1904 / 289 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Qualität

gering mittel

gut

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

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niedrigster | h. |

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böchfter

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Verkaufte Menge

Doppelzentner

Verkaufs

wert

Durthschnitts- preis

für 1 Doppel- ¡entner

Am vorigen Markttage

Durth- | \chnitts- |

Außerdem wurden am Markttage (Spalte 1) nah übers<läglier Schätzung verkauft Doppelzentner (Preis unbekannt)

1904 Dezember Marktort Tag niedrigster t. 7: Vollen. E 13,50 2 L R 12,90 é Lo E 12,80 s Militsh . . S 1310 z Breslau N E 12,40 Z Frankenstein i. Shl. .. S ee z Le. 12,55 L Sau E 12,20 N E N 13,20 | é Se. A 14,30 | s Ua. S, 1400 | ë a S i 13,20 L Goslar S 13,20 Q Dae S S 2 C 14,50 i E . S L Bliicalio e 13,20 : RNosto> A Y t L E L Sa c 14,70 u Altenburg e d 13,85 s it ram 15,00

Bemerkungen. Die verkaufte

i Menge wird Ein liegender Strih (—) in den l

Spalten für

14,00 13,10 13,20 13,60 | 13,00 | 13,40 13,05 12,80

14,50 14,50 13,40 | 13,50 L 0D

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Noch: Hafer.

14,00 13,20 13,40 13,60 13,40 13,40 13,30 13,00 14,70 14,50 13,40 13,80 13,60 15,50

13,40

15,40

16,00

auf volle Doppelzentner und der Verkaufswert auf voll t mit ; ri unabg n ber Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Preis niht vorgekommen ist, ein Punkt (.) in den leßten se<s Spalten, daß entsprehender Bericht fehlt.

13,30

14,00 13,70 14,00 13,55 13,10 13,80 14,70 15,00 13,60 13,80 14,20 15,50 14,409 13,20 13,50 13,80 14,29

14,25

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13,40

14,00 14,00 14,00 13,80 13,20 13,80 14,99 15,00 13,60 14 20 14,80 16,00 14 40 14 20 13,60 13,90 14,70

14 25

volle Mark abgerundet mitgeteilt.

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15,45

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eis wird aus den unabgerundeten Zablen bere<net. \

Personalveränderungen. Königlich Preußische Armee.

> 7 r I E - _ 4 . 5 4A B r t + S 0 äabnricbe x. Dessau, 5

Dezember. v. Ta- eibler, Hauptm. im Großen Generalstabe, zu en j eim Generalstabe des Gouvernements von Met kommandiert. bießl, Hauptm. und Komp. Führer im 2. Ostasiat. Fnf. Regt. fiat. Besatzungebrig., aus dieser Brig. bebufs Nüktritts in Königl. bayer. Militärdienste ausgeschieden. öniglih Sächfische Armee. bnrichet2. Ernennungen, Beförderungen

P 24d o 4 m O 5 L un M Alien VDVEECTLE ). ezember. x T L e G L D. J Dezember d. r <ußtz-

a unterm 14. . Regt. wtiederangeitellt.

igungen. Im aktiven Heere. . De- zember. L , L. im 2 Hul: Vreat. K Carola Nr. 19, \cheidet behufs Uebertritts zur Kaiser für Südwest- 13. Dezember d. J tS. ber. Baumg Komv. Fübrer In . Schule, v. Ki 1d Komp. Chef i E. . Kronprinz 9 t, im 2. Train- bat. Nr. 19, scheiden beb1 erlihen Schut- truppe für Südwestafrifa aus ar Lt. Quellmalz mit dem 12., die beiden Hauptl zember d. I Im Sanitätskorps 1 . Or. Fischer, Stabs- ind Bats. Arzt des 2. Bats. 10. Inf. Negts. Nr. 134, \cheidet behufs Uebertritts zur Kaiserlihen Schußtrupve für Südwestafrika mit dem 2. Dezember d. I. aus dem Heere aus. 3. Dezember. Dr. Dunzelt, Stabs- und Bats. Arzt des 3. Bats. 4. Inf. Regts. Nr. 103, scheidet bebufs Uebertritts zur Kai‘erlihen Schußtrupve für Südwestafrika mit dem 12. Dezember d. I. aus dem Heere aus.

A

mte der Militärverwaltung. Nos-

Durch Verfügung des Kriegsministeriums. 30. vember. Foert\<, Unterapotheker der Landw. 1. Aufgebots im Landw. Bezirk 11 Dresden, zum Oberapotheker des Beurlaubtenstandes

Offiziere, Fähnriche 2c. Ernennungen, Beförderungen « Mm - f _ n _— - T und Verseßungen. 1. Dezember. v, Groll, Vberit 1. D. Und

le, unter Verleibung L. Dezember d: I. en Db ; zum Kommandeur

i L >51 of nor f 2 n % 5 (s Kommandeur des Landjägertorpys, von dieser Stelle, n entsprechend, x A "e 4 Ç ortl D a. Den. D. Haag, X /Detli 0E 48 f nd1agerTorVvs r

des Charakters als Gen. Major, scinem Ansuchen g L E forvs,

4 d o N e Q L kfommandeur des des Landjâger-

korps, Wiest, Major und Bats. Kommandeur im 10. Inf. Negt. Nr. ension zur Disp. gestellt und zum Bezirkäkommandeur im Landj s, Shwarzmannseder, überzähl. Major aggreg. dem 10. 7. Nr. 180, zum Bats. Kommandeur im Regt., ernannt.

Im Sanitätskorps. 1. Dezember. Dr. Bibler, Stabs- und Bats. Arzt. im 4. Inf. Negt. Nr. 122 Kaiser Franz Joseph von Oesterreih, König von Ungarn, zum überzä Oberstabsarzt mit

L. Alt n 4. Jof. Negt Ne. 122 Call Desterreih, König von Ungarn, in dem Komman und z

4A 4 d x , L:A 91 Gesundheitsamt in Berlin bis zum 31.

einem Patent vom 18. Oftober 1904, Dr. Lonhard, Unterarzt im

Trainbat. Nr. 13, Dr. Maier, Unterarzt der Res. vom Landw.

Bezirk Stuttaart, zu Assist. Aerzten, befördert. Dr. Taute, i | T

2 $=

Deutscher Reichstag.

