1885 / 75 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

is von Sozialiémus und Feudalië#wus. An der Spitze jedes Ds Stinnes steht der Kapitän oder Häuptling, dessen Macht in etwas bescränkt ist dur den Rath der Alten, die si der e ling selbst aus den vornehwsten Geschlehtern auëwählt Der Bn und Boden i} allgemeines Eigenthum, d. b. er gehört eigentlich keincm. Jeder nimmt was er braucht. Nur der Besiy an Vieh, I mal bci den Herercs, {eint von Alters her dur< besondere Sitte geregelt. Die Heerden sind eine Art Familieneigenthum. Besonders die Häuptlinge und die ihnen verwandten Familien sind die BEe. Mit jeder diefer Familien steht eine Anzabl Leute als Vasallen, Knedte oder Sklaven in Virbindungz; sie bilden eine Bee: ibrer Herren. Da aber besonders in Bezug auf die Srzengaitse, eo Bodens allgemeiner Kommuniëmus herrs{<t, wird dadur< jeder wir1 k scaftilide Fortschritt gehintert. Keiner thut mehr als er Ugen nöthig hat. Denn was eig E Flecbige fich erarbeitet, daran wi

in aule auc sein Theil haben. ;

Ï E unsäglihen Müben ift es den Missionaren gelungen, dur die Predigt des Evangeliums zuerst einzelne, dann au< mehrere für das Chrisftenthum zu gewinnen. Da unter den D cine verbältnißmäßige große Anzabl von Vornehmen und Häukptlingsf Zen war, so wu>s der Einfluß der ristlicen Gemeinden rasch. Ben D fönnen wir uns bier zu Lande kaum vorstellen, mit welhen Sw O pr keiten und Entbehrungen die Missiorare zumal unter Len e g unkultivinten Völkern zu kämpfen haben. Sie müssen auf das aller- meiste, was andere Eurcpäcr für cine zum Leben nothwendige og ines lifeit halten, verzichten lernen. Der Missionar muß (um nur o ge nach den Aufzeichnurgen eines Veteranen anzuführen) im Stande [G obne Okdah sowohl der glühenden Sonnenhiße, als au< dem \{@nciden>en Nachiwinde Troß zu bieten. Er muß im Stande sein, Reisen zu unternehmen, mit der Auésicht, wocenlang nur aus Pfüßen sein Trinkwasscr zu entnehmer, die scit Monaten von Natan le durstig zur Tränke komen, verunreinigt find, in denen es E lo

von Infusorien, sondern auc von bereits ret sihtbaren Th 0e wimmelt. Es muß ibm aleihgültia sein, ob er seine Lagerstätte s irgend einem Bctt oder cuf der bloß:n Erde gcmacbt hat, wann gn

wie seine Speisen bereitet werden; cs muß ihm gleibgültig werden, wie scine Kleider autschen, ob urxd wie sie von den Dornen zerfeßt, ob und wie fie wieder gefli>kt sind. Ec muß im Stande sein, rov roas das Leben vershönert urd erleichtert, zu entsagen und dabei e noc unter rohen, {mußigen, undanktaren Menschen stets die Glei b- müthigkcit und Freundlichkeit zu bewahren wiffen, ohne wut I Missionserfolg under kbar ist. Bci dem allen ist von der ZIE g keit des eigentlichen Missionsberufs, von der mübsamen Arbe t: an meist völlig vcrwahrlofsten Menschen, von dem Erlernen der gera e fo ungeheuer {weren Nama- und Hererospracbe no< ganz en. Es gehört ekten cin Herz voll Liebe dazu und die Kraft Goltes, die au@ f><ra<he Mersccen zu starken Wei kzeugen maSen kann. _

Besonders \{wicrig wurde die Arbeit gerade jener Missionare dur die fortwährenden Feindschaften zwischen ten . gelben As und ten s{warzen Hircros. Dieselben leben eigentlich seit vielen Jakrzehnten in ftetem Krieg. Nur dem Einfluß der Missionare ist es zu danken, daß sie wenigstens zeitweise {hon Frieden zu halten geneigt sind; wie es sceivt, haken die Namas den Streit angefangen. Aus der nahen Kapkolonie haîten sie Gelegenheit gehabt, fich mit Feucr- gewehren zu versorgen. Auf ihren Jagdzügen kamen fle damit Es weiter na< Norden. Da todten sie die reiwen Heerten der fried- lier geri teten Hereros an. Durch ihre weittragenden Feuergewehre waren die Namas den an si< viel kräftigeren Herercs überlegen. Besonders unter dem herrs{süctigen Oberhäuptling Jonker Afrikaner hatten fie den größten Theil des Hetrerslandes sich unterworfen. Es liegt auf der Hand, daß cs in solchen Kriegszeiten mit der Friedens- orbeit dcr Missionare nit re<t vorwärts gehen konnte, ja daß Vieles, was vorher unter kbciden Völkern mühsam aufgebaut war, dur die Kiicgsgreuel vollständig nicdergerissen ward. Um so mehr darf es uns freuen, daß in Folge der wirklich staunenswerthen Gcduld und Ausdauer der Missionare nun {on überall wesentliche Fortschritte

hrzunehmen find. | i L E Freilich ift ver Grfolg der Missionearbeit unter den beiden Völkern grundverscieten. Die Namas sind, wie alle Hottentotten, leicht er- regten Sinncs, aker dabei wetieiwcndish<; {nell bei der Hand, gute Vorsäße zu faffen, aber wie gewonnen, so zerronnen! So kam's, daß sie bei der Predigt des Evangeliums oft geradezu in Thränen zeflosscn, unker den Zeichen aufrichtiger Bekchrung selbst anfingen zu beten; äußcre Etfolge waren sehr bald erzielt, aber es hielt nit lange an. Nacbber ficlen die Meisten leiht in das alte beidnise Wesen wieder zurü>, und es ward cft ärger, als zuvor. Diese Er- fahrung batte son der alte S&melen machen müsßsen, und nach ihm alle rheinis@cn Nama-Missionare. Auf den ‘verschiedenen Stationen Bethanien und Reboboth, Berseba und Hoachanas, Gibeon, Gobabis und Keetmannéhoop kat es einmal oder öfters Zeiten der Erwe>ung acgeben. und es ist gesehen, gerade wie zur Negenszeit das sonst fo dürre Namaland in herilihcm Grün und entzü>erder Blumenpra<{t dasteht. Es zeigte sih unter den Leuten einzelner Stämme ein Aragen na< Gottes Wort; es war 0ls ob alle mit einem Male Chriflen werden wollten. Abcr bie Enttäus&ung kam bald nad. Nur wenig Früchte ktlieben von dem Llüthenmeer. Jhr leichtsinniges Wesen, ihr angeborner Wandcrtrieb, die fortdauernden Krtegszüge ließen cs nicht dazu kommen, daß das Volk als Ganzes sich bekehrte. Icht mögen etwa 3-— 4000 çctaufte Gemeindeglieder auf den ver- ichiedenen Namastationen unter der Pflege der Missionare stehen. Manche lieblice Züge von der Wirkung tes Wortes Gottes werden in der Gesccichte dieser Mission erzählt. :

