1856 / 169 p. 4 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Jn Spithead sind gestern über 800 Mann des 1, Jäger=- Corps der british-deutshen Legion aus dem Orient angekommen.

Die Kolonie Neu-Süd-Wales hat zu dem sogenannten pa- triotishen Fonds bis jeyt im Ganzen 65,000 Pfd. beigesteuert.

Viscount Hardinge hat unter dem vorgestrigen Tage einen

Armeebefchl erlassen , in welchem er anzeigt, daß er seine Stelle als: Ober - Befehlshaber niederlegt und daß der Herzog von Cambridge diesen Posten übernimmt. Er spendet in diesem Er-= lasse den britischen Soldaten das glänzendste Lob für die während des leßten Krieges bewiesene Tapferkeit und Hingebung, die in der Kriegsgeschihte Englands unübertroffen dastehe. '

Jn einer Kohlengrube bei Cardiff in Glamorganshire sind vorgestern durchch eine Explosion 110 Personen ums Leben ge-

fommen. | ; L Fránkreich. Paris, 17. Juli. Ein Dekret im „Moniteur

verfügt, daß die Session der Generalräthe in sämmtlichen De- partements, das Seine-Departement ausgenommen, am 25. August beginnen und am 8, September geschlossen werden soll. Der „Moniteur“ meldet: „Der Adjutant General Graf Kissele, Minister der Domainen und Mitglied des Reichsrathes, ist zum Botschafter Rußlands in Paris ernannt worden.‘ Der neue Botschafter ist der áltere Bruder des früheren langiährigen russischen Gesandten in Paris. Der Kriegs-Minister hat, wie im vorigen Jahre, die Anordnung getroffen, daß den Landwirthen, denen es an Arbeitern fehlt, auf ihr Verlangen für die Dauer der Ernte Soldaten zur Verfügung gestellt werden müssen. Der Bau der Musterhäuser zur Unterbringung von Arbeiter-Familien hat auf den dafür vom Kaiser zu diejem Zwede angekauften Grundstücken dieser Tage be- gonnen. Es steht fest, daß die Gendarmerie bedeutend verstärkt wird, und daß das Jnstitut der Feldhüter, dessen Umgestaltung an= befohlen is, in gewissem Grade mit der Geudarmerie verschmolzen

werden soll. 48, Juli, Es heißt, Narvaez werde heute von Paris

abreisen. Spanien. Aus Madrid, den 13. Juli, berichtet die

„Köln. Ztg.“ : Eine tiefgehende Ministerkrisis stand bevor , deren

Veranlassung und Opser der Minister des Junern, Herr Escosura, geworden. Herr Escosura hat nämlich eine Denkschrift verfaßt, in welcher er die Resultate seiner in Alt - Castilien angestellten Nach- forshungen darlegte und die veralteten Parteien als vie Urheber der verübten Verbrechen bezeichnete und die als amtliches Aktenstück der Oeffentlichkeit hätte übergeben werden sollen. Der Geist dieser Schrist und die Angaben in derselben hatten das Un- glück, dem Kriegs - Minister nicht zu gefallen, obglei si Espartero entschieden für die Drudcklegung derselben in der offiziellen „Gaceta“ aussprah. Es kam zwischen den beiden Generalen zu ernsten Erörterungen und vorgestern zu einer ses Stunden langen Diskussion im Ministerrathe. C estern meldete si Herr O'Donnell krank und fehlte in einer Minister-Berathung, die am Tage stattfand, stellte sich aber bei einer anderen ein, welche am Abend gehalten wurde. Er verweigerte der Denkschrift des Herrn Cscosura seine Unterschrift , und da Espartero bei seinem Ausspruche beharrte, gab er seine Entlassung. Die Königin aber verweigerte die Annahme derselben, und wie verlautet , soll sie versöhnend auf den Herzog gewirkt haben. Wie dem auch sei, das Manifest erschien in der heutigen „Gaceta“ niht, und Espar-= tero ließ die beiden Minister des Krieges und des Innern zu sich bescheiden, und machte ihnen begreiflih, daß sie beide ihre Entlassung zu gebeu hätten, und daß es der Königin überlassen bleiben müsse, zwischen ihnen zu wählen. j

