1904 / 296 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Ordnung.) Redner wendet \sih gegen die Ausführungen des Kriegs- ministers über diesen Fall und betont, daß der Kriegsminister auf das ¿zweite Manöver und den Zusammenhang der Kritik des Generals von Krets{mann und dessen sofortiger Pcnsionierung niht cin- gegangen fei. Das Militärkabinett erfreue #< feiner besonderen Be- liebtheit, und man spre{e von der Unterschrift : Haeseler Pasha. Man Elage auh über dasselbe diékretionäre Ermessen, daß auh in dieser Boriage zu finden sei. Es sei seinen Freunden versithert worden, daß bei der Bemessung der Kriegszulagen nach der politis>en Sehinnung der Aspiranten entschieden werde. Darum wollten seine Freunde în diesem Gesege an die Stelle des diskretionären Ermessens einen Nechtsanfpruh seßen. In derselben Linie bewege ih die Forde- rung, daß das Gese rü>wirkende Kraft haben solle. Um diesen Zwe> zu erreihen, müßten diz Offizierspensionen etwas ermäßigt werden. Seine Freunde würden für die Ueberweisung der Vorlage an die Budgetkommission stimmen, weil das Geseß im Zusammenhange mit der gesamten Finanzlage des Reiches betrahtet werden müsse. Sollte das Gefeß nit recbtzeitig fertig werden, so trage die Regierung die Verantwortung dafür allein, die die Vorlage so spät eingebracht babe.

Kriegsminister, Generalleutnant von Einem genannt von Rothmaler: E

Meine Herren ! Wenn ih das Resultat der bisherigen Neden zu- sammenfafse, kann i< wobl sagen, daß der Geseßentwurf für die Mannschaften im allgemeinen Zustimmung gefunden und daß der Gesezentwurf für die Offiziere im großen und ganzen eine gewisse Ablehnung erfahren hat. Meine Herren, ih babe das erwartet, über die Gründe warum, will i< mi des näheren nit aussprechen. Ich will nur konstatieren, daß das eingetreten ist, was ih eigentli geglaubt batie. Nun bin i< im Verlauf dieser Diskussion auf ganz merkwürdige Ansichten gestoßen bei einem großen Teil der Herren üter die Offizierspersionierungen. Es ist immer die Meinung ver- breitet, es arbeitet da das Militärkabinett, diese Guillotine mit un- ges&wädbter Krast. Demgegenüber möhte i< nun betonen, daß seit etwa 30 Jahren die Armee no< nie so alt ges wesen i wie helle (Sebr ridtg! aus der Mitte.) Unsere Brigadekommandeure, Regimentékommandeure, Bataillons- tfommandeure, Hauptleute sind sämtlib älter an Jahren, als wie sie es z. B. im Jahre 1877 gcwesen sind. Ih meine, {on diese eine Tatsache, diese feststehende Zahl, beweist, daß man nicht in der Weise penfioniert, wie die Herren es vielfah glauben.

: Nun ift es merkwürdig, wie man \ih auf gewissen Seiten des Offiziers annimmt, um ihn im Dienste zu erbalten. Das sind dieselben Seiten, die, wenn irgend etwas passiert, was durch die Presse gebt und was no< gar ni<t einmal aufgeklärt ist, sofort den Nuf erscallen lassen: „Der muß aber sofort beseitigt werden!“ (Sebr ridtig! re<ts und in der Mitte.) Das ist ein Nuf, der #< immer wieder- holt: „Fort mit ibm!* Hier beißt es nun aber: Der Offizier soll

erhalten werden beinahe bis in alle Ewigkeit! Allerdings: wie bier

gesagt wurde, der Bataillonekommandeur kann doch niht sein

50 jähriges Dienstjubiläum feiern, da hat au der Herr Abg. Dr.

Müller (Sagan) gelat, da hat er den Kopf ges<üttelt! (Heiterkeit) N 55 G , f ; r: : .

: Meine Herren, wie findet denn nun eigentlih im allgemeinen

die Offizierspensionierung statt? Sie beruht auf den Qualifikations-

berihtek, die jährlih Seiner Majestät eingereiht werden. Jeder Offizier

hat seinen Qualifikationsberiht; der erste, der ihn schreibt, is der Regi- mentsfommandeur, dann urteilt der Brigadekommandeur, der Divisionss fommandeur und der kommandierende General. Offiziere sind berufen, ihr Urteil nah bestem Wissen und Verständnis abzugeben. Es ist ibnen ausdrü>li<, auß in meinem Beisein, im vorigen Jahre von Seiner Majestät gesagt worden : sie sollen wohl- wollend dabei verfabren und sollen den Offizier nit etwa glei als einen solchen binstellen, der sein Amt nit mehr ausfüllt, wenn er au einmal bei ciner Besichtigung versagte; es käme au darauf an, zu beurteilen, ob die tnnere Ordnung in der Truppe von ihm gut ges halten würde, und auf andere Verbältnifse mebr.

