1905 / 21 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

nungskommission beantragt, die Ermächtigung zur strafrecht- | lihen Verfolgung nicht z

Das Referat der Ko Das Haus ist so unruh bittet, so viel Ruhe wenigstens den von 1 verstehen könne. Diskussion zur Annahme. .

Darauf sett d haushaltsetäts f des Etats der landw lagel (nl.) rt worden die Gestaltung des land unsere Freude haben. ministers, wenn ein

estern aus Port Arthur dreizehn undert Männern, Frauen und Kindern weitere elf Dshunken werden erwartet. Tschifu macht bekannt, daß 13 Dschunken Dalny nach Tschifu | ab-

Admiral Kamimura hat gestern Schimbaschi Es heißt neuer- Geschwader habe seine Aus- könne jeden Augenblick auslaufen. itet sich mit Nachdruck auf die zweite

d bis jeßt von Port Arthur 309 russische d 17511 Mann eingetroffen.

Jn T\chifu sind Dschunken mit etwa ord eingetroffen ; Der japanische Konsul in mit 1900 Nichtkombattanten von

pathie ausgesprochen wurde,

ersburger Genossen die Sym; lungslokal waren polizeilid

gänge zu dem V t, ebenso das russishe Konsulat.

Handel, Ruau Adckerbau; neue Unterstaatssekretäre \chöónen Künste Dujardin-Beaumeß,

Merlou, Posten und Telegraphen Bérard. ortlaut der von ihm abzugeben-

u erteilen.

mmission erstattet Abg. Metger (nl.). der Präsident von Kröcher , er für seine Person m nicht weit entfernten Berichterstatter Antrag der Kommission gelangt ohne

8 2.

Der Zeitpunkt des Jnkrafttretens dieses Geseßes wird durch Königliche Verordnung bestimmt.

Urkundlih unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschri und beigedrucktem Königlichen Jnsiegel. G En

Gegeben Berlin im Schloß, den 2. Januar 1905.

Wilhelm. Graf von Bülow. Schönstedt. Graf von Posadowsky. ] Studt. Freiherr von Rheinbaben. von Podbielski. Freiherr von Hammerstein. Möller. von Einem.

Das Kabinett wird heute na den Erklärung festsi

Der bisherige Ministerpräsident Combes hielt gestern Ehren des jüngst gewählten Senators 6 de, in der er sagte, er hoffe, daß die Klerikalen und Nationalen, die über den Rücktritt seines Kabinetts gejubelt hätten, bald einsehen würden, daß ihre Freude voreilig gewesen sei.

Rußland. Die Kaiserin-Mutter hat sih gestern, wie „W. T. B.“ tersburg nah Zarsk oje Sselo begeben. after in Rom Fürst Urussow ist zum i der Ministerresident Scht\scheglow in Cetinje ist auf Ansuchen seines Postens enthoben worden.

Nach einer Meldung der „„ ist der Oberprokurator efährlih erkrankt.

Der Kommandant und der älteste Offizier der Gardebatterie, die während der Wasserweihe am 19. d. M. e abgab, Kapitän Dawidoff und Stabskapitän dem „W. T. B.“ zufolge, am Sonntag ver-

mittag den bewahren, daß

Nach einer Meldung des Wiener „Telegr.-Korr.-Bureausg“ aus Konstantinopel ist jeßt an den neuen, seit längerer Zeit im 60 Kruppshen Scchnellfeuer Korps Adrianopel Saloniki geshickt werden, um dort Batterien verteilt zu werden. 36 Scnellfeuergeshüße und die im Laufe des zuliefernden 88 sollen gleihfalls sofort nah der den genannten Korpsbereichen verteilt werden.

Serbien.

ist, wie dem „W. T. B.“ mitgeteilt wird, en Erkältung genötigt, das Zimmer zu hüten.

Amerika.

_ Seitens des Staatsdepartements in Washington ist, wie das „Reutershe Bureau“ meldet, erklärt worden, daß die dominikanishe Republik die Regierung der V einigten Staaten ersuht habe, ihr bei der Verwaltung ihrer Zolleinnahmen und der Schaffung einer festen Grundlage : l ih zu sein. Da verschiedene Mächte wiederholt darauf hingewiesen hätten, daß die Vereinigten Staaten entweder in das Finanzhaos von San Domingo germaßen Ordnung bringen oder zugeben müßten, daß ewisse europäische Gläubiger der Republik dies täten, habe die Regierung der Vereinigten Staaten es für angezeigt ge- halten, die Aufforderung von San Domingo anzune 7 darauf sei von den Veriretern beider Regierungen der darauf bezügliche Vertrag unterzeichnet worden. Die Vereinigten Staaten seien willens, die Gebietsintegrität von San Domingo zu gewährleisten, niht aber ein Protektorat über diese Republik zu übernehmen oder sich weiter in deren innere Angelegenheiten einzumi teuordnung des Zol der Forderungen der Ausländer angehe. Eingängen sollen 45 Prozent der Regierung von San Do- mingo zur Bestreitung der laufenden Ausgaben überwiesen werden, der Rest soll zur Verzinsung der anerkannten Obliga- tions\huld des Staats verwendet werden, welche leßtere “in bedeutendem Umfange in Händen auländisher Gläubiger ift.

