1856 / 172 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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unter Nummer 1, 4 und 5 vorgeschriebenen Fällen eine Auflösung der Bank nur eintreten, wenn der Verwaltungsrath den Antrag dazu stellt und in einer, den Zweck darlegenden Bekanntmachung eine General- Versammlung nach Vorschrift der Statuten berufen worden ist. Die Auflösung findet aber dabei nur dann statt, wenn mindestens zwei Drittel der anwesenden Actionaire für die Auflösung der Bank stimmen und die- ser Beschluß die landesherrliche My erhält. 6

Die eingelösten Noten sind unter Aufsicht des Kommissars dex Königlichen Regierung zu vernichten und dies mittelst eines gerichtlish oder notariell aufzunehmenden Dokuments , in welchem die Noten nach Nummern genau bezeichnet sein müssen, zu beurkunden.

Die Beträge der nicht eingelösten oder präkludirten Noten werden nach näherer Bestimmung des Verwaltungsrathes zu mildtbätigen Zwecken verwendet.

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Nach beendigtem Liquidationsgeschäft isk etne General-Versammlung

von dem Verwaltungs8rathe nah den im gegenwärtigen Statut Ur Dig

Convocation gegebenen Vorschriften zum Zweck der Vorlegung der Schluß- rechnung und Ertheilung der Decharge zu berufen. Die von den in | dieser Versammlung anwesenden, niht zur Verwaltung gehörenden Ac- | tionairen ertheilte Decharge befreit sämmtliche Verwaltungs - Vorstände | dieser Bank, den Actionairen gegenüber, von allem und jedem ferneren Nachweis, so wie von jedem Anspruche wegen der erfolgten Liquidation. Eine gleiche rechtlihe Folge tritt ein, falls in der General - Ver- | sammlung kein bei der Verwaltung unbetheiligter Actionair erschienen

ist und sich dieser Fall in einer zweiten, eigends zu diesem Zwecke be- rufenen General-Versammlung wiederbolt hat.

Zur Decharge der Verwaltungs-Vorstände durch die General - Ver- | sammlung im Falle der Liquidation des Geschäfts ist jedoch jedenfalls |

eine Stimmen - Mehrheit von drei Vierteln der vertretenen Actien er-

orderlich. | 9 §. 64.

So weit dieses Statut nicht abweichende Bestimmungen enthält, fin- den die Vorschriften des Gesehes vom 9. November 1843 „über Actien- |

Gesellschaften“ auf dïe Magdeburger Privat-Bank Anwendung. Tit M. Von der Oberaufsicht des Staates. 69.

Zur Wahrnehmung ihres Ober-Auffichtsrehtes ernennt die Staats- | Regierung einen Kommissar, welcher befugt ist, allen Sizungen der Di- | rection und des Verwaltungsrathes ohne Stimmrecht beizuwohnen, so | wie von allen Büchern und Scripturen der Gesellschaft jederzeit Einsicht |

zu nebmen, auch die Organe der Gesellschaft gültig zusammen zu berufen. Er hat sorgfältig darüber zu wachen, daß die Vorschriften des Statuts in allen Punkten zur Ausführung gelangen. Der Staat ist für die Operationen der Bank nicht verantwortlich. A.

Quittunag über die auf die Actie der Magdeburg

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hat Einhundert Thaler im 21 Guldenfuße eingezahlt.

Nach völliger Einzahlung von Fünfhundert Thalern im 21 Gulden- | fuße wird dem rechtmäßigen Besißer dieses Quittungsbogens, gegen Rück-= |

gabe desselben, die mit obiger No. .... bezeichnete, auf den Namen des Jnhabers lautende Actie überliefert. Magdeburg, den Für die Magdeburger Privat-Bank. Die Aeltesten dex Kaufmannschaft zu Magdeburg. N. N. N N. N N,

) | |

B. Formular der Actie. Magdeburger Privat - Bank, gegründet durch notariellen Vertrag vom... bestätigt durch Königliche Kabinets-Ordre vom...

Bank-Actie M E über Fünf Hundert Thaler Preussìisch Courant.