Ferner wird aus Madrid, 16. Juli, Abends, berichtet : „Der Aufstand ist vollständig unterdrückt, und im ganzen Lande, mit Ausnahme von Saragossa, herrs{cht Ruhe. Der Anführer der Aufständischen auf den Barrikaden , der ehemalige Stierfechter Puceta, ist gefallen. General Concha hat sich des Thores von Toledo: bemächtigt, und die Einwohnerschaft legk eine der Regierung günstige Gesinnung an den Tag. Gegen Mittag wurden die leßten Reste der Aufständischen, welche si noch in der Stadt herumtrie- ben, zersprengt. Auf dem Sevala-Plaße wurden den Insurgenten 412 Geschüye, die sie erbeutet hatten, wieder abgenommen. Die Königin, der König und O'Donnell haben eine Heerschau über die Truppen abgehalten und sind mit Beifallsrufen empfangen worden. Die Königin hat die Verwundeten besuchtz die Zahl der Todten ist nit erheblich.

Die pariser Blätter vom 17, Juli melden nah Depeschen aus Madrid vom 46ten Abends, daß die - Aufständischen fast ver- \{wunden waren und man nur einigen wenig zahlreihen Banden noch in den Straßen begegnete. Die städtishe Behörde war auf- geló|st und erseyt worden, Die Regierung hatte nah den Débats beruhigende Nachrichten aus Barcelona und Saragossa empfangen z nah dem „Constitutionnel“ aber bestätigt es si, daß zu Saragossa ein sehr ernster Aufstand ausgebrochen war, Die Zahl der Depu- tirten, welche die Regierung auseinandersprengen ließ, wird auf vierzig angegeben.

47, Juli, Nachmittags. Die Ruhe ist vollständig herge- stellt. Die Königin, begleitet vom Marschall O'Donnell, hat heute die Truppen der Garnison Revue passiren lassen. Armee und Volk haben sie mit lebhaften Zurufen empfangen. Morgen wird mit großer Feierlichkeit rie Beerdigung der Soldaten stattfinden, welche bei der Vertheidigung der Ordnung und des Thrones gefallen sind. Die Nachrichten aus den Provinzen sind zufriedenstellend. Espartergo hat sich nach Logrono zurückgezogen. .

Griecbenland. Athen, 12. Juli. “Der Finanzminister wird dem Vernehmen nach zurücktreten, als sein Nachfolger wird Herr Theokari oder Kalifrona bezeichnet. Auch der Senat adoptirte die Pension für den ehemaligen Ministerpräsidenten Maurokordatos,

Türkei. Konstantino pet, 11. Juli. Von Franzosen befinden sich etwa nur 15,000 Mann, von Engländern kaum 4000 Mann noch in der Levante. Das Lager bei Maslak ist theil- weise schon abgebrochen. Große englische Heumagazine sind in dreitägigem Brande aufgegangen. Die polnische Legion unter Zamoyski wird aufgelöst, Dienstanerbietungen englischer Offi- ziere sind von der Pforte abgewiesen worden. Die Schifffahrt nach dem Schwarzen Meere ist fortdauernd lebhaft, Die zweimalige wöchentlihe Verbindung mit Marseille wird eingestellt, dagegen eine wöchentliche Schnellfahrt eingeführt. Der französishe Gene- ral-Konsul für Odessa, Hr. Desvoisins is auf seinen Posten ab- gegangen. Die türkischen Truppen haben die Donaufürstenthümer völlig geräumt. :