: Nun, meine Herren, möchte ih glauben, daß ih die große Mehr- heit bier für mi baben werde, wenn ih fage, daß diese Gewissen- haftigkeit bei den Erteilungen der Qualifikation au< tatsächli< waltet

und niemand in gewissenloser Weise, wie es so gesagt wird, den Die |

Offizier einfa auf die Straße wirft; davon ist nit die Rede. Berichte werden im Militärkabinett einer Dur$siht unterzogen und

nun wird Seiner Majestät in gewissenhafter Weise Vortrag gebalten, |

und Seine Majesiät entscheidet, wie ih in den böberen Stellen das Avancement gestalten soll. Daß nun das Avancement, wie es in den böberen Stellen stattfinden soll, na< unten bin seine Wirkung auéübt, ist ohne weiteres flar. Entsprechende Mitteilungen ergeben

an die Armee, und nun muß dafür gesorgt werden, daß na< Möglich- | keit die Stellen, die neu beseßt werden müssen, son wieder beseßt

flnd, wenn der Dienstbetrieb auf den Truppenübungsplätzen anbebt; Meine Herren, deshalb |

das ist vielfa bereits im Mai der Fall. müssen nun eine Anzahl Offiziere, die fort sollen, plôößlih benad- rihtigt werden; es bängt bei der Entscheidung, ob ein Offizier nc< bleiben soll, davon ab, ob oben ein Plaß mehr geräumt wird oter weniger. Es ist also nit, wie der Herr Abg. Spe> meinte ein Mangel an Woblwollen, wenn man es dem Offizier nicht früber mitteilen kann, sondern es sind einfa zwingende Verhältnisse (sehr rihtig! rets), daß man ihm fagen muß, Scine Majestät will, daß bis da und dahin seine Stelle geräumt sci, nämlich weil der betreffende Vorgeseßte, der den Dienst zu leiten bat, dann {on an seiner Stelle

Regimentskommandeur und die anderen Vorgeseßten sagen: der Mann füllt seine Stelle aus, aber er wird niht zum Negiments- kommandeur geeignet sein Meine Herren, der Major bleibt dann rubig auf seinem Pcsten, er wird rubig weiter gehalten und geht seinen Weg weiter, bis er zum Oberstleutnant heran is. Dann wird ihm gesagt : Seine Majestät hat eine weitere Verwendung für Sie nit, wenn er niht Bezirkskommandeur wird.

Wenn Sie fich ausrehnen, meine Herren, daß jeßt ein Offizier nah etwa fünfundzwanzigjähriger Dienstzeit als Offizier Stabsoffizier wird, daß er dann no< etwa 7 Jahre braut<t bis zum Oberst- leutnant, fo sind das etwa 32 Jahre. Lassen Sie den Mann mit 20 Jahren Offizier geworden sein, so ift er alsdann 52 Jahre. Nun, sagen Sie selbst, soll der Mann noch bleiben? Ih frage Sie, hat das einen Zwe>k? Das ist ein zweiundfünfzigjähriger Mann, der sieben Jahre ungefähr sein Bataillon führt, der wird sehr bald am Ende feiner Kräfte sein; das kann \i< um ein oder zwei Jahre handeln, und, meine Herren, es würde dem großen Ganzen zum Schaden gereichen!

Was man bei diesem Verbleiben von Offizieren für Einwendungen maden könnte, das find ungefähr dieselben, die man machen kann beim Springen, wenn von unten herauf Offiziere herausgehoben werden, die andere überspringen, wo dann die Protektion ganz außer- ordentlih in ihre Rechte treten würde. Bei der ganzen Zusammen- sezung unseres Offizierkorps, das einbeitli<h in Herkunft und Aus- bildung ist, wird man si< immer sagen müssen: der übergangene Hauptmann wird_ sehr {wer zu überzeugen sein, daß der jüngere Major, der ihm vorgeseßt wird, etwas besser mat als er, und der Major und der Oberstleutnant, der von einem Jüngeren übersprungen wird, der nun sein Regimentskommandeur wird, wird ibn mit sehr fritishem Auge ansehen und wird Mängel an ihm entde>cn, von denen er glaubt, daß er selbst sie ni&t besitzt.

