1885 / 68 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Königreid Sacsen bietet. Das sind also nit Vergleiche, die irgend- nd, 5 G

O ire N Herr Wgeordnete darauf Hingewiescn, daß der Anspruch auf eine Rente vom Forstbesitz eigentli ein unberetigter sei, wcnn man die sanitären, ästhetishen und andere allgemeine Inter- essen, die auf die Waldpflege hinweisen, gelten läßt. Jch meine, das ist eine künstlihe Gegensäßlihkeit des Intercfses. Man kann die Pflege des Waldes aus aügemeinen Rücksichten fördern, ohne darum auf gewisse Erträge . verzihten zu müssen. Das find keine widersprechenden Dinge, sondern Dinge, die sih vereinigen lassen müssen, und in jedem Falle liegt es doch einer fiskalishen Verwaltung ob, daß fie auf dem ihr anvertrauten Gute aus einer ausgedehnten Verwaltung das Mögliche herauswirth- \caftet, auch neben den sonstigen Rüsihten, die sür ästhe- tisde, sanitäre und sonstige Interessen genommen werden. Der Begriff des Anspru@s oder des Rechts auf eine bestimmte Rente kann ja in gar keinem anderen Sinne aufgefaßt und verstanden werden als in dem Sinne, daß das hier, was bei forgsamer Ver- waltung möglich ist, au erreiht und herausgewirths{aftet wird; das if einfa ein Gebot der Ordnung und der regelmäßigen Ver- waltung. Wenn wir au uns vollständig bewußt find, daß wir, die preußische Forstverwaltung, in den auêgedehnten Sandfläcben, dic unsere Küsten- und Grenzbezirke bilden, in den großen Flächen, die in früherer Zeit cinmal bewaldet gewesen sind, und wo vielleicht seit Menschenaltern der Wald verschwunden is, wenn wir uns bewußt find, daß tas cine Aufgabe ift, die die Königlihe Staatsverwaltung hat und allein lösen kann, diese Flähen auch mit großen, erheblichen finanziellen Opfern inr. den Staatsbesiß zu bringen und allmählih aufzuforsten, so steht doch dieses Bestreben, was eine Rente erst in fernen Zeiten erwarten läßt, vielleiht kaum je eine soïhe, wenn man Diskonto- und Zinéberechnungen aufmacht, wie sie bei Forstwertherträgen üblich find so ftehen doch diese Bestrebungen nicht in einem Gegensaß dazu, daß man auch sucht, aus ten vorhandenen werthvollen Beständen einen regelmäßigen guten Ertrag herauézuwirthshaften. Ich bin wenigstens nicht der Meinung, daß das in Gegensaß steht zu den höheren idealen Bestrebungen. F glaube, daß ille Erträae aus dem Forst eine siberere Garantie für cine geordnete, dauernde Waldpflege sind, als die bloße ideale Liebe zum Walde. 7

Nun sind ja in den Jhnen vorgelegten Drucksacben, in den Motiven, auch in der Denkschrift, die der Hr. Dber-Forstl- meister Danckelmann in den leßten Tagen a den Reichstag hat zu- gehen lassen, die Umstände genau und zahlenmäßig nagewiesen, an denen cie erstrebte Steigerung unserer Reinerträge krankt. Ich will in dieser Beziehung keine Zahlen wiederholen, denn fie find gestern {on vom Hrn. Baron von Ow und von anderec Seite an- geführt worden. Jch glaube, in Bezug guf die Zahlen dürfen wir uns auf das vortrefflih gesichtete Material in der Danckelmannschen Denkschrift beziehen, ohne sie nochmals hier anzuführen. Aus diesen Zahlen geht aber do das unwiderleglich hervor, daß wir höhere Einnahmen brutto und netto gehabt haben bis zum Jahre 1865, das ist eine unkestreitbare Thatsacve, daß wir uns dann wieder in absteigenden Linien bewegt haben, und daß wir jeßt zwar steigende Bruttoeinnahmen haben, aber immerhin noch ungenügende Nettoeinnahmen, Die Umstände, die dabei in Betraht kommen, sind ja’ auch wiederholt erörtert, ih brauche sie blecs kurz wieder anzudeuten. Die Walderträge sind becinträchtigt, einmal durch die Zunahme der Verwendung der Mine- ralfkohle, deren Verwendung ja in enormer Progression zugenommen hat, durch die Verdrängung des Eichenholzes sür Schiffsbauzwecke, dadur, daß Eisenkonstruktionen auch in Landbauten in echöhtem Maße Verwendung finden, und daß die Betriebskosten gestiegea sind. Das sind alles Momente, die mitsprehen, um eine steigende Renta- bilität zu beeinträchtigen, aber ganz gewiß nicht an leßter Stelle ist von Einfluß gewesen das Uebermaß der Cinfuhr von Nußholz aus den Nachbarländern. Daß dieses eins der bedeuisamiten Momente mit ist, um die deutschen Forstverwaltungen in ihrem Bestreben zu beeinträcbtigen, höhere Erträge, höhere Nußholzprozente herauszu- wirthschaften, ift eine ganz unbestreitbare Thatsache, und wer diese Ueberzeugung aus den ihm vorliegenden Schriftstücken und Verhand- lungen nicht gewinnen sollte, dem werde ich mit meinen Worten sie auch nit beizubringen vermögen. E

Ich finde also in diefen Thatsachen eine vollkommene Motivirung, daß, nachdem man sich 1879 dafür entshieden hat, überhaupt Nuß- bolzzólle cinzuführen, man nunmehr, nachdem eine 6 jährige Erfahrung vorlieat, sich dazu versteht, diese Zölle in einer solhen Weise zu normiren, daß sie in der That dem gewollten Zwecke entsprechen.

