1904 / 285 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Meine Herren, der Herr Abz. Stythel scheint seine Lektüre über die Vorgänge in den ebemals volnishen Landesteilen auf ein sehr geringes räumlihes Terrain zu beshränken; sonst würde er über die Sokolvereine denn do< einen ganz - anderen Begriff haben, namentli, wenn er die Güte bâtte, seine Vlide na< Galizien zu wenden. (Zuruf bei den Polen.) Meine Herren, ih werde Ihnen den Nachweis führen, daß eine Drobung, wie sie dem Herrn Abg. Freiherrn von Zedliß beute in den Mund gelegt worden ist, in ganz anderer und viel \{<ärferer Form bon polnischer Seite ausgeht gegenüber den Deutschen und zwar au< von seiten der Sokfolfreunde, und daß, wenn einzelne von uns, die anonyme polnische Drohbriefe bekommen haben, an diesen Drobbriefen gestorben wären, wir“ {on längst unter den Lebenden niht mehr wandeln würden.

Meine Herren, ih bitte Sie, mi<h na< dem Ausland, Galizien, zu begleiten, und zwar au< den Herrn Abg. Stychel.

Im vorigen Jahre hat ein Sokoltag in Lemberg stattgefunden. Gr nannte si< eine Tagung des galizishen Sokolverbandes für alle Sokols der Dreiteilungsmächte, wie si< die Polen auszudrü>en pflegen. In der Einladung zu diesem Sokoltage beift es:

Wir find eine wihtige, ibrer Wege und Ziele h wohl be- wußte, nationale Organisation, welhe si zu den Grundsätzen be- kennt, daß die Zukunft den Kräftigen und Gesunden gehört. Wir bilden einen Vorposten, welcher mit seinem treuen Losung8wort und mit feinem Ideal no< keinen Augenbli> an dem Sieg des polnischen Gedankens gezweifelt hat; lat uns de polnische Volksgesamtheit dur< unsern Eifer und dur unsere tatkräftige Arbeit zur Schaffung Hunderter, ja Tausender folh:r verwandten Vorposien hinreißen, auf welchen die p olnishe Idee nicht ab“ danken und die polnishe Arbeit nicht aufhören wicd.

Dann heißt es weiter :

Wir warten auf Euch alle, um auf dem großen Turnfestplaßze gemeinsam mit Euch die Arme zum Gebet erheben zu können und in Gottes Namen durch fernere Arbeit die Wiedergeburt der nationalen Kräfte fortzuseßen.

Nun, meine Herren, diesem Aufruf entsprechend, hat ih denn auch das Fest vollzogen. (Zuruf bei den Polen: Ganz harmlos!) Ja, fehr harmlos! Diesem Aufruf entsprehend, ist au< das in Lemberg unter zahlreiher begeisterter Teilnahme der polnischen Bevölkerung gefeierte Fest, welhem au Abordnungen aus Preußen beiwohnten, verlaufen. Die preußishen Sokols hielten auf dem Wege nah Lemberg unter Führung eines deuts<hen Neichstagsabgeordneten, unter Vorantritt einer Musifkapelle zunähst in Krakau ibren Einzug. Daß ihnen da ein feierli<h:r Empfang bereitet wurde, ist das selbst- verstäändlibe Ret ihrer Landsleute. Aehnli>es vollzog si< dann auf allen größeren Stationen in Galizien. In Bowhnia überreißten Salzbergwerksarbeiter eine Salz gehauene kleine Figur, die einen polnishen Sensenmann darîtellte und die Inschrift trug: Tod den Hakatisten! (Zuruf des Abg. Styc{el: Sind das Staatseinrihtungen ?) In Lemberg selbft zogen die preußishen Sofkols unter den begeisterten Zurufen der Menge dur< eine Via triumphalis ein. Bei der Begrüßung der Gäste wurde natürlich das Lied „Noch ist Polen niht verloren®“ g:\ungen. In den Reden, ja selbst in der feierlihen Ansprale, welche ein hoher Kirchenprälat bei dem Festgotteëdienst bielt, ließen die Hinweise auf eine „bessere Zukunft Polens“ auf die „Erlôsung des Vaterlandes“ an Deutlichkeit ni<ts zu wünschen übrig. Der Verkandsvorsißende bezeihnete ganz offen die große glüdlihe Zukunft der polnishen Natién als das von den Sokols zu erstrebende Ziel. Bei dem Paradefestzuge, der dann vom Turnplazte dur< die Strafen Lembergs 309, waren besonders die unter Führung des von mir vorhin erwähnten deutschen NReichstag8abgeordneten, der cine Armbinde in den polnischen Farben trug, einhershreitenden preußis<en Sokolvereine der Gegenstand begeisierter Ovatioxen. Auch bier wurden sie mit Blumen beworfen und unter die Rufe „Ehre den Brüdern Großpolens!“ mi'<te \si< laut der Nuf: Smieré Prusakom ! heißt auf deuts{: Tod den Preußen! (Zuruf bei den Polen : Das ift als fals< widerlegt !) Das ist niht zu widerlegen! Auf Grund der vermeintlihen Widerlegung sind Erkundigungen eingezogen worden, die das als ganz zweifello3 festgestell haben. (Zuruf Polen: Die Zeugen haben es widerlegt! (Glode den Ich bitte, mi<h ni<t zu unterbre@en. Meine H um unbedate Aeußerungen kann es si< bei der Gelegerheit nit ge- handelt haben; denn das ganze Volk hat dem zuzejubelt. Meine Herren, der deutsde Neibstagabgeordnete, der diese preußisGe Sofol- Deputation geführt hat, war au< ein Preuße; er bätte also ten Zuruf: Tod den Preußen! vielleiht auf si beziehen können. (Zuruf bei den Polen: Das ist widerlegt!) Er aker und seine geehrten Fest- genossen haben diese Zurufe dankend akzeptiert und \si< von weiß» geklcideten Jungfrauen und von Frauen, die auf den Balkonen standen, Blumen itreuen lassen. Also Tod den Hakatisten und Tod den Preußen ! das war die Parole, unter der sih dieser {<öne Zug na< Galizien vollzogen hat. Aus den an si< charakteristisen Sokolbymnen, die in Lemberg gesungen worden find, will i< nur folgende Worte hervorheben: „Die Freiheit, das ist unsere Standarte, die Unabhängigkeit das einzige Ziel, wenn das Los ent- scheiden wird.“

Vieine Herren, auf derartige Vorgänge muß do<h geat#tet werden; sie sind bezeichnend ; sie beweisen im Verein mit anderen Vorgängen, die si< namentli<h in Amerika absvielen, do sehr deutli, wohin die Ziele der Sokolvereinigungen gehen. Und au in inländishen Blättern i< könnte Ihnen eine große Zahl davon anführen wird immer die Idee vorgeführt : die Sokolvereine sollen ihre moralis<en und physishen Kräfte zu dem Zwed>e stärken, um, wenn der große Tag der Vergeltung fommt, auh bereit zu sein. J< will Sie mit Einzelbeiten niht behelligen. Ich könnte Ihnen aus einer mir vorliegenden Denk- {rift ganze Seiten vorlesen, die die Richtigkeit meiner Behauptungen bestätigen.

