1885 / 83 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

häfen im Fahre 1884, ‘Nah Amsterdam eingeführt wurden vom Rhein her 99 186 949 kg Waaren gegen 122044 427 kg im Zahre 1883; von Amsterdam ausgeführt nab den deutschen Handeléfstädten am Rhein wurden. 74 944 509 kg Waare gegen 54 009 025 kg im Vorjahre. Während si also Amfierdams Import vom Rhein her im vergangenen Jahre um 183% verminderte, nahm der Export dieses Ds nach deutschen Rheinpläßen um 383 9% zu. Von den ausge- hrten Waaren gingen na< kg

Mannheim . . 19 032 963

Mainz . 2821 990

Koblenz 2 007 500

a, 9 663 302

Düsseldorf . 4 975 230

B 1798 417

Urdingen . . 2129 498

Duisburg . 13 369 282

Ruhrort . 3 960 965

Wejel. . 238 924

Emmerich A 436 602

Außerdem per Dampfboot na< verschiedenen Rheinhäfen 14 509 836.

Berlin, 9. April 1885.

Preußische Klassenlotterie. (Ohne Gewähr.) Bei der heute beendeten Ziehung der 1. Klasse 172, Königlich preußischer Klassenlotterie fielen:

1 Gewinn voti 15 000 Æ auf Nr. 2313.

1 Gewinn von 9000 # auf Nr. 93 332.

1 Gewinn von 3600 # auf Nr. 90 446.

2 Gewinne von 300 Æ# auf Nr. 28 016. 32 922.

Die Burg und die Burggrafen zu Nürnberg. Von Christian Meyer.

Da wo an der Grenze der heutigen drei bayris<en Kreise Ober- vnd Mittelfranken und Oberpfalz die Höhen des fränkischen Jura das flahe Flußgebiet der unteren Pegnit wie ein fester Wall umlagern, erhebt si< an der Nordseite dieses Flusses kurz vor seinem Eintritt in die Regnit mitten aus der Ebene ein Felsplateau von bedeutendem Umfange, das ra dem Fluß zu hügelartig verläuft, gegen Norden aber tief und faft senkre<t abfällk. Die Natur selbst scheint diesen Felsen in die weite Ebene, die ringsum von ihm bebherrs<ht wird, wie einen Wächter hbingeseßzt zu haben, und die mannigfaltigen und za5l- reien Völkerstämme, die feit den frühesten Zeiten bis berab zur Unterwerfung des heutigen nördlichen Bayerns unter die Herrschaft des fränkischen Neices hier wandernd und erobernd zusammengestoßen sind und der beutizen dortigen Bevölkerung jenen eigenthümlichen Mischlings8charakter verliehen haben, der sie von den bayrischen und shwäbishen Nachbarn so merkwürdig unterscheidet, hatten nur einen geringen Aufwand von Kunsftfertigkeit nothwendig, um aus jener felfigén Höbe cin mâchtiges, die ganze Gegend ringsum beherrschendes Bollwerk herzustellen. :

Als nah dem Sturze des großen Thüringerreiches, dessen südliche Grenze zur Zeit seiner höchsten Machtentfaltung bis an die Donau berabger-iht hatte, das heutige bayerishe Franken dem fränkischen Reiche einverleibt wurde, stoßen uns die ersten siheren Nachrichten über die Bewohner dieser Gegenden auf. Den Grundsto>k der Be- völkerung bildete das alteingescssene thüringishe Element ; neben oder vielwehr über ihm hatte sich der von Nordwesten vorgedrungenz Franke festgescßt, um dann bei der nahen Verwandtschaft beider Volksftämme und der Gleichheit ihres Kulturgrads {on bald in einen einzigen Stamm zusammenzus{melzen. Vom Südosten her trat das Bayern- land, das fih wenigstens in der leßten Zeit des Thüringerreies sier über die Donau kerüber, etwa in dem Umfang ter heutigen Oberpfalz, erftre>t hat, nabe genug heran, um auf die Bevölkerung diefer sÜd- öftlicbsten Landspiße Frankens, ihre Sprache und Sitte einen no< heute wohl erkennbaren nacbarli<hen Einfluß auszuüben. Dunkler, aber darum nicht weniger einflußrei< waren die Beziehungen zu den vom Norden und Nordosten her bis in das Hcrz Mittelfrankens, ja in ein- E Versprengungen bis an die Jagst und den Kocher vorgedrungenen

aven.

