1885 / 84 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

oder den minderbemittelten Bürgern für geringen Geldwerth eine preiswürdige und fstilgemäße Einrihtung zu verschaffen und dadur< 3) die Verschöneruyg des Heims, Hebung des Familienlebens und Förderung des guten Geswmad>s zu erwirken. Es sind Ebrenpreise ausgeseßt, welhe vom Industrie- und Kulturverein, vom Gewerbe- verein Nürnberg, vom Gewerbeverein Fürth und von einem Pri- vaten gegeben werden. Für die Preiskonkurrenz gelten u. A. folgende weitere Bestimmungen: Zur Konkurrenz können nur Möbel zugelassen werden, die in Nürnberg und Fürth ihre Entstebung fanden und können diesbezüglih Nact- weise verlangt werden. Der Gesammtpreis der Auéstattung darf die Summe von 300 4 nit überschreiten, und in einem ge- londerten Verzeicbniß find die einzelnen Preise aller eingesandten Stücke zu verzeihnen. Die Ausstellung findet vom 14. Juni bis 12. Juli in dem großen Saale des Industrie- und Kulturvereins zu Nürnberg fiatt. Die Auswahl des Materials wird dem Aussteller Überlassen; jedo< ist der Anstrib einer de>enden Oelfarbe ausge- \{lofsen. Die Aussteller haben si<h zu verpflichten, die prämiirten Arbeiten für den angegebenen Verkaufspreis und in einzelnen Stü>ken an beliebige Besteller zu liefern.

In der gestrigen ordentlihen Generalversammlung der Deutschen Bank waren 14987 Aktien mit 2979 Stimmen ver- treten. Auf die Verlesung des Jahreéberihts wurde verzibtet und der Direktion Decharge ertheilt. Die aussceidenden Mitglieder des Verwaltungsraths, Heinrib Hardr, Wilhelm Kopeßky und Konful Gustav Müller, sämmtli< in Berlin, wurden dur Akklamation wiedergewählt. Von einer Ersaßwahl für die im leßten Jahre verstorbenen Herren Jentges, Wendelstadt und Dr. Kapp wuirde Abstand genommen. Die Generalversammlung genehmigte hierauf einstimmig die vom Verwaltungsrath und der Direktion ge- ftellten Aniräge, betreffend die Abänderung der S8. 41, 42 und 43 des Statuts und die Vertheilung der vorhandenen Reserven in die neu cinzurihtenden Reservefonds, n Gemäßheit des neuen Aktien- gesetzes. Die Dividende ven 99/9 gelangt von heute ab zur Aus- zahlung.

In der Gereralversammlurg der Aktionäre des „Nord- ftern“, Lebens-Versicherungs-Aktien-Gesellsch aft, wurde die Vertheilung einer Dividende von 84 4 pro Aktie an die Aktionäre bescblossen nd die Dividende ter Versicherten auf 18 9% für die am Gewinn vctheiligten Versicherungen und auf 28% für die mit steigender Versicherung8ssumme geschlossenen Versicherungen festgeseßt. Die von der Direkiion und dem Verwaltungsrath gemeinsam be- antragte Statutenänderung wurde einstimmig genehmigt. Nach dem Geschäftsberiht ftieceg 1884 die Prämien - Einnahme um 254828 A ouf 2184941 Æ und die Zinseneinnahme um 39 941 M auf 454525 4 An die Versicherten wurden gezahlt aus Todesfall-Policen 649 940 #4, aus Lebensfall-Policen 184 453 6, zu- fammen 834 393 4; die Prämienreserve vermehrte sich um 948169 4 auf 9248925 4 und der Betrag der in pupillarish sicheren Hypo- theken angelegten Gelder um 1081 800 M auf 9 206 390 A Der Jahresübers{uß betrug 370 426 M, wovon 236 300 4 den am Ge- winn betheiligten Versicherten zufallen. Die Gewinnreserve vermehrte sib, nahdem die Kapitalreserve die statutgemäße Höhe von 375 000 erreicht hat, um 21425 Æ auf 42556 M4.

