1885 / 47 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

von Köth-Wanscheid. Jedem der beiden Hefte ist ein Verzeichni dos E der Verecinébibliothek im Di 1883 E Si gefügt.

Deutscher Haus- und Werkftatt-Kalender fürdas Jahr 1885, zuglei< Führer für das O E Mit in den Text gedru>ten Holzschnitten und einem Plan von Deutsch- land, fämmtlihe Eisenbahnlinien enthaltend. Herausgegeben vom Civilingenieur F. C. Glaser, Königlider Kommissions - Rath. Selbstverlag des Herausgebers. Berlin 1885. 12 (VIIL, 256 S.) Bei Segee des verstehenden „Hauës- und Werkstatt-Kalenders* war es die Absicht des Verfassers, dur diesen Kalender Jedermann einen Berather und Führer zur Seite zu geben, der über die für Hans und Werkstatt roichtigsten Angaben leit verständliÞ und klar

luf\<luß giebt. Daher ift derselbe cines reihaltiaen Inhalts und bietet eine wahre Fundgrube von Belehrung über Dinge, welche zu kennen für jeden Staatsbürger, besonders aber für jeden Gewerbs- mann von Interesse ift. Außer den gewöhnlichen Kalendernachrichten für das Jahr 1885 und einem Stammregister der regierenden deuts<en Häuser enthält derselbe in 7 Abtheilungen Mittheilungen über S(ul- und Lehrverhältnisse, Beruféwahl und Berufsarten, über die Ausbil- dung der niederen und mittleren Beamten für den Eisenbahn- und den Marinedienst, Mittheilungen für die Werkstatt, (d. i über die Elemente aus den Gebieten der Mathematik und Physik, über Ma- terialienkunde, Sicerheitseinrihtungen an Maschinen und Kefseln über Kleidung der Arbciier sowie über Trink-, Wash-, Wärme- und Speiseeinrihtungen in den Fabriken), über Militär- und allgemeine Rechtsverhältnisse des Staatsbürgers (militärisde Verpflichtungen Rech!8verhältnisse des Staatebürgers, über Abschließung von Ver- träzen, über den Sbutz d:s geiftigen Eigenthums dur< Erfindungs- patente), über Unfälle und Krankheitefälle sowie über Versicherungs- wesen (einshließlidb der städtishen Sparkassen), sowie über Hauëswirthîcaft (G-sundhcitslehre und “Pflege für Wobh- nungen, Ernährung, Buchhaltung für den Hauskalt, Mieths- vertrag). Den Scluß bilden allgenieine Mittheilungen über Münzen, Maße und Gewichte, über die Benußung der Post Telegraphen und Eisenbahnen u, st. w. Aus allen d e'en (Sebieten ist das Weserili@e in übersichttiber und leit verständliher Form dargestellt. Obwobl der jeßt vorliegende 2. Fahrgang des Kalenders in Inhalt uad Anordnung des Stoffes mit dem 1. Jahrgange für 1884 im Großen und Ganzen übereinstimmt, so haben do< in diesem 2. Jahrgange versbiedene Abschnitte cine durgreifende Umänderung bezw. wesentliche Bereicherung erfahren, wie z. B. die über die Wahl des Lebenéberufs und die vers<iedenen Berufsarten, die Mittheilun- gen über Förderung des Familienwohls, über Sicherung gegen Un- fälle und Zufälligkeiten, denen Jeder auëgeseßt fein kann u. s. w. Nach diesen mehrfahen Umänderungen resp. Verbesserungen und Er- weiteru"gen darf wohl av< der praktische und insbesondere für das gewerbliche Leben brauchbare und nüßlihe 2. Jahrgang von Johns Haus- und Werkstatts-Kalender auf eine eben so allgemeine günstige Annahme E ihn der pp für 1884 gefunden.

Vas zweite Heit von , Was Jbr wollt“ herausgegebe von E. D. Hopp, Verlag von Fr. Nonnemann, Berlin Sw. Ans haitishe Straße 15, (Preis vierteljährlih 1 #4) enthält eine kleinc Novelle von Wilhelm Berger „Im Eulengang“, die sich kur) feine psychologis<e Motivirung und trefflid gezeichnete Charokterscbilderungen auszeichnet. Von großem Interesse ift ein Artikel des Erfinders Edison über „Die Elektrizität als Stflavin der Menschen“, in dem der praktishe Amerikaner die kom- merzielle Seite der Frage ins Auge faßt und bedeutsame Aufschlüsse über die Zukunftsautsi&ten der Verwendung elektris&er Kräfte giebt. Auch die Humoreéke „Die Uhr der Wahrheit“ sowie die letensfrische Skizze „Aus cinem Studentenleben“ und die originellen „Blüthen E n unterhaltend. ;

=— Nr Oos. igand in Leipzig baben über i antiquarishes Bücherlager den Kalólog Nr. 724 Mai Derselbe enthält ein Verzeichniß von 2722 Schrift:n, welche die ver- schiedenen Zweige der Medizin betreffen.

Gewerbe und Handel.

__ Die dem Aufsichtsrath der Dresdner Bank Vilarz pro 1884 ergicbt einen Bruttogewinn von 4 249 So 4 E na< Abzug der Handlungsunkosten, Steuern und Abschreibungen, einen Nettogewinn von 3402548 4 Der bevorstehenden Generalversawmm- lung wird die Verthcilung einer Dividende von 7F °%/ vorgescblagen Dem Reservefonds werden 180 000 M zugeroiesen und ca. 77 000 M auf neue Rechnung vorgetragen. Der Bruttogewinn sowobl wie der Nettogewinn hat sib gegen 1883 bedeutend echöyt; ersterer betrug im Jahre 1883 nur 3-863 517 M, leßterer nur 2 638582 # Zur Di- videndenvertheilung werden per 1884 2 700000 4 verwendet gegen de g its ata E Ae E Nesevefonds is aus dem Ge- es Jahre 84 böber dotirt wor  i 0 ra 140000 d im Doeiabe den, nämlich mit 18009 46 _— Der Jahresberibt der Belgiscben Nati: - statirt, daß die kommerzielle Lage D 1884 im s ate an fi eher verbessert ais verschlimmert hat. Dessenungeadtct ift das Resultat dec Bark binter dem vorjährigen zurü>geblieten, Fr 1884 wurden 1660 Millionen Francs Wechsel diskontirt. Der Rein- gewinn der Bank betrug 7 820 354 Fr. (1883 8 720 000 Fr.) Auf jede Aktie von 1000 Fr. wurde cine Dividende von 112 Fr. (1883 122 Fr.) gezablt, während der Anth-il des Staats am Gewinn ih auf „1 205 092 sr. (1883 1431 846 Fr.) belief und 724258 Fr (1883 859 170 Fr.) der Neferve überwiesen wurden. Letztere beträgt S L t A Q i Ao Atont in 1884 war 3,32 ,605 in 1883, Am 31. Dezemb i Ç ge Banknoten n La zember 1884 waren 2 357 761 810 Fr. annheim, 23. Februar. Jn der heutigen Au ath8- sißung der Rheinischen Hypothekenbank Es a s rektion über das Geschäftsjahr 1884 Bericht. Der Aufsichtsrath deshloß, dem Antrage der Direktion gemäß, eine Dividende von 7°/ pi 21 „6 auf die Aktie Ser. 1 und 11, = 10,50 4 auf die Aktie Ser. 111 Dividendengenuß vom 1. Juli 1884 an), uno die Dotirung des Kapitalreservefonds bis zur ftatutarish zulässigen Grenze (20 % an Ee i de ta M erhöhten Aktienkapitals) bei S ( ng zu beantragen. wied am 7, Mär 1. flattfinden gen. Die Generalversammlung rüssel, 23. Februar. -(W. T. B. ie S î hat Ar ar pie n Spa i Gta E ra asgow, 23, Februar. (W. T. B.) Die V / von Roheisen betrugen in der dla V M 10090 Lons in derselben Woche des vorigen Jahres. Bradford, 23, Feb:uar. (W. T. B.) Wolle stetig, Garne rubig, mehr Geschäft erwartet, Stoffe sehr geschäftslos. :

