1856 / 290 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Berlin, 7. Dezember. Die kirchliche Konferenz beschäftigte fih in ihren leßten drei Sißungen mit der Frage über die zu berufendé Landes-Synode. Daß eine solche aus geifstlihen und weltlichen Mitgliedern zu bestehen habe, wurde von vornherein als unbedingte Vorausseßung festgestellt. Eben so wurde als ein hier niht zur Frage stehender, unzweifelhaftec Grundsaß hervorgehoben , daß die evange- lische Landeskirche als eine Einheit aufzufassen sei, mithin au als solche in einer Landes - Synode darzustellen sei. Als eine Frage, die auch bei dieser Verhandlung von dem éntschiedensten Einfluß sei, und an welhe fich zugleich die wesentlichsten Be- denkea gegen eine Landes - Synode knüpften, wurde sodaun im An- {luß an einen der gedruckten Anträge des Referenten, Geheimen Justizraths Dr. Abegg, das Verhältniß der Konfessionen in Be- ziehung auf die Landes - Synode zunächst zum Gegenstande der Verhand- lung gemacht. Es bot sich dadurch Gelegenheit, die Ansichten über das Verhältniß der Union zum Bekenntniß wiederholt in großer Ausführlich- keit mit Bezug auf die vorliegende Frage zu äußern. Von mehreren hierzu gestellten Anträgen ging der eine dahin, daß schon die erste Be- rufung der Synode so bestimmt, wie möglich, auf Grund des BVekennt- nisses erfolgen müsse. Ein anderer, wesentlih auf demselben Grunde bafirender Antrag bezweckte, daß bor weiterer Beschlußnahme über die Berufung einer Landes - Synode die konfessionelle Frage auf der Grundlage und in Gemäßheit der Allerhöchsten Ordren bom 24. Februar 1834 und 6. März 1852 zu einer gerechten Lösung gebracht, insbesondere in Kultus, Gemeinde-Ordnung und Kirchen- verfassung das gute Neht der lutherischen und reformirten Kirhe als solher gegen jede aus der Union entnommene Beeinträchtigung und Verdunkelung sichergestellt werde. Die Versamm- lung lehnte jedoch in der Majorität diese beiden Anträge ab und ent- schied fih für folgende, von den Referenten und Korreferenten gestellten Anträge, worin sie das Bekenntniß in Beziehung auf die Landes-Shpnode hbinlänglich gewahrt fand. : :

1) In der Landeskirche ist das Bekenntniß der einzelnen Konfession rechtlich gewährleistet. 2) Ueber das Bekennt- niß können Majoritäten nicht entsheiden. 3) Das numes- rische Verhältniß der einzelnen Konfession ist daher bei der Zusammenseßung der Landessynode niht maßgebend. 4) Vei Fragen aber, die nur aus dem Bekenntnisse zu beant- worten sind, ist nah Maßgabe der Kabinets-Ordre vom 6. März 1852 eine itio in partes zulässig. L

In Betreff der Konstituirung der Landessynode faßte die Versamm- lung folgende beiden Beschlüsse: | O

1) Nur der Dienst an der Kirche soll die passive Wahlfähigkeit auf allen Stufen des Synodalbverbandes begründen. l

2) Dieser Verband, welcher in der Landessynode seinen Abschluß findet, soll auf Kreis- und Provinzial-Synoden beruhen.

Ein (entgegenstehender) Antrag, daß bei der Einrichtung des Shyno- dalwesens von der Anschauung einer auf Gemeindewahlen ruhenden Îie- präsentation der Gemeinden völlig zu abstrahiren sei, wurde hierdurch als erledigt angesehen. / i

Änlangend die Frage, ob die Berufung einer Landes - Shnode zur Zeit angemessen erscheine, beshloß die Versammlung, fich dahin aus-

zusprechen :

daß die sofortige Einberufung einer Landessynode durch das Bedürfniß der Erledigung der liturgishen, Diako- nie- und Ehbe-Frage nicht geboten sei, sondern für diese Erledigung auf Grund der bier gepflogenen Berathun- gen den aus den Erwägungen des gesammten Kirchen- regiments zu erwartenden Bsschlüssen volle Autorität zukomme.

Dadurch war zugleich ein anderer Antrag, der bezwecktte, daß für jeßt von der Ausbildung der höheren Stufen des Synodalwesens Ab- ftand genommen werde, nach dem Beschlusse der Versammlung erledigt.