135 Mitglieder der Minderheitsparteien des Re- haben, dem „W. T. B.“ wee einer Vorbe

ahren ordnet worden, daß gefahren | rtilleriearsenale lagernden eshüßen 36 an das zweite 4 an das dritte l zu je 4 auf die Die unterwegs befindlichen

auf einem Bankett

Mascuraud eine otte zu stoßen.

um wieder zur as Wladiwost besserungen beendet un Die japanische Flotte bere

Periode des Kri

as Haus die zweite Lesung des Staats- ür 1905, und zwar die Spezialberatung rtshaftlichen Verwaltung, fort. . Wir werden in allen den Fragen, welche nd, die mittlere Linie innehalten. wirtschaftlichen Etats an si cht, daß der Widerstand des Finanz- erstand vorhanden war, in unsere Landwirtschaft fri Teile der landwirtschaftlichen rtshaftskammern betätigen sich in durhaus es wäre nur davor zu warnen, daß allzu kte bei dieser Betätigung in den V dieser Organisationsfrage hat die landwirt- auf anderen Gebieten eine glücklihe Hand n der Generalfommissionen ist in Angriff hat gestern Graf Prashma

von Tirpiß.

ahres ab: 6

izier fönnen wir nur meldet, von St. Offiziere un

Der russische

Botschafter

Bekanntmachung.

46 des Kommunalabgabeges 152) wird zur öffentlichen gebracht , daß auf das Aktienkapital der Cöôln-Bonner Kreisbahnen aus dem Betriebe derselben im Rechnungs- jahre 1903 ein Reinertrag nicht zur Verteilu und sich daher ein kommunalabgabepflichtiges für das Jahr 1904 nicht ergeben hat. Cöln, den 16. Januar 1905. Der Königliche Eisenbahnkommissar. Breitenbach.

reih überwunden en eingezogen ist.

Jn Gemäßheit des 14. Juli 1893 (G.-S.

eßes vom es ift gewiß zum großen

Die Landwi

__ Der Köni infolge einer lei

Parlamentarische Nachrichten.

ber die gestrigen Sißungen des ses der Abgeordneten befinden weiten Beilage.

In der heutigen (126.) Siß welher der Staatssekretär des Jnnern, n Posadowsky-Wehner beiwo llation des Abg. Büsing (nl.

„Will der Herr Reichsk seiner Sitzung vom 26. Oktober 1875 ¿die Erwartung auszusprechen, es werde Meckienburgischhen Regierungen gelin bestehenden mecklenburgishen Verfa burgischen Landtage zu ver undesfreundlicher

zu verdanken. zufriedenstellender Weise ; sehr politishe Gesichtspun

chaftlihe Verroaltung au bewiesen; die Reorganisa genommen. Zu unserer Ueberrashung weitere Anregungen zu Organisationsänderungen gege orstverwaltung in Fra zu diesen dankenswerten Anregungen un vorbehalten. Der Redner wendet sih dann diesem Teile seiner Ausführungen wird aber bei de auses auf der Tribüne nur weni um Thema der Förderung der Vie Pferdezucht viel geschehe, erhöhte Aufmerksamkeit ôfters Tier-

Die Schlußberichte ü Reichstags und de sih in der Ersten un

St. Petersburger Telegraphen-

ng gelangt ist, des Heiligen

ats de entur“ Reineinkommen Ag

Pobjedonoszew g

ung des Reichstags, Staatsminister Dr. nte, stand folgende

die Salutshü auf der Tages-

Karzeff sin haftet worden. Die vierte

ir müssen uns re endgültige Stellungnahme zu Einzelheiten; von x andauernden im Zusammen- zucht bemerkt er,

Domänen- und für ihr Fiskalsystem behilfli Jnterpe

anzler nicht dem vom Bundesrat in gefaßten Beschluß:

den Großherzoglich en, eine Abänderung der ung mit dem Medcklen-

Zivilabteilung des Bezirksgerichts in St. Petersburg stellte gestern ihre Si Nechtsanwälte beantragt hatten, die ange}eßten wegen mangelnder Ruhe zu vertagen.

Vierzig Stadtverordnete haben beschlossen, in der morgen stattfindenden Sißung der Duma ein Gesuch Regierung um Maßnahmen zum Schuß der Bevölkerung gegen die Folgen der Unruhen zu beantragen.

Jn vielen Zweigvereinen des Arbeiterklubs wurden vorgestern abend Versammlungen abgehalten, in denen beschlossen wurde, die gestellten Forderungen aufrehtzuerhalten, aber und Schädigungen as Bildnis Arbeiterklub unter Beleidigungen vernichtet, das Bild der Kaiserin blieb unbeschädigt. komitee beschloß, die fremden Botschafter um Ein- mischung der Mächte anzugehen.

Ueber den weiteren folgende Meldungen des „W. T. B.“ St. Petersburg verlaufen. auf telegraphishe Weisung des Mini alle Zweigniederlassungen lossen. Jm Laufe des Tages fand, wie amtlich bekannt gegeben wird, kein Zusammenstoß zwischen der Ruhestörungen ver- anstaltenden Volksmenge und dem Militär statt. Truppenabteilungen hatten niht_ nötig, von den Waffen Gebrauch zu machen, da die Menge beim Erscheinen des Militärs sich zerstreute. Während des Tages wurde ein Ver- such gemacht, den Kaufhof (Gostinnyj Dwor) anzugreifen, Am Abend s{lofsen en Werke dem Ausstande an ; infolge- dessen machten sih einige Volkshaufen die Dunkelheit und begannen, die Schaufen| Straßen einzuschlagen, die R

großen Unruhe des hange vernehmbar. zwar für die Hebung der man aber auch der Rindviehzucht wenden müsse, und daß es sich empfehlen werde, veranstalteu; wohlwollende

Die von heute ab zur Ausgabe gelangende Nummer 2 E I der Geseßsammlung enthält unter E 3

Nr. 10571 das Gesct, betreffend die Errichtung eines Oberlandesgerihts in Düsseldorf, vom 2. Januar 1905, unter

Nr. 10572 das Geseh, betreffend die Errichtung eines Amtsgerichts in Langendreer, vom 2. Januar 1905, unter

Nr. 10 573 das Geseß, betreffend die Errichtung eincs ieg, vom 2. Januar 1905, unter

Nr. 10 574 die Verordnuna, betreffend die Reiseentshä- digungen der bei dem Forsteinrihtungsbureau im Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten beschäftigten Ver- messungsbeamten, Forstgeometer und Zeichner, vom 1904, unter

Nr. 10 575 die Verfügung dcs Justizministers, betreffend die Anlegung des Grundbuchs für einen Teil der Bezirke der Amtsgerichte Langenshwalbah, Usingen, Wallmerod und Wehen, vom 14. Januar 1905, und unter

Nr. 10 576 die Bekanntmachung des Justizministers, be- ür dic während des Kalenderjahres 1904 die Anlegung des Grundbuchs erfolgt ist, sowie die Bezirke, für welhe das Grundbuch auch in Ansehung der von der Anlegung ursprünglih ausgenommenen Grundstücke als an- gelegt gilt, vom 17. Januar 1905.