Daß es sich hier nicht um Finanzzölle handelt, das is wohl faum noch besonders hervorzuheben. Die Erträge des Zolles sind 2 bis 3 Millionen Mark in den leßten Jahren gewesen. Die vor- geschlagene Steigerung wird vielleicht eine Steigerung der Einnahmen auf 4—5 Millionen ergeben. Der Werth dieses Zolles wird also wesentlich und lediglih auf dem Gebiete des Schußes liegen. Daß die jetzigen Zölle nit na der Richtung genügend gewirkt haben, in Bezug darauf berufe ich mich nur auf eine Thatsacbe, die auch son im Preußischen Abgeordnetenhause und in dem allgemeinen Verwoltungs- bericht hervorgehoben ist, daß in Schuliß noch jetzt in den unmittelbar benawbarten Oberförstereien für das Brennholz höhere Preise gelöft, werden, als wie russisde Schwellen, fertig vorgearbeitet, dorthin ge- liefert werden ; die Differenz beträgt 20 -Z pro Festmeter, wenn ih mich recht erinnere. Also diese eine Thatsache beweist \{chon, daß se Zölle nah der Richtung ausgleichend in keiner Weise gewirkt

acßen,

__ Daß die Zölle zunähst auch nicht dem Privatbesitz, insbesondere nicht dem großen Privatbesiß zu Gute kommen, das, glaube ih, ist au eine Thatsache. Es ist bereits gestern hervorgehoben worden, daß mehr wie die Hälfte des gesammten deutschen Waldbesißes sich in den Händen des Staates, der Kommunen, von Stiftungen be- findet, daß circa weitere 25 % sich im Kleinbesiß befinden und nur etwa 25 °/9 in dem Großbesiß, wenn man den Grofßbesitz bei einer Grenze von 100 ha anseßen will, was doch immerhin für den Forst- besiß eine sehr niedrige Grenze bedeutet.

Nun ift in den früheren Verhandiungen bestritten worden, daß der Kleinbesiß, der also gegen 25 9% des gesammten Waldbesitzes repra]entirt, ein Interesse an der Steigerung der Nußholzzölle habe. Die Erfahrungen aus Westfalen und Hannover sprechen entscieden dagegen. Dort wird vielfa im 40jährigen Umtriebe von den kleine- ren Besißern gerade auf Grubenholz gewirthschaftet und die Erträge, die fic a: s diesen kleinen Waldungen haben und gehaht haben in früßeren Zeiten, werden jeßt vielfa sehr {wer entbehrt und ver- mißt. Auch sind in diesen kleinen Forsten thatsählih ganz werthvolle Vorräthe von Eichenholzbeständen vorhanden, und in den westfälishen Bauerhöfen aehört der Besitz an s{lagbaren, nußholzreifen Eichen mit zu den werthvollsten Besißthümern, die von Geschlecht zu Geschleht fic vererben, Ich glaube somit, daß auch in diesem kleinen Waldbesiß dasselbe Interesse an einer angemessenen Rente aus den Forsten vor- liegt, wie beim Großbesiy.

, Was die vorliegenden Anträge betrifft, so würde ih meinerseits dringend empfehlen, wenn Sie sih für die Wiederherstellung der Regierungsvorlage nicht entschließen können, an den Beschlüssen der Kommissson festzuhalten und allen denjenigen Beschlüssen ihre Zu- ftimmung zu versagen, die auf eine Abminderung dieser Sätze ge- S L

9 wende mich zunächst gegen den Antrag des Hrn. Abg. Leuschner, der für Grubenhölzer ban bisherigen Satz von He J aa 100 kg lassen will. Gerade an diesen schwachen Hölzern ist absolut kein Mangel ; sie werden größtentheils als Brennholz verwerthet und gerade sie befinden \sich viel häufiger und eher in dem Besiß von kleinen Kommunen, von Interessentenforsten als gerade im Groß- S Ich würde also diesen Antrag als einen solchen meiner- Feits zu bezeiwnen haben, dessen Annahme mir im allerhöchsten Maßz Gn ES Bn Hrn. Ab

: e Antrdge des Drn. Abg, Spahn verdoppeln ja im wesent- lichen die bisherigen Zollsäße. Allein, ih ae So R durch ene 5- bis 6jâhrige Erfahrung erlebt habcn, daß eine Preis-

steigerung nit eingetreten iff, nadem wir erlebt baben, daß eine Swächung des Transithandels, des Transitverkehrs nit cingetreten ist, ift es zweckmäßig, diese ganze Frage nun dadurch zur Ruhe zu bringen, daß wir Zollsätze normiren, von denen man annehmen kann, daß sie auf die Dauer als genügend era@tet werden können, und das glaube ih meinerseits nur annehmen zu fönnen von den Säßen, wie sie die Regierungsvorlage vorschlägt. J darf in dieser Beziehung au daran erinnern, daß diese Säße die- selben sind, die vor zwei Jahren, im Jahre 1883, hier in diesem bohen Hause nur mit einer sehr geringen Majorität abgelehnt worden sind, daß also der Reichstag lediglih der früher eingenommenen Stellung folgt und sie behauptet, wenn er heute wie damals für die höheren Säße, das heißt für die Säße der Regierungsvorlage bzw. für die Anträge Ihrer Kommission stimmt, und das möchte ih Ihnen meinerseits dringend empfehlen. 4 :

Der Abg. Spahn empfahl, seinem Antrag gemäß die eihenen Faßdauben mit einem niedrigeren Zoll zu belegen, als es in der Kommissionsvorlage geschehen sei; das betreffende Holz wachse niht in Deutschland und könne von den deutschen Böttchern nicht entbehrt werden.

Der Abg. Rickert erklärte, der Abg. Frhr. von Ow habe mit einer Divinationsgabe, die er bei demselben nicht er- wartet habe, gestern vorausgesagt, daß auh seine (des Redners) heutige Rede in der Wiederholung des Saßes be- stehen werde, daß der Holzhandel der Seeftädte dur diese Vorlage werde vernichtet werden. Es sei ihm nie- mals eingefallen, derartiges zu behaupten. Jm Gegen- theil, habe er ausdrüdlich in der Kommission hervor- gehoben, daß, wenn für den Durhfuhrhandel Bedingungen geschaffen würden, die einen Export möglich machten, der Holz- handel der Seestädte eine Schädigung nicht erleiden werde. Auch in der Staatsregierung scheine sich übrigens die Er- kenntniß Bahn zu brechen, daß die Holzzólle eine s{chwere Schädigung für weite Jnteressenkreise bedeuten würden. Denn nur so werde es verständlih, wenn unter den Zeitungsslimmen, welche der „Reihs-Anzeiger“ veröffentliche *), sich au Artikel befänden, in denen auf die {were Krisis hingewiesen werde, in die man durch diese Vorlage gerathen werde. Dieser lasse sih shreiben, daß Jahre dazu gehörten, ehe sich die Seg- nungen des Zolles zeigen würden. Die Holzmärkte müßten von den Seestädten ins Jnnere des Landes verlegt werden. Damit sei ofen zugestanden, daß der Zoll den Seestädten Schaden zusügen werde. Der Abg. von Wendt habe selisamer Weise geäußert, daß der Holzzoll im FJnteresse der Seestädte liege. Er lade den Abg. von Wendt ein, einmal nah Danzig zu kommen und diese Ansicht dort vorzutragen. Derselbe würde dann sehen, wie seine Ansicht von dem dämlihen Hödur aufgenom- men werde. Eine andere neue Theorie, die bei dieser Ge- legenheit vorgetragen sei, man müsse in Deutshland Sorge