Der N. N. (Stand, Wohnort) hat den Betrag dey Actie F …….……….... mit Fünf Hundert Thalern geleist | und alle statutenmäßigen Rechte und Pflichten dadurg ! erworben. :

Magdeburg, den Der Verwaltungs-Nath. :

Dieser Actie sind auf 5 Jahre Dividendenscheine , auf jeden Jnhaber lautend, nebst Talon beigegeben , welde nach Ablauf des leßten Jahres durch neue erseßt werden, Eingetragen zub: Volz ie ie ard: des Negisters.

1) Das Anrecht auf umstehend bezeichnete Actie M... cedire an .

Werth erhalten. den (Unterschrift.) Genehmigt. Magdeburger Privat - Bank. N N. N N.

(wie vorstehend )

2) Auf die obenerwähnte Actie An, FeuNer T: «6 15 im 21 Fl© Fuße eingezahlt worden.

Magdeburg, den Magdeburger Privat-Bank. (Unterschriften.)

3) (wie vorstehend.)

4) desgl,

1) Das Anrecht auf umstehend bezeichnete Actie F cedire Werth erhalten.

den; (Unterschrift) Genehmigt. i Magdeburger Privat - Bank. N N, N,

2) Das Anrecht auf umstehend bezeihnete Actie Fe cedire Werth erhalten.

nterschrift. Genehmigt. Ee) Magdeburger Privat - Bank. N N. N,

desgl. Me | |

C.

Formular des Dividendenscheins. 1) D ide n den Gen zu der Actie AZ der Magdeburger Privat-Bank, ' Der Jnhaber dieses Scheins erhält gegen dessen Rückgabe aus der

Kasse “der Magdeburger Privat - Bank diejenige Dividende ausgezahlt,

welche durch öffentlihe Bekanntmachung des Directorii der Bank für das Jahr festgeseßt werden wird. Magdeburg, den Magdeburger Privat - Bank, (Stempel.) Der Verwaltungsrath. Der Rendant. 2) (wie vorstehend) 3) desgl. 4) desgl. 9) desgl. Magdeburger Privat - Bank. Antwoeisung zum Empfange der zweiten Serie der Dividendenscheine zur Actie S L. 2

Jnhaber empfängt am : ÿ. der Statuten am Size der Gesellschaft die 11, Serie der Divi |

| dendenscheine zur vorbezeichneten Actie.

Magdeburg, den Der Verwaltungsrath,

Minisierium für Haudel, ewerbe uud öffentliche Nr‘: eiten.

Der bisherige Königliche Eiseubahn-Haupt-Kassen-Buchhalter Heinrich Utermann ist zum Königlichen Eisenbahn - Büreau- F

Vorsteher ernannt und als solcher bei der Königlichen Eisenbahn- Direction zu Elberfeld angestellt worden.

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Angekommen: Der Chef des Ministeriums für die land- wirthschaftlichen Angelegenheiten, Freiherr von Manteuffel, vol Dirschau, (

Der Erb-Küchenmeister in Alt-Vorpommern, Kammerherr Or von Schwerin, von Shwerinsburg.

Abgereist: Se, Hoheit der Herzog Wilhelm vok Mecklenburg-Schwerin, nah der Provinz Preußen.

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gegen diese Anweisung nah |

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Nictramtliches.

reußeu. Stettin, 23. Juli. Das Post - Dampfschiff g E Adler“, aus Kronstadt am 19ten d. M. abgegangen, i hier gestern Mittags 11 Uhr mit 96 Passagieren eingetroffen.

Düsseldorf, 22, Juli. Die Stadtverordneten-Versammlung hat von dem ihr dur die neue Städte-Ordnung verliehenen Rechte den Gebrauch gemacht, daß sie in ihrer Sipung vom S8ten d. Sr, fónigl. Hoheit dem Prinzen Friedrich und Sr. Hoheit dem Fürsten von Hohenzollern - Sigmaringen das Ehren- hürgerrecht der Stadt Düsseldorf verliehen hat, Die betreffenden Diplome wurden den hohen Ehrenbürgern am gestrigen Tage über= reiht und von denselben huldvoll entgegen genommen. (Düsseld. Zeitung.) | E. e s)

achen. Koburg, 21. Juli. Wie die neueste Nummer des Fe irggebiaties mittheilt, hat das Staats - Ministerium die Wahlen zu dem noch in diesem Jahre verfassungsmäßig zu berufen- den neuen Landtage angeordnet und es sollen deshalb sofort durch die Kommunalbehörden die Ortswahlbehörden gebildet werden,