Berlin W., den 24. Januar 1905.

Könidliches Geschsammlungsamlt. Schwarß.

men, und Verhandlungen eine weitere Folge

Großherzogli Mecklenburgishen Regierungen feit 18 24 Jahren keinen Versuh mehr gemacht haben, der vom \prochenen und von ihnen ausdrücklih gebilligten

im Wege b diesem Vorschlage Ein weiteres Mittel zur Förderung der ermäßigung für Futtermitte eventuell würde wenigstens

fährt der Redner dann

iechzuht sei die Fracht- l, Rübenschnigel u. dergl. zu Mastzwecken; für den Fernverkehr eine solhe Wtaßnahme Entschuldung2problem,

Schwierig-

Bundesrate ausge Erwartung zu entsprechen ?*

Auf die Frage des sekretär des Jnnern,

Amtsgerichts in Präsidenten erklärte sih der Staats- Staatsminister Dr. Graf von P osa- dowsky-Wehner zur sofortigen Beantwortung der Jnter- pellation bereit.

Zur Begrün Wort der

Abg. Büsing: Vaterland, an dem ih mit unglücklihe \taatsrechtlihe Verhältni mi, gegen die altständishe mecklenburgi burg ist das einzige deutsche Verfassung besißt, ja, das überhau baben, ist eine altständishe Oligarchie. völkerung an der Gese zwishen dem Landes

hen, als die Zollerhebung, fort, bietet desto größere

des Eigentums S : tarifs und die Regelung

Plünderungen

ftigen Lösung treten immer mehr in den n die Frage, wenn sie an uns herantritt,

Mindestens

weifel an einer vernün 2 zordergrund. : gründlih erwägen ;

Ein besonderes Arbeiter- dung der Jnterpellation nahm darauf das Wir werde i noch fortgeseßt ihr eine Stiatisti werden, die ja auch in den le Will man die Entshuldung dur{führen, Voraussegzung Gegen diese allgemeinen wird d niht geneigt sein; \spruh zu nehmen, d \{hränkt werden. lien Einkommen dem landwirtscha 17 4. Der richtige Auswe Es wäre zu erwägen, ob nicht selben im genossenschaftlichen garantien eine Organisation gef die verbleibenden ¿wei Sechstel

Es liegt mir durchaus fern, mein iebe hänge, herabzusetzen. e in Mecklenburg wende ich {he Verfassung. Mecklen- feine konstitutionelle pt keine Verfassung besißt; was wir Es fehlt jede Teilnahme der Be“ {er Vertrag

Verlauf der Unruhen ten Jahrzehnten ganz erheblich gestiegen

Der gestrige erhebliche Ruhe- Vormittags wurden sters des Jnnern Arbeitertlubs ge-

BVerschuldungs8-

leihtsinnigen Schuldenmachen | die Möglichkeit, den Hypothekarkredit in An- | arf ihm aber nicht in unwirtscaftliher Weise be- ! Der Anteil der GBrundrente wird auch überschäßt ;

präsentantenhauses Versammlung, die zum wurde, beschlossen, den von Davey beantragten Geseßentwurf zu unterstüßen, wonach die Kommission für den zwi staatlichen Handel ermächtigt werden soll, Eijen tariftabellen festzuseßen, die nah zwanzig Tagen in Kraft treten und bis zur Berichtigung durch die zuständige Behörde in Wirksamkeit bleiben sollen.

Aus Carácas wird dem „W. T. B.“ gemeldet, daß fi einem Erholungsort in der Nähe

ufolge, in einer

treffend die Bezirke, f ung abgehalten

stórungen er Bauer zum

gebung. Es besteht nur ein altständi errn und“ den Ständen, der nur diesen, nicht der Bevölkerung ein politishes Recht gewährt. Staaten haben die Landesherren über die Stände gesie egeben, in Medcklenburg ildet heute noch die Grundlage der Bewegung des Jahres 1848 ergriff au tände verzihteten auf ihre landständishen Rechte. mit dem Landesherrn Daraufhin Inzwischen

an dem landwirischaft- auf eine Mark Erlös aus ftlihen Produkt kommt nur eine Grundrente von | g ist billiges Geld und schnelle Amortisation. durch die Landschaften oder im Anschluß an die- Wege unter Aus\{luß der General- chaffen werden könnte, um auch noch | zu beleihen, sofern das Gut in gutem Auf dem Gebiete der inneren Kolonisation teilen wir die Anschauung des Ministers durchweg lide Vorschläge, die in dieser Hinsicht sein Eta Die Ansiedelungskommission hat ja ragendes geleistet. für solhe Zwette woven Pommern Maßregel wird man gewiß der

In den anderen t und cine konstitutionelle l ist es um- Ein Erbverglei tändishen Verfassun Mecklenburg. Die S

der Präsident Castro na Es wurde

der Hauptstadt begeben. h In Uruguay hat bei den Wahlen zur Deputierten- kammer die Regierungspartei gesiegt.