Fürst Alexander Karagjorgjewitsch von Serbien hat eine

Proclamation erlassen, in welcher es heißt: «Es is} Euch, meine geliebten Brüder, bekannt, daß nach den stür- mischen und kriegerischen Ereignissen, die fast drei Jahre lang dauerten, und die, Gott sei es gedankt, bloß durch Eure Bürgertugenden glüdcklich und ohne Störung an uns vorübergegangen , in der Hauptstadt Frank- reichs am 18. März (30. März n. St.) dieses Jahres zwischen allen Großmächten Europa's der Friede geschlossen wurde. Dieser gesegnete Friede, darob sih ganz Europa erfreut hat, hat auch uns süße Früchte und dauernde Bürgschaften für unsere Zukunft gebraht. Unterm 5ten (17.) dieses Monats habe ih von der hohen Pforte den mir amtlich zugesandten Friedens - Vertrag erhalten: in den Artikeln 28 unh 29 dieses Vertrages twerden unsere durch die bisherigen großheërlichen Hats verlichenen Rechte und Privilegien aufs Neue bee stätigt und fortan unter die vereinte Garantie aller hohen kontrahirenden Mächte gestellt. Ueberdies hat unser allergnädigster Sultan im Verein mit den übrigen hohen kontrahirenden Mächten in den Artikeln 17 und 18 uns das Recht zu verleihen geruht, daß auch Serbien und die zivei anderer Donau-Fürstenthümer, die Walachei und Moldau, ihre Kom- missare zu der permanenten Kommission abordnen, welche wegen Negu- lirung der Schifffabrt der Donau zusammentreten und aus Abgesandten der hohen Pforte, Oesterreichs, BVaierns und Württembergs zusammen- geseht sein wird. Die hohe Pforte hat mir schriftlich mitgetheilt, daß i einen Kommissar wählen und im Sinne des gedachten Traktats die Wahl zur hohen großherrlichen Bestätigung vorlegen soll, was auch ge- \chehen ist.

=* Damaskus, 19. Juni. Fortwährend laufen beunruhigende Gerüchte über dic feindlihe Stimmung der Anhänger des abgeseß- ten Sherifss von Mekka gegen die Regierung ein. Am 16. Juni ist die diesjährige Karavane, 3350 Köpfe zählend, nah Mekka ab- gegangen.

Beirut, 29. Juni, Sowohl die Griechen als die Drusen

LJ

und Maroniten sträuben sich gegen den Militairdienst.

Amerika. New-York, 5, Juli. Der zur Prüfung der Angelegenheiten von Kansas Seitens des Kongresses ernannte Aus\{uß i nah Washington zurückgekehrt und hat daselbst am 4. d. M. seinen Bericht abgestattet. Es ist dies der Bericht der Mehrheit, Auch ein Bericht der Minorität wird vermuthlich nicht ausbleiben, und man glaubt, daß derselbe günstig für die Missouri-

Eindringlinge und für die Regizrung lauten werde. Folgendes if

der Schluß des Majoritäts-Berichtes:

Der Ausschuß berichtet folgende Thatsachen und Schlüsse als die Resultate der Zeugen-Aussagen :

1) Alle unter dem organischen oder angeblichen Territorialgesetze im Territorium Kansas stattgehabten Wahlen sind durch organisirte Jnva- fionen aus dem Staate Missouri durchgeseßt worden, durch welche das Volk des Territoriums verhindert wurde, die ibm durch das organische Geseß gesicherten Rechte auszuüben.

2) Die sogenannte Territorial-Legislatur war eine rechtswidrig fon- stituirte Körperschaft, der feineswegs die Befugniß zustand, rechtskräftige Gesege zu erlassen. Jhre Beschlüsse find deshalb null und nichtig.

3) Diese sogenannten Gesetze sind im Allgemeinen nicht zum Schußé der Person und des Eigenthums, oder zur Bestrafung des Verbrechens, sondern zu rechtswidrigen Zwecken benußt worden.

4) Die Wahl , kraft welcher der sizende Abgeordnete , John W. Whitfield, seinen Siß inne hatte, erfolgte nicht in Gemäßheit cines rechtsfkräftigen- Gesezes und kann nur als der Ausdruck der Wahl jener ansässigen Bürger (resident citizens) betrachtet werden, welche für ihn stimmten,

5) Die Wahl, kraft welcher sein Nebenbuhler, Andrew H. Needekt, seinen Sig beansprucht , war feine gesehmäßige und darf nur als der