Nassau. Wiesbaden, 21. Juli, Ju der heutigen Sißung der Zweiten Kammer rechtfertigte der Abg. Braun den von ihm gestellten Antrag 1) wegen Refor m der Bu ndesverfassung (namentlich durch Herstellung einer kräftigen und einheitlichen Bundesregierung, Vertretung der Nation bei derselben; Beseitigung des Erfordernisses der Stimmeneinhelligfkeit, besonders bei sog. „ge- meinnüßigen Anstalten“; Errichtung eines Bundesgerichtshofes ) und 2) wegen Reform durch den Bund (namentlich einheitliche Regelung von Münze, Maaß und Gewicht; gemeinsame Geseß- gebung über Heimaths=, Niederlassungs- und Gewerbeberechtigung z ein allgemeines deutsches Handelsgeseßbbuch ; normative Bestimmun= gen über den Civilprozeß, besonders gegenseitige Vollstreckbarkeit der Urtheile), in einem ausführlichen Vortrag. Seitens der Re= gierung erklärte man sich für den zweiten und gegen den ersten Theil des Antrages. Nach einer längeren Debatte wurde die In- hetrachtnahme, mit allen Stimmen gegen eine, beschlossen und eine Kommission zur baldigen Begutachtung gewählt. (Mittelrh. Z.)

Frankfurt, 19. Juli. Jun der Bun destags=-Sipung vom 17. d. Mts. ließen mehrere Regierungen im Vollzuge des am 14, Februar l. J. gefaßten Beschlusses anzeigen, daß sie es nit für angemessen erachten, die zur Verhinderung des Nachdrucks bestehenden bundesgeseßlichen Bestimmungen zu dem Zwecte einer Modification zu unterwerfen, um den in öffentlichen Blättern auf- genommenen telegraphischen Nachrichten Schuß gegen Nachdruck zu gewähren ; eine Regierung ließ aber ihre Geneigtheit, auf tes- fallsige Verhandlungen einzutreten, für den Fall kund geben, daß ih die Mehrheit hierzu bestimmt finden sollte, wenngleich sie die Zweckmäßigkeit undAusführbarkeit derartiger Maßnahmen bezweifelt.

Nach Antrag der Militair - Kommission genehmigte die Ver- sammlung die Vornahme ausgedehnter Schießversuche aus den Ge= {hüßen einer Bundesfestung und wies die hierzu erforderlichen Mittel an. Sie gewährte ferner einem vormaligen Bediensteten der deutschen Flotte, dessen Erwerblosigkeit und Hülfsberürftigkeit zu= reichend nachgewiesen worden war, eine weitere Untersiüßung.

In der Re.lamationssache der im Königreiche Württemberg begliterten Standesherren wegen Beeinträchtigung ihres Rechtszu= standes sind, in Folge des Bundesbeschlusses vom 25, Oktober vo- rigen Jahres, seither Vergleichs-Unterhandlungen zwischen Vertre- tern der Königl, württembergischen Regierung und dem Bevoll= mächtigten der Herren Reklamanten gepflogen morden, und es haben dieselben zum Abschlusse einer Uebereinkunft gesührt , - welche eine defriedigende Erledigung der Sache in Aussicht stellt und welche von Seiten der Standesherren bereits ratifizirt worden is, zur Zeit aber der Genehmigung der Königl, Regierung noch entgegensiebt. Diese Uebereinkunft is nun von dem Bevollmächtigten der Herren Reklamanten vorgelegt worden, und es bes{chloß die Versammlung, dessen Eingabe der Königl. württembergishen Regierung mit dem Ersuchen zuzustellen, ihre hierauf bezügliche Erklärung in Bälde Me lassen eei s L én aeN Sen

