1905 / 121 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

und mehr wegen Mindermaßes gestrichen worden. vor dem Ort mit Kohlennummer 99 und 86.

Jch arbeitete

v. g. U. Theodor Schön.

Der Kamerad des Beschwerdeführers Josef Matian war geladen, aber nicht erschienen.

Der Zechenvertreter, Bergassessor Jacob erklärt, das Flöz 7 gehöre der Gasfohlenpartie an, und habe er in demselben noch keine Schlagwetter gefunden. Auch seien ihm niemals Schlagwetter in den höchsten Ueberhauen gemeldet. Nach den vorliegenden Analysen beträgt der Schlagwettergehalt 0,05 bezw. 003 Proz, ein Gasgehalt, welcher mit unserer Sicher- heitslampe niht wahrnehmbar ist.

Betriebsführer Koh entsinnt sih niht, daß Beschwerde- führer jemals bei ihm gewesen ist und um Lutten angehalten hat. Jst dieses dennoch der Fall gewesen, so bestreitet er, ihm zugemutet zu haben, er sol undichte Lutten verwenden. Jn der Maschinenstube seien stets ein paar hundert Meter un- gebrauchte Wetterlutten, die sich in durhaus gutem Zustande befänden, vorhanden, schon um für einen etwaigen Unglücksfall solche zur Hand zu haben.

Der Zechenvertreter erklärt weiter:

Das Floz 7 besteht aus einer reinen Oberbank und einer durchwachsenen Unterbank, mit einem zwischenliegenden Berge- mittel. Vorher war die Kohle aus dem Ganzen geschossen, wodurch die reinen Kohlen mit der durhwachsenen Kohle und dem Bergemittel vermisht wurden. Um eine verkaufsfähige Ware zu bekommen, habe ih angeordnet, daß das Flöz bank- weise gewonnen und für die Kohlengewinnung aus der Ober- bank und den Unitierpacken besondere Gedinge geseßt werden. Ueber die Höhe des Gedinges kann ih mich niht aussprechen. Bei den mehrfahgn Befahrungen der Strecke habe ih niemals Wasser in derselbên gefunden.

Der Fahrhauer Beer:

Jch habe in Flöz 7 niemals Schlagwetter gesehen. Auch sind solhe meines Wissens von den Wettermännern niemals gefunden worden. Es kann sein, daß ih dem Bohn einen Schein zum Empfang von Tuchlutten geschrieben habe; aber ih entsinne mih nicht, mit ihm und dem Betriebsführer Koch je in der Maschinenkammer gewesen zu sein, hier werden die Wetterlutten, die einige Risfe haben, repariert. Aber erst nah ausgeführter Reparatur werden dieselben wieder zum Gebrauch

herausgegeben. Dieselben tun dann dieselben Dienste, wie die neuen. V. g. U. Pet. Becker.

Der Reviersteiger Limberg:

Jh war im vorigen Jahre Reviersteiger in Flöz 7, 4. Sohle. Flöz 7 führt keine Schlagwetter, auch ist mir das Auftreten derselben bislang noh nicht gemeldet worden.

Jch bestreite entschieden, daß ein gefülltes Abortfaß in der Sohlstrecke längere Zeit gestanden hat. Dieselben werden stets, wenn ste 3/4 voll sind, herausgeshafft. Auch wird dann sofort oder spätestens am folgenden Tage ein Ersaßzkübel auf-

estellt. Jch bemerke noh, daß in dieser 600 m langen Sohl- Free 5 Abortkübel stehen.

Es ist richtig, daß ih eines Tages, aber vor dem 15. des Monats, im Auftrage des Betriebsführers Koch die Gedinge- säge, welhe im Monat vorher vom Betriebsführer geseßt waren, um 5 pro Wagen gekürzt habe. Das Gedinge stand aber noh so hoh, daß die Leute einen guten Lohn ver- dienen konnten.

Diejelben haben im Monat

Oktober 5,57 M, November 5,55 und im Dezember 5,70

verdient. Der Kameradschaft des Beshwerdeführers jind

im Monat Oktober von 713 Wagen 13 Wagen, y y «November 661 7 2 unD „Dezember 684 ; 8

wegen Mindermaßes und Unreinheit gestrichen worden. Die Strecke ist durhweg in gutem Zustande. Doch ist es im vorigen Jahre 1 oder 2mal vorgekommen, daß am unteren Stoß die Wassersaige durch Hereinrutshen eines Teils des Versages zugefallen ist, sodaß sich das Wasser etwa 1 bis 2 Zoll hoch in der Strecke gestaut hat. Jh habe jedesmal sofort für Abhilfe gesorgt, sodaß die Strecke schon nah wenigen Stunden wieder trocken war. Jm übrigen ist die Strecke so trocken, daß wir gehalten sind, dieselbe dur Berieselung feuht zu halten. v. g. U. Herm. Limberg.