Die jedenfalls niht immer friedfertigen Beziehungen zu diesen Nawktarn ciner seits, wie die Nothwendigkeit des Schußes einer aus versdiedenen Ursachen gerade im südlichen Ostfranken besonders massenhaft vorhandenen Reichs- und köntglichen Hausguts andererseits machen es, wenn uns au< darüber vorerst noch feine urkundlichen Zeugnisse vorliegen, wahrscheinli<h, daß {hon in den ersten Jahr- hunderten der fränkischen Herrschaft jenes Felép!ateau am unteren Lauf der Pegnitz zur Vertheidigung der Umgegend befestigt war. Doch scheint eine eigentlihe Burg und eine si au diese anschließende rößere Ansiedelung kaum vor der Mitte des 11. Jahrhunderts be- anden zu baben: nur so erklärt es sich, daß no< bei Errichtung des Bisthums Bamberg (1007) und bei der Abgrenzung seines Sprengels gegen das Biëthum Eichstätt von Nürnberg kcine Erwähnung geschieht, otwohl die Grenze beider Kirchensprengel gerade an der Pegnit mitten dur< die spätere Stadt hindur<ging. Der Weg von Regensburg na< Bamberg, welchen König Konrad Il. im Jahre 1025, wie die von ibm auf der Reise ausgesteliten Urkunden beweisen, zurü>klegte, führte bei Nürnberg vorüber; allein nicht dort, sondern in dem eine halbe Meile daron entfernten unscheinbaren Mögeldorf hat der König eine Urkunde ausgeftellt. Nürnbergs Name findet sih überhaupt nicht früber als in zwei Urkunden König Heinrichs III. von 1050 und 1051 genannt, die von dort datirt sind. Daß dieser den Ort auch sonst begünstigte, daß er den Markt des benachbarten Fürth nah Nürnberg verlegte, erfahren wir aus einer Urkunde seines Sohnes König Heinrichs IY. ven 1062, wel<er den Markt nebst Zoll- und Münzrecht an Fürth zurü>gab. Anderes berichten dann später die Reichschronisften. Zum Jahre 1072 bemerkt Lamlert von Hersfeld, der erste Schrift- steller, der Nürnbergs gedenkt, in scinen Annalen, daß damals das Gedächtniß des heiligen Sebald zu Nürnberg berühmt geworden set und ein großer Zulauf des bei ihm Hülfe suchenden Volkes statt- gefunden habe. Dort erhob im folgenden Zahre Regenger seine lügenhafte Anklage gegen den tief gedemüthigten Heinrich 1V., der auf dem Wege von Würzburg nah Regensburg daselbst verweilte; dort empfing derselbe König gleich) nah Ostern 1074 die Legaten Gregors VII. und legte vor ihnen cin reuevolles Bekenntniß ab. ODefter wird seit- dem Nürnberg als Burg, dann auch als kaiferlicher oder föniglicher Ort in Urkunden genannt. Heinrih V. belagerte die Burg, als er den Vater, der ihm zu lang regierte, im Jahre 1105 bekriegte, und bezwanz sie rah zweimonatliwher Einschließung dur< Vertrag; die leiczzeitigen Quellen wissen aber ni<ht8 von der angeblichen Zer- ôrung der Stadt, von der die späteren Chroniken bei dieser Gelegenheit ausführlich beri>ten.

Aus diesen historischen Zeugnissen geht hervor, daß die Burg zu Nürnburg auf der Felsenhöhe an der Pegniß erst in den Zeiten der leßten fränkishen Kaiser cin namhafter Ort und wichtigec militäri- ser Stütßpunkt in Franken geworden ist. Die Stadt lehnte sich nach und na< an die Burg an, und deren Beginn ift naturgemäß darin zu suchen, daß si vor dem Thore der Burg, gegen die Pegnitz ¿u, einzelne Bewohner ansiedelten. Jhre Hütten standen naturgemäß ursprünglich in zwei Reihen einander gegenüber, und die Breite Straße, welche jeßt no< vom sogenannten fünfe>igen Thurm aus, am Rathhaus, der Sebalduskirhe und dem Markt vorüber nah der Flets<brüde geht, ist jedenfalls, na der Naturgeschichte der Städte- bildung zu s<ließen, dieser ältesle Theil der Stadt. Der Plan der Stadt. zeigt keinen anderen Straßenzug, welher ühnlih entstanden sein könnte, und so läßt sih daraus der wichtige Schluß ziehen, daß der Eingang zur Burg von jeher in der Nähe des fünfe>igen Thurmes

gewesen scin muß. Ein Bli> auf die Geftalt des Felsens aber zeigt, daß dieser fünfe>ige Thurm an der {wädsten Stelle steht, daß er also nit allein, beherrs<t vom Plateau, als Werk dageftanden haben kann, daß vielmehr jede, au die erste Befestiguna den Fels vollständig umshlossen haben muß, da sid no< zwei Abtheilungen höher erheben, der Besiß aber von dem höcbsten Punkt abhängig ift.

Wir können aber au< no< eine weitere Folgerung aus dem Terrain ziehen. Während dasselbe, wohl mit verhältnißmäßig geringer Nawhilfe, na< allen Seiten hin in Vertheidigungszustand geseht werden konnte, ist dies nicht der Fall vom fünfe>tigen Thurm gegen Osten. Es mußte also dort dur ein besonderes, mehr oder minder selbftändiges Werk, der leiht zu forcirende Auffteig vom jeßigen Panieréplaye her an der Stelle, wo heute die Kaiserstallung steht, vertheidigt werden. Es muß also die später sogenannte burggräfliche Burg, welche dort stand, gleichfalls in die frübeste Zeit hinaufreichen. Den Raum vor der burggräfliben Burg mögen {hon früher Wohnungen der DeCYUn aan der Burg eingenommen haben, und so die beiden „Söldnerêgafsen“ entstanden sein, welche jeßt no< vom Paniers- platz zur Burg führen. Vielleiht waren au< sie no< mit einer Mauer, minde1tens mit Palifsaden ums{lofsen.

Aber au< wenn diese Söldnergaffen erst später entstanden sind, wenn wir uns die Anlage mit der genannten Vorburg abgeschlossen denkey, fo war doch der gesammten Burganlage von vornherein eine folie räumlihe Ausdehnung angewiesen, daß fie damals kaum von einer zweiten im Reiche ütertroffen wurde. Denn kei einer mittleren Breite von ca. 50 bis 60 Metern hatte die Anlage eine Längenaué- dehnung von etwa 220 Meter. Es war also au< die Nothwendigkeit vorbanden, eine stattlihe Burg zu errichten, wie solche zur Festhaltung einer dünn bevölkerten, damals no< nicbt im Hauptverkehr liegenden Gegend nur die höchste Reicb8gewalt, nicht etwa irgend ein Privat- besißer errichten konnte.