Was ist die Folge davon? Unzufriedenheit, meine Herren, nihts wie Unzufriedenheit, Kritik in der Armee! Und diese Uns zufriedenen würden gewiß no< die besten scin. Die s{limmsten würden diejenigen sein, die si< ganz gemütli< bin- sezien und in ihrem befestigten Besiß nun so gerade ihre Pfliht täten ohne irgend einen Ehrgeiz; die würden nur zum Schaden gereihen (sehr rihtig! re<ts), und ganz zweifellos ein großer Schaden würde darin liegen, daß die Einträthtigkeit

ganz

Meine Herren, diese |

sein foll, um die Verantwortung für die weitere Ausbildung zu über- | nehmen. Das sind die Gründe. E | Nun ist vielfah immer wieder betont und darauf hingewiesen worden, die Offiziere, die übergangen werden, sollen bleiben, und es | ist au< von Springern gesproden würden. Ich habe so den Eindru> |! gehabt, die Herren stellen si das so vor: es wird plößlich ein Haupt- | mann aus der Mitte zum Major gemacht, und dann müssen alle die | anderen Hauptleute weggehen, oder es wird ein Major zum Oberst- leutnant außer der Reibe befördert, und die anderen vor ibm stehenden Majore geben alle fort. Meine Herren, das ift etwas absolut Falsches. Man erkennt vielfa {on bei den Hauptleuten sowobl als weiter bei den Bataillorskommandeuren, ob diese Herren zu den böberen Stellungen ge- eignet sind oder nicht. Jh will mal sagen, bei einem Bataillonékommandeur, der drei Jahre ein Bataillon geführt hat, bat der Negiments- kommandeur und haben die höberen Vorgesetzten die Neberzeugung gewonnen, der Mann wird niemals ein Regimentékommandeur : denn das | werden mir die Herren alle zugeben, die Eigenschaften eines | Regimentétkommandeurs müssen do< andere sein als die eines | einfa<en Bataillontkommandeurs. Der Negimentskommazndeur bat die große Aufgabe, ein Offizierlorps zu erziehen. Er hat s<on in der offiziellen Welt seiner Garnison eine ganz andere Stellung als ein Bataillonskommandeur. Also der

des Offizierkorps vollkommen zerstört wäre. (Sehr richtig! rets.) Ih möchte fehr dringend davor warnen, einen derartigen Weg zu be-

| shreiten, und ih bin der Legzte, der jemals Seiner Majestät dahin

gehend irgend cinen Vorshlag maten wird.

Dann, meine Herren, hat der Herr Abg. Mommsen gesagt, das könnte er sih denken, na< oben bin ginge das nit; da könne der Offizier niht übergangen werden; er würde so absolut einen Stoß in seinem ganzen Sein, in seinem Stolz, in seinem Ansezn na< oben und nah unten erleiden, taß er rit bleiben könne; aber der Leutnant könne bleiben. Nun denken Sie si, meine Herren, einen alten Leutnant, der 15 Jahre lang Offizier gewesen is, der soll nun den Dienst in der Kompagnie weiter versehen, na<dem man ihm gesagt hat: aus Dir wird nihts mehr. Nun, ih bitte Sie, meine Herren, das müßte ein hübsher Mann sein, der Kerl müßte das Herz auf dem rehten Fle> haben! Nein, den muß man na< Möglichkeit früber wegschi>en, damit er, wenn angängig, i eine andere Stelle sucht. Aber im Dienst zu gebrauchen ist er ganz gewiß niht mehr.

Nun möchte ih no< auf einen Punkt aufmerksam maten. Das, was ih gesagt habe, bezieht si< nur auf den Frieden; jeßt fommt der Krieg. Soll der übergangere Mann, von dem ih gesagt habe, er eigne sih ni<t für die höheren Stellen, nun, wenn der Vorgeseßte fällt, das Regiment oder das Bataillon übernehmen und vor dem Feinde führen? Meine Herren, das ist ausges{lossen, das geht nicht. (Zuruf bei den Sozialdemokraten.)

Meine Herren, i< komme no<mals auf das Alter zurü>. Wenn der Offizier jeßt {hon als Bataillonskommandeur ein Alter zu Anfang der Fünfzig erreicht, so nähert er \i< ungefähr der französishen Altersgrenze. Wir haken keine Altersgrenze. Nun ift es sehr interessant, daß der franzôsis<e Abgeordnete Messimy einen Vorschlag zur Verjüngung des Offijterkorps gemacht hat, der darauf hinausgeht, diese Altersgrenze allgemein erbeblih berunterzusezen. Er will fogar die Altersgrenze der Generale auf 54 Jahre bemessen, also ein Alter, über das wir weit hinausgehen. Wir nehmen keine Altersgrenzen, sondern sehen uns die Persönlichkeit an, ob sie geeignet ift, und danach wird verfahren.