wischen der freien Stadt Frankfurt und den deutschen Rhein= Ae en bezüglih des Anspruhs der ersteren auf eine subsidiaire Rhein-Octroi-Rente Differenzen, zu deren Verhandlung und Entscheidung das austrägalgerichtliche Verfahren eingeleitet ist, Der Fürst und Altgraf von Salm-Reiferscheid-Dyk, welcher einen Antheil an gedachter Octroi - Rente beansprucht, hat gebeten, ihm die Geltendmachung seiner desfallsigen Rechtszuständigkeiten und Ansprüche in dem eröffneten Austrägal - Verfahren - zu gestatten, Und es hat die Bundesversammlung beschlossen, zunächst die Re- gierungen der betheiligten Rheinuferstaaten um ihre Erklärung über diesen Antrag zu ersuchen. Aus Anlaß einer neuerlichen Vorstellung des genannten Herrn Fürsten beschloß die Versamm- lung, demselben den Jnhalt der bisher eingegangenen zustimmenden rflärungen zu eröffnen, die mit ihrer Aeußerung noch- rückständige höhste Regierung aber um deren baldige Abgabe zu ersuchen.

Die Reclamations-Kommission zeigte an, daß sie abermals eine formell. und materiell zur Berücksichtigung nicht geeignete Privat=-

Eingabe zurückzelegt habe, und der Ausshuß für Militair-Angele- genheiten erstattete zwei Vorträge, auf welhe zurückzukommen man sich vorbehält, wenn die Abstimmung über dieselben erfolgt sein wird. (Fr. Bl.)

Schweiz. Bern, 19, Juli. Die Bundesversammlun heute die Anträge des Bundesraths : a) die Besoldung V e zerischen Geschäftsträgers in Paris von 24,000 auf 32,000 Fr. zu erhöhen, b) die Besoldung des Geschäftsträgers in Wien auf 18,000 Fr. festzuseßen, c) dem General-Konsul in Washington für Kanzlei-Auslagen 500 Fr. zu vergüten, in der Art genehmigt, daß bei Paris die Besoldung auf 36,000 Fr., mit vollkommener Spor= telfreizeit für alle Shweizer festgestellt worden is, wona die beiden andern Anträge ecinfach angenommen wurden.

_Velgien, Brüssel, 21, Juli, König Leopold hielt heute

Mittag von Schloß Laeken aus seinen Festeinzug in unsere Stadt, An der Porte de Lacken wurde er vom Bürgermeister de Brouckere und den Schöffen der Stadt empfangen und hörte die Rede des ersteren mit so sichtlicher tiefer Rührung an, daß er mehrfach ge= nöthigt war, mit dem Schnupftuche über die feuchten Augen zu sahren. In seiner Antwort, die er vor innerer Erregung kaum hervorzubringen vermochte, erwähnte er die Seltenheit einer solchen JZubelfeier und pries den guten Sinn, wie die Weisheit des bel- gischen Volkes, welche durch so manche Wechselfälle des Schicksals das Land fortwährend auf der Bahn des Fortschritts und der Wohlfahrt gehalten hätten. Der Zug des Königs nahm denselben Weg, der bei seinem Einzuge in Brüssel im Jahre 1831 einge- schlagen ward. Diesmal ritten jedoch seine beiten Söhne ihm zur Seite und solgten in prachtvollem sechs\pännigen Wagen die Prinzessin Charlotte, seine Tochter, und die Herzogin von Brabant, Ange- fommen auf der Place Royale, ward der Zug von den noch übri- gen Mitgliedern des 1830er Kongresses in Empfang genommen und bis an die Place St, Joseph geleitet, wo die Hauptfeierlihkeit des Tages stattfand, Der Königliche Zug langte um 2 Uhr 20 Minu- ten bei dem vor dem Place St. Joseph errichteten Ehrenbogen an, und ward daselbst der König von den Ministern empfangen und zu Tuß an den Thron geleitet. Sobald er angelangt war, wurden ihm vom Senat und der Repräsentanten-Kammer in corpore die Adressen überreicht, von denen bereits gesprohen und auf die der König folgende Autwort ertheilte: _— nHerr Präsident des Senats! Herr Präsident der Nepräsentanten- Kammer! Jch bin tief gerührt von den edlen Gefinnungen, die Sie in zugleich so herzlicher und so erhabener Sprache aus8gcdrückt haben. Jch glaube bei diesem feierlihen Anlasse an einige Stellen der Nede vom 21. Juli 1831 erinnern zu dürfen: „Jch habe die Krone, die Sie mir dargeboten haben, nur in der Absicht angenommen, eine eben so edle als nüßliche Aufgabe zu bollführen die nämlich, berufen zu sein, die Justi- tutionen eines. hohberzigen Volkes zu befestigen und seine Unabhängig- keit aufceht zu erhalten.“ Die Vollführung dieser großen Aufgabe ftieß auf zablreihe Schwierigkeiten. Die eben erst errungene Unabhängigkeit dieses guten Volkes stellte sih wie ein Problem hin vor das mißtrauende und besorgte Europa. Seine freien Jnstitutionen, außerhalb jedes ZU- thuns des Königsthums begründet, hatten noch nicht die Weihe der Er- fahrung empfangen können. Seine improvisirte Verwaltung harrte der Umgestaltung seiner organischen Geseze. Die Gemüther waren getheilt durch leidenschaftliche e emr und eifersuüchtige Einflüsse. Die mate- riellen Juteressen , plößlich gestört, waren besorgt wegen der Zukunft.