Wie die erfte Befestigung der Burg hergestellt wurde, läßt fic au< wohl annäherung8weise aus der Gewohnheit der Zeit ableiten. Es mögen einzelne Bauten aus Stein gewissermaßen als Kern sofort errichtet worden sein, während tas Holz des naheliegenden Reichs- waldes dazu diente, cine Anzahl Gebäude zu ecrichten und selbft die ums<ließenden Mauern aus diesem Matcrial berzustellen, bis na< und na< Steinbauten jene ersten Holzbauten ablösten. Der am Ort gebrochene: Stein mag damals ni<t taugli< erschienen sein, und man bediente sih eines harten, gebli< weißen Sandfteins, der nicht in der Nähe, wohl aber bei Wendelstcin vorkommt, um sorgfältig gefügtes Mauerwerk herzustellen, wie es noch in den unteren Theilen des fünfe>igen Thurmes erhalten is, welcher ja au<h von der Tradition f\tets als das älteste noch erhaltene Bauwerk Nürnbergs O wird und im späteren Mittelalter den Namen Alt-Nürn-

erg trug.

Solcher Gestalt ist die älteste Kaiserburg zu Nürnberg zu denken. Der Kaiser aber bielt sie niht imméerwährerd in persönlibem Besiß. Es mußte also für deren Pertheidigung dur< einen Kaiserlichen Beamten gesorgt sein. Nach der Sitte der Zeit mußte demselben die Burg und mit ibr au< Rechte über die um dieselbe entstehende Stadt als Lehen übertragen fein, die im Ans<{luß an eine sol< mächtige Burg namentli<h durch den zeitweiligen Aufenthalt der Kaiser daselbst sich ras heben mußte. Für die Befriedigung der nächsten Bedürfnisse der ständigen Burgbesaßung war aber wobl vorerst dur< Einrichtungen innerhalb des Burgrayons geforgt. Wir haben uns also auf dem Plateau innerhalb dex Vertheidigunglinie auch cine Anzahl von Gebäuden aller Art zu denken, in denen die Besaßung wohnte und arbeitete. Zu diesen Bedürfnissen gehörte natürlih av< die Sorge für das geistli<he Wohl, und wir haben in dem alten Walpurgiskir<hlein in der Mitte der ganzen Anlage jeden- falls die älteste Burgpfarre zu schen und rings um dieselbe den #Fried- bof der Besatzung, ährend in der Stadt unten, dort, wo heute die Sebalduékirhe steht, ein kleines dem heiligen Petrus geweihtes Kirchlein s< erhob, das nah Poppenreuth eingepfarrt war.

Der Beamte, welcher mit der Vertheidigung der Burg für den Kaiser, sowie mit Ausübung mannigfacher Rechte über die Stadt und einen größeren Landbezirk betraut war, is der praefectus, später Burggraf. Die früheste urkundlihe Erwähnung eines solchen findet sich erst zum Jahre 1138, und zwar in einer Urkunde König Conrads III. vom 28. Mai, in welcher unter den Zeugen ein Godefridus castellanus de Nurenberch auftritt. Ein Gottfried von Nürnberg erscheint aller- dings schon fünfzehn Jahre früher. in einer Urkunde König Heinrichs V. vom 25. März und dann noch einmal 1125 in Verbindung mit einem jüngeren Gottfried von Nürnberg. Vermuthlih i} dieser jüngere Gottfried von Nürnberg und der Burggraf Gottfried von 1138 eine und dieselbe Person. Wenn Stillfried und Riedel die Reihe der Nürnberger Burggrafen bis 1103 zurü> verfolgen zu können glauben, indem fie außer dem zu 1138 beglaubigten Gottfried junior einen Gottfried senior und einen Bruder desselben, Conrad, annehmen, so können sie sih hierbei ledigli auf die Autorität Meisterlins stützen, dessen Angaben für jene älteste Zeit jedo, da seine Chronik erft 1480 gesc{rieben ift, keinen vollen Giauben verdienen. Dieser Nürnberger Chronist berihtet, daß 1103 Conrad und Gottfried von Razaza das Sc<loß Nürnberg, so ihnen der Kaiser Heinrih IV. anvertraut, gegen dessen aufrührerischen Sohn so tapfer vertheidigten, daß der Belagerer abziehen mußte, wenn er aud die Stadt in seine Gewalt bekam, die er dann von Grund aus zerstört habe; erst 1105 habe sih ihm auch die Burg ergeben müssen. Die gleichzeitigen Quellen wissen jedoch, wie wir bereits crwähnt haben, lediglih von etner Einnahme der Burg im Jahre 1105 zu berichten ; insbesondere sind die Namen der damaligen Burggrafen in keiner Weise beglaubigt. Damit fällt au der Hauptbewcis der nah dem Vorgang von G. P. Stelzer (f 1724) von Stillfried versuchten Herleitung der älteslen Burggrafen von Nürnberg von den niederösterreichishen Grafen von Ret in si zusammen, da die anderweitigen für diese Abstammung beigebrachten Gründe keineswegs zwingender Natur sind, Das älteste Wappen der Nürnberger Bur(- grafen, ein ungekrönter Löwe, mag cine Aehnlichkeit mit dem alten Stadtsiegel von Reß das Wappen dec Grafen von Retz ist ver- loren gegangen aufweisen, aber aus einec sol<hen Aehnlichkeit auf eine Identität der ältesten Nürnberger Burggrafen mit ten Grafen von Ret zu \{ließen, ist doch allzu gewagt. Ebenso wenig liefert der andere von Stillfried angezogene Umstand des reichen Güterbesitzes der späteren Nürnberger Burggrafen in Niederösterreih einen Beweis für die angedeutete Abstammung, da dieser Besiß offenbar no< andere Ursacbcn gehabt haben kann.