Nun komme i< aber au< no< auf wiederholte geri>tli%e Ent- s{heidungen. Meine Herren, durch diese gerihtlihen Entscheidungen ist festgestellt, daß die Sokolvereine politishe Vereine sind, daß sie im wesentliGen Politik treiben, und wenn sie auh dur< Leibesübungen die anscheinend äußerli< hbarmlose Be- schäftigung dokumentieren, so läßt si< do< nah ihren ganzen Kundgebungen die Tatsahe niht leugnen, daß die Scokfol-

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Belegshaften

eingetreten sind, der Gladbach (vgl. Nr. 281 d. Bl.), wz die

Arbeit niederlegzten.

nationalpolnishe Ideen und Bestrebungen zu fördern. Ich verstehe es nit, wenn gestern der Herr Abg. Cassel hervorgehoben hat, daß die Schulräume in Berlin seitens der städtischen Verwaltung zu Zwe>en politischer Vereine niht hergegeben werden können, wie trog- dem die Turnhallen ungeahtet der wiederholten und, wie ih glaube, auch vielen der Herren Abgeordneten bekannten gerihtlihen Ent- scheidungen immer no< den Sokolvereinen zur Verfügung gestellt worden sind.

Nun hat der Herr Abg. Sty<hel auf deutshe Turner im Aus- lande verwiesen. Ja, meine Herren, zu den vielen guten Eigenschaften des deutshen Michels gehört auth die, daß er niht demonstriert, daß er si< im Auslande möglihst den Verhältnissen des betreffenden Landes anpaßt. Ih habe noch nie gehört, daß cin dentsher Turnverein im Auslande großdeuts<e Politik zu dem Zwe>e getrieben babe, um die Möglichkeit der Losreißung irgend cines Teiles des betreffenden Landes seinerseits durh seine Vereinstätigkeit zu fördern. Wäre das der Fall, dann würde wobl 24 Stunden na< Bekanntwerden dieser Tatsache ein fol<er deuts<er Turnverein vom Boden gefegt fein. Hier dagegen läßt man si jahrelang tas ruhig gefallen.

Meine Herren, daß die Polen ihre Eigenart bewahren, ist ibr gutes Net und ist ihnen, soweit si< das in erlaubten Grenzen bewegt, niht bestritten worden. Aber die Tatsache, daß gerade die Sokolvereine für die Dur<hführung des großen Er- Tlôsungs- und Raheaktes wesentliß mit bestimmt sind, steht uners<ütterlih fest; sie ist fein Phantasiegebilde, sondern, wie i< Ihnen eben nachzuweisen versucht habe, eine traurige Wahrheit.

Wenn nun der Herr Abgeordnete si< {ließli mit der Auf- forderung, gleihes Ret für alle ergehen zu lassen, an die preußische Regierung gewandt hat, fo kann i< ihm meizxerseits nur erwidern, daß von keiner politishen Agitation der Saß „Gleiches Necht für alle“ so verna<hlässigt und ihm so zuwidergehandelt wird, wie von der nationalpolnis<hen Agitation gegenüber dem Deuts{tum. Ein foles Maß von Verleumdung, von Fäls<hung der Geschichte, Darlegung ver- meintli<her Vorgänge, die unsere vermeintlih minderwertige Kultur gegenüber dem edlen Polentum beweisen sollen, steht einzig in der Welt da. Ich bin leider genötigt, die bezüglichen literarisen und sonstigen Vorgänge fehr ausgiebig zu verfolgen. Die Polypenarme, von denen

der Herr Abgeordnete spra, um die ganze Misere der vermeintlich unterdrü>ten polnis<en Nation innerhalb des preußishen Staats darzustellen, besitzt die nationalpolnis<e Agitation und verwertet fie in ganz anderer Weise über den ganzen Erdkreis, über alle zivilisierten Länder und versucht, die öffentliße Meinung zu ungunsten des Deutschtums und zum Natßteil unserer wihtizsten nationalen Inters essen auf das ausgiebigste zu beeinflussen. (Bravo! rets.) Abg, Irmer (fkons.): Zunächst habe ih es zurü>zuweijen, als ob, wie der Abg. Stycel meint, die preußishe Negierung gewisser- weise Hochverrat gegen die ösierreihishe beginge, wenn sie die Angriffe in der deutshen Presse dulde. Für mich genügt es au, daß der Minister erklärt hat, ein Erlaß, in den polnischen Familien folle Deutsch gesprohen werden, if ni<ht ergangen. Es soll bei dem bleiben, was seinerzeit der Reichskanzler ausspra<h, daß jeder zu Hause reden möge, wie ihm der Schnabel gewachsen it. Zu der Interpellation bemerke i< sodann, daß die ecinfade Lektüre des Allgemeinen Landrechts zeigt, daß dieses in seinen Bestimmungen die

es immer so dargestellt, als ob hier ein Eingriff in die Selbstverwaltung vorliegt. um das Gemeinderecht,