A

107. Sißung vom 7. Dezember 1904, Nachmittags 1 Uhr. (Bericht von Wolffs Telegraphishem Bureau.) Tagesordnung: Fortsezung der ersten Beratung des Reichshaushaltsetats und des Etats der Schußgebiete für 1905, des zweiten Nachtragsetats für 1904 und der Gejeßentwürfe, betreffend die Friedenspräsenzstärke des deutshen Heeres und betreffend Aenderung der Wehrpflicht. Ueber den Anfang der Sißung wurde gestern berichtet. Abg. Schrader (fr. Vgg.) fortfahrend: Mag man nun darüber auch denken, wie man will, jedenfalls wird man an den verfassungê-

mäßigen Matrikularbeiträgen festhalten müssen. Von einer ÉEr- böbung der Bier- und Tabaksteuer kann niht die Rede sein. Auch auf eine Erböhung der Einnahmen aus der Brannt- weinsteuer ist bei der Zusammensetzung des Reichstags nicht zu renen. Der Abg. von Liebermann hat nun gestern wieder die Wehrsteuer vorgeshlagen und gemeint, die Iuden, die den Heeresdienst fliehen, würden die Wehrsteuer sehr gern bezahlen. Gerade das Umgekehrte ift der Fall. Die Juden Deutsch- lands bes<weren si< darüber, daß sie im Heeresdienst nicht genügend berüd>sihtigt werden. In Rußland sind es nicht die

Juden allein, die den Dienst in der Armee niht tun wollen. Sie

issen ja, daß dur< militärishe Gewalt die Rekrutenaushebungen bewerkstelligt werden. Daß sie in diesem Kriege sih dem Dienst entzieben, ift begreifli<. Also die Eröffnung neuer Steuerquellen ift fehr \<wierig. Vielleiht gelingt es Herrn Müller-Fulda bei seiner Gewandtheit, neue Steuern zu finden, aber er hat ja selbst {on

erfahren,

also

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zur verbündeten

die Einnahmen

Ih würde nihts Steuer no< weiter

zuerst: Vie

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wäre es m England f<reitet zu einer Steuerbewilli

wen wen1tgtiens ti an eimn

sondern \{le<ter die Steiger

zugute gekommen ist.

nabmen bei?

1d Zôlle, indirett A

kein Wun E damit die Einnahmen

Hilfe kommen, aber , c P lieben, und 25 Jahre

ebhrlih anertennen,

also

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heiten ein; da er etwa aus, daß bei bervorgetretén seien, mande annähmen. übrig als der bewaff müsse au<

auf die Bewaffnung alles Erforderliche solle ja 1

Neichstag bätte dazu

bâtte {hon früber

stark geworden sind,

konnte :

eintreten.

eigenen Chef an der

werden.

Wirtschaftépolitik nicht zu

Finanzen

raumt. meine Hoffnung.

niht befonders forderungen.

an;

hat.

Gerechtigkeit und ste

auf den natürlißen W baupt die Reichsverfass unter großer Unrube des Hauses auf die i na< re<ts fübrungen nur Bruchstü>ke zur Journalisten Jen,

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die Hee E der Armee um 10000 Mann |piele dabei gar keine Roll Bewaff ein Zweifel darüber

werden müsse. Die Kolo:

heine bewilligt un reformiert werden. Hätte man, Einleitunz der Kolonialpolitik in Deutschland \{<merz;li<en Erfahrungen wir mit unseren Koloni niht die Hand geboten die Kolonien und baben die Verantwortung, für sie zu geben zuerkennen, das gerade in der leßten Zeit, wo ist, alver

Ingen

aber wenn einmal lebt, wenn das Personal zu einem nit nicht gewa<sen ist, so muß eine gründlihe Aenderung des für die Kolonien s Was

Wollen wir por allem wegsam machen. ganz

Spitz? eine

wird die Frage, ob ein

N treiben, die faltung hemmt und zurü>hält, denten

eine weitere namentli} der fleineren

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daß mit kleinen Mitte also ni<ts übrig bleiben, als

Einkommenfteue Negierungen baben, ob sie die Verantwortung i Erhöhung de:

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müssen fi darauf gefaßt machen, jein

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der, daß die Einnabmen der I

Neichs.

alle Agitationen find

der Gesetzgebung baten

Man kann eben geaen cine natürlihe Entr

ankämpfen. Es gibt de1 d

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auf den natürli<hen Wasserstraßen zu S asserstraßen Gebühren geandert werden.

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Yermögenssteuer,

werden

indirekten Staaten Es kann nit mebr bestritten werden, sie ctwas einbringen sollen, die Schultern, am meisten belasten. erböbt, dagegen berabseßztz. ; Einna abmen müßten vielmehr den Ausaabe möglih, einen man bei gung, ! sie niht mehr nötig fin gegen werden die Steuern bewi deren Herabsezung. Der Zolltar

lih steigern, da er lediglich

unteren Klasse

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ift. Es würde Steuern ? Erbschafts ih wobl zu übernehmen fk euern

Tonnen, die Untertanren

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zu erbalten. zf nrfntiio 2 Sbedursmn!en ganz daß die Steuern, dentt y Tf N at. Für 1906 e

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Laon 1 aven euereinnahmer

überzugel teuer. überlegen dur<

now stärker zu belasten. daß indirekte Steuern, rwoenn

die s<wachen

Daß eine bseßung der Steuern wir bei Zud>ersteuer gesehen. zuwenden haben, wmenn man diese Das Mißliche bei uns if nun, bewilligt verden ie Ein-

l t werden, nur fo

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zu den Ein-

dirett dur< Steuern

6 die Eisenbahnen. t nun alles möglie, um die Industrie zu shädigen, daber ndustrie fih vermindern und

Man will dem Mittelfstande zu

auéênußen,

dein Mittelstande

zu Hilfe zu

spricht,

den Friedensbestrebur ie Zukunft sich gün die Gegenwart Friede.

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es Von vorlage

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betrachtet

n diese Reform

alles in

gesehen

der Koloni

Kolonialbeamte aus diesen Ländern zu waltung unserer Kolonien nußbar zu machen. die Handel wird an müssen politik zurü>fehren, die mit diesem System möglich ä Daß das bald geschehen möge, ist mein Wunsch, freilih nicht

sein.

