1859 / 68 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

494

eisters zu bedienen ($. 7), verfällt in eine Geldbuße bis 10 Thlr. oder e Ne verhältnißmäßige Gefängnißstrafe bis 8 Tage. Danzig, den 6. Dezember 18538. Königliche Regierung.

N ich tamtliches.

Preußen. Berlin, 18. März. Nachrichten aus Rom vom 11. März zufolge besuchten Jhre Majeftäten am vergange- nen Sonnabend die Mosaik-Fabrik im Vatikan, in welcher augen- bli>lih die Papft-Portraits zusammengeseßt werden, die von Petrus an in langer Reihe die Paulsfirhe vor den Mauern s{müd>en sollen, Man erklärte den Herrschaften die Zusammenseßung der Stü>ke aus Glasfluß und zeigte die Bereitung und Färbung derselben im Glühofen, Besonderes Aufsehen erregte eine heilige Familie in Mosaik, an welcher bereits 3 Jahre gearbeitet wird und die no< 7—8 Jahre zur Vollendung bedarf. Vom Vatikan aus fuhr man na< Monte Mario, den Se, Majestät der König zu Fuß besticg. Sonntag, den Gten, predigte der Hofprediger Heym in der Gesandtschafts - Kapelle und wohnte, außer den heiden Majestäten und der Prinzessin Alexandrine, auch der Herzog Georg von Me>lenburg dem Gottesdienst - bei. Nach demselben besichtigten- die hohen Herrschafteu einige sehens- werthe Kirchen und die Gallerie Sciarra, in der si<h der berühmte Viölinspieler Rafaels befindet. Am Abend besuchte die Prin- e Alexandrineè æinen Ball, den “die Königin Christine von Spanien gab. Jn den folgenden Tagen besuchte man wieder verschiedene Villen, unter denen Villa Pamfili, einige Ateliers berühmter italienisher Künstler, wie Tenerani, und den großen Palast der Familie Barberini, der dur< seine Bilder- Galerie und Bibliothek berühmt ift, Die Dienerschaft öffnete daselbst au< die Privatgemäher des Kardinals und des Ducá , die von den Herrschaften in ihrer ganzen Ausdehnung durschritten -wurden. Dienstag war der leßte Tag des Carne- vals, der bekauntlih mit dem Ausblasen der Moccoli endet. Se. Majestät und die Königin sahen demselben eine Stunde vom Balkon des Palastes Chigi zu. Die Regierung hatte aus- nahmsweise den Corso dur< Gaspyramiden erleuchten lassen, die einen fast tage8hellen Glanz verbreiteten. Jn dieser Helle nahm sich das bunte Getriebe der Masken zu Wagen und zu Fuß und die gegen- seitigen Ne>ereien der Ausblasenden sehr reizend aus. Auch soll fich der König durchaus befriedigend darüber geäußert haben. Gestern Abend hielt der Prediger Hein die erfte Pasfions-Andacht in der Kapelle, die von da an jeden Donnerstag in den Fasten fortgeseßt wird. Jhr wohnten die Majeftäten mit der Prin- zesfin Alexand rine bei. Danach stattete der Erzherzog Rainer nebft Gemahlin und der Erzherzog Wilhelm von Doe rrei< Jhrer Majestät der Königin einen Besuch ab. Es trägt sih mit großer Bestimmtheit die Rede, Jhre Majestäten wer- den am 23ften d. M. für einige Wochen nah Neapel reisen.

Se, Königliche Hoheit der Prinz-Regent empfingen heute früh den Minifter des Königlichen Hauses, von Massow, und den Minister für landwirthschaftlihe Angelegenheiten , Grafen von -Pü>ler; demnächst nahmen Se. Königliche Hoheit die Vor- träge der Minifter von Auerswald und von Schleinig entgegen.

Hannover, 17. März. Die Zweite Kammer hat die gestern

genchmigte Erhöhung des Bau - Etats um jährli<h 40,000 Thlr. heute wieder verworfen. Jn vertrauliher Sißung wurde der Geeftemünder Bahnbau einstimmig genehmigt. (H. B. H.) _ Hessen. Marburg, 16. März, Heute traten hier König- lih preußische, Kurfürstlich hessishe und Großherzoglich hesfische Kommissarien behufs Vetftändigung über die Eisenbahn von hier na< Siegen zusammen. (Köln, Ztg.)