Nach der überreichten Lohnzusammenstellung (Anlage C) beträgt der durchschnittlihe Lohn im Jahre 1904 der Gesteinhauer . 4,83 M, Kohlenhauer . 5,10 , +4 eDartturbaue. . 4206 / Bremser, Schlepper S, Nach der gleichfalls überreichten S pt rig uni der Löhne der Kohlenhauer (Anlage D) haben 86/04 Proz. der- selben über 450 M und 53,47 Proz. über 5 H verdient. Von diesen Löhnen sind nur die Versiherungsbeiträge, die durhshnittlich etwa 25 Z betragen, niht in Abzug gebracht. Der P Bene Luchowsfi: y abe den Austrag, dafür zu sorgen, daß die Leute innerhalb der vorgeschriebenen Zeit hre Kotproben rechtzeitig abliefern. Bohn war zu dem Zwecke von mir mehrmals bestellt worden, aber nit erschienen. Jh habe deshalb eines Tages den Bon mit der von ihm angeführten Aufschrift auf Ee Marke gehängt. Die Kotmarke war ihm schon einige age vorher anstatt der Kontrollmarke ausgehändigt worden. In der ersten Zeit habe ih wöchentlich 200 Kotproben neben den Kotproben der Neuangelegten abzuliefern. Jch entsinne mich nicht, daß Bohn Dit Pet bei mir gewesen is und sih über meinen Bon beklagt hat. Jch bestreite, ihn in un- gebührliher Weise und Form angeredet zu haben. Bemerken will ih aber noch, daß 1ch die Leute, namentlich die jungen Bnrschen, n L sträuben, die Kotproben abzuliefern, und ih gezwungen bin, hierauf in energisher Weise zu bestehen.

v. g. u, August Luchowski.

Der Zechenvertreter legt die Lohnlisten vor. Nach den- t C den Beschwerdeführern Matian und Schön im Monat:

i von 920Wagen 14gestricen, Arbeitsverdienst 5,37 M uli 1183 22 5,60

r r I 1 i August u 1174 " 34 r” n 5,66 "t September „, 1106 2% p, Z 5,10, Dltober „904 A 2 L 5 November , 683 „. 7 551 Dezember, 98 89ck z 5,63 „.

Ob das Streichen dieser Wagen wegen Mindermaßes oder unreiner Förderung erfolgte, ist aus den Notizen in den Schichtenzetteln niht zu ersehen. Jch habe aber allen Grund anzunehmen, daß das Streichen zum großen Teil wegen Unreinheit der Kohle erfolgt ift.

_Als unbestellbar zurückgekommen ist die Ladung des Beschwerdeführers Rudolf Nähtinger.

Derselbe beklagt sich:

1) über niht genügenden Vorrat der Reservelampen,

2) darüber, daß die Leute sih die Spißen und Bohlen

nah der Schicht selbst auftragen müssen,

3) über Mängel in der Waschkaue.

Der Delegierte Becker erklärt, daß er die Beschwerdeschrift kenne und die darin angeführten Beshwerdepunkte bei der Erörterung der Beschwerden Wilms und Pipreck genügende Erörterung gefunden hätten. Ein weiteres Eingehen auf die Beschwerde sei niht notwendig.

Ebenfalls geladen und nit erschienen ist der Bergmann Friedrih Kleist.

Derselbe beklagt sih zunächst über den s{hlechten Zustand des Bremsberges, Flöz 4 Osten, TIT. Sohle. Derselbe sei stellenweise sehr niedrig gewesen. Die Wagen seien sehr häufig daneben gefallen und ihm wegen Mindermaßes sehr viele Wagen genullt worden. Den \{chlechten Zustand des Brems- berges habe er dem Herrn Assessor Jacob mitgeteilt. Als dieser eines Tages die Arbeit untersuchen wollte, sei er vom Steiger Klaes hintergangen. Während der Herr Assessor unten auf der Bühne des Bremsberges stand, hat Steiger Klaes die Bremse bedient, und damit der Wagen lief, wären 6 Mann ohne Lampen in den Bremsberg geschickt, um den Wagen voran zu schieben. Jnfolgedessen sei der Steiger Klaes sehr shlecht auf ihn zu sprehen und er nah Flôz 5 vor Ort Nr. 17 verlegt worden.

Die weiteren Angaben in der Beschwerdeschrift sind derart ungenau und unklar, daß in Abwesenheit des Beschwerde- führers die Angelegenheit niht aufgeklärt werden fonnie. Auch sind dieselben unwesentlich und ganz allgemein gehalten.