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fon

sorzen, die neue Organisation selbständiges Kolonialamt otwendigf

würde sein, wenn unsere Verwaltung h über l formierte, wie die Kolonialverwaltungen anderer Länder gehandhabt Es wäre au schr vorteilhaft, wenn mag versuchte, erprobte

gewin für die VBer-

nüssen, ih besser auf Koster

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au<h ni<hts geholfen.

ung d in au<h ni<t wenig Handtoerker, sle si selbst bel 1

Fortschritte der modernen Technik fruhtloë,

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ger gestalten werde, leibe allerdings Ato

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uilitärishen Angelegen- dringe tribüne hinauf.

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nicht

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sbilden usw.

der Industrie

dur< Bevorzugung der Landwirtschaft, dur< Erbebung von Abgaben fomm

. Will man ß über- geht hbierauf feinen Aus- Er führt allen Seiten als

nichts

m Gesichtspunkte aus werden,

Erhöhung e. In bezug

nicht zu bestchen, daß

ausge!

onialverwaltung

Fahrt Rodnor fort t Ao ahrt Nedner fort, bei der A

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ien mahezn würden, der

Aber j-t baben wir

follen.

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forgen.

und

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Es ist an-

die Verwi>lungen #o irgend ng kein guter Geist

Æ E TEE Teil feiner

geschehen

Aufgabe

Systems

so müssen wir fie

betrifft, fo mit etnem

ist, im Neihstag forg-

fältig zu erwägen sein. Ich freue mich, daß versucht werden soll, einen Stamm von tüchtigen Kolontalbeamten beranzubilden. Sehr zwe>Emäßig

die Art und Weise in-

Solauge wir eine

und Gewerbe Gesu

: L r 1hro I LUTES

ndung

INT- unserer

zu einer Wirtschafts-

¡lihst gründlih auf-

Abg. von Czarl inski (Pole): Der neue Etat mutet au<h uns

sein Kennzeiben sind wieder neue Militär-

Die Antipolengesegebung

Neichsverfafsung im Einklange. e 6 gesez bestimmt, daß den Polen neue Ansiedlungen untersagt werden,

Wir Polen könnten urs

Wir werden uns den Kopf nicht darüber zerbrehen, wie dem ewigen Schuldenmachen ein Damm entgegenzu]eßen ift. die Ershließung neuer Einnahmequellen unumgängli<h notwendig sein, so erflâre ih s<on heute, daß wir meinen, an indirekten Steuern bâtten wir genug, und neue Steuern auf die notwendigften Lebens- mittel dürfen niht aufgelegt werden. en tonnt Bestrebungen nach dieser Nichtung überhaupt ert beteiligen, wenn wir von den Fesseln befreit werden, die uns die Geseßgebung aufgelegt

Sollte

n den

widerspriht den Grundsäßen der bt weder mit der preußishen no< mit der Das neue preußishe Ansiedlungs-

in diese den Zwe>en des Ansiedlungsgef ) muß na diesem Geseze jedem Polen die Ansiedlung versagt werden, z gleih, wel<es Charakters, wel<her Ansiht der Pole ist. Das

eßes widersprehen. Es

neue Gefez mit seinem $ 13b widerspriht aber au<h tem Reichs-

zu nehmen, wo er Wird,

T o macen

helfen gesucht,

will. was

S G LaB

Wir boffen,

das jedem deuts<hen Staatébürger das Recht gibt, Wohnung daß der Reichskanzler der preußishe Ministerpräsident zugelaffen bat. Man hat sich in Preußen

gut-

ras

mit der etwas furiosen Deduktion zu

den Polen ni<t verwehrt sei, Grund und Boden

zu erwerben, foviel sie wollen, nur dürfen sie si darauf -niht nieder-

lassen und ansiedeln. und Boden anfangen ?

sicdelr

n > guî 1nimd,

{le<te Mittel gegen f lolher Kampf mit v Mitbürger in einem geordn

bei

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leßung sein

weil sie Kommifsionebericht

Die

Polen

den Polen ift do< kein T Hammerstein ift

VvegzuPpusten. 1

es Srundre<ts

nit Am

muß uns ergreifen, wenn h begründen hört mit Nü>siht auf die deutshe Kulturmission. In

keinem mitteln

h : Vor zwei C

Zeitalter

gegen

hat wehrlose

des He ergisteten er

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man 28 Bevölkerungéklafsen bren hat der Kaiser in Posen

\<{<le<t

sind,

Mitteln

Staatswesen.

mstande,

irgendwie

Ort ONnderTn

gegen die

im dieses 9 Reichstag wird es Stellung zu nehmen. man dieses Vorgehen fieht und no< dazu mit

eine

Was follen denn die Polen mit dem Grund

Der junge polnis<e Bauer, der sfi gern an- mêchte, sieht si alio zur Rolle des Proletariers ‘verdammt. Nicht weil | U

weil fie

tüchtige Landwirte sind, wie aus dem rrenhauses hervorgeht, hat man erdaht. Unverständlih ift mir

”.

Ti BEROND CIgeneên

pf

v

i as Nationalbewußtsein erbrehen. Selbst der vpreußishe Minister ] tationalberwußtsein der liegen,

gegen die Ber-

Ein wahres Grauen

fol&en Gewalt- vorzugehen gewagt. bedeutsame Zusage

gemaht, auf deren Verwirklihung wir seit zivei Jahren warten. Der Kaiser hat die nationalen Ueberlieferungen und Stammeseigentümlit-

feiten zu \honen

A davon.

befohlen, aber

nen befobl seine Beamten tun das Gegenteil Um ihre Familiennamen müssen die Angehörigen polnischer

Nationalität unzählige Prozesse führen; ein Reichstagsbes{luß, der ihnen zu ihrem Rechte verbelfen sollte, ist im Bundesrat no< immer Pana Czarlinski klingt für ein polnishes Obr fo, als ob man mit einem s{<arfen Messer über einen Porzellanteller fährt.