Wie die Herlcitung der ältesten Burggrafen von Nürnberg von den Grafen von Reg, fo ist auh die von Stillfried auf- gebaute Genealogie derselben unsicher. Urkundlich beglaubigt sind ledigli die Namen einiger Burggrafen : nämlich die bercits genannten Gottfriede, von denen der jüngere bis 1160 vorkommt, ein Burggraf Conrad, der es sind höchst wahrscheinli< wieder zwei Personen desselben Namens auseinander zu halten bis zum Jahre 1190 ver- schiedene Male erscheint. Welcher Familie diese: Gottfciede und Conrade angehört und in welchem genealogishen Zusammenhang sie zu einander gestanden haben, ist völlig unfiher. Nur so viel dürfte feststehen, daß jene ältesten Burggrafen mit größerer Wahrscheinlichkeit einer einheimischen fränkischen als einer entfernten niederösterreichishen Familie angehört haben.

Seit 1192 erscheint dann ein Burggraf Friedrich, der von den Gelehrten der burggräflihen Geschichte für den ersten zollernswen Burg- grafen von Nürnberg gehalten wird. Sichere Beweise find jedo bis zur Stunde für diese Annahme niht erbradt worden, obschon sich das Gewicht der von Stillfried angezogenen Beweisstellen richt ver- kennen läßt, und jedenfalls eine abweichende Meinung niht mit gleich guten Gründen gestüßt werden kann.

Mit den übrigen Besißungen des salischen Kaiserhauses in Franken und Schwaben war inzwischen au< Nürnberg an die Erben desselben, die Staufer, gekommen. Nachdem diese zur Königswürde gelangt waren, wurdè Nürnberg wieder staufishe Königs- und Kaiserburg. Neben dieser wuchs nun au die Stadt heran. König Conrad IIL,, dem die Gründung des Schoitenklosters zu St. Aegidien zugeschrieben wird, und sein Nachfolger Friedri I. verweilten öfter in Nürnberg. Von lebhterem wurden au< \<on einige Fürsten- oder Reichstage dort abgehalten,

Mit der Bedeutung der Stadt hob \si< auch die der Burg und der Burggrafen. Der ursprünglihe Charakter des burggräflichen Amts läßt fi jedo deshalb nur {wer bestimmen, weil es in der- jenigen Zeit, für welche wir zuerst eine sihere Nachricht über seinen Umfang haben, bereits manches von seiner alten Bedeutung ein- gebüßt haben muß. Namentli<h gingen im vorigen Jahrhundert, wo die Frage zum politis<hen Streitpunkt zwischen den branden- burgishen und Nürnberger Publizisten wurde, die Anschauungen fast diametral auseinander. Nürnbergischerseits wollte man die Burg- grafen womöglih zu bloßen Befehlshabern der Kaiserlichen Burg im engsten Sinn oder gar zu bloßen Burgmannen erniedrigen, ihre mit dem Amt verbundenen Besißungen zu bloßen Burghutlehnen machen. Andererseits wollte man aus der Burggrafscbaft (und eigentli ledig- lih aus dem Namen und dem von den Burggrafen besefsenen Kaiser- lichen Landgericht) eine Landeshoheit zum mindesten über das halbe Frankenland herleiten. Auf beiden Seiten wurden dabei die wenigen wirkli< hiftorishen Spuren auf das willkürlibste und abenteuerlicste benußt, oft wohl in einem redlichen, aber beshränkten und bethörten Eifer für das Interesse der Partei, der man angehörte, mitunter aber au< wobl ni<t ohne Unlauterkeit der Motive, niht ohne Be- wußtsein der Shwäcke, ja der völligen Unhaltbarkeit der vorgebrachten Argumente. Gegenwärtig, da diese Streitfragen ihre praktische Wicbtigkeit verloren haben, ist es in jeder Beziehung leichter, diesen Gegenstand einer unbefangenen Untersuchung zu unterziehen.

Zuvörderst kann aus dem bloßen Namen Burggrafschaft (burg- graviatus, comitia burggraviae) nihts bestimmtes entnommen werden. Es liegt darin an und für fh nur ein Befehlshaberamt, und zwar jedenfalls nur ein militärises, - über eine Burg oder in einer Burg. Der Name Graf ist von ganz allgemeiner Bedeutung, er kommt in den mannigfaltigsten Anwendungen und Zusammenscßungen vor, für sehr untergeordnete Verhältnisse (Dorfgrebe, Salzgraf, Deichgraf), bis hinauf zu den angesehensten Würden (Gaugraf, Landgraf, Mark- graf, Pfalzgraf). Das Gemeinsame is blos der Begriff eines Vor- stehers, eines Vorgeseßten. Der Ausdruck Burg (castrum), zusammen- hängend mit bergen, bedeutet im Mittelalter einen festen Ort, hbe- sonders ein festes Haus oder Schloß, auc einen ganzen größeren Ort, eine ganze Stadt, sofern fie dur< eine völlig uwmfließende Befestigung eine große Burg wurde. Die meisten der überaus zahlreichen Burg- grafen, die im deutshen Mittelalter vorkommen, waren Über einzelne Burgen und kleine dazu gehörige Distrikte gesetzt. Einige waren in größeren Städten eine der vornehmsten oder selbst die böchste Lokals obrigkeit, wie zu Köln, Magdeburg u. a.

Die Burggrafen gehörten daher gewöhnlich nicht zu den wichtigsten, angesehensten Kaiserlichen Beamten und die Territorien, deren Bildung sich an die allmähiiche Erblickeit dieses Amtes anknüpft, nicht zu den bedeutendsten. Indessen gelangten docb einige, sei es kraft ursprüng- li eigenthümli höher gestellter Verhältnisse, sei es dur die Gunst späterer Ereignisse und Umstände, zu einem so ausgezeichneten Range vnd einem solcben Gewicht, daß sie sih den vornehmsten, angesehensten Landesherren, den Fürsten beigesellen konnten. Dies war der Fall mit den Burggrafen von Meißen, vor allem aber mit den Burggrafen

von Nürnberg. (Schluß folgt.)

