1884 / 53 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

und freie Beköstigung gewährt. «Die gefertigten Korbwaaren und die Holzshuhe haben erfreulicher Weise bisher raschen Absaß gefunden. i Ï Außerdem ist auch mit der Anfertigung von Strohhülsen (Flaschenhülsen) begonnen worden, wie sie die Weinhändler und au Brauer zur Verpackung der in Flaschen zur Versendung kommenden Weine und Biere anwenden. leiten und feine besondere

57, Plenarsißung des Hauses der Abgeordneten am Montag, den 3, März 1884, Vormittags 11 Uhr. Tagesordnung:

Dritte Berathung des Gese E des Staatshau

entwurfs, betreffend die Fest- shalts-Etats für das Jahr vom 1. April Bei dieser durhaus Krastanstrengung erfordernden Arbeit, welche sich rasch erlernt und in den Wohnräumen der Familien verrichtet wird, können au die Frauen und Kinder Dieselbe gewährt den Arbeitern bei einigem Fleiß neben den in ländliher Wirthschaft zu ver- richtenden Arbeiten einen annehmbaren Nebenverdienst. stellungen auf * diesen Artikel sind bisher stets reihlich vor- handen gewesen. L

Bei dem Verkauf von Loosen staatlicher und städti- scher Prämien-Anleihen gegen Ratenzahlungen wird von den Prämien-Loose-Händlern oft neben der Uebertragung des Eigenthums bezw. Miteigenthums an den Loosen au den Käufer die Verpflihtung übernommen, sür ein mit dem níe- drigsten, unter dem Courswerth des fraglichen Looses bleiben- den Gewinne herausgekommenes Loos dem Käufer ein gleich- artiges anderes Loos zu geben und somit den Verlust zu ragen, der sih aus der Differenz zwishen dem Gewinn und dem Courswerth des Looses ergiebt, übernommene Verpflichtung ist nah einem Urtheil des Reichs- gerihts, I. Strafsenats, vom 3. Januar d. J., die Ver- anstaltung einer Lotterie.

Die Bevollmächtigten zum Bundesrath, Fürstlich reußisher Geheimer Regierungs-Rath von Geldern-Cris- pendorf und Fürstlich lippisher Kabinets-Minister Eschen - burg sind hiex angekomnen.

Elsaß - Lothringen. (Els.-Lothr. Ztg.) der heutigen

BekanntmaGungen mit verdienen helfen.

auf Grund des Reihsgeseßes vom 21. Oktober 1878.

g des Monats Februar l. Js. in Franken - Fachverein der Schreiner und ver- Berufsgenossen S. 1 Abs. 2 des Reichsgeseßes vom 21. Ok- Mai 1880 gegen die gemeingefährlihen Be- Sozialdemokratie hierdurch verboten. Speyer, den 28. Februar 1884.

Königlich bayerische Regierung der Pfalz,

Kammer des Jnnern : von Braun, Königlicher Regierungs-Präsident.

Der zu Anfan thal gegründete wandten Bestimmung in tober 1878/31. strebungen der

Diese vom Verkäufer

Die Köni behörde hat di

gliche Kreishauptmannschast als Landes-Polizei- e nihtperiodische Drucfshrift : Unterirdische

Revolutionäre Wirklichkeit Direktor von „Semlja i Wolja“, l Mit einem Vorwort von Peter Lawroff. Aus dem überseßt von Max Trautner.

Rudolf FJenni’s Buchhandlung (H. Koehler) 1884/ auf Grund von $8. 11 und 12 des Reichsgeseßzes gegen die gemeingefährlihen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oltober 1878 verboten.

Leipzig, den 29. Februar 1884.

Königliche Kreishauptmannschaft.

Graf zu Münster.

Rußland. Z Porträts und Skizzen chemaligem (Land und Freiheit.)

sotterranea,)

Stepnjak,

Straßburg, Der erste Gegenstand der Tagesordnung (20.) Plenarsißung des Landesausschusses, Entwurf eines Gesches, betreffend das Aufsuhen von Waaren- bestelungen und den Gewerbebetrieb im Umherzieyen (zweite Lesung), führte nur an einer Stelle (zu S. 23) zu einer Dis- kussion, indem der Abg. Winterer dafür plaidirte, daß der Verkauf von Petroleum im Umherziehen, namentlich in ge- im FJInteresse Regierungs-Rath 1g die möglichste Im Uebrigen wutrde das sung angenommen.

«talienischen

Arbeiterbevölkerung gestattet werden Dr, Biell sagte darauf Nan:ens der Regieru Berücksichtigung dieser Wünsche zu. Gesey ohne Diskussion in zweiter Le zweiten Gegenstand der Tagesordnung bildete der Etat der Tabackmanufaktuxr.

einige Bemerkungen im Anschluß beriht den Nußen der Tabackmanufaktux für das Land Speziellen für die dort beschäftigten Ar- Tabadpflanzer und die Konsumenten, die öglihst geringen Preis siher wären, reine

Personalveränderungen.

Königlih Prenßishe Armee. Beförderungen und Nersezungen. Berlin, 23. Februar. NRegt., dem Regt. aggregirt. in dieses Negt. ein- D., zuleßt îm Garde-Kür. Regt , in Lt. mit Patent vom 12. Dezember 3, wieder angestellt. vom Ulan. Regt. Nr. 5 zur Dienstleist. bei dem Großen Generalstabe, als Armee verseßt und zur Botschaft on, Pr: Lh,

Die Debatte Abg. Heusch- Kommijsions-

Ernennungen, Im aktiven Heere. Pr. Lt. vom 1. Garde-Ulan. Pr. Lt., aggregirt dem 1. Garde-Ulan. Regt , v, U; Pr. Lt. der Armee, und zwar als Pr. 1879, als aggreg. bei Graf Yorck v. Wartenburg, Pr. Lt.