Das Militärkabinett, meine Herren, hat eine diskretionäre Gewalt in keiner Weise. Es würde die Gewissenlosigkeit selbst sein und wäre geradezu ein betrügeris<es Verfahren, Seiner Majestät Vortrag über Dinge zu halten, die in den Qualifikationsberihten nit steben. Das, meine Herren, wird keiner von Ihnen annehmen, daß das ein Chef des Militärkabinetts irgendwie über si< brähte. Davon kann keine Rede sein, fondern es kann nur das vorgetragen werden, was tat- sähli<h im Qualifikationsbericht steht.

Meine Herren, es ist viel davon gesprohen worden, die Militär- behörden hätten eine zu große diskretionäre Gewalt. Sie können Beamte der Zivilverwaltung mit Kautelen umgeben, so viel Sie wollen; ja, diese müssen man<mal re<t scharf gezogen sein, z. B. bei den Richtern, bei gewissen Beamteaklassen, damit diese in ibrer Existenz vollkommen sicher sind; kei der Armee kann man aber niemals auskommen, ohne daß eine ziemli< bedeutende diskretionäre Gewalt seitens des Allerhöchsten Kriegeherrn über seine Offiziere vorhanden ist. Das bringt {on das ganze militärische Leben mit si, namentli der Umstand, daß der Offizier unter allen Umständen sih bins{i>&en lassen muß, wohin der Allerhöchste Krieg8herr es wünscht. Als wie notwendig das überall anerkannt wird, sehen Sie bei allen Armeen, sehen Sie vor allen Dirgen bei der französisWen Armee. Die französishen Kriegsminister sind immer bestrebt gewesen, alle die Kautelen, die man den Offizieren gegeben hatte, na< Möglichkeit zu beseitigen. Wir haben geseben, wie General André den obersten Kriegsrat abgeshafft hat, wie er ihn verändert hat, wie er das tableau d’avancement beseitigt und verändert Gat alles nur, um die Offiziere in die Hand zu bekommen, um als Kriegsherr, gewissermaßen als Chef der Armee wenn ih fo sagen darf das Wohl und Wehe der Offiziere in der Hand zu haben und das Avanrcement zu leiten. Daß er \<hließli< auf Abwege dabei geraten ist, baben wir

| in der leßten Zeit geschen; das ist aber kein Grund, daß auc andere

Leute auf Abwege geraten.