Kammer gewählt, das Staatsgrundgeseß vereinbarte. eorduetenkammer eaktion ein. der alten Verfassung. Da klagte die Nittershaft gegen den daß der Landesherr sich fügen

er wurde

die Arbeiter der ele Zustande ist.

in Wirksamkeit. l Die Ritterschaft protestierte Der Großherzo

t uns gemacht hat. Beziehung Hervor- in dankenswerter Weise Ostpreußen |

en die Aenderung zunächst standhaft. ndesherrn * und erreichte, Es trat ein Schied8gericht Freienwalder Schieds- daß die Auflösung der alten Stände usw. ßberzog die alten Stände wieder einberufen Das geschah; es folgten Verhandlun Reformen der Verfassung, die aber nicht zum 1870 er Fahren wurden diese Verhandlungen wieder aufgenommen; di Vorlage scheiterte aber an dem Widerspruch der Verbandlungen zwishen Kommissarien der Regierung der Stände statt, die auch zu keinem Ergebnis führten, ein Reskript an die Stände, nah kein Ergebnis zu er- und es ist kein weiterer Versuch Reichs versuchten die mecklen- sfrage mit Hilfe des Reichs eine Abänderung des na dem in jedem Bundesstaate eine

Dieser Antrag wurde 1871, oßer Mehrheit angenommen. bag. von Benningsen, Miquel,

Nichtamtliches.

Deutsches Reich. Berlin, 24. Januar.

_ Seine Majestät der Kaiser und König hörten heute im hiesigen Königlichen Schlosse den Vortrag des Chefs des Militärkabinetts, Generalleutnants Grafen von Hülsen-Haeseler.

ster der Läden in vers, C uhe wurde jedoch überall rasch wiederhergestellt. Am 283. Januar is niemand getötet oder verwundet worden; die genaue Zahl der am 22. Fanuar Ge- tôtcn beträgt 96, die der Verwundeten is 333, davon sind 53 Fälle an den Ambulanzstellen verzeichnet worden.

Wie die „St. Petersburger Telegr.-Agentur“ meldet, ver- ammelten si gestern abend die Advokaten des Peters- burger Appellhofes und deren Gehilfen, im ganzen etwa 350 Personen, - zu einer Beratung um Gerichtsgebäude. Es wurde bes{lossen, fih mit der Arbeiterbewegung solidarisch zu erflären und Protest gegen das gegen- wärtige System mit seinem verhängnisvollen Blutvergießen zu erheben. Ferner wurde beshlossen, dem Gericht mitzuteilen, daß unter den gegenwärtigen Umständen für die Advokaten feine Möglichkeit vorhanden sei, Prozesse mit Ruhe zu führen und daß die Advokaten es daher ablehnten, vor Gericht auf- Schließlih wurde noch beshlossen, Geldsamm:- zum Besten der

Der Minister hat 2 Millionen für Pommern und einen Löwenanteil Abweanderung aus dem

Ein Telegramm des Generals Kuropatkin an den Kaiser vom 22. d. M. bringt, wie dem „W. T. B.“ mit- geteilt wird, folgende Einzelheiten über die Operationen der Kavallerie unter dem General Mischtschenko:

Am 10. d. M. fand ein Angriff des Feindes, der eine und cine halbe Kompagnie stark war, bei dem Dorfe Uÿvatai ftatt, zeitig als die russishen Jäger und Kosaken einen Offen auf die Flanke und die Nahhut des Gegners machten. fAüchteten vor den Kosaken und beseßten die Fabrik Khanchisen im t Die Kosaken unter Essaul und Ne- krasoff näherten sih der Mauer der Fabrik. Nekrasof wurde dur einen Bajonettstih am Kopfe verwundet und dann durch zwei Gewechr- i Au der französische Leutnant Bert in fiel. die Japaner, die sich binter den ftarken Mauern der Fabrik befanden, zu vertreiben, mußte Artillerie herbeigerufen werden. auf 400 Schritt ein Granatfeuer. wurden teils vernithtet, teils zu Gefangenen gemadht. Verluste bel:efen sich auf ¿zwei Offiziere und sieben Soldaten tot, fieben Offiziere und 33 Soldaten verwundet. | die Station Inkau am 12. d. M. traf ein Z japanisher Infanterie aus Taschikiao ein. reiwillige beschofsen, di

Prenufzen. S228 ‘berüchtigten

\pruh, der dabin ging, nichtig sei und der Gro Arbeiter werden igung nach dem Westen gezogen. ländlihen Schulwesens u. a. Graf Praschma Er sprach zwar

en mit ihnen über

V ragendes Menschenmaterial. iele führten. In den

die Vielartigkeit der Beschäft die Verbesserung des reunde die Mahnung an die Linke. Freunde konnte

haben meine Ritterschaft. 1880 fanden

Sympathie. und Deputierten x

Die Japaner allcemeinen,

[S Innern des reaftionären

Großherzog erließ j Eine liberale Partei, die das Verständnis

Nerhandlungen aufgegeben wurden, Seitdem ruhte die Sache, gemacht worden. Nah Begründung des burgischen Abgeordneten, die Verfassun sie beantragten Artikels 111 der Reichsverfassung, geordnete Volkevertretung bestehen müsse. 1873 und 1874 vom Reichstage mit Von unserer Seite traten für ihn die Treitshke, Völk mit Wärme ein, desgleichen Vertreter des Zentrums und der Reichspartei. i f Bei Schluß des Blattes spricht der Redner weiter.

Jn der heutigen (124.) Sißung des Hauses der Abgeordneten, welcher der Minister für Landwirtschaft 2c. von Podbielski beiwohnte, wies vor Eintritt in die Tages-

ÿ und Neukirch (freikons.) - darauf gegeben habe, die zweite Lesung M. auf die Tage®-

Auf den im Ausstande befindlichen Steinkohlen- zehen des Ruhrreviers fuhren zur Morgenshicht am 93. d. M. von einer Gesamtbelegshaft von 248742 Mann Tage insgesamt Morgenschiht am 21. d. M. betrug die Zunahme der Da ferner in der Mittagsshiht von 369 Mann noch 19% anfuhren, stellte sich die Gesamtzahl der am 23. Angefahrenen auf 48331.

