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höchstdenselben zu Ehren ein Frühflück gab. Bei der Tafel brachte der Lordmayor einen in den wärmsten Ausdrücken gehaltenen Toast auf den König Carlos aus. Ja feiner Erwiderung crinnerte der König an die Jnnigkeit der Bande, die England und Portugal in Krieg und Frieden seit den Tagen - vereinigt hätten, wo englishe Kreuz- fahrer und portugiesishe Krieger Schulter an Schulter gegen die Mauren gefochten hätten. Er wies auf die Tatsache hin, daß England Portugal die Königin Philippa von Lancaster geschenkt habe, die die Stammutter einer be- rühmten Generation großer Fürsten geworden sei. Und diese hâtten jene staunenswerte Bewegung für die Gründung überseeisher Kolonien eingeleitet, die während des 16. Jahr- hunderts Portugal einen hervorragenden und unauslös- lihen Plaß in der Geschichte der Völker * gegeben habe. Portugal habe England die Königin Katharina von Braganza geschenkt, deren erhabener Name unter denjenigen der edelsten und verehrtesten Königinnen Englands verzeichnet stehe. Der König \{loß: „Gestern wie vor fünf Jahrhunderten wurde zwischen den beiden Kronen in Windsor ein Vertrag unter- zeichnet, und wie vor fünf Jahrhunderten is es wiederum ein Eduard, der seine Einwilligung gab. Lassen Sie mich daher den Wunsch ausdrücken, daß dieses Bündnis, das fo viele Jahrhunderte gedauert hat, neue Kraft aus der Herz- lifcit unserer Gefühle gewinnen möge für die Verteidigung unserer gemeinsamen Jnteressen und zur Vermehrung des Nuhmcs beider Nationen. Jn Jhren Personen, Herr Lord- mayor und meine Herren Vertreter der City von London, begrüße ich das britishe Volk, unseren Verbündeten und Freund, und die freie, starke und fortshreitende Nation des ruhmreichen Großbritanniens.“

Im Verlaufe der vom Handelsamt veranstalteten Unter- suchung über die Doggerbankangelegenheit sagte gestern der Bootsmann des Fischerbootes „Gull“ gleich den andern bisher vernommenen Zeugen aus, daß fi feine japanishen Fahrzeuge zwishen den Fischerbooten befunden hätten. Die russishen Kriegsschiffe hätten nur zwei bis drei Schiffslängen von der „Gull“ entfernt Halt gemacht und dann Feuer gegeben. Als er seitwärts über den Schiffsrand hinausgeschen, habe er ein Schiff bemerkt, dessen Lichter sämtlich ausgelösht gewesen seien; er habe es zuerst für ein Torpedoboot gehalten, später habe si gezeigt, deß es das Missionsschiff „Alpha““ gewesen sei. Auf die Frage des Vertreters der russishen Regteruna, ob er sicher sei, daß es ein Missions\chiff gewesen, antwortete der Zeuge, dessen sei er nit sicher; aber cin Torpedoboot sei es mt gewesen.

Frankreich.

Der Prinz Georg von Griechenland stattete, dem . B.“ zufolge, gestern dem Präsidenten Loubet einen

ab, den dieser bald darauf erwiderte. ie Deputiertenkammer lehnte gestern bei der Beratung des Butg?ts der s{önen Künste, trcy ter Einwendungen tes Unter- ribtêministers Chaumié, die Kredite für die Theaterzensfur mit 328 gegen 217 Stimmen ab. Die Deputierten Flayelle und Benoift interpellierten Negierung wegen ihres Verbaltens çegenüber dem Bernardin in Pont-à-Moufson, der dem Grand Orient Auskünfte über die Offiziere seines Bezirks geliefert habe. Der Ministerpräsident Combes erflärte, die Feinde der Regierung täuschten fi, wenn sie glaubten, taß die Regierung republikanishe Beamte ihrer Rache aus- zuliefern gedenke. Die Regierung wolle vielmehr die republikanische Arbeit von fünf-JIahren nicht verloren geen und sei entschlossen, si vem Wege mit Auskünften üver ihre Beamten zu versehen. n tas System der Eins{üchterung, das man ihm wolle den MRepublifanern Beruhigung vers ie Kammer auf, ein Werk e:leuhteter Ge- r Deputierte Ribot machte der Reg!erung den n Kriegéminister babe clleia geben lassen, während itarish erflärt babe. Schließlich verlangte mbes, taß die Interpellation hinter die en zurüdckgeftellt werde, und die 296 gegen 267 Stimmen. Die

hierauf die Friederérichter

Rußland.