Ohne Abstimmung vereinigte sich die Konferenz s{ließlich zu den Beschlüssen: daß Sr. Majestät dem Könige vorbehalten sein müsse, Männer seines Vertrauens in die Synode zu berufen, und daß die von der Sh- node zu fassenden Beschlüsse berbindlihe Kraft und Vollziehbarkeit erst durch Allerhöchste Bestätigung Sr. Majestät des Königs erlangen.

Am 5. Dezember erfolgte der feierlihe Schluß der Konferenz. Die leßte Ansprache des Vorfißenden, Wirkliben Geheimen Naths von Uechtrig , wurde Namens der Versammlung von dem Geheimen Staats- Minifter Flottwell erwidert. Der Superintendent Ball hielt nah Vor- lesung von Joh. 17 das feierlice Schlußgebet und beendigte die Feier, nachdem der leßte Vers aus dem Lied: Nun danket alle Gott, gesungen worden war, mit dem Aaronitishen Segen.

i Statistishe Mittheilungen.

Die Frequenz der Ghmnasien, Progymnasien und Realschulen des preußischen Staates hatte sich im Winter-Semester bon 1855—96, bis zu dessen Shluß uns amtliche Angaben hierüber vor- liegen, im Vergleich zu der Schülerzahl am Schlusse des vorhergegangenen Sommer-Semesters, folgendermaßen gestellt. Jn den 15 Gymnasien der Pro- vinz Preußen belief sih die Gesammtzahl der Schüler während des genannten Winter-Semesters auf 4950, gegen 4326 zu Ende des vorhergegangenen Sommer-Semesters; in den 9 Gymnasien der Provinz Pommern während des Winter-Semesters auf 2435, gegen 2332 am Schlusse des Sommer- Semesters; in- den 18 Ghmnasien der Provinz Brandenburg auf 5089, gegen 5045; in den 21 Gymnafien der Provinz Sachsen auf 4857, gegen 4474; in den .7 Gymnasien der Provinz Posen auf 2452, gegen 2166; in den 21 Gymnafien der Provinz Schlesien auf 6905, gegen 6942; in den 13 Gymnasien der Provinz Westfalen auf 2948, gegen 2523; in den 21 Ghmnasien der Rheinprovinz auf 5446, gegen 4595. Die zwei G der Provinz Preußen hatten während des Winter- Semesters von 1855 1856 eine Gesammtzahl von 317 Schülern, gegen 267 am Schlusse des vorhergegangenen Sommer-Semesters; das eine

Proghmnasfium (Klofterschule Donndorf) der Provinz Sachsen

25; die 8 Progymnafien der Provinz Westfalen 458 S igg 2yen 11 Progymnafien der Rheinprovinz 669 gegen 581. Jun den Provinzen Pommern, Brandenburg, Posen und Schlefien haben Proghmnasien nicht bestanden. Jn den 11 Real- oder höheren Bürgerschulen dex Provinz Preußen befanden sich während des genannten Winter- Semesters . zusammen 3556 Schüler, gegen 3249 am Schlusse des bvor- hergegangenen Semesters; in den 5 dergleichen Lehr- Anstalten der Pros vinz Pommern 1265 gegen 1304; in den 12 dergleichen der Provinz Brandenburg 6131, gegen 5926; in den 7 dergleichen der Provinz Sachsen 1905, gegen 1773; in den 5 dergleihen der Provinz Posen 1426, gegen 1328; in den 6 dergleichen der Provinz Schlefien 2138 gegen 1943; in den 6 dergleichen der Provinz Westfalen 465, gegen 425; und in den 13 dergleiben der Rheinprovinz 1960, gegen 1797,

(Pr. C.)

Geroerbe- und Handels -Natrichten.