*) Die von dem Herrn Abgeordneten hier in Bezug genommene „Zeitungsstimme“ war in Nr. 57 der „Köln. Ztg.* entnommen und hat folgenden Wortlaut :

._. . , Man zeihe uns nicht der Uebertreibung; die Massen aus- ländischen Holzes, welche bet freier Einfuhr eingeführt werden können, sind unübersehbar groß, so daß dagegen keine inländisbe Produktion zu halten wäre. Könnte doÞd nad Wilhelm Hamm Canada allein ganz Europa auf ein. Jahrhundert mit Bau- und Nuzholz versorgen. Bleiben wir indessen bei der Wirkung der bisherigen Einfuhr stehen, so sind, um wieder ait einer uns naheliegenden Erscheinung zu exemplifiziren, an der oben gedachten günstigen Absaßstelle für inländische Hölzer an der Ems, also noch unweit der Hafen- pläßge dieses Flusses, wie besonders bemerkt sein mag, die Preise der Starkhölzer innerhalb weniger Jahre unter dem Einfluß der Holzeinfuhr um 20 bis 30% zurückgegangen, und davon abgesehen, fasi unverkäuflih geworden. Diese Wirkung der bisheri- gen Holzeinfuhr bedingt, ihre Fortdauer vorausgeseßt, nicht nur ein Aufgeben der bedeutsamen, von der Staatsregierung mit so wohl- wollenden Augen angesehenen Herzoglich arenbergishen Aufforstungen im mittleren Ems8gebiet, sondern fordert auch für die vorhandenen neu erzogenen Forsten, aus denen bereits große Holzmassen zu erwarten find, eine Aenderung des Wirthschaftssystems, nämlich Einführung der Grubenholzwirthshaft statt des Hochwaldbetriebs, Die Grubenhölzer selbst lassen sich dann, wegen des weiten Transports zur Verbrauchsfstelle, nur mit Verlust verwerthen, und wer möchte dafür bürgen, daß ließli nit auch fremde Grubenhölzer mit heimischen in Konkurrenz treten; mag das einstweilen auch noch von den Seehäfen aus bestritten werden. Die Wirkungen nun aber, welce die Holzeinfuhr an der mittleren Ems gehabt hat, müssen sih schr bald auch in Westfalen und nah dem Rhein hin geltend machen, wenn das noch nicht geschehen ist.

Was die Cinwürfe der Gegner betrifft, so zerfällt die Behaup- tung, daß die geplanten Holzzölle nur den Großgrundbesitzern eine reiche Ernte sichern würden, in nih1s8 und macht si selbst verdächtig, weil die Rente, die ges{üßt merden muß, keineswegs reich is und werden kann. Es wäre hier gestattet, den Einwurf umzukehren und zu sagen, daß ein auf unnatürlihen Grundlagen berubender Handel und Industrie zu Gunsten Weniger durch die Zerstörung der deutschen Waidrente aufrecht und blühend erhalten werden soll.

Dem Zweifel, daß der inländisce Holzverbrauch, zumal auch der der Industrie der fremden Hölzer entbehren könne, wird sachverstän- digerseits entgegengehalten, daß der deutshe Wald allen Bedarf an Holz rei{lich deckcn kann, wenn er gegen das Ausland ges{üßt und in sich erweitert wird, Fest steht jedenfalls, daß manche fremde Holzart, die im Inlande gesucht ist, cinige wenige Hölzer, die das Kunsthandwerk nicht entbehren mag, vielleiht ausgenommen, auch auf heimishem Boden sich anbauen läßt, sowie daß über die Qualität heimisher und fremder Hölzer vielfach irrige Meinungen umlaufen. Wahr mag es sein, daß das Geschäft mit fremden Hölzern einfacher ist, als mit inländischen; dieser Vorzug ist aber auch für die leßteren zu erreichen.

Weil noch zu erheblihe Vorräthe fremden Holzes vorhanden, noch zu viele Verpflichtungen eingegangen sind, werden die geplanten Holzzôlle ihren Einfluß nicht sofort sihtbar üben. Auch muß die Verlegung der Holzmärkte von den Seepläßen u. \. w. nah dem Innern des Landes erft vor sich gegangen sein, worüber immerhin Jahre vergehen können. Daß aber dann der Einfluß der Holzzölle zu Gunsten der Preise des inländischen Produkts sih geltend machen wird, dürfte dur das oben gebrachte Beijpiel den Preisunterschied der im mittleren Emsgebiet in der Nähe des Flusses und der Bahn, sowie der in bestimmter Entfernung davon fallenden Hölzer im Kleinen bewiesen sein.

Der Uebergang von den augenblicklihen Verhältnissen zu denen, welce die Holzzölle anbahnen sollen, mag nit ohne manche Härten und Scädigung einiger Seeplätße und Personen vorübergehen, allein s{werer als dieses wiegt das Gesammtwohl des Vaterlands, die Erhaltung des deutshen Walds, die Vermehrung des National- vermögens. Auch dürfte es sich wohl nur um eine Verschiebung der Holzindustrie von ihren jeßigen Sißen mehr nach dem Innern des Reichs handeln.

Eins ist sicher: ist die Nothwendigkeit, den deutshen Wald auch durch Zölle zu s{üßen, einmal eingetreten, so ist auch nicht mehr zu zaudern und die Frage von allen Parteien ohne jede politische oder sonstige Nebenrüdsicht zu prüfen. Die Geschichte aller Zeiten lehrt die Erhaltung und Pflege des Waldes als ein unumstößliches Geset. Die Folgen, weiche die Verleßung dieses Gesetzes zeitigt, haben wir in den alten Kulturländern Europas vor Augen ; seien wir deshalb im eigenen Hause vorsichtig!

