1884 / 188 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

miltag nah Gelbensande hat begeben können. Die Groß- herzoglihen Herrschaften gedenken daselbst einen 14 tägigen Aufenthalt zu nehmen und werden von dort aus auch am 19. d. Mts. den Einzug in Rosto ck halten.

Sachsen-Weimar-Eisenah. Weimar, 11. August. (Th. C.) Die Erbgroßherzogin begiebt sic um die Mitte der Wothe zu längerem Aufenthalt nah Reichenhall. _ :

Jn unserer Nachbarschaft Jena herrscht seit gestern fest- lihes Leben: Die dortige Schüßengesellschaft feiert ihr 350jähriges Bestehen in solenner Weise dur Veran- staltungen aller Art, deren Höhepunkt der heute stattgehabte historische Festzug bildete, auf den sehr viel Sorgfalt verwendet worden it.

Oesterreich-Ungarn. Pest, 9. August. (Wien. Abdp.) Wie die „Agramer Zeitung“ meldet, hat der Kaiser das außeror dentlihe Budget der mit Kroatien und Sl1vo- nien vereinigten Militärgrenze für das Fahr 1884 bezüg- lih der Einnahmen aus den ausgeschiedenen Waldungen, deren Erlös zu Jnvestirungszwecken bestimmt ist, und der Ver- wendung dieser Einnahmen bestätigt. Es betragen demnach die Einnahmen: aus Waldnußungen 1 508 500 Fl. und aus den Interessen der angelegten Kapitalien 65000 Fl., zusam- men 1573500 Fl, wozu noch die berichtigte Restjumme aus dem Jahre 1883 per 2681 261 Fl. kommt, so daß der Titel „Einnahmen“ sih mit 4254761 Fl. beziffert. Hiervon werden verwendet: auf allgemeine Verwaltungsauslagen 109345 Fl., auf Eisenbahnen 256000 Fl., auf Jnvestirungen im Ve- reiche der autonomen Verwaltung 690500 Fl., zusammen 1055 845 Fl.

Belgien. Brüssel, 11, August. (W. T. B.) Die Kammer hat den Antrag der Linken auf Vertagung der Verathung des neuen Schulgeseßzes mit 66 gegen 35 Stimmen verworfen und is darauf in die Diskussion des Gesetzes eingetreten.

Grsf§britannien und Frland. London, 11. August. (W. T. B.) Jn der heutigen Unterhaussißung erklärte der Premier Gladstone: der Shußt, den die Regierung Australien in Bezug auf Neu-Guinea zugesagt have, erstrecke sih auf die Südküste von Neu-Guinea, östlih von dem Gebiet, auf das niederländischerseits Ansprüche erhoben würden; die nördlich liegenden Landeëêtheile und die n örd- lich und östlih gelegenen Jnseln seien ausgeschlossen. Innerhalb der englishen Schußlinie würden die Eingeborenen gegen Ungeseßlichkeiten von Seiten englischer wie auslän- disher Staatsangehöriger geshüßt werden. Der Unter- Staatssekretär Ashley fügte hinzu: für Neu- Guinea werde ein Ober - Kommissar ernannt werden, der von dem Gouverneur der Fidschi-Jnseln ganz unab- hängig si. Der Staatssekretär des Krieges, Lord Har- tington, erwiderte auf eine bezüglihe Anfrage: die Vor- bereitungen für eine eventuelle Expedition, um dem General Gordon Hülfe zu bringen, seien getroffen. Der Unter-Staatssekretär Lord Fitmaurice theilte mit, daß der baldige Abschluß eines Handelsvertrages mit Mexiko, welher England auf eine Reihe von Jahren die Behandlung als meistbegünstigte Nation gewähre, zu erwarten stehe. Lord Northcote regte zu einer Diskussion über Egypten an und verlangte, unter Angriffen auf die diesbezügliche Politik der Regierung, näheren Aufshluß über die Mission Lord Northbrooks, Der Premier Gladst\ne trat für die Politik der Regierung ein und lehnte jede weitere Auskunft über die Mission Lord Northbrooks av. Gleichzeitig vertheidigte derselbe das seiner Zeit geiroffene englisch-französishe Abkommen, jedoh nit, um dass:lbe zu diskutiren, denn das Abkommen sei jeßt todt und für andere Verhältnisse berehnet gewesen, die jeßt vorüber sein.

Der „Times“ wird aus Durban gemeldet: Die Re- gierung des Kaplandes habe eine Proklamation erlassen, in welcher sie erklärt, daß sie die Walfish-Bay nebst dem anliegenden Gebiet annefktire.

2 Aug C L B) Der „Daily Belt- graph“ erfährt, daß die Regierung 1000 Nuderboote zur Beförderung der Expedition, welhe den Entsaß Gordons bewirken soll, bestellt habe. Die Expedition, welche Anfangs Oktober aufbrehen wird, soll sich in Wady-:Halfa

konzentriren. Den Oberbefehl über dieselbe wird wahrschein- lih General Wood übernehmen. Frankreich. Paris, 12, August. (W. T. B.) Der

„Voltaire“ bringt über die Beseßung von Keelung folgende Details: Der Admiral Lespès blockirte am 5. d.

Keelung. Die Chinesen versuchten mit dem Feuer einer am Ufer aufgestellten Batterie die Blockade zu beantwoiten. Hierauf erwiderte die Flotte das Feuer und brachte die Batterie zum Schweigen, ohne daß Jemand ge- tödtet oder verwundet wurde. Eine Compagnie wurde

sodann gelandet, um die Geshüße zu veinageln und diese Operation s{hnell ausgeführt; tie Franzosen verloren hierbei einen Todten und zwei Verwundete. Die Flottendivision des Admirals Lespès blieb vor Keelung vor Anfer liegcn, um die chinesishen Schiffe am Kohleneinnehmen zu verhindern. Die Floitendivision des Admirals Courbet befindet sich vor Futschu, bis auf vier Schiffe, welche vor Woosung an der Einfahrt des Shanghai-Flusses Stelung genommen e um eventuell die Reklamationen Patenôtres zu unter- üßen.