Anus einer über die neueren Straßenbauten im Regierungs- Bezirk Posen der „Pr. C.“ zugegangenen Mittheilung ergiebt fich, daß die Chausseen von Wreschen nah Miloslaw, von Schroda nah Kostrzyn von Kozmin nah Pleschen und von Jarocin nach Kozmin nebst dex Warthebrücke bei Neustadt im Herbst dem Verkehr übergeben worden find. Die Chausseen von Shrimm nach Czempin, von Bojänowo nah Guhrau von Borek nah Jaraczewo und von Alt - Boyn nah Schmiegel nahen fih ihrer Vollendung. Die Chaussee von Stenzewo über Gräß nach Woll- stein ist fertig, und die weitere Strecke nah Züllichau im Bau begriffen, Die Chausseebauten von Fraustadt nach Wollstein, von Puniß nah Kröben, Pogorzelle und Borzeciczki, von Adelnau nach Oftrowo, und von Kempen über Skupia und Opatow nah der oberschlefishen Grenze werden kräftig betrieben. Gleichen Fortgang hat der Chausseebau von Nogasen nah Samter. Die Strecke von Rogasen nach Obornik wird wahrscheinlich noch vor Eintritt des Winters dem Verkehr übergeben werden. Der Chausseebau von Samter nach Lipnica, welcher während der Ernte wegen Mangels an Arbeitern eine Unterbrehung erfuhr, wird seit dem Anfang September wieder fortgeseßt. Außerdem wird auc an den Chausseen von Neustadt a. W. nah Murzhnowo, von Pinne nah Tirschtiegel und Bräß, von Posen nach Obornik und von Gorzyn nah Birnbaum und Wronke fortgearbeitet. Auf der Chausseestrecke zwischen Betsche und Bobelwiß, so wie auf der Kreis-Chaussee von der Birnbau- mer bis zur Bomster Kreisgrenze werden die Erdarbeiten ausgeführt, während für den Chausseebau von Czacz nach RNakwiß die Vorbereitungen getroffen werden.

Leipzig, 6. Dezember. Leipzig - Dresdener 302 G. Löbau- Zittauer Litt. A. 60 G.; Litt. B. —. Magdeburg - Leipziger 290 Br.; do. IL Em. 249 Br. Berlin - Ankaltische 170 G. Berlin - Stettiner 41405 G. Cöln - Mindener 162 G. Thüringische 136 G. Friedrich- Wilhelms-Nordbahn 57 G. Altona - Kieler —. Anhalt-Dessauer Lan- desbank-Actien Litt. A. u. B. 139 G.; Litt. C. 124 G. Braunschwei- gische Bank- Actien, alte 4403 G.; do. vom Juli 1856 —; do. vom Novbr. 1856 —. Weimarische Bank - Actien Litt. A. u. B, 1303 G. Wiener Banknoten 965 G. Oesterreichische S5proz. Metalliques 89 Br. 1854er Loose —. 1854er National- Anleihe 81% Br. Preussische Prä- mien-Anleihe —.

& Ari, 6. Dezember, Nachmittags 3 Übr. (VVolfl’s Tel. Bur.) An der Börse herrschte einige Unentschlossenheit. Die Bproz. erösfnete zu 69, 95, wich auf 69, 80, stieg dann auf 70, sank wiederum auf 69, 80 und schloss in matter Haltung zu diesem Course. Consols von Mittags 12 Uhr und von Mittags 4 Uhr waren gleichlautend 945 (cou- pon déta: hé) gemeldet.

Schuss - Course: S3proz. Rente 69, §0. 4iproz. Rente 91, 70. Sproz. Spanier 384. 41proz. Spanier 247. Silber-Anleihe 875.

7. Dezember. { Wolfl’s Tel. Bur.) Aut dem Bou'evaid geringes Geschäst, Die 3proz. begann zu 69, 95 und schloss bei matter Stim- mung zu 70,

Londéon, 6. Dezember, Mittags 1 Uhr. (Wolfs Tel. Bur.) Consols 945 (coupon détaché).

Amaterdcarn, 6 Dez., Nachmittags 4 Ubr. (Wolfs Tel. Bur.) Oesterreichische und spanische Effekten mehr angeboten bei ziemlich lebhastem Geechäst.

Schln9s-Couree: Sproz. üaterreichische National-Anleihe 757 pro Meta!'iques Litt. B. 837. S5proz. Metalliques 7477. 2#proz. Metalliques 385. proz. Spanier 233. S3proz. Spanier 37. Sproz. Russen Stieg- litz 935 Sproz. Russen Stieglitz de 1855 95%. Mexikaner 207 Holländische Integrale 63.

Königliche Schauspiele.