Anm. der Redaktion.

tragen, den Holzbedarf aus den eigenen Waldungen zu deen, negire die ganze moderne Erwerbs- und Kulturentwickelung. Er sehe davon ab, daß Deutschland mit der fortwährenden Erhöhung der Zollschranken seine Beziehungen zu den Nachbar- ländern nit freundlicher gestalte, um sich nicht auch vom Reichskanzler den Vorwurf zuzuziehen, daß er (Redner) mit Beziehungen auf das Ausland hemmend auf die Verhandlungen Deutschlands mit ODesterreich oder England eingewirkt habe. Jn Bezug auf das Necht auf eine angemessene Rente aus dem Wald habe der bayerische Vertreter gestern zwar den Rückzug angetreten, derselbe habe nur noch von einem angemessenen Preise gesprochen, aber in der Kommission sei derselbe in dieser Beziehung weniger blöde gewesen. Der Minister Lucius habe geglaubt, auf die Vorführung zifffermäßiger Be- lege seiner Angaben verzichten zu können, und auf die Dankel= mannsche Schrift verwiesen, gerade so wie dem Hause als Be- weis für die Richtigkeit der Getreidezöle eine Broschüre des Profefsors Julius Kühn zugestellt sei. Cs habe mit diesen auf Reichstosten gedruckten Denkschriften doch eine eigene Bewandt- niß. Er möchte den Präsidenten ersuchen, dahin zu wirken, daß auch die Erwiderungen seiner Partei auf Reichekosten ge- druckt und vertheilt werden. Jm Uebrigen hätten diese Schriften, in denen aus ein paar willkürlih beräüusgegriffenen Daten all- gemeine Sllisse gezogen seien, doch herzlih wenig bewiesen. Der Minister Lucius habe Dancelmann zwar eine Autorität gez nannt. Was solle man aber von einer Autorität halten, die 1881 genau das Gegentheil von dem gesagt habe, was sie heute als richtig vertrete? Man sage, es stehe fest, daß eine Nothlage der Waldwirthshaft vorhanden sei, denn die Nuß- holzpreise seien beständig gefallen, aber die allgemeinen Zahlen, die die Regierung anführe, hätten nihts bewiesen. Man könne nur aus den Kassabüchern ersehen, ob die Reinertrags- berehnung, die man ausfstelle, auf kaufmännisher Grundlage beruhe. Jhm lägen private Mittheilungen aus Stlesien vor, aus denen sih ergebe, daß die Erträge für Nußholz ganz erheblich gestiegen seien. Der Reichskanzler habe dem Hause den blöden Hödur vorgeführt, der niht wisse, was er thue. Nun, mancmal habe es der blöôde Hödur doch gewußt. n einigen Wahlkreisen habe man den Versu gemadt, den- jelben nicht zur Erkenntniß kommen zu lassen; in einem vor ihm liegenden Wahlaufruf der Konservativen des Wahlkreises Sagan-:Sprottau, unterzeihnet Graf Dohna, werde die Be- hauptung, die Konservativen würden auch für eine Erhöhung der Holzzölle stimmen, als häßlichste Verdrehung bezeichnet und dann gesagt, Jedermann wisse, daß die Konservativen 1883 für die höheren Holzzölle gestimmt hätten, dieselben seien aber abgelehnt und von ihnen nicht wieder in ihr Programm aufgenommen worden, sie würden nicht für die Verdreifahung der Holzzölle stimmen. Er freue sich sehr darüber, die Abstimmung werde es ja zeigen. Der Abg. von Gra- maßki habe erklärt, Niemand von den Holzproduzenten sei gegen den höheren Zoll und habe dabei auf die Bänke dieses Hauses hingedeutet, Das habe ihn peinlih berührt. Hier im Reichstage säßen allerdings sehr große Waldbesißer, und er freue sih, dem Abg. von Gramaßki sagen zu können, daß diese Männer unter Denjenigen sein würden, die mit Nein stimmen würden. Er kenne einen ehrwürdigen Herrn, der in der Mitte des Hauses sißze, der 25—30 000 Morgen Waldes sein eigen nenne, der habe {hon 1879 dem niedrigen Holzzoll ein kräftiges Nein entgegengeseßt. Jhm (dem Redner) sei noch immer jene Petition um Erhöhung der Holzzölle in Erinne- rung, die von 54 Grafen und vielen sonstigen Adligen unter- schrieben gewesen fei; solche Petitionen bekomme man glüdck- liherweise niht mehr es mache sih ja auch nit sehr gut, zumal ja damals vorzugsweise vom armen Mann und von der Lösung der sozialen Frage die Rede gewesen sei. Unter dem absoluten Regiment sei es Staatsraison gewesen, daß die Einzelinteressen sich niht hätten hervorwagen dürfen, danach hätten Preußens absolute Könige gehandelt, solle es die Frucht des Konstitutionalismus sein, daß diese Sonderinteressen \sih sogar der Stimme der Volksvertretung vollständig bemächtigen würden? Wie häiten noch 1877 die Herren von Wedell- Malchow und Professor von Treitshke darüber gesprochen ! Es fklinge wie ein Märchen aus halbverklungenen Zeiten, wenn man ben Abg. von Wedell-Malhow warnen höre, auf die shiefe Ebene des Schußzzolls zu treten, wodurch das Par- lament von seinem hohen Standpunkt zu einer reinen Jnter- essenvertretung herabsinken würde. Und Herr von Treitshke habe gesagt: „Hüte man sich vor diesem ersten Schritt, man öffne dadur die Schleusen für eine Agitation, welche bald in wildem bacchanalishen Treiben das Land in wüsten Hader stürzen werde. Worunter habe der Völker- frühling gelitten? Aus der Rede des Hrn. von Treitschke werde es der Reichskanzler wissen: dieses Hervordrängen der Sonderinteressen habe dem Völkerfrühling ein Ende bereitet. Wenn der Reichskanzler jeßt Kehrt mache, wenn derselbe wieder mit den Freihändlern gehen wolle, die gegen diese Bewegung ankämpften, dann werde der Kanzler sehen, daß es wieder Frühling werden, daß sich der, Staatsgedanke wieder hervordrängen werde, Der Abg. von Gramaßki Lahe gestern ausgesprohen: der Landmann habe den öheren Getreidezoll bekommen, nun möge derselbe ein- mal im Holzzoll etwas davon hergeben. Es sei das die eigen- thümlichste Argumentation, die es geben könne. Der Minister Lucius fordere die Annahme der Zollerhöhung, damit die be- theiligten Kreise endlih Ruhe bekämen. Allerdings, nah Ruhe sehne sih das Land; aber sei denn die Negierungsbank die Barriere, die dem Ansturm der Sonderintcressen Stand halte ? habe man nicht 1879 einen Holzzoll bewilligt und sei die Regierung niht dennoch nah ein Paar Jahren schon mit einer Erhöhung gekommen? Man habe sie abgelehnt und jeßt habe die Nehte ihre damalige Vorlage noch übertrumpft! Das Erwerbsleben der deutshen Nation brauche Ruhe, Sicher- heit der Kalkulation; aber diese Ruhe und Stetigkeit werde nur erreicht werden, wenn man jedem neuen Versuch, dem vermehrten Appetit der Schußzöllner Genüge zu thun, ein energishes Nein entgegenstellen würde, Nehme man heute die Erhöhung an, daun werde es sehr bald zu weiteren Er= Angen kommen, bis man auf diesem Wege scließlich glück- ih zum Tabackmonopol gelangt sei. Der Abg. Leuschner hatte folgenden Antrag gestellt : Der Reichstag wolle bescließen : Den Grbenbelte Qiüflen ad 13e 1 sub x hinzuzufügen: 7) Grubenhölzer, das heißt rohe oder bewaldrechtete Fichten, Tannen oder Kiefern in beliebigen Dimensionen, sobald deren Bes stimmung in der Deklaration genügend nachgewiesen ift, 00 kg = 0,10 A oder pro Festmeter = 0,60 M Der Abg, Leuschner befürwortete seinen Antrag. Er wolle hier keine lange Rede über Schußzoll- und Freihandels=-