Jn Marseille sind am 10. August 7 Personen an der Cholera gestorben. i

Versailles, 11. August. (W. T. B.) Die National - versammlung hat in ihrer heutigen Sißung den ersten Artikel der Verfassung3-Revisionsvorlage mit 523 gegen 139 Stimmen angenommen, nachdem zwei hierzu gestellte Amendements verworfen worden waren. Der zweite Artikel untersagt die Beantragung einer Revision der republifanischen Regierungsform und spricht aus, daß die Mitglieder früherer französisher Herrscherfamilien nit zu Präsidenten dcr Republik gewählt werden können. Bocher erklärte: der Kongreß schaffe ein unnüßges Werk, Wenn Frankreich, das stets Herr seiner Geschicke sei, die Ver: fassung werde ändern wollen, werde es das in legaler Weise thun. „Wir vertrauen ihm mit Ruhe unsere Wünsche, unsere Rechte, unsere Hoffnungen an.“ (Beifall auf der Rechten.) Der Minister-Präsident Ferry erwideite: das Auftreten Bochers sei ein Beweis für die Wichtigkeit des Artikels. „Wir beantragen nicht, die ewige Dauer der Republik zu

dekretiren ; wir beantragen nur zu bestätigen, daß die Republik existirt und daß sie das Recht hat, sichzu vertheidigen: Die Republik ist ein unveräußerlihes Recht Frankreihs, und es ist weit mehr der Würde Frankreichs als seiner Sicherheit wegen, daß wir beantragen, daß die republikanishe Regierungsform eine unwandelbare sei“. (Beifall im Centrum und auf der Linken.) Der Bischof Freppel erklärte den Artikel für unnüß, denn wenn das französische Volk eines Tags der Re- publik müde sei und auf ein Herrsherhaus Frankreichs zurückfommen wolle, das Frankreich Ruhm und Einigkeit gegeben habe, so werde das der Artikel in keiner Weise verhindern. Von der Linken wurde dazwischen gerufen: welhes Herrscherhaus Frankreihs gemeint sei? Freppel erwiderte: es gebe nur ein einziges französishes Herrscher- haus und das sei das durch den Grafen von Paris reprä: fentirte. Darüber erhov sich äuf der linken Seite großer Lärm, und Floquet rief dem Redner zu: Sprechen Sie die Verurtheilung des Grafen von Paris aus; wir werden fie ausführen. Freppel {loß scine Rede mit der Erklärung: ein neuer Kongreß werde das Werk des j-ßigen Kongresses wieder beseitigen können, sowie mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß man auf die Erklärung der ewigen Dauer der Republik am 4, Mai 1889 mit der Wiederherstellung der Monarchie werde antworten können. Bei der Abstimmung wurde sodann der erste Paragraph des zweiten Artikels betreffend die republikanische Regierungsform mit 602 gegen 165 Stimmen angenommen. Der zweite Paragraph, betreffend die Nichtwählbarkeit von Mitgliedern früherer Herrshersamilien zu Präsidenten der Republik, fand mit 597 gegen 153 Stimmen Annahme. Périn beantragte nunmehr die Vertagung der National-

versammlung auf nächsten Mittwoch, damit die chinesische

Frage berathen werden könne, denn die Lage habe sich vezrshlimmert, und Frankreih befinde sich mit China im “Kriege. Der Minister - Präsident Ferry erklärte das für unrihtig, Périn erwiderte: jedenfalls seiin das Bombardement und die

Beseßung von Keelung keine Anzeichen herzlicher Be- ziehungen ; das sehe do cher einem Kriege als etwas Anderem ähnlich, und es liege daher die dringende Nothwendigkeit vor, die chinesishe Frage zu berathen. Der Minister:Präsi- dent entgegnete: die Nationalversammlung werde wahr- scheinlich am Mittwoch oder Donnerstag ihre Arbeiten beendet haben und die Kammer dann sofort die Tongking-An ge- legenheit berathen können. Der Antrag Périns wurde dann auch mit großer Majorität abgelehnt.

Ftalien. Rom, 11. August. (W. T. B.) Jm Laufe des gestrigen Tages wurden in den infizirten Ort: schaften der Provinzen Genua, Massa e Carrara und Turin 11 reue Cholerafälle konstatirt, von denen 7 tödtlih verliefen. Außerdem ist eine am Sonnabend an der Cholera erkrankte Person gestorben.

Nußland und Polen. St. Petersburg, 11. August. (W. T. B.) Der Kaiser ist mit der Kaiserin und der Kaiserlichen Familie heute Nachmittag nach Kraßnoje- Selo übergesiedelt und hielt heute Abend 6 Uhr, begleitet von den Großfürsten und einer glänzenden Suite, in welczer sich auch der deutshe Botschafter, General von Schweinig, befand, einen Umritt in dem von den Truppen bezogenen Lager. Die Kaisecin und, die Großfürstinnen folgten zu Wagen; die zur Theilnahme an den Truppenmanövern fommandirten ausländishen Offiziere, welhe hon Nach- mittags in Kraßnoje-Selo angelangt waren, hatten sich dem Gefolge des Kaisers angeschlossen, Während des Zapfen- slreihs wurden die ausländishen Offiziere dem Kaiser vor- gestelt. Zu dem dann folgenden Thee war auch der deutsche Botschaster General von Schweiniß geladen. Der Galavor- stelu im Theater, welche Abends 9 Uhr begann, wohnten der Kaiser und die Kaiserin bei,

Amerika. New-York, 8. August. (Ullg. Corr.) Die Leichen der ihren Entbehrungen erlegenen Mitglieder der Greely-Expedition wurden heute mit entsprehender Feierlichkeit auf Governors Jsland gelandet. Der Ceremonie wohnten der Kriegs-Winister Mr. Lincoln, die Generale Sheridan und Hancock sowie die Spitzen der Civil-, Militär- und See-Behörden an. Die Leichen werden aufge- bahrt bleiben, bis die Vorkehrungen für die Beerdigung voll: endet sind.

Afrika. Egypten. Kairo, 8. August. (Allg. Corr.) Die in hiesigen militärischen Kreisen vorherrshende Meinung ist, daß wenn die Entsendung einer Expediton zum Ent- saß des Generals Gordon im Herbst beschlossen wird, dieselbe die Route über Dongola den Nil auswärts einschlagen werde. Die Absicht, Suakim zur Basis der Operationen zu machen, darf als gänzliÞh aufgegeben betrachtet werden, ebenso die geplante Anlegung einer Eisenbahn von Suakim nah Berber. Das bícreits in Suafim gclandete Eisenbahnmaterial wird nach Jndien verschifft werden. Der Mudir von Dongola hat si erboten, sechs Boote, die nöthigen Lootsen und 1000 Mann zu stellen, um die eng- lishen Dampfer über den Katarakt zu befördern. Major Chermside hofft, es werde ihm gelingen eine Gegenliga unter den Stämmen gegen Osman Digma zu organifiren,

Zeitungsstimmen.