Der General Gripenberg ist gestern, wie „W. T. B.“ meldet, mit seinem Stab von Wilna nach dem Kriegsshauplaß abgereist.

Serbien. die „Frankfurter Zeitung“ aus Belgrad meidet, wird die Regierung der Skupschtina eine Vorlage über eine Anleihe von 50 Millionen Francs zur Anschaffung von Schnellfeuergeshüßen und zum Eisenbahnbau unterbreiten. Amerika.

Nach einer Meldung der „Agence Havas“ hat Rio de Janeiro wieder sein gewöhnliches Aussehen angenommen. Die Militärschule ist geschlossen, und die in die Nuhestörungen verwickelten Offiziere sind verhaftet worden.

Asien,

Der General S tössel hat, wie D qus St. Petersburg berichtet wird, dem Kaiser unter dem 28. Df- tober gemeldet:

Seit dem 25. Oktober beschießen die Japaner äußerst beftig

Fo1ts und die Befestigungen an der Nord- und Nordostfront. Am 26. Oktober machten sie einen Angriff auf die Befestigungen und eines der Forts der Nordfront, doch wurden durch Sckrapnellfeuer ih1e Reserven zersprengt, und der Angriff wurde ab- geschlagen. Auf unserer Seite sind ein Offizier und gegen 70 Mann gefallen, acht Offizier2 und ungefähr 400 Marn verwundet.

Unter dem 30. Oktober meldct der General S tössel:

Das Bombardement dauerte nah der Aktsendung des Telegramms vom 28. Oktober mit großer Heftigkeit fort.

In einem aus Anlaß des Jahreztages der Thronbesteigung an den Kaiser gerichteten Glücfwunschtelegramm vom 3. November berichtet der General Stössel:

Die in den leßten 9 Tagen von den Japanern unternommenen Sturmangriffe seien alle zurückges{lagen worden. Er sei erfreut, daß es den JIapanern nicht gelungen fei, die Festung am Tage der Thron- besteizung, ter gleihzeit:g der Geburtstag des Kaisers von Japan si, ibrem Sc{wur aemäß zu nehmen.

Der General Kuropatkin meldet unter dem 16. No- vember :

Am 15 November maten gegen 8 Uhr Abends die Japaner cinen Angriff gegen unsere Steüung beim Dorfe Linschiupu, wœurten aber zurúückzeshlagen. Gegen 11 Uhr Abends eröffnete der Feind wieter ein Giwebrfcuer, das gegen 13 Stunden dauerte. Auf unserer Seite sind 4 Mann verwundet. Am 15. November legten unsere Freiwilligen sich vor Sonnenaufgang in einen Hinterhalt. Bon 49 äapanern wurde ein Teil getötet, ein Teil verwundet. Die Rufsen machten 3 Gefangene.

Die „Rusfische Telearaphenagentur“ berichtet aus Mukden

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vom 17. d. M,., es verlaute daselbst, daß in Niutshwang |!

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und Pitsewo je dreißigtausend Japaner gelandet worden seien. Man erwarte, daß die Japaner die rechte russische Flanke zu umgehen suchen würden, um die russische Armee von Tieling abzuschneiden.

Der „Standard“ meldet aus Tientsin vom gestrigen Tage: Port Arthur wurde am 12. d. M. wieder jtark be- schossen. Es finden s{chwere Kämpfe statt unter langsamen Fortschritten und s{hweren Verlusten der Belagerungsarmee. e aa wurde am Sonntag heftiges Feuern im Norden gehort.