Ganz anders war der Garg der Missionsarbeit unter den Herero ; fast umgekehrt. Als si Miisfionar Ó. Hahn 1844 dort niede!ließ, galt cs, abgesehen von allen anderen Hindernissen, eist die völlig un- bekarnte Sprache zu eilernen, von dcr bis tahin no< nie cin Europäer etwas gehört hatte. Zwei Jahre baten die beiden Missionare Hahn und Rath, fern von aller übrigen Welt, in dieser Wildniß beten und arbeiten müssen, ehe sie au<h nur den crsten türfligen Anfang machen konnten, das Evangelium zu verkündigen. Die s\{<warzen Leute hatten gar n’‘<t gewußt, was sie aus den weißen Fremdlingen machen follten. IedenfaUs hatten sie große Achtung vor ihnen. Den Missionar Hahn fahen fie g<g:n seincn Willen als eine Art Häuptling an, Aber es {ien als ob dies Volk ohne alies geistige Bedürfniß wäre. Erst nach 14 Jahren treuer Arbeit konnte der Erstling getauft werden, und zwar ein Hereromädden, das Jahre lang ganz und gar in des Milssionars Haute gelebt hatte. War die Arbeit ni<t weggeworfene Mühe ? Dennoch wurden die? Missionare nit müde in ihrer Liebesarbeit. Sie hatten den fi¿ften Glauben, daß Gott do< no ctwas aus diesen roben Heiden machen könne. Und dieser Glaube ist nicht zu Schanden geworden. Gerade das was so lange Zeit das größte Hinderniß gewesen war, die Unterjohung der Heréèro dur die Nama, das mußte in Gottes Hand das Mittel werden, den Umschwung herkeizuführen. Als das Hirercvolk dur< die Raubzüge dcs gefürhteten Jager Afrikaner völlig zu Boden getreten war, da fing es an, si auf si< felt zu klesinnen. Als Missionar Hahn zum dritten Mal ins Hereroland kam und sich auf der Hauptstation Otjimbingu? nicderließ da schien cin neucr Geift über sie gekommen ¿u sein. Nicht rur, daß sie si< an cin gesittetes Wefen und an cin gcordnites Leben gewöhnten, sie drängten sib zur Kirche und meldeten si zur Taufe. Von da an gings vorwärts troß der vielen Kriege, in denen sich die Herero untcr ihrem Oberbäuptling Kama- herero ihre Unabkängigkeit erkämpsten. Auf den 8 Stati n n im Lande gieb18 jet etwa 100 getaufte Gemein deglieder. Jft die Zahl der Getaufteu au ne< gering, so kann man doch sagen, baß fie einen bestimmenden, tägli<h wachsenden Einfluß au€üben auf das ganze Volk, weil sie meist den vornehmen Geshle(tern angeböcen und gerade dur ihre Tüchtigkeit und Tapferkeit in den Kriegszeiten sich die Achtung bei allen Stammesgencssen erworben haben. Viele dieser Setausten siad wirkli< entschieden ganze Christen, die für ihren Glauben selbst ibr Leben hinzugeben bereit sind.

Es ist jeßt Hoffnurg rorhanden, daß die alte Stammesfecind\schaft aufhören und jetes Volk #< in Frieden bauen wird. Dann hoffen die Missionare no< viel Segen zu ernten. Manches weist darauf hin, daß tas Evangelium bei den Namas und bei den Herero vielfach

illen weiter glimmt, und wenn mit dem Frieden ein neuer Sul hineinfährt, dann werden wirs vielleiht no< mit Staunen erkennen, wie die treue Arbeit unserer ‘Missionare do no< überreih gesegnet wird. Für jeßt werden dieselben in gewohnter Weise fort- arbeiten im alleinigen Vertrauen auf die Kraft des alleinseligmachenden Evangeliums. Denn ob die Nähe der deutsben Kolonie an si {on ein besonderer Segen für die Missionsarbeit fein wird, bleibt abzu- warten. Ueberbaupt müssen wir festhalten, daß nicht etwa, wte hier zu Lande vielfah die Meinung verbreitet zu sein s{beint, diese ganzen Under bereits zu der deutshen Kolonie gehörten. Bis jetzt ist Bur der sür die eigentlihen Bewohner des Landes ganz unnüße wasserlose Küstensaum 20 Meilen landeinwär1s erworben. Das Binnenland, olso bie fruhtbareren Landstriche, stehen größtentheils no< Mee Me unbeschränkten Oberhoheit der Stammeshäuptlinge. Nur Joseph Frederik, der Häuptlirg von Bethanien, hat si bereiis unter den Scbuß des Deutschen Reiches gestellt. Am 28. Oktober v. J. wurde daselbst dur< unsern Generalkousul die deutsche Flagge aufge- hißt. Hoffentlih werden au< die anderen Häuptlinge früher oder

r diesem Beispiele folgen. 2 :

E E A I denn für Deutschland selbft die Erwerbung dieser ersten Kolonie wirkli von besonderem Nußen fein werde, so sei au< als Antwort darauf no< Einiges angedeutet. Wobl hat man gespöôttelt üter dies miserable Stü>k Land, dies Sandloc, das die Deutschen sich ausgesut, weil sie kein anderes mehr hâtten finden können. Aber man lasse es nur gut sein. Große Dinge sind ja viel- fa aus kleinen, besWeidenen Anfängen hervorgegangen. Nannte man nicht einst die Mark Brandenburg, sie zu verböhnen, au die Streu- fandbücbse des römischen Reiches deutscher Nation? Und nun ift aus dieser Mark Brandenburg Dank der thatkräftigen wahrhaft landes- väterlichen Fürsorge der Hohenzollern und dur< den auétdauernden Fleiß ihrer Unterthanen unter Gottes wunterbarer Fügung unser neues deutscbes Reich in der Fülle feiner gegenwärtigen Macht bervor- gewa<hsen. So mags grade uns Brandenkburgern eine glückliche Vorbe- deutung sein, daß wir aub mit einer kolonialen Streusandbüchfe anfangen müssen. Deutscher Flciß und deutsche Thatkraft werden auch da das Jhrige thun. Freilih an cin Auswandern dorthin ist vorläufig no< nit zu denken. Lüderiß hat au< selbst öffentli davor gewarnt. Es ift in erster Linie nit eine A>erbau-, sondern eine Handels- und Bergwerks-Kolonie. Kaufleute, Bergleute, Ingenieure u, dergl. werden dort {on ia den nächsten Jahren ihren Platz fiaden. Dann können weiter ins Land hinein dur< Anlagen von Cisternen und Däâmmen neue Wasserypläte gesbaffen und dadur größere Stre>ken der Vieh- zut, dem Obst- und Gartenbau erslossen werden. Besonders der Anbau der Dattelpalme und ähnlicher Sübfrücbte wird sich sebr lob- nend erweisen. Die Hauptsache iît aber, daß überhaupt e!n Theil der südafrikanishen Küste unter deutscher Oberhoh:-it steht.