i 1395 Ausdruck der Wahl jener ansásfigen Bürger betrachtet werden, welche Posen, 18. Juli, Die Roggen - Ernte in der Umgegend Pofens für ihn stimmten. ; hat begonnen und wird vom Wetter begünstigt. Auch neue Kartoffeln 6) Andrew H. Needer erhielt eine größere Anzahl von Stimmen ans - werden seit 14 Tagen in reichliher Menge auf den Markt gebracht, und sásfiger Bürger, als John W. Wöhitfield. haben den Preis shon fast um die Hälfte herabgedrückt. Ueberall steher. 7) Bei der gegenwärtigen Lage des Territoriums kann keine billige | die Felder vortrefflich, und weder das Kraut noch die bis jeyt geernteten Wahl gehalten werden, ohne eine neue Volkszählung, ein strenges und | Kartoffeln zeigen Spuren von Krankheit. (Pos. Z.) gewissenhaft gewahrkes Wablgeseß, die Ernennung unparteiischer Richter L und die Anwesenheit von Truppen der Vereinigten Staaten an jedem Mahlplaße. 8 Bie vor Vildung der Staats-Regierung von dem Volke des Terri- toriums vorgenommenen Wahlen waren so regelmäßig, wie die gestörte Ruhe im Territorium es gestattete, und die Verfassung, welche in Folge ; i der besagten Wahlen zu Stande kam, drüuckt den Willen der Majorität (Die Eintheilung des preußischen“ Staats für den des Volkes aus. Da es nicht Sache des Ausschusses ist, Abhülfemittel | Bergbau.) [V. Der Westfälishe Haupt-Berg-Distrikt. Nicht für die im Territorium Kansas ausgebrochenen Unruhen anzurathen, so | Fans Westfalen wird von diesem Haupt-Berg-Distrikt umfaßt; die Siegen- begnügt er fich mit der vorstehenden Darlegung des Sachverhaltes. schen Berge und der südliche Theil des Regierungsbezirks Arnsberg Üüber- Mr. Herbert, Kongreß-Mitglied für Californien, welher einen | haupt sind dem Rheinischen Haupt - Berg - Distrikte zugewiesen, wogegen Kellner ‘in Villard's Hotel tödtete, wird unter der Anklage des LaR Her. Ens, M an, Regier nag eee L E ise ; j i ( : e ichen Theile der Kreise Mordes vor Gericht gestellt werden. L Düsseldorf und Elberfeld zum westfälischen Haupt - Berg- Distrikte gelegt Quebec, 5. Juli. Am 1sten d. M. prorogirte zu Toronto | wurden. Jn den Kreisen Düsseldorf und. Elberfeld bildet die Chaussee der General. - Gouverneur das canadische Parlament bis zum 9ten | von Düsseldorf nah Barmen die Grenze dieser Haupt-Bergamts-Distrikte. August. Do E a ile seinen Siß zuerst in Wetter, dann Asien. Bombay, 10, Juni. Nach den lepten Berichten | jet besnbet- Von diesem Ober -Bergamt ressortiren außer ben für die qus Auhd is dort ein Konflift zu erwarten, da der Radscha von | beiden Staats-Salinen bestellten besondern Salz-Aemtern zu Königsborn Tuhlsipur , einer der Vasallen des Ex-Königs, sih weigert, der bei Unna und zu Neusalzwerk bei Minden, das Märkische Bergamt ostindischen Compagnie den bisher von ihm bezahlten Tribut zu | zU Bochum, das Essen-Werdensche Bergamt zu Essen und

entrihten, seinerseits Zwangs-Contributionen von den Dörfern sei- | das Tecklenburg-Lingensche Bergamt zu Jbbenbühren. Das nes Bezirks erhebt und seine streitbare Mannschaft vermehrt hat. Märkische Bergamt zu Bochum, das früher in Hagen, dann in Wetler Jn Folge davon sind drei Jnfanterie-Regimenter, ein Kavallerie- [Ou L hatte, umfaßt zur Zeit Theile der Regierungs -Bezirke Arns- Regiment und drei Geschüße zur Verfügung des britischen Com- M Bo Münster, nämlich von- Arnsberg die Kreise Hamm, Dortmund missairs Herrn Wingfield , gestellt worden und man glaubte, daß und Bochum ganz und die nördlichen Theile ber Kreise, Soest, Heran

, / , , und Hagen, und vom Regierungs - Bezirk Münster Alles, was diesseits

Gewerbe- und Handels-Nachricten.

diese Truppen zunächst das Fort Kunda, die Haupt-Position des | der Chausseen von Münster nah Warendorf einer- und von Münster Radscha, angreifen werden. Der Ex-König von Auhd befindet sich | über Dülmen und Haltern nah Dorsten Mie gelegen ist. E noch in Calcutta und es scheint ihm bis jeßt nicht gelungen zu | Bergamt zu Essen begriff den zum Westfälischen Haupt - Bergdistrikt ge- sein, das Geld zur Reise nach England aufzubringen.