Das „Reutershe Bureau“ meldet aus Schanghai. vom 16., der Vizekönig Tschang habe Fergusson beauftragt, die Frage bezüglich Ber Eisenbahn Kanton—Hankau zu er- ledigen. Die Provinzbeamten von Kwantung, Kwangsi und Hunan seien bemüht, die amerikanishen Rechte zu er- werben.

Afrika.

Aus Tanger meldet das „Reutershe Bureau“, nah einer Meldung aus Larache sei dort gestern noch ein Spanier ermordet worden.

Australien.

Dem „Reutershen Bureau“ wird aus Melbourne vom heutigen Tage gemeldet, eine Versammlung der Bürger Melbournes habe eine Resolution zu Gunsten des Vorzugs3- handels mit England angenommen. Die Regierung und das Parlament würden darin aufgefordert, die Angelegenheit sofort zu erwägen. Der Sekretär des protektionistishen Verbandes habe erklärt, es sei notwendig, die Zölle gegen das Ausland zu erhöhen und einige Zölle zu Gunsten Englands herab- zuseßen. Der frühere Premierminister Dea ken habe gesagt, alle Nationen schüßten -ihren eigenen Handel und erweiterten ihre Märkte auf Grund von Verträgen. Der beste Markt für Australien sei die Nation, mit der man vereinigt zu werden wünsche. Der Wortführer der Arbeiterpartei erklärte, daß Freihandel und Protektionismus gemeinsam für Vorzugs- tarife sein fönnten. Der Handel Deutschlands und der Ver- einigten Staaten mit den englischen Kolonien sei in 10 Jahren von 111/24 auf 30 Millionen gestiegen. Auch er sei für eine Herabseßung gewisser Zölle auf englishe Waren und Erhöhung anderer Zölle auf ausländishe Waren.

Secchste Hauptversammlung der Schiffvautechnischen Gesellschaft.

A. F. Die 6. Hauptversammlung der Schiffbau- technishen Gesellshaft wurde gestern vormittag um 9 Ußr in der Aula der Königlichen Technischen Hochschule zu Char- lottenburg eröffnet.

Wie in früheren Jahren, beehrte au dieëmal Seine Majestät der Kaiser die überaus zablreih besuchte Versammlung durch Aller- böchstsein Erscheinen und verblieb bis zum Ende des zweiten Vortrags. Den Vorsitz führte Seine Königliche Hoheit der Großberzog von Oldenburg. Ihm zur Seite batte der Vorstand der Gesellschaft an einer auf erhöbtem Podium errichteten Tafel Plaß genommen; an der rebten Seite tes boben Ebrenpräsidenten faß der geschäftéführende Leiter der Gesellshaft, Geheimer Regierungsrat, Professor Busl ev.

Den ersten Vortrag hielt Dr. Fr. Ahlborn - Hamburg über „die Wirbelbildung im Widerstandsmechanismus des Wassers Wasser“. Der Vortragende, der seit Jahren mit der Erforschung der Witerstände beschäftigt ist, die im Waffer oder in der Luft bewegte Körper erfahrea, zeigte einleitend, wie sch auf Grund der Bewegung der festen Körper und, von iÿr verursacht, in déîin Medium des Wassers oder der Luft eigenarlige Gegen- strômungen bilden, die in Gesamtheit den mechanischen Miderstand des Mediums darstellen. Grôêfe und Form dieses Wider- standes ist von dem Verlauf ter Segenstcömungen abhängig, und diese selbst sind von ter Gestalt tes Körpers bedingt. Nur auf Grund ge- nauer Kenntnis der Gegenströmungen ist eine richtige Grundlage für eine Widerstandätheorie zu schaffen, mit der man den praktischen Be- dürfnifsen ron Schiffbau und Schiffahrt gerecht zu werden vermag. Es ist dem Vortragenden, dank den wesentli verfeinerten Apparaten,

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| deren er sih bedient, möglih geworden, nicht nur die Strömungen,