i bensversiherungs-Anstalt für die Armee und Va iee Tae sich M Jahre 1884, wie wir tem zwölsten Rechen- schaftsberiht entnehmen, wiederum günstig enlwi>elt. Der Ne tungérath der Anstalt hat si aufs Neue mit der Frage beschäftigt, ob den Versicherten Erleichterungen in Betreff ihrer Leistungen an dte Anflalt gewährt werden können. Die cingehendste und gewissen- haftcste Untersuhurg hat jedo ergeben, daß um des obere sten Gesichtspunktes der Solidität der Anstalt willen eine weitere Ermäßicung der tarifmäßigen Prämien zur „Beit nit eingeführt, aud nit für einen bestimmten Zeitpunkt in Aus- sicht gestellt werden kann. In Bezug auf die Lebensversiberung werden folgende Daten mitgetheilt: Zu den vier Aufnahmeterminen des Jahres 1884 wurden beantragt 1003 Versicherungen über 1213 500 M Versiherungssumme; hiervon wurden angenommen 959 Verficherungen über 1078 500 46 Der Versicberungsbestand am 31. Dezember 1883 betrug 10433 Verficherungen über 13 802 000 , so daß sich ergeben würden in Summa 118392 Versicherungen über 14 880 700 M; hiervon sind jedo in 1884 im Ganzen wieder erloschen 219 Versicberungen über 308 000 Æ. fo daß si am 31. De- zember 1884 ein Versichêrungsbestand ergiebt von _ 11 173 Versiche- rungen über 14572700 Æ Versicherungssumme. Diese 11 173 Ver- sicherungen vertheilen fich auf 10 892 Perfonen. Dem Alter Fer Versicherten nah fallen die bei weitem meiiten Personen in das 21. bis 35, Lbensjahr; die Versicherungssumme übersteigt ia den bei weitem meisten Fällen nit 1000 A4 Es sind vämlich mit 300 1000 6. versichert 8390 Personen (4 184 300 M), mit 1100— 2000 6 990 Personen (1534 200 M), mit 2100—3000 At 685 Personcn (2043800 M), mit 31i00—£000 M, 151 Der- sonen (666500 #) mit 5100 7500 A 357 Personen (2177 600 6), mit 76C0-=10 C00 « 150 Perfonen (1 387 800 M), mit 10 1€0—15 0C0 Æ 120 Personen (1 625 900 4), endli mit 15 1C0—20 000 6 49 Personen (952 600 46). Von den Ende 1884 der Anftalt angehörenden 19892 Versichertén hatten 10 385 mit einer Versicberungs8summe von 13 951 700 M. die_ Gesahrzeit über- standen. In 1884 waren re>dnungêmößig 98 Todesfälle mit 167 400 4 Veisic:ernngssumme zu eiwartenz cs sind jedoch 68 Vaisicherte mit 177000 A Versicherungé|umme „gestorben, von welchen aber nur 56 Sterbefälle mit 176 000 thatsächlih in Recrurg treten. In die Sparkasse der Anftalt wurden in 1884 7173 Einlagen gemacht in Höhe von 850 460 M; der Bestand der Sparkasse betrug Ende 1883 2153 548 M, so daß sich in Summa ergiebt 3 004 008 6 Im Laufe tes Jahres 1884 wurden zurück- gezogen 211 688 4, somit war Ende 1884 ein Gesammtibestand von 27923290 A Die Sparkasse bat zwei Abtheilungen, in deren ersier die Einlagen mit Zins auf Zins gemacht werden, während die zweite die auflaufendten Zinsen halb- jährli auszahlt. Rechnet man zu dem obigen Gesammt- besiand die 4% Zinszuschrceibung der Abtheilung I, pro 1884 mit 03 £53 M, so ergiebt sib der Gesammtwerth ter Spareinlagen mit 2845 973 Æ. Die Einnahmen der Anstalt betrugen an Prämien 384 218 6, an Spareinlagen 858460 16, an Zinfen 352842 4, an Courêgewinn von Effekten 3135 #46 Unter den Ausgaben fizuriren 144 700 Æ, mwel<he an Hinterbliebene von Versicherten ausgezahlt wurden, 1038 K als Rükkaufspreis für Versiberungspolicen, 211 688 46 für gekündigte Spareinlagen und 64 749 4 für Verwaltungskosten. Die Verwaliungékosten nahmen überhaupt 8,789 der Prämien- und Zinsen- einnahme in Anspruch; dieselben wurden aus den Zinsen des Garantie- fonds gede>t; der letztere, welcher bi der Gründung der Anstalt vom Deutschen Reiche Überwiesen wurde, beträgt 3 000 000 Außerdem besteht ein Sicherbeitsfonds, welcher Ende 1884 sich auf 2294 845 Æ belief; der Prämien-Reservefonds ist in 1884 um 173 687 M. auf 1268083 Æ angewachsen.

In San Francitco, der Hauptstadt Kaliforniens, besteht seit dem Jahre 1854 R A Deutsce Unterstüßung8gesell- \c<aft, welche foeben ihren dreißigsten Jahresbericht (1884) veröffent- lit. Wir entnehmen demselben folgende Mittheilungen: Die Ein- nahmen der Gesellschaft aus Beiträgen, Eintrittsgeldern, Gescenken E: betrugen 42 254 Doll. ; die Ausgaben beliefen sich auf 34257 Dol, so daß im Laufe des Jahres 8000 Doll. kei der Deutshen Spar- und Léihbark hinteilegt werden konnten und das gesammte Guthaben bei dem Institut Ende 1884 12101 Doll. betrug. Die Einnahmen von zahlenden Kranken beliefen ih auf 24768 Doll. und überstiegen die des Vorjahres um 1973 Doll. und die des Jahres 1878, in welchem das neue Hospital eröffaet wurde, um 13385 Doll. Das Unterstützungecomité hat im Jahre 1884 10 372 Doll. für Unterftüßungen verausgabt, davon für Verpflegung von Einwanderern und unbemittelten Kranken 3760 Dol. und 6612 Doll. in baarem Gelde. Es wurden 1012 Männer unter- fiüßt gegen 706 in 1883 und 375 in 1882, Die Zahl der arbeitê- losen unbemittelten Leute, wel>hze die Hülfe der E L in An- spru< nahmen, hat si also in zwei Jahren verdreifacht; die Unter- slüßten sind ausnahmélos ‘ehrliche und willige Handwerker und Farmarkbeiter, welde s< vor keiner Acbeit \{<euen und mit dem geringsten Lohn begnügen. Jin Jahre 1881 vertheilte die Gesellschaft im Ganzen 1420 Speisemarker, im Monat Dezember

des leßten Jahres allein 870 und im Ganzen Jahre 6700. Der Bericht spricht dann von den Ausfihten dec Einwanderer und bc-