Baiern. München, 16. März. Die Abgeordnetenkammer hat geftern in geheimer Sihung den von der Regierung verlangten außerordentlichen Kredit für das Kriegswesen, so wie eine von der Kommisfion beantragte. Adresse an die Krone genehmigt,

_ Niederlande. Haag, 16. März. Nach einer neun- tägigen Berathung hat heute die zweite Kammer den Geseh - Ent- wurf über Abänderung der Aus- und Durchfuhrzölle mit 45 gegen 23 Stimmen angenommen und dadurch das seit 1852 verfolgte C Yan Le Aan um ein Bedeutendes gefördert. Jn dem neuen

arife wird vie Erhebung eines glei<mäßigen Sahßes von 5 pCt, des Werthes als Grundsaß aufgestellt, während die Verzollung na Gewicht und Zahl beseitigt ist. Die Kammer erklärte fi im Allgemeinen sehr entschieden gegen alle Begünstigungen, wovon fie nur in Betreff des Artikels „Lumpen“ eine Ausnahme machte, der bis jeßt mit einem Ausfuhrzoll von 10 Fl. belastet war und gleichfalls auf 5 pCt. des Werthes herabgeseßt werden sollte, Der Minister begründete seinen Vorschlag hauptsächlich dur den damit getriebenen entfittlihenden Shmuggel ; nichts desto weniger nahm die Kammer das Amendement eines Mitgliedes, wo- dur< der bisherige Say festgehalten wurde, wenn au nur mit

Einer Stimme Majorität, an. Der

betrifft, zurü>-gezogen, Als Grund wurden die gegenwärtigen pg litishen Verwi>elungen angegeben. (Köln, Ztg.)

Belgien. Brüssel, | Entwurfs auf Vermehrung der Abgeordneten und Senatoren wurde dur< Herrn Rogier im Beginn der gestrigen Kammerfißun niedergelegt. Von den aht Mitgliedern, um welche die Zahl it Abgeordneten dieser Vorlage nah vermehrt wird, kommen je zw auf Brüssel und Lüttih, und auf die Wahlkreise von Turnhout Namur, Charleroi und Mons je einer. Außer dem oben erwähn, ten Geseß-Entwurf wurden no< vom Finanz-Minister das Budget der Mittel und Wege, so wie die Budgets der verschiedenen minifteriellen Departements für 1859 auf das Büreau niedergelegt

_ Großbritannien und Jrland. London, 16. Min Die Königliche Familie ist, wie telegraphisch gemeldet wird, gestem Nachmittag wohlbehalten in Osborne angelangt.

Das Comité, welches Geldbeiträge für die verbaunten Jtaliene entgegennimmt , ift jeßt dur< eine Anzahl bedeutender Persönlih keiten verrollständigt worden. An Beiträgen find bis jeßt {on über 1000 Pfd. eingelaufen, darunter je 100 Pfd. von den Lords Lansdowne, Durham, Zetland, Overftone, Palmerfton und den Mayor von Cork. Die übrigen Ausshußmitglieder steuerten zwischen 10 und 50 Pfd. bei. Jn den verschiedenen Kirhspielen treten eben: falls Ausschüsse zusammen, um Gelder zu sammeln und sie den Central-Comité zuzumittteln.

Der Hochverrath8prozeß gegen Sullivan in Jrland if, eine telegraphischen Depesche von geftern Abend zufolge, auf den Z0sten d. M. vertagt und die Jury entlassen worden, nahdem sie si über das Verdikt nicht einigen konnte. Sie war von Montag 4 Uhr Nachmittags bis Dienstag Mittag eingeschlossen geblieben,

Jn ver gestrigen Sißung des Oberhauses erkundigte fi< Lord Clarendon nah dem Schi>sal der Stadezölle und fragte, ob der diu selben betreffende Vertrag mit Hannever wirkiih gekündigt sei und an 14. August ablaufen werde? Lord Malmesbury entgegnete, Über di