Wirbelurgen und Wellenbildungen im Wasserspiegel an vershiedenartigen, eingetauchten Modellen vhotographish festzulegen, sondern auch im Innern der Flüssigkeit die Strömungen an Platten, Nudern, Schiffs- \chrauben 2c. förperlih darzustellen, ja zulcßt sogar die durch die Schifféshraube im Wasser hervorgerufenen Strömungen kinemato- graphish aufzunebmen. Das Sichtbarmachen der Bewegungen im durchsickchtigen Wasser erfolgt an der Oberfläche des Wassers durch Bärlappsamen, im Innern dur befonders vorbereitete, im Wasser schwebende Sägespäane. Der Gang der Strömungen konnte fo in seinen feinsten Einzclheiten sihtbar gemacht werden mit dem Erfolge für die Praxis, daß zunähst an Modellen, nämlich eineéteils an clatten, andernteils an in vershiedenem Grade rauh gemachten {chifffförmigen Modellen, die Frage erörtert und einer präzisen Beantwortung entgegengeführt werden konnte, unter welchen Verhältnissen der Widerstand gegen die Schiffsbewegung die geringsten Werte aufweist. Es bleibt durch Versuche in größerem Maßstabe festzustellen, inwieweit nah dem Aehnlichkeitsgeschß die am Modell ge- wonnenen Ergebrisse auf große Schiffe übertragbar sind. Der zweite Teil des Vortracs behandelte die von dec rotierenden Sch:fffs3- \{chraube im Wasser hervorgerufenen Bewegungen. Es ift durch zablreie, von drei vershiedenen Standpunkten aufgenommene Stereogramme gelungen, die Arbeit der Schraube von Viertel- zu Biertelsckunde zu verfolgen. Mit welhem wunderbaren Erfolge für die Erkenntnis der Vorcänge, das wurde am Schluß des Vortrags durch die oben bereits erwähnte finematogravbishe Darsiellung der Schraubenbew-gurg bzw. der von ihr hervorgerufenen Gegenströmungen gezeigt. Zur Fortfübrung der wichtigen Untersuhungen, zu denen die Scbiffbautechniscce Geselishaft sowie die Jubiläumsstiftung der deutschen Industrie namhafte Summen dankenswert beigesteuert haben, bedarf cs, wenn irgend möglich, einer mit allen nötigen Hilfs:nitteln ausgerüsteten Acbeitsstätte für experimentelle Hydrodynamik. „Neuere Metboden und Ziele der drahtlosen Tele- graphie“ hieß das Thema eines darauf von Professor Dr. F. Bra un- Straßburg gehaltenen Vortrages, der sih zunächst mit den bisherigen Formen der von der drahtlosen Telegraphie gebraubten Sender be- \châftigte, um daran anschließend die vom Redner selbft herrührenden scgenannten „gekoppelten Sinder“ zu erläutern. Diese besteben aus zwei Hauptteilen: aus einem Kreise, zusammengesezt aus Lepdener Flaschen und einer Funkenftrecke, der dázu bestimmt ist, die elek- trishe Energie auézuhalten und allmählih an den zweiten Be- standteil, den die Wellen aussendenden Luftdrabt, abzugeben. Diese Anordnung ermöglicht es, in Verbindung mit einer neuen Schaltungs- weise, „Energieschaltung“ genannt, die Grenzen der verwendbaren maximalen Energie bedeutend weiter hinauézurüden. Wesen und Vorzug der Energieschaltung besteht in Zweierlei: einmal in der von ihr gegebenen Möglichkeit, die „Kreise“ als Energiequellen zu verviel- fahen, weil die neue Schaltung das Mittel an die Hand gibt, mehrere Kreise zur gleichzeitigen Funfkenentladung zu bringen ; zum anderen in dem Vorteil, unter Anwendung der Energie- haltung in der besonderen Form der NRingschaltung bei An- ordnung nur eines einzigen Energiekreises mit verbältniëmäßig niedrigen und daber prafktiich leichter herstellbaren Ladespannungen arbeiten zu können. Die Aufgabe, große Kapazitäten zu laden, ist

und die Wirkung der Schiffsshraube auf das"