Neu in den Ausstand traten die Belegschaften der im Abteufen begriffenen Schachtanlagen Julia 11, Friedrich der Große ITIT/1IV und Viktor IIL/TY.

Vom Ausstande unberührt waren die in Förderung stehenden Zechen: Friedliher Nachbar, Altendorf, Catharina, Ver. Charlotie, Westhausen und Louise Tiefbau mit einer Gesamtbelegschaft i teufen begriffenen Schachtanlagen:

D. der Nationall

kugeln getötet. warten fei. für landwirtschaftliche

48135 an. Handelsverträge

und unter x auszufüllen

Dafür verlangen wir aber au Verständnis für andere Wie töricht ist es, die Feindf

Diese eröffnete

arauf flohen die Japaner un nit versagen.

zu ordnen ;

haft gegen die Industrie wie €s manche landwirtschaftlihe Kreise tun!

dustrie verkaufen und kann nur gut verkaufen, |

Echt die Industrie ins Ausland, ]o

Fes agi Arbeiter mit, und die Landwirtschaft hat davon den | a

eil. (Schluß des Blattes.)

gefahrenen 365. Die, rufe ; fischen so groß zu ziehen, Man muß an die Jn

Vor dem Angriff auf wenn diese Industrie blüht.

von 16 Wagen mit Tascht er Zug wurde dur ( die linke Flanke deckten, und dann dur unsere e Die Lokomotive wurde päter zertrümmert infolge ciner Beschädigung der Eisenbahnlinie bei JInkau. gebindert durch Drahtgcfle{t, das gebraht war. In der Naht des 14. Januar lief die Meldung ein, daß cin Dorf vier Werft von unserem Feldlager von den Japanern beseßt sei und daß eine andere feindlihe Kolonne von Niutschwang Etne Kolonne erhielt am Morgen den Befehl, nah Bewegungen zu decken. Kosaken

veranstaltea Arbeiter- propaganda.

In Moskau riefen gestern zum Teil übertriebene Privat- meldungen über die Vorgänge in St. Petersburg eine Panik Die Aufregung war um so größer, als die Stim- mung ohnedies erregt ijt. Für den 26. wird ein allgemeiner Droschken- N 4 Vertreter des Stadt-

. Der Angriff wurde vor den japanischen Gräben an-

befürchtet, futsher anschlicken wollen hauptes veröffentlicht eine Bekanntmachung, wonach in An- betracht des Ausstandes einiger liher Straßenunruhen wie in aufgefordert wird, jeglihen Ansammlungen und Um fernzubleiben; im anderen Falle würden ähnliche scharfe nahmen wie in St. Petersburg getroffen werden.

In Sewastopol brach gestern nah dem zweiten Fabrik- signal zum Sammeln der Arbeiter um 7 Uhr Morgens in verschiedenen Werkftätten der dortigen Admiralität Feuer aus. ftand das Ausdehnung

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung. Zum Ausftand der Bergarbeiter des Ruhrreviers ; vel. u. „Preußen“. Der Friede in

Oberhausen ITI, Berg- altrop, Auguste Viktoria, Emscher Lippe und Maximilian mit ciner Gesamtbelegshaft von 1126 Mann. Es bezifferte sich demnach die Belegschaft der niht im stande befindlihen Zechen auf insgesamt 3535 Mann.

Die Löhnungen scheinen sich überall in Ruhe abzu-

g Abg. Freiherr von Zedli bin, daß der Präsident die Absicht kund der wasserwirts{aftlihen ordnung zu f Grafen von S nit beantwortet habe, hätten seine, Wuns\ch, daß jene Vorlagen

Abg. Dr. Porsch (Zen &Fnhalt der Handeléverträge kennen le zur Karalvorlage Stellung nehme, Wunsch des Vorredners an.

Abg. Dr. Friedberg (nl.): diesem Wunsch entgegenzutreten.

Abg. Dr. Wiemer (fr. V haben, haben wir kein Interesse räsident von Kröcher: D nd. Nach La {lage festhalten. finden haben.

Abg. Freiherr von des Hauses wird der Prä am 3. Februar in die Beratung eingetreten ‘werden.

Abg. yon Arnim (kons.): e noch nicht s{lüssig gemacht ; ih anden sein dürfte, beraten wird. i

räsident von Kröcher: onnabend erfolgen.

der Tagesordnung steht zunächst sordnungsfkfommission, betr strafrehtlichen einenden Zeitung „V aldeck“ wegen Beleidigu hauses durch den in Nummer Vom guten Ton“.

ber hberanrüde. Nordweften vorzugehen, um unsere wurden gegen die zwei Bataillone ftarke feindlihe Kolonne beordert, aber unter Verluften zum Rüd- Eine andere Kosakenabteilung eröffnete das Feuer auf das von den Japanern beseßte Dorf, das außerdem noch dur eine andere Abteilung unserer Artillerie beschossen wurde. Vorhut der feindliden Kolonne, tie aus dem Dorf berauskam, wurde d l Die Verluste betragen insgesamt teben Offiziere und 71 Soldaten getötet und 32 Offiziere und 257 Mannschaften verwundet.