Beide Belegschaftsvertreter erklären, daß sie auf die weitere Verfolgung der Angaben kein Gewicht legen.

Aus derselben Grunde wurde auf ein näheres Eingehen auf die Beschwerde des geladenen, aber nicht ershienenen Berg- manns Edmund Riedel verzichtet.

Weitere Beschwerden sind niht eingegangen.

v. g. U.

Jacob. Mommery. Koch. Heinr. Becker. Joh. Maciejewski. v. w. 0.

Pöppinghaus, Geheimer Bergrat. Schröcker, Bürgermeister. Neff, Bergmeister. Dr. Ebert, Beigeordneter. Benninghoff, als Protokollführer.

Anlage A. Obermarxlob, den 24. Januar 1905.

Mißstände auf Zehe Deutscher Kaiser, Flôz I Nevier VIII Steiger Voß.

Teile hierdurch mit, daß ich als Schießmeister die beste Gelegen- heit batte, mich von den Mißständen in meinem Revier zu überzeugen. Im Osten des Reviers sind 2 Bremsberge oder Steinkabeln (eine Vorrichtung, womit man den Kohlenwagen hinunter und den Stein- wagen, der voll mit {weren Steinen beladen ist, rauf zieht). Diese Vorrichtung ist eine Haspel und mit den Händen gedreht. Wenn der Hauer 12 bis 14 Wagen fördern will, so muß er bei jedem Wagen runterlaufen, den Wagen vom Seil abnehmen und denselben an Ort und Stelle führen. Für den Wagen bekommt der Hauer 1,10 4; das wäre alles ganz \chôn, man könnte doch noch etwas verdienen, wenn das liebe: „wenn“ nicht wäre; erstens ist das Hangende {lecht und zweitens mangelt es stets an Holz; stundenlang ist der Hauer ge- zwungen, müßig zu fißen, wenn er nicht den Mut besißt, \sih er- \chlagen zu lassen. Das Schönste ist noch dabei, daß die 2 Bremsberge keine Wetterstrecke besißen. Wetterzug war einmal vorhanden ge-

wesen, ist aber nicht vorschriftsmäßig, wegen Mangel an Holz, verbaut worden, und sind zu Bruch gegangen. Die Bremsberge besißen also keinerlei Verbindung, daß im Fall eines großen Bruchs die Arbeiter [lebendig begraben find.*) Die Sohlbahn ist in einem miferablen Zu- stande, das Holz ist teilweise verfault und gebrochen, stellenweise, meterweit ohne Holz, die Bahn ift \{chlecht, Schienen find krumm und verrostet, die Schwellen verfault, kein Nagel hält rihtig. Die Brems- berge sind baufällig und niedrig, sodaß ein vollbeladener Wagen nicht durhgeht; folgedessen wird der Wagen auf Hängebank genullt. Der Steiger und Betriebsführer sieht das nicht; beschGwert man sich, so heißt es: „Jhr seid faul“, oder wems nicht paßt, kann gehen, der 15. kommt, da könnt Ihr kündigen, wir bekommen Leute genug, die für 3 M arbeiten. Man ift gezwungen, den Mund zu halten, wenn man die Arbeit niht verlieren will. Der Hauer Morella hat vor paar Monaten 5,03 M per Schicht verdient, der Steiger Voß hat dem Manne aber nur 4,70 oder 4,80 M gegeben, also handgreiflich ge- stohlen.**) Die Behandlung und die Fürsorge der Arbeiter seitens des Steigers Voß ist die denkbar \{lechteite und gemeinste. Die Ordnung im Revier des Steigers Voß spottet jeder Beschreibung; jeder Schritt, den man macht, ift mit der größten Lebensgefahr verbunden. Z.B. war im Revier „Westen“ ein großer Bruch gewesen, und zwar auf der Sohl- bahn. Der Bruch war {hon vermutet worden, selbst ih machte hon auf das Hangende aufmerksam, andere Leute ahnten au, daß es hier zu einem Bruch kommt; tieses ist geschehen nach Beendigung -der Schicht, Nahmittag um 15 Uhr; glückliherweise is niemand ver- unglückt. Der leßte Berg fowie der leßte Teil der Sohlbahn vom vorleßten bis zum leßten Berg spottet jeder Beschreibung; mit der größten Lebensgefahr verrihten die Schlepper ihre s{hwere Arbeit. Der Berg ist niedrig, die Schienen krumm und zu weit, der Wagen geht an den Stempeln niht vorüber, die gebrohenen Kappen ftreiben die Kohlen vom Wagen herunter. Natüclich werden auch hier die Wagen genullt. Die Leute beklagen fi alle wegen Holz und Wagen- mangel ; der Hauer ist zur Untätigkeit gezwungen; natürlih fann der Mann auch richts verdienen. Wenn eine Strebe zu Bruch geht (wegen Mangel an Holz), so ift wieder der „Hauer“ schuld, heißt es gewöhnlich vom Stciger. Wenn man Holz braucht, so muß die ganze Soblbahn absuchen, bis man eiwas Holz findet, so vergehen Stunden mitunter, bis man 2 bis 3 Stück Holz cefunden hat; zuleßt saat der Steiger, das is nicht wahr, man foll ihm keine faule Witze erzählen, für die Faulheit fann er niht bezahlen, Holz ist genug da. Ja, Holz ist genug da, aber wo? über Lage, da liegt Holz genug, das glaube ich sch{on, aber in der Grube nicht. Im Monat Oktober und November habe ih noch gearbeitet. Im Monat September verdiente ich auf eine Shicht 4,08 Æ, dann auf 15 S@ichten 74,81, und auf 11 Sichten 4,71, im Oftober auf 25 Schichten 108 A Ich batte eine gute Strebe, konnte {ônes Geld, sagen wir bis 6 H, verdienen, ih habe die Kohlen niht geschossen, aber wegen Holz und Wagenmangel mußte ih auf den fertigen Kohlenbaufen liegen. Im Monat November auf 22 Sdticbten 96,77; das hat der Steiger nah seinem Gutdünken den Lohn, diesen boben Lohn gemacht, ih bekam noch ausgezahlt 16,73 46, damit konnte ih mir fröhlihe Weihnachten halten, „wofür ih Ihm besonders dankbar bin“. Im Monat Dezember bin ih Schießmeister geworden. Steiger Voß versprah mir 4,30 # per Sdidht, befam aber im Monat Januar (am Lobntag) nur 4,20 4 ver Schicht; darauf bes{chwerte ih mich beim Betriebsführer Koch, nun sagte Steiger Voß, er hätte mir gar nichts versprochen; aller- dings kann ich nihts machen, da ih vergangenen Monat 4 Schieß- meister hatte à 430 M = 17,20 M, ich befam aber nur 16,40 Æ, von Nechts wegen sollte ih à 4,20 A = 16,80 Æ bekommen; folge- dessen bat mich der Steiger kandgreiflißh betrogen. In meiner Gutmütigfeit, bezw. in meiner Dummheit wollte ih mich wegen den 0,80 M rnidt beshweren, da ih der Meinung war, es wäre dies ein kÉleiner Irrtum, und blieb rubig. Wenn mir, nach Aussage des Steigers Voß, nichts versprohen worden ist, und ih nihts verlangt habe, so hâtte Steiger Voß mir au 3 # oder gar 2 A geben können, mithin hat Steiger Voß mich regelrecht betrogen.