, daß an Arbeitern kein Mangel, sondern Ueberfluß fei, und dez im nur für A>erbauer, die über ein klcines Kapital ye 5°0—1C00 Doll. verfügen, rathsam sei, na< Kalifornien zu gehe, Außer den oben erwähnten Männern erhielten 300 Frauen und 47 Familien Geldunterstüßungen von der Gesellschaft. Im Hospit, wurden 41 Kranke, und zwar 24 Männer und Frau, die theils arm und hülfsbedürftig, theils unbemittelte Ei, wanderer waren , verpflegt. Außerdem wurden theils in dey Gesellscaftsbureau, theils in den Wohnungen der Paätienta 2032 Mitglieder und 468 unbemittelte von dem Gesellschaftsarzt by, handelt. Im Jahre 1884 wurde ferner von der Gesellschaft 4; Männern und 192 Frauen Dienst und Arbeit na<hgewiesen. An Ende des Jahres zählte die Gesellschaft 3510 Mitglieder, davon ir San Franzisko 3032, im Lande 257 und 221 lebenslänglice Mit, glieder. Die Vermögens*ilanz der Gesellschaft ergiebt" einen Ueber \{uß der Aktiva von 177 434 Doll. Der Bericht führt im Gay zen 16 deuts4e Gesellsbaften an, welche in den Vereinigten Staate bestehen, und zwar zu Allentown Pa., Baltimore, Boston, Chicage Cincinnati, Kansas City Mo., Milwaukee, New-Orleans, New- Yort Philadelphia, Pittsburg, Portland Or., Rochester N. Y., St. Louit San Franzisko und Seattle WT.

addem am 26. d. Mts. die Compagnien tes 2. Bataillon Garbe Fülier-Meaiaents, des 2. Bataillons Kaiser Alexander Gardy Grenadier-Regiments Nr. 1, des Füsilier-Bataillons Kaiser Fray Gardc-Grenadier-Regiments Nr. 2 sowie des 2, Bataillons 3. Gards Regiments z. F. und gestern die Compagnie des 3. Bataillon Garde-Füsilier-Regiments des Füsilier-Bataillons Kaiser Alexandy Garde - Grenadier - Regiments Nr. 1, des 1. Bataillons RKaist Franz Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2 und des Füßilier-Bataillon 3. Garde-Rcgiments z. F. in Gegenwart der resp. Vorgeseßte in den Exerzierhäusern der betreffenden Regimenter besichtigt worde waren, fanden heute in gleider Weise die Vorstellungen de

Franz Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2 und des 1. Bataillon!

werden am 31, d. M. resp. am 1. April cer. erfolgen.

Mannheim, 27. März. (W. T. B) Die Hartgummifabrik in Ne>karau fast vollständig niedergebrannt

sei. Der Schaden wird auf eine Million Mark geschäßt.

unglü>ten im „Bettina“-Sc<hacbt der

Gas-Erplosion 40 Bergarbeiter. ob alle todt find.

deren feierlide Eröffnung am 2. Mai dieses Jahres erfolgt, ist durá ihre Bestimmung ebenso wie kurch ibre Anlage ganz dau geeignet, die Aufmerksamkeit des europäischen Westens in hohem Grade a fich zu lenken. Ungarn, das im Auélande si< rur oberflählich q kannt weiß, hat das Bedürfniß empfunden, eine Ausstellung zu ver

Curopas Gelegenheit finden, sid ein richtiges Urtheil übe vioses Land und seine Kulturzustände zu bilden. Die „Ausstellun wird sona das gesammte geistige und materielle Leben dieses Lande umfassen und einen Mikrokosmus der nationalen Arbeit in Ungan bilden. i f wirtb s\chaftliden Reizen und ihrer ar<(itektonisben Entwicklung, wit

Baukunst sind, wird daselbft in übersichtliten Sammlungen alles auf A sein, was Ungarn auf dem Gebiete der Landwirthschaft, de Industrie, des Unterrichts8wesens und der Kunst hervorgebracht hat, Forstwirthschaft, A>kerbau, Berg- und Hüttenwesen, Weinbau, all Zweige der volkswirthschaftlichen Thätigkeit werden in der Ausstellun in besonderen Pavillons dargestellt sein; das Schulwesen, die bildende Künste, die Mascbineninduftrie haben ihre {mu>en Hallen, und den

talisbe Pavillon wird den abendländishen Besuchern die Zauberwel!

die Typen ihrer National kostüme aus, / österreichish-ungarishen Monarchie, stellt gleichfalls ein t interessanter orientalisher Welt bei, und so wird denn die ungarisd!

Die feierlibe Eröffnung der Ausftellung wird Se. Majestät der Kaist

des Kronprinzen Rudolf und des gesammten Hofftaates vollziehen. Die Eröffnung wird eine ganze Reihe jener prankvollen ationale

akt begleiten.

österreiisden, böhmisden und galizishen Bahnen Karten für di Dit ‘ind Rütreife zum Besuch der Ausstellung mit einer Prei

stellungs-Lotterie kauft.

Im Deutschen Theater geht am Dienstag, den 31. d, M, zur M olfcter des 70 ften Geburtstages des Reid! kanzlers Fürsten von Bismark das vaterländische Schauspl! „Prinz Friedri< von Homburg“, von Hein:ih von Kleis, zum erfien Mal in Scene. Die Vorstellung beginnt, wegen des diesem Abend stattfindenden Fackelzuges, ausnahmsweise bercits ur 6 Uhr und wird {on um 84 Uhr beendet sein. Am Mittwow, de 1. April, findet eine Wiederholung derselben Vorstellung tat!

von „Der Probepfeil*, „Hamlet“ und „Richard III.“

Sonntag, wird „Hamlet® gegeben.

Neues Friedrih-Wilhelmstädtishes Theater. Kol traktlice Verpflichtungen gegenüber den Pariser Autoren haben U die Direktion die Nothwendigkeit ergeben, die „Gasparore «Borse lungen, troß des no< allabendlichen zahlreiben Besuchs und Beifall abzubrechen und die Aufführung der Novität „Dec Großmogul*® vorz

17, April) anscbließen wird. Täglich finden bereits Proben dal statt ; A das für den „Großmogul*" engagirte Ballet, wel<es iy zwischen mit vollem Erfolge in größeren Provinzial städten gafstirt ha

Proben zu vbethetiigen.

Redacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (S <olz). Dru>k: W, Elsner, Sechs Beilagen

Berlin:

(einf<ließli< Börsen-Beilage).

agnien des 2. Bataillons 2. Garde-Regiments z. F., de S Garde-Füsilier-Regiments, des 1. Bataillons Kais Alcxander Garde-Grenadier-Regiments Nr. 1, des 2, Bataillons Kaise

3. Garde-Regiments z. F. statt. Die Besichtigungen der Compagnie des Füsilier sowie des 1. Bataillons 2. Garde-Regiments z. F :

: „Neue badist Mi Landesëzeitung" meldet, daß heute Mittag die große Rheinisch

Troppau, 27. März. (W. T. B.) In der leßten Nacht ves Sa e L A | T b [[s\<aft bei Dombrau in Swlesien in Folge ein: S ge E Es ift no< nicht festgeftell,

Pest, 21. März. Die ungarische Landes-Ausf\tellun;

anstalten, in welcer seine wirthf<aftlidben und gewerblichen Verhält} nisse, sowie seine Entwickelung auf dem Gebiete der Künste und Wissen schaften verans<hauli<ht fein werden, damit die übrigen Nationa

Die Haupistadt, selbst eine Seher swürdigkeit mit ihren land}

dem ausländischen Besuchern in der Lapdes-Ausftellung cine Fülle dis Interessanten und Lehrreichen bieten; in mehr als hundcrt Ausstellung gebäuden, die nebenbei bemerkt allesammt stylvolle Schöpfungcn de

nationalen Gewerbe ist der Hauptbau der ran gra Pod in mon mentalen Verhältnissen aufgeführte Jnduftriepalast geweiht. Der orie des Ostens, an deren Grenzmarke Ungarn liegt, entrollen ; Rumänien : Serbien, Bulgarien und die AME Debit be ita :

use ihrer Hausindustrie, die Produkte ihrer andwirth\<af:} E ee M Bosnien, tas a A / U

Landesauéstellung ein fesselndes Bild darbieten, in welchem wi lid! i Kultur und oriental isches Leben si zu seltener Farbenpraht vers{mcl;e.|ff

und König Franz Josef in Anwesenheit des Protektors der Ausstellun Festlichkeiten im Gefolge haben, die in Ungarn jeden solennen Staalt : Während der Dauer der ungarischen Landes-Ausftellung werde}

auf den Stationen der meisten ungarischen und der bedeutender

eimäßigung von 39 bis 40 9/6 ausgegeben werden, wenn der Betreffend ho eine Eintrittskarte in die Ausstellung und ein Loos dec Aut}

Außerdem bringt das Repertoire der ä<bsten Wocbe nrn i m Char freitag, den 3. April, bleibt das Theater ges<hlossen. Morg}

bereiten, welbe si< an die 200. Vorftellung von „Gaëêparone“ (a!

kehrt dieser Tage von seiner Gastspielrundreise zurü>, um fich an de

zum

O0

Ernennungen,

eere. Major und persönliher Adjut. des Prinzen Albre<t von Preu en, Königliche Hoheit , unter Belassung in diesem s

Im aktiven H

Militär-Gouverneur oheit des Prinzen einri<h und Joa

r. Lt. vom Ulan. Regt.

bei des Prinzen A

lichen Hoheit des v. Uechtriz und

Regiment Nr. 13, zum Pr. Lieu

24, März. v. P Div., unter Dienstleift. Major vom Großen

Friese, Hauptm. und Comp. Che unter Beförderung zum überzähl.

Nr. 85, v. Brandt Nr. 6, zum Kadetten des Generalstabes un

unter Entbindung von dem Ver bei der trigonometrischen Abtheilung

d. J, als Comv. Bendemann, Pr.

bei der trigonometrishen Abtheilu

Stellung à la suite

als Vermessungs-Dirigent bei der

D. e; A Riedel v. Konshe Pr. Lt. befördert.

D? J, der Landesaufnahme

Gren. Regt. Nr. 7,

Nr. 43, Bornmül

1. April d. J. ab zur Dienstleist

metris<hen Abtheil. der L Eschenburg,

längert.

gleichzeitiger Versetzung bei dem Ulan. Regt. N

in den Nebenetat des

v. Unruh, v. Broed>er, Pr. Lt, von ihrem Kommando bei d

Erste Beilage

Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Slaals- Anzeiger. .

Berlin, 22.

der beiden ältesten Albre<t von Preußen, im Albre<t Königliche

lbre<t i zum persönliche Prinzen Albrecht Steinkir<, Sec.

odbielsfki, Major vom

Generalstabe,

hause in Kulm, Eltester, Hauptm. à la suite Großen Generalstabes,

d vom Nebenetat des haltniß als

Chef in das Lt. vom Gren. Regt, Nr. des Generalstabes der Arme gedachten im, Sec. Lt. vom Gren. Pr. Lt. vom vom Garde-Fuß-Art.

entbunden. Krause I.,

Pr. Let, P

Lt, vom: Snf: Blauel

Hauptm. à

vom Nebenetat des großen Generalstabes, unter

Verhältniß als Verm

der Landesaufnahme, als aggreg. zu Pr. Lt. vom Feld-Art. Regt. N. 5,

mando zur Dienstleist.

à la suite des Generalftabes ter

mefssungédirigent bei in den Nebenetat des mann à la suite des

Großen Generalstabes, unter Verleihung

als aggreg. zum Inf.

und Comp. Chef von der Haupt-Kadette zur Dienstleistung bei dem Nebenetat d unter Stellung à la suite des Gren. Re etat des Großen Generalstabes, v. Weft

Comp. Chef leistung bei

vom Ka

essungsdirigent

bei dem Großen Generalsta Armee, behufs

der topographishen Abtheil

Großen Generalstabes, Füs. Regts. Nr. des

Regt. Nr. 117, v. Lesz

zu di

v. Biegeleben, Hauptm. und Comp Chef vo

kommandirt zur Dien

Nr. 97, zum von dems. Regt., zum

stleistung bei dem Kadettenhause zu Kulm, zum Kadettenhause in Plön, verseßt,

Cleve, Pr.

Hauptm. und Comp. Chef, Winterberger, Sec. Lt.

Pr. Lt., besördert.

Söhne Sr. Königlichen der Prinzen Friedrich Hoheiten, v. Wi Nr.e A E zur tos von Preußen nigliche Hoheit, Stellung à la suite des Regts., 9 von Preußen L Lieut. t., vorläufig ohne Patent, befördert.

zum Großen Generalstabe, zur r. 13 kommandirt. v, zum Generalstabe der 19. Div., “al vom Fadeltenhause d. ajor, als aggreg. zum Inf. Regt. , Hauptm. und Comp. C

der Landesaufnahme, zum 1. April Gren. Regt. Nr. 6,

ng der Landesaufnahme, unter

Abtheilung, vom 1. April Großen Generalstabes verseßt.

er trigonometris<hen v. Lott, Pr. Lt. Li

y ung bei der trigonometrishen Ab- theilung der Landesaufnahme, die ersteren beiden auf drei Jahre, der [leßtere auf ein Jahr kommandirt. Art. Regt. Nr. 11, dcssen Kommando zur Dienstleist. bei der trigono- ande8aufnabme bis zum 1.

la suite des Generalstabes und

bei der topographishen Abtheil. m Inf. Regt. Nr. 32, Noehl, unter Entbind. von dem Kom-

Bendemann, Haupt- 73 und vom Nebenctat des Charakters als Major,

nanstalt und kommandirt es Großen Generalstabes, gts. Nr. 6, in den ‘Neben- : esternhagen, Hauptm. und dettenhause zu Kulm, kommandirt zur Dienst- der Haupt-Kadettenanstalt,

rz. v. Schroetter,

Verhältniß, zum

) unter n Adjutn, Sr. König-

ernanit. vom Ulanen- Generalstabe dec 19. Massow, zu Plön,

hef vom Gren. Regt.

