1885 / 49 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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A 770%! atis,

meine Herren, den Beweis und bin dankbar, wenn Sie ihn erbringen. Geben Sie mir das Material, aber verlangen Sie nit, daß ich so lange mit der Lupe inquiriren foll, bis Sie endli glauben, irgend eine andhabe zu finden, um Beschuldigungen gegen die Universitäten zu erheben, wie es geschehen ift. Ich fürchte mich absolut nicht vor der Wahrheit, aber ih weiß nicht, wie ich den Beweis erbringen soll. Sie haben mir entgegengebalten, ich wolle andere ärztlihe Autoritäten nit berüc- sichtigen. Nennen Sie diesellen doch! Wollen Sie wirkli diejenigen Herren, die in der Schrift des Professors Heidenhain erwähnt worden sind, als ärztlihe Autoritäten bezeihnen? Die Herren erheben ihre Stimmen ungefragt. J bin sehr bereit, wie es bei der Debatte von 1883 geschehen ift, über meine Maßnahmen die Kritik der Herren zu erfahren; aber leiht wird es mir nit, die Herren zu bitten, daß fie mit mir unmittelbar in Correspondenz eintreten.

Ich glaube, wenn die Herren fi erinnern, was vor Jahren hier verhandelt ift, werden Sie anerkennen müssen, daß meine Verfü- gung rom 2. Februar im Wesentlichen das enthält, was vor einigen Jahren als zu erstrebendes Ziel hingeftellt worden war. Sie ift be«. stimmter und konkreter noch als die bayerishe Verordnung von 1880, welwe mir als Muster hingestellt wurde. Jch habe früher immer erklärt: ich will die Verordnung noch nit erlassen, weil ich überzeugt bin, daß die Grundsäße, welche jene bayerische Verordnung aus\priht, von unseren Fakultäten, deren Verhä:tnifse mir Gott sei Dank einigermaßen bekannt sind, {on befolgt werden. Die Agitation dec Thiershußvereine ging auch nicht weiter als auf den Erlaß einer gleiben Verordnung, wie sie in Bayern ergangen war. Mein Eclaß entspricht auch fast wörtlih den Beschlüssen des rheinish-weftfälist en Thiershutzvereins von 1878. Wenn gesagt ist, die preußische und die boverisbe Verordnung hätten große Maschen, so fann i den hierin liegenden Gedanken nicht völlig abweisen. Aber nehmen Sie denn an, daß die Institutsvorsteher der preußischen Staatêuniversitäten fo wenig gewissenhaft find, daß sie meine Ver- ordnungen zu üÜbertreicn entschlossen wären? Weisen Sie nab, daß überhaupt auf diesem Gebiete Mängel vor- liegen, wie Sie glauben, daß sie vorliegen könn- ten Ib mêchte aber auch noch darauf hinweisen, daß die Agitation auf dem Gebiete der Thiershutzvereine von Gotha her stetig im Abnehmen begriffen ifi. Wenn Sie die Beschlüsse von

Wiesbaden oder noch aus dem letzten September die Beschlüsse von

Dresden kennen, so werden Sie gefunden haben, daß die Vereine im Grunde, mit wvershwindender Ausnahme von einigen spezifishen Antivivisektionsvereinen, vollkommen beruhigt find fowohl in Bezug auf die bayerishe wie auf die preu- fisbe Regierung. Ich habe gern Veranlassung genommen, diesen Vereinen meine Maßnahmen und Materialien mitzutheilen und werde dankbar sein, wenn dieselben von ihrem Standpunkte aus meine Maß- rahmen und Materialien prüfen.

Als dcr Mangel der Berliner Auskunft in Bezug auf die Privatvivisektion hier vorgebraht wurde, fiel mir das Beispiel des Kaiserlihe Gesundheitsamtes wieder ein. Hat denn, soweit meine Kenntniß reiht und ih lese doch viele Zeitschriften und Zei- tungen irgend ein Mensch Anstoß genommen, daß bei der Choleraforschung Thierversuhe angestellt sind? Das is mir immer ungemein fignifiklant und überzeugend gewesen. Es ist stets, so lange die Frage der ansteckenden Krank- heiten zum Gegenstand von Untersuchungen des Kaiserliche Gesundheits- amtcs gemacht ist und namentlich seitdem die Cholera auf die Tages- ordnung kam, nöthig gewesen, den Kontrolversuch auf dem Gebiete des Thierversuches zu machen, wcil jede andere Forschungsmethode nicht die Sicherheit darbietet, die erforderlich ist, wenn die gefundenen Forscbungéresultate dazu dienen sollen, eine neue Prophyloxis und Therapte einzuführen. J erinnere daran, meine Herren, daß als unsere Cholerakommission rach Afrika und Asien ging, in den p pee Berichten die Zahl der Thiere genau angegeben war, die sie mit- nahmen, daß in Alexandria, in Kalkutta die Versuche fortgeseßt wur- den. Es war leider unmöglich, hierturch den unbedingt sicheren Be- weis zu erbringen, daß die Diagnose, die Professor Koh in Bezug auf den Bacillus aufgestellt hat, die richtige sein müsse. Als von unsern wissenschaftlihen Autoritäten die Forshungsresultate geprüft wurden, ging einstimmig das Urtheil dahin: der Mangel eines Thier- versuches ist zwar kein Beweis gegen die Richtigkeit, aber es fehlt ein sehr wichtiger Beweis für die Richtigkeit. Wenn dieser Beweis erbracht werden könnte, wäre die Diagnose als so sicher hinzustellen, wis es überhaupt bei mens{liden Aussprühen auf medizinischem Gebiet der Fall sein kann. Dur die medizinishe Welt, und ih glaube aub durch einen grofen Theil der Laienwelt, gina ein Zug der Besfricdigung, als endlich der Beweis erbracht wurde durch Thierversuche, welhe von anderer Seite angestellt worden waren. Als in der lehten Zeit eine erhebliche Zahl von Warm- blütern diesen neuen Forschung8aufgaben und Zwecken ge» opfert worden find, habe ich nicht gefunden, daß das Land darüber beunruhigt gewesen wäre, und zwar weshalb? ich habe mir die Frage so beantwortet: weil das Publikum in der allergrößten Ausdehnung ein volles Verständniß dafür hat, daß gewisse große wissenschaftlide Aufgaben nur mit dieser Kontrolmaßregel gelöst werden Éönnen.