Die Generalversammlung der Aktionäre des „Nordstern“, Arbeiter-Versiherungs-Aktien-Gesell schaft, genehmigte die Vertheilung der vorgeschlagenen Dividende von 24 4 pro Aftie an die Akticnäre und ertheilte der vorgeschlagenen Statutenänderung ihre Zustimmung. Nach dem Geschäftébericht nahm die Gesellschast 1884 an Prämien 260072 #, an Zinsen 42819 H ein, dur Sterbefälle wurden fällig 132 260 4, die Prämienreserve vermehrte fi um 114 805 M auf 443104 e, die Verwaltungskosten einschließ- lid ôffentlier Abgaben und Stempel waren mit 25 391 A nahezu 3000 M niedriger als im Vorjahie; die Gesammt-UAfktiva beliefen sih auf 3497 761 4, darunter 1 082500 # Hypotheken.

Bresla u, 10. April. (W. T. B.) Wie die „Schlesische Zeitung* berichtet, ist der normale Verbrauch von Roheisen während des Osterfestes zurü>kgegangen, während in der Produktion Veränderungen nicht eingetreten sind; die Stimmung is daher matt. Dec Preis für Puddelroheisen beträgt 5—5,10 4, für Gießereiroheisen 6—6,30 A Der Betrieb der Eisenwalzwerke ge- staltete si< während der Fetertage ruhiger ; die Prise blieben unver- ändert, was um so bemerkenêwerther ist, als die Preise für Walz- werkwaare im westlichen Rußland successive etwa um 20 Kopeken pro Pfund zurückgegangen sind. Zink still behauptet.

Köln, 10. April. (W. T. B.) Die Versicherun gsgesell- \<aft „Agrippina* zahlt 16F% Dividende, ebenso der Rü>- versicherungsverein „Agrippina“. :

Schwerin, 9. April. (W. T. B) Der Aufsittsräth der Me d>lenburgerFriedrih-Franz-Bahn beschloß, die Dividende auf 9,4 9% gleich 47 4 per Aktie und die Dotirung des Reserve- und Erneuerungêfords mit 630 000 M festzusetzen. Der Gewinnvortrag bleibt unverändert 310 000

London, 9, April, (W, T B) Wollauktion. Ton flau, Preise \{<wa< behauptet ; später besser besucht, Preise fester.

Bradford, 9 April, (W. T. B) Wolle rubig, ftetig, Käufer (Spinner) zurückhaltend vom Markte, Stoffe besser.

Submissionen im Auslande.

/ Salt en. E :

30. April, 10 Uhr. Rom. Finanz Minifterium. General-Zoll- direktion, Lieferung gröferec Quantitäten verschiedener Taba>ke im Gewichte bis zu 1500000 kg das Loos. Näheres in italienischer Sprache zur Einsicht beim „Deutscen Reichs-Anzeiger“.

Verkehr8-Anftalten.

Dem nkfederländishen Wochenblatt für Binnen- und Üübersceische Dampf- und Segelschiffahtt „De Scheepvaart“ entnehmen wir folgende Mit: heilungen über Rußlands Binnengewässer:

Es ift nur wenig bekannt, daß Rußland ein großartiges Kanal- neß besißt. Alle großen Flüsse find untcreinander dur breite Kunstwasserstraßen verbunden, von deren Bedeutung und Größe man sih einen Begriff machen kann, wenn man erfährt, daß zwischen der Wolga und Newa viele tausend Binnenfahrzeuge verkehrcn, unter denen si< verschiedene von mehr als 1000 t Gehalt be- finden. Die Unterhaltungékosten für diese Wasserstraßen {sind niht gering; in j:dem Jahre wird dafür ein besonderer Posten im Budget ausceworfen. Für 1885 beträgt die veranschlagte Summe 2224 000 Rbl. oder ca. 4590000 4 Davon sind 1'366 800 Æ zur Anlage von Kanälen bestimmt, welche die Flüsse Vitriga und Kovj! verbinden sollen; 318 240 #4 sind zur Regulirung der Vitriga, 510 000 46 zur Regulirung der Wolga, 438 600 4. für Dammbhauten längs des Duniepr unterhalb Kiew ausgeworfen ; 163 200 M sollen zur Verbisserung des Flußbetts des Pripet (rechter Nebenfluß des Dniepc im Gouvernement Minsk), 408 000 # zur Regulirung des Duriestr und 244 800 4 zur Regulirung der Weichsel an der öôsterreichishen Grenze verwendet werden. Der Rest ist für Reparaturen und Erweiterungsbauten an anderen Kanälen und Flüssen in verschiedenea Theilen des Reichs bestimmt.