i der Staatsregi Hier handelt es fi aber nit fondern um das Schulreht. (Zuruf des Abg. Cassel: und das Gemeindere<t.) Nein, Herr Kollege Cassel, nur um das Shulre<ht. Schon in der Städteoröonung von 1808 if gesagt, daß besondere Verordnungen über die Schulangelegenbeite» ergehen follen, und der Minister Westphalen hat das in seiner Aus. führungsinstruftion zur Städteordnung von 1853 wiederholt. „Die Schuldeputationen sind der Schulbehörde beigegeben und so ein Teil derselben. (Abg. Casfel: Aus\c{ließli<?) Jch gebe zu, nicht aué {licß li, aber sie sind do als ein Organ der Staatsverwaltung anzusehen, Dadurch erklärt es sih au, daß in dieser Angelegenbeit nicht dur den Minister des Innern und den Oberpräsidenten Dorgegangen werden konnte, soudern nur dur< den Kultuäminister auf dem Wege der Verordnung, wog-gen es allerdings ein Verwaltungsstreitverfahren nicht gibt. Herr Cassel sheint anzunehmen, daß man auf seiten der Regierung dieses Streitverfahren absihtli<h vermeiden mötte. Bej feiner Geshi>lihkeit wird es ihm ja niht {wer werden, do< noh einen folhen Weg für die Berliner Stadtverwaltung zu finden. Nur hat Herr Hobrecht gestern gefragt, ob es notwendig und Élug war, so vorzugeben, namentli< sfoglei< eine allgemeine Verordnunz ay alle Städte zu erlassen. Nach meiner Ansiht war das für Berliy \<onender, als wenn si die Verordnung nur gegen Berlin gerichtet bätte: s. Zt. als der Stadtverordnete Singer în die Schuldeputation gewählt wurde, hat die Regierung auc an alle Städte die Verordnung erlassen daß Sozialdemokraten dafür nicht gewählt werden dürfen. Meine Freunde meinen nit nur, daß die Regierung in ibrem Vorgehen zu re<tfertigen sei, nein, daß sie ihre Pflicht versäumt hätte, wenn sie Piese Maß, nahmen unterlassen bâtte. Ih gebedem Abg. Hobrecht zu, daß die Regierung es fi< wobl überlegen mußte, che sie Berlin gegenüber in foler Konflikt eintrat. Aber welche Rü>sicht sollte sie nehmen, nabdem seit 1862 die fog. liberale Aera dort eingetreten war mit der Ver, weigerung der Beteiligung an einem Mahl zu Ebren eines dem Herrsherhaufe nabestehenden Prinzen. Jh bin wie der Abg. Hobrecht ein reund der Selbstverwaltung ; aber die Stähte haben diese doch erst von der Regierung erhalten und nur unter der Vervfl <tung, im Rahmen der Geseße zu bleiben, W2nn das geschieht, fo werden wir über Eingriffe in die Selbstverwaltung Hier uns niht mebr zu unter- balten haben.

Darauf wird ein Schlußantrag angenommen.

Abz. Fishbe> (fr. Volksp.) zur Geschäftsordnung: Bei Inter- pellationen ist ni<t wie bei Anträgen ein Schlußwort möôglih. Die Majorität hat das Recht, die Debatte zu c{hlicßen, und 1< verstehe es au< vom Standpunkte der Majorität, daß sie ges{liofsen hat. Aber man hâtte uns von der Minderheit do< die Möglichkeit der Antwor! gegen die Abzg. von Zedliß und Frmer lassen sollen. Wir haben sebr viel dagegen zu sagen und behalten uns nun die Antwort für später vor. Sie wird niht ausbleiben. : Abg. Sattler bedauert in persönlicher Bemerkung, daß der Abg. Irmer seinen abwesenden Freund Hobreht scharf angz2grifen habe, oÿne ihn vorher zu verständigen.

Abg. Irmer: Ich hatte niht die Absiht, Herrn anzugreifen, sonst bâtte i< ihm lovalerweise vorher mat. Es wird au< niemand in meinen Angriff finden können. _— Abd: Sattlex: steht mir do< zu.

: T0: Sty<el bält seine Behauptung über deu Sprazenerlaß aufre><t. Abg. Ernst: Ein Vorwurf gegen den Minister, daß er keine großzügige Politik treibe, hat mir ferngelegen. Jh werde später no< darauf antworten.

Damit ist die Jaterpellation erledigt.“

Schluß 5 Uhr. Nächste Sizung Sonnabend 11 Uhr.

Hobre<t scharf l Ptitteilung ge- Worten eineu {arer

Ein Urteil, wie Herr Jrmer gespro>den hat,

konfessionelle, ni<t die Simultanshule im Auge hat. Nun wird

(Anträge.)

für das Jahr 1903 463 150 2 046 206 1234 033

812 17 )

Ehbeschließungen . a, Geburten . | eins<ließlid Sterbefälle / der Totgeburten | Es beträgt mithin der Geburten- a Unter den Geborenen waren uneheli< Geborene. . . .. : So. A 2

Zur Arbeiterbewegung. Aus Caffel wird der „Rh.-Westf. Ztg.* gemeldet, der Braunkoblenzechen „Fried „Marie“ im Habichtswald in einen Autstand

auf }

auf Agitation in Lohnangelegenheiten zurü>-

Wilhelm“ und

zuführen ist.

In der Weberei von Heinrih Bößzelen jr. in München- ausftändigen Arbeiter am Sonnabend die Arbeit wieder aufgenommen hatten, ift es zu neuen Streitigkeiten gekommen, infolge deren die Arbeiter jeßt aufs neue die

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vo ofents

In Argentinien ist, na< einer Meldung der „Agence auch der zweite Tag des Ausstands (vgl. Nr. 284 d. Bl kor.mer rubig verlaufen. In der ganzen Revublik erlitt der lide Dienstbetrieb keine Unterbrehung. Die Arbeitseinstellungen waren weniger zablreih als am erften Tage. Die Zeitungen beglüd- wünschen die Regierung zu ihren erfolgreiGen Maßnahmen.

Literatur.

Der Bau des Weltalls von Professor Dr. Scheiner. Mit 24 Figuren im Text und auf Tafeln. (,Aus Natur und Geistes- welt.“ Sammlung wissens<aftlih-gemeinverständlicher Darstellungen aus allen Gebieten des Wissens. 24. Bändchen.) 2. Auflage. Verlag von B. G Teubner in Leipzig. Preis geb. 125 #4 Der Verfasser schildert in dem vorliegenden Bändchen, das \Hon nach kurzer Zeit in neuer Auflage ersheint, den inneren und äußeren Bau des Weltalls. Durch geshi>t gewählte Beispiele weiß er zunächst eine Vorstellung zu erwe>en von der Giöße des Raumes und der Zeit, die für das Weltall in Frage kommt. Er geht dann darauf ein, wie das Weltall von der Erde aus ersheint, und erörtert den Bau der Sonne, der Ferne und der Nebelfle>en, wie er fih mit Hilfe der Spektralanalyse ermitteln läßt. Zahlreiche Ab- bildungen sind beigegeben. Ueberall sind die Ergebnisse der erakten Forschung von dem, was dur Hyvothesen ershlosszn sheint, geschieden, und auch die Grenzen unscrers Wissens werden nicht vershwiegen. Das Buch ift eine gute Einführung in die Astronomie und ein Beispiel dafür, wie ein Wissensgebiet allgemein verständlih nnd doch ohne Verflahung bebandelt w-rden kann.