. Resultate der Kündigung und ob dieselben vortheilhaft für England sein

würden oder nicht, könne er keine Meinung abgeben. Als er am ten August vorigen Jahres in Hannover den Grafen Platen sprach, drüdte dieser sein Bedauern über die bevorstehende Kündigung aus und sagte, es lasse si< sehr viel gegen die Aufhebung des Vertrages anführen, was von dem Unterhaus-Comité nicht erwähnt worden, und es werde wohl nichts dagegen einzuwenden sein, wenn die hannobersche Regierung ihre Gründe angebe. Er erklärte darauf dem Grafen Platen, daß er die Kündigung nicht zurü>nehmen oder aufhalten könne oder wolle, aber falls die hannöverschen Gründe der englishen Regierung einleuhten und die des Unterhaus - Comités überwiegen sollten, dann würde die Kündigung unterlassen. Noch einmal sah er den Grafen Platen auf der Neise nah Potsdam und drei Tage später wurde der hannoverschen Regierung die Kündigung dur< das Auswärtige Amt an- gezeigt. Dies war am 14. August. Sie wurde von der hannoverschen Regierung gebührend, förmlih und amtli<h empfangen und bescheinigt und ist daher von jenem Tage an als vollkommen gültig anzusehen. Hinter drein verschanzte fih Hannover hinter eine Redensart, die in der Depesch über die einzureihenden Gründe vorgekommen war, und suchte dieselbe als eine Suspension der Kündigung bis auf Weiteres auszulegen. Er widerseßte sih dieser Deutung, und Graf Platen, der Anfangs die Ein- rede nicht volllommen gelten lassen wollte, - erkannte sie do< nachher privatim gegen Mr. Gordon als richtig an. Die legte Depesche über den Gegenstand ift vom 10. Dezember, und die hannoversche Regierung fam darin überein, die Kündigung wenn nicht vom 14. August, jedenfalls vom 10. Dezember an als gültig anzuerkennen. Auch dieser Ukstafüng wider seßte er si<. Es liege schr wenig daran, ob der Vertrag drei Monate länger dauert. Seiner Meinung nah wäre es am besten, die Frage auf diplomatischem Wege auszugleichen und die Zölle zu ermäßigen, anstatt aufzuheben. Sollten die Unterhandlungen darüber erfolglos bleiben, dann werde der Vertrag zur erwähnten Zeit erlöschen und die Korrespondenz darüber vorgelegt werden.

Frankreich. Paris, 16. März. Die Konferenz ist bis zur nächsten Woche vertagt worden,

Es find in Franfkreih etwa 2000 Piemontesen, welche ein- berufen wurdén, Die sardinishe Regierung hat sih deshalb an die Lyoner Bahn - Gesellschaft gewandt und gebeten, daß die heim- eilenden Soldaten zu demselben Preise, wie die beurlaubten franz fischen Militairs befördert würden. Die Gesellschaft hat dieses Oe- such jedo< abs<hlägig beantwortet. Es handelt fi< für jeden Piemontesen um eine Ermäßigung von 35 Fr.

_ Das amtlihe Blatt verkündigt: „Auf Antrag des Kriegd- Minifters werden 750 von den Kriegsgerichten zu verschiedenen Strafen verurtheilie Militairs der Wirkungen der fkaiserlichen Gnade theilhaftig. Davon wurde 426 der Nest ihrer Strafe gänz lih erlassen, 324 anderen eine Abkürzung der Zeitdauer ihrer Ver- urtheilung zu Theil,

Der „Moniteur“ meldet, daß das Uebungs - Geshwader am 15, März von Toulon ausgelaufen if.

Frankrei hat mit Belgien, Sardinien und der Schweiz Ver- träge abgeschlossen, wonach telegraphishe Depeschen, die zwischen Grenzorten, welche ni<ht über 50 Kilometres auseinander liegen, gewe<selt werden, nur 14 Fr. koften, die zur Hälfte in die fran-

Sli 1e 9 Finanz-Minifter hat sein E früher angekündigten Geseßentwürfe und Abänderungen verschiedeny Steuern, mit Ausnahme desjenigen, welcher den Erbschaftsftemy

16. März. Die Vorlage eines Gesez

495

zösische, zur Hälfte in die Kasse des Grenzlandes fließen sollen. Die betreffenden Dekrete sind heute im „Moniteur“ erschienen.