Wremen, 9, Url. (W. L B) Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Eider* ist heute Nachmittag in Southampton angekommen.

Hambura, 9 April, (W. T. B) Der Postdampfer „Saxonia“ der Hamburg-Amerikanishen Packetfahrt- Aktiengesellschaft is, von Hamburg kommend, gestern in St. Thomas eingetroffen.

10, April. (W. T. B.) Die Postdampfer „Allemania" und „Abingia“ der Hamburg-Amerikanischen Pa>et- fahrt-Aktiengesell\s<aft haben, von Westindien kommend, ersterer gestern, letzterer heute, Lizard passirt.

Sie, 9 Aptil W. L. B.) Der. Lloyddampfer „Mars“ ist heute Abend aus Konstantinopel hier eingetroffen.

Berlin, 10. April 1885.

Die Burg und die Burggrafen zu Nürnberg. Von Chriftiaa Meyer.

(Fortseßzung.)

Wir müssen das Verkbältniß der Burggrafen von Nürnberg in mehrfacher Beziehung betrachten, in Beziehung erftens auf die Kaifer- lie Burg, sodann auf die Stadt Nürnberg und endli<h auf den Verwaltungébezirk, deffsen Mittelpunkt die Kaiserliße Burg war.

Vieles Einzelne im Verhältniß der Burggarafen wird uns zuerst bekannt dur< das Privlezium König Rudolfs vom Jahre 1273. Bei den meiften einzelnen Lehenstücken, die in dieser Urkunde aufgezählt werden, läßt sih jedo< nit ersecen, ob dieselben damals zuerst den Burggrafen zu Theil geworden oder schon in früherer Zeit und wann, und ob sie als eigentlibcs Zubchör der Burggrafschaft oder als davon verschiedene, nur in demselten Lehenbrief zusammen- gefaßte Güter und Gerecbtsame zu betrachten sind.