Vermessungs-Dirigent

versetzt. 110 und kommandirt

e, behufs Verwendung

Regt. Nr. 110, zum Inf. Regt. Nr. 46, Regt., zum 1. April Abtheilung vom vom Inf. Regt. Regt. Nr. 83, vom

, Pr. Lt. vom Feld- April k. F, ver-

Entbindung von dem

be und unter Stellung Verwendung als Ver- , der Landesaufnahme

czynski, Hauptm.

eser Kadettenanstalt, m Inf. Regt. Nr. 97,

Lt. vom Inf. Regt.

Statistische Nachrichten.

sind auf den Münzstätten des Deutschen 7 Stü> Doppelkronen im k und im Gewichte von 45 927,428 Pfund (bei ausgeprägt worden.

= 0,0039 pro 1000 Pfd.,

Im Jahre 1884 Reiches an Werthe von 57 661 740 einem Sollgewiht vo Differenz war in

\{ließli< in Berlin

9337,570 Pfd. (+4 0,503 Pfd. =°0,0942 Durcbschnitts-Feingehalt Bei den im Jahre

Tungen zeigte unter 1884 qgeprägte Dop 0,000 005 Pfd. eine in Darmstadt

0,000 065 Pfd. = 8,1607 Tausendtheile ;

größte Mebrgewicht 0,000 011 Pfd. = gewicht cin aus der mit 0,000 149 =

Goldmünzen 288398

Berlin + 0,1409 Pfd. in Hamburg 0,024 Pfd. = 0,0024 Pfd. An Reichs - Silbermünzen wurde

= 0,3139 Tausendtheile. das

n 45 927,428 Pfd.,

pro 240168 Zweimarkstüde von 899,73 geprägt.

1884

den Goldmünzen eine in pellrone das größte

im Jahre 1880

—Die Nr. 4 der Zeits<rift des König Statistishen Bureaus (Sechzehnter Jahrga

Statistik der Reichstagswahlen von 1884 in im Jahre 1881 jeder bayerische Watktlkreis in den Prozenten der Bevölkerung wie geringere Wablbetheiligung als bei 1878 gezeigt hatte, ift dieses Mal kein einziger Wahlkreis vorhanden, den absoluten Zahlen eine Erhöhung der Wahl- ersien Wahlen des Jahres 1881 in 26 Wakhlbezirken weniger als

und

der nit wenigstens in

betheiligung im Verglei zu den auêwiese, Im Jahre 1881 wurden 10000 Stimmen abgegeben ; im Jahre 1884 sind solher Wahlkreise nur 10. Im Jahre 1881 gab es 20 Stimmen; 1884 ift die Zahl dieser

haben nur 2 Wahlkreise

mit 19 321, Nürnberg mit 21 656); höhere Wahlbetheiligung auf

kreise eine stadt 17000, Speyer Müncben II 24 967, N In Prozenten der die Wahlbeiheiligung

Wahlkreise 3

eine Wahlbetheiligung über 17 000 (Müncwen II

Jahre 1884 wtesen 7 Wakhl- (Zweibrücken 17 043, Immen- ugsburg 19 647, Landau 21 839,

im

19294, A ürnberg 25 309).

Wakhlbere<htigung ausgedrü>t bewegte ih

1881

¿wischen 10,6 u. 20,6

306, 40,6 50,6 60,6 (06 „80 80,6 , 90 Eine Wakhlbetheilig 1884 29 Wahlkreise.

70

U 7 40,5 , 13 50,5 60,5

20,5 in 1 Wahlkreise, in 7 Wahlkreisen, »

¿H J v 12 s O0 y S « 1 Wahlkreise, ung von über 50,6 9/0 hatt

n im Jahre 1884, aus- fd. pro 1000 Pfd.) zum

vorgenommenen Gewichtsermitte-

höbste Mindergewicht geprägte Doppelkrone mit heile; bei den Silbermünzen das ein Markftü> der Münze 0,9900 Tausendtheile Münze zu Darmstadt 13,4101 Tausendthéeile.

und das höchste Minder- hervorgegangenes Markstü>

n Dayern. Während in den absoluten Zahlen der Wahlberectigten eine den ersten Wahlen des Jahres

Wahlkreise mit 10 001 bis 17 050

» 1 - e 12 " « 10 "

1000 Pfd. = 480336 A =

Hamburg im Jahre Mehrgewiht mit

Berlin mit

li< Bayerischen ng 1884) bringt eine

1. Im Jahre 1881

1884 Wahlkreise,

e Wabhlkreisen,

6 s 1 Wahlkreise. en fona< 1881 16,

1885.

Inn Jahre 1878 hatten 37, im ausgewiesen.

kreisen des Königreiches 9 je 2, 14 je 3 und 1 sogar 7 Kandidaturen aufgestellt. (Es 180 Kandidaturen in Frage; davon waren

geniäßigt liberal 1), 56 fleritale klerifal 7), 22 sozialdemokratis{he, 9 demokratische, 8 konservative, 3 freikonservative und 4 sonstiger bezw. unbekannter Nichtung. Für die 180 Kandidaturen traten

mehreren Wablkreisen und zwar von 2 in je 4, dann je 1 in 5, 6 und 10 Wahlkreisen.

davon trafen 349 752 auf klerikale, 212 812 aiætiberale (darunter 45 078 auf deutshfreisinnige, 34 899 auf sozialdemokra,tis{e, 20 730 auf demokratische 6 669 auf konservative, 9 162 auf freikonservative und 742 auf Kandidaten sonstiger bezw, unbekannter Richtung, 2 278 waren zersplittert, 1373 ungültig. Nach Maßaabe dieser der cinzelnen Parteirichtungen :

partei), 5,5 sozialdemokratisch, 0,8 freikonservativ, 0,5 sonstige dieses Prozentantheiles würden entfallen: 27 16 liberale (darunter 3 deuts{freisinnige), 3 1 demofkratishes und liber 1 würden Konservative tive zusammen zu verfügen haben.

3,3 demokratis,

wurden in 38 Wahlkreisen abgegeben,

und 34,5, freifinnige in 16 Kreisen,

nahme von Landshut abgegeben. liberale und 1 Deutschfreisinniger. kreisen nöthig geworden,

4 Waßlkreisen, zersplitterte in jedem Wakhlkreise. Bet einem Vergleich

sähliben Gruppen folgendes Bild auf: Das Z und 1884 55,3 % aus;

34,5, 1881 31,5 und 1884 33,6 9/0;

1881 4,5 und 1884 5,9 9/0; die Demokraten 4,0, und 1884 3,3 9%;

0,9 und 1884 0,8 9/0;

3,2 und 1884 1,0 9%; sonstige Parteistellungen und

zusammen 1881 0,8 und 1884 0,5 %

Stimmen = 57,6 9%, wenigstens für München hier angeführt.

53 Wähler = 486 0%

38,1 % Stimmen erbalten. An der 16 568 = 49,5 %, also + 315 = + 1,9 9/0); fih 9226 = 56,2 9% (demna< + 2675 = + der Kandidat des Centrums 7202 = 0/0),

b) München II Wahlgange erschienen waren gültig; der sozialdemokratische Kandidat 6399 = 25,7 °%0.