Der Pol izei-Präfsident erinnert in einer Bekanntmachung vom 1. d. M. daran, daß jeder Hauseigenthümer verpflictet ift, die voll- ständige Räumung der auf seinem Grundstücke befindlichen A btritts- und Senkgruben, sofern diese ni<ht innerhalb der leßten vier Wochen bereits vollständig geräumt worden siand, zunächst bis zum 1. Mai d. F. und später innerhalb der vom Polizei-Präsidio noh zur Bekanntmachung gelangenden Fristen vornehmen zu lassen, und daß jeder Hauseigenthümer vert flichtet ist, die auf seinem Grundstü> befindlihen Abtritts- und Senkgruben, Latrinen, Schlammkasten, Abzugékanäle und Rinnsteine fortgeseßt so zu desinfiziren, daß die- selben sts in geru<losem Zustande sich befinden.

Der Deutsche Jagdklub zur Pflege des Waidwerks und zur Prüfung für Dachs- und Hühnerhunde eröffnete sein Frühjahrs- Meeting mit einer Jährlingss\<hau für Jagd hunde allec Rassen, die heute im Garten der Schloßbrauerei zu Schöneberg ab- gehalten wurde. Die Schau war ofen für Jagdhunde aller Rassen welche nah dem 1. Oktober 1883 gewor}en, mindestens 8 Monate alt und deren beide Eltern im deutshen Hundestammbuch eingetragen oder eintragungsberehtigt sind, für bona fide rein gezüchtete, \tichel- baarige Vorstehhunde oder Griffons in denselben Altersgrenzen und für Würfe obiger Rassen von eingetragenen Eltern und bona fide rein gezüchteten Griffons unter 6 Monate alt. Jn Konkurrenz traten 44 Thiere und zwar 7 kurzbaarige deutshe Vorstehhunde, zwei langhaarige und drei sticelhaarige Vorstehhunde, 14 Dachshunde, 10 Pointer, 2 Gordon-Setter urd 6 Würfe verschiedener Rassen. Behufs der Eintragung in das Stammbuch wurden ferner 6 kurz- haarige, 3 langhaarige und 4 stihelhaarige Vorjitebhunde, 3 Dachs- hunde und eine Pointerhündin den Preisrichtern vorgeführt. Endlich gelangten auch eine Anzahl ältere Hunde zur Vorführung, für welche noch die Qualifikation zur Eintragung in das Stammbuch erworven werden soll. Unter den vorgeführten Hunden waren auch diesmal ganz prächtige Thiere.

Krolls Theater. Die drei Conteerte von Eduard Strauß werden den Charakier von Promenaden-Concerten tragen, insofern, a!s der Königsfaal, wie bet den Bilse’shen Concerten, dem Publikum zwar Tiscbe und Stühle, die Estrade, der Balkon und die Logen nummerirte Sißpläbße darbieten, der Römersaal und der Ritter- saal mit ihren glänzenden neuen und elektris beleuhteten Malereien aber zum Promeniren eingerichtet sind, so daß nach allin Seiten hin dem Comjfort des Publikums Rechnung getragen ist. Am Sonntag ist der Anfang des Concerts auf 64 Uhr, an den Wochentagen auf 7 Uhr festgesetzt.

Hr. Thorvald Lammers, Concertsänger aus Christiania, gab gestern im Saal des Hotel de Rome ein Concert, in welchem er zum ersten Male vor dem hiesigen Publikum ershien. Mit einer fehr wohlklingenden und umfangreichen Barytonstimme begabt, ließ der Sänger zugleich eine aufs Sorgfältigste geshulte künstlerische Durch- bildung erkennen. Frei von jeder Neigung zum Tremoliren, war der Tonansatz in allen. Lagen sicher, die Intonation stets rein und die Aussprache deutliß. Besonders erfreute uns bei der an sih so vollen und kräftigen Stimme die Beherrscung derselben in Anwendung des piano; der Gebrau<h des Falsets und seine Verschmelzung mit den Tönen des Brustregisters waren von seltener Schönheit. Von den zum Vortrage gewählten Kompositionen waren Sc<huberts Lieder aus der „Winterreise“, besonders „Gute Nacht* und „Die Poft“ sowie Löwe's bekannte Ballade: „Douglas“ von großer Wirkung, da der Kürstler mit seiner natürliben Begabung auch eine feinsinnige, oft {wungvoll belebte Ausdru>sweise verbindet. Einige kleinere Lieder von Kjerulf, Holter u. A. beschlossen der Abend. Die Pianistin Fräulcin Martha Schwieder und der Königlidbe Kammermusikus Hr. Felix Meyer unterstüßten das Konzert durÞ< den wohlgelungenen Bortrag der Sonate für Klavier und Violine vcn Grieg. In der beliebten Fantasie von Liszt über deu Faustwalzer, bezro. in einern Concert-Allegro für Geige, von Bazzini, trat Jeder der beiden Mitwirkenden no< mit besonders virtuosen und sehr gelungenen Solo- leistungen hervor. Das zahlreich erschienene Publikum spendete allen Betheiligten reihen und wohlverdienten Beifall.

Redacteur: Riede l.

Verlag der Expetition (S olz). Dru>k: W. Elsner.

Fünf Beilagen (eins<ließli4 Börsen-Beilage).

Berlin:

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: Erste Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Slaats- Anzeiger.

Berlin, Donnerstag, den 9. April

75

Deutsches Nei.

der in der Zeit vom: 1. Januar bis 31, März

Nachweisung

R 1885 innerbalb des deutshen L2oTgebiets mi E Und Steuervergütuna abgefertigten Fur 7, Ion Rnspruh auf

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Staaten, bezw, Berwaltung3

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der Zeit | der Zeit vom | vom 1. Jan. bis! 16. bis 15. März | 31. März

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Preußen. Provinz Oftpreußen Westpreußen . Brandenburg Poramern . On S, Sachsen eins{hließli< der Sc\warzb. Unterherrschaften Sc)leswig-Holstein. VDannover . Westfalen . Hessen-Nassau Rheinprovinz A Sa. Preußen

1 545 038

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D A, Thüringen, eins{ließl. d. Großh. fächsisben Aemter Allskedt und Oldiéleben S Oldenburg .

