1856 / 175 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Am lehteren Tage warfen

Morgen bis 5 Uhr Naqmittags. aus der Union-

sich die aus ihren Hauptstelluungen, nämli

straße, der neuen Remblastraße und dem Junière-Spitale, vertrie-

benen Aufrührer in die Umgegend: sie slnd dahin von der Rei- terei verfolgt worden, die sie niedergesäbelt hat. Girona und Jun- quiera sind noch immer im Aufruhrzustande. Zu Figueras herrscht Ruhe. Die Besaßung isst bei der mindesten Bewegung Feuer zu geben bereit. Man glaubt, daß der zu Barcelona erfochtene Sieg den übrigen Bewegungen in Catalonien Einhalt thun werde.“ Anderer- seits meldet eine Depesche aus Marseille vom 24, Juli: „Das Pafket- boot „Cid“ ist mit Nachrichten aus Barcelona dis zum 23. Juli Morgens 8 Uhr hier eingelaufen, -Die Truppen waren damäls im Besiße aller Stellungen. Sie standen troß der Herstellung der Ruhe unter den Waffen. Die Läden begannen sich wieder zu öffnen. Die in den leßten Tagen dort stattgehabten Kämpfe sind äußerst blutig gewesen. . Der Capitain des „Cid“ schäßt die Zahl der Todten und Verwundeten beider Theile auf 1200, Die Zahl der nah Marseille flühtenden Familien nimmt ab.“

Der „, Independance Belge ‘“’ schreibt man aus Matrid vom 49. Juli: „, Espartero ist noch hier; da ihm der verlangte Paß verweigert wurde, so hat er heute Morgens ein. Haus in der Gredastraße bezogen. Die Regierung hat ihm unter- sagt, für den Augenblick die Hauptstadt zu verlassen. San Miguel behält den Befehl über die Hellebardiere ; Concha führte bloß während der Tage des Aufstandes das Kommando im Palaste. General Messina ist zum Großkreuz des Karls- Ordens ernaunt worden. Die dem General Serrano verliehene Würde eines General-Capitains der nationalen Armee verleiht ihm den Marschalls-Rang. Mehrere Beamte, die hohe Stellen im Finanz-Ministerium bekleideten, haben ihre Entlassung begehrt und erhalten; andere Beamte hat man abgeseßt. Die telegraphische Verbindung zwischen hier und Saragossa ist unterbrochen, Der dortige Bischof gehört zu den Mitgliedern der Junta. Als die Königin heute Abends von ihrer gewöhnlichen Sonnabends-Andacht in der Atocha-Kirche zurückkehrte, besuchte sie in Begleitung sämmt- licher Minister die Verwundeten im Militair-Spital.‘'

Der pariser „Moniteur“ vom 25, Juli meldet aus Sara- gossa vom 20sten d., daß eine Revue über 16,000 Mann statt= gefunden hat. Ein nah Tudela bestimmtes Bataillon ist zu den Insurgenten übergegangen. 15,000 Mann Milizen sind in Arago-= nien aufgebrochen. Der „Constitutionnel“ meldet, daß drei ab- gegangene Divisionen im Süden Quartier nehmen werden.

Portugal. Lissabon, 19, Juli. Der König hatte das französische Kriegs\{chiff „Prince Jerome““, das eben im Tajo lag, besucht, und traf an Bord desselben mit den Gesandten Frankreichs, Englands und Rußlands zusammen. Die Cortes soliten sich am 20sten vertagen. :

_ Jtalien. Turin, 22. Juli. Der König hat den Grafen Barral zum sardinishen Ministerresidenten in Frankfurt ernannt.

Genua, 22. Juli. Jn Moutiers wird unter dem Vorsibe des hiesigen Erzbischoss eine Zusammenkunft der verschiedenen Bischöfe von Piemont und Savoyen stattfinden, um über die der Regierung gegenüber in Kirchensachen zu beobachtende Haltung zu berathen.

Griechenland. Athen, 19. Juli. Der Finanz-Minister Kontostavlos ist entlassen , Kumunduris an seine Stelle ernannt worden. Vierzig griechishe Freishärler sind aus Rußland zurü gekehrt, entwaffnet und nah ihren Heimaths- Inseln geschickt worden.