Römische Shlendertage. Von Hermann Allmers. Elfte illustrierte Auflage mit zwanzig Vollbildern. Verlag von Schulze, Hofbuchhandlung in Oldenburg. 6 X, geb. 7 A Die elfte Auflage seiner „Römischen Schlendertage“, die der Verlag den Freunden und Verehrern des Dichters als Wethnachtsgabe bietet, hat Hermann Allmers nidt mehr erleben sollen. Im Frübjabr 1902 wurde der greise „Marschenpoet“ und „Römishe Sthlenderer" in ‘der Gruft seiner Ahnen zu Rechtenfleth als der leßte

N! e >

vereine politishe Vereine sind, ¡u dem Zwe> gegründet, uu

niemals d. h. ein Vielschreiber, gewesen ; die Gaben aber, die seine Muse uné ges>enkt, sind dur< ihre Tiefe und Gediezenheit wertvoll. au< fein Buch über Rom mit Anschaulichkeit und Wärme Was Allmers in Jtalien mit Dichteraugen geschaut, wußte er in einer plastisben, dichterishen Darstellung festzuhalten. na< Originalzeihnungen des Künstlerfreunde verleiben dem Buch cinen künstlerisen Smut>, der es als Gabe für den Weihnahhtstis< no< ganz besonders empfeblens- wert erscbeinen läßt.

gesammelt und herausgegeben

Statiftik und Volkswirtschaft.

Ebeschließungen, Geburten und Sterbefälle des Jahres 1903

Die neuesten Zufammenstellungen des Kaiserlichen Statistishen Amts ergeben dagegen im Jahre 1902 457 208 2 089 414 1187 171

3 902 243 4 177 083 8 64 679

im Deutschen Reich.

im Dur(schnitt von 1894/1903 449 774 2018611 1218 908

799 706

179 963 64 488

auf 1000 der Bevölkerung 1903 1902 1894/1904 7,91 7,92 8,20 34,94 36,19 236 80 21,07 20,56 22 22

13,87 15,63 14,58 Prozent der Geborenen 8,33 8,48 3,09 3,10

ein fru<btbarer Schriftsteller in modernem Sinne ' So if geshrieben.

iung festzu! Zwanzig Vollbilder Berfaffers selber und seiner römischen

Waldbornlieder. Jagdlieder aus alter und neuer Zeit,

von Konrad Dreher. Mit 24 Ab-

seines Stammes jur ewigen Ruhe gebette. Allmers is

bildungen nah französfis<en Holzschnitten aus dem 17. und 18. Jahr- bundert und nah Orizinalzeihnungen von M. Köppen, E. Ko}sutb, H. Lossow, E. Stern und F. Stu>. Verlag von I. J. Weber in Leipzig. Preis in Originaleinband 4 A Ein kleines Practwerk, das dem Weidmann sowie den Liebhabern humoristisher Literatur untd fröbliher Volkspoesie empfohlen sei. Der allzeit zu Sgerz aufgelegte Nimrod Konrad Dreher hat die „Waldbornlieder“ alter und neuer Zeit gesammelt und man<es aus eigenem beigesteuert. Mit Originalbeiträgen sind ferner vertreten Franz von Kobell, Hermannn von Schmidt, L. ESanghofer, Brund NRauchenegger, Rudolf von Baumbach u. a. Eine ganz: Anzabl Lieder und Neime entstammt der uners{öpfli<en Fundgrube „Aus des Knaben Wunderhorn“, dem „Immerwätrenden Jägzerkalender“ von Hans Friedr. von Fleming (1749) und den „Oberbayrishen Liedern“, die im Auftrage und mit Unterstüßung König Marimilians Il. für das bayeris<e Gebirg8volk voa Franz von Kobell gesammelt und 1860 herausgegeben wurden. Franz Stu>, Heinri Lossow, Egon Kossuth und E. Stern \teuerten Originalzeihnungen bei, während Mar Köppen zwei Dußend Illustrationen nah französishen Holzschnitten des 17. und 18. Jahrhunderts lieferte. Jede Seite des typographish ge<mad>voll ausgeführtzn Buches zeigt unter Verwendung von Bigaetten Kopf- und NRandleisten, Üeberschriften und Jnitialen in Mo

__— RKursächsishe Streifzüge, Wanderungen in der Niederlausig. Von Otto Eduard Schmidt. Zweiter Band. Verlag von Fr. Wilh. Grunow, Leipzig. (4,75 46) Wie in dew ersten Bande hat au< im vorliegenden der Verfasser es verstanden, mit gleihem lievevollen Eingehen Vergangenes und Gegen- wärtiges ans<hauli< zu behandeln. Er führt uns in die Gegenb von Senftenberg und Altdöbern, in den Spreewald, von der Spree - zur Oder, nah dem Stift Neuzelle und seinem Hinter- land, vom Schwilo<hsee zur s\{<warien Elster, in die Stlöfser des Grafen Brühl und na< Dobrilugk. Das Landschaft- liche, Historishe, Kulturele und Wirtschaftlihe der geschilderten Gegenden bat gleihe Berücksichtigung gefunden. Bei dem erhöhten Interesse das die Gegenwart der Heimatskunde erfreulider Weise ent-

egenbringt, ift zu hoffen, daß das Buh übzr den Kreis der Laufig finaus dankbare Leser finden wird.

Aus der großen Zabl der für Weihnachten auf den Bücher- markt gebrahten Jugendschriften seien drei im Verlag von Emil Perthes in Gotha erschienene Bändchen hervorgehoben: Die Pflege- föhne, Erzählung für die Jugend von Marie Arnim (2 ); Deutsche Jugend in shwerer Zeit, Erzählung für die reifere Jugend von Josephine Siebe (2 #4) und Wie Lenchen eine Heimat fand, Erzählung für die Jugend von derselben Verfafserin 2 #4). Wenn diese Bücher sih au< nit über den Durchschnitt der üblihen Jugendliteratur erheben, können sie do als gesunde, dem Nerständnis und Geshma> der Jugend angepaßte Unterhaltungs- literatur empfohlen werden.