Die „Staatsbürger - Zeitung“ bringt einen leiten- den Artikel unter der Ueberschrift „Die Getreidezölle und die Wahlagitation“, welhem wir folgente Stellen entnehmen :

._. , Das Bestreben der Reichsregierung ist vom Beginn der ncuen Wirthscbaftspolitik angelegen!lich darauf gerichtet ge- wesen, den kleinen Mann, den Arbeiter und noch weitere Volkskreise von den direkten Staatssteuern gänzlih zu béfreien, Wenn dies Ziel noch bei Weitem nicht erreibt worden ist, so tragen daran die Manchestermänner notorisch do die meiste, wenn nicht die alleinige Stuld. Daneben ist die Staatsregierung seit längerem darauf be- dat, das gesammte System der Kommunalbesteuerung so zu gèë- stalten, daß neben dem obligatoriscben auch der unentgeltliche Volkéunter- richt, freilid unter der Oberhobeit des Staates, nicht der Kirche, überall cingeführt werden kann. Weiterhin bewegen sich zur Seite der Wirthscbaftépolitik, welche wesentlich mit der Förderung der nationalen Produktion und Arbeit aud auf die Steigerung des perfönlicben Arbeitsecrtrages, der Arbeitslöhne gerichtet ift, die sozialpolitiswen Re- armen, die voll und ganz dem Arbeiter, vor Allem tem industriellen, zu gute edi E

Ein Einwand, der von der freibändlerishen Doctrin gemacbt zu werden pflegt, besteht bekanntli darin, daß das Getreide cin Robstoff sei und Rohstoffe dürfe man na Adam Smith und anderen fo wenig wie Halbfaktrikate dur Zölle oder Steuern vertheuern.

Wir bestreiten diese Theorie der vermeintliten Monopolisten

nationalöfonomisher Weisheit ganz und gar. Weizen 5

Gerste, Hafer sind vielmehr vom Standpunkte nationaler, deen, Arbeit fertige Ganzprodufkte. . . . Alle diese Getreidearten ‘Vier erster Linie der Weizen und Roggen, sind aber im Frudtvitee in rationellen deutswen Landwirthschaft durbaus nothwendige Are e produkte, mag auch die manchesterlihe Weisheit dieselbe noch D auf den Anbau von Futterkräutern und auf die Viebzubt gegen der amerikanishen und rusfsisben Konkurrenz vertröften, Dogrider die letztere und hauptsählih wiederum die amerifkanis&e des K

und Roggens einen ungeheuren Vorsprung gegenüber der Ut

Landwirtbschaft gewonnen haben, dies noch näher darzulegen, veri. M A p . U e ei, Lerdtete für beute der Raum unseres Blattes. Die Thatsache einer sol, Konkurrenz is ja auch zu rotorisb, als daß sie gegenüber fals{wen manchesfterliden Wahblagitation, welbe mit d Scbutzmittel der Getréeidezölle fortgesetzten Mißbrauch besonders erbärtet zu werden brauchte.

_ Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitunz- schreibt : 9

In der Frage der Postdampfer - Subventionen gehen immn- wieder neue Zustimmungs8erklärungen ein, so eine mit §878 Ut, schriften bedeckte Adresse aus Löbau in Sabsen und der sehr ind, strielen Umgegend dieser Stadt. Ebenso erklärt cine Reihe der --, gesehensten Industriellen und Männer aller Parteien in Kai: lautern dem Reichskanzler ihren Dank für die Vertretung der No-, lage im Reichttage. (Wir haben dieselbe bereits wörtlih wi, getheilt.) R

Die Handelskammer für den Kreis Mülheim a. Rhein fü: ihrem lebhaften Bedauern üver das Sweitern der Vorlage im lett:- Reichétage Folgendes hinzu: 5 E

„Unter den gegenwärtigen wirthschaftliwen Verbältnissen, welt; bei fast allen industriellen Unternehmungen das Bestreben crfenre lassen, für den im Kampfe wit einer vielseitizen Konkurrenz; fs prozentual stetig verringernden Gewinn Ersatz zu suen in for \chreitender Auëdehnung der Produktion, macht si die Nothwendi: feit, die Erportfähigkeit der heimisben Industrie mit allen Mitt; zu fördern und derselbzn neue Absatzgebiete zu erschlicßen, imma mehr fühlbar. E

Die Einrichtung und Unterstütung Ütersccisber Dampferliri:r betraten wir als cin wirkfîames Mittel zur Erweiterung bestehend: und zur Anknüpfung neuer Geschäftéverbindungen, weil vorab daturs ter deutsche Handel und die deutshe Industrie von ausländiswa Tranéportgelegenheiten und damit gleichzeitig vielfah au von der auéläândishen Zwisbenhandel urabhängig gemacht werden würde Wir haben daher den in Rede stehenden Gesetzentwurf mit Freude begrüßt, als einen neuen Beweis der Fürsorge, wel&%e die bob Reichéregierung unserer auf den Erport angewiesenen Jnduttri widmet.

Die aus MReichsfonds ¿u gewährenden Urterstüßungen für soldbe Dambpferlinien dürfen nit einseitig nur in Bezug auf ihre etwaigen vostalischen Ergebnisse oder direkte Erfolge bemessen und abgewogen es fönnen dieselben vielmehr rur binsichtlih ibrer Wirkung auf tin: mit der Zeit wacbsende acdeihlibe Weiterentwickelung des gesammte: wirth\caftliden Lebers Deutschlards beurtheilt und ges{chäßt werden.