Dann ist no< eine Bemerkung gefallen, gegen die ih aufs aller-

Zulagen für Kriegsinvaliden die politisGe Seite eine Rolle \piele Ich lege gegen derartiges absolute Verwahrung ein; das ist absolut | unwahr und unrichtig. (Zurufe von den Sozialdemokraten.) Jh möchte den Herrn Abg. Südekum bitten, wenn er so ctwas behauptet dann- do< au<h glei< die Namen derjenigen anzuführen, di, derartige Verdächtigungen gegen die Armee oder das Reis, shaßamt oder die Behörde, die die Bewilligung L sprehen hat, erboben haben. (Sehr gut! rehts.) Das absolut unwahr; uns kommt das nit in ten Sinn. Derjenias der einen Krieg mitgemacht bat und eine Zulage bekommen foll, wird geprüft, ob er tatsähli< die Bedingungen erfüllt, und dann bekommt er die Zulage; aber er wird nit geprüft: wes Geistes Kind bist Duo Dann ist no< davon gesprochen worden, es mödte die Glei mäßigkeit des Offizierkorps in seiner Ausbildung hergestellt werden Nun, ih glaube, wir« sind auf dem besten Wege dazu, vorwärts “e fommen und mehr und mehr Abiturienten der Armee zuzu führen Der Herr Abg. Mommsen ist so freundli< und will der Kavallerie dadur aufbelfen, daß er sie von der Annahme von Abiturienten nad Möglichkeit entbindet. Gerade die Kavallerieregimentskommandeure wel<e Zulauf haben, sind in der glüd>lihen Lage, zu sagen: Wte nehmen nur Abiturienten. Wenn irgendwo zahlreiche Abiturienten ge- funden werden, Herr Abg. Mommsen, dann ist es in der Kavallerie: und wir werden uns Ihrer Ausnahme niht bedienen, wenn Sie ge statten. Im übrigen sind 45 % der ins Heer eingetretenen Offiziere Abiturienten; das is eine Zahl, die immer im Steigen begriffen ist; ih hoffe au, daß sie im Steigea bleibt. Aber sofort jeßt mit einem Schlage zu sagen: in der preußishen Armee werden nur no< Abiturienten angenommen, alle anderen werden abgewiesen das würde ih nit für glüdlid halten. Denn wir müssen über den Offiziersmangel wegkommen und müssen au< hierbei langsam verfahren ; gut Ding will Weile haben. Ich habe gar nidt behauptet, daß keine Erböbung der Offiziers, pensionen stattfinde; ih habe nur gesagt: vom Regimentskommand:ur und den höheren Chargen- aufwärts tritt eine Erböbung nur ein da- dur, daß dieses */eo früher bere<hnet wird, als es vor diesem Geseß geshah. Weiter habe ih nihts behauptet. i Nun nc< einen Moment zu dem Falle Krets<mann. Es ist mir sehr interessant gewesen, was der Herr Abg. Südekum eben aus- geführt hat aus der neuen Auflage. Er sagt: Das ift ja vollkommen irrelevant, diese ganze Geshihte tut nichts zur Sache. Das i} mir sehr angenehm. Aber wenn man das Buch liest, so bekommt man do< obne weiteres den Eindru>: also der Mann ift verabschiedet, weil der Allerhöchste Kriegsherr ibm ni<t vergessen bat, daß er ihn besiegt hat. Nun liegt ja die Sache i< will nit weiter darauf zurü>femmen ganz anders, Von einem Sieg des Generals Krets{mann über des jeßigen Kaisers Majestät kann gar feine Rede sein ; sie sind in dieser Weise gar nit miteinander in Berührung gekommen, auh nit mit ibren Truppen- teilen (hört! hört! red;ts) ; das ift cine ganz läcerlide Insinuation. Nun wundert sih aber der Herr Abg. Südekum darüber, daß er den Abschied bekommen kâtte nah dem Manöver; und das führt er darauf zurü>, daß der General Kretschmann fi< sebr ernftlih, laut und selbstbewußt über allerlei Neuerungen geäußert bätte und über die Verwendung der Kavallerie. Ja, meine Herren, da frage ih Sie wirkli: wenn ein bober General in dieser Weise gegen Neuerungen oder gegen Bestimmungen des Allerhs{sten Kriegéherrn vorgebt, sie tadelt und laut kritisiert, fann er sfi< da wundern, wenn der Allerhöhste Kriezsberr sagt: wenn der Mann mit mir ni<t einverstanden ist, dann kann ic ihn ni<t brauen? (Sehr richtig! re<ts. Zurufe von den Sozial- demokraten.) Ja, meine Herren, ob das fo gewesen ift, wie es im Buche steht, weiß ih absolut niht. Das Ver- bâltnis eines kommandierenden Generals zum Allerhöchsten Kriegéherrn beruht in erster Linie auf gegenseitigem Vertrauen und auf einer un- bedingten Hingabe des kommandierenden Generals zu seinem Aller- höchsten Kriegéherrn. Wenn au nur der General von Krets@mann den Gedanken gehabt bätte, daß er aus einem gewissen Rathegefühl wegen des Vorkomninisses bei dem Manöver des 2. Armeekorvs nit kfommandierender General geworden sei, nun, dann bätte er dadur den allerbesten Beweis gegeben, daß er für diese Stellung nit der geciznete Mann gewesen ist. )Bravo! re<ts. Zurufe von den Sojialdemokraten.). L Abg. Schikert (dkonf.): Die Bewilligungsfreudigkeit des ersten Redners der sozialdemokratis<en Partei ist dur< die zweite sozial- demokratishe Nede wesentli<h abgeschwächt worden; wir werden ab- warten müssen, wie si die Partei später zu dem Grete stellen wird. Die Ueberweisung der Vorlagen an die Budgetkommission wäre in der Tat ein Begräbnis. Eine einheitlihe Regelung der Pension2- verbältnifse für Offiziere und Mannschaften wäre mir persönlich sebr lieb. Ich sehe nicht ein, warum man bei den ersteren von Penfionen bei den leßteren von Renten spriht. Man sollte allgemein von Rube- gebalt sprechen, denn man sollte alles vermeiden, was die Kluft zwischen Vsfizteren und Unteroffizieren erweitern fönnte. Es wird zu erwägen sein, ob an die Stelle der Befugnis, die in vielen Fällen Ne Behörden haben, nit ein Nechtsanspruch gesetzt werden soll. Auch in manchen anderen Beziehungen wird die Gewähzung einer größeren Rechtssicherbeit zu erwägen sein. Die Schlagfertigkeit der Armee braucht darunter nit zu leiden. Den Ausfährungen des Krie,s- ministers über die politishen Gesihtspunkte bei den Veteranenrenten ließe ih mi durchaus an. Der Abg. Gradnauer bat die Pension sür die niederen Chargen als zu niedrig bezeihnet. Jh glaube, daß man die Aufbesserung am besten bei den Unteroffiziergehältern vor- nebmen sollte. Jch würde mi< freuen, wenn die Linke jezt diesem Gedanken näber treten würde. Bei der Frage der Zivilversorgung wird zu erwägen sein, ob und inwieweit einzelne Bestimmungen zu treffen find über die Anrehnung des Militärdienstalters. Ueber die Finanzplâäne, die uns na< Weihnachten enthüllt werden sollen, haben wir bisher nur [eise Andeutungen gebört. Es ift aber ein Glü>, daß der Reichsshaßsekretär ni<t mit seinen Plänen beraus- gramimea ist, denn sonst würden wir beute nicht in die Ferien geben e oe hon Staatssekretär während der Ferien ausgiebige Er- / |pâter dem Reichstage seine Steuerprojektz unter-