Die „St. Petersburger T Suhudiapu vom 23. d. M.:

Als die russishen Truppen in diesen Tagen auf der rechten Flanke die Ortschaft Siavdozy besegten, wurde sowohl an den ! : u an den erbeuteten Gewehren di Anwesenheit der japanischen Reserve festgestellt. Auf unserm linken Flügel unternahmen die Japaner dem Vernehmen nah mit neun Bataillonen einen Vormarsh gegen eine Abteilung des Generals enn Heftige Südostwinde find eingetreten, Metter ift selbs nachts warm, es fiel Sthnee bei geringem Froft

Ein Flüchtling, der aus Port Arthur in Tschifu an- gekommen ist, hat, wie das „Reutershe Bureau“ berichtet, cine Abschrift der lezten Proklamation des Generals Stössel an die Besaßung, datiert vom 2. Januar, gebracht. i einen Rückblick ouf die glorreichen Leistungen der Bejagung und weist darauf hin, wie di \hliezung durch die Fapaner langsam, aber unwiderstehlih enger geworden sei, sodaß weiterer Widerstand Mord - gewesen sein würde. „Es ist nicht {hwer, für sein Land zu sterben“, heißt es in der Proflamation weiter, „aber ih muß mutig genug sein, die Festung zu übergeben, die thr Werk getan hat. Es ift feine Flotte mehr da, die geschügt werden muß; eine große Armee der Japaner ist vernichtet und dadurch außer stande gesezt worden, gegen Kuropatkin zu kämpfen“.

mannsglüdck, Fabriken zur Verhütung ähn- St. Petersburg das Publikum Vorlagen für den 31. d. der Reichskanzler die Interpellation des werin übec die Handelsverträge am Sonnabend noch des Redners, Parteifreunde den Februar zur Beratung kämen. tr.) erklärt, daß auch feine Partei erst den rnen möchte, bevor sie definitiv

und {ließt sich deshalb dem Wir haben keine Veranlassung,

olksp.): Wie die Dinge sih entwikelt daran, Widerspruch zu erheben.

as Haus hat ja die Entscheidung in muß ih aber an meinem V as Haus wird am Tage vorher darüber zu bes

edliy und Neukirch: Na dent damit kein Glück haben der wasserwirtschaftlihen Vorlagen

Meine Fraktion hat sich über diese laube aber, daß sie damit cin- vorlage erst am 3. Februar

die dann das Feuer eröffnete,

zuge gezwungen wurde. der Berliner Holzindustrie (vgl. Nr. 14

d. Bl.) ist, der „Voss. Ztg.* zufolge, noch nicht vollständig wieder- In einer Anzabl von Betrieben werde fortgefeßt aller Art vertragswidriger Vorwände die Wiederaufna

auernde Ausstand der Glasarbeiter von Nr. 6 d. Bl.) scheint, wie der „Frkf. Z jegenzugehen. Die Magazinarbeiter eßung des täglih verlangten Arbeits- Sie bedingen sich egt werden, falls

eßen. Da

erst am 3. hme der Arbeit verweigert.

Der seit Monaten and Charleroi (v wird, nunmehr d erklären ih bereit, bei Herab maßes die Lohnkürzung von 2d %/@ anzunehmen. jedoch aus, daß ihnen 1b 9/9 der Lohnabzu Verkaufspreis überschreitet.

f L L durch unsern Angriff vernichtet. W.¿d B.“ ist S. M. S. „§ | : i dem Prinzen Adalbert von Preußen an Bord, von Kalkutta kommend, gestern in |

Colombo eingetroffen.

Laut Meldung des „, mit Seiner Königlichen

Gebäudes tg.* telegraphiert

Der Brand | Modellabtei- lung sich faum durch einen Eprung durch das Fenster _Nachbardach retten konnten. Brandes ift nicht befannt.

gleichzeitig jeiner ganzen so ras,

gge à in Flammen. jem Ende ent

elegraphen-Agentur“ meldet aus

ge später ers \ches Glas

unter den Fabrikarbeitern eine In den leßten Tagen hatte bereits, x Gesellschast

et Ursache des

Der Schaden beträgt einige

hunderttausend Rubel. Jn den Werkstätten find gegen 1500

Dank der vielen Vorkehrungen gegen eine

| Feuersgefahr gelang cs, vielé Hafengebäude zu retten. Der Brand war um 1 Ühr nahmittag loftalijtert.

100 französische Fu Auch in Moskau macht sich Ausfstandsbewegun g geltend. wie „W. T. B.“ meldet, eine Generalversammlung de chen Manufakturindustrie zum Zwecke der Er- funden, welhe Stellung die Fabrikbesißer Es wurde bes ur eventuellen Erörterung der tung der Unterredungen mit Zur Wahl der Kommissiont- nzelheiten ist eine Versammlung sengebäude einberufen. Gestern Fabrik Bromley im Ein- en in St. Petersburg, die fie darum er- Arbeitex der obengenannten Fabrik über- Mehrere Fabriken Buchdrulkkerxei Syten, wo um Auch in den Fabriken von (E mik Lindel und Schräder wurde Mittag ist in den Druckereien den, sodaß mehrere Zettungeu morgen nicht dex Ledektfabriken

gefallenen Japanern als

Oesterreich-Ungarn. e der Geschäfte

Bei dem Empfange des ungarischen Ministerpräsfidenten Grafen Tisza in Miskolcz versuchten, dem „W. T zufolge, mehrere Personen eine l die aber erfolglos verlief; aus ihrer Mitte flog ein Stein | terpräsidenten, doch wurde dieser nicht getroffen. wurde niht vorgenommen. Der Empfang er liberalen Wählershaft war

Arbeiter beschäftigt.

ch der Ansicht

b d i ; es wird erst zur Hebung der russif

örterung der Frage stattge bei etnem etwaigen Audstand einzunehmen hätten. \{lossen, eine Kommission zu wählen orderungen der Arbeiter und zux L im Namen aller Fabriken.

mitglieder und zur Festseyung der i der Fabrikanten auf Dienstag im Bör Arbeiter verständnis mit den Kamerad suchten, die Arbeit ein. 1 redeten andere Arbeiter, gleichfalls zu \treiken. fügten sich; dann gingen alle zur 5 Uhr die Arbeit eingestellt wurde. Bachrushin, Michailow, die Arbeit niedergelegt. Heute um die Arbeit eingeste ersheinen werden.

s von Rennenkampf. Kundgebung zu veranfstalten, j Spanien.