Der aus 150 Mitgliedern bestehende Kaufmänniscbe Vercin ju Limbzch i. S. hat in ciner Eingabe dem Reichskanzler den besondere Dank des Vereins für die Einbringung der Dampfervorlage aué gesprochen. _ : 5

Jn derselben Zeitung lesen wir:

Für die erfreulibe Entwickelung, wel%e das Sparkassenween übcrall nimmt, sprechen auch die Mittheilungen verschiedener Handelz fammer-Berichte. So finden wir in dem Bericht der Kammer für das Lennegebiet des Kreises Altena und für den Kreis Olpe, daß di: Einlagen in die dortigen Sparkassen, welhe im Jahre 1871 rur erf 3 400 820 und im Jabre 1880 bereits 8 189 755 M betrazen hatter, im Fabre 1883 auf 9 628 430 hinaufgegangen waren. SolWi Wachsthum der Ersparnisse spricht deutlich für die allgemeine He:bun: des Wohlstandes, namentlih unter der auf die täglice Handarkeit angewiesenen Bevölkerung, welcbe bekanntlih vorzugéweise Intereffen: ten der Sparkassen find.

em natioral;- treibt, nes

Central-Blatt der Abgaben-Gesetßgebung und Ver waltung in den Königlich preußishenStaaten, Nr, !°. Inhalt: Anzeige der in der Geseßsammlung und im Reibs-Gelet! blatte erschienenen Gesctze und Verordnungen. I. Allgemeine Vir- waltungêgegenstände: Unzulässigkeit des Rechtsweges bezügli tz Frage, ob cin Kündigungsbeamter wegen ciner während seiner Dienst- zeit entstantenen dauernden Dienstunfähigkeit in den Ruhestand i verseßen sei. Berücksichtigurg der Witiwen- und Waifer geldteitrazt bei Feststellung des den suspendirten sowie den gegen Einlahurz eines Thcils ihres Gehalts beurlaubten Beamten zu bewilligen Gebaltstheils. Annahme der Reicbsschuidverscreibungen a Sicherheit für Zoll- und Reichssteuerkredite. Betandlung der m! der Poft bei den Hauptämtern eingehenden Gelder. Veränderung?! in dem Stande und in dea Befugnissen der Zol- und Steuerttelr 1II. Indirekte Steuern: Feststellunz des Nettogewichts des m! dem Anspruch auf Steuerverzütung in Kisten ausgehenden range Würfelzuckers. Verlängerung der Frist zur Einzahlung der geitun diten Tabackgewichtsteuer. VI. Perfonalnat&rithten.

Statistische Nachrichten.

Gemäß den Veröfenilitungen des Kaiserlichen Se!ur? beitsamts find in der 31, Jahreswocdbe von je 1000 Einwodner! eri

auf den Iahresdurb|cnitt berebnet, als gestorben gemeldet: in Ber

365, in Breslau 37,4, in Königsberg 31,4, in Cöln 34,9, in Frankfur 2. M. 23,1, in Hannover 26,2, in Cassel 20,1, in Magdeburg 27

in Stettin 38,9, in Altona 30,6, in Straßburg 25,4, in Mez 25 in Münden 31,4, in Nürnberg 29,7, in Augsburg 26,0, in Ll den 26 2, in Leipzig 31,0, in Stuttgart 283, în Braunschwetg 24 in Karisruhe 19,0, in Hamburg 22,6, in Lübe —, in Wien 22,9, h Budapest 34,6, in Prag 313, in Triest —, in Krakau 37,1, in Df 26,3, in Brüssel 21,6, in Amsterdam 33,0, in Paris 29 Londoa 229, in Glas1ow 24,5, in Liverpool 28,9, in Dudlin —,* Gdinburg 15,8, in Kopenhagen 22,8, in Stoholn: 21,1, in Shrt stiania 20,1, in St. Petersburg 28,5, in Warscbau 44,1, k Odessa 52,7, in Rom 22,2, in Turin —, in Bukarelt l, Madrid 339, in Alcrandrien —. Ferner aus der Zeit 2 6 bis 12, Juli: in New-York 29,8, in Philadelphia 20,1, / Chicago —, in St. Louis —, in Cincinnati —, tun San H zisfo 228, in Kalkutta 20,2, in Bombay 22,1, in Madraë 34

Beim Beginn der Berichtëwocbe und in den erstcn Tagen selben berrschbten an den meisten deuts&en BeobachtungSorten {war südliche, südwestlide bis westliche Luftströmungen, auch die in Bre? E und Konitz beim Wocenbeginn wehenden Nordwestwinde guigen “F; nad Südwest. An den meisten Stationen ging der Wind am = und 30. nad Nordwest (in Konitz erst am 1. August),

blieb auh an ten meisten Orten bis an das „Ente der Wowde überwiegerd, nur in München und Karl gewannen in den leßten Tagen der Woche wieder sud lide, in Côln südöftlide Strömungen die Oberhand. =,. Temperatur der Luft lag an allen Stationen, am wenigsten in C0 am meisten in Barlin und Konitz, unter der normalen, Nieder\Þi? erfolgten häufig, aber nur im Often in ergiebigem Maße. S E Gewitterentladungen wurden aus Berlin, Bremen und Münwen # meldet. Der beim Wocbenbeginn ziemli hohe Druck der Lust S in den ersten Tagen geringe Sbwankungen. Er stieg am 29. an Stationen, mit Ausnahme von Koniy, wo er bis zum 1. Augs sank und dann erst wicder zuzunehmen begann, sanf am 1. #4 langsam, zeigte aber zu Ende der Woche ziemlih allgemetn! steigen“ Tendenz.

Auch in dieser Woche war die Sierblichkeit in den gro: Städten Eurovas noch eine hobe, doch gegen die Vorwoche ert

ar Öer Y s blid

E

E 7

Er

4 Y

verminderte. Die allgemeine Sterblichkeitsverbältnifzahl für die deutsden Städte sank auf 30,4 von 31,7 der Vorwowbe (pro Mille und Jahr berecnet). Etwas gesteigert ersceint die Sterblickeit in den süd- und mitteldeutshen Städten, während sie in den nördlichen

vielfah abgenommen hat. Geringer wurde die Zabl der gemeldeten Todeéfäle an Darmfkatarrhen und Brecbdurch- fällen, obwohl die_ Gesammtzaßl der Meldungen 1300 noch übersteigt. In Folge dessen war aub der Antheil des

Säuglingsalters an der Sterblickeit ein wenn auch no% sehr großer, do [on ein geringerer als in der Vorwode. Von _10 000 Lebenden starben 149 Säuglinge (aufs Iabr berebnet) gegen 172 der Vorwobe, in Berlin 213, in Müncen 152. Eine Abnahme der Todesfälle an diesen Krankheitsformen zeigen Berlin, Danzig, Königsberg, Stettin, Breélau, Stuttgart, Dreéden, Magdeburg, Hamburg, Braunschweig, Cöln, Barmen, Elberfeld, Düsseldorf, Crefeld, Straßburg u. a.; cine Zunahme Nürnberg, Heilbronn, Eßlingen, Leipzig, Neustadt- Magdeburg, Halle, Frankfurt a. O. und Frankfurt a. M., Hannover, Bremen, Altona, Aachen, Dortmund, Boum u. a. Auch in Pari®, London wurden weniger, in Wier, St. Petersburg, Warschau,