Frhr. v. Loën, | eingeleitet dur

beiter, für die hier für einen m zu erhalten; Manufaktur,

dem Drag. Regt. Nr. 1

und kommandirt aggreg. zum Generalstabe der in Wien kommandirt. à la suite des Ulan. Regts. mando als Adjut. bei der v. Schad lung à la suite des R v. Bernstorff, Sec. Lt v. Webern 1,

Monopol, do. irimer noch, zu erwarten sei. Abg. Frhr. Zorn von Er beschwerte sich zu Gebote stände, um si ein faktur zu machen ; n ausgegeben zu sein, um immern zu lassen. Es sei in Geld verloren worden, nur wisse man nicht, wie viel. Jm Speziellen wäre es nöthig, zu wissen, wie viel von dem rkauft sei undzu welchem Preise, ferner ob der cht dur eine Verminderung des Auch scheine ihm der Hinweis auf der Manufaktur für die Landwirthschaft über- trieben, da alle Jahre weniger Taback im Lande von der Ma- chterstatter Freiherr Zorn darauf, daß der Bericht auf Kommission man könne über ein die Oeffentlichkeit bringen. t und sei so zu ihrer gün- Es scheine do rationell, ein Ge- chäft fortzuführen, von dem ein Uebershuß von 610 850 M eingetragen werden könne.

Darauf ergriff Unter-Staatssekretär Dr. längerer Ausführung das Wort, Parole „Stillschweigen“ Kommission haben legen, sv daß sie sich ei machen konnte. W den die Erstehungs zu demselben Preis worden sei;

v. Prittwiß und Gaf Nr. 5, unter Entbind. von dem Kom- 30, Kav. Brig., in das Regt. wieder- , Pr. Lt. vom Ulan. Regt. Nr. 9, unter Stecl- Adjut. zur 30. Kav. Brig. komman- . von dems. RNegt., zum Pr. Lt. be- Sec. Lt. vom Gren. Regt. Nr. 11, vom Inf. Regt. Nr. 28, t. Nr. 98, vom 190. April cr. ab auf ein g bei der S(hloßaarde-Comp. kommandirt. von Bach, Oberst-Lt. vom 1. Garde- behufs Wahr- des Generalstabes derselben, unter den Generalstab der Armee versetzt. gen. Im aktiven Heere. Berlin, u, Gen. Lt. und Kommandant von in Genchm. seincs Abschicedsgesuches, mit Pens. zur

dessen Einführung ; längerer Rede ergin Bulach (Sohn) gegen die Manufakti darüber, daß kein Material Bild von dem wirkli es scheine die Parole Stillschweige das Etablissement langsam einschl

: g ih dart d einrangirt.

chen Stande der Manu Art L: v, Wismar, Secc. Lt. vom Inf. Reg Jahr zur Dienstleistun 6, Februar. Regt. und kommanditt bei der Gen. Insp. der Art. nchmung der Geschäfte des Chefs Belafs. in diesem Verhältniß, in

Abschiedsbewilligun von Lucado

der Manufaktur

vorhandenen Stock ve Ueberschuß von 610 vnventars gewonnen sci.

350 M. ni

26. Februar. den Nußen

Frankfurt a. M,,

Disp. gestellt. Der Beri

nufaktur gekauft würde von Bulach (Vater) bemerkte ausdrüdlichen BesEluß der Zahlenreihen schäftsunternehmen nicht Alles an Die Kommission hälte genau geprüf

stigen Ansicht gekommen.

großes Ge-

Nichkamlliches. Deutsches Reich,

Berkin, 1. März. Majestät der nahmen gestern nah der Rückkehr von

Vorträge der Staats

Preußen. Kaiser und König der Spazierfahrt die Boetticher und von Puttkamer entgegen.

Vorgestern Nachmittag war der Staatss Haßfeldt roch von Sr. Majestät zum Vor

von Mayr zu Es sei durchaus nicht die ausgegeben worden , fondern alle Nechnungen und Dokumente Vorge- 1 genaues Bild von der Lage der Manufaktur stattgehabten Verkäufe anlange, so wür- kosten zum mindesten gedeckt, wenn der Rest e abgegeben würde, zu dem bisher verkauft von einem Verlust könne absolut keine Nede sein, Der Uebershuß von 616 850 seße sich aus dem normalen Geschästsgewinn Und aus der Realisirung des Stocks. für die Tabackmanufaktur spreche, falsche Vorstellungen des Etablissements seien von Oktober 1870 allgemeine Staatszwecte abgeliefert wor der Jnventarwerth habe sih troß sehr

gen von 5,8 Millionen auf 7,6 Milionen erhöht. sei ferner die Behauptung, daß nah den großen Ankäufen in

1879 und 1880 habe man 1881 weniger gekauft aber wieder cine Steigerung eingetreten.

die Einnahme aus der Tabackmanufaktur vom Hause genehmigt.

Den nächsten Gegenstand der Tag Petition von Tabackpflanzern der ge der Tabacfpflanzer betreffend. Jn der Dis- {lossen sich sämmtlihe Nedncr dem in dem Kom: beriht ausgesprohenen Wunsche an,

daß eine Erhöhun ländishen Taback veranlaßt 1

29, NCDTUdL. hat heute mit allen Stimmen Kommission genehmigt, Kanals von Straßbu gierung mit dem Ersuche1 Bauprojektes zu überweisen und projekts einen Kostenbetrag von 125 stellen zu lassen.

Minister von

ekretär Graf von trage empfangen

Se. Majestät der Kaiser Armee, General-Lieute- geren Vortrag halten.

: st bei Jhrer Majestät der gin haben der Königlihe Kammer- f Deynhausen und der König- Ompteda übernommen.

serlichen und Königlichen Hoheiten nprinzessin wohnten Victoria gestern Wernigerode bei.