Wie dem „W. T. B. aus Madrid gemeldet wird, hat die außerordentliche Gesandtschaft, die Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser die Insignien und Uniformen für die Ihm verliehenen Grade in der spanischen Armee überbringt, | heute die Reise nah Berlin angetreten. | n von Asturien, den der Oberkammerherr Herzog iftahermosa, der Marquis Mesa de Afa und der Oberst Eloriaga begleiten.

Schweiz. Die in Genf mweilenden russishen revolutionären Abend, wie „W. T. B.“ erfährt, eine sehr zahlreich besuhte Versammlung ab, in der den

gegen den Minif Eine Verhaftung des Ministerpräftdenten fcitens d imposant. Jn dem Saale, in dem Graf Tisza eine Programm- ' rede hielt, wurde er mit einem Blumenregen empfangen.

Frankrei. | Das Ministerium i}, wie „W. T. B.“ meldet, end- | ammensezung aebildet: haumié Zustiz, Delcassé Aeußeres, | Krieg, Thomson Marine,

Dubief i

daß die Kan

Proklamation wirft Die Entscheidung wird voraussitlich

eführt vom

der mündliche end die Er- ung der „Volksblatt für des Ab-

Die Geschäftsord-

Auf in folgender Z Rouvier | Bericht der Geschäft Vorstß und Finanzen, C Etienne Jnneres, Berte Clémeniel Bienvenu

in Cassel er Hessen un geordneten! enthaltenen Aufsaß ,

Gauthier Anarchisten hielten

Unterricht

öffentliche und Kultus,

Kolonien, Die Ausständigen

halten sich rubig. Auf poliz ilike Anordnung siad die Waffen cut den Schaufenstern der Waffenhandlungen entfernt worden. Die meisten Waffenhändler haben ihre Läden geschlossen. /

Aus Philadelphia wird dem „W. T. B.“ berichtet, daß die Streitigkeiten zwishen den Arbeitern und den Beamten der Pennsylvaniabahn beigelegt und der drohende Auéstand tamit abgewendet sei.

Kunst und Wissenschaft.

A. F. Die Berliner Gesellschaft für Anthropologie wählte in ibrer ersten Sitzung den bisherigen aus 9 Mitgliedern be- stehenden Aus\chuß wieder. Frau Geheimrat Bartels hat, um das Andenken ibres jüngst verstorbenen Gatten in der Gesellschaft lebendig zu erhalten, dieser ein Geschenk von dreitausend Mark über- wiesen. Vor Eintritt in die Tagesordnung erhielt der als Gast anwesende Geheimrat Professor Dr. Branco das Wort zu einem Bericht über die Angelegenheit der in Australien aufgefundenen Spuren des Menschen der Tertiärzeit. Der Gegenstand hat die Greifswalder Versammlung im leßten Sommer bereits auf Grund eines Vortrages von Sanitätsrat Dr. Alsberg-Cassel beschäftigt, der sich damals beauftragen ließ, in Australien weitere Erkundigungen einzuziehen. Das Ergebnis liegt jeßt in Form von Photographien und Gips- abdrüccken der angeblichen, im Sandstein von Varnambul, Kolonie Victoria, gesundenen mens{lihen Spuren vor. Diese bestehen im Abdruck zweier menshliher Gesäße und zweier menshlicher Füße im Sandstein, von dem beim Zutreffen der Vermutung über diesen Ursprung der zweifellos vorliegenden Eindrücke anzunehmen wäre, daß er ih damals noch in weichem, plastiihem Zustande befunden habe. Diese Wahrscheinlichkeit ist nah Lage des Fundortes der Spuren gegeben ; denn die Fundftelle liegt so tief unter der Oberfläche und ist von so- viel Schichten überlagert, daß ungeheure Zeiträume zu ihrer Be- deckung notwendig gewesen sein müssen. Die Neihenfolge diefer Schichten zeigt Waldboden, Ton, vulkanishes Gestein, Kalk mit Versteinerungen von Meertieren, endlich eine Sandsteinshiht yon | 60 Fuß Mäctigkeit. Zwanzig Fuß über der Sohle dieses Sandstein- blods sind bei dessen Abbruch die fraglihen Spuren entdeckt worden. Da aus dieser Beschaffenheit der Schichten {ih ergibt, daß der Boden zweimal vom Meere bedeckt und ¡zweimal gehoben worden ist, so geht das Alter der Spuren wahrscheinlich bis auf die Miocän- oder mittleren Tertiärzeit zurück. Was die Spuren selbst anbelangt, so würden die Gesäßabdrücke an und für sh nach Größe und Beschaffenheit überzeugend wirken, ta fie felbst deutlih die Zwet- teilung des Gesäßes zeigten; allein €s sind zu zwei Gesäßabdrücten nur zwei Fußabdrücke vorhanden und leßtere, obgleich die \ymmetrische Gestalt eines rehten und eines linken Ä ues zeigend, sind, wenn auch in angemessener Entfernung von vem nächsten Gesäßabdrudck, so dech ziemli unnatürlich seitwärts davon. Dr. Alsberg war in Greifswald aufgefordert worden, den Nachweis zu liefern, wie nch Gefäß und Füße cines erwahsenen Menschen beim Sizen in weichem Ton abdrücken. Er hat diescr Aufforderung genügt und eine ent- \prehende Photographie eingesandt, die der Auffassung, jene australisGen Fußabdrüde fönnten zu dem nächsten Gefäßabdruck gebören, nicht gerade günstig find, aber in einem Punkte auffäâllige Üebercinstimmung zeigen, nämlich in dem tieferen Eindrud der Haken im Vergleih mit den Fußspitzen. Befremdend wirkt bei der australisGen Fußspur, daß keine Änteutung der Zehen vorhanden ift. | Dies erklärt fih aber vielleicht aus tem s{chwächeren Abdruck der Fußspiten oder taraus, daß die betreffenden Füße bekleidet waren, in jedem Falle {ließt dieser Umstand den Ursprung der Abrücke von menschen- ähnlichen Affen aus, die in Australien au niht vorhanden gewesen | zu sein \cheinen. Die neueren Berichte von Australien besagen. daß nah Ausfage der Steinbrucharbeiter auch noch andere Fußspuren von Menschen, Hunden und Kängurus im Sandstein gesehen worden find. Leider sind sie nicht gleich den erften festgehalten worden und deshalb neuerdings rach Australien dringende Mabnungen ergangen, diese hohwichtige Angelegenheit gründlicher zu untersuchen und die weiteren NAbbrucharbeiten des Sandsteinblocks durh Sachverständige überwachen | zu lassen.