Dienstag, 9, Dezember. Jm Opernhause. (207te Vorstellung):

Die Willy's, oder : Gisela. Phantastisches Ballet in 2 Abtheilungen,

—_S

von St, Georges und Coralli. Musik von Adam. (Frl. Lanner,

vom K, K. Hoftheater zu Wien: Gisela, als erste Gastrolle.) Vorher: Das Stelldichein, oder: Alle fürchten sich. Komische Oper in 1 Aft, nach dem Französishen: Les rendez - vous bourge91s, des Hoffmann. Musik von N. Jsouard. Mittel-Preise. Im Schauspielhause. (243ste Abonnements-Vorstellung). Stille Wasser sind tief. Lustspiel in 4 Abtheilungen, von Schröder. Kleine Preise. | Mittwoh , 10. Dezember. Jm Opernhause. (208te Vor- stellung.) Der Feensee. Große Oper in 5 Abtheilungen, von Scribe und Melesville, aus dem Französischen überseßt von J- C, Grünbaum, Musik von Auber. Ballets von Hoguet. Mittel-Preise. Im Sauspielhause. (244ste Abonnements - Vorstellung). Narziß. Trauerspiel in 5 Akten, von Brachvogel, Kleine Pre ise.

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Oeffentlicher Anzeiger.

[2378] Stedckbrief.

Oer unten näher bezeichnete Tabackshändler |

und Cigarrenfabrikant Heinrich Wilhelm Kasang, auch Siegfried Carl genannt, aus Hamburg gebürtig, zuleßt in Frankfurt a, O. wohnhaft, ist der Theilnahme an einem betrüg- lichen Bankerutt verdächtig und hat fich heimlich entfernt. Ein Jeder, welcher von dem Aufenthalte des Kasang Kenntniß hat, wird aufgefordert, davon unverzüglich der nächften Gerichts- oder Polizei-Behörde Anzeige zu machen. Gleichzeitig werden alle Civil- und Militair-Behörden des

n- und Auslandes dienstergebenst ersucht, auf denselben zu vigiliren, ihn im Betretungsfalle festzunehmen , und mit allen bei ihm fih bvor- findenden Gegenständen und Geldern mittelst Transports an die hiefige Gefängniß-Expedition abzuliefern.

Es wird die ungesäumte Erstattung der da- durch entstandenen baaren Auslagen und den verehrlichen Behörden des Auslandes eine gleiche Nechtsw1llfährigkeit verfichert.

Berlin, den 3. Dezember 1856.

Königliches Stadtgericht. Abtbeilung für Untersuchungssachen. Kommission 11. für Bb un hungen:

Signalement des Kasang.

Derselbe ist ungefähr 34 Jahre alt, evangelischer Religion, am 22. September 1822 geboren, 5 Fuß 4 Zoll groß , hat dunfelbraunes Haar, freie Stirn, braune Augen, dunkelbraune Augenbrauen, obales Kinn, eine dergl. Gesichtsbildung, blasse Gesichtsfarbe, längliche Nase, gewöhnlichen Mund, dunkelbraunen Schnurr - und Backenbart, gute Zähne ; ist mittlerer Gestalt, spricht die deutsche Sprache. Besondere Kennzeichen und die Befklei- dung können nicht angegeben werden.

2387 l Wider den Handlungslehrling Ernst Emil Leßmann aus Landeshut, den Gärtnersohn Julius Hoffmann aus Buchwald und den Schlossergesellen Moriß Drescher aus Michels- dorf, zuleßt in Pesth, ist die Untersuchung auf Grund des §. 110 des Strafgeseßbuches eröff- net, weil dieselben, vor Erfüllung der Militair- vfliht, 1849, 1852, resp. 1851 ohne Genehmi- gung ausgewandert sind. Die Angeklagten werden zu dem zur Hauptverhandlung bestimm- ten Termine, den 5, März 1857, Nachmittags 5ckz Uhr, in das hiesige Gerichtslokal vorgeladen und auf- gefordert, zur festgeseßten Stunde zu erscheinen und die zu ihrer Vertheidigung dienenden Be- veismittel mit zur Stelle zu bringen oder solche dem Gerichte so zeitig vor dem Termine anzu- ¡cigen, daß sie noch zu demselben herbeigeschafft werden können. Jm Falle des Ausbleibens der Angeklagten wird mit der Untersuchung und Entscheidung in contumaciam berfahren. Landeshut in Schlefien, am 1. Dezember 1856.

Königliches Kreisgericht. 1. Abtheilung.