Ludwig Ischner, Obermarxloh, Körnerstr. Nr. 115, III. Etg.

Die Nichtigkeit bestätigt: Als S@lepper im leßten Berg im Westen: Ferdinand Charvat, Knappenstr. Nr. 64.

Als Hauer: Franz Zivnüstka, Knavpenstr. Nr. 96, Anton Grö\chel, Knappenstr. Nr. 34.

NB. Zur Ergänzung des Reviers im Osten: „Infolge des \chlechten Wetterzuges, brennt das Licht natürlih nicht; die Hauers find mitunter gezwungen, den Berg im Finstern hinunter zu gehen und noch mehrere 100 m laufen, bis die Leute an einer Stelle, wo etwas frische Luft vorhanden ift, ihre Lampe anfstecken können“. Der Steiger erwidert darauf: „Ach was, gebts arbeiten, es brennt ganz \{chöôn“, und anderes mehr. Wie kann der Mann unter diefen Umständen etwas verdienen, wenn er behutsam mit der Lamp?2 umgeben soll, wie soll er seine Wagenzahl vollbringen, wenn er manhes Mal, oder gar Tag für Tag 4 bis 6 mal, diesen weiten Weg im Finstern machen muß, wenn ihm die Lampe ausgeht???

Die Nichtigkeit bestätigt: Kasimir Manys, Halfmannstr. Nr. 44, erer Geber, Halfmannstr. Nr. 32,

nton Morella, Halfmannstr. Nr. 34, Anton Rovny, Halfmannstr. Nr. 14.

__*) Im Monat Mai oder Juri fand im Berg ein Bruch ftatt, ein Mann blieb in Strebe; glücklicherweise hat man von der anderen Seite die Strebe durhgeschlagen, und der Mann konnte gerettet werden.

**) Betriebsführer Kcch selbst sagte zu Morella: „Sie können sich

doch nicht beklagen, Sie haben doch 5,08 verdient !!!!!