Türkei. Konstantinopel, 418. Juli. Glänzende Festlich= keiten sind dem Marschall P elissier zu Ehren veranstaltet wor-= denz; es wurden dieserhalb bei dem K. K. Junternuntius, bei Lord Redclifse und bei dem Sultan selbst im neuen Palais Diners ge- geben, Der Sultan überreichte dem Marschall eigenhändig die Krim-Medaille, Eine Nachricht der „Presse d'Orient““, daß 20,000 Sranzosen und 10,000 Engländer zurückbleiben, ist, wie man ver- sichern hört, ungegrüadet, da die Räumung thunlichst vor sich gehen solle, Neue den europäischen Handel wesentlich be- rührende Finanzmaßregeln, nämlih Besteuerung der Landes-= produkte, stehen in Aussicht. Mit einer Tabaksteuer pr. 5 pCt, wird begonnen ; Seide und andere Produkte sollen folgen. Die Schiffe sollen mit „einer entsprechenden Quarantainegebühr belegt werden. Die Einführung einer Gerichtskosten-Ordnung für Han- delsprozesse steht bevor. Admiral Lyons ist angekommen; das englishe Geschwader, 40 Dampfer und Segelschiffe stark , sammelt sich in Bujukdere, Jn Betreff der Räumung der Sthlangeninsel, die nächst der Sulinamündung liegt und gewöhnlich zum bessarabi- hen Donaugebiete gezählt wird, haben die Verhandlungen mit Rußland, dem Vernehmen nah, bisher noch kein definitives Resultat erreiht. Ein verheerender Brand hat zu Salonichi am 11ten und 12ten d. M. stattgefunden. |

Nußland und Polen. Petersbur g, 20. Juli. Das es reis at d Ie S Allerhöchstes Re-

: eneral - Adjutanten, Admiral Fürst Ssergetewitsh Menshik off. / E ¿ürst Alexander Ssergejewitsch! Das abgelaufene halbe Säculum

Jhrer dienstlichen Laufbahn. giebt mir. einen wahrhaft angenehmen g

laß, Mich der wichtigsten Gelsen sowohl kriegerischer Tüchtigkeit A mannigfaltiger administrativer Thätigkeit zu erinnern, mit welcher e unter der-Regierung des hochseligen Kaisers Alexander des Gesegneten a Meines in Gott ruhenden nbiergeichèn Vaters, des Kaisers Nikolai I. Jh

tadellos - redlihe und beharrlich - eifrige Dienstführung für Thron k Vaterland bezeichnet haben. Jn der denkwürdigen Epoche der Jahr 1812, 1813 und 1814 haben Se, in der Eigenschaft als Flügel-Ad]utan; bei Erfüllung der darch des Monarchen Vertrauen Jhnen gewordenen Aufträge an vielen Gefechten gegen den Feind Antheil genommen unh überall musterhafte persönliche Tapferkeit und Selbftverleugnung bewiesen Jn dem Kriege gegen die ottomanische Pforte im Jahre 1828 draht: Yhnen und den von Jhnen geführten Truppen Ehre und Ruhm die in jeder Beziehung glänzend durhgeführte Eroberung der Festung Anapa auf welcher Sie, nah dem Ausdruck Jhres damaligen Berichts, dag Glück hatten, zuerst die Flagge des Allergnädigft Jhnen verliehenen Amtes als Chef des Marine - Generalstabs aufzupflanzen. Nicht mind ruhmwürdig waren Jhre Anstrengungen und Anordnungen bei Belage rung der Festung Varna, bei wèlcher Sie eine {were Kugelwunde ey, hielten, welhe Jhnen tödtlich zu werden drohte. Endlich ift auch die ohne Beispiel in der Geschichte dastehende 11monatliche Vertheidigung von Sebastopol unzertrennlich mit Jhrem Namen verknüpft. Jhnen ge hören die ersten glänzenden: Seiten jener Chronik, welche erzählen wird

von jener hartnäckigen Gegenwehr gegen die kolossalen Anstrengungn

der Feinde.