„Bald, Dank dem guten Geiste des Landes, erschienen Ordnung und Einheit im Schooße dieser augenblicklichen Verwirrung; den Zweifeln und den Besorgnissen folgten das Vertrauen und die Sicherheit. Ge- kräftigt im Jnnern durch die Errichtung seiner verschiedenen Verwaltungen und durch die Gründung einer nationalen Dynastie, trat das Land aus seiner traurigen Vereinzelung heraus und sah seine Unabhängigkeit durch die feierlihsten Verträge gewährleistet. Eine umsihtige Thätigkeit wurde den Bauten von öffentlichem Nußen aufgeprägt. Das Bestehen einer Armee, stark durch Unterricht und Mannszucht, wurde gesichert, Die Quellen der öffentlichen Wohlfahrt öffneten sich wieder, Handel und Ge- werbfleiß entwickelten sich mit einer Raschheit, die ans Wunder renzte, und jene alte und kostbare Jndustrie des Landes, der Ackerbau, Plate dieser Bewegung durch weise Verbesserungen. Die Literatur, die Wissenschaften und die Künste glänzten , wie in den schönsten Tagen un- serer Geschichte. Eine Prüfung feblte noch unserer Nationalität: eine Krisis brach aus, eine tiefe, allgemeine; aber gerade in dieser Krisis wußte Belgien neue Kräfte zu finden, neue Beweise seiner Lebensfähig- keit zu geben, neue Ansprüche auf die allgemeine Achtung zu erwerben, Jch schreibe gern der Nation selbs die Ehre einer bevorrechteten Lage zu, welche die Kühnheit unserer Hoffnungen zu überbieten scheint. Die alte Sittlichkeit der belgischen Bevölkerungen, ihr tiefes Pflichtgefübl, ihr richtiger Sinn, ihr praktischer Geist, ihr Eingehen auf die väterlichen Absichten ihres Königs, alle diese vereinigten Eigenschaften haben mächtig beigetragen, sie die Gefahren der Hinreißungen und der Ucbertreibungen vermeiden zu lassen und ihnen instiktmäßig die wahren Bedingungen un- seres politischen Bestehens zur Erkenntniß zu bringen.

„Meine Herren! Seit 1830 hat Belgien im sittlichen, wie im ma- teriellen Bereiche die Arbeit cines ganzen Pun dants zu vollbringeu gewußt. Es bleibt uns eine Pflicht zu erfüllen, die nämlich, das Werk seiner jungen und glänzenden Civilisation in demselben Geiste, der bei seinen Anfängen obwaltete, fortzuseßen und zu vollenden. Jn der Ver- gangenheit war es die Einigkeit, welche unsere Stärke geschaffen hat, in den Tagen des Triumphs unsere Nationalität, wie in den Tagen der Prüs fung, in denen sie ihre Kraft gestählt hat. Für die Zukunft ist es eben-