Anlage D. Koblenhauerlöhne der Zehe Deutscher Kaiser. [e ERE A d A S 1 L A e ¿b ets Viekai 3,00—3,50! 9% 13,51 400) /o [4,01 4,50 % 14,51 5,00 9% 5,01—6,50) 9% 15,51—600| 9%, [über 6,00 | 0/0 Schichten Schichten Schichten Schichten | Schichten Schichten Schichten I. Oktober 116 0741| 725 466] 15784 [10,14] 50854 | 3266| 483214 | 27,75 | 30184 | 19,38 7262 | 4,67 November 173 0,181 537 3666| 17264 11,76] 4705 | 3205| 32473 | 22,11] 3191 | 2173| 11024 | 7,51 Dezember ; e 468 3,26 9094 | 6,33| 47434 | 33,001 4229 | 29,42| 83329 | 23,16 6944 | 4,83 Sa. 289 | 0,64] 17304 | 3,88] 4214} | 944] 145334 | 3257| 117984 | 2644| 95384 | 21,37| 25233 | 5,66 I1. Oktober 93 0,33| 467 1,64| 1809 |6,37| 79894 | 28,111 120314 | 4234| 5600 | 19,70 429 1,51 November ; ; 111 040] 17194 | 6,12] 101572 | 36,16] 1106714 | 39,40 Fu 16,77 323 1,15 Dezember 1934 | 0,69| 163 058] 1406 | 5,01] 8579 | 30,571 11717 | 41.76| 55694 | 19,85 433 1,54 Sa. 2864 | 0,34| 741 088 49341 | 5,83| 26726 | 31,60| 348154 | 41.17] 15 8814 | 18,78] 1185 | 1,40 ITI. Oktober 112 0465| 406 1,64] 2,0774 | 3,39} 71691 | 28,94| 78004 | 31,49] 63103 | 25,48 89414 | 3,61 November 31 0,1441 6074 | 2,68} 3,1835 [14,03] 6010 | 26,48 Let 32271 5112 | 22,53 424 1,87 Dezember 103 043| 222 0,931 2662 11,11] 7344 | 30,67| 98854 | 41,28] 36783 | 15,36 52 0,22 Sa. 246 | 035| 12354 | 1731| 79223 [11,10] 205234 | 28,73| 25 0094 | 35,02| 15 1014 | 21,15| 13704 | 1,92 IV. Oktober ¿ 631 | 4,15] 28534 | 18,76) 4024 | 26,46 L 40,3841 15584 | 10,25 November ¿ 2564 | 1,76 8834 | 6,06 Ln 16,41 2 2356| 3838134 | 26,14| 838041 | 26,07 Dezember 36 0,23| 114 0.73 2261 | 1,44| 18204 | 11,60| 56204 | 35,83| 41047 | 2616| 3766 | 24,01 Sa. 36 0,08] 3704 |081| 1741 | 3,83| 70684 | 15,54] 130824 | 28,76| 140594 | 30,91] 91283 | 20,07 Zusammen 8574 | 0,35] 40774 !| 1,66 | 188128 | 7,64] 688513 | 27,98] 847054 | 34,42] 545804 | 22,18] 142073 | 5,77

Anlage B.

Erklärung der Beschwerdeschrift Ischner u. Gen. betr.

Unterzeichneter erklärt folgendes :

1) s. Bei mir ist es niemals vorgekommen, daß, wenn Berge- wages vorhanden waren und ih lay für Steine hatte, troßdem auf [eere Wagen gewartet wurde, ih behaupte vielmehr, daß es zur Zeit an Stein und leere Wagen gemangelt hatte. i G

þ, Die Behauptung der Zechenvertretung, daß ih weniger Kohlen förderte, als die Kameraden anderer Betriebspunkte, gebe ih selbst- perständlih zu (deswegen muß ich niht als minderwertiger Arbeiter betrachtet werden); es sind die \{lechten Gebirgsverhältnisse (Störungen) und die Verschiedenheit der Arbeit niht in Betracht gezogen worden. i é

2) Ferner, daß die nach Angabe der Zechenvertretung „mit ver- schwindenden Ausnahmen“ auf die leßten 200 m der in Frage fommenden Grundstrecke gefallenen Reparaturshihtea zum größeren Teil nicht dazu verwandt worden find, die Strecke zu verbauen, fondern werden wohl auch den Schichten, die Kohle am Oberstoß fort- enommen, und an deren Stelle Holzpfeiler gesept worden. Reparatur- dichten sind auf der ganzen Grundstrecke-im Besten sowohl au im Often gemaht worden. Die verfahrenden Reparaturihihten der in Betracht kommenden Grundstrecke haben nit dazu beigetragen, daß die Arbeit der Schlepper erleihtert und die Lebensgefahr beseitigt wurde. (Die Grundstrecke ist zu Anfang des Streiks zu Bruch gegangen.) Auch habe ih selbst gesehen, als die Swlepper die vom Hangenden heruntergefallenen Steine in Wagen eingeladen haben.