breiten zu können.

Abg. Graf von Brudzewo-Mielzynski (Pole) erklärt, er habe nicht die Absicht, in eine Polendebatte einzutreten: dem Kriegs- minister wolle er später antworten und ih nur wit dem Gesey über die Mannschaften beschäftigen. Bei jedem Vorschlage der Regierung müsse man fich fragen, ob die Vorlage niht dem kleinen Maune, dem Mittelstand s<hade. Zwei Fragen kämen hierbei besonders in

disfretionäâren Ermessens und das Miß-

ausz,

Betracht: die Frage des verbâltnis, das ges>affen werden solle zwischen den Bezügen der Offi- ziere und der gemeinen Soldaten. Diese beiden Punkte genügten, um die Vorlage an die Budgetkommission zu verweisen.

(S{luß in der Zweiten Beilage.)

entshiedenste mi< wenden muß, daß nämli<h bei Bemessung der

it entscheidend für d d u E alle Parteien wünschen. Budgetkommission, ]o 1 vollkommen ausgeschlossen. sonderen Kommi) am [pri er ganz gewiß bis zu Ostern fertig, Die Frage Bedenken Entscheidung zu stimmung würdig. stüßen, kaum bier. Wir diese Materie mi

Dezember E

Zweite Beilage

zum Deutschen Reichsanzeiger und Königlich Preußi

M 296.

e

(Scluß aus der Ersten Beilage.)

Dr. Arendt (Rv.): Die Frage der Kommissionsberatung Abg: D R Schi>ksal dieses Entwurfs, defsen Verab- Ueberweisen wir ihn an die ist die Verabschiedung in diefer Kommi|ston Selbst wenn der Entwurf in einer be- nmission am 1. April nicht fertig werden sollte, so wird das die8mal besonders 1pat fällt.

ist von so grundlegender Deer daß man eigentlich tragen müßte, sie vor einem so s{le<t beseßten Hause zur bringen. Sie wäre einer namentlichen Ab- Einen solhen Antrag müßte auch die Linke unter- dazu wären aber 50 Mitglieder notwendig, und mehr find Wir stellen aber einen sol<hen Antrag niht. Man hat t der Diätenbewilligung für den Reichstag in Ver-

1904 gering

Marktort niedrigster |

Berlin, Freitag, den 16. Dezember

bindung gebraht. Eine \{le<tere Gelegenheit, dafür zu wirken, kann ih mir nit denken, denn wir H ist, die Zustimmung der Bundesstaaten zu erbalten. würde für den vorliegenden Zwed : De>ung der Mittel für die Kriegsinvaliden. : t

Abg. Graf von Oriola (nl.) bält seine Ausführungen gegen- über dem Kriegsminister aufre<t und erklärt fih name tion für die Ueberweisung der von 21 Mitgliedern, was auch y Parteien entsprehe. Wenn man die fommission überwiese, würden die warten müssen. A L

Abg. Spe> betont, daß er, von vornherein für Kommissions-

beratung in der Budgetkommission gewesen sei. E Mit einer persönlichen Bemerkung des Abg. Dr. Müller-

Sagan (fr. Volksp.) ließt die erste Beratung.