Capitain Magnan wird, wie aus Marseille geschrieben wird, demnächst eine ganze Flotille von Dampfern nach den Donau- Fürstenthümern absenden. Sechs dieser Pakeiboote, welche früher den Dienst auf der Rhoue und Saone versahen, werden fih zur See nach der Donau begeben.

17, März. Dex heutige „Moniteur“ bringt mehrere Be- förderungen in der Marine. j

Ftalien. Turin, 14. März. Die „Unione® und „Cit- tadino“ verfichern , nächstens werde ein Dringlichkeitsbeschluß von der Kammer gefaßt werden, wonach der Regierung im Hinbli>e auf die außerordentlihe Lage unbeschränkte Vollmachten einge- ráumt werden sollen. Die „Opinione“ bringt einen großen Leit- artikel über die „Unvermeidlichkeit des Krieges“. ES wird her- vorgehoben, daß England der Sache Piemonks fich feindli< zeige und dessen Haltung Oefterreich zu Gute fomme,

Türkei. Aus Konstantinopel, 9. Mäz, wird dem Nord“ telegraphirt, daß der Divan sich mit aller Macht gegen die Vereinigung der Donau-Fürstenthümer wahren werde, obschon der englische Gesandte bereits Englands Absicht , die vollbrachte That- sache anzuerkennen, kundgegeben habe. Derselben Depesche zufolge steht die Pforte mit Persien so schlecht, daß sie si< hat entschließen müssen, ein Heer von 20,000 Mann na< Kars zu shi>en, da der Schah bedrohlihe Heeresmassen in Khorassan zusammenzieht,

Die „Buchar. Zta.“ vom 9, März zeigt an, daß der Oberst Cousa am 8. d. M. sich nah Jassy begeben habe. Ferner bringt das Blatt eine Abschrift der „Vermittlungs - Adresse“ des Obersten an die hohen garantirenden Mächte. Dieser Adresse zufolge sieht Alexander Cousa in der Doppelwahl den Ausdru> der „festen Jdee“ des „gesammten rumänischen Landtages“, daß „das Wohl des Vaterlandes nur dur< die Union bewerkstelligt werden kann“. Er wendet si< nun an die hohen Mächte mit der Vitte um „die gnädige Bewilligung“ der auf ihn gefallenen Doppelwahl , und „glaubt erinnern gzu müssen, daß eine Versagung und gewaltsame Trennung nur unberehenbare, verzweifelnde Zwischenfälle herbeiführen würde,“ Jndem der Oberst \<ließli< auf den von den Divans ad hoc ausgesprochenen Wunsch für die Union mit einem fremden Fürsten als Regenten zurü- weist, versichert er, daß „er, frei von jedem persönlichen Ehrgeiz, nur von dem Wunsche erfüllt sei, das Wohl seines Vaterlandes zu befördern, und daß ein Zurü>treten iu den Schatten des Pri- vatlebens für ihn durhaus fein Opfer sei, wenn die hohen Mächte die legitimen Wünsche des Volkes berücksichtigen möchten."

Rußland und Polen. Warschau, 14, März. Der Statthaltershafts - Kanzlei ist aus St. Petersburg pr, Telegraph der vom Kaiser vor fünf Tagen erlassene Ukas, betreffend das Verbot der Pferde- Ausfuhr aus Polen und Rußland, zugegangen. Der Staatsrath Jewezfki erließ sofort eine Verfügung an die Zoll- fammern-Section der Statthaltershafts-Kanzlei.

London, Donnerstag, 17. März, Abends. (Wolff's Tel. Bur.) Jn der so eben staitgehabten Sißung des Unterhauses meldete Disraeli Vorlegung neuer Klauseln zur Reformbill an; dieselben bezwe>en, den einzubringenden Resolutionen Russell's

vorzubeugen.

Im Oberhause erwiederte Malmesbury auf eine des- fallsige Juterpellation Clarendon’s, daß, nachdem die Groß- mächte beschlossen hätten, die bosnish-montenegrinische Grenze ver- mittelst einer Kommission festzuseßen, englis<he YJugenieure zur Terrain-Anfnahme dorthin gesandt worden find. Es liege in der Absicht der Großmächte keinerlei Beeinträchtigung der türkischen oder montenegrinishen Unabhängigkeit.