[2270] Domainen-Verpachtung Die im Königsberger Kreise der Neumark,

1] 4 Meile von Freienwalde an der Oder, 37 Mei-

len von dem Bahnhofe der Berlin-Stettiner

Eisenbahn zu Neustadt-Eberswalde und 10 Mei-

len von Berlin belegene Königliche Domaine

| Neuenhagen, bestehend in:

1) dem Haupt-Vorwerk Neuenhagen mit König- lichen Wohn- und Wirthschafts-Gebäuden und einem Areal von 1235 Morgen 178 CIRuthen, worunter 20 Morgen 37 []N. Gärten, 604 Morgen 15 R. Aecker, 233 Morgen 110 CIN. Wiesen, 193 Morgen 175 1R. Hütung nebst Fischerei, Brau- und Brennerei, und dem Verlagsrechte über

_ den Krug zu Neuenhagen, Ie Gi

2) dem Neben- Vorwerk Fährkrug mit König-

lihen Wohn- und Wirthschafts-Gebäuden und einem Areal ‘von 134 Morgen 86[]N., worunter 1 Morgen 170 ]R. Gärten, 78 Morgen 17 []N. Aecker, 31 Morgen 70 N. Wiesen, 18 Morgen 143 (R. Hütung, soll in dem auf den 18, Dezember d. J., Vormittags 11 Uhr, im Königlichen Negierungs-Gebäude hierselbst vor dem Regierungsrath Bredow anberaumten Ter- mine im Wege des öffentlichen Ausgebots für den Zeitraum von Johannis 1857 ab auf 18 Jahre bis Johannis 1875 anderweit verpachtet werden. Z Zux Uebernahme der Pachtung, mit welcher die Domainen-Amts-Verwaltung und die Unter- receptur für Domainen-Gefälle verbunden, ift

ein disponibles Vermögen von 15,000 Thlr. erz

forderlich.

Die Verpachtungs - Bedingungen, Karten, Flächen- und Gebäude-Nachweisungen, so wie die Negeln der Licitation können in unserer Domainen- Registratur während der Dienststun- den eingesehen werden, auch sind wir auf dahin

gerichteten Antrag bereit, die speziellen Bedin-.

gungen gegen Erstattung der Kopialien durch Poftvorshuß abshriftlich mitzutheilen. Frankfurt a. d. O., den 20. November 1856. Königliche Regierung, Abtheilung für die Verwaltung der direkten Steuern, Domainen und Forsten.

[2389]

Oeffentliche Kündigung.

Die unbekannten Jnhaber folgender West-

preußischer Pfandbriefe:

I, Danziger Departements: Nr. 5. Puc- drowo A. a 50 Thlr.; Nr. 6. 8. 9. Puc- drowo A., jeder a 25 Thlr.; Nr. 3. Puc- dro\wo D. a 100 Thlr.

. Marienwerdererx Departements: Nr. 1 und 5 Linowiec und Piontkowo, jedér a 1000 Thlr.; Nr. 6 und 7 desgleichen jeder a 500 Tblr.; Nr. 34 Nogath a 1000 Thlr.; Nr. 37 desgleichen a 800 Thlr.; Nr. 38 desgleichen a 600 Thlr.; Nr. 6. 9. 10. 11. 15. desgleichen jeder a 500 Thlr. ; Nr. 21. desgleichen a 300 Thlv.; Nr. 22. 41 und 46. desgleichen jeder a 200 Thlr.; Nr. 25 und 43. desgleichen jeder a 100 Thlr.; Nr. 27. 28 und 44. desgleichen jeder a 50 Thlr.; Nr. 30. 31 desgleichen jeder a 25 Thlr. ; Nr. 7 Rubinkowo a 1000 Thlr. ; Nr. 1 und 18 Widlice jeder a 500 Thlr; Nr. 3 desgleichen a 400 Thlr.; Nr. 5 und 26 desgleichen jeder über 100 Thlr.; Nr. 7

desgleichen über 50 Thlr.; Nr. 9, 21. 29

desgleichen jeder über 25 Thlr. werden aufgefordert, die ad 1. bezeichneten Pfandbriefe der Provinzial-Landschafts-Direction

zu Danzig und die ad Il. bezeichneten Pfand- |

briefe der Provinzial - Landschafts - Direction zu

Marienwerder in kursfähigem Zustande nebft | laufenden Coupons spätestens bis zum 15. Fe“ |