Gezahlter Preis für 1 Doppelzentner

bôdster E « | #

ir haben gehört, wie {wierig es gewesen Eine Wehrfteuer

Zwe> nicht geeignet sein, sondern zur

ns seiner Frak- Vorlage an eine besondere Kommission den Vorbespre<hungen mit den anderen Borlage an die - Budget- Fnvaliden no< mindestens ein Jahr

Jnnern

Berichte von deutshen Fruchtmärkten. E E E

Qualität j Verkaufte [F Menge

mittel wert niedrigster | höchster | niedrigster | höchster Doppelzentner M « L46 M

Verkaufs-

Beide Entwürfe werden der Budg Für die Ueberweisung | zur die Rechte, die Nationalliberale! Abg. von Strombe>.

Der Präsident Graf von Bal nächste Sißung an auf Dienstag, den mittags 2 Uhr, mit der Tagesordnung: ratung dec Etatsresolutionen zum Etat : Jnvalidenversicherung der Handwerker,

nahweis, und shließt die Sizung, indem er unter frohes und

Durchschnitts- preis für 1 Doppel- zentner

s

rodt

Beifall allen Abgeordneten ein re<! Weihnachtsfest und ein re<ht glü>liches neues

Sgtluß 58/4 Uhr.

Am vorigen Markttage

Dur- shnitts- | prets

Á.

V S,

l 10

y*

an eine besondere Kommisston j und vom Zentrum der

estrem umt anuar 1905, Nach- Fortsezung der Be-

by - Des

hen Staatsanzeiger.

1904.

eifommission überwiesen.

timmen

beraumt die

Neichsamts des Befähigungs- allseitigem gesegnetes Jahr wünscht.

Außerdem wurden

am Markttage (Spalte 1) na überschläglicher Schätzung verkaust Doppelzentner (Preis unbekannt)

Insterburg L Landsberg a. W. . E Hirschberg i. Sl. . Ratibor O Göttingen

Geldern

Neuß . .

Döbeln .

Mt , - Château-Salins

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Kaufbenren «_. ._-« - Langenau i. Wrttba.

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Irsterburg «- - O Landsberg a. W. . Wongrowiß . Breslau . ._ Hirschberg i.

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Döbeln S Langenau i. Wrttbg. Nastatt E Château-Salins

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Döbeln C es Has Langenau i. Wrttbg. L O P Château-Salins s e Bemerkungen. Die verkaufte Menge wird auf volle Gin liegender Strich (—) in den Spa

sa N

15,00

S O A... 00m m.

Handel und Gewerbe.

(Aus den im Reihsamt des Innern zusammengestellten „Nachrichten für Handel und Industrie“)

Handel Japans 1903.

) \ t der japanishen Warenausfukbr betrug im Jahre 1903 (1902) 289 202 443 Sen (258 303 065), die Finfubr 317 139 518 Yen (271 731 259); die Ginfuhr übertrifft hiernah die Auéfuhr um 27 633 075 Yen (13 428 194). Die Ausfuhr an gemünzten und uns gemünzten Edelmetallen bezifferte si auf 19 001 199 Yen (2 028 982), die Einfubr auf 27 807 469 Yen (32 161 358). R A i ichtigf: usfubrländer waren 1903 (1902): Cdiîna 64 998 190 Ven (46 838 545), Hongkong 29 724 694 Yen (25 876 059), Korea 11 761 494 Yen (10 654 183), Großbritannien 16 544 524 Den (17 346 149), Frankrei 34 279 116 Yen (27 283 493), Deutschland 5 185 658 Ven (4 737 029), Italien 11 C03 607 Yen (13 287 958) und die Vereinigten Staaten von Amerika 82 723 986 Yen (80 232 L: inf na< Japan beteiligten si< 1903 (1902): R a 40 590 858), Britisch-Indien 69 894 197 Yen (49 302 846), Großbritannien 48 736 758 Yen (50 364 029), Deut c-

16 50 16,40

18,10

Doppelzentner und der Verkaufêwert auf volle Mark abgerundet mitgeteilt. i e T en für Preise hat die Bedeutung, daß der betreffende Preis nit vorgekommen ift, ein Punkt (.) in den legten \se<s Spalten,

land 26 958 977 Yen (25 812 921) und die Vereinigten Staaten von Amerika mit 46 273 871 Yen (48 652 829).

geführt wurden, waren: Grüner Tee, auf der Pfanne geröstet

- Kupfer, roh und gereinigt Nohbseide . E Seidengewebe (Habutae) Baummwollgarn . 2 Steinkohlen . ai C R

Weizenmehl .