Odessa, Bukarest mehr Todesfälle daran geneidet. Aus Reutlingen und Néew Orleans wurden je 1, aus Baltimore

N 3 Todesfälle an Cholera noëitras gemeldet. Sterbe- fälle an Ruhr famen 15 zuc Mittkeilung, von denen 8 auf Berlin entfallen. Typhöse Fieber fangen an mehr Todesfälle hervorzu- rufen und waren leßtere in Posen, Müncen, Stuttgart, Wien, Genf «ablreier, in Züri hat die Epidemie abgenommen. Sterbefälle an Fleck!vphas famen nur vereinzelt aus London, St. Petersburg, Odessa, Malaga zur Anzeige. Masern riefen in Wiêmar, Bres- lau, Regensburg, Halberstadt, Mühlhausen i. Th., Barmen, Prag, Amsterdam, Haag, London, Liverpool mehr, in Berlin, Bielefeld, Eñea, Paris, Notterdam weniger Todesfälle hervor. Das Scar-

(Mitte Zuli)

labfieber zeigte in Königsberg, Ingolstadt, Aschersleben eine unabme, in Berlin eine Abnahme der Sterbefälle. Die Sterblibkeit an Diphtherie war in Bexeliîin, Hane bura, Breslau, Leipzig, Prag eine größere, in Dresden,

Wien, Paris, London eine kleinere. Aub Sterbefälle an Keuchhusten baben vielfah ab-, in Berlin, Leipzig, Dresden zugenommen. Pccken cxfubrer vielfah Nachlässe ; aus Wien, Paris, Brüssel wird fein Todesfall (aus den Vororten Brüssels 5), aus Berlin, Mey, Marschau, Odessa, Murcia je 1 gemeldet, Aub in Krakau, Prag, St. Peteréburg, Liverpool, New-Orlears traten Pocken in beschränk- ter Zahl auf; in London läßt die Epidemie na, au aus Kalkutta und Madras werden weniger Pokentodeëfälle gemeldet, Aus Kal- futta werden (15.—21, Juni) nur noch 22 LTeodeéfälle an Cholera gemeldet ; in Toulon und Marseille geht d'e Epidemie ibrem Ende entgegen, dagegen kamen aus einer größeren Zahl italienischer Orte, bis jeßt ncech vereinzelte, Cholerafälle zum Vorschein.

Kunft, Wissenschaft und Literatur.

Non den „Mittheilungen des Freiberger Alter- thums- Vereins*, herausgegeben von dem Vorstande desselbei, Stadtrath Heinrid Gerlach, ist kürzli das 20. Heft (1883) er- schienen. (Freiberg in Sacbsen, Gerlaksbe Bucbdruckere?). Aub in diesem Heft werden die „Bilder aus Freibergs Verganzenheit", von dem Herausgeber, fortgeseßt. Dieëmal sind cs die „Bescbect Glük“- Furtgrube und das Halsbrückner Amalgamirwerk, welche in Wort und Bild (vom Iahre 1830) geschildert werden. Daran reibt si der eingehende Jahresbericht über das Bauwesen der Stadt Freiberg im Fahre 1883 (allgemeine Uebersicht, Autführlicheres über einzelne Bau- lidfeiten, Geschichtlicbes, Funde u. dcrgl.), erstattet von den Stadt- räthen Gerlah und Börner, und die Freiberger Bürgerronik (neue

Bürger, verstorbene Bürger, wohlthätige Stifturgen und Vermäcbt-

nisse, Freiberger Gedenkbuh) für das verflossene Jahr, verfaßt von dem Herausgeber und dem Polizei - Se:retär Kaden.

Eingelcitet wird das in jeder Beziehung gut ausgestattete Heft (besonders dankenswerth ift die leider von vielen Geschichtsvereinen bei ihren Publikationen auß-r Acht gelassene gute Heftung nebst Be- \{nitt) durch einen eingehenden interessanten Vortrag über die sä» isen Kleiderordnungen unter Bezugnahme auf Freiberger Verhält- nisse, welben der Oberlehrer an der Köntglichen Realschule zu Anna- berg, L. Bartsb, im Freiberger Alterthums-Verein gehalten dat. Dann folgt Fortsezung und Schluß des Aufsaßes von dem Kantor Hingst in Leisnig : Über ein Freiberger Steuerregister aus dem Jahre 1548 (betreffend die „Hospitaldörfer*“ Oberbobrißsd, Soßra, Pret:shendorf und Tuttendorf und die „Rathedörfer“ Lichten- berg, Berthelsdorf, Müdisdorf, Oberschaar, Hilberédorf, Falken- bera und Randeck) net vorangeschickten historisben N2Þ- ribten und angehängten vergleiher. den Bemerkungen zu1 den vorkommenden Familiennamen, über ihre Abstammung 2 Dr. phil, Heydenreid, Oberlehrer am Gymnasium Albertinum und Privatdozent aa der Königliben Bergakademie in Freiberg, bespricht in dem folgenden Aufsatz das Urkundenbuch der Stadt Freiverg, dessen erster Band kürzli ausgegeben worden ist und den 12. Band des 2. Haupttheils des großen im Auftrage der Königlid sächsischen Staatêregierung von Otio Posse und Hubert Ermisch besorgten Codex diplomaticus Saxoviae bildet. Der erste Theil des Feeiberger Urkunden-

buds enthält in 5 Gruppen die für die eigentliche Stadtzeschihte (bis 1485) in Betrabt kommenden Urkun- den und die Diplomatarien des Dominikanerklosters St. Pauli,

des Franziskanecklosters, des Nonnenklosters der heiligen Maria Magdalena der Buße urd dis Kollegiatstists zu Unser Lieben Frauen. Der in Aussidbt sletende zweite Theil wird außer dem urc- alten Stadtrect die auf die Geschichte des Freiberger Bergbaues be- züglidcn Afktenstücke bringen. Am Stluf: seines Referats verspricht der Verfasser, der si als Bibliothekar des Verei::s dazu für besonders berufen erflärt, im nächsten Heft der „Mitthcilungen“ eine Ucber- der wichtigeren wissenschaftliben Literatur über die (Bee e Freibergs und seines Berawerks zu veröffentliben. Gezenstand eines anderen interessanten Beitrages, v:r\aßzt vom rlehrer Paul Knauth am Gymnasium Albertinum, bildet die ge von Tristan und Isolde und ihre voetisbe Behandlung ins- dur Heinri von Freiberg. Ueber die Persönlichkeit des

nesângers sollen weitere Mittbeilunzen folgen. Eine Uebersicht ter Literatur über Heinri von Freiberg ist dem Artikel angebängt. Am Swluß des Hefts findeza wir noch eine Umschau über die wisscnschaftlice Literatur aus dem Jahre 1882, sowcit fie die Ge-

Ln L Li

Minne

5 e

scbicte_ Freibergs und seiner Umgebung betrifft, und endlich ein Verzeihniß der mit dem Freiberger Alterthuméverein in Sdtriften - Austausch stehenden Vereine und Anstalten.