Verkehrs-Anstalten.

Hamburg, 23. Februar. (W. T. B.) Der tda: «Lessing der Bamber Amerifcl er Vageeupser äfttengesells<aft hat, von New-York kommend, heute Morgen

8 t E passirt. ew-York, 23. Februar. (W. T. B.) D Das „Canada“ von der Na tional-Da0bi Gui Cat

(C. Messingsce Linie) ist hicr eingetroffen.

Sanitätswesen und Quarauntäneweseu.

/ Oesterreich-Ungarn. Beotagad a antes ter S K. Ss in Triest ist ilungsreserve für Provenienzen aus Algier, Tunis, Spanien („R.-A Nr. 307 vom 31. Dezember 1884), e E unverfehrte Ueberfahrt haben und unter normalen Bedingungen in Trieft „eiúlaufen, sowie die ärztlibe Uatersubung der Provenienzen aus Häfen Frankreichs („R.-A.*“ Nr. 22 vom 26. Januar 1885) und endlich die 24 stündige Beobachtungëreserve für Provenicnzen mit un- verfehrter Ueberfahrt von Ostindien („R.-A.* Nr. 44 vom 20. Februar

die 5 tägige

Berlin, 24. Februar 1885.

Der Deutsche Kolonialverein hielt geftern im Arcitekten- hause feine zweite ordentliche Sentraltenlonebiiing ab, die e Mit- pre 7er She de gei r or E Zweigavercine aus allen Gauen

ehr zahlrei besucht war. m Ganzen 300 Se ne ienen sein. P M E

m r erôffnete der Präsident des Kolonialvereins, von Hobenlobe-Langenburg, die Siyung mit folgender aus, Sürit

«Ich heiße die Herren, welche von nah und fern erschienen sind, herzlih willkommen. Wenige Vereine haben in fo kurzer Zeit einen solden Zuwachs an Mitgliedern zu verzeihnen gehabt wie unser Kolonialverein. Es beweist dics, wie tief die Kolonialpolitik Wurzel gefaßt hat in der deutscen Nation. Diesen Erfolg verdanken wir nicht der Thâtigkeit des Vercins allein, sondern den großen welt- bewegenden Ereignissen der letzten Zeit, der von unserem Reichs- tanzler inaugurirten Kolonialpolitik. Auch die Opposition gegen diese Politik hat uns viele Mitglieder zugeführt. Der Mitglieder- ftand hat si seit dem Beginn des vorigen Jahres von 3600 auf 10275 Mitglieder erhöht. Lange \{on hat in der deutshen Nation der Wunsch ges{blummert, unsere industrielle und wirths<aftliche Arbeit über die Grenzen des Vaterlandes selbständig auszudehnen um andern Nationen ebenbürtig zur Seite zu leben; der Reichs- fanzler hat das erlôsende Wort gesprohen. Der Gedanke, daß der deutsche Aar sich erhebe, um hinüber zu fliegen über das Meer, ift von einem großen Theil des deutshen Volkes mit Jubel begrüßt worden. Somit könnte die agitatorishe Thätigkeit unseres Vereins als gelöst betrahtet werden. Allein wir haben noch ein gutes Stück Arbeit vor uns, um aufflärend und ergänzend die Ziele der Neichs- regierung in der Kolonialpolitik zu unterstüßen. Es gilt das Be- gonnene fortzuseßen, in Wort und Scbrift die Kenntniß der erworbeneu Kolonien weiter zu ersbließen und zu verbreiten und zu zeigen, daß die- selben nit b108 der Unterstüßung des Großkapitals, sondern nach dem Vorbilde Englands auc des kleinen Kapitals würdig find. Dazu und um die einmal niht aus der Welt zu \{afende Auswanderung unsercr Landsleute in rihtige Bahnen zu lenken, bedarf es eines ein- achenden Studiums jener Linder, und dieses soll dur eine vom Verein zu gründende Auskunftékanzlei gepflegt werden. Die Kanzlei soll Nachrichten sammeln über diejenigen Länder, wohin der Vorstand die Auswandernden hinweisen möte, Sie soll die Auswanderung nit befördern, sondern den Leuten objektiv die Vortheile und Nactheile der betreffenden Länder auscinanderseßen. Außerdem soll die Kanzlei die Ge- shicte der Auswanderung anderer Länder studiren, um daraus Lehren für unsere Kolonifation zu ziehen, vor Allem aber soll sie die gefähr- lichen Ueberredungskünsfte der Auêwanderungsagenten hintertreiben (Beifall.) Indem ih nun die Verhandlungen eröffne, bitte id Sie, wemögli, alle pelitisen Streiflichter Lei Seite zu lassen. Unser Verein ist kein politischer, Tein Partciverein, er ist ein rin nationaler Verein und steht über den Parteien. (Beifal) Möchte unsere heutige Versammlung als eine werththätige Beihülfe zur deutschen Kolonialpolitik betrachtet werden !“ (Beifall.) i :

Die R a eaen in die Tage8ordnung ein,

In Bezug auf den Geschäftsbericht und die Rehn 1884 konnte si< der Referent, Thiel-Frankfurt, D Nechenschaf1sberiht berufen, dec eine Zahl von 10275 Mitgliedern und einen Kassenbestand von 10466 M (50 899 M Einnahmen und 40433 A Ausgaben) bis Dezember 1884 aufweist. Nach dem Vor- anslage werden für das Jahr 1885 11000 Æ disponibel bleiben welche für die projektirte Auskunftskanzlei verwendet werden follen :