Heute Vormittag ließen Eich von dem General: Quartiermeister der nant Grafen von Waldersee einen län

Den Kammerherrendien Kaiserin und Köni heec und Ceremonienmei lihe Kammerherr Freiherr von

Jhre Kai der Kronprinz mit Jhrer Königlichen Hoheit der Pr der Soirée bei dem Grafen Otto zu Stolberg-

zusammen der laufenden Fabrikation Wenn man von „Opfern“ so sei das nur geeignet, aus der Kasse bis April 1883 für den 3373 000 M, und erheblicher Abschreibun-

zu erwecken ;

und die Kro

alle Jahre weniger Taback

gekauft würde; ben Fahren

Der Bundesrath zusammen.

Die Bestrebungen zur Ein der Hausind

Sqgließlih wurde

trat heute zu einer Sipzung mit 610850 M

führung von passen- den Eifel-

je eine Korbflehtshule in den enbach und Nieder-Emm

esordnung bildete eine

Zweigen 1 den Z g Kantone Benfeld

kreisen haben nunmehr praktishe Gestalt ge zwar ist im November v. J. Ortschaften Amel, Bütg eine Holzschusterei in Bütgenbah und Wallerode Malmedy eröffnet worden. welche sich für 6 Wintermonate, für die engagirten Lehrmeister ,

sammen auf ca. 2550 A und bei den auf etwa 1600 M. vom Aachener Verein zur Béförderung der Theil aus Staatsmitteln hergegeben worden. flehtschulen werden z. Zt. von je 7, und die z\hustereien von je 3 Lehrlingen besucht. rsus, welcher für beide Industriezweige rd den auswärtigen Lehrlingen freies Unterkommen

Erstein, die La

els und je im Kreise sten der Einrichtung, einshließlih der Löhne Flechts{hulen zu- Holzschustereien zu- sind zum Theil Arbeitsamkeit, zum

die Regierung zu g der Eingangszölle auf aus-

(W D D) Der Landesai gegen 2 den Antrag seiner die Petition für den Bau eines rg nah Ludwigshafen der Ne- stellung eines eingehenden llung des Bau- 000 #4 in den Etat ein-

1 um Au

Die 3 Korb r die Ausfste

beiden Hol des Lehrku dauert, wi

6 Monate

Oesterreih-Ungarn. Wien, 2. Februar. _(Presse.) Die Frage der administrativen Trennung Böhmens soll nun ernsllih auf die parlamentarishe Tagesordnung ge- seßt werden. Heute wird abermals gemeldet, daß in der leßten Zeit eingehende Vorstudien stattgefunden haben, und diese selbst werden merkwürdigerweise damit motivirt, daß es gegolten hat, der „Verdächtigung“ entgegenzutreten, als ob die auf die Trennung fih beziehenden Vorschläge nicht ernst gemeint oder niht durchführbar wären. Nun liege ein Entwurf bereits fertig vor, in welchem die Grundsäße für die Verwaltungs-

theilung niedergelegt ersheinen. Ausdrücklih wird -zugleth- -—-

hervorgehoben, daß dieses Elaborat niht von Dr. Herbst ver- faßt worden sei, und das „Fr.“ hat {hon gestern den Namen des Verfassers genannt; es is Dr. Ruß. Seine Staats\chrift ist dem Prager Comité zur Begutachtung vorgelegt worden, und sobald diese erfolgt sei, werde die Vereinigte Linke nicht säumen, die Frage der administrativen Zweitheilung Böhmens au vor das Parlament zu bringen. Die Form, in welcher dies geschehen werde, sei gleichgültig. Gleichzcitig wird ange- kündigt, daß diese Frage schon auf die Budgetdebatte ihre Schatten werfen werde.

Großbritannien und Jrland. London, 28. Februar. (Allg. Corr.) Der gestern im Auswärtigen Amte unterzeich- nete Vertrag zwischen England und dem Transvaal- Staat stellt die Unabhängigkeit des leßteren unter dem Namen „Süd-Afrikanische Republik“ wieder her. An Stelle des bisherigen englischen Residenten tritt ein Konsul.

Die zur Untersuchung der Behausung der Armen auf Antrag Lord Salisbury's eingeseßte Königliche Kom- mission wird ihre Erhebungen auch auf Schottland und wahrscheinlih auch auf Jrland ausdehnen.

Jn Folge der Dynamit - Explosion in der Victoria - Station sind in der ganzen Metropole die Polizeiwachen abermals verstärkt und die größten Vor - sihtsmaßregeln getroffen worden, um allfälligen weiteren Attentaten der Fenier vorzubeugen. Die Direktoren der durch die theilweise Zerstörung des Stationsge- bäudes beschädigten Linie beschlossen gestern , eine Geldbelohnung zur Eruirung der Thäter auszuschreiben. Der an dem Gebäude angerihtete Schaden beziffert sich auf 3000 Pfd. Sterl. Für die zerstörten Effekten, die im Gepäck- bureau deponirt waren, erklären die Direktoren keinen Ersatz leisten zu wollen, da sie die Bahn als nicht haftbar betrachten.

29. Februar. (W. T. B.) Gutem Vernehmen nah ist von der Regierung beschlosse: worden, eine in den höflichsten Ausdrücken gehaltene Depesche an die nord- amerikanische Negierung zu rihten wegen der Hand- lungen amerikanischer Staatsbürger, welhe behufs Tödtung von Personen und Zerstörung von Eigenthum in England Dynamitkompl otte organisiren und ausführen.

Der Admiralität ging eine Meldung des Admirals Hewett aus Trinkitat zu, welche die Ankunft des „Helikon“ und die Ausschiffung des mit dem „Serapis“ angekommenen Regiments anzeigt.

29, Februar. (W. T. Y) Jt der heutigen Ober- haussizung erklärte Lord Granville: auf die Anfrage der englischen Regierung, auf welcher Basis die Pforte ein Einvernehmen bezüglih Egyptens wünsche, seien von der Pforte mehrere Punkte als Basis aufgestellt worden, die die englishe Regierung für unausführbar halte. Die eng- lishe Regierung habe darauf eine ihre Ansichten darlegende Antwort erlassen.

