lonne, eben so stark, wie die erste, einen Angriff unternehmen. Dieselbe drang, bon dem Feuer ihrer zahlreichen Artillerie gede>t, mit sol<hem Ungestüm bor, daß die Brüdte zum dritten Male genommen und die über derselben sih erhebenden Höhen gekrönt wurden. Doch ivurden die Russen wiederum zurücgeschlagen und zogen si<, von den Bajonnetten unserer tapfern Bundesgenossen verfolgt, in großer Unord- nung in die Ebene zurü>, _Der die rusfische Kolonne befehligende Gene- ral, ivie wir vermuthen General Read, ward getödtet, und in seinem Besiße fand man einen von dem Fürsten Gortschakoff, der in Per- son befehligte, unterzeichneten Schlachtplan. Aus allem diesem geht herbor, daß ein höchst entschlossener Versuch gema<t wurde, uns zur Aufhebung der Belagerung zu nöthigen, Siegten die Russen, so sollte Balaklava von einem Theile ihres Heeres angegriffen werden, während der andere die Höhen, auf welchen wir uns ge- gentvärtig befinden, stürmen sollte, Zu gleicher Zeit solite bon der Quarantaine aus ein kräftiger Ausfall auf die französfis<hen Werke am äußersten Ende des linken Flügels, und ein anderer auf die Werke am Ende des reten Flügels beim Sapun - Berge gemacht werden. Die Schlacht, welche ih zu beschreiben versucht habe, ist höchst ruhmreich für die Waffen der französischen und der sardinischen Truppen. Französischer- seits ftanden den Nussen nur 12,000 Mann Jufanterie und vier Bat- terieen Artillerie entgegen, während die Sardinier 10,000 Mann in Po- sition hatten, von denen 4500 im Feuer waren, und 24 Geschüße. Die russische Streitmacht bestand aus 50- bis 60,000 Mann mit 160 Geschüßen und 6000 Mann Kavallerie. Vei dieser Un- gleichheit der numerishen Stärke wird Ew. Herrlichkeit leicht begreifen, wie {wer es gewesen wäre, den Versuch zu machen, die errungenen Vortheile zu einer Verfolgung des Feindes zu benußen. Der Rückzug der Nussen war außerdem durch das ¿Feuer der auf den Ma>enzie-Höhen stehenden {weren Geschüße gede>t. Die Verluste der Russen werden auf 5- bis 6000 Mann, mit Einschluß von 600 Gefangenen, geschäßt, während die der Verbündeten sih auf niht mehr als 1000 Mann be- laufen. Dieses glänzende Gefeht hat das größte Entzü>ken in den Neihen der verbündeten Heere erregt, und während es den muthis gen Waffenthaten der Franzosen neuen Glanz verleiht , gereicht es mir zur größten Freude, über die unverzagte Haltung und das tapfere Benehmen der sardinischen Truppen unter General della Marmora berichten zu können, die zum ersten Male im Kampfe gegen unseren gemeinsamen Feind, welcher gegenwärtig den Frie- den Europas stört, und bei seiner Besiegung ihr Blut vergossen haben. Hauptmann Mowbray's Batterie 32pfündiger Haubißen ward vorn bei den sardinishen Truppen aufgestellt und leistete trefflihe Dienste, indem sie das Vorrü>en der feindlichen Artillerie verhinderte. Unsere Kavallerie unter General-Lieutenant Sir J. Scarlett war in der Ebene von BVala- klava aufgestellt, bereit, jeden sih etwa darbietenden Umstand zu benugen. Allein es war keine Veranlassung, von ihren Diensten Gebrauch zu machen. Jch kann leider keinen ausführlichen Bericht über den Antheil, ivelchen die Sardinier an dem Kampfe nahmen, geben, da ih bis jeßt den Bericht des Generals de La Marmora noch nicht erhalten habe.

J. Simpson. Vor Sebastopol, 18. August.

Mylord! Da General Pelissier mir angezeigt hatte, daß die gegen den Malakoff - Thurm und die anliegenden Werke gerichteten Batterieen bereit seien, ihr Feuer zu beginnen, so wurden Anordnungen getroffen, gestern früh ein anhaltendes Feuer auf diese Werke und das Sägewerk zu eröffnen. Dasselbe hielt den ganzen Tag über an, und der Erfolg entsprah unseren Erwartungen. Das russische Feuer, welches Anfangs lebhaft antwortete, ward am Abend schwa. Am Ngchmittag verursachte eine Bombe, die aus einer unserer Mörser - Batterieen geworfen worden war, die Explofion einer großen Anzahl Vomben in einer der feindlichen