Ueber den zweiten Gegerstand der Tagesordnung : Abänderungen der Saßungen referirte Dr. Cohn-Frankfurt. Die Zunahme und das Wacbéthum der Zweigvereine hat den Gedanken nahe gelegt, ihnen im Interesse eines innigen Konnexes mit dem Centralverein eine Vertretung in demselben zu sidern. Zu diesem Zwe> sollen künftig die Zweigvereine, welche mehr als 100 Mitglieder haben, ihre Vorsizenden resp. Delegirten in den Gesammtvorstand entsenden. Um den Ver- ein lebenéfähig zu erhalten, hat si< die Vermehrung des Gesammt- vorstandes und die Bildung eines Ausschusses nothwendig gemacht Swhließlih hat die Kommiision einen von Prof. von Miaskowski- Breslau beantragten Ausführungsantrag zu $ 1 der Statuten ein- stimmig angenommen: y Der Siß des deutschen Kolonialvereins wird nah Berlin verlegt (früher Frankfurt a, M.). Mit der Ausführung O und rg g ol der Bestimmung des Zeit-

l er Berlegung wird der ( e koloni tercins betraut. gung orstand des deutschen Kolonial- ie Versammlung erklärte si einstimmig mit der Ver des Veréeinssißes nah Berlin einverstanden. Die ibrer M on at rb A Q bloc angenommen,

a rnennung dreier Rechnungsrevisoren wurde z Debaîite, als Ort für die nächste M S Leit E gefeßt (außerdem war Auzsburg vorgeschlagen) und dem Vorstande überlassen, die Generalversammlung im April oder Mat je na der Bestimmung der für die Beamten und Universitäts-Profefsoren R 94 eti einzuberufen.

le Besprechung geeigneter Maßregelu zur Einführung d deuts<hen Währung im überseeischen Verke ur i e dfer Verjammlung vertagi jeeiscen Verkehr wurde bis zur nächsten Veber die Einrichtung von Auékunftskonzleien irt Fisber-Ma: burg. Hierzu hatte der Dber-Büeercrneiites De M &rankfurt folgenden Antrag gesteUt: „Der Vorstand des deutschen Kolonialvereins wird ermächtigt, cine Kanzlei Behufs Ertheilung von Loe nab Mies E überseeisher Länder einzurichten und

e ¿aßgabe der vorha Mi i forde trêiten auten, andenen Mittel mit dea erforderlicen

tach längerer Diskussion warde der Antra i zu eins

flimmig angenommen, ebenso ein Antrag des A A

„Ie Generalversammlung ermächtigt den Vorstand, die Frage in Ec-

wägung zu ziehen, ob der deutsche Kolonialverein nicht auf Beseiti-

gung der Hemmnisse hinwirken solle, welche der Auéwanderung nach

4 Sie R O no< entgegenstehen. Der Vorstand ) ultat dieser Erwä äcsten Gener:

s Berit L gungen der näcsten Generalversamm- ndlih wurde auf den Antrag des Richters Stadtlaender-

der Vorstand einstimmig beausftragt, n E la

10. Geburtstage die Glüd>wünsche des Vereins darzubringen.

Um 2 Uhr {loß der Präsident die zweite Generalversammlung

Be I eh O N M der Hoffnung, daß die gefaßten

: er rten Lheilnahme und mäateti Ü

ihrer Ausführung erhalten möchten, S O

Von der im Auftrage des WestpreußisWen Provinzial- 3 berausgegebenen trefflichen Publikation us e O denkmäler der Provinz Westpreußen", deren erstes, um Ostern vorigen Jahres erscienenes Heft damals in Nr. 24 d. Bl besprochen wurde, ist nunmehr das zweite Heft zur Ausgabe ‘ge- langt, das den Landkreis Danzig umfaßt und für die gründliche Durch- führung des Unternehmens einen neuen Be-eis liefert. Die Bearbei- tung des mittels einer systematishen Bereisung der Provinz ge- Sea Materials rührt auh hier wieder von dem Regierungs-

aumeisler Hetlse her; die Ausstattung mit 76 in. den Text gedru>ten Holzschnitten und 8 vhototypishen Kunst- ggen verdient dieselbe Anerkennung wie die der ersten Ist und die außerdem beigegebene Denkmäler - Karte E Überdies ein wünshenswerthes Hülf- mittel zur Orientirung Über die Vertheilung des vorhandenen Kunstbesites sowohl wie über die Ausbreitung der von den Mittelpunkten der Kultivirung des Landes ausgegangenen Einflüsse. Das für das vorliegende Heft in E Tommende Gebiet mit zusammen 39 Ortschaften weist aller- ings einen niht sehr erheblichen Besitz älterer Kunstdenkmälec auf, und von den in erster Linie stehenden kir<li<en Bauten kann nur Lune fehr geringe Zahl um einer weitergehenden künstlerischen

urhbildung willen auf Beachtung Anspru erheben wäh- rend die meisten nur Variationen cincs sür die " Gegend

bieten, wie er in den vorgeführten Grundrifsen und carakteriftis< darstellt. Eingehenderes Interesse fordert FS ten im 13. Jahrbundert begonnene, mit mehrfahen Wiederherstes,, t die Zeit bis 1600 füllende Klosterbau zu Oliva, defsen ausführ Behandlung der verhältnißmäßig größte Theil des Heftes gewiz® ift. Von den bedeutenderen Arbeiten dekorativer Kunst, die bien halten find, veranschaulichen die Kunftbeilagen den für die Entu? lung der Renaissance in Danzig hôcs bezeinenden, in reicher rie tektur m?it farbig bemaltem und vergoldetem Schnitwerk s e e 1604—166 von Wolfgang Spörer gearbeiteten frühe: obaltar der Kirche, zwei nit minder <arakteristishe, y{ L Jahre später entstandene, von Säulen eingefaßte und von îa lidem Gebälk mit durs{nittenem Giebel und anschnlihem M; A aufsaß bekrônte Marmoraltäre, den noch erhaltenen Rest des a gescnißten Chorgestühls von 1599 und die um 1760 begin barode Orgel, die als Erzeugniß lebendiger dekorativer Phant s und als te<nis< ausgezeichnete Leistung der Holzschniterei do rist künstleris< böber zu veranschlagen ist, als der Bearbeiter des Wei zu thun geneigt ist. Ein letztes, auf Oliva bezüglihes Blatt ih dann endli< no< eine Innenansiht des sog. Friedenssule mit Fragmenten des nit mehr im Zusammenhang dd tenen Renaiffance-Chorgestühls und dem historis< intere L Tisch, ouf welchem der Frieden von 1660 unterzeihnet wut Der Kirche zu Prauft mit reiherer Jnnenausstattung, die L dem s{önen Schnißzwerk der Orgel aus dem Anfang des vori Y Jahrhunderts gipfelt und in einem gut erhaltenen Figurenaltar L gemalten Flügeln eine treflide Arbeit \pätgothisher Kunst bewa N A Day gem me, auf einer anderen \<ließli< noch ad ere gothishe Kelche i ß und Rambelts< vereinigt. E R M M Nobbelgnk