Der Freiberger Alterthumsverein, zu welhem der Beitritt jedem, n wie auferhalb ter Stadt Freiberg wohnhaften Alterthuméfreunde sreistebt, wurde am 14. März 1860 gegründet und hat den Zwed, dur Forscen und Sammeln, Schrift und Wort die städtiscben und vaterländisden Geschicbtäquellen zu ers&licfen sowie die Zeugen denk- würtiger Vergangenbeit der altehrwürdigen Béerzhauptstadt Sab» lens der Mit- und Nachwelt zu erhalten. Dieses Ziel erstrebt der dercin dur fortwäbrende Vervollständigung des von ibm im Jahre 1861 eröffneten Freiberger Alterthumêsmuseums und seiner Bibliothek, dur Vereinéversammlungen und Vorträge, sowie durb Herausgabe der „Mittheilungen“ zu weiterer Verbreitung der Kenntnly beimisher Geschidte. Zuglei mit der Versendung der Peste erfolgt die Erhebung der SJahrebsteuer vcn 3 Ein besonderes Eintrittsgeld ist nicht zu entrikter. Anmeldungen neuer Mitglieder, literarisbe Beiträge für die „Mittheilungen“ fowie Gaben für die Bibliothek und die Sammlungen des Vereins nimmt deen Vorstand jederzeit dankbar entgegen. Das Alterthumsmuscum am vermarkt (Kaufhaus) ist g2öffnet: Sonn- und Feiertags Bor- und : adbmittags zu 10 -# für die Person, Mittwochs und Sonnabends Natmittags zu 20 „. Mitglieder des Freiberger Altertbuméverein®, sowie deren Angehörige, haken an diesen Tagen freien Eintritt. Außer dieser Zeit erfolgt die Oeffnung des Museums gegen Karte zu 1 #, für 1 bis 10 Personen gültig. Die Annahme von Alterthümern er- olgt entweder gescenk- oder leihweise (gegen Revers) oder in beson- eren Fällen dur Ar. kauf durch den Vorstand des Vereins, Stadt- rath Gerlaw, Burgstraße 22. Die Bibliothek des Vereins (am

Alterthum8museum), enthaltend Handschriften, Druckschrifien, Land- karten, Pläne und Kunftblätter, steht den Mitgliedern nach Anleitung einer gedruckten „Bibliotbekordnung* vom Jahre 1880 zu freier Be- nutung offen. Bibliothekar : Gymnasßsal-Dberlehrer Dr. Hevdenreid. Bikbliothekstunde: bis auf Weiteres Sonnabends Nachmittags 2 bis 3 Uhr. Gedruckte Kataloge nebft Nacträgen liegen zur Einsiht aus und find au zum Preis von 50 A käuflid zu haben. i S Gewerbe und Handel.

__ Wie die „B. Börs.-Zlg." meldet, hat am 9. August die Konstituirung der ¿ur Errivtung der Berliner Waarenbörse gébildeten Aktiengesellschaft stattzefunden. Dieselbe wird auf dem Terrain der Grundsiück-, Burgstraße 22, Heiligegeiststraße 5 und 5a. erbaut. Das Aktienkapital if zunäcbst auf nur 450 000 Æ nor- mirt, eine Erböhuxg desselben aber vorbehalten, sobald der Bau- vertrag in allen Einzelbeiten definitiv festgestellt und abgeslofsen sein wird. Die Aktien sind mit je 1009 Æ voUbezahlt und gelangen zunächst nit an die Börse. Das außerdem benöthigte Kapital wird durch eine bvypothekarisbe Vnleibe gescbaft. Bis zur Fertigstellung des Baues, wofür ein Zeitraum von 15 Jahren angenommen ift, in welchem die Gesellschaft ihre statutenmäßige Thätigkeit nicht entfalten kann, bat man Hrn. Direktor Bodskin aus dem Aufsichtsrath dessen Mitglieder den verschiedensten Zweigen des biesigen Handels- standes angeboren: în den Vorstand dclegirt und wird Letzterer bis zur Wahl eines salarirten Direktors die Geschäfte der Ge!ellschaft ohne Gehalt leiten.

Glasgow, 11. August. (W. T. B.) Die Verschiffungen 9727 n

von Robeisen betrugen in der vorigen Woche 14054 Tons in derselben Woche des vorigen Jahres. Bradsorb, 11. Lat (T B) Wolle

besserem Begehr, Garne und Stoffe rubig. Submissionen im Auslande. A Svarilen. 1) 1. September, 11 Uhr. Trubia, Artilleriefabrik. 3009 Meter-

Centner Eisen in Stangen zur Verfertizung von Geshossen. Vor- ansch{lag: der Centner 9 Pes. Kaution: 5 °/% des Werths. 2) 10. September, 124 Uhr. Junta economica des Departe-

ments Ferrol. 700 Stück verzinktes Eisenwellenblech à 1,840 m lang, 0,855 m breit, 2 mm dick (Gewicht: ca. 14090 kg). Vor- ansblag: 0,50 Pes. a kg. Kaution: 210 Pes.

neral-

3) 10. Septemker, 1 Ubr. Madrid. Fomento-Ministerium, Ge Direktion der sffentlihen Arbeiten. Metallkonfstruktion einer Brücke an der Straße von Adanero nad Gijon. (Valladolid.) Voranschlag : 51 789, 34 P2s. Kaution: 2600 Pes.