Zur Aufzählung Jhrer kriegerischen Verdienste ist- es Mir angenehm, E auch die Erwähnung Jhrer civilistishen Wirksamkeit hinzuzufügen. Jhe mehr als 26jährige Verwaltung des Marine-Ressorts, so wie die lang,

jährige Leitung der Angelegenheiten Finnlands wurden stets des beson

deren Wohlwollens Meines unvergeßlichen Vaters gewürdigt, der n Jhnen einen treuergebenen Mitarbeiter und „Freund“ schäßte, wier ( é ] Außerdem wurden Jhnen, weil man in Jhre vielseitigen Fähigkeiten besonderes Vertrauen seßte, * weigen des Staatsdienstes Aufgaben übertragen fih Jhre Ausführung derselben durch unermüd: |

Sich vor Seinem Hinscbeiden ausdrückte.

auch in anderen Z und stets zeichnete lihe Thätigkeit, Genauigkeit und Selbstverleugnung aus. N J Zhrer so rühmlichen halbhundertjährigen Dienstlaufbahn volle Gerech: tigkeit zolle, rechne Jh es Mir zur Pflicht, Jhnen Meine herzliche aufrichtige Erkenntlichkeit auszudrücken und hoffe, daß Jch in den au Mir bevorstehenden Mühwaltungen in Jhnen stets einen bereitwilligen Mitarbeiter und Vollstrecker Meiner Absichten finden werde zum Nugen und zum Heile Rußlands, das Wir Alle lieben.

Jch verbleibe Jhnen übrigens immerdar wohlgewogen.

Warschau, den 14. (26.) Mai 1856. Alexander.

Paris, Freitag, 25. Juli. (Wolffs Tel. Bur.) Es wird behauptet, daß in den “Hauptstädten Andalusiens und Galiciens Jusurrectionen ausgebrochen seien.

Gewerbe- und Handels-Nachricten,

Der Kaiserlich russishe Statthalter im Königreich Polen hak neuerdings den vollständigen Wegfall der Beschränkungen angeordnet, welche im Jahre 1854 für den Grenzverkehr über die preußisch- polnische Grenze verfügt worden waren. Die Zulassung preußischer Unterthanen, welche in den Grenzdistrikten wohnen, nah Polen auf Grund von Legitimationskarten war bereits im Oktober 1854 wieder verstattet worden; dagegen blieb den polnishen Anwohnern der Grenz verkehr noch immer untersagt. Nach einer so eben eingegangenen Be- nachrichtigung sollen fortan auch an polnische Grenzbewohner von Seiten der russishen Behörden Legitimationskarten auf resp. acht Tage und ein Jahr ertheilt werden, um- die Freiheit des Grenzverkehrs wieder ganz in früherer Weise herzustellen. Anderseits sind die Behörden des König: reichs Polen angewiesen worden, bei Ertheilung von Pässen an Ausländer zu Reisen im Jnnern des Königreihs oder nah Rußland denselben ihre Heimathspässe mit dem darauf angebrachten Vermerk zu- zustellen, daß sie für das Königreich Polen und für Rußland ungültig seien, weil die Inhaber für diesen Zweck eine besondere Reise-Legitimation erhalten hätten. (Pr. C.)

Marktprelae. Berlin, den 26. Juli.

Zu Lanäáe: Roggen 3 Rthlr. 8 Sgr. 2 Pf, auch 2 Rthlr. 25 Sgr. Hafer 1 Rthlr. 26 Sgr. 3 Pf, auch 1 Rthlr. 20 Sgr.

Leipzig - Drescener 287 G. Lébau-Zi- Berlin - Anhaltische

Z.eipZz4g, 24. Juli. tauer €t8 Br. Magdeburg - Leipziger 3495 G. Berlin - Stettiner 1544 Br. Cöln - Mindener —. Thüringische 1244 G Friedrich-Wilhelms-Nordbahn —. Alona-Kieler . Anhalt-Dessauer Landesbank - Actien Litt. A. u, B. 1447 Br.; Litt. G. 1275 Br. Braun- schweigische Bank - Actien alte 1423 G., do. von 1856 —. Weima- rische Bank-Actien Liit. A. u. B. 1334 G. VViener Banknoten 1004 G. Oesterreichische Sproz. Metalliques 84 G. 1854er Loose —. 185er National-Anleibe 86 Br. Preuss. Prämien-Anleihe —.

S

1445

Mambursg s; 25. Juli, Nachmitiags 2 Uhr 30 Minuten. ; Schluss-Course: Preussische 4iprozr. Staats-Anleihe 100. Preussì- ¿che 34proz. Prämien-Anleihe 111 G. Oesterreichische, Aproz. Loose 404 Br. S3proz. Spanier 36. 4proz. Spanier 225 G. Stieglitz de 1855 Beclin-Hamburg 101. Cöln-Mindener 155. Mecklenburger 58 Br.