Neis E A Oel, Kerosen oder Petroleum . Zuder (A und B). : Rohe Baumwolle .

Zwei- und Dreiräder

W eizen. Too | 17,50 17,00 17,60 16,70 16,80

17,00 17,50 17,50 18,10 16,80 16,80 18,60 17,80 17,10

16,90 | 17,090 f 16,60 18,30 18,30 17,30 ÿ 17,80 16,80 } 1e, 18,75 | 18,75 | 18,60 | 18,80 f —_— j Kernen (enthülfter Spelz, Dinukel, Fesen 18,22 18,22 | 18,40 18,40 18.60 1860 18,70 18,80 16,20 | 17,00 17,00

16,50 17:00 |

16,60 | 18.10 | 17,30 | 16,50 |

o oe ad |

16,20 f

Roggen. 13,50 | 1330 13,30 13/55 12,60 13,50 13,99 14,10 13,80 15,50 | 14,80 - | 13,90 15,50

13,50 13,30 13,30 13,55 12,80 13,70 14,20 14,10 13,80 15,80 14,80 14,00 15,50

13,20

13,40 12,50 13,40 13,90

13,50 15,50 14 30 13,80 14,80 14,40

13,20

13,40 12,40 13,00 13,40

13,50 15,20 14,30 13,70 14,80 14,00

Gerste. 13,00 4 15,20 = 15,00

13,70

13,80 14,80 | 16,00

| 14,50

15,00 13,70 17,00

17,50

14,00 13,30 1,90 16/1001 13,40

f É L. 14,00 14,60 14,40 15,00

13.80 13,80 13,80 14,00 15,00 14,20 13,70

15,50

14,60 14,40 15,00

14,20

14,80 13,20 13,10 13,40 13,40 13,70 14,50 13 20 13.40 14 00 | 15,40 i 1400

14,20

14 80 13,40 130 13,60 13,40 13,70 15,00 13,20 13,50 14,00 15,40 14,40

14,10 14,00 13,80 14,00 15,50 14,20 13,80

a:

L

15,50

Die wichtigsten Waren, welhe im Jahre 1903 (1902) aus-

Ven

I

171 (71 081 638 14 906 034 74 428 907 27 510 478 31 418 614 19 260 503

8 473 072

» , im Korb geröftet

O O NOUWN

s D O M 00 M S O00

Omn O h C H> h O N M R L O I 22 M 10 00 00 R O Nar ar aur a a u a a

N N N (I f I L

Eingeführt wurden 1903 (1902):

f G Ns E ) ; 78 324) 50 817) 37 169) 7 C 2

10 324 420 ( 51 960 272 ( 11 455 697 ( 14 817 125 ( ( (

s 00 0D > 109

L - 8 657) 68 206 725 (7 9 8583) S L O H B61 O LSL (2E Von dem wichtigsten Ausfuhrartikel Seide, roh gingen in |

2 7 9 O 7 1 Â

den leßten Jahren nah:

1901 für 1902 1903

(Nah dem finanziellen und w

Tiglihe-Wagengeftellur : Me der Ruhr und

¡eitig gestellt keine W

0

rut fran rend M 009 00 N O N)

O N

14,90 13,05 13,50 13,47 15,24 1409

14,00 15,40

Der Durchschnittspreis wird aus den unab

Frankreich 17 161 623 Yen 14 682 816 16 691 055 An der Ausfuhr von Seidengeweben ( land mit 656 947 Yen (1903) und 981 330 Den der Ausfuhr seidener Taschentücher mit 137 800 37 409 Yen (1902). Von der

Fn Oberschle fi

eingeführten

1 15:

agen. en find am 14. d. 7

¡eitig gestellt keine Wagen.

8. 12. e La,

Großbritannien 11 446 937 Yen 12 261 382 9 678 010 1 (Habutae) war Deut #<{- ) Ven (1902) beteiligt, an Yen (1903) und

Rohbaumwolle 38 470 935 Ven aus British-Indien, für 15 60 und für 10 910 485 Yen aus den Vereinigten vom Kaiserlichen s irtshaftlihen Jahrbuch.)

1g für Koblen und Koks in Oberschlesien. An der Rubr sind am 15. d. M. gestellt 20583, niht reht-

è. gestellt 7142, niht re<ht-

Finanzministerium

gerundeten Zahlen berehnet. daß entsprechender Bericht fehlt.

von Amerika 44 497 255 Yen 46 784 721 47 018 559

stammten 1903

Vereinigte Staaten

9 163 Yen aus China Staaten von Amerika. berausgegebenen