politik halten, sondern nur seinen Antrag kurz “motiviren. Vor einigen Jahren habe er für die Erhöhung der Holzzölle gesprochen und gestimmt, sein jeßiger Antrag bezwecke aber, einen Theil der nationalen Fndustrie zu s{hüßen. Er stehe allerdings dem Walde in jeder Beziehung sympathisch gegen- über und wünsche, daß die deutshe Waldwirthschast möglichst vorwärts komme. Die vorgeschlagenen Zölle seien aber erheb- lih höher, als die vor einigen Jahren und belasteten den deutshen Bergbau in hohem Grade. Der Bergbau brauche bekanntlich sehr viel Holz und daher handele es si hierbei um eine ziemlich starke Belastung der Montanindustrie. Es fei gesagt worden, daß das Holz, welhes der Bergbau brauche, im Jnlande überall zu haben sei, das sei aber nit rihtig, in der Provinz Sachsen z. B. liege eine Braunkohlen- grube in großer Nähe eines Eichenwaldes, die Zechen seien aber nicht in der Lage, aus diesem Walde ihr Holz zu nehmen, sie seien gezwungen das Holz aus fremden Ländern beziehen ; ebenso sei es im Königreih Sachsen und in S@lesien. Die Gruben feien überall auf fremdes Holz angewiesen, so daß sie also mehr oder weniger den Zoll zu tragen haben würden. Aus diesen Gründen scheine es bedenklih, einen so bedeutenden Theil der vaterländishen Jndustrie durch die Zollerhöhung in so hohem Maße in Anspruch zu nehmen. Es wäre etwas

Mik Ura: a6 #2 Ae Br A

M Faifieale für den Deutschen Reichs- und Königl. Preuß. Staats-Anzeiger und das Central-Handels- register nimmt an: die Königliche Expedition des Deutschen Reihs-Anzeigers und Königlich

Oeffentli

1, Steckbriefe und Untersnchungs-Sachen, 2. Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen u, dergl,

anderes, wenn dazu die Renten des Bergbaus in einem günstigen Verhältniß ständen, durch die fortwährend fallenden Preise, mit denen die Produkte zu kämpfen hätten, seien beim Bergbau Renten so gut wie gar niht mehr vorhanden. Jn Westfalen z. B. verzinse sich das Anlagekapital eines Stein- kohlenbergwerks kaum mit 2 Proz., was wollten aber 2 und selbst 3 Proz. Rente beim Bergbau sagen? Die Kohlenpreise seien überall weit heruntergegangen und ähnliche Verhältnisse seien bei der Metallgewinnung vorhanden, sowohl im König- reih Sachsen als auch in den preußischen Provinzen. Der Bergbau sei also niht in der Lage, neue Belastungen zu tragen, derselbe zahle hon an Bergwerkssteuer mehr, als die Grundsteuer betrage. Die Bergwerksindustrie beshäftige über 400 000 Arbeiter und zum Schuße derselben bitte er, seinen Antrag anzunehmen. Die Diskussion wurde ges{chlö}en.

__ Der Referent Abg, Freiherr von Göler bezeihnete in seinem Schlußwort die gestrige Behauptung des Abg. Kroeber, welcher gesagt habe, die Petitionen badischer Gemeindever- tretungen- zu Gunsten der Holzzölle seien durch eine Mache zu Stande gekommen, als eine Beschimpfung dieser Gemeinde-

vertretungen. Er müsse dagegen Protest einlegen.

Der Abg. Kroeber bemerkte (persönlih): Seine that-

Grosshandel.

- Íy G ú erv Anzeiger. Ry nehmen an: die Annoncen-Expeditionen fs

9, Industrielle Etabliseements, Fabriken und

. Verschiedene Bekanntmachungen.

sählihen gestrigen Ausführungen halte er aufrecht; es habe ihm aber fern gelegen, irgend eine badische Gemeindever- tretung beshimpfen oder beleidigen zu wollen.

In der Abstimmung wurde die Regierungsvorlage, welche am weitesten ging, einstimmig abgelehnt.

__Die zur Kommissionsvorlage gestellten Anträge auf Er- mäßigung für einzelne Kategorien wurden sämmtlih abge- lehnt, darunter der Antrag Leuschner. Die Kommissions- vorlage selbst wurde mit 155 gegen 144 Stimmen ebenfalls abgelehnt. Schließlich gelangte der Antrag des Abg. Spahn s 165 gegen 132 Stimmen in folgender Fassung zur An- nahme :

in Nr. 13 die Bestimmung unter e Bau- und Nutholz wie folgt zu fassen: 1) roh oder ledigli in der Querrihtung mit dec Axt oder

Sâge bearbeitet oder bewaldrechtct, mit oder obne NRinve ; eichene

Faßdauben: 109 kg 0,20 Æ,

2) in der Richtung der Längsaxe beshlagen oder auf anderem

Wege als durch Bewaldrechtung vorgearbeitet oder zerkleinert ; Sgß-

dauben, welcbe nicht unter 1, fallen, ungeschälte Korbwciden und

Reifenstäbe; Naben ; Felgen und Speichen: 100 ke 040 / «

Hierauf vertagte sich das Haus um 51/, Uhr auf Freitag 12 Uhr.