Die Burggrafen zu Nürnberg Haken ihren Namen unstreitig von der Kaiserlichen Burg daselbst, über die sie geseßt waren, nit von einem bloßen Burghutlehen in Beziehung auf jene Burg, denn nie- mals kann Burggraf fo viel wie Buramann bedeuten, sollte aub das Burglehen eines Burgmannen selbst in einem festen Haus oder einer Burg bestehen. Ob diese Burg von jeber unmittelbares Retchs- gut oder aber salis<es und später hohenstaufishes Familiengut war, ift niht auszumitteln, au< von keiner besonderen Wichtigkeit. Merk- würdia ist aber, daß in den späteren, genau bekannten. Zeiten, viel- leiht schon vor dem Jahre 1273, die Burggrafen über die Burg zu Nürnberg, die wenigstens damals und in der fclgenden Zeit Kaiserliche Burg oder Reichsburg hieß, gar keine oder nur eine sehr beschränkte Gewalt hatten. Sie besaßen cine Burg zu Nürnberg bis zum Jahre 1427, aber cine neben der Kaiserlichen Burg gelegene; über diese leßtere war {on längst der Stadt Nürnberg alle Gewalt einge- räumt. die nicht in jener Zeit no< bloßen Kaiserlichen Beamten —- vielleiht dem Landvogt oder au<h bloßen Pflegern oder Amt- leuten über die Burg —, ni<t aber den Burggrafen anvertraut blieb. Vergeblih ift dies von Scbriftstcllern, die das burggräfliche Interesse verfehten, bezweifelt und geleugnet worden. Aus dem Lehenbrief von 1273 geht es zwar ni<t unumwunden hervor, daß das Verbältniß der Burggrafen damals schon diese Wendung genommen hatte, do< wird wenigstens dem Burggrafen Über die Kaiserliche Burg speziell keine Gewalt zugeschrieben, wenngleich eine solche schon in dem bloßen Namen comitia burggraviae liegen Fönnte. Es wird dem Burggrafen verlichen die Burg, die er zu Nürn- berg besißt (castrum quod tenet ibidem): so wäre \<{werli< die Kaiserlihbe Burg bezcihnet worden. Gleichlaut-nd sind die Worte in einer späteren Urkunde König Nudolfs vom Jahre 1281 und in König Albrechts Lehenbrief vom Jahre 1300. Daß schon vor 1273 die Kaiserlihe Burg richt mehr unter der Gewalt der L‘urggrafen stand, wird auch dadur fehr wahrscheinlich, daß uns nicht leiht alle Nachrichten von eincr solcen Veränderung fehlen würden, wenn sie erst später eingetreten wäre, gewiß würde in den späteren Kaiserlichen Lehenbriefen von 1281 und 1300 diese Aenderung angedeutet sein oder fonst ihrer in anderen Geschichtsquellen Erwähnung geschehen. Seit 1313 aber tritt cin sol<hes Verhältniß der Neichs8veste zur Stadt Nürnberg klar und deutlich herror, daß damit wenigstens jede auê- aedehnte Befugniß der Burggrafen Über jene unvereinbar erscheint. Denn König Heinrich VII. ertheilte der Stadt 1313 die Zusicherung, daß die Burg niemals von der Stadt getrennt werden und der Kastellan Sicherheit dafür bestellen - solle, der Stadt mit der Lurg zu gehorchen und sclbige bei dem Tode des jedesmaligen Neich8-Ober- haupt1s der Stadt zu übergeben; lctztere sollte die Burg während des Zwischenreihs im Besiß behalten. Einige Wochen später wurde die der Stadt Nürnberg ertheilte Begnadigung über Untrennbarkeit der Burg von der Stadt den Kastelanen zur Nackachtung eröffnet und zugleih eine VBütgschaft dafür geboten, daß fie der Stadt nach Inhalt der ihr ertheilten Privilegien mit der kaiserlihen Burg in aller Art dienstwillig sein wollen, ein Befehl, der wohl nur den Kastellanen, ni<t afer dem Burggrafcen gegeben ist, wenngleih dieser am Ein- ganz der Urkunde genannt wird. indem von einem solchen beinahe untergeordneten Verhältniß des Burggrafen gegen die Stadt zu keiner Zeit die Rede scin kann. Vielleihi wor die Meinung des Kaisers bei jenein Befehl in Beziehung auf den Burggrafen nur, daß diefer verspreben sollte, seinerseits die der Stadt zuerkannten Gerechtsame über die Reich8burg nicht zu verkümmernz leiht mochten aus der ursprünglichen Gewalt der Burggrafen über die Kaiserliche Burg, von der ihr Titel herrührte, Ansprüche hergeleitet werden, benen durch jenes Kaiserliche Gebot vorgebcugt werden follte. Auch könnte es bc- zogen rocrden auf die Burghut, die dem Burggrafen in Bezichung auf das Vestnex Thor oblag.

Jene Anordnung König Heinri>s wiederholte Ludwig der Bayer 1341, indem er ausdrüdlid bestimmte, daß, wenn die der Stadt zu- stehende Besitnahme der Burg bei dem Ableben eines Königs oder Kaisers von des Kaisers oder des Reiches Pflegern oder Amtleuten oder von fonst wem gehindert wcrden sollte, die Bürgec befugt seten, ic aller Mittel zur Okkupation der Burg zu bedieren. Das hat Karl IV. bestätigt, welcher au< im Jahre 1349 das Regiment über die Burg nicht einem Amtmann oder Pfleger, sondern der Stadt Nürnberg übertragen hat. Seitdem ist die Neictsburg wohl immer in den Händen der Stadt geblieben. Karl 1IV. verschrieb zwar 1365, um die- Hand seines Sohnes Wenzel von dem Berlöbniß mit des Burggrafen Friedrih V. Tochter los;ukaufen, diesem, neben der Neichs- und Iudensteuer der Stadt, aub „des Reiches kaiserliche Burg zu Nürnberg“ für die Lebenszcit des Kaisers inne zu haben, vorbehaltlich des der Stadt deswegen zu leistenden Gelübdes. Diese Verleihung war jedoch nur eine vorübergehende. Die Bürger behaupteten das Vorrecht, Schirmer der Burg zu sein, worin später auch die Reich€- kleinodien aufbewahrt wou! den, mit Eifersucht.