Das gleiche gilt von zwei im Verlag von I. F. Lehmann in München erschienenen Jugendshriften: Aus Tagen deutscher Not von Anton ODhorn (2 #4) und der Naub Straßburgs von Fritz Lienhard (2 #4). Diese beiden Bücher stehen insofern auf einer bôheren Stufe, als in ihnen mit Geshi> die Erzählung auf bistorisdem Hintergrunde aufgebaut ift. Lienhard, der bekannte elsässishe Schriftsteller und begabte Diter, s{hildert mit patriotischer Wärme die traurige Zeit deutscher Zertissenbeit zu Ende des 16. Jahr- hunderts, während Anton Ohorn das Sci>sal des Dichters Seume schildert, der als Student von bessishen Werbern gepreßt, gezwungen an dem amerikanischen Befreiungsfkriege teilnehmen mußte.

In einer Erzäblung für die reifere Jugend Naupenhbelm und Pi>kelhaube (Verlag von Hirt u. Sohn, Leipzig) verfl >t Karl Tanera Selbsterlebtes mit freier Erfindung. Die frish geschriebene Kriegserzählung führt den Leser auf die SÞlacbtfelder von 1866 und die des deutsh-französishen Krieges. Das hübs< ausgestattete Buch kostet 5 M i: : : : :

Unter den für heranwasende Mädchen geeigneten Büchern ift zunähst das von Thekla von Sumpert begründete, von Berta Wegner - Zell herausgegebene „Töchteralbum* (Verlag von Carl Flemming in Glogau, 7,590 4) zu nennen, das nunmehr zum 50, Male erscheint. Der besonders reih auszestattete Jubiläums» band ist mit 29 Farbendru>bildern, 8 Beilagen und zahlreihen Ab- bildungen ges{müd>t. Ihre Majestät die Kaiserin Auguste Victoria hat für den Jubelband zwei interessante, Döchstselbit aufgenommene Photogramme als Ehrengabe geïpendet. Vom übrigen Inhalt des Bandes, der 37 Bogen Großformat umfaßt, sei hier nur Einiges erwähnt. So ein „Blütenstrauß*, zu dem eine Anzahl Dichter und Dichterinnen Beiträge gespendet haben, die hands(riftlih, in künst- [erisher Umrahmung, wiedergegeben wurden. Ferner ein Märchen von der Lerh?z von Therese Dahn, eine Entitehungsgeshihte des „Töchteralbums3", die die jeßige Herausgeberin als Einle'tung voranstellt und in der voll Anerkennung der Begründerin des Werks, Thekla von Gumperts, geda<t wird. Paul Lindenkterg erzählt Interefsantes vom Neickskanzlerpa‘ais in Berlin. Ein Bild der Prinzeß Elisa Radziwill, der Jugendliebe des ersten Deutschen Kaisers, ebenso eine Original- zeihnung der Prinzefsin, die fie und Herrn von Wildenbruch, den ‘Vater des Dichters, auf der Gartenterrasse des historishen Palais zciat, sind dem Beitrag eingefügt. Hervorzuheben sind au eine Albre<t Dürer-Studie von Dr. Georg Malkowéky mit guter Wieder- gabe berühmter Bilder des Meisters und ein Lebensbild der Mutter Biêmar>s mit einem jugends{êönen Porträt. s

In demselben Verlage is au< ein neuer Band von „Herz- blätthens Zeitvertreib" (6 M), begründet ebenfalls von Thekla von Gumpert und herausgegeben von Berta Wegner - Zell, er- scienen. Das gut illustricrte Buch, ein willkommener Freund der Kinderwelt, bringt für die Kleinen vom 4. bis hinauf zum 10. bis 12. Lebensjahre Unterhaltung und Belehrung in gediegener, fris<- fröhliher Form. Erzählungen und Gedichte aller Art ernsten und heiteren Inhalts bringen den Kleinen reite Anregung; namentli sind die vielen hübschen Tiergeschichten hervorzuheben, die den etbiscen Zwe> anstreben, den Kindern Liebe und Schonung gegen alles Getier einzuimpfen. Eine wertvolle Beigabe find die se><s originellen Be- shâftigungstafeln, die in Wort und Bild Anleitung und Antrieb zu ei ener s{öpferisher Tätigkeit geben. Das Buch, das seit 49 Jahren eríheint, wird vielen Kindern ein willklommenes Weihnachts geshenk sein. S

Die legte Nummer des „Kunstwart" (Verlag von Callwey, München) enthält auf 172 Seiten den literaris<hen Natgeber für 1903. Es ist an dieser Stelle bei dem Erscheinen des Ratgebers im vorigen Jahre auf das Verdienstvolle des Unternebmens bingewiefen, dem ges bildeten Leser einen Wegweiser dur< die ungeheuren Bereiche der modernen Literatur zu bieten. In diesem Jahre sind einzelne weitere Ge- biete in den Ratgeber neu aufgenommen: Bühnenwesen, Germanistik, fatbolishe Theologie und Rechtslehre. Bei Anerkennung für die mühevolle Durcharbeitung des überreichen Stoffgebiets kann man den Wunsch nit zurü>orängen, daß der NRatgeber in Zukunft nicht no< weiter an Umfang zunehme. Schon jetzt enthält er manches Ueberflüssize. Die beigegebenen Illustrationen “verdienen na<h Aus- wabl und Wiedergabe. alle Anerkennung Die Weihnachtsnummer dec „Modernen Kunst" (Verlag Rich. Bong, Berlin W. 57 Preis des Heftes 3 H, für

nnenten 1,20 4) entbält u. a. drei große farbige Kunstblätter,

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stimmungévolle Landschaft von Hans Schulze, ein humoristishes rístü> von A. Weczerzi> und eine Atelierszene von L. A. Tessier, Holz- itte nah Gemälden von Henry Ryland, F. Nath, Paul Desëcelles u. A,, ein von E. Watlin umrahmtes Bild von C Saccagi „Andacht“.