Im Unterhause erwiderte der Unter-Staatssekretär des Auêëwärtigen, Lord Fißmaurice, auf an ihn gerichtete An- sragen: die Unterzeihnung der Konvention zum Schuße der unterseeischen Kabel sei in aller Kürze zu erwarten. Was die Stellung des General-Konsuls Barin g in Egypten anlange, fo erwarte die Regierung, daß, wenn Baring in wichtigen Fragen der egyptischen Regierung feinen Rath zu ertheilen für nothwendig erachte, dieser Rath auch \o lange, als die provisorishe bewaffnete Beseßung Egyptens daure, befolgt werde. Der Präsident des Lokal Govern- ment Board, Dilke theilte ein Telegramm ausSuakim, vom 1. März, 1 Uhr früh, mit, in welchen gemeldet wird, daß in der Stadt Ruhe herrsche; jenseits der Voiposten sei kein Feind sichtbar. Ueber das Resultat der angeblich statt- gehabten Gefechte liege keine Nachricht vor, doch dürfte eine solche mit Tagesanbruch erwartet werden. Dilke fügte hinzu: es scheine kein Gefecht stattgefunden zu haben.

Die „Times“ bringt in ihrer zweiten Ausgabe eine Depesche aus Candia, von heute, wonach die Pforte Halil Rifaat Pascha an Stelle von Photiadcs zum Gouverneur von Kreta ernannt habe. Die chuistliche Bevölkerung sei dadurch in eine lebhaste Ausregung verseßt worden. :

1. März. (W. D. B.) Der „Daily Telegraph“ bringt ein den bis zur Nacht eingegangenen Mittheilungen widersprechendes Telegramm aus Suakim, von heute Vormittag 11 Uhr, wonach gestern den Tag über Gefechte mit dem Feinde stattgefunden hätten und leßterer auf allen Punkten ges{lagen worden wäre.

Calcutta, 28. Februar. (Allg. Corr.) Die Aus ffel- lung wird am 10. März durch den Vize-König geschlossen werden. Bis zum heutigen Tage wurde dieselbe von 630 000 Personen besuht. Die Negieru ng hat keine Bestätigung der von der „Army and Navy Gazette“ gebrahten Meldung erhalten, daß der Staatssekretär es für nothwendig erachtet habe, der indishen Negierung eine Verstärkung der Grenz- befestigungen gegen Afghanistan zu empfehlen.

Frankreih, Paris, 29. Februar. (W. T. V) it Senat richtete heute Graf St. Vallier eine Anfrage an die Regierung über die gegenwärtige Lage derLandwirth- schast und wies darauf hin, daß im Departement der Aisne die Landwirthschaft Jahre lang eine blühende ge- wesen sei, jegt aber vor dem Ruin stehe, und das sei im Allgemeinen die Lage der Landwirthschaft in ganz erankreih. Die Hauptursahe sei die in Bezug auf landwirthscaftlihe Produkte eingetretene Konkurrenz und die Einfuhr von fremdem Vieh; er verlange daher die Einführung landwirthschaftlicher Schutzölle. Der Minister für Landwirthschaft erwiderte: Cerealien und Vieh seien in den Handelsverträgen ausges{lossen; man würde daher von diesen Produkten Zölle nah dem Generaltarif erheben können, aber er halte das für dem allgemeinen Jnteresse zu- widerlaufend. Er {lage vor, in dem Devartement der Aisne eine Untersuchung betreffs der Lage der Landwirthschaft vor- zunehmen, und empfehle die Annahme des Gesetzentwurfs über den landwirthschaftlihen Kredit, der den Landwirthen den Ankauf von landwirthschaftlichen Maschinen, Werkzeugen und Sämereien erleichtern werde.

7 O R i G INNEC A tan

2 doi E E 4 ie v:

Jn der Deputirtenkammer wurde die Berathung der Jnterpellation Perrin über die militärischen Liefe- rungen fortgesezt. Perrin und die Radikalen beantragten die Vertagung der auf morgen festgeseßten Zutheilungen von militärishen Lieferungen. Der Kriegs-Minister Campenon und der Unter-Staatssekretär Casimir Perier sprachen sich gegen diesen Antrag aus. Vom Hause wurde die vom Mini- sterium vorgeschlagene einfahe Tagesordnung mit 315 gegen 119 Stimmen angenommen.

(Fr. Corr.) Der „Temps“ bringt folgende Privat-

—depeshe: „Hongkong, 28. Februar, 7 Uhr 10 Min. Véor-

gens. 4900 Mann sind im Delta ausgeschifft und der Rest der Truppen auf dem Marsche auf Flußdampfern. Man erwartet noh den „Shamrock“ und die „Sarthe“. Ein Bataillon und eine Batterie, die von Hai Dzuong ausgerüdckt sind, haben am Donnerstag, den 21. Februar, die große Pagode beseßt, die am Zusammenfluß des Song-Koi und des Kanals des Kapides liegt und sih dort verschanzt, ohne einen Schuß abzufeuern. Der Großmarschall von Kuang-Si i} in Bacninh mit Verstärkungen eingetroffen. Die beiden vom Hofe zu Hue entsendeten anamitishen Minister, um den Vertrag Tricou zur Ausführung zu bringen, langten in Hanoi an. Das Gerücht geht, daß der Prinz Hong, der Chef der anamitischen Widerstandspartei, nah Bacninh entflohen wäre und si über Ninhbinh nah Anam zu begeben versuche.