nit

R YXBle

und Goßlersha

erledig springt on Vammertskein dafur forgen, wandelt w Nizza Niîice nennen. hat ni<ts

ulen

üurden,

man mit den polnishen Ortsnamen um! Herr versprah im Abgeordnetenhause, er werde

ë i A L l k daß alle polnishen Ortsnamen in deutshe ver-

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und er bezog sih dabei darauf, as ist do< aber nur eine tes mit der Umtaufe oder von Raczyniewo in Sieg

ibrem berühmten Ueberseßungsbureau mat

Menge ort oder mit aller fieberhaft Ich

der

er Adressa Dampfkraft au daran , auszurotten.

den

8gemerzt. Hetlt

Briefe gehen als unbestellbar zurü>, twe

unbefannt sind. e Alle Sd polnischen

T1 D u h

des

Damit muß die Erziehung \{<

habe hon früher Gelegenhei

Eristenz

Berliner Nachrichtenblatt

unter dem Titel „Mi sogar

vird ein paar

e Jahren nünftigste aller Verwc und meine Freunde à waltung eine Art Verf

lihen Charakter des Militärs widerspricht.

ot n R eine 2 L

ko Ve valtt

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einer den

tungen gehalten. ern müssen. Es zungswahn Plat

folhen

eil polnishe Sprae wird [ weren : heit genonimen, auf die Verordnung Danziger Regierung, der die Bromberger Regierung gefolgt ist, binzuwetisen, durch die. den Lebrern verboten wurde, : Familie, mit ihren Kindern Polnish zu sprechen. leugnete die | Verordnung. Wortlaut der Danziger inisterielle Gedähztnis\<wäche“ Wablpfliht für die Lehrer fkonstruiert. a die Militärverwaltung für die ver Diese Meinung hat jeßt in dieser Ver- gegriffen, die dem ritter- (Redner bringt einen Fall

daß tie Franzosen andere Ausfprache von Jablowo in uh. Die Post mit gerade so. Eine der Bestimmungs-

inspektoren arbeiten M V: A : Neligionsunterri<hts

A ndor Tot>on WSVaden Letden.

zu Hause mit threr Der Kultusminister

Jett hat ein Verordnung abgedru>t. Darin Noch vor

baben id

vor, bei dem den Mannschaften in Posen der Besuch von Lokalen ver-

boten ‘worden fei, in trieben werde.)

damentum regnorum:!

Abg.

DLIPErt (Pp. 1 Vermehrung der Reichéshuld hingewiesen.

die wir hatten.

F.) :

denen eine ausgesprochene volnis<he Agitation ge- Ich kenne solche Lokale gar nicht. Erhöhung der Frieden8präsenzstärke lehnen wir ab. alles genommen, alle Rechte, werden Sympathien niht erworben. man uns auch keine Kosten auferlegen. schränken, unfere Pflichten als Staatsbürger zu erfüllen. Reichskanzler den Grundsaß sih vor Augen stellen :

Die Vorlage wegen Man hat unt

Durch fol<he Mittel Wenn man uns entrehtet, foll Wir müssen uns darauf be-

Möge der Justitia fun-

Der Schahßsekretär hat auf die Solange

die Zuschuß-

anleihe und die ungede>ten Matrikularbeiträge im Vordergrund stehen, ist auf eine Besserung der Reichéfinanzlage aber niht zu rechnen. er bilfebedürftigen Veteranen sind im Etat no< lange ] if Dem Mittelstand muß durch die Geset- gebung endlih zu Hilfe gekommen werden, denn diefer wird dur die

Die Wünsche nicht genügend berüd>fichtigt.

Steuern hart belaîtet.

i Man hat gesagt, bei Dur<führung der sozialen Gesetzgebung würden die Armenlasten vershwinden.

Das ift richtig:

die Lasten werden aber jeßt von den Arbeitern und Arbeitgebern ge-

tragen.

s{<wer geschädigt.

L) Wir

Wir Süddeutschen werden auf dem Gebiet der Eisenbahn erwarten dafür neue Einnahmen aus dem

neue Zoiltarif. Für die beiden Militärvorlagen werden wir stimmen. Mit der geseglichen Festlegung der zweijährigen Dienstzeit sind wir Die Erhöhung der Friedensprä/enzstärke bedauern wir.

einverstanden. ¿rift

le

die

Landwirtschaft

infofern \{<ärfer

als die anderen

Stände, weil die Söhne der Landwirte fi< in der Garnison an das Stadtleben gewöhnen und später in die Stadt zurüd>kehren-.

Dadurh werden

der Landwirtshaft niht wenig Kräfte entzogen-

(Schluß in ter Zweiten Beilage.)

Zweite Beilage

zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlih Preußishen Staatsanzeiger.

M2 289.

(S{hluß aus der Ersten Beilage.)

Troßdem sind wir bereit, dieses Opfer zu bringen. Man hat eine Reichsvermögenssteuer vorgeshlagen. Wir meinen, wenn neue Steuern notwendig sein sollten, dann follte die Parole sein, die wirt-

\haitlih Schwachen zu \{<onen. Herr Schrader meinte, die Matrikular-

beiträge seien niht so s{limm. Wenn er nun die kleinen Staaten entlasten will, so möge er au< an Bayern denken. Dies hat eine

sebr stark belastete Landwirtschaft und kann die 50 4 für den Kopf sehr gut gebrauchen. e ;