A

„JZnvalidendank“, Rudolf Mosse, Haasenstein & Vogler, G. L. Daube & Co., E. Schlotte, Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren

Preußischen Staats-Anzeigers : Berlin 8§W., Wilhelm-Straße Nr. 32.

3. Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen etc. 4. Verloosung, Amortisation, Zinszablung u. 8. w. von öffentlichen Papieren.

Subhafßationen, Aufgebote, Vor- ladungen u. dergl. [74356]

Die zu dem Nachlasse der am 1. laufenden Monats verstorbenen ledigen Henriette Weber zu Burg als Erbe mitberufene Schwester Katharina Weber, Ehefrau des Wilhelm Schuler aus Wetzlar, welche vor mehr als 30 Jahren nah Amerika auêgewandert, deren Aufenthaltsort aber unbekannt ist, wird bierdur aufgefordert, \ich binnen einer, von dem ersten Er- \ceinen dieser Aufforderung in den öffentlichen Blättern an laufenden Frist von drei Monaten Über Antretung der Erbschaft dahier zu erklären, unter Ankündigung des Recbtsnacbtheils, daß nach Ablauf der Frist nur die weitere Ccbin, welche die Erbschaft antreten zu wollen erklärt hat, in den ganzen Nachlaß eingewiesen werden wird.

Herborn, den 12. März 1885.

Königliches Amtsgericht, Abtheilung II,

[74306] Auf den Anirag des Maurers Johann Krekeler zu

Albaxen hat das unterzeichnete Königl. Amtsgericht in seiner heutigen öffentlihen Sitzung für Recbt erkannt: :

Die eingetragenen Gläubiger oder deren etwaigen Rechtsnachfolger werden mit ihren Ansprüchen auf die im Grundbuhe von Albaxen Vol. 5 Fol, 640 eingetragenen Posten und zwar :

1) der Post Abth. II1. Nr. 1 über cin Darlehn von 15 Thalern Konventionsmüaze gegen 5% Zinsen für den Schneider Christoph Krekeler zu Höxter aus der Urkunde vom 17. Februar 1807,

2) der Post Abth. TII, Nr. 2a. über ein Darlehn von 100 Thalern, halb Konvention8münze, mit 59/0 Zinsen und Kosten für die Jungfer Antoinette Brinkmann zu Höxter aus der Urkunde vom 19. Fe- beruar 1816, 7 ,

3) der Post Abth. 11]. Nr. 2e. über ein Darlehn von 10 Thalern mit 5/9 Zinsen und Kosten für Pfarrer Menne in Albaxen aus der Urkunde vom 11. Januar 1836, 7

ausgeschlossen. Der Eigenthümer der belasteten Grundstücke wird für ermäctigt erklärt, die Löschung der aufgebotenen Posten im Grundbuche zu beantragen, und sind Le Tia des Verfahrens dem Antrag- teller zur Last zu seßen, N s Verkündet: 5

Königliches Amtsgericht zu Höxter, gez. v. Varend orff. Wibbe.,

7430) Jin Namen des Königs!

In Sachen betreffend das Aufgebot des im Grundbuche des Grundstücks Niszczewice Nr. 4 Ab- theilung IIL, Nr. 1 haftenden Hypothekenpost.

erkennt das Königliche Amtsgericht zu Inowraz- law durch den Amtsrihter Mütell für Recht:

Die Catharina Nowacka, Tochter des Stanislaus Nowacki und der Agathe, geborenen Krzewinska, wieder verehelichte Michael Smigielski, oder deren Rechtsnachfolger werden mit ihren Ansprüchen auf die im Grundbuche des Grundstücks Niszczewice Nr. 4 eingetragene Post von 40 Thlr. 25 Sgr. 1 Pf. nebst 5% Zinsen ausgeschlofsen und die Kosten dem Antragsteller auferlegt. 5 »

Jnowrazlaw, den 7. März 1885.

Königliches Amtsgericht. VI.

[7430] Bekanntmahung.

Durch Aus\ch{lußurtheil des unterzeichneten Ge- richts vom 14. Februar 1885 sind alle diejenigen Perfonen, welche etwa Ansprüche an die von dem früheren bei dem Königlichen Amtsgericht hierselbst angestellt gewesenen Gerichtsvollzieher Hermann Bahr bestellte Amtskaution von 600 M haben, mit ihren Ansprüchen und Rechten auf diese Kaution ausgeschlossen und lediglih an die Person des Schuldners und Kautionsbestellers verwiesen. worden.

Wieche, den 12. März 1885.

Königliches Amtsgericht.

Jm Namen des Königs! Verkündet am b. März 1885.

Klause, Gerichtsschreiber.

In der miteinander verbundenen Modesen, Schulzschen und Heinzeshen Aufgebotssache P. 40/84 erkennt das Königliche Amtsgeriht zu Wongrowißz durch den M S i

ür Recht:

I. Das Hypothekenzweigdokument über 12 Thlr. 14 Sgr. 9 Pf. = 37 Æ 41 ,Z Erbtheil, eingetra- gen für Xawer Sobieszynski in Abtheilung I1II. Nr. 1 des dem Kaufmann Louis Mode gehörigen Grundftüds Wongrowit Nr, 133, wird für kraft-

[74297]

los erflârt ; die Kosten trägt der Kaufmann Louis Mode zu Wongrow ß.

IIL.- Der Schäfer Valentin Rozmarynowski aus Zakrzewo und dessen Reht2nafolger werden mit ihren Ansprüchen auf die Hypothekenvost von 30 Thlr. = 90 /( nebst Zinsen rechtskräftige For- derung aus dem Erkenntniß vom 2. September 1865 und 20 Sgr. = 2 4 Kosten, eingetragen in Abtheilung IIL. Nr. 7 des dem Eigenthümer Jo- hann Schulz gehörigen _Grundstücks Budzicjewo Nr. 2 ausges{lofsen. Die Kosten des Verfahrens trägt der Cigenthümer Johann Schulz zu -Budzie- jewo.

IIT. Der Landwirth Friedri Wilhelm Swendel zu Baerenbush und dessen Rechtsnachfolger werden mit ihren Ansprüchen auf die Hypothekenpost von 84 Thlr. 29 Sgr. 1 Pf. = 254 4 91 S nebst Zinsen väterlihes Erbtheil des FriedriÞ Wilhelm Schendel, eingetragen in Abtheilung 111, Nr. 1 des dem Eigenthümer Ludwig Heinze gehörigen Grund- ffücks Baerenbush Band I. Blatt Nr. 6 aus dem

9, November 1844 ausges{lossen.