Italien. Rom, 29. Februar, (W. T. B.) Der „Diritto“ schreibt: im Ministerrath hätte der Minister- Präsident Depretis bezügli des gestrigen Votums der Deputirtenkammer über den Baccelli’ schen Geseßt- entwurf erklärt: er könne einer vereinzelten Demission Baccelli’s nicht zustimmen, nahdem \sih das ganze Kabinet mit demselben für solidarish erklärt habe. Die im Minister- rath vorwiegende Anschauung sei die, daß das ganze Kabinet demissionire; eine definitive Entscheidung si in dem heute Abend stattfindenden Ministerrath zu erwarten. Der König habe mit einzelnen Ministern, auch mit Baccelli konferirt.

L Van (W D V) Das Kabinet hat nochG nichts Definitives beschlossen. Heute findet abermals ein Ministerrath stait. Der „Popolo Nomano“ will wissen : das Kabinet suche Baccelli zur Zurücknahme seiner Demission zu bewegen ; falls dies nicht gelingen follte, werde das ganze Kabinet seine Entlassung nehmen.

Bulgarien. Sofia, 18. Februar. (Presse.) Der General:Major des russishen Generalstabes, Fürst Kanta- kuzen, ist am 9, d. M. hier eingetroffen. Er findet ein reiches Feld zur Thätigkeit vor. Das Sobrauije hat das restringirte Budget der Kriegsverwaltung ohne Fest- stellung der Ziffern der einzelnen Bezüge votirt, was die Ah- seßung mehrfacher Posten zu Ersparungszwecken nothwendig machen wird. Hierher gehört das Jnstitut der Woinski Nat- schalnißi und ferner die Frage der Rückberufung der zu JInstruk- tionszweden bei russishen Regimentern attachirten bulgarischen Offiziere. Bekanntlich hat das Sobranije das Kriegsbudget vor. 11 Millionen nur mit der imperativen Bedingung votirt, daß bei jedem Negiment zwei Druschinen von bulgarischen Offizieren befehligt werden müssen.

Nußland und Polen. St. Petersburg, 1. März. (W. T. B.) Der „Regierungs-Anzeiger“ veröffentlicht die Verlobung des Großfürsten Sergius mit der Prinzessin Elisabeth von Hessen.

Amerika. Washington, 29. Februar. B. Q. B) Das Nepräsentantenhaus nahm eine Bill, betreffend die Verhinderung und Bekämpfung der Vieh- fseuche, an.

Afrika. Egypten. Kairo, 27. Februar. (Alla. Corr.) General Gordon hat Sir Evelyn Barin g die telegra - phische Meldung erstattet, daß Sennaar ruhig ist und die dortige Garnison nihts zu fürchten hat. 237 invalide Soldaten gingen heute von Khartum nach Berber und Korosfko ab und 310 sollen morgen mit den Baschibozucks folgen. Die egyptischen Truppen gehen morgen unter dem Befehl des Obersten Duncan von Kairo nah Ober- Egypten ab. Ein Bataillon ¿ählt 21 Offiziere und 652 Mann, das andere 20 Offiziere und 648 Mann, Jnfanterie und Artillerie.

29 Tar, Wi D B) General Graham meldet: sein für heute beabsichtigter Vormarsch sei auf Schwierigkeiten gestoßen ; er habe denselben daher auf morgen verschoben. Aus Kassala wird berichtet: die dortige Garnison habe am-12. d M. cinen Ausfa!l gemacht und die Aufständischen vollständig in die Flucht geschlagen ; es herrsche jeßt bei Kassala vollständige Ruhe.

Suakim, 27. Februar. (A. C.) Gestern kamen hier zwei französische Kriegsschiffe an. Auf Grund der ge- troffenen Vorsichtsmaßregein haben \ih die Zustände in der Stadt etwas gebessert. Ein halbes Bataillon der Bezingers, welches, nah dem es seinen “Offizieren den Gehorsam ver- sag!e, sih weigerte seine Waffen abzuliefern, wird morgen nach Suez eingeschifft. Zwischen einigen freundlichen Stämmen und Osman Digmas Anhängern fand heute Nachmittag an einem Punkt etwa sieben Meilen nördlich von hier cin Kampf statt, dessen Ausgang nochch unbekannt ist, Ein Theil der ersteren hat sich indessen durch- geschlagen, und die Stämme sagen, sie seien Willens sih den Engländern anzuschließen und Osman Digma zu bekämpfen, aber sie wollten niht für die Egypter kämpfen. Sie können 5000 ins Feld stellen und verlangen nur unseren Schuß, der ihnen bis jeßt niht gewährt worden. Spaltungen herrschen allenthalben in den Reißen des Feindes. Die höchste Schäßung der Nebellenstreitmacht in der Umrunde von GOtar ist 7,000,

Trinkitat, 27. Februar. (A. C) Die Obersten Buller und Stuart kamen heute Morgen hier an. 6000 Rationen sind bereits im Fort Baker aufgespeichert, und man hofft, daß spätestens heute Abend 12000 Rationen Wasser und Proviant für Mannschaften und Pferde, hin- reihend für drei Tage, aufgehänft sein werden. Gestern unterhielten die etwa zwei Meilen vom Fort Baker fstatio- nirten ersten Linien der Rebellen, gegen 2000 Mann stark, den ganzen Tag hindur ein beständiges Feuer auf unsere Feldwahen und Vorposten. Das Feuer wurde nit erwidert. Während der Naht war alles stil, aber die zahlreihen Wachtfeuer des Neb-llenlagers waren deutlich sicht- bar. Wir werden wahrscheinlih am Freitag oder Sonnabend vorrüdcken. Wir erfahren, daß die Zahl der Rebellen sih täg- lih vermehrt. Allein es ist zweifelhaft, wie weit man den

i Kundschaftern, welche selber Rebellen sind und wahrscheinli

schenken darf. Auf jeden Fall, a wir mit 8000 Mann zusammenzustoßen.

wird aus Chartum unter raber an den Ufern r Unthätigkeit der früheren Drohungen sich dem Mahdi

zweien Herren dienen, Glauben indeß erwarte

(N. C.) Der Times” dem 27. Februar berichtet : des weißen Nils nur in Folge de Negierung oder in Folge von angeschlossen haben, so bes{hloß General Gordon, eine RNe- kognoszirung vorzunehmen , beruhigen und die