nah Ansicht. des Redners durch die Verwendung von Resonan;, indukftorien von der Elektrotehnik heute vollständig gelöst. (Alle diz, Darlegungen waren durch anschaulihe, wohlgelingende Experiment begleitet.) Ueber die Abstellung eines prinzipiellen Mange]z der drahilosen Telegraphie verbreitete sich hierauf der Redner aus, führlid. Dieser Mangel besteht darin, daß man meistens nur nag einer Richtung zu \prechen wünscht, aber tatsählich elektrishe Welle; unter Kraftvergeudung nach allen Mugen entsendet. Es ist ein große Aufgabe, die gegenwärtig verzettelte elektrishe Energie auf einzelne Naumrichtungen zu fonzentrieren. Profeffor Dr. Braun bält die Lösung tes Problems nah Analogien in der Optik nicht für un, mögli, wobei er auf die bekannten Herßschen Spiegelversue hinwies. doch gelingt es v‘elleiht auch noch auf anderem Wege, nämli fj gleichzeitiger Anwendung mehrerer in Phase gegeneinander ver, \chobener Strablungsquellen statt einer einzigen. Am Sw{lui seines tinterefsanten Vortrages erörterie der Redner no die Frage nach dem eigentlihen Wesen der Elektrizität uni deren Verhältnis zu anderen Aethershwingungen. Er meint, mz dürfe Licht auch als elektrishe Schwingung betrachten, nachdem # Professor Rubens gelungen, aus der Strahlung glüßbender Kö: per zweifellos eleftrishe Wellen auszusenden. Auch der Nachweis, daß das sihtbare Licht als elektrische Welle aufgefaßt werden mufß;,

|’ vor furzem gelungen, und das Mittel, womit dieser Beweis gefübrt

worden, hat zugleich neue Methoden mikcoffopisher Anschauung gs liefert von einer Feinheit, die weit über die bisherigen Prinzipien Grenzen tes mifrosfkopishen Sebens hinaus1reicht. Diese vom Redner becrührendz Entdefung läßt hoffen, daß von fortgeïeßtem, tieferen Studium der elektris hen Wellen eine heute noch gar nit zu üben sehende Erweiterung unserer Naturerkenntnis zu erwarten ift.

Der Nachmittag brachte noch zwei Vorträge. Es sprach zunätß der Diplom-JIngenieur H. Föttinger- Stettin über „die neuesten Konstruktionen und Versuchsergebnisse von Torsions, indikatoren“. Es ist befanntlih ein viel angewandtes Mittel, diz von cinem Motor gelieferte Kraft dadurch praktisch zu dz stimmen, daß man die als gleihwertig angenommene Kraft mißt, diz den Motor bis zum Stillstande zu bremsen vermaz. Diese Annahme der Gleichvertigkeit i| inden nit genau zutreffend; denn auch die stärkste Shnelldampferwelle if nit afsolut starr, sondern verwindet sich merklih im Betriebe unter der Einwirkung der Drebkräfte. Die wirklihen Drebkräfte großzr Schiffsmaschinen im Verhältnis zu ihren sogeaannten Bremsl[eiftungen zu messen, ist Aufgabe des von dem Redner vor drei Jahren er: funderen, von thm „Torsionsindikator* genannten Apparats. Der mehrfag verbesserte Apparat wird jetzt szitens des Stettiner „Vulkan“ auf dem deutschen Turbinenkreuzer „Lübeck* zur Bestimmung der Leistung einer 10 000 pferdigen Parsons-Dampfturbine und auf einem Schnelldampfer der „Nordseeltnie“ für die Ermittelung der Leistung einer 6000 pfer, digen A E G -Turbine Verwendung finten. Erfolgreiche, längere Zeit fortgeseßte Versue damit liegen bereits von einer 5000 pfecdigen Kreuzermaschine und einer 20 000pferdigen Maschine des Schnell: dampfers „Kaiser Wilbelm 11.“ vor. Sie ergaben 94 9/9 der indizierten Leistung, woraus folgt, daß infolge des Auftretens der Torsiors- \hwingungen die wirkflihen Drehkräste andere als bisher nah der Theorie angenommene find.