Braunschweig R O: | C GlaßeLotbrint S Luxemburg .©,

Kandiszu>ker und Zu>er in weißen vollen harten Broden (Nr. 697 des ftatistisen Waarenverzeihnifes)

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2 679 667| 553 429! 10 240098) 2637099 12 877 197 416 678 D 244/ 43 836)

423 691|

Aller übrige harte Zu>er, sowie alle weißen tro>enen Zucker in Krystall-, Krümel- und Mehlform von mindestens 98 9% Polarisation (Nr. 698 des statistischen Waarenverzeicnifsses) f E E | der Zeit | der Zeit | v. vom f 1. Jan. bis] 16. bis zusammen N

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6 799 887 1 632 089 143 794 23 268

3 233 096

2 029 621 3 981 835 2934 717

3786 781 2 740 217

137 809; | 149 503 8 970 084| 9 139 346 1961 716

11 709

78 039 191 171

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534 927 580 104 573 876 573 876

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2 457 769

Rohzu>er vor mindestens 88 9% Polarisation (Nr. 699 des statistischen Waarenverzeihnis}ses)

M. der Zeit j vom f 16, bis | 31, März |

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Ueberhaupt im deutschen Zollgebie12)|14 051 053

und dadurch dem inländischen Matfkte entzogen worden E ) Die Abweicbungen gegenüber der letztverö Berichtigungen. Berlin, den 7. April 1885.

E E oll 3526 548 17 577 60 In demselb, Zeitraum d. Vorjahres2)/13 399 335] 3 186 261| 16 585 596

j A e S ) Die Nachweisung bezieht si< auf diejenigen Zukermengen, wel<e zum (Erport oder zu einer öffentlichen Niederlage abgefertigt wirklih zur Ausfuhr über die Zollgrenze gelangten Mengen.

id, nit also auf die w ffentlihten und der vorjährigen Uebecsiht beruhen auf naghträglic eingegangenen

N 9678 187| 615 139/10 293 326

148 412 63719611 540 168024 177

7492 926] 1412 832/ 8905 758

Kaiserliches Statistisches Amt. E Bed>er.

119 452 476/15 086 489] 134 538 965

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Musterheft von Formularen zur Ne od Geschäftsführung von Krantenrat R Ee etc Res Anleitung zu deren Gebrau. Entworfen und bearbeitet auf Grund des Reicbsgescßes vom 15. Iuni 1883 Bie der amtlichen Normal-Statuten für Orts- und Betriebs-Kranken- afen, unter \achverständigem Beirath von Aufsichts-Beamten und von Rehnungsführern großer Kassen. Berlin, Fr. Kertkampf. Fol Preis 1 M 50 S. Das vorliegende „Musterheft“ ent ält cinen Abdru> jedes einzelnen Formulars in der Originalgröße und auf gleibem Papier wie das, auf welhem sie geliefert werden Neben den Vorschriften des „Reicbsgesetzes betr. die Krankenversicherung der Arbeiter vom 15. Junt 1883“ und den bezüglihen Vorscblägen in den vom Bundesrath veröffenilihten „Entwürfen zu Statuten für Orcts- und Betriebs- (Fabrik-) Krankenkassen“ bilden vornebmlih diejenigen Formulare, na welchen laut „Bekanntmachung des Reicbs- kanilers vom 16. Oktober 1884“ die Kassen die vorgeschriebenen all- jährlichen Vebersidbten etnzurciben haben, vie Grundlagen für die Ausarbeitung der ina vorliegender Schrift mitgetheilten Formulare Bei den für „einges{hriebcne Hülfsfkassen* bestimmten Formularen fanden die für diese bestehenden Vorschriften des Gesetzes vom 1. Juni 1883 entsprewende Berü>ksichtizung. Daneben wurden diejenigen Erfahrungen verwerthet, welhe von Renunas8führern hiesiger großen Kassen er- worben wurden. Außerdem- hatten sich die Verfaffer bei der Bearbeitung des fachverständigen Beiratbs von Mitgliedern der Aufsichtsbehörde zu effreuen. , Mitgetheilt sind: Formulare zu Geshäftebücern Hülfs- formulare, cin Preisverzeichnuiß der Formulare, eine Zufammerstellung (Sdfitbtbe A S von E Mitaliedern erforderlichen Ge- ‘Uer nevii Preisangabe für sol<e, Muster zu de zu Geschäftsbüchern, lose ovinntóne. As Fine j dea Foemmlanen Die „Deutsche Rundschau“ eröffnet mit ibre i das3 neue Quartal. Abgesehen davon, daß dafselbe an c Cen Li neuen, im modernen, Leben fpielenden Roman von Ossip Schubin : »Gloria victis!“ bringt, ift auf dem Umschlage bemerkt, daß nah Vollendung des genannten Romans die ,Deutice Rund- {<au , eine neue, größere Gabe von Wilhelmine von Hillern ver- öffentlichen wird, und aar eine Passionsgeschichte aus Oberammergau : „Am Kreuz“. Von den übrigen Beiträgen des Heftes heben wir den „Jubiläums-Aufsat von Philipp Spitta: „Händel, Bab und S<üß“ kervor; der Verfasser hebt anregend ihre Vedeutung für ihre Zeitepochen und ihren na<wirkenden Einfluß bis auf die Gegen- wart hecvor, indem er zugleih hofft, daß au cinst der noc heute unvetanntere unter den dreien, Heinrich Süß, aus der Hand der Geschichte empfangen wird, was sein ist. Von aktuellem Anteresse ist der aus der Feder cines Mitaliedes des englischen Unterhauses stammende Artikel: „Die Parlamentsreform in England“ welcver einen klaren Einbli> in die s{wierigen und verwi>elten englischen parlamentarischen Verhältnisse ermögliht. In dem dies- maligen Abschnitt seiner beifällig aufgenommenen «Bilder aus dem Berliner Leben“ führt Julius Rovenberg den Leser nah dem Norden Berlins. Die Serie der Güßfeldtschen farbenreichen Berichte über seine «Reisen in den Andes von Chile und Arzentinien“ hat mft dem „vorliegenden Kapitel ihren würdigen Abschluß erlangt, indem der kühne Reisende seine gefahrvolle Besteigung des selbst na der Meinung der Eingeborenen eUnüberwindlihen®“ Aconcagua beschreibt Eine neue Novelle von _Salvatore Farina: „Corporel Sylvester“, welce Hans Hoffmann in das Deutsche übertragen hat, ift zwar nur cine cinfacbe aber anspreende Geschichte. Einer interessanten Mittheilung von H. Hüffer über das älteste Manuskript von H. Hrine's «Romantische Schule“ {ließt si< die „Politishe Rund- sau“ und diefer eine umfangreiche, die neueren bedeutenderen Er- fceinungen des deutshen Büchermarktes behandelnde «Literarische Rundschau“ an. Literarische und bibliographishe Notizen beender