Crbrezele vont ——_ A E. : 18. Jult 1845 Die Kosten des Verfahrens trägt der Stellmacher- weiler August Kühn zu Groß-Haukland bei Lang- goëlin. Wongrowiß, den 12, März 1885. Königliches Amtsgericht.

174308] Bekauntmachung.

In Sacden, betreffend das Aufgebot einer getilg- ten Hypothekenforderung, deren Znhaber bekannt, aber nicht legitimirt sind, hat das Königliche Amts- gericht hierselbst durch den Amtsrichter Krüger am 3, März 18895 für Recht erkannt:

daß die Prätendenten der auf den im Grund- buche von Nemsdorf Bd. 4 Art. 12 verzeich- neten Grundstücken der Wittwe Friederike Elste, geb. Zeigert, daselbs Abth. 111. uyter Ne. 1 für den Gerihts\{öppen Johann Gott- fried Lautenschlaeger in Barnstedt aus der Ver- \chreibung vom 10. Februar 1818 eingetragenen, zu 4/9 jährli verzinslichen Darlehnsforderung von 130 Thir. = 390 4 mit ihren etwaigen Rechten auf die vorbezeichnete Post autzu- ichließen. L

Querfurt, den 9. März 1885,

Königliches Amtsgericht, T1. Abtbeilung.

(74304) O In der Martin und Hedwig Swiderski"schen Auf- gebo!1sfache- F. 37/84 erfennt das Königliche Amts-

eriht zu Thorn s für Recht :

Die Schneidermeister Martin und Hedwig, geb. JIablonska, Swiderski’shen Eheleute, sowie deren Rechtsnachfolger werden mit ihren Ansprüshen auf die im. Grundbuche von Aitstadt Thorn Nr. 193 in Abtheilung 11I. unter Nr. 4 eingetragene Hypothek von 50 Thlr. ausgeschlossen.

Thorn, den 6. März 1885.

[74311] Bekanntmachung.

Auf den subhastirten Immobilien des Webers Josef Berghaus zu Telgte stand im Band 2 Blatt 88 des Grundbuchs von Stadt Telgte aus dem Rezesse vom d, Juli 1852 für den Franz Wil- helm Baak eine Kindesquote von 29 Thir. 26 Sgr. 7 Pf. eingetragen. Dieje Post ist bei der Kauf- gelderbelegung von Amtswegen mit 89,66 4 zur Hebung gekommen und als Spezialmasfse hinterlegt.

Im Aufgebotstermine deu 4. März 1885 hat das Königliche Umtsgeriht zu Münster durch den Ge- richtoafsessor Stienen für Recht erkannt, :

1) daß dem Raseur Josef Berghaus zu Nienborg, 3. 3. in Bielefeld, sowie dem Ackersmann Bernard Riemann zu bat Kipl. Telgte, ihre Rechte auf die bei der Subhastation der Grundstücke des Webers Josef Berghaus zu Telgte in Höhe von 89,66 M angelegte Spezialmasse vorzubehalten,

2) daß die unbekannten Betheiligten mit ihren Ansprücven auf die Spezialmasse auszuschließen.

Münster, den 9, März 1885. Í

Königliches Amtsgericht. Abtheilung II1.

[74302] Ausfertigung. Jm Namen Seiner Majestät des Königs von Bayern erläßt das Kgl. Amtsgeriht Ellingen nachstehendes Aus\{chluß-Urtheil : ;

I, Der Befitztitel bezüglih des Grundstücks Pl. Nr. 455 der Steuergemeinde Gundelsheim, Aer Gstocketacker zu 0,559 ha ist auf den Bierbrauer Johann Michael Schwimmer von

Gundelsheim zu berichtigen und werden alle

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etwaigen Realprätendenten mit ihren Eigen- thums- oder Servitut-Ansprüben präkludirt O As deshalb ewiges Stillshweigen auf- erlegt.

, Die Kosten des Verfahrens sind von dem An- tragsteler Johann Michael Schwimmer, Bier- brauer von Gundelsheim, zu tragen.

Der Kgl. Amtsrichtec: “M 9) Mantel Verkündet am sech8szehnten März Eintausend aht- hundert acbtzig und fünf. Der stellv. Gerichts\chreiber : (L. S.) Botenhard.

Für den Gleihlaut des Auszuges : Ellingen, den 17. März 1885. Gerichtsschreiberei des Kgl, bayer. Amtsgerichts :

(L, 8.) Lüttich, K. Sekretär.

[74299] Bekanntmachung.

Durch das Aus\{lußurtheil des Königlichen Amts- gerits zu Fraustadt vom 4. März 1885 {ind alle unbekannten Betheiligten an der auf Fraustadt Blatt 248 Abtheilung IIT. Nr. 1 für die 4 Ge- \chwister Pohl, Beate Christiane, Johanna Caro- line, Amalie Friederike und Johann Wilhelm, aus

dem Erbrezesse vom 14- November 1591 zufolge Ver- L 16, Dezember fügung vom 16, März 1837 eingetragenen Mutter- erbtbeilspost von je 2 Thalern 25 Silbergroschen 8 Pfennigen mit ihren Ansprüchen an dieselbe aus- geschlossen, auch sind die über die einzelnen Theil- posten unterm 14. Januar 1839 gebildeten 4 Zweig- dokumente für kraftlos erklärt worden.

Fraustadt, den 4. März 1885,

: : Hildt, Gerichts\chreiber des Königlichen Amtegerichts.

[74358]

Das unterzeichnete Amtsgericht bat durch die Aus- {lußurtheile vom 28. Februar 1885 die nachfolgen- den Urkunden :

1) den Hypothekenbrief vom 12. Oktober 1875 über die im Grundbucb von Oeynhausen Bd. I. Bl, 27 in Abth. 111. Nr. 9 für den Bäckermeister Heinrich Schürmeyer in Oeynhausen eingetragene Forderung von 600 M,

2) die Urkunde vom 1. März 1841, aus welch{er im Grundbuch von Dehme Bd. Ii]. Bl. 94 (früher Vol. 15 Fol, 75) in Abth. III. Nr. 2 für den Glaser Jburg zu Vlotho eine Forderung von 100 Thaler cingetragen ift,

3) die Urkunde vom 29, Dezember 1849, aus welcher im Grundbuche von Niederbexen Bd. Il. Bl. 87 (früher Vol. 2 Fol. 193) in Abth. IIL. Nr. 2 für Carl Ludwig Friscbe in Unterlübbe eine Forde- rung von 49 Thaler 29 Sgr. 11 Pf. eingetragen ist,

für kraftlos erflärt.