3) Daß Zeuge Morella und Manys sowie alle übrigen Zeugen um den Inhalt der Beschwerdeschrift wußten, soweit dieselbe den NBetriebspunkt obiger Zeugen behandelt. Ih bemerke noch aus- deücklih, daß ih den Zusatz, daß die Leute den Bremsberg im Finstern einige Male, in der Schi: 4—6 mal, herunter mußten, auf auédrücklihes Verlangen des Zeugen Morella gemacht habe, und deshalb von einem Druck, der meiner?!eits auf die betreffenden Zeugen ausgeübt sein soll, nicht die Nede sein kannn: Zeuge Rovny sagte mir (nachdem ih gefragt habe, warum er falsch ausgesagt habe): „Ih werde do nicht sagen, ih kenne den Inhalt der Beschwerdeschrift, wenn die andern Zeugen sagen, den Inhalt der Strift nicht zu kennen; so dumm bin ich nicht.“ Zeuge Morella sagte einige Tage vor den Termin in der Grube zum Slepper (823 ist seine Markennummer, Name ist mir unbekannt): „Es würde gut sein, wenn sich 4 Mann jeßt besprechen würden, auf dem Termin übereinstimmend zu sagen: Ischner hätte uns gezwungen, zu unter- {reiben !!!!!!!“ Der Schlepper soll geantwortet haben: „wie kannst du so etwas sagen, wenn es niht wahr ist, du reißt den Mann rein.“ Darauf sagt Morella: „Jch kann nicht anders sagen, ih werde ent- lassen und bekomme einen gezeichneten Abkehr, folgedessen befomme ih nirgends Arbeit, übrigens war ih besoffen gewesen“ (was nicht wahr ist) u. a. m. E

4) Und endlich im Falle „Geber“; nicht Sache des Lehrhauers ift, das Holz zu besorgen, sondern Sa§Ÿe des Schleppers (Abnehmer), da in dem Berg ein Luftkabel war, mithin waren der Bremser und Abnehmer (S{hlepper) angestellt. Es ist auch nicht verlangt worden, ay ih der Hauer auf einer Luftkabel, das Holz zusammen zu suchen.

Zum Sghluß bitte ih, über die oben erwähnten Punkte n och- mals als Zeuge vernommen zu werden, oder aber diese Er- klärung mit zu Protokoll zu nehmen.

Ludwig Ischner.

Hamborn, den 29. März 1905.

Anlage C. „Durchschnittslöhne der?Zeche „Deutscher Kiaiser“. É n E E t E Dur{\hnitt

Gesteinshauer 1901 5,03 4,77 4,48 n 0 E O 0 1903 499: 480 484 504 28 1904 483 48 471 5/38 4,98 Kohlenhauer . 1901 B14 502 9,04 : 5,15 1902 496 4389 481 : 4,88 1903 003 500 499. 909 9503 1904 O 91 002 9422 019 Reparatur- . Gra 1901 366 83,93 3,86 3,85 1902 L ae 9,00 3,83 1903 330 32 39 429 391 1904 06 394 400 Sol 20€ Bremfser, _ E Schkepper . 1901 219 D 914 7 3,15 0. 5 E. Al 1903 R 3 328 25 D024 1904 328 316 324 3,01 - 3,22 Summe exkl. "Bus «1901 411 424 420 : 4,21 (Durchschnitts- 1902 412 ch0 420 é 4,12 lohn aller 1903 418 418. 428 431 - 422 Kategorien) 1904 423 426 428 461 * 431 Summe inkl. Beamte 1901 4 435 434 431 1902 423 417 429 4,22 1903 430 426 436 442 4531 1904 436 434 437 469 4,45 Anlage 2. . Gestrichene Kohlen: A M 2 1901 Swat I 316 740, 247 7 s IL 644 326,10 7 125 1,11 « I 403 433,80 10 377 2,57 Durchschnitt T7364 500,19 19975 1,46 1902 Schacht I 391 730,30 5 107 1,30 G G L 677 465,25 8 639 1,28 L 507 395,69 13 613 2,68 Dur(schnitt 1 576 991 ,24 27 359 1,74 1903 aht I 416 557,90 5 422 1,30 G s IT 708 785,55 8 785 1,24 « ITI : 539 745,97 12 739 2,36 e LE 23 987,40 44 0,19 T6839 07632 26 900 1,60 1904 Shaht 1 382 934,20 6 500 1,70 Ray II 722629,60 9 733 1,35 «I 557 645,69 12 276 2,20 D 256 700,80 2806 1,09 1919 910,29 31315 1,63

Beshwerden der auf der Zehe

E

Deutscher Kaiser Shacht1 im Bergrevier Oberhausen arbeitenden Bergleute.