legten Theil des Regierungsbezirks Düsseldorf und den Theil des. Regie- rungsbezirkfs Münster, der jenseits der Straße bon Münster über Dülmen nah Haltern und Dorsten gelegen ist. Endlich das Bergamt. zu Jbben- bühren enthält den ganzen Regierungsbezirk Minden und denjenigen Theil des Regierungsbezirks Münster, welcher nördlich von der Münster-

London, Freitag, 18. Juli, Nachts. (Wolffs Tel. Bur.) | Warendorfer Chaussee gelegen ist. Das Bergamt zu Jbbenbühren, dessen spezieller Leitung zur Zeit der Steinkohlen - Bergbau des Staats bei

In heutiger Sihung des Unterhauses verweigerte Palmer s on f 4 / ? Sie De! i i ; i ¡ L U ckY D V - über die weitere Verwendung der Fremdenlegtion Auskunft zu er- L er U übrigens, wie wir hören, in Bälde sei theilen. al T i ar ay Ta g dp iat f (arr N Jm Oberhause erklärte Panmure, er werde am Mo itage | die Rheinprovinz mil usnahme der oben genannten, dem Westfälischen

Bo ; , - j + Haupt- Berg- Distrikt zu eiviesenen Theile des Regierun sbezirks Düssele- mittheilen, was in Bezug des Berichts über die Krim-Untersuchung | dorf und bin “l Buavinz ey diejenigen Theile es Nogierungs- welcher bereits der Königin vorgelegt ist, geschehen solle. Bezirks Arnsberg, die dem Bergamts - Bezirk Bochum nicht überwiesen find. Das Ober-Bergamt des Rheinischen Haupt-Berg- Distrikts hat

seinen Siß zu Bonn, Von diesem Ober-Bergamt ressortiren außer: den zur Verwaltung einzelner Staatswerke besonders bestellten ‘Aemtern zu Sayn bei Coblenz und zu Münster am Stein bei Kreuznach und ‘den ‘zur Verwaltung einiger standesherrschaftlichen Werke besonders ‘eingesehßten Uemtern, als dem Fürstlih Wied'schen zu Neuwied und dem Gräflich Wildenburgishen zu Friesenhagen , das Bergamt Siegen für den