n Interesse sind die reih illustrierten Aufsäße von Lu Volbehr

r „Zinnsoldaten“, von Alex Braun über stlerlebtuden, von Pudor über modernes deuts<es Metallkanstgewerbe, endlich Julius tindes Lebenébiid: „Des alten Fräuleins alte Kate“ und eine eihnahtshymne von Theo Schäfer. R Kriegsgescbibtli<he Beispiele aus dem deutsh-franzö sishen Kriege von 1870/71 von Kunz, Major a. D. 18. Heft: Die utshe und französishe Ariillerie, die deuts<hea und französishen ioniere in der Schlacht von Wörth, die Atta>ken der französiscen Küra'siere bei Morsbronn und der Kampf des 88. Regiments im Niederwalde. Mit dem vorliegenden Heft hat der Veifasser die von ihm seit 2} Jahren erfolgreih betriebenen Untersuchungen über die gewaltigen Kämpfe von Wörth beendet. Wie bereits früber (vergl. zulegt Nr. 70/1904 d. Bl.) bervorgeboken, ist auf die Gelände- beshreibung eine ganz besondere Sorgfalt verwandt worden und zwar, wie es im Votwoit heißt, auf Erund eingehender _und wiederholter persönliher Studien des Autors an Ort und Stelle. Hier- durh erst ift es gelungen, das re<te Verständnis für das Ver- balten der höheren Führer und das Benehnien der Truppen zu gewinnen und manden Zweifel oder gar Vorwurf aufzuklären, den diefe oder jene Episode des Gefechts vielleiht hervorgerufen hat. Die von Major Kunz entworfenen Pläne mit Truppen- einzeihnung und sonstigen Erläuterungen bieten also, in Ver- bindung mit den Terxtschilderungen, dem Leser gewissermaßen ein plastishes Bild der Entwi>kelung der S<lacht, aus dem er die erstere bis auf den Wez jedes einzelnen beteiligten Truppenteils genau verfolgen kann. Besonders interessant ist u. a. die Schilderung der im Titel angedeuteten Atta>en der französishen Kürassiere, die Klarstellung . der Leistungen der beiderseitigen Ariillerie sowie der Genietruppen, die Darstellung des * Kampfes des 88. Regiments und die über den Straßenkampf_ in Wörth angestellten Untersuhungen. Ein beigegeberes Sach- register bringt einerseits Berichtigungen zu den daéselbe Thema be- handelnden Heften (13—1*) und erleichtert andererfeits au erheblich die Benuzung bei späterem Nachshlagen und bei Studien. Zu solhen ist das Kunzse Werk überhaupt sehr geeignet und zu empfehlen. Ein in Autsiht gestelltes Hauptwerk soll demnächst er- seinen, die Shla<t von Wörth im Zusammenhange, in großen Zügen \ildern und die Maßregeln der höheren Führer vor, während und nach der Aktion eingehend beleu<ten. Hinsichtlich aller taktischen Einzelbeiten soll jedo< dabei auf die jegt abgeshlossenen Hefte S verwiesen werden, sodaß auch diese ihren bleibenden Wert ehalten.

Handel und Gewerbe.

Bei den Abre<hnungsstellen der Reichsbank wurden im Monat November abgerechnet: 2603 192100 #

Nah der Wochenübersicht der Rei<sbank vom 2, De, zember betrugen (+ und im Vergleich zur Vorwode):

Aktiva: 1904 1903 Metallbestand (der | di c Bestand an kurs, | fähigem deutschen | Gelde und an Gold in Barren oder aus- ländishen Münzen, das Kilogr. fein zu | 2784 A. berechnet) |

Bestand an Reihs- fassenscheinen

| Bestand an Noten | le

1902 k

1000305000 | 898942000. 8 25 998 000) (— 35 380 000)(— :

25 445 000 412 000)

7 671 000 (— 16 938 000)|(— 640 000

8 999 000 |

7 352 000)|(+ 921986000 | i(+ 24 005 000}|(+

anderer Banken

Bestand an Wechseln |

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791 (+ 1423 Bestand an Lombard-

TOTDETUNGEN «+4

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63 846 000 | (+ 8 521 000) (+ | 99 707 000

7 214 000)

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Passiva: das Grundkapital 150 000 000 | 150 000 000 : (unverändert) | (unverändert) 47 587 000 | 44 639 00€ (unverändert) | (unverändert)

150 000 000 (unverändert) 51 614 906 (unverändert)

1 293 941 000 | 1277 5 (4+ 354

der Reservefonds

der Betrag der um- | laufenden Noten . | (+ 833 432 000) die sonstigen tägli ! fälligen Verbind- | lichkeiten | 7 0 0929 O (— (— 37 967 000) (—+ j die sonstigen Passiva | 36937 000 31 504 ( (+ E

613 000) (+ 1 182 0C0). Die Aknabme des Metallbestandes war um 9,3 Mill. geringer als î

248 010 009 29 865 000)

91 000 | 1 32 000) (+

588 848 000 | 613 59

als im Vorjahr; der Metallbestand felbst überschreitet vorjâbrige Summe um 101 Mill. Mark, der Wechselvestand ist 130 Mill. Mark geringer als im Vorjahr, die tägli< fälligen Ver- bindlichkeiten bleiben um 61 Mill. Mark binter dem Vorjahr zurü.

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(Aus den im Reichsamt des Innern zusammengestellten eNachrichten für Handel und Industrie“) Rumänien.

Bestimmungen über Höndlungsrei

Gebrauch von Warenmustern und M Königliche Verordnung vom 29. Mai/11. Juni d. Reglement über die Handlungsreisenden sowie über di ( von Warenmustern und Modellen ift laut Königliher Verordnung vom 30. September/13 Oktober d. J. durch ein neues erseßt worden, das gegenüber dem alten folgende Aenderungen aufweist:

Artikel 1: Nah dem neuen Reglement können Handlungs- reisende ni<t nur, wie im Abs. 2a des alten Reglements vorgesehen, bei Kaufleuten und Wiederverkäufern, sondern auc bei Industriellen und Landwirten Bestellungen aufnehmen, jedo< nur insoweit, als landwirtshaftlide Maschinen und Geräte in Frage fommen. Dementsprehend ist au< der Wortlaut für die in Betracht kommende Legitimationéfarte abgeändert worden. Die Bestimmungen des alten Reglements (Abs. 2b), welhe fi<h auf die Handlungs- reisenden beziehen, die Bestellungen nah Mustern bei Privat - leuten aufnehmen fonnten, find in dem neuen fortgefallen, ' des- aleihen die für diese Klasse ron Handlungsreisenden vorgeschriebene Legitimationskarte (Art. 4, Abj. 3, Ziff. 3).