__ Die britisGen Kolonien in Mittel ameri ; leitenden Beamten der englischen Kolonien haben an dén ets Minister jährli< Verwaltungsberihte einzureichen, aus denen de M dee Ee “aos J ersihtli< iß. Einem fan Ÿ entnehmen wir Folgendes ü i is leh t Mittelamerifa, Folgendes über die britis<en Kolonien i

Jamaica, die witigste unter den britischen Zungen i Westindien, hatte auf 10859 gkm na< der Cal Zählueunden 980584 Bewohner, welhe bis zum Schlusse des Zulu 1883 auf über 600000 Köpfe angewachsen waren : “durd s{nittlih entfielen also auf 1 gkm 55 Einwohner. Die jährli natürliche Bevölkerunaszunahme betrug in den leßten Jahren tin 1,8 °/0o, ein Beweis für das gesunde Klima und den vortreffliha Gesundheitszustand der Kolonie. Die Bevölkerung ist friedfertig U genügsam, meist protestantis<; neben den eingewanderten Euroyüer sind viele Schwarze vorhanden. Seit einigen Jahren, seitdem M Bau des Panama-Kanals in Angriff genommen wurde, findet eine starke Auswanderung von Arbeitern nab dem Isthmus statt, fo dai in der Kolonie Mangel an Arbeitskräften eingetreten ist. Man hofft denselben durch Ginführung ostindisher und <inesis{er Kulis i beseitigen Die Einwanderung aus Ostindien is \<>on ziemlih bedeutend ; Ende 1883 befanden ih 13 245 Inder auf Jamaica dit schon zum größten Theile zur seßhaften Bevölkerung gehörten.

Die meisten Bewohner Jamaicas treiben Aerbau. Zuta Küffee, Srücte aller Art (namentli<h Bananen, Orangen, Kokosnüse, Cacao und Ingwer), Zimmet, Campescheholz (Blauholz) und Piment (Jamaicapfeffer) werden gewonnen und in großen Mengen ausgeführt Im Finanzjahre 1882/83 erreihte die Ausfuhr den Werth wq 1 469 446 £, und von den au®geführten Produkten und Fabrikat waren 93 % in der Kolonie felbst erzeugt. 40 9% der Gesammtauf- fuhr entfielen auf Zu>er, 16% auf Num, 1209/6 auf Kaffee, 11% au Früchte und Gewürze, 8/9 auf Campescheholz, 7% auf Piment und 6/0 auf andere Artikel. Eingeführt wurden während derselben Zeit für 1625 411 £, namentli< Stahl und Eisen, Mascbinen, Nutholj und Manufakturwaaren. Der regste Handelsverkehr fand mit Große britannien und Irland, den Vereinigten Staaten und Canada ftatt Das Land ist vollständig civilisirt; es besitzt eine geregelte Verwaltun und Juftizpflege, Posten, Eisenbahnen, Schulen aller Art, sogar eint botanishen Garten, der besoaders zu BVersuben für den immer aub gedehnteren Anbau der Nahrungspflanzen (Zu>ker, Kaffce u \. w) durch Einführung neuer Arten benutt wird. E

Die Gesammteinnahmen des Jahres 1882/83 beliefen {ih af de A Gage auf 446490 £;z erstere hatten gegen

eine Erhöhung von 16311 £ ä i O um G N N, i in aut ia

ehnliche günstige Berichte wie von Jamaica liegen au

Bermuda-, Bahama- und Turks-Juseln, von St. Vincent: E Antigua, Dominica und den Virgin-Jslands vor. Die meisten diese Kolonien so besonders Antigua und St. Lucia haben dasselbe aunstige Klima und erzeugen dieselben Produkte wie Jamaica, sit sind daher in ras<em Aufblühen begriffen ; nur über die Verhältnisse auf den Virgin-Jslands sind in unserer Quelie keine genaueren An gaben gemacht. Die folgende Uebersicht giebt die Einnahmen und Ausgaben, sowie den Werth der Ein- und Ausfuhr dieser Gebiete, Einnahme Ausgabe Einfuhr Ausfuhr

: £ 28 904 31065 238 700 91 103 52 476 54 585 216 632 147 626 7782 8019 24558 32139 0040] 92969 2 ?

Sk 43026 36 652 2 2 Antigua v 44055 43185 183 636 222 676 Dominica o R 21 I 71339 63 284

__ Auf dem nahen Festlande von Süd- und Mittel-Amerika befinden sih die beiden britiswen Kolonien Guiana und Honduras. Britis Guíiana hatte am Swlusse des Jahres 1883 auf 221 243 gk etwa 260 000 Bewohner. Die Einnahmen der Kolonie beliefen sich auf 478 216 L, die Ausgaben betrugen 459 207 L, die öffentlide Schuld 64 900 L, Die Einfuhr hatte im Berichtsjahre einen Werth von 2224717 £, die Ausfuhr einen sol<hen von 3172012 L, erstere hatte gegen das Vorjahr zu-, leßtere abgenommen, Haupt Ausfuhrartikel sind, wie au< bei allen oben aufgeführten Kolonien, Zu>dker und Rum. In British - Honduras, das auf 19585 gkm nur 27452 Bewohner hatte, wurden im Jahre 1883 für 968 973 £ Waaren eingeführt; die Ausfuhr er reite cinen Werth von 362 869 £. Der wichtigste Ausfuhrartike! ist Mahagoniholz, von dem im Berichtsjahre 6 928 168 engl. Fuß im Preise von 100976 £ exportirt wurden. Die Einnahmen hatten ih gegen 1882 E O ermäßigt.

„_Blele von diesen Kolonien bringen {on jetzt alljährlih Ueber {üsse und sind günstige Absaßzgebiete für die le S ouftrie, namentli< bringen sie aber Englands Hande! und Rhederei große Einnahmen.

auf

den Bermuda-Jnseln .

den Bahama-Inseln. . den Turks- u. Caicos-Jr.feln St. Vincent L St. Lucia

Danzig, 23. Februar. (W. T. B.) Die Leichen der bei dem heutigen Brandunglü> umgekommenen drei Personen sind Mittags gefunden worden. Das anfangs vermißte Kind ift gerette!.

Z : ) Papers relating to H, Majesty's Colonial Possessì er ports for 1882, 1883 and 1884. Tut: E -

Nedacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (S <olz). Dru>!: W., Elsner. Sechs Beilagen (eins{ließli< Börsen-Beilage).

Berlin:

1885) nunmehr aufgehoben worden.

historis< interessanten Typus von höchst einsahem Gepräge dar-

mit

Erste Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

M 47.

Berlin, Dienstag, den 24. Februar

1885.