Abg. Dr. Stokmann (Np.): Herr Spahn hat zu meinem Er- ftaunen wieder Paritätsbes<werden vorgebraht. Ich will darauf nit weiter eingehen. Wenn Herr Bebel den Oberbofmeister Jhrer Majestät der Kaiserin in die Debatte gezogen bat, so will ih nit untersuchen, ob Freiberr von Mirbah Fehler gemacht hat. Aber die Verhandlungen des preußischen Abgeordnetenhauses baben festgestellt, daß er in der uneigenrübßigsten und selbstlofesten Weise zur Linderung der Kirchennot beigetragen hat. Dafür wird ihm die evangelishe Kirche stets Dank wissen. Den Vorwurf der Heuchelei gegen die <ristliche Liebestätigkeit muß id entschieden zurü>weisen. Dieser Vorwurf von fozialdemokratis<er Seite ist am allerwenigsten begründet, die ihre Kassen mit den Arbeitergroshen füllt. Die Handelsverträge hatten wir allerdings früber erwartet, aber es ist do< alles anders gekommen, als die Linke es sh gedacht hat, die meinte, mit einem sol<en Tarife ließen sich überbaupt feine Handelsverträge abschließen. Was Südwestafrika betrifft, so baben wir dort eine s{mer;lide Lehre erhalten. Wir beklagen und bedauern die großen Opfer an Menschenleben und zollen den Gefallenen unsere Bewunderung; wir beklagen au< die Opfer der Farmer. Auf die Ursache des Aufstandes gebe ih niht näber ein. Vielleicht war das Gouvernement in man<en Dingen zu vertrauens- selig und höôrte ni<ht genug auf den erfahrenen Rat der Ansiedler. Es fann aber keinem Zweifel unterliegen, daß die Bebandlung der Eingeborenen in Südrwoestafrika durzaus fals< gewesen ift. Sie waren zu der Ansicht erzogen, daß wir ihnen gegenüber nit mehr die Herren seien. In der Denkschrift wird denn auch zugegeben, daß die Herero den Eindru> gewinnen mußten, daß sie die stärkeren wären. Febler find ni<t nur draußen, sondern au< hier gemacht worden, und die S{uld tragen die verbündeten Regierungen und der Reichstag. Wären die ungezählten Millionen, die uns jeßt der Auf- ftand in Südwestafrika fostet, dazu benußt worden, um unsere Kolonien zu entwi>deln und genügend zu fihern, so würden uns die \{<merzlihen Erfahrungen erspart geblieben sein. Die Schuld daran tragen einmal die verbündeten Regierungen, die versäumt haben, die nôtigen Mittel vom Reichstag zu fordern, und andererseits der Reichstag, der dur seine übertriebene Sparsamkeit die verbündeten Regierungen zurüd>geschre>t hat, sie zu fordern. Eine Ents<huldigung sebe ih in diesem Umstand für die verbündeten Negierungen allerdings nit. Aber etwas Gutes kat der Aufftand doch auch gezeitigt, indem er das foloniale Intereffe in unserem Volke in ungeabnter Weise wedt hat, und in diejer Bezichung hätte viel mebr erreiht werden können, wenn das Kolonialamt in seinen Mitteilungen über die Vor- gänge in Südweftafrika ni<t so außerordentlih sparsam und knapp ewesen wäre. Das Gute erbli>e id aber auch darin, daß wir erkannt Eben, wir find in unserer Kolonialpolitik auf halbem Wege stehen geblieben. Mit großer Freude haben meine Freunde die Entwidkelung eines neuen Programms vom Reichskanzler gehört. Ich glaube, die Spur dieses Programms \<on vielfah in den uns gemahten Vor- lagen entdeden zu fönnen. Wir begrüßen es, daß wir eigene Beamte für die Schußzgebiete ausbilden wollen, und daß wir hierbei dem eng- lischen Vorbilde folgen wollen. Ih kann nur bedauern, daß man niht {on in vielen anderen Puntten dem außzrordentlih praftishen englishen Volke in Kolonialdingen gefolgt ist. Eine weitere Spur des neuen Programms erbli>de i< in den zu Entschädigungen in Südwestafrika verlangten fünf Millionen des Nachtragsetats. Auch die weiteren Forderungen finden unsere vollste Zustimmung. Die Schaffung von Verkehrswegen und die Kultivierung der Ländereien find die wichtigsten Aufgaben, deren Erfüllung unsere Kolonien zuerst dabin führen wird, daß sie auf eigenen Füßen stehen können. Wir freuen uns der Mitarbeit, vor allen der Deutschen Kolonialgesclls{haft, die Großes geleistet hat. Das Vorgehen des Kolonialwirtshaftlihen Komitees bat bereits in Togo Früchte getragen. Von dem dortigen Kulturland sind bereis 90 bis 95% mit Baumwollpflanzungen bede>t, und das bietet einen erfreulichen Ausbli> für die Entwickelung unserer Kolonien, ganz abgesehen von den anderen Kolonialproduften, für die wir jeßt an das Ausland ungeheure Summen bezahlen müssen. Je mehr wir diefe Produkte aus den eigenen Kolonien beziehen fönnen, defto mehr uüten wir dem Wohle unseres Vaterlandes. Der Auswanderung können allerdings ni<ht viele unserer Kolonien diencn, aber in Oft- afrifa wenigstens sind verschiedene Distrikte vorhanden, die #si< für deuts%e Ansiedelungen eignen. Diese Anskedelungen bitte ih m3alihft zu fördern und zu diesem Zwe>k die dafür bestimmten Ländereien zu vermessen. Ih werde später eine Anregung für die Verwendung der Mittel dafür geben. Herrn Bebel erwidere ih, daß Kiautschou mit unseren anderen Kolonien nit zu vergleichen ift. Es ist uns ein Stütpunkt für unseren Handel und unsere Beziehungen in Oftafien. Und wenn wir weiter für Kiautschou sorgen, so kann es für uns ein zweites Hongkong werden. Als England 10 Jahre {on Hongkong in Besiy hatte, war es no< die \hmutigste und elendeste Ko‘onie Englands, und was ist beute daraus geworden! Kiautschou aber ist no< viel besser als Hongkong. Ich freue mich über die in Aussicht gestellte neue Negelung unserer Kolonialverwaltung, môge es darin vorwärts gehen, damit wir unsere Kolonien immer weiter entwideln können zu ihrem eigenen Segen und zum Segen des Vaterlandes. :