Meine Herren! Das führt mih zu der Heidenhainschen Broschüre. Jh will mit dem Bekenntniß nit zurüdhalten, daß ih fie absolut aicht als Parteischuift anerkenne, sondern als einen ernsten und hochbeacbtenswerthen Versuch, in möglist objektiver Weise dem Laien, welcher sih belehren lassen will, die Kenntniß von den Methoden und Aufgaben des Thierversuhs zu verschaffen.

In diesem Material, welhes Hr. Heidenhain vorführt, ist eine ganze Masse von Aufgaben enthalten, die auch dem acwöhnlichsten Laien zur Erkenntniß kommen, z. B. eine Trichinen- Untersuchung

und die Prüfung von Betäubungsmitteln. Wie woklen Sie Chloral, Salycil und Aehnliches einführen in die Therapie des Menschen, wenn nit Warmblütern gegenüber diese Mittel geprüft worden find ? Und selbft die Hauptautorität der Antivivisektionisten auf ärztlihem Ge- biet erkennt ja ausdrücklich an, daß der Bakteriologe und der Pharmakologe den Thierversuh absolut nicht entbehren kann. Meine Herren, wenn das nit einmal unter uns feststeht, daß die Grkenntniß, in wel{her Weise wir mit Hülfe der genannten und ähnlicher Betäubungsmittel oder dur andere Mittel die menshlideu Leiden lindern können, gesubt und gewonnen werden dürfe in der seit langer Zeit klar er- kannten Weise, dann, glaube ich, spielen wir mit einer sehr ernsten Gefahr für uns selb und unsere Mitmenschen.

Aber wir nehmen die Vortheile aller dieser Mittel dankbar und obne Kritik in Gebrau, ohne uns dabei zu erinnern, daß einige hundert Warmblüter der Erforschung dieser großen Erleichterungs- und Heilmittel der leidenden Menschheit geopfert worden sind. Jch bin gern bereit, Belehrung auf diesem Gebiet anzunehmen, aber ic vertheidinee den Standpunkt, daß es nicht angängig ist die wissenshaftlibe Forshurg auf diesem Gebiet generell in den Anklagezustand zu versetzen. ringen Sie einen bestimmten Anhalt für Ihre Vorwürfe, ih werde dann sehr gern in eine weitere Prüfung eintreten.

Ich wende mich nun zu zwei Punkten, welche der Hr. Abg. Reichensperger berührt hat. Ueber meine Stellung zu seinen Wünsen in Betreff der Studirenden der Rehtswissenschaft habe ich mich im Jahre 1882 ausführlih geäußert. Wenn der geehrte Herr Vorredner die Güte hat, meine Bemerkungen naczulesen, wird er finden, daß wir uns in vielen Punkten sehr wohl verständigen können. Aber eins möchte ih doch sagen oder wiederholen: Auch der Jurist, meine Herren, ift nicht ganz so \chlecht wie scin Ruf, und er is namentlich in den großen Städten nit fo \{lecht als die Herren Glauben machen wollen. Wenn man überhaupt genau abwägt: wo ift der Jurist fleißiger, auf den großen Universitäten oder auf den kleinen, so wird das Urtheil zu Gunsten der ersteren fallen. Meine Herren! Wenn Sie die juristishen Professoren an der hiesigen Universität frageu na der Theilnahme der Studirenden an den Kollegien und an den Uebunaen, werden Sie rect erfreulihe Mittheilungen erhalten.

Mit dem Herra Vorredner stimme id auc überein in der An- erkennung des Bedürfnisscs, daß sämmtliche Juristen allge- mein bildende Kollegien hören. Jh weiß nit, ob er seinen Wunsch auf die alten klassisben Studien beschränken will. Die all- gemein bildenden Kollegien hängen in ihrer Frequenz wesentlich von der Persönlichkeit der Professoren ab. Ist namentlich auf kleineren Universitäten ein glänzender Lehrer der neueren Geschichte oder ein glänzender Staatsrechtslehrer, so füllen sich seine Kollegien viel leiter, als bei anderen Fakultäten. Jch glaube, daß nach der Richtung hin der Hr. Abg. Reichensperger, wenn er eingehende Natbforschungen anstellt, namentlih hier in Berlin die freudige Antwort erhalten roird, daß die Juristen über ihr Brodstudium hinaus in neuerer Zeit auch andere allgemein bildende Kollegia hören.

Für die Berührung eines Spezialpunktes bin ich dem Herrn Vorredner dankbar, ih meine die Anerkennung, welhe er der Greifswalder Juristenfakultät dafür ausspricht, daß die Lehrer in der freien Form der Konservatorien die jungen Leute, welhe Lust haben, sich zu bilden, hineingezogen haben in den Kreis der vorgeschritteneren Studirenden und der Univer- fitätslehrer. Es ist dur planmäßige Handhabung solcher Konser- vatorien überhaupt möglich, eine tüchtige Selbständigkeit der jungen Leute zu erzielen und die sogenannten Einpaukereien zu vermeiden, die ih von meinem Standpunkte, wie ich wiederholt erklärt habe, für ein Unalück halte im Interesse der jungen Leute, welche ih diesen Gin- paukereien unterwerfen. Jch glaube, daß nur durch ein selbständiges Arbeiten es mögli ist, diejenige juristishe Grundlage zu gewinnen, die nothwendig is. Wenn die Profcfsoren, wie es zu meiner großen Anerkennung geschehen ift, den jungen Leuten die Hand reichen und ihnen Klarheit darüber verschassen, so ist das ein sehr wichtiges prak- tisches Vorgehen.