das Heft.

Inserate für dea Deutschen Reichs- und Königl. | Preuß. Staats-Anzeiger und das Central-Handhels- register nimmt an: die Königliche Expedition des Deutshen Reihs-Auzeigers uud Königlich Preußischen Staats-Anzeigers : Berlin 8W., Wilhelm-Straße Nr. 32,

Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen.

{1423] Steckbrief.

Gegen den Wehrmann, Arbeiter Hermann Leh- mann aus Burg, welcher sih verborgen hält, foll die dur das rehtskräftige Urtheil des Königlichen Sc<höffengerihts zu Gröningen vom 27. Februar

84 wegen unerlaubten Auswanderns festgesetzte Geldstrafe von 150 event. 6 Wochen Haft voll- stre>t werden. Es wird um Strafvolistre>kung und um Nacbrit an tas unterzeihnete Gericht ersucht.

Gröningen, den 4. April 1885.

Königliches Amtsgericht. [1422] Steckbriefs-Erneuerung. Der gegen den Rentier Richard Hirschfeld wegen wiederholten Verbrechens wider die Sittlickeit unter dem 10. Juni 1884 von dem Herrn Unter- fuungsrihter bei dem Königlichen Landgericht I. i o R, en A U R T Ge ) erlassene Ste>brief wird hicrmit

Berlin, den 2, April 1885. , Staatsanwaltschaft bei dem Königl. Landgericht I. Nr.

haft

wird

Subhastationen, Aufgebote, Vor- ladungen u. dergl.

{1509 2 ! Zwangsversteigerung. ; Im Wege der Zwangsvollstrekung foll das a Grundbuche von den Umgebungen Band 77 Lie 3925 auf den Namen des Rentiers Rudolf Laabs Reli eingetragene, in der Gitschinerstraße r. 33 hierselbst belegene Grundstü> L am 27, Juni 1885, Vormittags 10 Uhr, fle dem Süberee cen u an Gerichts- Ikdenstraße , B! i a rf rigert S r, VO 1, Simm Vet, 12, a3 Grundstück ist mit 6560 4 Nußungswerth | zur aur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Sitte, ( Ee beglaubigte Abschrift des Grundbuhblatts, s age Abschäßungen und andere das Grundftük be- reffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedin- Fe können in der Gerichtsschreiberei, Jüden- ù x Nr. 58, IL, Zimmer 29a, eingesehen werden. | das e Realberehtigten werden aufgefordert, die

stelle

dem

an Gerichtsftelle, Jüdenstraße

besondere Kaufbedingungen können in der Ger

O . D A M & een ier 7 1 Feger. Inserate nehmen an: die Annoncen-Erpeditionen A

1, Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen,

2, Subhast=tionen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl,

3, Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen ete.

4. Verloosung, Ámortisation, Zinszahlung U. 8. w. von öffentlichen Papieren.

rgebenden An-

sprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grundbuche zur Beit der Eintragung des Versteige- rungsvermerks nit hervorging, insbesondere artige Forderungen von Kapital, Zinsen, wieder- kehrenden Hebungen oder Kosten, Versteigerungstermin vor der Aufforderung zur Ab- gabe von Geboten anzumelden und, falls der be- treibende Gläubiger widerspricht, dem Gertchte glaub-

der-

spätestens im

¿u machen, widrigenfalls dieselben bei Fest-

stellung des geringsten Gebots nicht ‘berü>s{tigt werden und bei Vertheilung des Gaufecttas N die berüdsichtigten Ansprüche im Range zurü>treten.

Diejenigen, welche das Eigenthum des Grundstü>s beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nah erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug au 409. 84 a: des Grundstü>s tritt.

f den Anspruch an die

as Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags am 27, Zuni 1885, ags 12 Uhr, «00, L; Bt

12, verkündet werden. j E

Berlin, den 2. April 1885. Königliches Amtsgericht T., Abtheilung 53.

[1508]

Im Wege der Zwangsvollstre>ung foll das*im Grundbucbe von Alt-Scöneberg Band 3 Nr. 135 auf den Namen des Holzhändlers Karl Greisert zu Berlin eingetragene, Grundstü>k

am 30, Mai 1885, Vormittags 104 Uhr, vor dem unterzeihneten Gerichte an Gerichts-

Zwangsversteigerung. Kurfürstenstr. Nr, 21 belegene

Jüdenstr, 58 L, Zimmer 15, versteigert

wérden.