Oeynhausen, 17. März 1885,

Königliches Amtsgericht.

[74300] Jun Namen des Königs!

In Sachen betreffend das Aufgebot des von dem Vorschußverein in Leobsbüß, eingetragene Genofssen- schaft, für den Brauer Wilhelm Dienst zu Leobsbütz am 14, Mai 1867 ausgestellten, mit der Nr. 253 versehenen Geschäftsantheils-Quittungsbuhs, welches unter Hinzurechnung der im Jahre 1881 vertheilten T igs mit einem Guthaben von 180 4 ab-

eßt:

erkennt das Königliche Amtsgericht zu Leobs{hütz durch den Amtsrichter Haertel

für Recht :

Das von dem Vorschußverein in Leobshüt, ein- getragene Genofsen\chaft, für den Brauer Wil- belm Dienst zu Leobshüß ausgestellte, mit der Nr. 253 versehene Gescbäftsantheils-Quittungs- bub wird für kraftlos erklärt.

Leobschüh, den 13 März 1885.

Königliches Amtsgericht.

[74310] Bekanntmachung.

Durch Aus\{lußurtheil des unterzeichneten Ge- ridts vom 28. Februar 1885 ift das Hypotheken- dokument, welches über naftehende Post :

„Laut Vertrages vom 18, Dezember 1840 muß Besißerin ihren Stiefkindern Adolph Anton und Johann Theodor Buschhoff als Abfindung vom elterlihen Vermögen C95 Thaler 24 Sgr. aus- zahlen. Eingetragen ex decreto vom 9. Mai 1842 in Abth. IIIL, Nr. 3 des Ocundbuchs von Handorf Band I. Blatt 58“

gebildet ist, für kraftlos erklärt.

Müntster, den 4. März 1885.

Königliches Amtsgericht, Abtheilung IV.

[74312] Bekanntmachung.

Durch Aus\ch{lußurtheil des unterzeichneten Ge- rihts vom 25. Februar 1885 is das Hypotheken- dokument, welcbes über die im Grundbuche von Münster Band 18 Blatt 13 Abtheilung 111. Nr. 2 zu Gunsten der Minorennen Wilhelm August und Maria Catharina Henriette Velten zufolge gerichts lien EGcbrezesses vom 23. November 1859 ex decret. vom 23. März 1860 eingetragene Abfindung von Fünfhundert drei und dreißig Thalern 10 Sgr. und zwar für jedes derselben 266 Thlr. 20 Sgr. gebildet worden ift, für fraftlos erflärt. Münster, den 2. Viärz 1885.

Königliches Amtsgericht. Abtheilung I1V.

[74307] Urtheils-Anszug. Verkündet Werl, den 12. März 1885. Loerbroks, Referendar. s Im Namen des Königs !

Auf den Antrag des Rendanten der Knappfschafts- kassen der Salinen Werl, Neuwerk und Höppe zu Werl erkennt das Königliche Amtsgericht zu Werl durch den unterzeihnecten Richter für Recht:

Das Hypothekendokument vom 6. März 1862, nah welchem auf den Immobilien des Postpadtet- trägers Theodor Scholle in Werl, Vol. IX. Fol. 11 des Grundbuchs zu Werl in der dritten Abtheilung unter Nr. 3 für die Knappschaftskasse der Salinen Werl, Neuwerk und Höppe zu Werl ein Darlehn ps 65 Thalern cingetragen steht, wird für kraftlos erklärt.

Die Kosten werden dem Antragsteller zur Last

gelegt. | Von Rechts Wegen. gez. Schmidt. Ausgefertigt : Werl, den 12. März 1885. (L. S.) Borries, : Gerichtsschreiber des Königl. Amtsgerichts.

[74296]

Das aus der Ausfertigung der Scbuldurkunde vom 27. Juni 1844 und dem Hypothekenscheine von demselben Tage gebildete Hypotheken-Dokument über 100 Thaler nebst 5%/o Zinsen, eingetragen für den Cigenthümer Bernhard Waberski in Neuschilln in der 111, Abtheilung Nr. 2 des Grundbucblattes Alt-Jablonke Nr. 24 wird für kraftlos erklärt.

Meseritz, den 11. März 1885.

Königliches Amtsgericht.

Im Namen des Königs ! Berkündet den 5, März 1885.

Klause, Gerichtsschreiber.

In der Dobrochowskischen Ausgebotss\acbe F. 43/84 erkennt das Königliche Amtsgericht zu Wongrowiß durch den Amtsrichter Senff

[ur Ret.

Der Hypothekenbrief über die auf dem, dem Eigen- thümer Thomas Dobrochowski gehörigen Grund- stüde Dobiejewo Blatt Nr. 27 in Abtheilung III. Nr. 5 für den Gastwirth Nicodem Jachocki zu Kletko eingetragenen 79 Thlr. gleich 210 6 nebst Ziujsen und Kosten wird für kraftlos erklärt,

Die Kosten des Verfahrens trägt der Eigenthümer Thomas Dobrochowski in Dobiejewo.

Wongrowiß, den 10. März 1885.

Königliches Amtsgericht.

[74298]

[74303] _Bekauntmachung.

Das über die auf Nr. LX. XLIV. 29 und 30 Nieder-Rüstern Abthl. 111. Nr. 1 bez. 2. 1 und 1 für den Schloßbesißer Albert Brendel zu Nieder- Rüstern haftende Post von 500 Thlr. = 1500 gebildete Hypotheken-Instrument vom 22./30. März 1859 ift für kraftlos erklärt worden.

Licgnitz, den 17. März 1885.

Königliches Amtsgericht.

[73296]

Aufgeboten sind:

1) die Post Grundbuch{s Eutorf IIL. 53, Ah- theilung III. Nr. 1: 550 Thlr. g. G. für Peter Beckmann zu Schönholthausen ex oblig. vom 28. Juli 1838,

2) die Post Abtheilung 111. Nr. 3 dajelbst: 250 Thlr. für denselben Beckmann ex oblig. vom 19. Mai 1849,

3) die Urkunde zur Hypothek Abth 111. Nr. 10 daselvst: 67 Thlr. Judicatforderung des F. A. Drees zu Oberelêpe aus dem Eckenntnisse vom 21. Dezemver 1864 und der Reguisition vom 26. April 1869, :

auf Anstehen der Bucheigenthümer Eheleute Fried- ri Schwermann und Elisabeth, geborne Düperthal

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