An Streitigkeiten zwishen Stadt und Burggraf konnte es natür- lih unter so bewandten Umständen nicht fehlen. Schon 1362 klagt Burggraf Friedrich V., daß „thm srine Veste zu Nürnberg verbaut und verschlossen wäre“, worauf die Bürger antworten, „des MNeiches Beste hätte (auch) keine andere Einfahrt denn dasselbe Thor, und das Reich hâtte den Bergfried und den Scbloßgaiter darüber heißen machen“. 1367 ließ die Stadt einen gegen den Burggrafen gerichteten Maunerbau aufführen. Der Burggraf drohte der Stadt mit Krieg. Um cinem solchen vorzubeugen, seßte Kaiser Karl einen Vergleichstag nah Frantsumt an. Die dort anwesenden Kurfürsten anerkannten das Recht der Stadt, da der Boden, auf dem die Mauer aufgeführt, Reich8boden wäre. Die Entscheidung kann jedo< nur eine vorläufige gewesen sein, da si<h zum Jahre 1376 cin Ausspruch des Kaisers in derselben Angelegenheit findet, gemäß dem die Mauer niht mehr erhöht, aber das hölzerne Thor und die Kette an derselben entfernt werden sollte. Für den Fortbestand der Mauer mußte die Stadt dem Burggrafen 5000 Gld. bezahlen. Das Geld mukfiten die Juden theils dur< Steuern, theils dur<h Darlehen für die Stadt aufbringen.

Wie ift nun dieses besondere Verhältniß entstanden, daß den Burggrafen über die Burg, von der sie den Namen führen, keine Gewalt zusteht? Zweierlei ist möglich, und \{werli< läßt si ent- scheiden, welches das Richtige. Es könncn die Kaiser, als die Gefahr einer Verwandlung des Burggrafenamts in eine etgere erbliche Gewalt ihnen entgegen trat, bei Zeiten no< ihre Burg dem Regiment der Burggrafen entzogen haben, um diesclbe sich und dem Neich zu be- wahren. Die Burggrafen behielten oder bekamen nach dieser Annahme blos ein festes Haus oder ein Schloß in der Nähe der Reichsveste, welches vielleiht von jeher ihr Sit gewesen und, nachdem ihre Gewalt über die Kaiserliche Burg aufgehört hatte, zu einer ordentlichen Burg, wie es der Lehenbrief von 1273 und die ganze spätere Geschichte ge- nannt hat, erweitert werden mochte. Die andere Möglichkeit ist, daß die ursprüngliche eigentliche Reichsburg in den Händen der Burggrafen geblieben ist, und die Kaiser, als die Burggrafen zu mächtig wurden, um sie als bloße Beamten behandeln zu können, sich eine neue Burg erbaut haben, welche sie niht den Burggrafen, sondern besonderen Amtsleuten oder Pflegern und späterhin der Stadt Nürnberg an- vertrauten. Diese hieß nun natürli< Kaiserliche oder Reichsburg.

Dafür möchte spreben, daß die von den Burggrafen besefsene Burg dur größere Ausdehnung und Festigkeit bedeutender ersceint als die Reichsveste. Im Umfang der burggräflihen Burg lag die S. Ottmars- fapelle (spätere Walpurgiskirhe) Diese Kapelle übergab Burggraf Friedrich III. 1267 dem Aegidienkloster zu Nürnberg, d. h. wohl, er überließ demselben dic Güter und Einkünfte, die zu der Kapelle ge- hôrten, wogegen der jedesmalige Abt die Stelle des Burgkaplans zu versehen hatte. Im Jahre 1422 wird über die gänzliche Baufälligkeit der Kaiserlichen Burg geklagt. .