Magdeburg - Wittenberge 474. Berlin - Hamburger ste Priorität 101. N Stieglitz 953.

Cóln-Mindener Zte Priorität 89% G. Ganz geschäftslos.

Getreidemarkt. VVeizen und Roggen suller, Oel fest, loco 33, pro Herbst 317, Kaffee sest Zink 500 Ctr. loco medio Septem-

1 G, bos : wie A lang 43 Mk. 2 Sh. not., 413 Mk. 27 Sh. bez. London kurz 43 Mk. 45 Sh. not, 13 Mk. 5 Sh. bez. Amsterdam 36, 20. Wien 77%. Disconto 9, 54 pCt.

Fgrankfart a. M., 295. Juli, Nachmittags 2 Uber 30 Min. Wiener Bankactien höher, Bexbacher beliebter.

Schluss -Gourse: fieueste preussische Anleihe 44135. Kassenscheine 4045. Cöln-Mindener Eisenbahn-Actien —. Friedrich- VWilhe!ms - Nordbahn —. Ludwigshafen - Bexbach 449. Frankturt- Hanau —- Berliner VWVechse! 1047 Br. Hamburger We:hsel 885. Londoner Wechsel 4487 Br. Pariser Wechsel 935. Amsterdamer Wechsel —. Wiener Wechse! 146% bez. Frankfurter Bank- Antheile —. 2proz- Spanier 38%. Aproz. Spanier 24%. Kurbessische Loose 39% Ba- Jische Loose 48. Iproz. Metalliques 6414. Aiproz. Metalliques 713. 4185er Loose 1024. Oesterreichisches National-Anlebhen 837. Oesterreich.

Bank-Antheile 1285 Amsterdam, 25. Juli, Nachr. 4 Ubr. (Wolffs Tel. Baur.)

Spanische Eflekten gedrückt. | Schluss - Course: Sproz. Ssterreichisches Nationa! - Anlehen 795.

Prenssische

Paris, 25. Juli, Nachmittags 3 Uhr. (VVolÆŒs Tel. Bur.) Die Börse eröffnete in matter Haltung. Die 3proz. begann zu 70, 60, hob sìch aut 70, 65, wich bis 70, 55 und schloss unbelebt, doch ziemlich fest zur Notiz, Consols von Mittags 12 Ubr und von Mittags 1 Uhr waren gleichlautend 955 eingetrotfen.

Schluss-Course: 3proz. Rente 70, 75. 4zproz. Rente 93, 75. 3proz. Spanier 374. 41proz. Spanier 23%. Silberanleihe 87.

London, 25. Juli, Nachmittags 3 Uhr. (Wolfs Tel. Bur.) Consols 95%. t4proz. Spanier 233, Mexikaner 23. Sardiuier 927. S5proz. Russen 1115. 4z¿proz. Russen 98.

Hamburg 3 Monat 13 Mk. 87 Sh. Wien 10 Fl. 17 Kr.

Getreidemarkt. Englischer Weizen unverkauft, fremder etwas billiger bei geringem Geschäft. Gerste einen Schilling höher als am vergangenen Montage. Hafer einen halben, Norfolker Mehl zwei Schil- linge billiger.

Liverpool, 25. Juli, Mittags 12 Uhr. (Wolffs Tel. Bur.) Baumwolle: 7096 Ballen Umsatz. Preise gegen gestern unverändert.

Köuniglicße Schauspiele.

_ Sonntag, 27. Juli. Jm Opernhause. (122ste Vorstellung): Satanella. Ballet in 3 Akten und 4 Bildern, vom Königlichen Balletmeister P. Taglioni. Musik von Pugni und Hertel. Anfang 7 Uhr. Mittel-Preise. :

Im Schauspielhause: Keine Vorstellung.

Montag, 28. Juli, sind die Königl. Theater geschlossen.

Dienstag, 29. Juli. Jm Opernhause. (123ste Vorstellung.) Die Willy's, oder Gisela, pantomimisches Ballet in 2 Akten, von

5pros. Metalliques Tin B. 26 Metalliques 404. proz. Spanier 23. Russen Stieglitz 95K. 29%. Holländische Integrale 64...