Ich komme zum leßten Punkte, ih will Sie nicht lange auf- halten, ih glaube, ih kann darauf verzihten, auf Einzelheiten ein- zugehen, das ift die Frage der Duelle. Jch habe, anknüpfend an die Erfahrungen, die ih früher gemacht, und angesihts von sehr \{merzlihen Ereignissen, welhe sich an der hiesigen Hocbschule in leßter Zeit abgefpielt haben, eine Umfrage an sämmtliche Universitäten gehalten, wie die Duelle und Mensuren #|ch entwickelt haben, Nah dem Urtheile des Reichsgerihts und nach dem Urtheile des Hrn. Abg. Reichensperger besteht zwischen Duellen und Mensuren ein Unterschied nicht. Indessen wird wohl in der Erwägung, daß Duelle im eigentlihen Sinne mit absolut tödtliben Waffen ausgefodbten werden, während bekanntlih die Mensuren bei den Bandagen, welche die Studirenden anzulegen pflegen, nur in ganz exceptionellen Fällen tödtlihe Folgen haben, es für wenn ih so sagen darf den Privatgebrauch zulässig feien, eine Scheidung eintreten zu lassen. Es wird dem Herrn Vorredner gewiß Befriedigung gewähren, wenn ih ihm sage, daß nach beiden Richtungen hin, sowohl bi den Duellen wie bci den Mensuren in den leßten Jahren eine erhebliße Abnahme zu konftatiren gewesen is. Jh kanu einheitlite Zablen deshalb nicht nennen, weil ich für die zu machenden Angaben ganz bestimmte Zeit- räume nicht vorgeschrieben hatte und daher die Angaben der Untver- sitätsbehörden zwischen 3 und 20 Jahren schwanken; aber wenn man seinen Blick darüber s{chweifen läßt, so kann man doch mit einer ge- wissen Dankbarkeit anerkennen, daß namentlich nach der Rich- tung der ernsten Duelle ein großer Rückgang einge- treten if. Meine Herren, wenn man unsere frühere Zeit si ver- gegenwärtigt, wenn man betenkt, wie zahliose Opfer der Duelle auf

Stichwaffen unsere Universitäten belasteten, so kann man nur in d Ruf einftimmen, es wäre s{recklich, wenn es jeßt noch fo wäre, n

„I nehme an, daß das hohe Haus nit geneiat ift, di.se Spe, zialität noch weiter zu verfolgen. Jch will deshalb nur bem daß na den übereinstimmenden Berichten sämmtlicher Universitäts, behörden eine Reihe von fkonkurrirenden Momenten bin gekommen ift und darauf habe ich wiederholt fei wiesen um die Mensuren und die Duellwuth zu S mindern. Einmal natürlich die Judikatur des Reichsgerithtz die id ja, wie ich {on wiederholt erwähnt habe, den Universitäts; behörden zur Nachachtuyg mitgetheilt habe; dann aber auch, worauf ih ganz besonderen Werth lege, die Bestrebungen, die sid innerbalb der Studentenschaft selbst geltend maden Ich habe immer betont, daß man auf diesem Gebiet des Studenten, thums mit dem Reglementiren vorsitig sein muß, weil man häufig das umgaekehrte von dem erreicht, was man erreihen wis. aber diejenigen Bestrebungen, di- \sich unter den Studenten selbs bilden, und die man nit hineintragen kann, muß man dauernd unterstüßen. So haben wir, wie Hr. Reichensperger rihtig bemerkte, eine lebhafte Rcformbewegung unter den Studenten, namentlich nah der Richtung der absoluten Ver- weigerung der Duelle. Wir haben ferner die angenehme Thatsache schon heute zu konstatiren, daß die verschiedenen Korporg- tionen gegen einander coulanter geworden sind. Bekanntlich ist der Spalt ¿wis{hen Corps und Burschenshaften ein alter, aber heute vermeidet man es, wie mir gesagt wird, und es \{eint auf allen Universitäten der Fall zu sein, prinzipielle Streitigkeiten hervorzu- rufen. Man bemüht si, si auc da mit einander zu vertragen oder wenn man sih auch s{eidet, an einander ruhig vorüberzugehen. Dann ift überall in einem großen Theil der Berichte die Einrichtung der Ehrenräthe hervorgehoben worden. Sie haben bekanntlich die sogenannten Seniorenkonvente und zum Theil Burschen\chafter- konvente, und in allen Fällen, wo ein Ghrenrath ernannt is ist verschieden an den Universitäten —, if das Urtheil darin ein- stimmig, daß der Ehrenrath die Zahl der {{weren Duelle auf das allergeringste Maß zurückzuführen versuht hat, und daß es ihm auch gelungen is. Ferner is auch anzuerkennen, daß mit Hülfe neugebildeter Aus \chÜüsse ein Organ geschaffen ift, welches sich verscbiedentlich in Beziehungen mit dem Rektor sett, namentli darin, daß kommende |chwere Duelle rechkzeitig dem Rektor bekannt werden. Wo diese Verhältnisse obwalten, ist es durch ein zwet mäßiges Verfahren des Rektors bisher fast immer gelungen, bestehende Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen. Es hat mir namentli ein Rektor nit der hiesige, den ih aber auch dabei im Auge habe gesagt, daß er wiederholt die {chwersten Forderungen ausgeglien kat, und niemals habe ein Student sein Wort gebrochen, nacdem er das Wort dem Rektor in die Hand gelobt hätte.

Ich will aber nicht vershweigen, meine Herren, daß warnende |

Stimmen Seitens einer Reihe von Universitätsbehörden laut geworden find, in der Ansehung der S{hlägermensuren nicht zu rigoros zu sein. An einer Universität, wo früher die Schlägermensuren nit üblih waren, wird cine erhcblihe Abnahme derjenigen \{merziichen Rencontres und Prügeleien konstatirt, die wiederholt früher ftatt- gefunden haben. Es ist auch Einzelnen niht ganz klar, ob das steigende Maß von Jnjurienklagen unter Studenten in der That als ein gutes Zeichen anzusehen i. Jh will damit nur andeuten, daß auch Universitätsbehörden mit großer Vorsicbt dieser Sache gegenüberstehen, i konfstatire aber ausdrüdlich nochmals, daß, abgesehen von der einen Universität, wo die Schläger- mensuren erft in den leßten Jahren Eingang gefunden haben, wenn auch in überaus bescheidenem Maße überall ein Rütgang nachzuweisen ist.