Abg. Zimmermann (Neformp.): Mit dem Vorredner in vielen Punkten übereinftimmend, weiche i< im Falle Mirbach von ihm ab. Mögen die Absichten des Freiherrn von Mirbach gut gewesen sein, das steht fest, die Ärt und Weise, wie die Gelder aufgebra<t worden sind, war niht mebr <ristli<, war jüdish, so jüdish, daß die jüdischen Barkiers einen Schre>en davor bekommen haben. Solche Fälle, wie wir sie in einer ganzen Anzahl aus letzter Zeit beranzieben könnten, sind Wasser auf die Mühle der Sozialdemokratie. Eine Kritik des Abg. Bebel entspricht der Empfindung der Bevölkerung, daß nämlih das Deutsche Reich allmählich ein großes Freudenhaus geworden sei. An Denkmalsenthüllungen, Festlihkeiten, Wettrennen und Erinnerungs- feiern usw. wird allerdings fast des Guten zu viel bei uns geleistet, denn unsere Herren Minister und deren Vertreter sind dadur< so in Anspruch genomtnen, daß sie bi2weilen Beratungen, wie z. B. dem Hands weikertag, niht L E fönnen. Es ijt die Zeit interessanter Gegensäße: während wir draußen über das Freudenhaus sprechen, befiiden wir uns hier jahraus jahrein im Klagebhaus, und man bört Klagen über Klagen mit Fug und Re<t. Wenn die Kosten kommen, fühlt man si< angstbeklommen. Kaum je zuvor ist uns ein glei ungünstiger Etat vorgelegt worden. Es ist ein Zeichen \{le<ter Wirtschaft, wenn man die laufenden Ausgaben nit de>en kann. Die Angelegenheit mit den Robrrü>klaufgeshüßen entspriht ni<ht dem bisherigen Gtatägebrau<. Wir haben mit einem hoben Defizit zu renen, mit dem Wachsen der Auëgzben für die Invalidenversicherung l owie damit, daß dem Reichsinvalidenfonds geradezu die galoppierende Schwindsucht anhaftet. Man vertröftet uns auf das Ergebnis des neuen Zolltarifs, aber das ist bereits für die Witwen- und Waisen- dersorgung festgelegt und wird uns kaum mebr bringen. Wir

Berlin, Donnerstag, den $. Dezember

halten an dem Standpunkt fest, den wir 1893 gegen den Grafen von Caprivi durseßten, daß wir nur einer Steuerlast zustimmen, welche die leistungsfähtigen Schultern trifft. Wir timmen einer Webrsteuer zu, beharren aber darauf, daß die indirekten Abgaben von den ärmeren Klafsen nit vermehrt werden. Wir find für eine progrefsive Reichseinkommenfteuer, vielleiht von 6 bis 8000 Æ ab, die gewaltig nah oben steigt. Mit dem Einwand, daß sie eine Konfiskation des Vermögens sei, kann man beute kaum mehr fommen. Eine Umsaß- stewer für Großmüblen wäre nur die Konsequenz einer Staffelung der Brausteuer, mit der wir einverstanden find, wenn sie die großen Brauereien böber trifft. Dagegen könnten wir eine vermebrte Belastung des Bieres niht akjeptieren, ebenso wenig eine Be- steuerung der Kohle. In dieser Beziehung müssen wir uns vielmehr von den Preisstellungen des Koblensyndikats frei- ¡umahen suhen. Eine Reichserbschaftssteuer würde bei uns auf feinen Widerstand stoßen. Aber wir stehen au< auf dem Stand- punkt, daß wir der Regierung ni<ht mit Steuervors{lägen zu

fommen, fondern thr den Vortriit zu überlassen haben. Gibt man so oft dem Mittelstand den Rat der Selbsthilfe, fo gebe i< hier der Regierung den Rat der Selbsthilfe zurü. Ob Recht, ob Unrecht, zunächst ift es mein Vaterl

Vaterland, welches den Kampf auszufehten hat, und da müssen die Stimmen der Kritik einst- weilen \{weigen. Daß der Kanzler für gut befunden hat, s< dur

einen Journalisten wie Herrn Bashford interviewen zu lassen, ist sehr bezeihnend. Der Reichskanzler hat si< um die öffentliche Meinung in England sehr gesorgt. Wenn es galt, das deuts<e Volk über allerhand Vorkommnifse zu beru gen, da bat er es oft nicht so eilig gehabt, sondern Wochen und Monate auf si warten laffen. F< will niht sagen, wir baben s{<le<te Finanzen, darum ist au< unsere Regierung \{<le<t, aber in den weitesten und durchaus vaterländis<h gesinnten Kreisen ist eine wahsende Mißstimmung vorhanden. Unter den leitenden Männern haben wir ja gewiß eine Anzabl tüchtiger Kräfte, man muß au< seine Kritik na<h dem Ge- sihtswinkel einrihten, daß man niht weiß, wie weit die Herren nur Handlanger eines einzelnen find; aber in unserer inneren Politik ver- mifsen wir den großen Zug. Wir sind verwöhnt dur< Bismar>, wir wurden mit faltem Wasser übergofsen dur die Politik Caprivis. Die Anmaßungen, mit denen Oesterreich uns jeßt entgegentritt, find ja eine Folge jener Verbätshelung des Auslandes. Jedenfalls wird aber Oesterreich jeßt sich beeilen, das zerrissene Band wiede knüpfen. Gegen die Forderungen des Mittelstandes verbält \si< Regierung nah wie vor kühl bis ans Herz hinan. In diesem Pu stehe i< den Anschauungen des Herrn Schrader diametral gegenüber. Im Gegensag zu ihm betone ih, daß wir einstweilen no< ge1ug mit dem Abbruch jener falshen liberalen Wirtschaftspolitik zu tun haben, die nur zu lange berrs<end gewesen ist. Der Mittelstand repräsentiert na< Schmoller etwa 64 Millionen Haushaltungen; der Zusfammen-

{luß feiner vershiedenen Schichten is notwendig und nur no< eine Frage der Zeit. Die Regierungen werden unter dem Dru>

der Zeit endli< dazu kommen, \i< auf ihre Aufgabe zu besinnen, diesen Mittelstand gegenüber der roten und goldenen Internationale wieder zusammenzufafien. Der Entscheidung in diesem Kampfe rü>ken wir immer näher; aber au bier beißt es: Reichskanzler, geh Du voran!