4) 14. Septemter, 15 Uhr. Madrid. Finanz-Ministerium. General-Direktion der Regie. 500 Ries weißes Papier für Wechsel, 300 Ries für Handelspapiere. Voranscblag: 17,40 Pef. Nies, Kaution prov. : 870 Pes.

Nähber:8 an Ort und Stelle.

Verkehrs-Anftalten.

Hamburg, 11 A (V. 2. L) Ver DVostdampfer .Allemannia* der Hamburg - Amerikanishen Padet- fahrt-Aktiengesellscbaft hat, von Westindien kommend, geftern Lizard passirt, und der Postdampfer „Rhaetia® derselbzn Ge- fellsbaft ist, von New-York kommend, beute Morgen 6 Uhr in Piy- mouth eingetroffen.

Ae

Br V

Berlin, 12, August 1884.

_ Am 9. d, Mis. stieß der von Gießen 8,20 früh ab- fahrende Schnellzug bei der Einfahrt in den Bahnhof

Cochem in Folge falsher Weichenstellung auf einen dort haltenden Güterzug. Bei dem Unfall haven zwei Reisende und der Zugführer des Schnellzuges unerhebliche Kontustonen erlitten. Die Maschine und der Packwagen des Schnellzuges sowie mehrere Wagen des Güterzuges sind beshädigt worden.

Bonn, 11. August. (W. T. B) An dem gestern und heute stattgehabten großen Wettstreit deutsher Männer-Gesang- vereine haben sih im Ganzen 6 Vereine betheiligt, Der Aachener Gesangverein „Hilaria“, der bei dem gestrigen allgemeinen Wettstreit bereits den ersten Preis, eine von Sr. Königliden Hoheit dem Fürsten von Hohenzollern gestiftete goldene Medaille, erbalten hatte, trug au bei dem heutigen engeren Wettstreit den Sieg davon

und erhielt den in eicer großen goldenen Medaille bestehenden Ehrenpreis Sr. Majestät des Kaisers urd eine von Ihrer «L

ch2 g S I

Majestät der Kaiserin

New-NVork, ll, August. (W., V. Das gestrige Erd- beben erstreckte si längs der ganzen Küste von Maine bis Maryland und westliþ bis zum Alleghany-Gebirge. Die größte Heftigkeit errcibte dasselbe in Hartford ia Connecticut, wo mehrere Personen zur Erde geworfea und verleßt wurden. Jn ver’ Siedznen Quartieren von New-York und anderen Städten stürzten sib die Bewohner unter Screcken2rufen auf die Straßen, und die Polizei hatte Mübe, dieselben zur Rückkehr in ihre Woh» nungen zu b.wegen. Eine gleibe Aufregung herrschte in den Bade- orten Longbranch, Coney-Island und Long- Island. Jn Boston wurden 6 Erdstöße ver'pürt, bei welchen die Gebäude in beunruhigender Weise \{chwankten. Man bält dieses Erdbeben für das Kärfîte, das seit bundert Jahren in den Vercinigien Staaten an

der atlantishen Küste stattgefunden hat.

B.)

Neuen Friedri-Wilhelmstädtishen Theater

Im Bertha Cfevscauyi ihr Gastspiel fort, und üben die von

seßt Frl.

ibr gegebenen Vorstellungen nach wie vor ihre unges{chwächte Änzies bungêfraft auf das Publikum aus, Die Gastin, welche wir gestern als Violctta in dem „Lustigen Krieg" zu sehen Gelegenheit hatten, erfreut dur ihr feing:bildetes und anmuthiges Spiel, In den Beifall, welccr ihr zu Theil wurde, mußte sie ich mit Frl. Cellin 1beilen, die ihre Rolle als Else in einer durbaus vollendeten Weise gab. Wir könren rur wiederholen, was wir sch{on neuli

betonten, daß Fcl. Collin überrashende Fortschritte mat und ih einem Grade der Vollkommenheit nähert, der sie dena tücbtigsten Soubretten glei stellt. Ihr licbenswürdiger Humor, die Schalkf- haftigfeit in Miene und Spiel, die anmuthige Erscheinung, alles vereinigt id, um der jungen Dame eine viclversprehende Zukunft zu bereiten. Besonders dadurch wirkt Frl. Collin, daß sie si vor Uebertreibung bütet und stets die reten SÞranken inne zu halten weiß. Das

läßt sich leider von Hrn. Binder nit sagen. Hr. Binder gestaltet viele der von ihm gegebenen Rollen zu Leistungen, welche weit über die von den Autoren gegebene Auffassung hinausgehen, und streift in seiner Darstellungsart hart an das Erlaubte. Die Rolle des Tulpenzüchters Balthasar Grooth wird in seinen Hârden zur Farce und berührt bei ihrem ohnehin

wenig \svbmpathishen Charakter geradezu abstoßend. Hr. Binder ver- fügt do über ein genügend tücbtiges \œaufpielerishes Können, jo daß er füalich von derartigen Kunststückben, wie er sie zuweilen giebt, ab- seben fönnte. Hr. Swoboda [spielt den Filippo Sebastiano mit der ibm eigenthümlihen Gewandtheit und glücklihem Humor, was in gleizer Weise von Frl. Smidt als Fürstin Artemisia gesagt werden muß. Hrn. Weidmanns Leistung als Umberto if in jeder Weise loben8wertb. S

Krolls Theater. „Linda von Chamounir“, eine früher viel- geg bene Oper von Donizetti, weibe ader feit langer Zeit von dem hiesigen Repcrtoire verswwunden ist, wird jeßt, gelegentlih des Gast- ipiels der Sgra. Fohstrôöm, mit der gefeierten Sanzertn in der Titel- rolle wieder cinstudirt. Am Donnerstag dürfte die erste Aufführung dieses interessanten Werkes stattfinden, während der trefflihe Bassist, Hr. Conrad Behrens, morgen, Mittwoc, den Leporello im „Don Juan“ singen wird.

Bäder-Statistik.