Veber „Arbeitsausführung im sieigenden Zeitlobn' spra der Mazinebaumeister Strache- Wilbelm8haven: Die bis berigen Lohnsysteme, Zeitlobn einerseits, Stücklohn anderseits, dur bessere zu ersezen, wird seit langer Zeit versucht. Ersterer gibt ten Arbeiter keinen Ansporn zu fleißigem Arbeiten, leßterer hat den Nad- teil, bei allen solhen Arbeiten, die sh schroer abschägen lassen, die daber leiht zu bhoch abgeshätt werden, auf den Fleiß ungüastiz einzuwirken. Das in Amerika eingeführte gemishte System Zeitlohn und Prämien mildert die Nachteile dei Afkordiystems, obne sie jedo ganz zu beseitigen. Deshalb versuchte man es dort und in England mit einem von Bowan aufstellten Lohn- svystem, bei dem die Lohnsteigerung proportional mit der Zeitersparnië wächst, bei Ersparnis der halben Zeit um die Hälfte, also auf das 14fade. Dieses System ist im Maschinenbaubetrieb des Torpedorefsort in Wilhelmshaven eingeführt. Der Erfolg des 14jährigen Versuchei ift Verbilligung der immer wiederkehrenden Arbeiten um elwa 3% und Steigerung des Tageêverdiensies der Arbeiter um gleichfalls 3 ©/

Die Tagesordnung der Hauptversammlung für den 18. Novemter bringt noch vier interessante Vorträge. vember, findet ein technis{cher Auéflug nah Groß-Lichterfelde- West zur Besichtigung des Königlichen Materialprüfungeamts “der Technischen Hochschule statt.

Statiftik und Volkswirtschaft.

: Die deutsche überseeische Auswanderung im Oktober 1904 und in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

y Es wurden befördert deutsche Oktobe über 19014 1903 Bremen . S 20 Aa «o e D 996 deutsche Häfen zusammen . 2115 3099 fremde Häfen (soweit ermittelt). 589 822 überhaupt 2704 3921. Aus deutschen Häfen wurden im Okioter 1904 neben dea 2115 deutshen Auswanderern noch 18 202 Angebörige fremder Staate befördert ; davon gingen üker Bremen 11 719, über Hamburg 64833.

Zur Arbeiterbewegung.

Neber die gegenwärtige Lage des Ausftands der Klavierarbeiter und die Aussperrung der Tischler (dl Nr. 263 d. Bl.) wurde gestern abend in vier Mitgliederversammlunges des Deutschen Holzarbeiterverbandes Bericht erstattet. Von den as 3. Oktober d. J. in den Ausstand getretenen 1725 Klavierarbeitern d finden sich, wie die „Vos. Ztg.“ mitteilt, noch ungefähr 1200 im Ausstar?.

Etwa 400 Arbeiter baben die Tätigkeit zu den neuen Bedingung! i

N

wieder aufgenommen, während 100 anderweitig eingestellt find. Boa Tischlern sind z. Zt. 891 ausständig, 843 befinden sich in der Aub sperrung Insgefamt sind in ter Holzindustrie in Berlin und in dex Vororten gegenwärtig 4090 Personen arbeitslos. :

Der Betrieb der Waggonfabrik in Gotha ist, der „Frkf. Ztg." zufolge, wegen des andauernden Auéstands eingestellt (vsL Nr. as d. Bl.). Die Fabrik sucht Arbeiter von autwärts ar zuwerben. E

Zur Lohnbewegung der belgischen Bergarbeiter (vgk. Nr. 271 d. Bl.) teilt dieselbe Zeitung mit, daß im Kohlengebiet von Jume! ein erneuter Streik wegen einer fünfprozentigen Lohnerniedrigung au gebrochen sei. Etwa 1000 Mann fetern.

Kunft und Wissenschaft.

Im Kunstgewerbemuseum wird die Ausstellung v? Sißmöbeln, ie das lebhafteste Interesse gefunden hat, am 20. d. geschlossen wecden.