Getreidezuarkt. Raps, pro Herbst 88,

unverändert.

[1466] Ste Abri

Der Seidenwirkergeselle Carl Ferdinand Hempel aus Zschoppau ist des Betruges bver- dächtig und soll deshalb zur Untersuchung ge- zogen werden, Da jedoch sein jeziger Aufent- haltsort nicht zu ermitteln ist, so werden alle resp. Behörden des Jn- und Auslandes ergebenst ersuht, auf den 2c. Hempel genau zu achten, {hn im Betretungsfalle zu verhaften und mit- telst Transports an unsere Gefangen - Jnspec- tion, Lindenstraße Nr. 54 hierselbst, abliefern zu lassen.

Zugleich werden alle diejenigen, welche von dem Aufenthaltsorte des 2c. Hempel Kenntniß haben, hiermit aufgefordert, dies sofort der nächsten Polizei - oder Gerichts - Behörde anzu- geigen.

Potsdam, den 22. Juli 1856.

Königliches Kreisgericht, Abtheilung I.

B „Ediltal » Citation

wegen verloren gegangener Chur- und Neu-

märkscher Pfandbriefe und Coupons.

Mit Bezug auf unsere öffentliche Bekannt- machung vom 16. April 1853 (Königlich preuß. Staats-Anzeiger Nr. 107. S. 722, Oeffentlicher Anzeiger des Amtsblattes der Königlichen Re- gierung zu Potsdam S. 458, des Amtsblattes

der Königlichen Regierung zu Frankfurt a. O. }

S, 345) werden die Pfandbriefe:

Nr. 11,378 auf Kurtshow in der Neumark,

über 200 Thlr. Cour, Nr. 12,353 auf Padligar in dcr Neumark,

: über 200 Thlr. Cour., Nr. 24,137 auf Frauenhagen in der Uckermark,

über 200 Thlr. Cour., Nr, 8,127 auf Petersdorf in der Mittelmark,

; : über 500 Thlr. Cour, sämmtlich der für wahnsinnig erklärten verwitt- eten Kaufmann Jacoby, Jette geb. Moses zu Königsberg in der Neumark, gehörig, welche nebst den zu denselben, für die Termine vom Mde 1849 bis Juli 1850 ausgefertigten ins-Coupons Nr. 5 bis 8 inkl. der ge- nannten Besizerin im Jahre 1853 oder schon früher entwendet worden, Behufs der zu ver- anlassenden Amortisation hierdurh aufgeboten. 2A etwanigen Jnhaber dieser Pfandbriefe wer- di aufgefordert, sich unter Vorlegung dersel- 14e bon jegt an bis spätestens zum 14. Februar l 97 bei unserer Haupt-Kasse am Wilhelmsplay r. 6 hierselbst zu melden, widrigenfalls sie zu gewärtigen haben, daß sie mit ihren daraus

Sproz. Metalliques 785. 3proz. Spanier 385.

S5proz. Russen Stieglitz de 1855 965.

Weizen, polnischer 10 Fl. niedriger, Rüböl, pro Herbst 505.

2*praz. Sproz. Mexikaner

Roggen

28. Juli.

St. Georges und Coralli. Mittel-Preise. Im Schauspielhause. Der Villet-Verkauf zu dieser Vorstellung beginnt Montag, den

Musik von Adam. Anfang 7 Uhr. Keine Vorstellung.

Def

fentlicher Auzeiger.

abzuleitenden Ansprüchen auf immer präkludirt,

und die gedachten Pfandbriefe für vernichtet

erklärt, auch die Pfandbriefe sowohl in unsern Registern als in den Hypotheken-Büchern ge- lôsht, und neue an deren Stelle einzutragende Pfandbriefe für die vorbenannte Eigenthümerin werden ausgefertigt werden.

Berlin, den 25. Februar 1856. E Chur- und Neumärkische Hauptritterscha}ts- Direction.

Freiherr von Monteton. Graf von Haeseler. von Klüßow.

[988] Nothwendiger Verkauf. Königl. Kreisgeriht Berlin. Erste (Civil-) Abtheilung, den 9, Mai 1856.