—)

| 5) Niedrige

| 4) SHlelhte

und Fahrwege. ? : Pipreck, Gubi Winiarski, La

Behandlung | Ischner, Wellm

durch die Beamten.

Ischner, Wellm

Löhne und Gedinge; nicht genügende

Vergütung von Neben- Laar, Schranz u. | mann, des Berg- | atbetleis : Stralewich, bbn, | assessors a. D. Jacob, | Nahlinger. Betriebsführers Koh, | Steigers Busch, Be- triebsinspektors Mommertz, Steigers Limberg und Einsicht- nahme in die Lohn- | listen. | | 6) Wagennullen. IFschner, Wilms, Durch Vernehmung der | Nah dem Grzeskowiak, Gubini, | Nebengenannten |

8) S&lechter Zustand der Sicherheitslampen.

9) Mängel in der? Was{- | Wilms, Geier, ? e Nahlinger. 10) Gefährdung der an- | Wilms. ahrenden Bergleute urch die maschinelle Streckenförderung.

»

Hamborn, den 18. April 1905.

Pöôppinghaus, Geheimer Bergrat.

Wilms, Grzeskowiak, |

Bohn, Schön, Kleist. |

Winiarski, Bohn.

Pipreck, Tanczer,

Tanczer, Boh Schôn, Matian.

Wilms, Nahlinger.

Kleist, der beteiligten ni, | Betriebsbeamten und | ar, | des Einfahrers Uhl. |

| Vernehmung der Neben-| | genanntenaußer Well- | mann, des Steigers | | Voß und des Heil- |

| dieners Zuchowsky.

| Verneh Nebe ann, | Vernehmung der Veden- genannten außer Well-

ann,

n, außer Matian, der | Betriebsbeamten und | | Einsichtnahme der |

h Föôrderlisten. | j |

| 1

j

|

, |

7) Mangelhafte Reinigung | Wilms, Geier, Well-| Vernehmung der Neben-|

der Abortkübel. | mann, Pipreck, genannten außer |

| Gubini, Bohn. Geier und Wellmann, |

des Steigers Busch, | der Abortreiniger | Biergans und Hirs | finger, des Steigers | Limberg und des | Betriebsinspektors Mommergy. | garten außer | Nakblinger, des Be- | triebsführers Koch, des Lampenaufsehers Sommer, des Wetter- steigers Witte. Vernehmung des Be- \{chwerdeführers ilms, des Betriebs- führers Koch, des Kauenwärters Gedtke.

Vernehmung desWilms, des Belegschaftsver- treters eder, des Betriebsführers Koch.

Berechtigung

Neff, Bergmeister. Schroedcker- Bürgermeister.

Angegebene Beweiserhebung ist Ansicht der Untersuhungskommifsion Zehe vers Gren an. Beweismittel erfolgt De über das Beweisergebnis eutscher 2 en- | Fschner, Wellmann, | Vernehmung der Neben-| Holz- oder Schienenmangel, durch welchen den Be- e oe D iebt Pipred, Laar. genannten mit E \{chwerdeführern ein Lohnausfall entstanden ist, ist Schacht- entstandener Lohnausfall. nahme von Wellmann nicht erwiesen. Die verdienten Löhne entsprehen anlage I. und der Zeugen dem Dur{schnittslohn, z. T. übersteigen sie diesen Gröshel, Steiger | nicht unerheblich. Busch und Betriebs- s Morea, | B UCTe Neu-| BesGwerde Iséhner: Während des Umstellens des c Ts ner, orela, ernehmung der Meben-| Beschwerde Fchner: Wahrend des Umitelens de a T Manys, NRovny, genannten aus\chließ-| Wetterzuges sind bei niedrigem Barometerstande Geber, Wilms, lich Geier und Berg-| einige matte Wetter aus alten Bauen aus Geier, Winiarski, afsefsor a. D. Jacob, getreten. _ : i e Bohn. Betriebsführer Koch, | Die Beshwerden Wilms, Geier und Bohn sind Steiger Klaes, Ein-| durch die Aussagen der Betriebêbeamten und des fahrer Ubl, Fahr-| Einfahrers als widerlegt zu erachten. hauer Becker und Re- Die vorübergehende \{chlechte Bewetterung des viersteiger Limberg. | Betriebspunktes des Winiarski ist auf Undichtigkeit des Wetterscheiders zurückzuführen, für dessen Instandhaltung der Beschwerdeführer selbst zu hmung der Neb Info! S G 18 Vir Tek Pfeilerreste sind di Sée der chner, Grös\chel, Vernehmung der Neben-| Infolge des Abbaues der leiten Pfeilerreste sind die E Pa E vot, Geber, genannten außer Strecken und Bremsberge stark in Druck geraten.