In dem Lehenbrief von 1273 wird no<, in Uebereinstimmung mit der späteren Geschichte, unter den Gegenständen der Kaiserlichen Belehnung das Recht der Burggrafen aufgeführt, das Thor neben der Burg (das Vestner Tkor) zu bewahren: gerade fo wie au die Burggrafen von Meißen, neben einem eigenen burggräfliben Schlosse an der Abendseite der markgräflihen Burg, das Delazungene des dem Sc{hloßberg zugewandten Stadtthors besaßen. ittelft dieses Besatzungsre<ts sollte den Burggrafen wohl ursprünalid das Recht unbebinderten Zutritts zur Stadt, das sogenannte Oeffnungsrecbt, ge- wäbrleistet sein. i

Die Thore der stark befestigten Stadt mit ihren Thürmen und Warten bildeten, jedes für fi, eine besondere kleine Burgveste. Sie befanden si daher au im Lehensbesitz verschiedener, zu ihrer Be- wachung verpflihteter Familien. Ein solhes Burglehen, dem das zur Kaiserlichen Burg hinauéführende Stadtthor anvertraut war, besaß bis 1430, da es der Stadt verkauft wurde, die Familie von Colditz. Ein anderes, früher besessen von denen von Fishba<h und den Hasen von Hasenburg, wurde 1432 von den Waldstromern be- sessen und der Stadt verkäuflich überlaffen. Ein drittes, am Wöhrder Thor, besaßen die Braune, und theilte nah deren Ausfterben zig Wenzel 1390 dem Burggrafen Johann III. zu.

(S<luß folgt.)

Die Polytecbnische Gesells<aft hielt gestern Abend im Saale Neue Friedrichstrafe 35 ihre Generalversammlung ab. Die Gesellschaft trat in das laufende Jahr mit einem Bestande von 578 Mitgliedern ein. 25 \<ieden im ersten Quartal aus und 6 tra- ten neu ein, so daß si<h die Mitgliederzahl auf 559 verringert hat. Das Vermögen der Gesellschaft beläuft ih z. Z. auf 38 033,53 M Der Kassenabschluß für das erfte Quartal balanzirte in Einnahme und Ausgabe mit 3421 4 Bei der Neuwahl des Vorstandes er- hielten die Majorität als Ordner: Civil-Ingenieur Veitmeyer, Stadt- rath Haléke und Kaufmann Keferstein, als Rendanten Kommerzien- Rath Weigert und Stadtältester Krug, als Schriftführer Professor Michaelis und Civil-Ingenieur März, als Bibliothekare Dr. Brau- müller, Fabrikant Füllberg und Chemiker Lohmann und als Oeko- nomieverwalter die Herren Schöpke und Paul Dörffel. In den Ausschuß wurden 24 Mitglieder deputirt.

Die Ausdehnung, welche der Verkehr im Central-Verein für Arbeitsnachbweis tägli aufweist, hat den Vorstand ver- anlaßt, die Bureaux aus den Räumen im Erdgestoß, Dammühlen, Eingang Poststraße 16 und Breiteftraße 23, na< dem 2. Stock zu verlegen. Es is nunmehr das verarößerte Bureau vollständig von dem Raum für Arbeitnehmer getrennt und können ssti< in letzterem 4- bis 500 Mecnscben bequem aufhalten, Es werden Einrich- tungen geplant, diesen Raum no< zwe>entspre<end auszunuten, Während früher nur 8 bis 10 Personen tägli in Stellung gebracht werden konnten, erböht sich diese Ziffer nunmehr auf 20—30 täglich. Dieser Erfolg i} wesentlih dem telephonishen Ans{bluß unter Nr. 3235 zu verdanken. Ein demnächst erscheinender Geschäftsbericht wird die Verhältnisse des Vereins eingehender besprechen,

Die von dem Apotheker Stürmer in dem Hause Thurm- straße 43 auf Grund der Konzession des Ober-Präsidenten vom 14, Mai 1884 eingerichtete Apotheke is am 7. d. M. nach vor- \<riftämäßiger Revision eröffnet worden.