Paris, Freitag, 18: März, Morgens. (Wolff's Tel. Bur.) Der heutige „Moniteur“ meldet, daß Graf Pourtales geftern

vom Kaiser empfangen worden sei und zu gleicher Zeit dem Kaiser ein eigenhändiges Schreiben des Prinz-Regenten überreicht habe.

Siatiftishe Mittheilungen.

—- Die gesammten Netto -RevenuenJndiens betrugen, einem jeßt deröffentlichten Ausweise zufolge, im Jahre 1856—57 28,736,638 Pfd. St., nämli<h 11,768,102 Pfd. in Bengal, 9,917,514 Pfd. in den nordwest- lihen Provinzen, 1,294,622 Pfd. im Punjab, 5,019,756 Pfd. in Madras und 4,776,704 Pfd. in Bombay. Davon betrugen die Grundfteuern brutto 17,717,580 Pfd,, die Accise 1,421,364 Pfd., Salz netto 2,993,453

fd,, Zoll-Einnahmen netto 1,025,237 Pfd., und vermischte Einnahmen ,022,949 Pfd. Opium warf 3,861,151 Pfd. netto ab, und der offizielle Ausweis bemerkt dazu, W Opium, mania gebraucht, der Gesundheit bei weitem nicht so {ädli< sei als allgemein geglaubt wird. Dafür sollen die Beobachtungen aller Aerzte und Naturforscher in Jundien sprechen.

Gewerbes und Handels8nachri<ten.

Erfurt, 15. März. Von der Thüringischen Eisenbahnverwaltung wurden im Monat Februar e. wegen aufgefundener alter Einbrüche hinter der Nadnabe außer Gebrauch geseßt :

a) 4 Güterwagenachsen aus. der Fabrik von Michiels, Bündelachsen mit Stempel Axle tree Comp., welche je circa 28,500 Meilen dur<- [laufen haben ; 7

b) 1 Güterwagenachse aus der Fabrik von Borfig, ebenfalls Bündel- a<se mit Stempel Axle tree Comp., welche circa 27,000 Meilen zurü&gelegt hat. /

Außer diesen Güterwagenachsen mußten no<

2 Lokomotivtreibachsen wegen aufgefundener Einbrüche in den Lager-

hülsen ausrangirt werden. l

Von diesen Lokomotibvtreibachsen (beides Bündelachsen) stammt die eine aus der Fabrik von Borsig und hat circa 35,000 Meilen, die andere aus der Fabrik bon Stepheuson in New-Castle und hat circa 31,000 Meilen durchlaufen.

St, Petersburg, 9. März. Der vor einigen Wochen in eng- lishen Blättern veröffentlichte Jnhalt des russisch-englishen Handels- und Schifffahrts - Vertrages is gestern auch in der „Senats-Zeitung“ abge- dru>t. Er enthält ni<ts Neues, stipulirt nur, daß Engländer in Nuß- land und Russen in England alle die Rechte genießen, die anderen Unter- thanen in diesen Ländern zugeftanden find. Man beschränkt si< in Neval nicht auf den Bau eines Schienenweges nah Pskow, um die kom- merzielle Bedeutung dieses Plaßes zu behaupten, sondern man beabsichtigt, den Kriegs- und Handelshafen Revals bis zur Carlos - Jnsel zu ver- größern, wo die Schifffahrt das ganze Jahr möglich is. Jm libauer Hafen werden in diesem Jahre bedeutende Arbeiten in Angriff genommen. Die Telegraphenlinien von Moskau nach Nischni-Nowgorod und nach Kursk sind erôffnet mit den Zwischen - Stationen Wladimir, Nischni-Nowgorod, Tula, Orel und Kursk.