Jch werde mich sehr freuen, wenn aub meine Bemühungen nah der Richtung mehr und mehr Eingang finden, daß unsere jungen Studenten vermehrte Gelegenheit erhalten, ihre körperlichen Kräfte auszubilden, sei es in Turnvereinen, sei es in Nud er- oder Scchwimmvereinen.

Ic halte es für ribtig, daß ein junger Mensch in der Zeit der Entwicklung seiner köryerlichen Kräfte dieselben auch ausüben will. Es kommt meines Erachtens, da dieses Streben besteht, darauf an, ihm cine Form zu gewähren und den Weg zu ebnen, auf welchem die jungen Leute zu einer angemessenen Bethätigung ihrer Förperlichen Kräfte gelangen können. Jch würde den Herren dankbar sein, wenn Sie metne Bestrebungen bei den leider schr geringen Mitteln, die ih zu dem Zwecke flüssig machen kann, au als Privatleute unter- stüßten, und den akademisben Turnvereinen, Schwimmvereinen, Ruder- vereinen, Sclittshuhvereinen ihc Wohlwollen zuwenden würden.

Der Tit. 1 wurde bewilligt. Ein Antrag auf Vertagung

wurde abgelehnt.

Jn Tit. 2 (Universität Berlin) wurden u. A. für ein Extraordinariat für Dermatologie 3900 gefordert, welche der Abg. Dr. Stern zu streihen beantragte.

Der Referent Abg. Dr. Enneccerus befürwortete unter Dar- legung der in der Kommission stattgehabten Verhandlungen die unveränderte Annahme der Forderung. Die Nothwendig- keit der Professur sei von der Regierung in der Kommission nachgewiesen worden; die Frage, ob die für die Stelle in Aussicht genommene Person geeignet sei, zu entscheiden, habe die Kommission, da sie niht sachverständig sei, abgelehnt.

Gegen die Stimmen der Konservativen, weniger Mitglie- der des Centrums und der nationalliberalen Abgg. Gneist, Francke, Rademacher und Knebel wurde hierauf die weitere Verhandlung um 4 Uhr auf Donnerstag 11 Uhr vertagt.

A

M 5 Inserate für den Deutschen Reichs- und Königl. Preuß. Staats-Anzeiger und das Central-Handels-

5. Industrielle Etablisgements, Fabriken und

Oeffentlicher Anzeige.

„JZuvalidendank“, Rudolf Mosse, Haasenstein

register nimmt an: die Königliche Expedition des Dentschen Reihs-Anzeigers und Königlich

Prenßischen Staats-Anzeigers : L Berlin 8W,, Wilhelm-Straße Nr. 32,

1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen.

2. Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen u, dergl,

3, Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen ete.

4. Verloosung, Amortisation, Zinszahlung

Verkäufe, Verpachtungen, Y Submissionen 1e. [697201 Oeffentlicher Holzverkauf inder Oberförsterei Veckerhagen, Neg.-Bez. Gaffel, Kreis Hofgeismar, Dienstag, den 10, März cr., von Vormittags 10 Uhr ab, in der Gastwirth- schaft der Wittwe Albreht zu Veckerhagen : 57 Fichten-Bauholz-Abschnitte 5, K[., O Stangen 1. K[., 3860 S 4070 Di 1800 2090 00 é 2 rm Fichten-Stammfknüppel, 100 « Stammreis 2. Kl.

Das Holz lagert auf der Höhe des Reinhards- waldes, in den Forstorten Mondborn und Wolfs- busch, gut zur Abfuhr sowohl nah der Weser bezw. Hann.-Münden (1 bezw. 3 Stunden Entfernung), als nach Cassel u. Grebenstein, und wird von den Königlichen Förstern Gronemann zu Vaake und Sptes zu Forsthaus Hemelberg bei Vekerhagen auf deshalbiges Ansuchen vorgezeigt.

Der Oberförster, C. Israel.

u, 8. w. von öffentlichen Papieren.

Eisenbahn- Direktions Bezirk Erfurt. Nenbau Eichicht-Probstzella Bayrische Grenze. Zur Verdingung von 78,6 Mille Verblendziegel zum Bau des Emwpfangsgebäudes auf Bahnhof Probstzella ist Termin zur Submission auf Mittwoch, den 11. März 1885, : Nachmittags 4 Uhr, im Bureau des Unterzeichneten angeseßt. Die Bedingungen und Formulare für die Submission find von da gegen Einsendung von 70 Pfennig zu bezichen und die Offerten vor der Terminsstunde bedingungs8gemäß dort einzureicen, Eichicht, den 24. **ebruar 1885. Der Königliche Eisenbahn-Baun- und Betriebs-Juspektor : y Kuhlmann.

[69729] Bekanntmachung.

Die Lieferung des Bedarfes hiesiger Anstalt an Schmiermaterialien für das Etatsjahr 1885/86

La. 4a kg Schmieröl und 400 kg Maschinen- aig

(N Ne Wege der \{riftlihen Submission vergeben werden.

Die Eröffnung der eingehenden Offerten erfolgt

Grosshandel. 6. Verschiedene Bekanntmachungen. 7. Literarische Anzeigen. 8. Theater-Anzeigen.

& BVogler, G. L. Daube & Co., Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren

E. Schiotte,

Annoncen - Bureaux.

| In der Börsen-

9, Familien-Nachrichten, beilage. M

in dem auf Donnerstag, den 5, März 1885,

Mittags 12 Uhr, im hiesigen Verwaltungsgebäude anberaumten Termine in Gegenwart der etwa erschienenen Submittenten.

Bis zu genaantem Termine können die Lieferungs- Ana beim Portier hierselbst eingesehen werden.

Strafgefänguiß bei Berlin (Plözensee), den 21. Februar 1885.