Da viele A

Einwohner Unzufriedenen E Ee S R LRERE Damp Sa den, mit dem Oberst Stewart weißen Nil hinauffahren und Gordons Prokl Wenn Khartum gecäumt w Regierung eingeseßt worden ist, Mahdi bald im ganz Bewohner von Syrien und Arabien in einer islamitishe Welt bedrohlihen W muß auf die Grenzen Kordofans beschränkt b Khartum, so entsteht eine ungeheure Gefahr. (W. T. B.) Eine am 1. Mär pesche meldet : General Gra eine Botschaft an Osn er die Zerstreuung söhnliche Natur der Mis aber erklärt, daß ander: vorrücken würden.

amation ver- ird, ohne daß eine feste so wird die Flagge des Ruhm die für die ganze eise beeinflussen. Der leiben; beseßt er

en Sudan wehen und sein

z in London eingegangene De- hamhat unter der Parlamentärflagge tan Digna gesandt, durh welche pfiehlt und auf die ver- sion Gordons hinweist, gleichzeitig falls die englishen Truppen heute

der Rebellen em

Zeitungsstimmen.

Die „Berliner Börsen-Zeitung“ {reibt :

Aus dem Regierungsbezirk Handel und Getoerbe jedenfalls n Vier und da haben zwar in Unterbrechungce funden, die

Liegniß wird berichtet, daß dort iht im Rückganae begriffen sind. Folge clementarer Einflüsse zeitweise n des Betriebes größerer gewerblicber Anlagen ftattge- Arbeitern nöthigten, so in Sagan rik und in den gewerblichen Theilen tr Gebirgs8freise durch Zerstörung oder Beschädigung der Wasserbetrieb- abei zeigte es fib, daß von einer allgemeinen te nicht die Rede sein kann, denn die dadur a Arbeit gekommenen Arbeiter fanden gleich in anderen Eta Auch fangen die aus einer ungünstigen Zeit in der Gewohnheit gebliebenen Klagen über das Darniederliegen von Handel und Gewerbe allmählich an zu verstummen, und wenn auch die ackterbau- treibende Bevölkerung durch ungünstige vorjährige Ernteve einem nit geringen Theil genöthigt isl, ensbedürfnisse zu beschränken, so mit der fortschreitenden Verbesserung und Verm nikation8mittel die Absatgebiete. Auf dem Gebiete der Textil- seit etwa zwei Jahren begonnene Wendung estand gehabt und Darauf deuten Erwei-

au ¿zur Entlassurg von durch den Brand einer Tuchfab

werke, aber gerade d Stockung der Geschäf blifsements wieder Beschäftigung.

rhâltnisse zu sih auf die nothwendiasten ib doch andererseits ebrung der Kommu-

c:wweitern f

industrie hat die bereits auch im abgelaufenen Jahre B verspricht weitere Fortschritte zu macen. bestehender für die Tuch-, wie für die L Glasfabrifkation, sc{wungen hat, p

einen- und Baumwollengewebe. Die soweit sie sih auf die Höhe des Kunstgewerbes qe- rosperirt, während Hütten, die sih auf die Änferti- Tafel- und Rüundgläser beschränken, Gerbereien beschränktes können, weil bei dem geringen Einfuhrzol Leder bei niedrigem Preise ländishe Waare in der Oualität der inländischen handwerksmäßigen Gewerbebetrieb tritt das Best weiteren Krei)jen deutlich hervor, den unter der Herrschaft des Gehen- lafsens durch die völlige Loslösung und Ungebundenheit der Einzelnen [ gegangenen goldenen Boden dur festere orgça- Veberall treten Innungen

Absatzgebiet l das amerikanische fertige bwohl diese aus- nachsteht. Im reben in immer

den Markt überfüllt, o

für alle verloren Verbindungen wiederzugewinnen. Giundlagen wieder ins Leben. cherinnung eine gemeinscaftlice Anftalt für zung durch die iche Förderung dieser

auf verbcßerten Grünberg die Tuchma Rauderei und Appretur errichtet, von deren Benut einzelnen Handwerkämcister sie si eine wesent Industrie verspricbt. :

Der Münchener „Allgemeinen Zeitung“ wird aus Straßburg geschrieben :

Der von dem Frhrn. Zorn von Bulah (Vater) im Auftrage der Finanzkommission des Landesausschusses abgefaßte Bericht über Tabcckmanufaktur über die Lage derselben aus.

sich durchaus Der vorhandene Stock von Cigarren eentsprehe niht den bôöéwilligen Gerüchten, die aus-

Der Bericht giebt ferner zu

fei gut und

manufaktur in Verruf zu bringen. erwägen, daß die früheren Filialen noch immer zu einem angemessenen Preije verpachtet seien, daß mit dem Verschwinden der Manufaktur inländiswen Tabak versc{winden würde, was besonders bei der eventuellen dereinstigen Einführung des Tabackmonopols in Deutschland der Manufaktur ein leichter und vortheilhafter Verschleiß gesicert sein würde. Aus diesen Grün- den ist die Kommission zu dem S&bluß gelangt, daß es „vortheilhaft sei, den Betricb dieses Etablissements fortzuführen, wenn wir auch kcine8wegs verkennen, daß bei der großen Konkurrenz, die in allen Industriezweigen herrs{cht, die Zinsen des Betriebskapitals kcine be- sonders hohen sein werden. Nichtsdestoweniger erscheint uns, na den uns gegetenen Erklärungen, der Ueberschuß von 610 850 4 ge- siert, und wir bechren uns daher, die Annahme desselben Vvorzu-

die Hauptabsatzquelle

In dem „Staats-Anzeiger für Württemberg“ Lesen wir:

Am 25, Februar hat eine zahlreich besubte Versammlung von Bertrauenémännern des deutsch-konservativen Vercins von Württem- berg in Stuttgart stattgefunden, in welcher cin Aufruf an das würt- tembergische Volk bes{lossen wurde.