Das der Ebefrau des Maurermeisters Urban, Friederike Wilhelmine Auguste geb. Schweißer, sonst Wittwe Borchel gehörige, im Thiergarten bei Berlin, hinter dem Schloßgarten bei Bellevue, an der Spree belegene, im Hypothekenbuche des Kreisgerichts Berlin von einzelnen Grundstücken Vol. I. No. 4 Fol 12 verzeichnete Etablissement, abgeshäßt auf 15,437 Thlr. 12 Sgr. 6 Pf., zu- folge der nebst Hypothekenschein in unserm V. Büreau einzusehenden Taxe, soll

am 12, Dezember 1856, Vormittags

11 Ur, an ordentlicher Gerichtsstelle, Zimmerstraße Nr. 25, subhastirt werden.

Gläubiger, welche wegen einer aus dem Hypo- thekenbuche nicht ersichtlichen Realforderung aus den Kaufgeldern Befriedigung suchen, haben ibren Anspruch bei dem Subhastationsgerichte anzumelden.

Der seinem Aufenthalt nach unbekannte Hypothek - Gläubiger , Maschinenbauer Stauß, wird hierdurch öffentlich vorgeladen.

Cs %

1311 | Sa unterzeichneten Gericht ist das ôffent- lihe Aufgebot des von L. Meßenthin hierselbst am 22. November 1854 auf M. Wolf hierselbst, Schiffbauerdamm Nr. 34, gezogenen, an eigene Ordre zahlbaren und von dem Bezogenen M. Wolff angenommenen, angeblich verloren gegan- genen Prima-Wechsels über 49 Thlr. 29 Sgr., zahlbar am 15. Juli 1855, welcher durch Giro des Ausstellers auf Le Schroeder und bon diesem auf Gustav Lohse gediehen ist, beantragt worden.

Der unbekannte Jnhaber dieses Wechsels wird

daher aufgefordert, denselben dem unterzeichne- ten Gerichte und zwar spätestens in dem hierzu auf den 18. Oktober 1856, Vor- mittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Stadtgerichtsrath Herrn Hermanni im Stadtgerichis-Gebäude, Jüdenstr. Nr. 59, Zimmer Nr. 21, anberaumten Termine vorzulegen, widrigenfalls der Wechsel für kraft- los erklärt werden wird. Berlin, den 21, Juni 1856. Königl, Stadtgericht, Abtheil. für Civil-Sachen. Deputation für Kredit- 2c. und Nachlaß-Sachen.

[981] Ediktal-Citation.

Der Standesherr Graf von Brühl hat als jetziger Besizer der Herrscbaft Forst und Pför- ten in der Niederlaufiß und des Rittergutes Gangloffsömmern im Weißenseer Kreise des Großherzogthums Sachsen, mit welhen Gütern und mehren dazu gehörenden Mobiliar-Bestän- den der am 28. Oktober 1763 verstorbene Königlih pohlnishe und Churfürftlih sächsische

Premier - Minister Graf Heinrich von Brühl

durch sein Testament vom 9. August 1762 ein Familien - Fideikommiß gestiftet, die Aufnahme eines Fo bei uns als dem jeßigen Sie ommiß - Gerichte beantragt, einen Entwurf dazu überreicht und die öffent- liche Vorladung der unbekannten Fideikommiß- Berechtigten nahgesuht. Demnach haben wir einen Termin zur Aufnahme dieses Familien- Schlusses auf den ein und zwanzigsten Januar 1857, Vormittags eilf Uhr, im Appellationsgerichts-Gebäude vor dem Kom- missario Appellationsgerichtsrath Dr. Schmiedike angeseßt, zu welchem wir alle unbekannten Inter- essenten vorladen, um vor oder in demselben ihre Erklärung abzugeben, bei ihrem Ausblei=- ben aber nach Ablauf des Termins die Práflu- fion mit ihrem Widerspruchsrechte zu gewärtigen. Den Gegenstand des Schlusses bildet die Ne- konstituirung des Fideikommisses in der Mehr- zahl der Bestimmungen des leßteren, theils wegen veränderter Umstände, theils weil die Bestand- theile schon bald nach dem Tode des Stifters eine sehr bedeutende Verringerung erfahren haben, insbesondere aber sollen festgestellt wer- den: die Bestandtheile; das Recht zur Succeffion und die Ordnung derselben (diese mit genauer Anlehnung an das Testament); die Rechte und Pflichten des jedesmaligen Besißers, wobei diesem eine freie Bewegung in der Verwaltung und