(Centrum und Sozialdemokrat). 24967 = 45,4 °%9 Wähler; 24919 S

gültig abgegebenen 26990 Stimmen demokratischen Kandidaten 13 552 = —+ 24,5 9/0), auf den Kandidaten des Stimmen (oder + 1488 = —+- 0,6 9/0).

entfielen

—+ 2416 = + 12,5 9% Wähler 12858 gültig abgegebenen Stimmen kamen 6470 = mit +- 2076 = —+- 8,92 9%) auf den und 6388 = 49,7 0/0 (oder + 3496 = vativen.

Die Zahl der engeren Wahlen

vier, 1881’ sieben, 1884 neun.

Die definitiven Wakblergebnisse weisen folgendes Resultat auf: Von den gewählten 48 Reichstag8abgeordneten gehören 33 dem Centrum, 11 den liberalen Gruppen (8 nationalliberal, 2 deutf<- freisinnig, 1 liberal), 2 der Demokratie, 2 der Sozialdemokratie an. Der Prozentantheil der einzelnen Parteirihtun en an der Zahl der gewählten Abgeordneten ist: Centrum 69,10, Tiberale Gruppen 22,8 (nationalliberal 16,6, deuts<freisinnig 4,1, liberâl 2,1), Demokratie 4,1, Sozialdemokratie 4,1.

26 der Gewählten saßen bereits im 25 auf Grund bayerisher Mandate. 17 gehörten dem Centrum, 9 der nationalliberalen, 2 der deut sc<freisinnigen, 1 der sozialdemo- kratishen Partei an. :

Von den 22 Gewählten, welche ni<ht Mitglieder des leßten Reichstags waren, treffen 16 auf das Centrum, 4 auf die liberalen Gruppen (3 nationalliberal, 1 liberal) und 2 auf die Demokratie.

Von den 48 Reichstagsabgeordneten sind 47 bayerisbe Staats- angehörige. Bei den 5 allgemeinen Wahlen voû 1874, 1877, 1878, 1881 und 1884 wurde in 28 Wahlkreisen stets ein Kandidat des

vorigen Reichstage, davon

Centrums gewählt, nämli in den 6 Wahlkreisen von Niederbayern,

Jahre 1877 45, im 1874 sämmtlice 48 Wahlkreise eine Wahlbetheiligung von U L %

Was die Parteiverhältnisse anbetrifft, so haben von den 48 Wahl- , 10 je 4, 11 je 5, 3 je 6 waren fona<h im Ganzen

78 liberale (mit der Detailbezeihnung : nationalliberal 43, deutsfreisinnig 16, liberal 15, bayerische Reichêpartei 3,

(mit der Detailbezeichnung : Zentrum 49,

t 139 Kandidaten auf, davon 119 =85,6 % nur in Einem Wahlkreise und 20=14,4 9% in

leßteren 13 in je 2, 2 in 1 D Im Ganzen wurden 634416 Stimmen im Königreich abgegeben ;

Gesammtstimmenzahlen ist der Prozenttheil i 99,3 flerikal, 33,6 liberal (22,3 na- tionalliberal, 7,1 deutsfreisinnig, 3,3 liberal, 0,9 bayerisbe Reichs- 1,0 konservativ, bezw. unbekannte Richtung : gemäß kÉlerikale Mandate, sozialdemokratische, und Freikonserva-

Klerikale Stimmen wurden in allen Wahlkreisen mit alleiniger Ausnahme des Wakhlkreises Hof abgegeben, nationalliberale Stimmen 1 Stimmen für die bayerische Reichspartei irafen auf je 100 Wahlstimmen in zwei Kreisen je 1,7 Gemäßigt liberale Stimmen in cinem Kreise, deutsch- liberale Stimmen ohne weitere Unter- scheidung in 12 Kreisen, die liberalen Stimmen ohne Rücksicht auf die Nuarcirung im Einzelnen wurden in allen Wahlkreisen mit Aus- Gewählt wurden hierbei 6 National- Stichwahlen sind in 7 Wahl- [ Stimmén für Freikonservative ers{ienen in 3 Wahlkreisen, konservative tin 8, demokratis<he in 9, sozialdemo- kratishe in 22, Stimmen sonstiger bezw. unbekannter Richtung in

na rüdwärts tritt hinsichtlich der haupt- entrum wies 1874 59,7, 1877 54,3, 1878 53,8, 1881 55,1 auf die siberalen Richtungen treffen 1874 35,5, 1877 36,4, 1878 die Sozialdemokraten ergaben 1874 2,2, 1877 3,7, 1878 3,4, erreihten 1874 0,1, 1877 0,04, 1878 1,2, 1881 die Freikonservátiven ¡eigten 1874 1,6, 1877 28, 1878 3,1; 1881 die Könserouticen lieferten 1874 0,9, 1877 2,8, 1878 4,0, 1881

zersplitterte Stimmen bezifferten

Die Wakhlbetheiligung beim ersten Wakhlgange beziffert 634 416 Stimmen = 56,0 9/0; sie stieg mit den engeren Wahlen auf 652 118 Das Resultat der engeren Wahlen sei

a) p P T (Liberal und Centrum). Im: ersten Wahlgange hatten 16 25. der Wahlbere<btigten Stimmen abgegeben ; hiervon waren 16 220 gültig; der liberale Kandidat hatte 65d1 = 40,4 0/4 Stimmen, der Kandidat des Centrums 6172 = engeren Wahl betheiligten sich 4 0,9 Wähler (Steigerung um gültig waren 16 428; der liberale Kandidat vereinigte auf 15,8 9%) Stimmen, 43,8 % (fohin + 1030 =

Im ersten timmen der Kandidat des Centrums hatte 11 959 = 48,0 %,

Bei der engeren Wahl erscbicnen 27071 = 49,2 °%, mithin —+ 2104 = +- 3,8 9/6 Wähler (Steigerung um 8,4 9%); von den auf den sozial- 50,2 % (fonab + 7153 = Centrums 13 438 = 49,8 0/9

Im zweiten Wahlgange erscbienen 12 889 66,9 9%, sobin (Steigerung um 23,1 9%); von den 50,3 % (hier- nationalliberalen Kandidaten + 22,0 9%) auf den konser-

te 3 stellt sih bei einem Vergleide na< rü>wärts als stetig wahsend dar: 1874 eine, 1877 drei, 1878

|

M 75. Berlin, Sonnabend, den 28. März

Personalveränderungen.