——

Statiftische Nachrichten.

finanziellen Resultate der

Die internationale Postbureau zu Bern ftellt alljährlich eine statistische Uebersicht über den Postdienst in den dem Weltpost gehörenden Ländern auf; wir grei) uebersiht für das Jahr 1883 diejenigen Angaben heraus, auf das finanzielle Ergebniß dieses wichtigen

beziehen. i : Die größten Gesammteinnahmen aus dem haben die: Vereinigten Staaten von Amerika 940 259 847 Fr. (im Fiéfaljahre 1882/3) Post- und Telegraphenverwaltung

eutshland, dessen Po ; aare m 1883/4) cine Bruttoeinnahme von

zu verzei<hnen hat 194 121 375 Fr.

ih

graphenverwaltung von 160 727 556 Fr.

fomme

verwaltung von 69,8 Mil.

eine Gesammteinnahme

auf } die Schweiz mit 16,99 Mill. Fr. u. \. f

Was die Gesammtausgabe anlangt, fo steht auch hie verwaltung der Vereinigten Staaten mit einer 929 170 623 Fr. an der Spiye; es 193 131644 Fr., Frankrei<h mit einer

Rußland mit 68,5, britis< Indien mit Von hervorragendem

95 5, die Schweiz mit 15,7 Miu. u.

Ueberschuß ergiebt oder einen Zuschuß verlangt. An der

jenigen Län 1 : ) l / iändischen und franzöfiscen Kalonien absicht —. in dene verwaltung einen Üebers<huß aufwies, steht Britannien folhen von 65 250 650 Fr. ; dann folgen Deutschland Vebershusse von 29 308 575 Fr., Frankreih mit einem

18 756 241 Fr., Oesterreich-Ungarn mit 13 508 847, die Vereinigten Italien

Staaten mit 11089224, Spanien mit 8406 U, 5 338 440. Belgien mit 5 056 777, die Niederlande (ohne mit 2 839 276, Rumänien mit 1 250 748, die Schweiz Fr. ; in Schweden, Norwegen, Egypten, Persien betcug diejer Francs, E Einen Zuschuß päischen Staaten, j außerdem in Algier und Tunis, argentinishen Republik, Chili, ( Am größten war die Unterbilanz în

Uebers<huß weniger als e

Guatemala, Honduras

an dritter Stelle Japan mit 1 809 595 Fr., 688 513 Fr., britis<h Indien mit 397 660 Fr. ,

als 300 000 Fr. in den gleichfalls dem L und Nicaragua lagen keine Angaben vor.

Dem Bericht über die wirths<aftlibe Ste Königreichs Sachsen im Deutschen Rei < (Se aus Heft 1 und I1 des Jahrgangs XXX der Zeitschrift d sähsishen Statistischen Büreaus) find folgende Daten Erwerbszweiae der Bev

nur 1,4 Proz. der Gesammtfläche ein, was dur< die völkerung verursaht wird. Die Hausräume nehmen au Grande eine viel größere Fläche et nämlich 3,1 Proz. Das Forstland ift Staaten, wo es 25,7, in S ( j ausmacht. Die Wiesen und Weiden machen im Dur Aen O L 13,5 Proz.

\ärten und Weinbergen ur ) die Hälfte (48,5 Proz.), im Königreich Sachsen über (54,3 Proz.). Was den Anbau betrifft,

während im Deutschen Reich diese äche ausmachen.

sammten landwirthschastliben Fl

erheblih geringerrn Bestand als im Durchschnitt des Deu

D d bierfür ist in der außerordentlich dichten Bevölkerung des g 23 Proz. landwirthschaftlichen,

Landes zu suchen, von welher nur 23 dagegen 58 Proz. industriellen Beschäftigungen oblagen genöthigt ist, einen großen Theil des Fleishbedarfs Staaten zu beztehen. Auf 109 Ginwohner nah der auf des Jahres 1883 berechneten Bevölkerung entfallen im Sachsen nur 4,2 Pferde, n Durchschnitt des Deutschen Eine verhältnißmäßig no< geringere Pferd Sachsen-Coburg-Gotha, Schwarzburg-Rudolstadt, Reuß j Sachsen-Meiningen, Reuß _à. fommen im Königreihe Sach\ Rindvieh (im Durchschnitt des Deutschen Schafe (im Durchschnitt des Deutschen (im Durcbschnitt des Deutschen Reiches 201) {nitt des Deutshen Reiches 5,8). sowohl in der Gewinnung von im Boden abgelagerten

als in der Ausbeute an nußbaren Materialien und Erze Staaten des Deutschen D

ein. Im gesammten Deutschen Reiche wurden im

74 396 027 Tonnen produzirt, welche einen Werth von 4 Mark hatten. Der prozentale Antheil des Königreichs der gesammten Bergwerksproduktion des Deutschen Reiche

der Menge als dem Werthe na

Reiches 34,5

in beiden Hinsichten sich der

dem Werthe na<h im

nur 6,02 Proz., 5 In die Gold-

im Jahre 1882 nur 8,19 Proz. tion des Deutschen Reiches theilen si< das Königreich Preußen und das Herzogthum

bei Weitem diejenige der

mten Ertrages liefern. aeringe Bruchtheile des gesammte g D Pr

Sachsens \{<wankt in der Menge zwisben 98,13 un

dem Werthe zwischen 91,70 und 99,16 Proz. Sachsen werden gefördert : Zinnerze, Wismutherze, Uranerze. Ueberwiegend gegen

produkte als maßgedend gelten. In der Steinkohlen- und Produktion hat in den Jahren 1871—1882 der prozenta

Postverwaltung in den Staaten des Weltpostvereins, (Stat. Corr.) Das

wir greifen aus der soeben erschienenen Verkehrêzweiges

Postverkehre aufzuweisen

222 440 219 Fr. te, dann Britannien mit einer Einnahme (im Jahre 1. April 1883/84), an vierter Stelle canfreih mit einer Bruttoeinnahme der vereinigten Post- und Tele- 072 . Mit größerem Abstande n weiter die öôsterreichish-ungaris<e Monarie, deren Post- | Fr. 50 Mill. in Oesterreich und 19,77 Mill. in Ungarn) aufwies, hier- Rußland mit 62,7, Jtalien mit 35,5, britis< Indien mit 25,1,

folen folgen Deutschland mit

Brutto - Ausgabe 141 971 315 Fr., Britannien mit einer folhen von 128 870 725 Fr., Oesterreich-Ungarn mit 56,3, Italien mit 30,1,

Interesse sind diejenigen Angaben, woelche erkennen lassen, ob die Postverwaltnng in ten einzelnen Ländern einen

der wenn man von den britishen, dänischen, nieder-

mit 1245 823 Dâänemark, Luxemburg, Griechenland,

erforderte die Post dagegen zunächst in drei euro- nämli<h in Rußland, Bulgarien und Portugal, britis< Indien, Japan, Kanada, der

Rußland, wo sie 5 764988 Fr.

betrug; näcbstdem folgt Kanada mit einer solchen von 2116 049 Fr., dann Bulgarien mit

Algter und Tunis mit 304 687 Fr. ; in den übrigen Ländern betrug der Zuschuß weniger Ueber das fiaanzielle Ergebniß der Pau g

Weltpostvereine angehörenden Ländern Hawai

ölferung entnommen: Jm Königreich Sachsen nimmt das Oedland im Verhältniß zu den meisten deutschen Staaten

e ein als in den übrigen Staaten, etwas größer als in den übrigen asen aber 27,7 Proz. der Gesammtfläche