„Im Laufe tes Jahres 1884 wird das deutshe Volk berufen werden, au!s Neue seine Vertreter in den Reichstag zu wählen. Nur zu oft ist bisher im Reichstage cine sa&liche Behandlung der Gegenstände dur persönlide und Parteirücksichten beeinträchtigt und die wohlwollende Absicht der Regierungen dur{chkreuzt worden. Soll diescr Mißstand fortdauern, oder wird es den vereinigten Anstren- eutschen Reicbes gelingen, für die aus- wärtige vnd innere Politik des großen Staatsmannes, des Reichs- kanzlers Fürsten Bismarck, eine Mehrheit treuer Anhänger zu gewinnen ? Eine Mehrheit meinen wir, welche bei aller Wahrung der selbstän- digen Ueberzeugung der Reichsregierung mit Vertrauen entgegenkommt und welche bestrebt ist, in gemeinsamem, friedlihem Zusammenwirken mit derselben die wahren Interefs Ueber diese Frage hat das deutsche Volk bei der bevorstehenden Neu- wahl zu enticheiden.* .

Wir treten offen und rückhaltlos, wie bis daher, für unsere Heeresverfassung ein und das Eintreten hierfür wird auch für andere der Prüfftein wahrer Reichstreue fein. leiierungen in unserem Heereswesen werden wir jedoch gerne die Hand bieten, wenn nur die Grundlage unserer Heeresverfassung an- erkannt und die Schlagfertigkeit des Heeres gesichert bleibt. Gleich wichtig wie die Aufrechthaltung unserer Heere8versassung ist die Kräfti- gung der finanziellen L2ge des Reiches und seiner einzelnen Staaten. Das richtigste Mittel dazu ist die weitere Ausbildung des Systems In erster Linie verlangen wir eine be- deutend größere Besteuerung des Tahacks, des Branntweins und des Eine weitere Grundlage des Gedeihens unseres öffentlichen Lebens ift die Hebung des materiellen Wohl- standes in allen Kreisen des Volkes.

Es heißt darin:

gungen aller Freunde des

fslen des Vaterlandes zu fördern ?

Zu Verbesserungen und Er-

der indirekten Steuern.

Börsenverkehrs

In dieser Beziehung ist

mit der Wiedereinführung eines gemäßigten Schußzollsystems ein erfeulider Anfang gemacht. Mindestens fordern wir für den Gewerbesiand die Kräftigung der Innungen dur Einräumung des aus\ckließlihen Rechtes an Innungêsmeister, Lehrlinge zu halten, und des Besteuerungsrechtes der Innungen zur Deckung ihrer Auslagen, fir den Bauerrstand die Schaffung leiftungéfähiger landwirth- 1chaftliher Krediteinrihtungen und Versicherungsanstalten. .

Centralblatt für das Deutsche Reich. Nr. 9. Inhalt:

=-+-Konsulatwesen: Ermächtigung zur Vornahme von Civilstände-Akten ;

desgl. zur Abhörung von Zeugen und Abnahme von Eiden; Erequa- tur-Ertheilung. Polizeiwesen: Ausweisung von Ausëländern aus dem Reichsgebiete.

Justiz-Ministerial-Blatt. Nr. 9, Inhalt: Erkenntniß des Reichs8gerichts vom 19, Oktober 1883.

Landtags- Angelegenheiten.

Die XVI. Kommission des Hauses der Abgeordneten zur Vorkterathung des Geseßentwurfs, betreffend Ergänzung und Abänderung einiger Bestimmungen über Erhebung der auf das Einkommen gelegten direkten Kommu nale ¿dgaben, hat sih wie folgt konstituirt : Schmidt (Sagan) Vorsitzen-, der, Dr. Hammadwer (Essen), Stellvertreter des Vorsißzenden, Graf Baudissin, Schriftführer, Mooren, Schriftführer, Loewe (Berlin), Ublendorff, Spielberg, Boh, von Quast, Hahn, Freiherr ron Dobeneck, Knobel, Knebel, Gaertner, Stergel Dr. Huvyssen, Freiherr von Huene, Dr. Lieber (Montabaur), Kaufmann, Metner, von Brzesëki,

Gewerbe und Handel.

Dem Jahresbericht der Berliner Handelsgesellschaft pro 1883 sind folgende Mittheilungen entnommen: Der Brutto- gewinn inkl. eines aus der Speztalreserve verfügbaren Uebertrags von 298 092 beträgt 2 708 346 Æ hiervon gehen zunächst die Verwal- tung? unkosten mit 325 999 (ab, dic allgemeine Reserve erbält 600 000 M, die Tantièmen an Verwaltung2rath und Geschäftsinhaber betragen 321065 Æ und die Dividende 79% =1 400000 Auf das neue Jahr werden 61289 4 übertragen. Der Gewinn auf Wechselkonto be- ziffert sih auf 294472 #, auf Eff-ktenkonto 267586 M und auf

| Konsfortialkonto 212638 A Der Gewinn an der Uebernahme der

Lübeck-Büchener Eisenbahnaktien wird erst in 1884 verrechnet. Der Bestand an Hypotheken ist von 958 446 4 auf 413017 4 zurüd- gegangen. Der Provisionsgewinn beträgt 691 447 M

Vei der Danziger Privatbank haben sich, wie der Be- richt pro 1883 mittheilt, die Umsfäte auf fast sämmtlichen Konten wieder gesteigert. Von den Noten waren durchs\cnittlich im Umlauf 2 687 400 Æ gegen 1 886 200 in 1882, wele dur einen eisernen Fonds von 1 000000 M in gemünztem Golde gedeckt waren. Die im vorigen Jahre neu aufgenommene Effcktenbranche bat sid günstig entwidelt und cia befriedigendes Erträgniß geliefert. Der Gesammt- Umsaß der Bank betrug 375 545 405 4 gegen 345 852 703 4 in 1882. Der Bruttogewinn stellt si auf 467 756 M = 15,59% gegen 387131 Æ = 12,90% in 1882, Das Gewinn- und Verlustkonto ergiebt nach Abseßung sämmtlicher Unkosten einen Ueberschuß von 286 553 Hiervon gehen für Tantièmen 11462 M ab. Die Aktionäre erhalten eine Dividende von 9% = 135 M pro Aktie mit 270 000 6 Der Rest von 5091 X wird auf neue Rechnung vor- getragen.