Die Königliche Direktion.

[69730] Steinkohlentheer.

Die im Etatsjahre 1885/86 von der Produktion hiesiger Gasanstalt disponibel verbleibenden Bestände an Steinkohlentheer (vorausfihtlih ca. 50 000 kg) sollen im Wege der schriftlichen Submission an den Meistbietendea obgegeben werden.

Die Abgabe-Bedingungen liegen hierselbst beim Portier zur Einsicht aus.

Angebote werden bis zum 5, März cr., Mittags 12 Uhr, entgegengenommen.

Strafgefängniß bei Berlin, den 21. Februar

1885. Die Königliche Direktiou.

[69734] Eisenbahn-Direktionsbezirk Elberfeld.

Die Ausführung der Erdarbeiten und Brücken- bauten zur Herstellung der 4,5 km langen Anfangs- strede Altenhundem—Karlshütte der Nebenbahn Altenhundem—Schmallenberg die Bewegung von rot. 36 000 cbm Boden und die Ausführung von rot. 1200 cbm Mauerwerk umfassend soll unge- theilt, im Wege des Verdings, vergeben werden.

Zeichnungen, Berechnungen und Bedingnißhest liegen in unserm ‘hiesigen Central-Verwaltungs- Gebäude, Zimmer Nr. 76, zur Einsichtnahme aus.

Abdrücke des Letteren sind gegen Einzahlung von 2 #4 von dem Borsteher unserer Central- Kanzlei, Eifenbahn-Sekretär Pely hierselbst, zu beziehen.

Angebote sind versiegelt unter der Aufscrift: „Abtheilung 111. N. Angebot auf Ausführung von Grdarbeiten und Brückenbauten zur Herstellung der Nebenbahn Altenhundem—Schmallenberg“ bis zum 10. März 1885, an welchem Tage, Vormittags 11 Uhr, die Eröffnung derselben erfolgen wird, post- frei bei uns einzureihen. Die Auswahl unter den 3 Mindestfordernden bleibt vorbehalten.

Elberfeld, den 20. Februar 1885.

Königliche Eisenbahu- Direktion.

zum Deutschen

AZ 49.

Zweite Beilage

Reichs- Auzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Donuerftag, den 26. Februar

1885.

M L Juserate für den Deutschen Reichs- und Königl. | Preuß. Staats-Anzeiger und das Central-Handels- register nimmt an: die Königliche Expedition | 1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen.

des Deutschen Reichs-Anzeigers und Königlich Preußischen Staats-Anzeigers: Berlin 8W., Wilhelm-Straße Nr. 32.

2. Subhastationen, Anfgebote, Vorladungen u. dergl,

3. Verkänfe, Verpachtungen, Submissionen ete.

4. Verloosung, Amortisation , Zinszahlung

Steekbriefe und Untersuchungs - Sachen.

[69992] Jm Namen des Königs!

In der Strafsabe gegen den Redakteur Julius August Koch _ zu Friedrihsberg wegen Beleidigung hat die T. Strafkammer des Königlichen Land- gerichts IT. zu Berlin in der Sitzung vom 13. Jas nuar 1885, an welcher Theil genommen haben:

1) Meißner, Landgerichts-Direktor, D N Deraos, | Landgerichtsräthe, 4) Dr. Li8co, Landrichter, 5) Dr, Ziehe, Gerichts-Affessor,

als Richter, Baedeker, Gerichts-Asfefsor,

als Beamter der Staatsanwalts\{aft, LWenzig, Referendar,

als Gerichts\hreiber,

für Ret erkannt: daß der Angeklagte, Redakteur Julius August Koch zu Friedrichéberg, geboren zu Berlin am 21. Juni 1834, evangelischer Konfession, bereits bestraft, der Beleidigung durch die Presse \{chuldig und deshalb mit einer Geldstrafe von 300 X dreihundert Mark —, im Unvermögensfalle mit 30 dreißig Tagen Gefängniß zu be- strafen; daß dem Reichskanzler Fürsten von BismardL die Befugniß zuzusprehen, den Ein- gang und den entscheidenden Theil dieses Ur- theils auf Kosten des Angeklagten in der „Ge- sundbrunner Zeitung“ und zwar im Haupttheile derselben und im „Deutshen Reichs- und Preußischen Staats-Anzeiger“ binnen 4 Wochen nach der Rechtskraft einmal bekannt zu machen ; daß aub der Angeklagte gehalten, die Kosten des Verfahrens zu tragen. Von Rechts Wegen.

[69664] Stebrief.

Gegen den unten beschriebenen Tapezier Otto Holzinger, geboren am 17, August 1865 zu Berlin und daselbst Königgräterstraße Nr. 58 zuleßt wohn- haft gewesen, welwer sich verborgen hält, ift die Untersuchungshaft in den Akten J. II, c. 129, 85 wegen \chweren Diebstahls verhängt.

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Untersuungs-Gefängniß zu Berlin, Alt-Moabit Nr. 11/12, abzuliefern.

Berlin, den 23. Februar 1885.

Königliche Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht T.

Beschreibung: Alter 19 Jahre, Größe 1,75 m, Statur \ch{lank, Haare dunkelbraun, Stirn frei, Augenbrauen dunkel, Augen braun, Nase dick und breit, Mund gewöhnlich, Zähne fehlerhaft, Kinn oval, Gesicht länglih, Gesichtsfarbe blaß, Sprache deutsch. Besondere Kennzeichen: an der reten Seite der Stirn eine Narbe, Sommersprofsen über der Nafe.

[69886] Steckbrief.

Gegen die unten beschriebene Wittwe Martha Jen- John, geb. Gaschi, am 22. Januar 1848 in Berlin ge- boren, welche si verborgen hält, ift die Untersuchungs- haft wegen Betruges bezw. Unterschlagung in actis J. IIC. 478/84 verhängt. :

Es wird ersucht, dieselbe zu verhaften und in das Untersuchungs - Gefängniß zu Berlin , Alt- Meoabit 11/12, abzuliefern.