Ein interessantes Beispiel, wie Gewerbe und Bodenkultuxr sich | rechtsrheinischen Theil des Ober-Bergamts-Distrifts, das Bergamt zu gegenseitig fördern, bietet die Glasfabrik Neufriedrichsthal im Düren für den auf der linken Rhein- und linken Moselseite belegenen Regierungs - Bezirk Bromberg. Bei dieser Fabrik, deren Geschäfte sih | Theil des Distrifts und das Bergamt Saarbrüdcken für den auf der immer mehr erweitern, wird auch die Korb lechterei in ausgedehntem linken Rhein- und rehten Moselseite belegenen Theil dieses Haupt-Berg- Maße betrieben. Cie dort gefertigten Flaschen nämli werden mit | Distriktes. An Staatswerken stehen unter der speziellen Leitung des Weidenruthen umflohten und bon dem Besißer der Fabrik, der zugleich Bergamts Siegen 3 Eisensteingruben bei Horhausen, 3 Erbstollen und die einen sehr bedeutenden Ausfuhrhandel mit geistigen Getränfen nach | Metall- und Stahblhütte zu Lohe, unter der speziellen Leitung des Berg- übersceifchen Staaten betreibt, bei diesem Geschäft verwendet. Hierdurch. | amts zu Saarbrücken stehen die wichtigen Steinkohlenwerke des Staates finden nicht allein viele Arbeiter eine lohnende Beschäftigung, son- zwischen Neunkirchen, Saarbrücken und Saarlouis. dern es wird auch der Grund und Boden der dort gelegenen Wiesen Von dem Ober-Bergamt zu Bonn wird vorläufig auch der Bergbau und Torfflächen dur den Anbau der Weidenruthen bis zu Erträ- | in den Hohenzollernschen Landen beaufsihtigt, so weit die be- gen von 40 bis 50 Rihlr. der Morgen verwerthet. Auch werden dort treffende Angelegenheit nicht, wie die Verwaltung dieser Lande überbaupt, dur den bekannten Civil-Jngenieur, Direktor Milch aus Brüssel, Darren- | in den Nessort des Finanzministeriuums gezogen worden ist. Als nächste mit Luftheizung zum vollkommenen Trocken des Torfes angelegt, welcher Auffichtsbehörde fungirt in diesem Landestheile die oberste Behörde dessel- als Surrogat des immer mehr im Preise steigenden Holzes beim Betriebe | ben, die Regierung zu Sigmaringen. ü der Glas-Fabrication verwendet werden soll. Diese für die Feuerung Die Bergämter sämmtlicher Haupt - Bergdistrikte haben, nächst -den mit Torf äußerst wichtige Einrichtung wird auch für den Hausgebrauch ibnen speziell überwiesenen Aufgaben, die Oberaufsicht über den -Privat- bereits nachgeahmt und gewährt ein“ gutes und billiges Heizungsmaterial. | Bergbau ihres Bezirkes. Nicht alle Vergwerke des Landes stehen jedo Ein Pfund Torf, der auf diese Weise vollkommen trocken gedarrt ist, hat, | unter dieser Oberaufsicht, #o namentlich nicht die Gewinnungen- bon Eisen- nah den gemachten Erfahrungen, die Heizkraft von einem Pfund trockenen | erz in Schlesien, der Steinkohlenbergbau in der Standesherrschaft Plesz Buchenholzes, und 1500 Stü solchen Torfes werden einer Kiafter Kie- | und einige minder bedeutende Betriebe auf privilegirten Territorien. Von fernholz gleichgeahtet. Da nun die Klafter Kiefern-Brennholz 3 bis | diesen Werken, so wie von den nicht von der Bergbehörde ressortirenden 6 Thaler kostet, 1000 Stü gedarrten Torfes aber im Allgemeinen für | Hüttenwerken und Privat - Salinen überhaupt, werden die erforderlichen 1 bis 15 Thaler zu beschaffen jind, so unterliegt die Wichtigkeit dieser | Nachrichten durch die Landräthe und Bezirks - Negierungen eingezogen Darr-Methode, welche sich in Hauswirthschaften wie Fabriken ohne be- und unmittelbar an das Ministerium für Handel, Gewerbe und öffent- deutende Kosten anwenden läßt, keinem Zweifel. (Pr. C.) liche Arbeiten befördert. :

Düsseldorf, 16. Juli. Seit vergangenen Sonntæg hatten wir ©as Königlich belgische Ministerium der öffentlichen Bauten, zu fortwährend trockenes warmes Wetter, das nur heute Mittag durch einen dessen Nessort die Verwaltung der Staatsbahnen gebört, hat den ‘Relsen- ziemlich heftigen Gewitterregen unterbrohen wurde. Man ist mit dem | den, welche ‘eine Vergnügungs8reise an die Rheinufer dur ch Mäben des Noggens beschäftigt, und machen vereinzelte Klagen über | Franfkreich und Belgien machen wollen, Fahrbillette zu ermäßigten Faulen des Roggens in den Aehren durchaus feinen Eindruck, da der | Preisen zur Verfügung gestellt. - Die Villette werden nur für Wagen Ertrag der Aernte im Ganzen, wie man mehrseitig hört, sogar unter- -| erster Klasse ausgegeben und haben für alle ge während eines ganzen {äßt worden ist. Die Kartoffeln stehen hier ausgezeichnet und sind so | Monats Gültigkeit. Die Reiseroute ist auf Paris, Douai, Amiens, massenweise an Markt gebracht, daß sich der Preis auf 15 Sgx. pro Straßburg, Nancy, Baden-Baden, Weißenburg, Mannheim, Darmstadt, Meße stellte; einzeln auftauchende Klagen über Kartoffelkrankheit machten | Frankfurt, Mainz, Bonn, Ludwigshafen, Köln, Aachen, Pepinster, Spaa, bei der Ergiebigkeit- der Aerndte und der Mehlhaftigkeit und Güte der Lüttich, Brüssel ‘und Namur berechnet. Als Auszangspunkte sind Lüttich, neuen Kartoffeln keinen Eindruck. Brüssel oder Namur gestattet, Der Preis des' Villets für die Tour dur

Landwirthschaft.