bruar 1857, gegen Empfangnahme gleichhal-

tiger Westpreußischer Pfandbriefe und Coupons, ! j e S 103 20. L |

einzureichen, widrigenfalls das § des revidirten Westpreuß. Landschafts - Regle- inents vorgeschriebene Präklusions-Verfahren in Betreff dieser Pfandbriefe auf Kosten des Jn- habers derselben veranlaßt werden wird. Ferner werden die unbekannten Jnhaber der Westpreußischen Pfandbriefe : Z Nr. 16 und 20 Bendomin, jeder über 75 Thlr, Danziger Departements, : im Gefolge der vorhergegangenen öffentlichen Kündigung vom 5. Juni 1856 nochmals auf-

gefordert, diese Pfandbriefe spätestens bis zum

31. März 1857 der Provinzial - Landschafts- Direction zu Danzig in coursfähigem Zustande mit laufenden Coupons, gegen Empfangnahme gleichhaltiger Westpreußisher Pfandbriefe und

Coupons, einzureichen, widrigenfalls die Jn- haber dieser Pfandbriefe mit ihrem Realrecht auf die im Pfandbriefe ausgedrückte Spezial- Hypothek präkludirt, der Pfandbrief in Ansehung dieser Spezial - Hypothek für vernichtet erklärt, dieses im Landschafts-Register, so wie im Hypo- thekenbuche vermerkt und der Jnhaber mit seinen Ansprüchen wegen des Pfandbriefes und der dazu gehörigen Coupons nur an die Landschaft verwiesen und mit allen hieraus entftehenden Kosten belegt werden wird. Marienwerder, 5. Dezember 1856.

Königlih Weftpreußische General - Landschafts- Direction. von Nabe,

[21 (21 Bekanntmachung.

Das über den Nachlaß des am 1. Juli 1854 zu Thale verstorbenen Geheimen Regierungs- und Appellationsgerichtsraths Ludwig Georg Adolph Friedrih Krause unterm 3. Zuni 1856 eröffnete erbschaftliche Liquidations - Verfahren ist, da das darin -am 11. September 1856 er- gangene Präklufions-Erkenntniß die Rechtskraft beschritten hat, beendigt.

Halberstadt, den 29. Oktober 1856.

Königl, Kreisgeriht. Erste Abtheilung.

[2384] Bekanntmachung.

Dex über das Vermögen des Lederhändler C. A. Regensburg hierselbsi durch Beschluß vom 9, April cr. eröffnete Konkurs is durch die Zurücknohme sämmtlicher angemeldeter Forde- rungen an die Masse erledigt und wird hier- durch mit dem Bemerken für aufgehoben erklärt, daß auch der dur die Verfügung von demselben Tage erlassene ofene Arreft seine Wirksamkeit verliert.

Halle a./S., den 2. Dezember 1856.

Königliches Kreisgeriht. 1, Abtheilung.

[2385] Bie kannt m4.) 14:

In dem über das Vermögen des Gasthof- Befißer Carl Lipper eröffneten Konkurse ist der Justizrath Toobe zu Memel zum definitiven Verwalter ernannt werden.

Memel, den 1. Dezember 1856.

Königl. Kreisgericht. I, Abtheilung.

2999| Konkurs-Eröffnung.

Königl. Kreisgericht zu Halle, I. Abtheilung. Den 28. November 1856, Vormittags 10 Uhr.

Ueber das Vermögen des Schuhwaarens- händlers L. Herrmann hierselbst ist der kauf- männische Konkurs eröffnet und der Tag der Zablungs-Einstellung auf den 18. November c. festgeseßt worden. E

Zum einstweiligen Verwalter der Masse ift der Herr Justizrath Wilke hier bestellt. Die Gläubiger des Gemeinshuldners werden aufs gefordert, in dem auf

den 13, Dezember d. J., Vormittags

10 UDL,

vor dem Kommissar Herrn Kreisgerihts-Rath Balcke im Terminzimmer Nr. 6 anberaumten Termine ihre Erklärungen und Vorschläge über die Beibehaltung dieses Verwalters oder die Bestellung eines andern einstweiligen Verwals ters abzugeben.

Allen, welche von dem Gemeinschuldner etwas an Geld, Papieren oder anderen Sachen in Bes fiß oder Gewahrsam haben, oder welche ibm etwas verschulden , wird aufgegeben, nichts an