Von den Staaten im Stromgebiet des Plata haben die orien- talis<he Republik del Uraguay und die Argentinische Conföderation mit den Zollvereins-Staaten Schifffahrts- und Handelsverträge in den Jahren 1856 und 1857 abgeschlossen. Gegenwärtig find auch mit Para- guay kommerzielle Verhandlungen angeknüpft und es ift na< einer Mittheilung des „Preußischen Handels - Archivs“ der Entwurf eines Handels- und Schifffahrts - Vertrages mit Paraguay von Preußen den übrigen Zollvereins - Staaten zur Prüfung und Beistimmung vorgelegt. Paraguay ist bekanntlich ein Binnenland und erst seit nicht langer Zeit in den internationalen Handel eingetreten, indem seine Verbindung mit der See dex Parana durch die Verträge Großbritanniens, Frankreichs und der Vereinigten Staaten von Amerika mit der Argentinischen Conföderation seit 1853 den Handelsschiffen aller Nationen eröffnet wurde. Ebenso if auf seinen neuen Wasserstraßen dem Paraguay, dem Parana und dem Bermejo ein Verhältniß hergestellt, wie sol<hes auf den conventionellen Flüssen im Sinne der Wiener Kongreß-Akte besteht. Auf diesen Grunds- lagen hat sih die kommerzielle Bedeutung des Landes schnell entwi>elt.

Es betrug nämlih der Werth

im Zahre der Ausfuhr der Einfuhr 1802 L. 40980 540,150 Dollars 1853 691,932 400,688 5

T DON 585,493 ¿ A 1,000 000 , 20000

Die Gegenstände der Einfuhr find die nämlichen, welhe in Uruguay und der Argentinishen Konföderation ihren Markt finden. Von den Gegenständen der Ausfuhr hat für Europa der Tabak seiner vorzüglichen Beschaffenheit wegen das bedeutendste Jnteresse; außerdem Häute, Pferde- haare, Holz und Südfrüchte.

Oer Handel Europa’s na< Paraguay wird durch die Entrepots bon Montevideo und Buenos-Ayres vermittelt. Der erfte Hafen- und Handels- play des Landes ift die Hauptstadt Asunfion, etwa 1000 engl. Meilen oberhalb Buenos-Ayres von Paraguay gelegen und für Schiffe von einem Tiefgang von 9 Fuß zugängli<h. Der zweite Hafen des Landes if Pilar, etwa 180 Meilen unterhalb Asunfion am Paraguay gelegen.

Markipreise, Berlin, den 17. März.

Zu Lande à Scheffel: Roggen 2 Thlr., auch 1 Thlr. 27 , 6 Pf. Grosse Gerste 1 Thlr. 20 Sgr. 8 Pf., auch 1 Thlr. 13 Sgr. 9 Pf, Hafer 1 Thlr. 10 Sgr., auch 28 Sgr. -9 Pf.

Zu Wasser à Schefsel: Veeizen 3 Thlr. 2 Thlr. Roggen 2 Thler., auch 1 Thlr. 25 Sgr. Grosse Gerste 1 Thir. 22 Sgr. 6. P, auch 1 Thlr. 12 Sze. 6 PE Hafer 1 Thile. L2 Ber. 6 Pf., auch 1 Thle. 3 Sgr. 9 PE Erbsen 3 Thlr. 7 Sgr. 6 PE. auch 2 Thlr. 17 Sgr. 6 Pf. N

Den 16. März.

Das Sehock Strob 13 Thlr. 15 Sgr., auck 12 Thlr. Heu {1 Thlr. 10 Sgr., geringere Serte auch 1 Thlr.

Kartoffeln, der Scheffel 17 Sgr. 6 Pf., auch 12 Sgr. 6 PE., weis 1 Sgr. 3 Pf., auch 1 Sgr.

7 Spe. 6 PE, amek

Der Centuer

ImMEetrcn-

Die Marktpreise des Kartoffel - Spiritus, per 10,800 pro Veni nact

Tralles, frei hier ins Haus geliefert, waren auf hiesigem Platze aw 41e Men 1859 4a 195 D L U L A Æ) Thule. s 14. 1i98- u, 19 ir. \ L ¡1 bas 19L U. 19k Thir, / Smne Vas. A 192 u. 19% Thlr. \

L A L U C NN S 193 Thlr.

Berlin, den 17. März 1859.

Die Acltecsten der Kaufmannsckhaft von Berlin.