Königlich Preußische Armee, Beförderungen und Versetzungen.

in den 5 Wakblkreisen der Oberpfalz und von Regensburg, dann in s Waßhlkreisen Oberbayerns, in 5 Wahlkceisen von Schwaben und Neuburg, in 4 Wahlkreisen von Unterfranken und Aschaffenburg sowie in je einem Wahlkreise von-Oberfranken und Mittelfranken. Aus 5 Wahlkreifen wurde ftets 1 Kandidat der nationalliberalen Partei entsendet, nämli aus 4 Wahlkreisen der Pfalz und 1 Wahlkreise von Oberfranken. Ueber den Prozentantheil der Wakhlberechtigten an der Wahl der Abgeordneten 1884 nach der Parteistelung der gewählten Abgeordneten giebt folgende Tabelle Auskunst :

Bon 1060 Wahlberechtigten

aben für die gewählten bgeordneten gestimmt

O Q —_— r es es a E) C e e L _ —_ La)

National- liberal Deutsch- fceisinnig Demokrat Sozial- demokrat König- rei

70,1 bis 80 60,1

A e O L 00

L4H [2A 14-4 14

[J

40,1 301 201 ,

50 20 40 10 30 2

1 X

1

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

__ Von den Jugends\{riftstellern dürfte bei den jungen Lesern wohl keiner so bekannt und beliebt sein, wie Ferdinand S<midt, welbem dieselben so man< hübshes Buch verdanken. Die uns vorliegenden drei Erzählungen legen einen neuen Beweis hierfür ab. Es sind drei patriotishe Erzählungen aus der Zeit der preußischen Könige (Verlag von Felix Bagel in Düsseldorf), deren erste „Bilder aus den Freiheits*kriegen“ bringt. In flarer, sa<lider Darstellung wird uns hier eine Swilderung der damaligen bewegten Zeit gegeben, wir werden mitten in die großen Tage der Erhebung des deuts<en Volks na<h fo langer Knechtshaft und Ercnie- drigung verseßt, und der Verfasser hat es vortrefflich verstanden, uns den Geift jener geivaltigen Stunden nahempfinden zu lassen. Aber nit in rein poetisher Schilderung, nit mit über- s{<wängli<en Worten suchte er feine Absicht zu erreiben, sondern gerade dur das allereinfahste Mittel, dur Zusammenstellung sach- licher und streng geshi<tliher Thatsachen, Die Opferthätigkeit jener Tage wird aus aktenmäßigem Material dargelegt, wir erfahren Näheres über die Geber, die Höhe der gespendeten Summen, die Gesinnung, welche sie zum Geben bewog, „Dann werden uns kurze Charak- teristiken der bedeutendsten Männer jener Zeit gegeben, Proben von den begeisterten Liedern, an denen dieselbe so rei< war, und in fortlaufender Darstellung wird uns der Verlauf der gewaltigen Erhebung in ansprechender, \<li<ter Form geschildert. Die zweite Erzählung, „Künstler und Handwerker*, {ließt si an die eben erwähnte n an, fie behandelt den Zeitraum von 1815—1830, Der Verfasser erzählt uns hier von einem Knaben, der, aus ärmlihen Verhältnissen hervorgegangen, und harten Anstrengungen allmähli< zur wunscbes, Künstler zu werden,

na mancher Entbehrung Erfüllung seines Lieblings- gelangt. Arm und hülflos in die Residenz ekommen, findet er dur glüdlihen SZu- fall gutherzige enshen, welhe si{< seiner annehmen und ihm förderli sind. Vom bescheidenen Tischlerlehrling s{wingt er si allmähli< zum Kunsftshüler auf, und die Bekanntschaft mit dem Bildhauer Rietschel erweist si für thn als äußerst vortheilhaft. Wir verlassen ihn in dem Augenbli>, als er dicht davor steht, si endlich ganz der heißgeliebten Kunst hingeben zu können, und mit Vergnügen sehen wir der Darstellung seines weiteren Gntwi>elungé- ganges, welche uns der Verfasser zum Schluß verspricht, entgegen. Auch hier benußte der Verfasser geshi>t jede si bietende Gelegenheit, um auf den geschichtlichen Hintergrund, auf wel<em sih seine ein- fahe Erzählung abspielt, helle Lichter fallen zu lassen, die uns einen belehrenden Einbli> in die damalige Zeit geben. Ein drittes Buch betitelt si: „Frei vom Dänenjoce!* Eine Erzählung aus den Jahren 1863 und 1864, Der patriotische Gedanke, welcher die oben besprochenen Erzählungen leitet, findet au hier reichliche Nahrung, und der Verfasser hat es verstanden, das sih ihm darbietende Material in geshi>ter Weise in Form einer kleinen Erzählung zu verarbeiten. Wir finden in ihr einen alten Bekannten wieder, es ifl eine von denjentgen Personen, welche si< um den oben erwähnten jungen Künstler verdient gema<t haben, als derselbe mit trüben Aussichten seine auf einen segensreicen äbscluß hinzielende Laufbahn betrat. Wir sehen hier an einer \{li<ten Perfon, einem Hausdiener, be- wiesen, wie ehrliche Arbeit auch ihren Lohn erhält, und lernen in diesem Manne einen tüchtigen Charakter kennen. Am Abend seines Lebens befindet er sih in glü>lichen Verkbältnissen und sieht mit Stolz auf einen herangewahsenen Sohn. Die Vorboten des dänischen Krieges 1864 machen fi< bemerkbar, und in trefflicher, von patriotishem Geiste durhwehter Schilderung wird uns vom Verfasser der Ursprung und weitere Verlauf dieser Bewegung und des aus ihr hervorgegangenen Krieges dargelegt, So bieten diese drei Bücher dem jungen Leser eine anziehende, belehrende und vor allen Dingen sittli< fördernde Unterhaltung; dieselbe ist derjenigen in so manen der heutigen Iugendschriften, die dur Erzählung von Abenteuern und wunderbaren Dingen nur zu oft verwirrend auf das junge Gemüth einwirken, bei weitem vorzuziehen. Sittlicher Ernst, verbunden mit anmuthiger Darstellungsgabe, zeibnet die Schmidtshen Schriften aus und sichert ihnen einen dauernden Platz in allen Volks- und Schülerbibliotheken, in denen sie nicht fehlen sollten. Der billige Preis empfiehlt überdies ihre Erwerbung, da der sauber kartonnirte und ges<mad>voll ausgestattete, mit je zwei Holzschnitten ges{<mü>te Band nur 1 K kostet, Von Kir<{hoff u. Wigand in Leipzig erschienen über ibr antiquarisces Bücerlager kürzlih ¿wei Kataloge, Nr. 726 und 727. Nr. 726, „Klassische Philologie und Alterthums- wifsenshaft“, führt 3379 Schriften unter folgenden 14 Rubriken auf: Geschichte der Philologie und philolog. Studium, Gymnasialwesen und Gymnafialunterridt, Bibliographie und Paläographie, Geschichte der klassischen Literatur, die Philosophie der Alten, philolog. Zeit- schriften, Opuscula und Vermischtes, Gramatik und Metrik, die altitalishen Sprachen und Neugriegis<, die griegishen Autoren, die römischen Autoren, kritishe und exegetishe Abhandlungen zu den kTlafsishen Autoren, neugriecishe Literatur, Neulateiner, [terthums- wissenshaft ; Nr. 727, „Orientalis< und Neuere Linguistik“, aber 1399 Sriften unter folgenden 7 Rubriken ; Vergleichende Sprat- wissenshaft sowie Vermischtes, orientalis<è und asiatisce Sprachen, ane SIUES Se gm Bleie d die eineren europäischen rawgeviele sowie Zigeuneris, afrikanische, amerikanishè und polynesische Sprachen. 4 s