Das Grundftü> ist weder mit einem Reinertrag Grundfteuer, no< mit einem Nußzungêwerth zur Gebäudesteuer veranlagt. Der Betrag, welcher in

Verfahren an die Stelle des Gebäudesteuer-

Nutungswerthes tritt, wird auf 4950 M bestimmt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abshäßungen und andere

Grundftü>k betreffende Nachweisungen , R

Grosshande!l. 6. Verschiedene Bekanntmachungen 7. Literarische Anzeigen.

9, Familien-Nachrichten.

schreiberei, Jüdenstr. 5840, - Sinn gesehen werden.

sprüche, Grundbuche zur Zeit der Eintragung rungsvermerts nit hervorging , ins artige Forderungen von Kapital, Z kehrenden Hebungen oder Kosten, \pât steigerungstermin vor der Aufforderu

von Geboten anzumelden und, falls

ertheilung des Kaufgeldes gegen die Ansprüche im Range zurücktreten. :

Zuschlag das Kaufgeld in Bezug au an die Stelle des Grundstücks tritt. | Das Urtheil

kündet werden. Berlin, den 17. März 1885, Königliches Amtsgericht I.,, Abthe

[1333]

mann, Stieß, gewesenen Wittwe ersler Ehe Schirmer, beisammen in Landau wohn a. eines Pfändungsbeschlusses kgl. Landau vom 16. Januar 1884, b. weisungsbes{lusses desselben Gerichts zember nämliwen Jahres, bespricht Dhland, Bierbrauer, früher

enthaltsort abwesend,

(ht8-

9, Industrielle Etablissements, Fabriken und

8. Theater-Anzeigen. | In der Börsen- beilage. M M

Zimmer 29 A, ein-

Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nit von selbst auf den Ersteher übergehenden An- deren Vorhandensein oder Betrag aus dem

Gläubiger widerspriht, dem Gerichte glaubhaft zu inacen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringften Gebots nicht berüd>sihtigt werden und bei

„Diejenigen, welhe das Eigenthum des Grund- flüds beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerung8termins die Einstellung des Ver- fahrens herbeizuführen, widrigenfalls nah erfolgtem

i über die Ertheilung des Zuschlags wird am 30, Mai 1885, Mittags 1 Ühr, an Gerichtsftelle, Jüdenstraße 58 I, Zimmer 15, ver-

Anszug. Zahlungsaufforderung mit Androhung einer Wiederversteigerung. Wilhelm Reiß, Handelsmann, in Mußbach wohn- haft, als Rechtsinhaber von Adam Breier, Fubr- und dessen gewerblosen Ehefrau Elisabetha

Amtsgerichts zu

in Landau wo t gewesen, dermalen ohne bekannten Wohn- E

auf den Grund einer Verkaufsurkunde des Fgl.

Di

„JZnvalideudank“, Rudolf Mosse, Haasenstein & Vogler, G. L. Daube & Co., E. S<hlotte, : Büttuer & Winter, sowie alle übrigen größereat Annoncen - Bureaux.

S ———————— t

Notärs Friedrih Hessert in Landau vom 27. X 1865 für Kaufpreis von: Ea «Plan Nr. 6716 Ses und dreißig Dezi- malen Aer im rothen Weg, Bann Nußdorf, neben Steeg und Fuhrmann Kast von Lindau“ folgende durch Chefrau Breter, als gewesene Soli- darbürgin des Käufers zu dessen Entlastung an den Verkäufer Valentin Zimpelmann, Bäder, in Nußs- dorf wohnhaft, gezahlte zufolge erwähnter Beschlüffe tal. Amtsgerichts Landau für Reiß gegen Eheleute Breier gepfändete und diejem zur Einziehung Üüber- wiesenen Beträge, als: 1) Hauptsumme mit 400 F[. oder 685 M 71 h 2) fünfjährige Zinsen hieraus mit 171 , 43 z

: zusammen 857 4 14 a<thundert sieben und fünfzig Mark viel Pfennig.

,_ Der unterzeihnete Sigmund Weiß, Weinhändker, in Landau wohnhaft, in seiner Eigenschaft aís Be- vollmäthtigter des genannten Gläubigers Reiß auf den Grund einer am 14. Januar 1884 ausgestellten und bei einem Pfändungsbes<lufse kgl. Amtsgerichts Landau vom darauf folgenden Tage hinterlegten Vollmat{t desselben fordert hiermit genannten Obhläind auf, obigen Gesammtbetrag ad achthundert fieben und fünfzig Mark 14 innerhalb dreißig Tagen von Zustellung dieser Aufforderung au gerechnet, zu bezahlen, widrigenfalls sein Vollmacht- geber nah fruhtlosem Ablaufe diefer Frist gemäß dis e S R Ca Bande enthaltenen Be- ung zur Wiederversteigerung des i Grundstü>es schreiten laffen with. De Landau, den 24. Februar 1885. Ds inne O Ae Weiß. ne vetannten Aufenthaltsort abwesenden

Heinrich Ohland von Landau wird zur Be jeiner Rechte hiermit öffentlih Kenntniß gegeben, Besles E E. eggeridt Neusftadt a. H. durch

è m ô1, März l. J. bie 6 m flellung bewilligt hat. L E De E M Neustadt a. H,, den 7. April 1885,

Gerichtsschreiberei des kal. Amtsgerichts. Boll, ftellv. G.-Sthe,

des Bersteige- besondere der- insen, wieder- estens im Ver- ng zur Abgabe der betreibende

berüsihtigten

den Anspruch

ilung 52,

von Philipp haft, zufolge :

cines UVeber- vom 10. De- an Heinrich