Es ift, wie die Beshwerdeführer z. T. auch selbst zugeben, für deren Aufrehterhaltung seitens der Zechenverwaltung nach Kräften gesorgt worden. Fine Gefährdung der Arbeiter durch den Zustand der Strecken lag nicht vor. Die Beschwerden sind z. T. übertrieben, z. T. wie z. B. die des Bobn durch die Ausfagen des Einfahrers widerlegt. Die Angaben des Bes{werdeführers Pipreck über den mangelhaften Zustand des Fahrshahtes haben sih nit als richtig erwiesen. Die Bestrafungen wegen des verbot8widrigen Fahrens auf dem Förderkorbe sind zu Recht erfolgt.

zu Beschwerden über \{lechte Be- bandlung durch die Beamten liegt niht vor. Die von dem Bergmann Bobn vorgebrahte Beschwerde über den Heildiener Zuchowski i völlig un- begründet; leßterer hat nur seine Pflicht getan.

Die Beshwerdeführer waren sämtlich Koblenhauer ;

die durhschnittlich gezahlten Kohlenhauerlöhne entsprehen den Dur(scnittssäßen des Bergreviers Oberhausen. Die Beschwerdeführer haben teils weit über den Durhschnittslohn verdient. Die unter dem Durchschnitt stehenden Löhne einzelner Beschwerdeführer sind nah glaubhafter Angabe der Zehenverwaltung auf geringere Leistung zurück- zuführen.

Die Nebenarbeiten find nach den vorgelegten Lohnlisten besonders vergütet worden.

Nah einer von der Zechenverwaltung vorgelegten Nachweisung haben 86,04 9/9 der Kobhlenhauer über 4,50 A und 53,47 9/9 derselben über 5 Æ verdient. Von diesen Löbnen sind nur noch die Versiherung8s beiträge im Betrage von etwa 25 H für die Schicht in Abzug zu bringen. . von dem Zechenvertreter eingereichten Auszug aus der Förderliste (Anlage 7) sind auf dem Schacht T

im Jahre 1901 = 0,78 9/0,

L902 == 1,30 9/%.

1903 = 1,00 9/0,

1904 = 1,70 9% der gesamten Förderung wegen Unreinheit und Mindermaßes gestrichen worden. Dieser Prozentsatz fann nit als übermäßig bo angesehen werden.

Die Angaben der Beschwerdeführer über die Zahl der genullten Wagen stellen sich durchwe als übertrieben dar. Dem Ischner und Grzeskowia find unter 1 9/6, dem Wilms 1,3 9% der Förderung im Zahre 1904 gestrihen worden.

In den Fällen Gubini, Tancjer, Schön, Bohn und Matian sind bis zu 49/9 der Förderung genullt worden. Es ist dies meist wegen unreiner Förderung geshehen. Wegen der Unreinheit der Flôze waren die Gedingesäße in den Arbeiten dieser Beshwerdeführer besonders hoh gestellt. Hierdurh ist die auf die Reinhaltung der Kohle zu verwendende Mehrarbeit reihlich vergütet worden. Diese Leute haben durhweg weit über den Durtschnittslohn ihrer Arbeiterklasse verdient, fodaß in dem Streichen der Wagen eine Härte nicht erblickt werden kann.

Die Angaben der Beshwerdeführer stehen im direkten

Widerspruch zu den Aussagen der Abortreiniger und Beamten; es können daher die Beshwerden niht als erwiesen angesehen werden. Nach der laubhaften Erklärung des Zechenvertreters befinden fd in der Grube 127 Abortkübel bei 550 Mann Belegschaft in der stärkt belegten Schicht, sodaß auf 4,4 Mann 1 Abortkübel entfällt.

Vernehmung der Neben-| Eine mangelhafte Reinigung und Füllung der

Lampen ift nit erwiesen.

Wie die Kommission aus eigener Kenntnis der ört-

lihen Verhältnisse weiß, befindet sih die Wasch- kaue in ordnungsmäßigem Zustande. Die Unter- suchung cer Beschwerde hat Mängel bezüglich der Reinigung der Kauen und Instandhaltung der Brauseeinrihtungen nicht ergeben.

Es scheint in vereinzelten Fällen troy des Verbots

der Zechenverwaltung vorgekommen zu sein, daß die Streckenförderung bereits in Gang geles! worden ist, bevor die Anfahrenden sämtli den Quershlag verlassen hatten. Auf wessen Ver- anlafsung dies gesehen ist, konnte niht ermittelt werden. Beschwerden sind darüber nit erhoben, auch sind Unfälle dadurch nicht herbeigeführt worden.

Dr. Ebert,

Beigeordneter.

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