Das übrige Areal an Aeern, nfaßt im Deutschen Reich no nicht ganz

so O im B Sachsen die Hauptgetreidearten 47,40 Proz. der C esammtfläche ein, E BauLis E Flächen nur 37,31 Proz. der ge- / Pes D ER Ren Getreideland entfallen im Königreich Sachsen im Erntejahr 1882/83 au Hafer 36,03, im Deutschen Reich nur 27,21 Hektar. Ja der Viehzucht ergab die Viehzählung im Jahre 1883 für das Königreich Sachsen einen

Zahl von Pferden wurde in

L, und Hamburg ermittelt. l en auf 100 Einwohner 21,3 Stü

Reiches 41,9), 11,6 Schweine 3,8 Ziegen (im Durh- Im Bergbau nimmt Sachsen

Reiches eine besonders hervorragende Stelle

< aus der beifolgenden Tabelle 32 hervor, welche die Jahre 1871 bis 1882 umfaßt. Daraus ergiebt sich, daß Antheil des sächsischen Bergbaucs am Ge- sammibergbau des Deutschen Reiches fast stetig vermindert hat. Derselbe

be i 1871 d tenge nah 8,23 Proz., im Jahre 1882 etrug im Jahre er Meng Ln B G,

und Silber-Produk- Königreih Sachsen, das Braunschweig. Indessen

überragt die Produktion der edlen Mctalile_ im Königreiche Sachsen beiden anderen Staaten, indem dicse nur

Nur im Königreiche Wolframerze und die Produktion anderer deutscher Bergwerksbezirke treten in Sachsen Kobalt-, Ni>el- und Arsenik-Erze auf, so daß die Preisnotirungen dieser wichtigen sächsischen Hütten-

allgemeine vereine an-

welche s

nen folgt (im Rech-

von

(davon

r die Post- von

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f

Spitze der-

n die Post- mit cinem mit einem solhen von

mit Luxemburg)

ine Million

und Haiti.

[lung des paratabdrud> es Königlich über einige

dihtige Be- 8 demselben

<s<nitt des

die Hälfte

then Reichs.

und welche aus anderen den Anfang Königreicbe Reiches 7,7.

. L, Bremen, Ferner

), 4,9 Stüd

Brennstoffen, n unter allen

Sahre 1882 07 Millionen Sawthsen an 8 geht sowohl

Der Antheil

Braunkohlen-

Königreichs Sacsen an der Gesammtproduktion des Deutsben Reiches

abgenommen. Im Jahre 1871 lieferte Sachsen der Menge na<

9,83 Proz., dem Werthe na 13,93 Proz. der im Reih Pproduzirten

Steinkohlen, im Jahre 1882 aber nur noch 7,31 bzw. 9,50 Proz.

An den Braunkohlen betrug Sachsens Antheil 1871 der Menge nach

6,75 Proz., dem Werthe na< 7,41 Proz., im Jahre 1882 betrugen

die entspredbenden Zahlen nur no< 4,67 bzw. 5,18 Proz. Jn der

Hüttenprodufktion hat ebenfalls eine Verringerung stattgefunden. Der

Menge nach lieferten die sächsischen Hütten im Jahre 1871 31,94 Proz.

der im Deutschen Reich gewonnenen tdlen Metalle, im Jahre 1882

aber nur 23,65 Proz. Bei den unedlen Metallen verminderte si

der Antheil von 1,97 Proz. auf 1,54 Proz. Dem Werthe nah betrug

der \äbsische Antheil an der Gesammthüttenproduktion im Jahre 1871

6,38 Proz., im Jahre 1882 nur 5,21 Proz. Von dem im Deutschen

Reich erzeugten Roheisen lieferte das Königreih Sachsen im Jahre 1871 der Menge nah 5,42 Proz., dem Werthe nah 5,90 Proz., im Fahre 1882 abec nur 2,99 bzw. 3,33 Proz. Ueber Dampfmaschinen- betrieb geben folgende Zahlen Auskunft: Nach der Dampfkessel- und Dampfmascinenzählung vom 1. Januar 1879 habe das Deutsche Réich 49 511 fcststehende Dampfkessel und 44 447 feststehende Dampf- maschinen. Das Königreih Sacsen dagegen 4974 feststehende Dampfkessel und 4548 feststehende Dampfma'chinen ; dies beträgt in runder Summe 10,0 Proz. der gesammten Dampfkessel, 10,2 Proz. der gesammten Dampfmaschinen. Die Heizflächensumme ist für Deutschland zu 1801 939 Quadratmeter angegeben, für Sachsen " zu 156 630 Quadratmeter, also haben die feststehenden Dampfkessel Sachsens in runder Zahl 8,7 Proz. der für das Deutsche Reich bei 49 511 Kesseln ermittelten Heizflähe. Die 64 412 Pferdestärken der feststehenden Dampfmascinen in Sachsen würde gegen 9 Proz. der gesammt angewandten ausmachen. Von den im Deutschen Reich 1881/82 im Betrieb befindlichen 34 182,46 km Eisenbahnen mit normaler Spurweite kamen auf Preußen 20020,28, auf Bayern 4891,24, auf das Körigrei<h Sachsen 2041,32 km. Auf je 1000 Quadratkilometer-Flähe kamen im Deutschen Reih 63,2 km, in Sachsen aber 136,2 km. In Anbetracht der Dichtigkeit der Be- völkerung fommt in Sachsen auf je 100 000 Einwohner eine kleinere - Silometerzahl von Eisenbahnen als im Deutschen Reiche, nämlich in Sachsen 68,7 km und im Deutschen Reiche 75,6 km. Der Post- verkehr ist im Königreih Sachsen im Allgemeinen verhältnißmäßig stärker als derjenige des Deutschen Reiches. Im Jahre 1882 fielen auf 100 Einwohner im Deutschen Reiche 2082, im Königreich Sachsen 2408 eingegangene Briefsendungen. Eingegangene Pakete ohne Werth- angabe zählte man im Deutschen Reiche 167, im Königreih Sachsen 25 pro 100 Bewohner. Während si ferner die Zahl der ein- aegangenen Briefe und Pakete mit Werthangabe sowohl im Deutschen Neiche als im Königreih Sachsen auf 34 pro 100 Bewohner belief, famen im Königreih Sachsen 31692 4, im Deutschen Reihe nur 27547 A in Werthsendungen auf 100 Bewohner. Im Deutschen Reiche gaben 100 Bewohner 113 Postanweisungen auf mit 6670 Geldbetrag, im Königreihe Sachsen 125 Postanweisungen mit 8131 G Die Zahl der eingegangenen Telegramme ftellt sih fast gleich groß, im Deutschen Reih 32, im Königreih Sachsen 33 auf 100 Bewohner.