Die Stettiner Straßenbahne-Gesellschaft hat im Jahr 1883 eine Gesammteinnahme von 257 986 4 gehabt, gegen 292324 Æ im Jahr 1882, so daß {si eine Mebreinnahme von 9661 M ergiebt. Der Reingewinn bezisfert sich auf 24 320 Á, gegen 24266 Æ. im Jahre 1882, und die Dividende ist hiernach auf 2 9% festgeseßt worden, d. h. auf denselben Betrag wie im Borjahre. Die Summe der Abschreibungen beträgt 53 181 M, genen 31 009 M pro 18829,

Der Aufsidtsrath der Breslauer Diskontobank Friedenthal u. Co. hat nach Vorlegung des Gesbäftabs{hlufses pro 1883 beschlossen, der Generalversammlung cine Dividende von fünf Prozent vorzus{Glagen, ferner für uneinbringliche Forderungen 40587 M abzuschrciben und der Spezialreserve gegen zwei \{chwebende zweifelhafte Engagements noch 75 000 zuzuführen.

Die Bilanz der Bayerischen Handelsbank pro 1883 ergiebt cinen Reingewinn von 654 669 6 (1882: 625 805 e); zuzügli des Gewinnvortrages aus dem Vorjabre stehen 679 501 Æ zur Verfügung (im Vorjahre 683 398 $6). Davon soll die Ver- theilung einer Dividende von 61%, wie im Vorjabre, erfolgen ; 92 038 M sollen zu Rückstellungen, 6000 4 zur Dotirung des Be- amten: Pensionsfonds verwendet und der Rest auf neue Rechnung vor- getragen werden.

Na dem Recbnungsabs{hluß der Nürnberg-Fürther Eisenbahn pro 1883 betrugen die Cinnahmen inkl. Uebertrag aus dem Vorjahre 301 762 # die Ausgaben 245 445 M: demnach ergiebt si cin Ueberschuß von 56316 Æ, welcher laut Beschluß der General- versammlung in folgender Wrise verwendet werden soll: 42480 zur Vertheilung einer Superdividende von 24 \ für jede Aktie nah vorgängig bezabllen 12 Æ, 13836 als Vortrag auf das Jahr 1884, Der Pensions- und Unterstüßungsfonds enthält 75 789 4, der Bahnerneuerungsfonds 22 130 #4, der Reservefonds 29 408 4, der Werth tes Mobiliar- und Immobiliarvermögens beträgt 1 185 908 M. das Aktienkavital 303 428 M

Der Auffichtsrath der Süddeutschen Boden kredit- ban? bat beschlossen, M 82600 der Reserve zu überweisen, 6% als Dividende zu vertheilen und cinen Gewinnsaldo von M4 539 500 auf das Jaklr 1884 vorzutragen. Die gesarnmten mehr als 500 000 M betragenden Kosten der vorjährigen Conoertirung (von ca. 60 Mill. Mark 59% in 44 %/9 Pfandbriefe) wurden aus dem Jahreserträgniffe getilgt.

Die Generalversammlung der Allgemeinen Credit- Anftalt in Leipzig genehmigte ohne Debatte sämmtliche Anträge der Verwaltung Die Dividende, welche sofort zahlbar ist, wurde auf 109% festgesetzt.

Elbing, 1. März. (W. T B.) In der vergangenen Nacht ift ein Theil der Schichau’ schen Maschinenfabrik niedergebrannt, wodur gegen 600 Arbeiter augenblicklich brodlos geworden find.

Wien, 29. Februar. (W. T. B.) Der Verwaltungsrath der Kreditanstalt bes{hloß in seiner heutigen Sitzung, pro 1883 eine Dividende von 14 Fl. zu vertheilen, dem Reservefonds 20/9 des Reingcwinns (circa 419 000 Fl.) zuzuweisen und d:n Rest d:8 Gewinns mit 24000 Fl. für nähstes Jahr zu übertragen. Die Gewinne aus den Konsortialgescäften sind, insoweit dieselben am 831. Dezember 1883 abagerechnet sind, in das Erträgniß einbezogen.

London, 29. Februar. (W. T. B.) Bei der gestrigen Wol[- auTtion waren Preise unverändert.

London, 1. März. (W. T. B.) Martin Turner u. Co., oftindise Kaufleute in Glasgow, haben ihre Zahlungen eingestellt ; die Passiva werden auf 400 000 Pfd. Sterl. angegeben.

Washington, 29, Februar. (W. T. B.) Die Abnahme der Staatsschuld im Monat Februar cr. wird auf 27 Millionen Dollars geschätzt.

Der Export von Waaren im Januar überstieg den Import von Waaren um 1$ 677 000 Doll.

New-York, 29, Februar. (W. T. B) Baumwollen- Wocenberiht. Zufuhren in allen Unionshäfen 56 000 B,, Ausfuhr na Großbritannien 49000 B., Ausfuhr na dem Konti- zent 14 000 B., Vorrath 955 000 B.

Verkehrs-Anstalteu.

Hamburg, 29. Februar. (W. T. B.) Der Postdampfer „Albingia“ der Hamburg-Amerikanishen Padcketfahrt- Aktiengesecll\chaft ist gestern in Si. Thomas eingetroffen.