Abg. Storz (d. Voltsp ): Nah welchen Grundsäßen der Schaßz- sekretär das Riesendefizit im Reiche in Zukunft beseitigen will, bat er uns ni<t verraten; er hat aber auf die gegenwärtigen Mehr- ausgaben hingewiesen, die in dem Etat für 1905 und in Zukunft zu de>en sein werden. Von Herrn Spahn hätte man etwas weiteres Material zu diefer Frage erwarten können, aber au< da find wir enttäus<t worden. Ob bei der Regierung der Gedanke an eine Er- böhung der Brausteuer bestebt, wird fih ja bald zeigen müfsen; wir sind dafür niht zu haben. Die Erfahrungen bei der Schaumwein- steuer zeigen wiederum, daß erhöhte Steuern den Konsum be- \hränken. Ebenfalls muß i®% mi gegen die vorges{lagene Wehr- steuer erflären. Wir auf der Linken haben das Neichsdefizit niht ver- \{Guldet; wir brauchen der Regierung au< keine Mittel vorzuschlagen, das ist thre Sache; es ist do< mehr als eigentümlih, in dem Augen-

blide so gewaltige Mehrausgaben zu fordern, wo man von deren Dedung keine Ahnung hat. Für die Bewaffnung des Heeres baben

wir stets das Notrwoendige bewilligt, wir können hier mit gutem Ge- wissen jeden Vorwurf zurü>weisen. Wir wollen in der Armee ein Volk in Waffen, aber keine Institution, die im Gegensatz zu dem übrigen Volke steht. Cin folher Gegensaß wird aber geshaffen dur< das Militärstrafre<ßt. Das Deffauer Ürteil ift dafür Zeugnis. Dadurch

verden die Verurteilten bökonomish-sozial wvernihtet, eines

o L Z . 45 4 5 5 Vergehens halber, das der Zivilkodex zu den minder {weren re<hnet. Zu Unre<t ift bier das Moment des Aufruhrs

in Anwendung gebra@t worden. Zu Unre<t hat man auch geleugnet, daß es für den Soldaten keine Notwehr gibt. Die verbältnis- mäßig geringen Bestrafungen der Urheber der Mißbandlungen müssen auf der anderen Seite immer wieder im Volke das Bewußtsein von dem Bestehen einer Reht2ungleihheit wachrufen. Daß in der Armee auch die Kavallerie vermehrt werden soll, muß uns umso- mehr überraschen, als die Stimmen au<h der Fahmänner, welche die

avallerie [ediglih für eine Luxu8waffe erflären, sih mehren. Die Aus- gaben für die Marine follen si< im Nahmen des Flottengeseßes von 1900 balten. Der Deutsche Flottenverein beklagt das außerordentli. Wir können dem gegenüber nur immer wieder darauf dringen, daß die verbündeten Negierungen an dem Flottengeseß festhalten. Weniger Gelegenheit zu Ausstellungen gibt die internationale Politik. Daß die deuts<e Diplomatie freunds{aftlie Beziehungen zu Ruß- land unterhält, möchte ih. im Gegen/aß zu dem Abg. Bebel nur billigen. Nur wünsche ih, daß diese Freundshaft zu Rußland

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etwas weniger auffallend oder vertraulih wäre. Der Königs- berger Prozeß war sehr wenig erfreulih. Ich bedauere, daß

der Vorredner Oesterreih gegenüber den Ausdru> „Anmaßung*® ge- brauht bat. Jeder Staat sucht für fih so viel berauszus{lagen ie möglih. In der Polenpolitik sollte man nur so weit gehen, daß man Bestrebungen auf Loßreißung polnisher Landesteile vom N j : Mot L F Tj F 7 5} 5 iter Deutschen Reiche bekämpft. Die Haltung der beiden antisemitis{en Redner gegen England bat mich befremdet. e steten doc sonst auf dem Standpunkt der Rafsenbewegung, und ih verstehe nit, wie sie England bekämpfen können. Einen Interessengegensaz zwischen Deutschland und England kann ih au< nit anerkennen. Es wäre sehr \<limm für uns, wenn in England die s{huyzöllnerishe Richtung die Oberhand gewönne, und es ist fehr gut, daß wir gute Beziehungen zu England unterbßalten, und daß der Reichskanzler die Gelegenheit ergriffen bat, die englischen Preffeausschreitungen zu widerlegen. Wenn man fich die Denkschrift über Südwestafrika ansieht, so muß man si< sagen, es wâre gar ni<t so weit gekommen, wenn die Verwaltung die Warnungen der Beruferen nit in den Wind geschlagen bätte. Eitue neue Organisation der Kelonialverwaltung halten au< wir für not- wendig. Es darf ni®t jeder Pfennig der Kolonialausgaben von der Oberre<nungékamimmner geprüft werden. Mit dem Bureaukratiêmus in den Kolcnien muß aufgeräumt werden. Englands Beispiel verdient in dieser Beziehung Nachahmung. Die Regelung der Wafserfrage würde im Reiche bessere Erfolge haben als in den Einzelstaaten. Wir brauchen ein einheitliwes Wafserre{t für ganz Deutschland. Jn den Einzelstaaten i erinnere an Bayern und Baden herrs{t ein beklagenswerter Eisezbahnpartikularièmus. Will man z. B. in Bayern l „ob der Nachbarsftaat nicht Der von dem Kanzler in

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eine Eisenbahn bauen, so sieht man erft, aud ein Vorteil davon haben könnte.

1902.

Watte gewi>elte Keulenshlag gegen einen deutshen Bundeéëstaat wird nicht so bald vershmerzt werden. (Unrube.) Der Präsident Graf von Ballestrem gibt ein leises Klingelzeihen und bedeutet den Redner, zur Sache zurü>zukommen.) Ich bin dem Herrn Präsidenten sehr dankbar, daß er mi so leise ermahnt, um meine Gesundheit zu \chonen. Ich freue mi, konstatieren zu können, daß es dem Herrn Präsidenten gesundheitlih jetzt wieder gut geht. Vor einigen Wocben bâtte max allerdings \{<limme Befürchtungen haben müfsen, denn der ußert

Herr Präsident hat in einem. SWzeiben geäußert, daß er in Ebrfurt ersterbe.