Den ersten Vortrag des Abends hielt Dr. Favreau - Magdeburg | über neue Funde aus dem Diluvium in der Umgegend von

Neuhaldensleben, insbesondere der Kiesgrube am S{loßpark von

Hundisburg. Der Redner hat drei Kiesgruben von 14--20 m Tiefe, jede | um mehrere Kilometer von der andern entfernt, die cine südöstlih von

Neubaldensleben, bei Hundisburg, die zweite westlich, die dritte nördlich

von Neuhaldensleben gelegen, forgfältig unterfuht und die Gruben

zu 1 und 3, wie folgt, geshitet gefunten: Humusboden, Geschietemergel

mit großen Findlingen, Schotterbank, Sand Ton, während Grube 2

nur die von Sand übershüttete und umgebene Schotterbank zeigte und sich | damit ziemlich fiher als Endmoräne kennzeihnete. In allen dret | Schotterbänken find Feuersteine gefunden worden, die teils als Eolithe,

teils als Paläolithe anzusprehen sind, wäßrend eine Menge davon | bemerkenswert ist dur ihre sharfen, auf kolofsale Gletscherpressung | hinweisende Shrawmmen. Dies gilt besonders von den Funden in der zweiten Grube, deren von Menschenhand benußte Silices als Eolithe zu bezeichnen sind, wogegen namentli die Funde in Grube 3 paläo- lithishen (d. i. nit bloß Benußung, fondern aud Anpassung durh Menschenhand verratenden) Charakters sind. In Grube 1 find auch Knochen von Elepbas primigenius gefunden worden in Grube 3 Feuersteinartefakte neben Tierknochenresten, deren Herkunft nicht mehr bestimmkar war. Von Konylten (Schneken und Muscheln) in den | Schotterbänken konnten 18 Arten als \ämtlich der Süßwasserfauna | angehörig bestimmt werden, 3 davon warmen Himmels\trichen angehörtig. Aus diesen Funden geht nun anscheinend mit einiger Sicherheit hervor, daß der Mensch vorhanden sein mußte mindestens vor der legten Eiszeit; denn wenn die Gletscher dieser Perioden in dem Steinschutt, ‘der sie entführte, bei ihrem späteren Rückzug Feuerstein- manufakte zurückließen, mußten deren Verfertiger und Benußer vorher gelebt haben. Aus der Konchylienbestimmung aber sind Rückschlüffe i quf das Klima dieser Interglacialzeit zu machen. Jn der fih an- | sMließenden Debatte wies Professor Blankenburg auf die bohe Wichtigkeit dieser Forschungen hin, welche wahrscheinli die Existenz von einer Anzahl in großen Zeiträumen einander folgenden Eiszeiten und entsvreGenden Zwischeneiszeiten dartun und dem französischen | Geologen MNutot reÂt geben werden, der für Frankreih und England davon fünf nahweisen zu können glaubt. Um für Deutschland der Lösung dieser Frage näher zu treten, bedarf cs aber noch vieler solcher Detailforshungen, wie die von Dr. Favreau angestellten; denn der bisherigen 4 in ebensoviel verschiedenen Lagen Deutschlands vorhandenen Avgriffspunkte für Forshungen dieser Ark sind nur eben als ein Anfang zu betrachten. Professor Blankenburg it der Meinung, daß von der ältesten die leßte Periode des Tertiärs, das Pliocän, aba lösenden Etszeit und von der ihr folgenden JInterglacialzeit keine der bisherigen Untersuchungen auf deutshem Boden erzählt, und daß die Neuhaldenslebcner Funte der jüng]len Jnierglaciolzeit und der paläolithischen, nicht der eolithishen Periode des Diluviums angebôren.

Ueber datierbare Feuersteingeräte aus den Tür fisenminen von Moghala am Sinai sprach hierauf Kunst- maler Professor E. Bracht. Der Nednec hat auf den weiten Studienreisen, die ihn vor jegt 22 Jahren na dem Orient führten, Beobachtungen gemacht, deren Kundgebung vor den Anthropologen ihn an die interessanten Mitteilungen von Professor Schweinfurth über den auêgedehnten Gebrauch des Feuersteins im alten Aegypten erinnerten. Es war ihm nämlich gelungen, auf der Halde vor dem oben genannten, hoch im Gebirge liegenden Ort, an. dem. A aus Sandstein gemeißelte ägyptische Königsstelen noch heute vor- handen sind, unzählige von Menschenhand in gleicher Art bearbeitete, ziemli gleich große Feuersteine zu finden, von denen er eine große Anzahl vorlegie. Es sind messerariige Gebilde, ausgezeichnet durch übereinstimmende Zuspißung und durch den Gebrauch adgenußte und | abgerundete Spiyen. Sie scheinen also Instrumente darzustellen, die nach threr Abnußgung weggeworsen worden sind, woodurch sich ihre große | Menge erklärt. Ihre Benußung kanu nur mit der Bearbeitung und | Herstellung jener Sandsteinftelen zusammenhängen. Da die Namen