Artikel 9: Die Länge von Garnfäden aus animalishen od vegetabilishen Spinnstoffen, die als Muster ohne Wert dienen follen, ist von 10 auf 2d ecm erhöht worden. Außerdem ift die Bestimmung, wonach die Unbrau&barmachunga dur< Durhlöcherurg nur bei Stoffen, Tüll, Spißen, Posamenten, Tapeten und jedweder Art von Manu- afturwaren, deren Zeichnung auf einem kleinen Stück niht vorgeführt werden fann, Arwendung finden darf, fortgefallen.

Artikel 10, Abs. 3, Ziff. 1V: Nach dem alten Reglement war de Handlungsreisende verrflihtet, bei Wertmustern außer dem Stempel für die Eingang8anmeldung no< die Plombierungskosten zu tragen. Das neue Reglement hat nur die Stempelgebühr für die Ein- gangsanmeldung beibehal‘en, während alle anderen Zahlungen, auch die für Anlegung von Bleien und Stempeln, in Wegfall

fommen find. / E : S A Artikel 9: Im Abs. 3 ift statt der Worte: „wie das Modell

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einer Dampf- oder sonstigen Maschine“ zu seßen: „wie das Modell

eines Dampfers, einer Maschine usw.“.

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Der Handel mit Lederhanos<huhen in Skandinavien.

Die Handscbuhindustrie in Dänemark und der Handschuherport aus diesem Lande, der ziemli< bedeutend gewesen ist, sind sehr zurü>gegargen. Die Autfuhr ift von 3150 kg (Wert: 183 000 Kronen) im Jabre 1897 auf 3!5 kg (Weit: 18 000 Kronen) gefallen. Die Einfuhr ist dagegen ve: hältnibmäßig gestiegen; sie betrug 1897: 2955 kg im Werte von 295 000 Kionen und 1902: 9190 kg im Werte von 643 (00 Kronen. Das Hauptbezugsland is Groß- britannien. Man verlangt im allgemeinen eine mittlere Qualität. Im Einzelverkauf kostet ein Paar 1,50 bis 5 Kronen. Die Zahlungs- fri wird auf 3 Monate bemessen. Von Importbäusern in Kopen- hagen fiad folgende zu nennen: Brödrene Andersen Magasin du Nord Golds<hmidt u. Co. Mefsens Jllum. Die Import- bâuser kaufen die Handschuhe dur Vermittelung ihrer Reisenden ein.

In Schweden {äßt man die inländisde Handshuhfabrikation auf 950 707 Kronen. Die Einfuhr beziffert si<h auf 6498 kg (Wert: 324 950 Kronen), und zwar 5290 kg aus Deutschland, 960 kg aus Dänemark, 230 kg aus Großbritannien, 13 kg aus Norwegen und der Rest aus Belgien und Finnland. Bemerkt sei jedoch, daß der größte Teil der Waren, die in der Statistik den deutshen Proventenzen zu- gewiesen werden, französishe und belgische Fabrikate sind, die nur durch) Deutschland durchgeführt worden sind. Glacébhandschuhe werden zumeist aus Frankrei, Belgien und Deotshland bezogen, Dogikins aus Groß- britannien. Der Eingangézoll für Handshuhe beträgt in Schw-den 6 Kronen für 1 kg. Am meisten gehen die Sorten im Preise von 18 bis 22 Kronen das Dußend. Lurushandschuhe erzielen Preife bis 70 Kronen und mehr Verkauft werden die Handshnhe im Einzel- verkauf dur<s{hnittli< mit 2,50 bis 3 Kronen das Paar. Von Handelsbäusern, die si<h mit dem Absay von Handschuhen befassen, sind in Sto>holm folgende zu nennen: Aktiebolaget Nordiskakompaniet ; Silvanders Herrekipering; Militär Ekiperingsaktiebolaget und John Sörman. (Nach einem Bericht der belgishen Gesandtschaft in Sto>k- holm, veröffentliht im Bulletin Commercial)

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| binterlegen.

Fremde Versiherungsgesellshaften in Chile.

Ein Gesetz, welches die in Chile tätigen fremden Versicherungs- gesellshaften angeht, ist fkürzlih von dem <ilenishen Kongreß an- genommen worden und soll im Dezember d. I. in Kraft treten. Das Gese teilt Feuerversicherungs8gesells haften in zwei Klafsen;

| diejenigen mit einem Kapitale von 500 000 Pefos und mehr gehören

zur ersten, diejeniaen mit einem geringeren Kapitale zur zweiten Klasse. Bei der Abshäßung des Kapitals einer Gesellshaft werden Reserve: und Akfumulationsfonds mit zum Kapitale gere<net: Von Feuerversiherungs;esellshaften der ersten Klasse wird ein Depositum bon 300000 Peîos und von denjenigen der zweiten Kla}jse ein Depositum von 270 000 Pefos verlangt. Gesellschaften, wele gegen See- und landwirt schaftlihe Schäden versihern, müssen 50 000 Pefos Die Depositen können in unbelastetem Grundbesitz in Chile angelegt werden, in Lantesmünze oder Sterling oder in Bonds von Unternehmungen, welhe vom Präsiderten der Republik anerkannt

werden. LeberSêversicherung8geselishaften zerfallen ebenso wie die Feuer- versicherungêgesells<haften in

zwei Klassen. Die erste Klasse hat 400 000 Pesos, die zweite 300000 Pesos zu binterlegen. Ferner haben diee Gesells<hasten 20 9/9 ibres jährliden Prämienbetrages zu

| binterlegen. Die Versiherungsgesell schaften haben außerdem eine jährliche

| Abgabe zu zahlen.

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Bei

den Feuerversiherung8gesellshaften

| Klafse beträgt dieselbe 3000 Pesos, bei denen zweiter Klasse 2000 Pesos.