Ablbeck (Seebad) bis zum 1. August... . . - Aithcide bis zum 3. August (nebs 334 Durcbreisenden). T L Auerbachb (Hessen) bis Ende Juli (Kurfremde) . . Augustusbad bei Radeberg bis Ende Juli (300 Parteien) Ti: E ; Borby (Eckernféörde) bis Ende Juli . Borkum bis Ende Juli N Breege bis zum 1. August . Büsum bis Ende Juli . i Burtscbeid bis zum 6. August Charlottenbrunn bis zum 3. S I Ee ranz (Ostpr.) am 1. August (anwesende Kurgäîte) . : Sudowa bis zum 3. August (nebs 663 Durchrei]enden), E : STurbaven bis ¿um 1. August e ecy (Bez. Stettin) bis zum 1. August . ievenow bis zum 1. August. Driburg (Weftf.) bis Ende Juli Eilsen bis Ende Juli N Elster bis zum 2. August (2547 Nrn.) Glüdsbura bis Ende Juli 5 Göhren (Rügen) bis zum 1. August GörberSdorf bis zum 3. August . i Ee, Giiesbach bis zum 1. August (nebst 287 Durchreisenden) Großmöüllen, Stranddorf bei, bis zuin 29, Juli Haffkrug bis Ende Juli : Hamm bis zum 5. Auguft E Heiligendamm am 29. Juli (anwesende Badegäste) Heringédorf bis zum 1. August . ; Homburg bis zum 6. August. . .. E Dorst GSrofle und Kletn- bs um 1 Aug... onsdorf (Luftkurort) bis Ende Juli (106 Parteten) Jugenheim (B-rgstraße) bis Ende Juli (Kurfremde) Kahlberg bis zum 1. August (Badegäste). Mie e e. Kissingen bis zum 6. August . Königébrunn bci Königstein (81 Parteien) E Köniasdorf-Jastrzemb bis zum 30, Juli (209 Nrn.) Kösen bis zum 29. Juli (656 Nrn.) a Kollund (Flensburg) bis Ende Julî taa bio Gnde U ¿5 , Kreuznach bis zum 6 August (Nrna.) Landeck bis zum 3. August (nebst 184 S Langenau bis zum 3. August (nebst 513 Durchreisenden) Langebrück (Sachsen), klimat. Kurort, bis Ende Juli (195 Da 4 Liegau bei Radeberg bis Ende Lindenfels bis Erde Juli . N Lippspringe bis zum 10. August (Kurgäste) . Lohme (Rügen) bis zum 1. August . Lüneburg bis zum 1. August (Badeçzäîte) Marienborn bei Panschwit bis Ende Juli Meinberg bis Ende Juli .. R De Ln L E Müzxster am Stein bis zum 6. August (Nrn.) ; Müiß, Große, am 9. August (anwesende Badefremde, 8 Partien in Grabl) . Nauheim bis zum 6. August . Nen S Ge Q S Neuenabr bis zum 9. August (Fremde) i Neubäuser am 1. August (anwesende Kurgäste) Neukfubren am 1. August (anwesende Kurgäste) Niendorf (Ostsee) bis zum 1. August (Badegäste) . Norderney bis Ende Juli . Oecpnhausen bis zum 8. O, SDldealoe bis zum 1 August (Bade)... - « + e Oppelêdorf bei Rcibertdorf bis Ende Iuli (202 Parteien) Ovbin (Luftkurort) bis Ende Juli (145 Parteien) ; St. Peter (Garding) bis Ende Juli . Polzin bis zum 31, Juli (Badegäste) . Prerew bis zum 1. August E Putttus bis zum 1. August A Pyrmont bis zum 7 August (Kurgäst2 und Durchreisende) RNauschen am 1. August (anwesende Kurgäste) RNebburg bis zum 1. August (Kurgäste) S Reinerz bis zum 8. August (nebst 1945 Erholung8gästen und Durtreisenden) (Kurgäste) . ; i Rewahl bis zum 1, August F Neitolsgrün bis zum 1. August (Kurgäste) . Rothenfelde tis Ende Juli i Nügzenwaldermünde bis zum 31,

August (nebst 646 Durcb-

(P) aaa

D

Cr

Ad

T

(Elbe) ‘bis Ende

4 S E Mate

H Durwhrei!enden, Kur-

A

SuUli (059 Parteien) .

(173 Part.)

außer

August (nebs 3729 Dur(-

j J A. M Salzbrunn bis zum 3. August (nebst 1883 Durhreisenden) Salzdetfurth bis zum 1. August (Kurgäste). lzhemmendorf bis zum 1, August (Kurgäste) . . lzuflen bis zum 7, August (nebst 162 einheimischen Kur- galten) .

î

S

(S (S (S §2 CI

aßnitz bis zum 1, Aagust E candau bis Ende Juli (nekst 13 346 Durchreisenden, 911 E jarbeutz (Scbwartau) bis Ende Juli (Badegäste) \sangenbad bis zum 3. August j

walba (Langen-) bis zum 3. August Sc{hwarzort am 1. August (anwesende Kurgäste) weizermühle bis Ende Juli (141 Parteien)

oden i. T. bis zum 3. August S Sooden a. d. Werra bis zum 31, Juli (491 Nrn.) Stolpmünde bis zum 28, Juli (Badegäste) . Swinemünde bis zum 1. August

(G (0)

Ex Rx

\

i

de 2

C

I I S S S) (S

Se

G

einach (Württemterg. Schwarzwald) bis U Tharandt bis Ende Juli (211 Parteien) . Travemünde bis zum 1. August . E Unna-Königsborn bis zum 27. Juli (nebft 710 vorüber- gehend Arwesenden, ständige Kurgäste). . Warmbad bei Wolkenstein bis zum 31, Juli (328 Par- teien mit 531 Personen, darunter Kurgäste) . . .„ Warmbrunn bis zum 3. August (nebst 3493 Erbolungsgästen und durcbreisenden Fremden, Kurgaîte) . Warnemünde bis zum 28. Juli (Familien Personen) . W:icbselmünde und E Mi unt. «i Weißer Hirs (klim. Kurort) bis Ende Juli (320 Parteien) Werne (Bez. Münster) bis Ende Juli (Kurgatte) Westerland auf Sylt bis Ende Juli Wiesbade: bis zum 3. August (Kurgäste u. fonstige Fremde) Wildungen bis ¿um 2. August (1505 Nrn)... Wittekind bei Giebichenstein und Halle bis zum 25. Juli Se Wyck (Föhr) bis Ende Juli Zingst bis zum 1. August ._ Alitowis bis zuili 1 AUUU, » # «« + Zoppot bis zum 29. Juli (1458 Familien) .

S ¿um 7. August

t

bezw. einzelne

MWestervlatte am 31. Juli (anwesende

Personen 1 928 260 215 1610 427 620 394 2 128

1159 594 1050 207 413 794 647 371 200 3 600 6 791 281 245 1 600 946 100 9 654

S » O S H