Die Wälder und WaldnußzungenFinlands. (Stat. Corr.) Zur Beurtheilung der Frage, was Finland hinsichtlich der Ausfuhr von Forstprodukten îin nächster Zukunft zu leisten im Stande sein wird, entnehmen wir etner im XXIV. Jahrgange der Zeitschrift des Königlich preußischen Statistischen Bureaus (1884) veröffentlichten Arbeit des Kaiserlich deutschen Konsuls von Lamezan, daß von dem auf 37 014 268 ha bere<neten Gesammt-Flächerinhalte des Großfürstenthums Finland die Binnenseen und Wasfsserläufe, bezw. die Moräste und Torfgründe etwa je 12, das A>kerland 3 und die Wiesen 10 9/9 einnehmen, während der produktive Waldboden auf 56 9% jener Gesammtflähe = 20 732880 ha geshäßt wird, wovon ih 14 766 184 ha im Besitze des Staates befinden. Da die Bevölkerung Finlands nach der Zählung vom Jahre 1880 2 060 782 Seelen betrug, entfielen hierna< zu jener Zeit auf den Kopf der Bevölkerung etwa 10 ha Waldboden. i:

Den Waldbestand Finlands bilden hauptsächlich Kiefern, Fichten und Birken, welche theils in reinen, theils in gemis%ten Beständen mit anderen Holzarten vorkommen, deract, daß zur Zeit etwa 77 °/o des Waldbodens mit Kiefern, 12 °/o mit Ficbten und 11% mit Laub- holz bestanden sind. Die Größe der in Finland vorhandenen nuß- baren Holzvorräthe wird zu 50 Millionen haubarer, zu Sägematerial verwendbarer Stämme und der Gesammtbestand der Wälder zu 889 882 000 fm Kiefern-, 136 099 600 fm Fichten- und 125 630 400 fm Laubholz, also zusammen zu 1 1510000090 fm angenommen. Nach dem Durchschnitte sämmtlicher Versteigerungen von Kieferstämmen aus den Staatswaldungen sind gelöft worden in den dreijährigen Perioden

1874 bis 1876 pro Festmeter 3,25 , I 8D, f 348 1820 4 1892. 7 40D as auf eine, auc sonst ‘bestätigte steigende Tendenz der Holzpreise inweisl.

Von den zur Zeit im Betriebe befindlihen 247 Sägewerken Finlands benußen 180 Wasserkraft und 67 Dampf. Dieselben been zusammen etwa 450 Bundgatter, beschäftigen etwa 7600 Arbeiter und verarbeiten 4 bis 5 Millionen Stämme im Jahre, Unter den in Finland neu aufgekommenen Holzindustrien verdienen vor Allem die Holz\schleifereien zur Herstellung von Papiermasse und im Zusammenhange damit die Papter- und Pappefabrikation, welche unter ungemein günstigen natürlichen Bedingungen arbeitet, Beachtung. Die 13 Hol;scleifereien beschäftigen 1000— 1200 Arbeiter und preduziren 350—400 000 Doppelcentner Papiermasse, Pappe und Papier zu einem Geldwerth von 5—5&# Millionen finnische Mark 0,80 6) ;

Während der Jahre 1864 bis 1881 einscließli< sind an gesäg- tem Holze im Durchschnitt jährli<h 722 896 Festmeter ausgeführt worden, und zwar hat seit 1880 die Ausfuhr fast das Doppelte dieser Durcbschnittsziffer betragen. Der bedeutendste Abnehmer fin- nischen Holzes ist England, wohin etwa die Hälfte der Gesammt- ausfuhr des Landes verscifft werden mag. Demnächst folgen Frank- reich, die Niederlande, Spanien, Deutschland, Belgien und Däne- mark. Deutschland bezog 1881 aus Finland etwa 83 000 Festmeter Bau- und Nußholz bezw. 300 Festmeter Schwarten und war sona an der Holzausfuhr Finlands im bezeichneten Jahre mit etwa 79/9 be- theiligt. Zu bemerken ist no<, daß Finland seit 1861 die Ausfuhr von Bau- und Nutholz von mehr als 6 Fuß = 1,78 m Lânge mit einer Abgabe von 2F Penni pro Kubikfuß E - Z pro Festmeter), Nuzholz von geringerer Länge mit einer Abgabe von 1 bis 2 Penni pro Kbf. (46—61 4) pro Festmeter belegt hat. Sägeabfälle, sowie Schwarten geringerer Stärke {ind srei. Die Einnahmen der Staats- kasse aus dieser Ausfuhrabgabe betrug in der Periode 1874—83 dur{s\<{nittli< jährlich 808 229, im Jahre 1883 insbesondere 955 220

finnishe Mark. Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Reisebilder aus Schottland von Alexander Baum- gartner. S. I. Mit einem Titelbilde, 15 in den Text gedru>ten