Berlin, den 23. Februar 1885. i

Königliche Staatsanwaltschaft am Landgericht I.

Beschreibung: Alter 37 Jahre, Größe 1,68 w, Statur \ch{lank, Haare dunkel, gekräuselt, Stirn ho, Augenbrauen dunkel, Augen dunkel, Nase ge- wöhnlich, Mund gewöhnli, Zähne vorn künstliche Zähne, Kinn spi8, Gesicht länglich, Gesichtsfarbe gesund, Sprache deutsch.

69662] Stefbrief. :

Gegen den unten beschriebenen Jockai Wenzel Srba, zuleßt in Potsdam wohnhaft, geboren zu Littow, Kreis Melnick in Oesterrei, am 25. Juli 1864, fatholishen Glaubens, welcher flüchtig ift, ist die Untersuchungsbhaft wegen Uebertretung _bezw. Vergehens gegen §8. 223, 223a, 3608, 74, 77, 47, Reichsstrafgeseßbuchs in der Strafsache wider Dorn und Gen. J. 1870 84 verhängt. ö

Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Gerichts-Gefängniß zu Potsdam, Lindenstraße 54, abzuliefern. /

Potsdam, den 18. Februar 1885.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Beschreibung: Alter 20 Jahre, Größe ca. 1 m 68 ecm, Statur unterseßt, Haare dunkel, Stirn breit, ho, bartlos, Augen grau, Nase breit, etwas ein- gedrückt, Mund breit mit aufgeworfenen Lippen.

[69891] Stectbrief. L

Der in dem nachstehenden Signalement näher be- zeichnete Kürassier Kilian der unterhabenden 4. Es- kadron hat sich am 22. d. Mts., Abends heimlich entfernt und liegt gegen denselben der dringende Verdacht der Fahnenfluht vor. l

Alle resp. Militär- und Civilbehörden werden demnach dienstergebenst ersucht den Genannten im Betretungsfalle anhalten, an die nächste Militär- Behörde abliefern und hierher Nachricht geben zu wollen. i ; i

ngnalement : G

Vor- und Zunamen Christoph Adam Kilian, Alter geboren den 27. Mai 1862, Geburtsort Winkel, Kreis Rheingau, Aufenthaltsort vor dem Diensteintritt Ketzin, Kreis Westhavelland, Stand

[69667]

und Wohnort des Vaters Fuhrmann Kilian in Winkel, Größe 1,67 m, Religion: katholisch, Pro-

a 1 s. w. von öffentlichen Papieren.

fession Knecht auch Brauer, Dienstzeit seit 7. No- |

vember 1883, Statur kräftig, Kinn rund, Nase ge- wöhnlich, Mund breit, Haar blond, Bart im Ent- stehen. Besondere Kennzeichen keine. Befkleidet ist derselbe vermuthliÞch mit weißem Koller, langer Militärhose, kurzen Stiefeln.

Brandenburg a. H.,, den 25. Februar 1885. Brandenburgisches Kürassier-Regiment. (Kaiser Nicolaus T. von Rußland) Nr. 6.

[69731] Stebrief.

Der am 13. November 1864 zu Oberbruck, Kreis Maasmünsfter i. E,, geborene Jäger Albert Josef Maria Schmidt, der 2. Compagnie Rheinischen Jäger-Bataillons Nr. 8, hat am 21. Februar cr., Nachmittags gegen 2 Uhr, die Kaserne verlassen und ift bis jeßt noch nit wieder in dieselbe zurückge- kehrt. Es liegt somit der Verdaht der Fahnen- fluht nahe.

Alle Militär- resp. Civilbehörden werden daber ergebenst ersucht, auf den 2c. Schmidt vigiliren, ihn im Betretungsfalle arretiren und zum Weitertrans- port na hier an die nächste Militärc ehörde ablie- fern zu wollen.

_Sigualement: Größe 1,664 m, Gestalt mittel, Kinn, Nase, Mund gewöhnlich, Haar blond, Bart und besondere Kennzeichen keine.

Derselbe war bekleidet mit der Tuchhose 4. Gar- nitur, Waffenrock, Feldmüße und Halsbinde 5. Garnitur.

Zabern, den 23, Februar 1885,

Königliches Kommando des Rheinischen Jäger-

Bataillons Nr. 8.

[69884] Steckbriefs-Erledigung. Der gegen den Arbeiter Ferdinand Smolka / / 84. G. 85. 85 wegen Diebstahls in den Akten 7 77 y 898 84

unter dem 26. Januar 1885 erlassene Steckbrief wird zurückgenommen. Berlin, den 23. Februar 1885. Königliches Landgericht I. Der Untersuchungsrichter.

[69666] Steckbriefs-Erledigung. Der hinter den Arbeiter Karl Otto Oscar Oberstädt wegen Unterschlagung in? den Akten

84 G, 103, 85 20. Januar d erlassene T 796 54 unter dem 20. Ja ZI ff Steckbrief wird hierdurch zurückgenommen. Berlin, der 21, Februar 1885. Königliches Amtsgericht T. Abtheilung 84.

[69885] Steckbricss- Erledigung.

Der gegen den Arbeiter Wilhelm Schwaetke wegen {weren Diebstahls in den Akten V. R. TI. 27 a, 1885 unter dem 12. Januar 1885 erlassene Stecbrief wird zurückgenommen.

Berlin, den 21. Februar 1885,

Königliches Landgericht T. Der Üntersuchungsrichter : O,

[69887] Steckbriefs-Erledigung.

Der in den Strafakten J, II. E. 682: 84 gegen den Arbeiter Eduard Emil Ludwig Kröhn, wegen Diebstahls unterm 18. September 1884 erlassene Steckbrief wird zurückgenommen.

Berlin, den 24. Februar 1885.

Königl. Staatsanwaltschaft beim Landgericht I.

[69888] Stecfbriefs-Erneuerung.

Der gegen den Buchbindergehilfen Carl Kluge, am 16. Juli 1861 zu Gleiwiß geboren, wegen wiederholter Unters{lagung in den Akten J. I1L. d, 829 81 rep. unter dem 13, September 1881 er- lassene und unter dem 29. Dezember 1882 erneuerte Steckbrief wird erneuert.