Die beiden folgenden Wochen werden gebraucht werden, um eine ne! Sonderauéstellung einzurichten, die die Kunst im neueren Bu0/ druck umfaßt. Den Anlaß gibt das fünfundzwanzigjährige Bestchen der biesigen Typographisczen Gesellschaft. Für die Agemeinbeit wird die Autstellung von Sonntag, den 4. Dezember, an zugänglich els Während der vorbereitenden Arbeiten findet der Abendbesuh nicht ftatt.

Am Sonnabend, den 19. No- |

Auswanderer im Mort

Berline!

M 292.

Zweite Beilage | zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlih Preußischen Staatsanzeiger.

Berlin, Freitag, den 18. November

Berichte von deutshen Fruchtmärkten.

1904.

E E A T E E E E E A G E E E E E E E L E E E E E E E E E R E E

Qualität

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2

Literatur.

Kurte Anzetgen neu erschienener Schriften, deren Besprehung vorbehalten bleibt.

Die Organisation des Arbeitsnahweises in Deutsh- Land. Von der Universität Straßburg preisgekrönte Arbeit. Von Sarl Conrad. 10 A Leipzig, Duncker u. Humblot.

Zur Wohnungsfrage. Vorträge und Aufsäße Febann es Fus. Mit 28 Abbildungen und 2 Plänen.

ipzig, Duncker u. Humblot. : E

Das gefechts8mäßige Abteilungsshießen der Infan- terie und das Schießen mit Maschinengewehren. Studie ven H. Rohne. 4. Aufl. Mit 7 Abbildungen. 2,25 #4. Berlin M. 12. Grnst Siegfried Mittler u. Sohn.

von Carl 4,60 M

Verdingungen im Auslande.

Oesterreich-Ungarn.

22 November 1904, 12 Uhr. K. K. Staatsbahndirektion Linz: Lieferung von 25 000 kg Stahlabgüsse. Näheres bei der genannten Direktion und beim „Reichsanzeiger“. A

5. Derember 1904, 12 Uhr. K. K. Staatsbahndirektion Villa: Ausführung der Eisenkonstruktionen für den Wagenmontierungsbau ia der Station Knittelfeld. Näheres bei der genannten Direktion und beim „Reichsanzeiger“. l

Spanien.

23. November 1904, 124 Uhr. Gleichzeitig vor den zu ernennenden

Æerdingungskommissionen in Madrid, BarcelonaundCartagena:

Die verkaufte Menge wird auf volle Doppelzentner und der Verkaufêwert auf volle Mark abgerundet mitgeteilt. ten für Preise hat die Bedeutung,

W eizen. j 17,50 16,20 17,20 17,10 17,40 17,70 17,00 16,69 16,70 18,10 18,00 16,70

18,90 19,60

17,50 16,50 17,20 17,69 17,49 18,20 17, LO 16,89 16,70 18,40 18,00 16,80

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16,00 16,50 16,50 17,10 17,10

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16,60 16,40 18,10 17,59 16,60 18,40 18,65 18,60 18 60 18,40 18,80

Keruen (enthülfter Spelz, Diukel, Fesen). h 18,00 18,00

18,60 18,60 18,31 18,50 18,50 16,10 17,00 17,00

Roggen. | 13,49 13,70 12,40 13,60 13,40 13 809 14,10 14,00 13,80 13,60 15,50 14,80 13.90 14,07 14,20 14,80 15,50 14,60 ——

Gerste. 15,50

14,40 14,80 16,00 16,10 14,50 17,30 15,00 13,70

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13,50

14,60 12,80 13,30 13,10 13,60 12,70 13,20 P 12,00 13,60 13,80 13,70 14,00 s 13,30 14 50 15,00 F : 13,50 3,3 14,00

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14.00 1441 14,70 14,70 100

15,25 f 15,35 | 15,50 15,50 14 T “H 14,00 E i

Lieferung von Materialien ¡um Gebrauch für das Arsenal in Cartagena. Voranschlag 78 647,72 Pesetas. Bedingungen bei dem Sekretariat des Verwaltungsrats des Arsenals (Secretaria de la Junta ad- ministrativa del Arsenal) in Cartagena, bei dem zuständigen Ministerium und bei der Marinekommandantur in Barcelona. Näheres in spanisher Sprache beim „Reichsanzeiger.“