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| Erzeugnissen der Landwirtschaft ur d Viehz

haben eine Abgabe von 4000 Peses und diejenigen zweiter Klasse eine Abgabe von 3000 Pesos zu zahlen. Dieses neve Gesetz bat die Versicherungs8gesellshaften sehr in Erregung gebra<ht, und man glaubt, daß zahlreide Gesells<aften, die in Chile auf dem VersicherungEgebiete tätig sind, infolge dieses Gesetzes ihr Wirkun;:sfeld in Chile aufgeben werten. (Nach einem Bericht des amerikanis@en Konsuls in Vc

Lebentversiherungsgesellshafter. erster Klasse

Steigerung der Ausfuhr amerikanischer Landwirtschafts- und Viehzuchterzèugnisse infolge der Dürre in Europa. Wie infolge des l ßbritannien und auf dem europäis<hen Kontinent zu erwarten war, hat in den Vereinigten Staaten von Amerika die Nachfrage nah verschiedenen t merfli< zugenommen. Im Preise von Oleomargarin verursachten -die erheblichen An- ufe niederländisher Importeure im Often und Westen der Vereinigten aten eire stetige Steigerung; die Aussicht, mehr als gewöhnli terine nah England abzuseßen, wo ein gewisser Mangel [fereibutter eintreten dürfte, veranlaßte die Fabrikanten ums öhte Preise zu fordern, als infolge des Auétstandes in <lâhtereien eine Beshränkung in der Gewinnung des benötigten ierfettes eingetreten war. Am Vorrat und an den Preise in Europa mußien s< ja die Folgen der Dürre zu merkbar ma<en. Auch andere zu Nahrungszwe>en geeignete ( wurden in gesteigerter Menge d girgen erbeblihe Aufträge ein für Baumwo und Leinsaat und mehl zur Viehfütteruno, namentli in Südstaaten der U: und zwar mit der Forderung \{nellster Li Diese Diinglich- keit der europäishen Nachfrage veranlaßt! ein Anziehen der Preise für Baumwolisaatkuchen. Es ift auszusehen, daß für Baumwollsamen neuer Ernte von den Oelmüblen böbere Preise an- gelegt werden müssen, als die Marktlage für Baumwollsamenöl ret-

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fertigte, weil au der Baumwollfarmer s{on mit der besseren Absaß- gelegenbeit für die Samenrüdstände in Europa re<hnet. Für Talg haben si ebenfalls die Auésihten für die Ausfubr gebessert, weil in Großbritannien eine Verteuerung dieser Ware eingetreten ist, weniger infolge {on füblbaren, als in Boraussiht späteren Mangels derselben.

Ein Teil der gesteigerten Nachfrage nah Baumwollsamenöl zum Export wird auf die Besorgnis zurü>geführt, daß verschiedene Sorten Samenöle in Europa nicht in gewohnter Menge zur Verfügung stehen werden. Aber die neuesten Preise des Baumwollsamenöls in Amerika lassen den Einkauf desselben auf Vorrat jeyt ziemli risfant ersheinen, da man no< ni<t genau übersehen kann, ob nidt eine andere Delsorte do< später no< in reihliher Menge auf den Markt kommt. Sollte der Preis von Baumwollsamenöl no< böber steigen, dann wären wenig Auéfichten für einen bedeutenden Export des!'elben vorhanden: man rehnet aber mit einer rei<hlihen Baum- wollernte, sodaß das Angebot des Dels seinen Preis niedrig balten dürfte. Da man eine gute Maiternte erwarten darf, wird auch die Aufzuht von S<(hlathtvieh zunehmen dadur< das Angebot tierisden & sh steigern und mwollsamenöl einen kräftigeren Wettbewerb bereiten. (Nad onal Provisioner.)

¿çettes

1907 und die Haupteinfuhrartikel derse er Wert der Einfuhr Ceylons aus dem Auélande, d. h ändern nit britisher Krone, erreihte im Jahre 1903 eine von 11 749 C49 Rupien (Ns.). Es sei bierbei beme Wert der gefamten Einfubr des verflossenen _ rund 102 300 000 Ns. ftellte, von denen 25 8C0 (00 Ns. die Einfuhr aus Großbritannien und 64 800 000 Rs. auf diejenige aus britischen Kolonien entfielen, während rund 11 700 (00 MNs., wie gesagt, auf die Nenung des Au zu | 1 find. Tatas Waren tim Werte von aupteinfubrartikel ’ttilwaren, - Posamentierwaren, raffizierter tshland folgt an j¡weiter 6 Japan hauptiätlich Teekisten,

Kleider, S

Quer, Eisenkurzroaren, Betten, Zement, M E G S Las Mais

waren, Lampen, Zündhölzer, Papier.

Rußland führte für 897 520 R8., inébeso!

krei wird mit 744550 R383. aufgefi .

mit Kognak, Wein, Kartoffeln, Sei

e Petroleum, ein. N war hauv

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t enwaren, Posa-

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sächlich beteilig Í mentierwaren, Regen|hirmen,

Die Vereinigten Skaaten yon : Fabre 1903 für 721 887 Ns. na< Ceylon ein. na< dort waren: Petroleum, Tabak, Teriil- Schmieröl usw. E

Holland mit 488582 9s. lieferte insbesondere: Waren, Seitenwaren, Stüc>kwaren, Käse. _ E c

Belgien, dessen Einfuhr na< Ceylon einen Wert von 469 883 Ns. aufwies, versorgte dasselbe mit Eisen und Stabl sowie Waren daraus, ferner mit Spielkarten, Glas, Düngemitteln, Zement,

uer. i S Die \<weizeris<he Einfuhr im Werte von 370 762 Rs8. bestand bauptsächlih aus Milch, baumwollenen Waren, Düngemitteln.

Ftalien mit 269440 Ns. sandte insbesondere Kartoffeln, Terxtil- waren, Schreibpapier. E

“Tag dessen Einfuhr na< Ceylon \sih auf 250 442 Ns. bewertete, war besonders mit seinen Zündhölzern und mit Noheisen beteiligt. (Colonial Reports-Annual Nr. 425.)

L Amerika führten im Haupteinfubrartikel und Metallwaren,

baumwollene

Außenhandel und wirts<haftlihe Berhältnisse in hilenis<h-Patagonien (Magallanes) 1903.

Der Jahresberiht des Gouverneurs des chilenishen Territoriums Magallanes enthält über Außenhandel und wirtschaftliche Verhältnifse dieses Landes im Jahre 1903 u. a. folgende Ausführungen:

S Der Einfuhrhandel von Chilenish-Patagonien bewertete ih im Jahre 1903 auf 4610 194 Doll. gegen 3 840 261 Doll. im vorher- gehenden Jahre. An der Steigerung der Einfubr ist auétscließli< das Ausland beteiligt, während der Bezug aus den cilenischen -Häfen der pazifishen Küste zurü>gegangen ist. Auf den Import aus dem