Berlin, den 18. Februar 1885.

Staatsanwaltschaft bei dem Königlichen Landgericht L.

[69890] Steckbriefs-Erledigung. Der wegen wiederholten Betruges resp. Unter- \chlagung gegen L 1) den stud. resp, Dr. Dito Mente, am 29./ 27. August 1851 zu Brandenburg a. H. geboren, 2) den Schuhmacher August Kohlmann, am 27. August 1859 zu Pagosch bei Neustadt in O.-Scl. geboren, in den Akten J. TI. C. 1396. 79, rep. unter dem 31. Mai 1879 erlassene und unter dem 17. Februar 1883 erneuerte Steck@brief wird zurückgenommen. Berlin, den 29, Februar 1885, Staatsanwaltschaft beim Königlichen Landgericht I.

69889] l Der hinter den Schmiedegesellen August Wil- helm Rosenkranz aus Pollniß, Kreis S{lochau, unter dem 14. Dezember 1883 erlassene Steckbrief ist erledigt. Eberswalde, den 23. Februar 1885, Königliches Amtsgericht.

Oeffentliche Ladung.

Nachstehende Personen : E

1) Arbeiter Ferdinand Heinri Springborn, 2) Student Karl Friedrih Hoffmaun,

3) Kaufmann Karl Arnold Willy Schmidt,

4) Privatjäger Paul Eugen Liske,

5) Cigarrenmacher Franz Robert Ernst Ha-

Oeffentlicher Anzeiger. 7.

„JZuvalidendank“, Rudolf Mosse, Haasenstein & Bogler, G. L. Daube & Co., E. Schlotte, Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren

beker,

5, Industrielle Etablissements, Fabriken und Grosshandel.

. Verschiedene Bekanntmachungen.

. Literarische Anzeigen.

. Theater-Anzeigen.

M serate nehmen an: die Annoncen-Expeditionen des

Annoncen - Bureaur.

| o D

| In der Börsen- . Familien-Nachrichten. beilage. Schneider Karl Hermann Spranger, Commis Oskar August Hugo Peters, Commis Julius Katz, ¿ Missionét-Eleve Friedrih Wilhelm Richard Krause, Arbeiter Heinrih Sperling, 11) Kaufmany Conrad Richard Franz Mallien, 12) Kaufmann Gustav Goldmann, 13) Knecht Karl Friedrich Heinrih Haube, sämmtlich unbekannten Aufenthalts, deren letzter Wohnfiß oder Aufenthaltsort Berlin gewesen ist, waren beschuldigt, als Wehrpflibtige in der Absiht, sih dem Eintritt in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das Bundesgebiet verlassen oder na erreihtem militärpflihtigen Alter fih außerhalb des Bun- des8gebiets aufgehalten zu haben, strafbar nach §. 140 Abs. 1 Nr. 1 des N nous und Geseß vom 10. März

Dieselben werden auf

den 15. April 1885, Vormittags 9 Uhr, vor die dritte Strafkammer des Königlichen Land- gerihts I. hier, Alt-Moabit 11/12, 1 Treppe, Saal 68 zur Hauptverhandlung geladen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ist zu Gunsten der vorgenannten, dur Urtheil vom 23. April 1884 rechtskräftig verurtheilten Personen das Verfahren durch Beschluß des Königlichen Landgerichts I., Strafkammer II1I, vom 14. Januar 1885 wieder aufgenommen.

Berlin, den 17. Februar 1885.

Königliche Staatsanwaltschaft beim Landgericht I.

[69663]

Veber die Militärverhältnifse resp. den Verbleib des am 2. Januar 1863 hierselb gebornen Gustav Adolf Freedrih, Vater Sergeant Michael Freed- rid, Mutter Marie Krone, ist zu den diesseitigen Listen nicht Genügendes bekannt geworden. Jh er- suche ergebenst um gefällige Ermittelung und Anzeige des Aufenthalts des Freedrich.

Landsberg a. W., den 5. Dezember 1884.

Der Königliche Landrath. S Pet y, Kaälckreuth.

Subhastationen, Aufgebote, Vor- ladungen u. dergi.

[38293] Anfgebot. L

Die Wittwe des Handarbeiters Friedrih Pommer, Henriette, geb. Meyer, und der Maurer August Pommer, Beide von hier, die erstere zugleih als Vormünderin ihrer minorennen Kinder Friedrich und Louise, haben das Aufgebot de3 von der hiesigen städtishen Sparkasse auf den Namen Friedrich Pommer ausgestellten Sparkassenbuhs Nr. 6366, lautend auf noch 105 46 behufs Ausfertigung eines neuen Buches beantragt. Der Inhaber des Spar- fassenbuchs wird aufgefordert, \pätestens in dem auf

den 2. März 1885, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeihneten Gerichte, Zimmer Nr. 9, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu- melden und das Buch vorzulegen, widrigenfalls dasselbe für erloschen erklärt werden wird.

Nordhausen, den 28. Iuli 1884.

Königliches Amtsgericht, III. Abtheilung.

[64836] Aufgebot.

Die verehelihte Brakmann, Doris, geb. Bruns, aus Windhorst hat das Aufgebot des auf den Na- men der Anne Marie Sophie Bruns aus Arpste ausgestellten Sparkassenbuchs Nr. 6354 der Spar- kasse zu Hoya Über cin Guthaben von 855 6. 85 4 einshließlich der bis ultimo Dezember 1884 auf- gelaufenen Zinsen beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf

deu 14. August 1885, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumten Auf- gebotstermin seine Rehte anzumelden und die Ur- kunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklä- rung der Urkunde erfolgen wird.

Hoya, den 23. Januar 1885,

Königliches Amtsgericht. I. Cludius. [68116] Aufgebot.