diese Schrift wird ein Land von eigenthümlicer, erlesener Sthönheit, belebt von den Erinnerungen einer we<selvollen, stürmischen Volks- gescihte und verklärt dur den Zauber einer weisen Poesie uns näher gerü>t —, ein Giland, um das eins Scoten und Piktien, Normannen und Sachsen mit einander stritten: Erzählt wird von dem Volke, das selbstständig sein will, au auf religiösem und firhlicem Gebiete, in dem si< no< viel Eigenthümlihes, Althergebra<htes, Pceetisches erhalten hat, Was hier die Romantik der Landschaft wie der lebenden Bevölkerung mit stets neuen Reizen umkleidet, ift die unbändig wilde hochromantishe Jugendgeschihte dieses kräftigen Berg- und Küsten- volfes. Es war feine leite Aufgabe für das Christenthum, diese unbändigen Naturkräfte zu zügeln und in Schranken zu bringen. res die schottishe Muse besingt keinen ewig blauen Himmel, einen blendenden Sonnenglanz, keine üppige Vegetation und keinen glühenden Farbenton, wohl aber weit mehr und innig die ernsten, trüben, strengen aber melancolishen Seiten der Natur, wie sie in steter Abwechselung, gleich dem nahen Meer, fich ras verdüitern, ras< verklären, und gerade dadur< so genußrei< sind. Solche in den Einzelheiten genauer ausgeführte Angaben über dieses poetische Land matt der genannte Verfasser, welcher sich selbst als ein armes ultra- montanes Schweizerkind mit romanishen Sympathien bezeichnet. Ihn hat am meisten bei der Reise in Schottland der religiöse Punkt gefesselt, ni<t als etwas für si< Bestehendes, von dem Uebrigen Getrenntes, nein, als eine Lebensers<hrinung, die mit Geschichte und Litteratur, Kunst und Volksleben des s{önen Landes aufs Snnigste zusammenhängt. Ist nach des Verfassers Ausspru< nächst der shönen Natur nichts wie die Kirche, welche diese Infelwelt so unvergeßlih und bedeutsam gemaht hat, so ist er do< wissenschaftlich vielseitig genug, um einen interessanten Bericht auch über weltliche Erlebnisse und Erfahrungen zu erstatten. Die Reisebilder sind eben so anzichend als belehrend. Baumgartner führt den Leser nah Glasgow, an den Clydefluß, in das Land der Seen, nah Oban, Jona, Staffa, den äußeren Hebriden, nah Glencow und den Kaledonishen Kanal, na Edinburgh, den Ruinen von Melrose, nah Abbotsford und Dryburgh, na Balmoral. Jeder der 17 Abschnitte bringt neue Ueberraschungen, eröffnet neue wohl wenig tekannte Scönheiten, ein zauberishes herr- lih«s Bild folgt dem anderen. Der Verfasser entwi>telt eine benei- denêwerthe Gabe, seine Erlebnisse und Beobachtungen lebhaft und anziehend zu erzählen, die fesselnden Naturherrlihkeiten und Kunst- denkmäler anschaulich, in der That meisterhaft zu schildern. Eigene Getanfen und der Erfahrung entnommene Grundsäße sind theilweise ernst, theilweise humoristis<h und spottend in die Mittheilungen mit verflo<ten. Die sozialen Zustände des modernen Schottlands sind an mchreren Stellen besprochen, mit Vorliebe auf die günstigeren Ver- hältnisse während des Mitt-:lalters hinweisend. Die Sprache ift edel und würdevoll, fris und farbenreih, erhebt sich öfter zu dihterishem Schwunge. Der Verfasser bekundet eine angenehme Fähigkeit der gebundenen Rede, nit nur dur die mitgetheilten Ueberseßzungen avs englischen wie s{hottishen Dichtungen, sondern au durch die selbstverfaßten Verse, z. B. auf den Loh. Z. B. die melancolische Anwandlung und rosige Stimmung „du dunkler See, du tiefer See, so voll von wirren Traumgewalten, vergiß ‘dein Sehnen und dein Weh, du dunkler tiefer Bergessee“. Dann: „Ein Heldenherz, ein Königsherz, das war das Herz des Bruce." Begreiflich ist einer der edelsten Gestalten, welche die neuere Litteraturgeschichte aufzuweijen p dem Dichter Walter Scott, eine liebevolle und eingehende ufmerksamfkeit gewidmet, denn er war ein eht schottischer Dichter, der Sänger aller Naturschönheiten, Sagen und Geschichten seiner Heimath. Ec hat wie kein Anderer seine Heimath berühmt gemacht weit hinaus über Britannien und alle Meere. Nab dem Verfasser fehlte ihm nur das religiöse Verständniß des Mittelalters. So sehr ihn auch die ritterli<h sociale und speziel die nationale Seite desselben ansprah und seine Lieblingssache wurde, fo war er doch in zu {weren Vorurtheilen aufgewahsen, um den eigentli bewegenden Ursachen der mittelalterliden Welt nachzuforshen. Das von ihm erbaute Haus in Abbotsford, wie aus einem Gufse ein s{mud>es gotbishes Schlößchen, wo si Scotts ganze poetishe Weit aufbaute, dieses so anziehende Gemisch von Poesie und Geschichte konnte nah dem ächt künstlerishen Innern wie reizenden Umgebungen ganz genau beschrieben werden, weil der Verfasser ein Gast der Familie gewesen ist. Das im Jahre 1844 vollendete Denkmal W. Scotts in Edin- burgh ist keine offizielle und erzwungene, sondern eine freigeborene persönliche Anerkennung seines Volkes. Er ist so re<t der Dichter Schottlands, ein wahrhaft nationaler Sänger und insofern fann man allerdings zustimmen, es sei sehr s<ôn und dankbar, daß ibm das Land den Ehrenplay in seiner alten Königlichen Hauptstadt angewiesen hat. Bei der Beschreibung dieser ruhigen, würdevollen Königliben Stadt ist die des dauernden Residenzpalaftes schottischer Könige, Holyrood, mit den traurigen Erinnerungen an Maria Stuart be- sonders gelungen. In Edinburgh war der Verfasser Augenzeuge einer Arbeiterdemonstration : „der urgemüthlihste, volksthümlichste Festzug von der Weit; Humor bildete das Grundelement und Heiterkeit die allgemeine Stimmung ; von militärisher Steifheit war keine Rede. Was den Zug überhaupt interessant machte, war, daß die Arbeit nicht als das ertseßlih ôde Abstraktum auftritt, welches die Fabrik aus ihr macht, sondern als konkretes Ding, als Handwerk, in der äußeren Form wenigstens ganz wie eine mittelalterliche Zunft.“ Nie - hat den Verfasser ein Naturschauspiel so überrascht wie die Fingalshöhle „Optik und Akustik erneuern von Minute zu Minute den seltsamen Traum eine in ihrer Einförmigkeit großartige Psalmodie, im Zwielicht eines wunderbaren Felsentempels, Dom, Orgel, Feenpalaft vereint zu einer Grotte, Meer und Fels, Himmel und Unterwelt grüßen s<. Gefangen im Portikus eines unterirdischen Palastes streist der Bli> ins Unendliche.“ Staffa ist eines der herrlichsten Natur- \chauspiele der Welt, Jona ein Boden der merkwürdigen ge\schicht- lichen Erinnerungen, jenes ein Stü>k Geschichte des Erdballes, dieses ein Stü>k Geschichte des Reichs Gottes auf Erden, jenes ein Brenn- punkt von Schönheiten der Natur, dieses ein Brennpunkt von Herrlich- keiten der Gnade. Die höchst malerische kleidsame Tracht, wie sie fi, zu Land und Leuten passend, aus dem hochpoetiswen Sinn dieses kräftigen Bergvolks, seinem freien und kriegerischen Naturleben und den klimatishen Verhältnissen entwi>elt hat, kommt nur noch in ver- einzelten Reliquien vor. So sehr dies zu bedauern ist, so natürlich ist es do, da \si< die Verhältnisse, aus denen fie entsprang, ganz geändert haben: das alte Jäger- und Kriegerleben hat den fried- licheren Beschäftigungen Play gemacht. Die Ausstattung des Werks ist musterhaft, wie bei allen Büchern der Herderschen Verlags- handlung. Die hôchst sauber ausgeführten Jllustrationen, namentlich die charafkteristishen Abbildungen der Städte und Landschaften, ent- sprechen vollständig dem Zwe>k, au< äußerlih ein kleines Bild von <ottlands malerishen Schönheiten zu geben. Das geistreiche Buch gewährt nicht nur die reichste, angenehmste Belehrung, sondern au einen erfriswenden Genuß. Der von Leh mann -u. Luß in Frankfurt a. M. fürzli< veröffentlihte antiquarishe Lagerkatalog Nr. s1 R 1469 Schriften auf, von denen 1395 si< mit Philosophie be- châftigen und die Bibliothek des verst. Prof. J. Sengler in Sbeibura umfassen, 39 aber vom Universitätswesen, 35 endlih von Mystizismus, Spiritismus und Magnetiësmus handeln.

Holzschnitten und 16 Vollbildern. Freiburg in Breisgau. Herder’ sche

le Antheil des

Verlagshandlung 1884. Gr, 89, X11 und 316, Preis 5 H. Durch