98. November 1904, 12 Uhr. Marinehospital in Cartagena (Hospital de Marina del Departamento de Cartagena): Ersay für die während des ersten Halbjahrs dieses Jahres ausrangierten Waäschegegenstände und Kleidungsstücke im Werte von 2773,90 Pesetas. Die Verdingung war bereits für den 3. d. M. ausgeschrieben gewesen. (Val. „Reichsanzeiger“ vom 26. Oktober d. J.). :

10. Januar 1905, 12 Uhr. Generaldirektion der öffentlichen Arbeiten im Ministerium für Ackerbau usw. (Dirección géneral de Obras públicas, Ministerio de Agricultura ete.) in Madrid: Einrichtung und Betrieb einer elektrishen Trambahn (der „Urola- Bahn“) zwischen Azevitia und Zumaya (Provinz Guipúzcoa). Näheres in spanischer Sprache beim „Reichsanzeiger“.

Belgien.

95. November 1904, 11 Uhr. Administration des hospices et secours de la ville, Brüssel: Lieferung von Glas- und Porzellanwaren, Bürsten, Shwämmen, Kohleneimern sowie sonstiger Eisenwaren für das Jahr 1909.

95. November 1904. Hospices civils, 33 Rue Chapuis, Verviers: Lieferung von Stärke, Bier, Kaffee, Zichorien, Bohnen, Erbsen, Reis, Salz, Soda, Zucker, Margarine, Verbandzeug, pharmazeutishen Artikeln, Fleis, Bordeaux- und Malagawein sowie Essig.

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t Der Durchschnittspreis wird aus den unabgerundeten Zahlen berehnet. daß der betreffende Preis niht vorgekommen ist, ein Punkt (. ) în den lezten sech3 Spalten, daß entsprechender Bericht feblt.

12 Uhr. Börse in Brüssel: Lieferung und Weichenbalken aus Stahlschienen. Avis spécial Nr. 319. Eingeschriebene

30. November 1904, von 375 Weichenstangen Sicherheitsleistung 400 Fr. Angebote zum 26. November.

30. November 1904, 12 Uhr. Ebenda: Lieferung von 1000 & Stablsc{ienen Profil Vignole von 52 kg das Meter. Sicherheits- leistung 6800 Fr. Avis spécial Nr. 320. Eingeschriebene Angebote zum 26. November.

Demnächst. Station de Gand-Sud: Bau eines Ableitungs- bassins sowie einer Kanalisation aus Gußeisen und Vertiefung eines Brunnens zu Cortemarck. Sicherheitsleistung 8000 Fr.

Demnächst. Station Mons: Erneuerung der Babnhofsüber- dahung zu Mons. 66 949 Fr. Sicherheitsleistung 5000 Fr.

Demnächst. Börse in Brüssel: Lieferungen für den Betrieb der Belgischen Staatsbabnen. Cahier des charges spécial No. 578. Gummishläuhe und Ringe, gußeiserne Bogen, Röhren, eiserne Ringe, Gasarme usw. 7 Lose.

Demnächst. Ebenda: Lieferung von Schraubeneisen, Blechen, Kolben usw. für den Betrieb der Belgischen Staatseisenbahn. 12 Lose British-Südafrika.

4. Januar 1905. Stadtverwaltung von Johannesburg: Lieferung vcn 210 t Chlorkalk in eisernen Fässern von je 112 engl. Pfund netto Inhalt. Angebote in versiegeltem Umschlag find an den Town Clerk in Johannesburg einzureihen. Die Vorstadt Vrededorp, woselbst die Ablieferung zu geschehen bat, liegt in der Nähe der Fobannesburg, Hauptstation, und die Ablieferung von Waren inner- balb dieser Vorstadt ist in den Eisenbahnfrahten von den Hafenplägyen aus eingeschlofsen. Näheres beim „Reichsanzeiger“.