Präsident Graf von Ballestrem: Herr Abgeordneter! J werde nit dulden, daß ein Akt des Präsidenten, den er selbst während der Ferien vollzogen hat, hier von einem einzelnen Abgeordneten kritifiert wird. Das steht dem einzelnen Abgeordneten niht zu. Glaubt der Abgeordnete, daß der Präsident in seiner Amtsleitung niht rihtig gehandelt bat, so möge er beantragen, daß ein Tadel über den Präsidenten ausgesprohen wird. Nur das Haus steht über dem Präsidenten, der einzelne Abgeordnete niht. In der Sache bitte

ih den Nedner fortzufahren. y E i: Abga. Storz (fortfahrend) gebt darauf auf die elsaß-lotbringihe

Frage ein und erflärt, daß seine Freunde Elsaß-Lothringen zu einem besonderen Bundesstaat machen wollten, aber do< eine tung Bundesrat te i

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de

Be 1 s Neichëélandes im wünschten. Bezüglich der Nech ege macht er darauf aufmerksam, daß die Affoziation der Nechizanwalte fi< in Württemberg als na@teilig für die Necbt2vilece erwiesen babe, und daß man dort deshalb prinzipiell die Zulafîung sämtliter am Amtsgericht tätigen Rechtsanwalte beim Landaeriht bes{lossen babe. Bezüglih der Bekämpfung der Sojialdem ¡e warnt er v: titteln, die das Gegenteil erreihten und die S ti dezu ftärkten, wie die Beschränkung des Waßblre<té d ie Mittelstandspolitik tetreffe, fo seien volféwirt'<aftlid einwandfreie Mittel zur Erhebung des Mittel- stands nicht gefunden. Die Interessen des Mittelstands szien identis< mit denen der Industrie; wenn die Industrie fioriere und Export babe, nüße dies au< dem Mittelstand. Treibe man die Industrie ins Ausland, so würde keine Fürsorge für den Mittelstand möglich sein. : Abg. Singer (Soz) dent, ih mêchte mir erlauben, in Lb 11 der Herr Präsident Ausdru> gegebe j 3 gc erwidern, i< der Meinung bin us der Beschäfts t bervor- gebt, daß ein Abgeordneter ni<ht das Nech ungen des Präsidenten in den Bereich seiner Erörterung Ich bin der Meinung nit, daß es geshäftsordnung®r ist, wenn eine derartige Kritik an die Form eines be}on gebunden werden muß. Ich wollt ‘iter als a dies die

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Auffassung meiner Freunde i Präsident Graf von 2

die Meinung des

c ind die metntge lt vordergand

Darauf vertaat

Es ift mir sebr tv er zu hören. Die meinige ist fie nicht hier maßgebend. at um 48/4 Uhr das Haus die Fortsezung der Beratung auf Freitag 1 Uhr.

=

Preußischer Landtag. Haus der Abgeordneten. 113. Sitzung vom 7. Dezember 1904, 11 Uhr. (Berit von Wolffs Telegravhishem Bureau.) Ueber den Beginn der Sizung ist in der gestrigen Nummer d. Bl. berichtet worden.

V Das Haus sett die zweite Beratung des

T 3 g des Gesezentwurfs, betreffend Freihaltung des Uebershwemmungçsgebiets der Wasserläufe, auf Grund der Beschlüsse der Kanal-

kommission fori.

In der Diskussion sind $ 1 und der von der Kommission binzugefügte $ la zusammengefaßt. 8 1 bestimmt in der Kommissiontfafsung :

„In dem ni<t bo<wafserfrei eingedeichten Uebers<wemmungs- gebiete der bei Hochwasser gefahrbringenden Wasfserläufe ($ 1a) dürfen Erhöhungen der Erdoberflähe und über die Erdoberfläche h

urfen Q

inausragende Anlagen (Deihe, Dämme, Gebäude, Mauern und istize baulihe Anlagen, Feldziegeleien, Einfriedigungen, Baums- und Strauchpflanzungen und ähnliche Anlagen) ohne Genehmigung niht neu ausgeführt, erweitert, verlegt, Deiche, deihähnliche Er- höhungen oder Dämme au< nicht ganz oder teilweise beseitigt werden.

Zuständig ift bei \{ifbaren und bei besonders bo<wafser-

gefährlichen Wafferläufen der Bezirksaus\{Guß, im übrigen der Kreis- (Stadt-) Auss{uß.

Auf Schußmaßregeln, die in Notfällen für die Dauer der Gefabr getroffen werden, finden diese Vorschriften keine An- wendung.”

8 1a lautet:

Der Oberpräsident hat ein Verzeichnis derjenigen

Wasserläufe aufzustellen, auf welche der $ 1 Anwendung finden soll, unter gesonderter Aufführung der s{hiffbaren und der besonders bohwafsergefährlihen sowie der sonstigen Wafserläufe.

In dem Verzeichnis ist für jeden Wafserlauf Bestimmung zu ob die Vorschrift des $ 1 für die ganze Breite des

bers<wemmungéegebiets und für den Wafserlauf in einer ganzen Länge oder nur für Teile des Uebershwemmungsgebiets oder des Wafserlaufs Anwendung finden foll. Zuglei kann Bes stimmung getroffen werden, für wel<he Unternehmungen die Vor- schriften des $ 1 Anwendung finden. Das Verzeichnis wird für jeden Wasserlauf, erforderlichen Falls unter Beifügung von Lageplänen, öffentli<h ausgelegt.

Auslegung ist dur die Kreisblätter und in ortsübliher Weise

annt zu machen. In der Bekanntmachung ist anzugeben, bei welher Stelle innerhalb einer auf mindestens se<s Wochen nah der Bekanntmachung in den Kreisblättern zu bemefsenden

Frist Einwendungen gegen den Plan erboben werden können. Nach Erörterung der re<tzeitig erhobenen Einwendungen mit den Beteiligten bes<ließt der Provinzialrat. Gegen defsen Beschluß ist innerbalb zwei Wochen die Beshwerde an den Land- wirtschafts8minister zulässig, Die Beschwerde steht au<h dem Oberpräsidenten zu. Nah Erledigung der Einwendungen oder frucilosem Ablauf ¡tellung des

der dafür gegebenen Frist erfolgt die endgültige Fest A „DE Die

Verzeichnisses für jeden Wafserlauf dur< den Oberpräsidenten. Feststellung ift dur< die Amtsblätter zu veröffentlichen. Abänderungen des Verzeichnisses erf: lgen in demselben Verfahren. In den Hobenzollernsden Landen tritt an die Stelle des Ober- präsidenten der Regterungépräsident, an die Stelle des Provinzialrats der Bezirksaus\huß. Die Abga. Schoof (kons.) und Dr. Hahn beantragen

„Zuständig

B Saß anzufügen: sind im Gebiete v d liegenden Teilen der Provinz Hannover (\peziel im Negierungsbezirk Stade) die Deich- ämter, sobald dieselben eingeridtet fein en.“