Nr. 3337. Der Korbwaarenfabrikant A. Thurnauer sen, in Burgkundstadt in Bayern, vertreten dur Bankier Albert Levis dahier, hat das Aufgebot des Bad. 35 Fl.-Looses Serie 6266 Nr. 313292, dessen Besiy und Verlust glaubhaft gemacht wurde, be- antragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefor- dert, spätestens in dem auf

Freitag, den 2. Oktober 1885, Vormittags 10 Uhr, vor dem Gr. Amtsgerichte hierselbst anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklä- rung der Urkunde erfolgen wird.

Karlsruhe, den 12. Februar 1885. l

Gerichts\chreiberei Gr. Amtsgerichts: (L, 5) Braun.

97 de Aufgebot.

Der Schuldshcin des Kreditvereins Langenzenn (eingetragene Genossenschaft) vom 30. Oktober 1879 Nr. 1778 über 1700 A zu 4 9/6 alljährlich verzinslihes Darlehn des Johann Michael Heller, Privatiers und vdrdem Bauers von Dondörflein

storben ist, auf Antrag der Erben deffelben, nämli:

a. seiner Wittwe Kunigunda Heller, geb. Wedel, z. Zt. in Fröschendorf, K. Amtsgerichts Windsheim,

b, seiner Tochter Maria Felizitas Heller, ver- eheliht an den Gutsbefißer Johann Georg Stigler von Fröschendorf,

Beide vertreten durch den von ihnen hiezu bevoll- mächtigten vorgenannten Stizler, der allenfallsige Inhaber der vorbezeihneten Schuldurkunde hiemit aufgefordert, spätestens in dem auf

Montag, den 15. Juni 1885, früh 9 Uhr, vor dem untcrfertigten Gerichte in defsen Sitzungs- zimmer anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte bei dem hiesigen K. Amtsgerichte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls dieselbe für kraftlos erklärt wird.

Cadolzburg, am 20. November 1884.

Königliches Amtsgericht. gez. Poller, K. Ober-Amtsrichter. Zur Beglaubigung: : Gerichtsschreiberei des Königlichen Amtsgerichts : (L. 8.) Reichenbeche r, K. Sekretär.

Aufgebot.

Der nachstehende Wechsel auf Osterode 1. O. per 31. Oktbr. Berlin, den 15. Juli 1884, Volks | Für M 102, 40. S] Am 31. Oktober 1884 zahlen [19707 13 Sie für diesen Prima-Wechsel an die Ordre von uns selbst die Summe von Mark Einhundert zwei auch 40 4 den Werth in uns selbet und argen ihn aut Rech- S b ; „l nung lant Bericht. So bet Herrn Leopold Arys 20] 10327 | in Oeterode/Ospr., No. 1535. Barmen “|’

(Rückseite.)

Baerwald et Kadschun

Müggenburg et Nieland Ordre der Barmer Volksbank

Ludwig Mengel ist verloren gegangen und soll für kraftlos erklärt werden.

Der Inhaber defselben wird daher aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermine den 17, September 1885, Vormittags 10 Uhr, bei dem unterzeichneten Gerichte seine Rechte anzu- melden und den Wechsel vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung desselben erfolgen wird.

Osterode Osftpr., den 8. Januar 1885.

Königliches Amtsgericht. [69801] Aufgebot.

Die Catharine Fricke aus Detmold, jeßt verehe- libte Schneider W. Meyer zu London, hat das Aufgebot einer Urkunde, welhe über ein ihr und ihrer verstorbenen Schwester Caroline Fricke bei der Wiederverheirathung der Wittwe Maurers -Fricke laut stadtgerihtlicer Verhandlung vom 12. Dezem- ber 1862 ausgeseßtes Präcipuum zu 200 Thlr. = 600 M, ausgefertigt und derzeit auf das Wohn- haus B. Nr. 90 hies. 3. Orts eingetragen ist, be- antragt. Der Jnhaber der Urkunde wird auf- gefordert, spätestens in dem auf den 2. September 1885, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeihneten Gerichte anberaumten Auf- gebotstermine seine Rechte anzumelden und die Ur- kunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.

Detmold, den 21. Februar 1885.

Fürstliches Amtsgericht. IT. gez. Heldman. / Zur Beglaubigung: Drüke, Gerichtsschreiber.

[69812]

Der Kaufmann Wilhelm Zeeck in Wolgast, ver- treten durch den Rechtsanwalt Eichstedt daselbst, klagt gegen den Oekonomen August Holt, früher in Wolgast, jeßt unbekannten Aufenthalts, wegen 72 4 17 nebst 6% Zinsen seit dem 1. Januar 1883 für die in der Zeit vom 24, Mai 1882 bis 1. Juni 1882 gelieferten Waaren und ein am 1. Mai 1882 gegebenes baares Darlehn.

Termin zur mündlichen Verhandlung ist auf Dienstag, den 28, April 1885, Vormittags 9 Uhr, vor das Königliche Amtsgericht, Abtheilung I. hier- selbst, Zimmer Nr. 1, parterre, anberaumt, zu wel- chem Kläger den Beklagten ladet und in welchem

er beantragen wird:

1) den Beklagten zur Zahlung von 72 4 17 .„Z nebst 69/9 Zinsen seit dem 1. Januar 1883 an Kläger zu verurtheilen,

2) ers Urtheil für vorläufig vollstreckbar zu er-

ären.

Wolgast, den 21. Februar 1885.

: __Telchmann,

Gerichtsschreiber des Könialichen Amtsgerichts. [69784] Oeffentliche Zustellung.

Die vormalige Ziegeleibesitßerin Johanne Auguste verehel. Mannschaß, geb. Hempel, zu Löbau, ver- treten durch Rechtsanwalt Roißs daselbft, klagt gegen den Zimmermann Karl Rudolf Hanspah von Löbau, jeßt unbekannten Aufenthalts, aus dem Dar-

[64673]

Barmen

Baerwald et Kadschun,

Baerwald et Kadschun

als Gläubigers ist abhanden gekommen und wird, nachdem der vorgenannte Gläubiger inzwischen ge:

lehnóvertrage vom 9. Juli 1884 auf Bezahlung von 75,00 #& rüdständige Zinsen zu fünf Prozent auf