Unentgeltliche ftenographische Lehrkurse beginnt der Berlîtiner Centralverein Rollersher Stenographen wieder am Dienstag, den 14. April, im Augvstgarten, Auguststraße 24; Mitt- wow, den 15, April, in der 5. Schloßkneipe, Neue Friedrichstraße 1; Donnerstag, den 16. April, im Restaurant „Zum Pfundwirth“, Oranienstraße 68 überall Abends 87 Uhr. Die Kurse erfordern bei der leichten Erlernbzrkeit des Rollershen Systems nur 4 Lehr- stunden, wöchentlich eine. Für die Lehrmittel hat jeder Theilnehmer 2 Æ, zu den Unkosten der Bekanntmachung 1 A beizutragen. Im Café Domack, Johannisftraße 20, bält der Parlamentsstenograph Hr. Roufseau am näbsten Montag einen Vortrag über „Er- fahrungen und Erlebnisse in der parlamentaris<hen Praxis“.

Hamburg, 9. April, Abends. (W. T. B.) Der V. Deutsche Geographentag, welcher heute im Wilhelms-Gymnasium vom Senator Dr. Kirchenpauer feierlih eröffnet wurde, hat Vor- und Nachmittags Sitzungen abgehalten. Heute Abend fand ein Fes - mahl ftatt, an welchem auch die geographbishen Forscher Dr. Flegel und Boas Theil nahmen. Die sehr reichhaltige geographis\<e Ausstellung ist heute ebenfalls eröffnet worden.

Krolls Theater, Die vielfachen Schwierigkeitin, welhe si< in jedem Iahre der Zusammenstellung eines guten Personals für die sommerlihe Overnsaison entgegenzustellen pflegen, scheinen auch dieêmal, Dank ver Umsicht und Energie des Kommissions-Raths Engel, auf das Glücflichste überwunden zu sein. Das Berliner Publikum wird in der bevorstehenden, am 3. Mai beginnenden Saison manche hierorts bestbewährte Kräfte, daneben aber auch viele neue kennen lernen, denen das auswärtige Publikum vollen Beifall gezollt hat. Zu den glänzenden Kräften früherer Jahre darf in erster Linte der ausgezeichnete Barytonist Hr. Georg Heine gezählt wer- den. Befonderes Interesse dürften jedod die für Berlin neucn weiblichen Erscheinungen: die Koloratursängerin Betty Frank aus Riga und die dramatisbe Sängerin Frl. E. Jung erregen. Carlotta Grossi, die frühere Königlich preußische Hofopern- sängerin, ift für die ganze Saison als Gast engagirt, während als periodische Gäste erscheinen werden: die Großherzogliß sächsische Kammerfängerin Pauline Horsson aus Weimar (Mai), Katharina Klafsky (Juli), Fr. Rosa Papier, Carlotta Bessone, Antonie Sc{bläger von der Wiener Hofoper, sowie Sgra. Darialli aus London (eine zur deutschen Oper übergehende Italienerin, welche bereits in Baden- Baden und im hiesigen Palais vor dem Kaiserlichen Hofe aufgetreten ist und fi< als Contra-Altistin vielfaher Auszeichnungen zu ‘erfreuen hatte); ferner HeinriÞ< Bötel (Juni), Adolph Robinson, Giulto Perotti vom Königlichen Theater in Budapest und Franz Nachbaur ; Leßterer tritt mit Antonie Schläger zusammen auf.

In der Sing-Akademie findet morgen (Sonnabend) Abends 73 Uhr zum Besten des Magdalenenstifts ein Concert unter Mitwirkung ter Mme. Désirée Artôt de Padilla und der Fr. Annette Essipof} fowie der Herren Stanisïaw Barzewicz und Erik Meyer- Helmund Siatt. Am Dienstag, den 14. d. M., Abends 8 Uhr, concertirt der Pianist Hr. Ferruccio Benvenuto Busoni, unter Mitwirkung des Frl, Emmy Görlichy, daselbst.

Redacteur: Riedel.

Berlin: ind Verlag der Expedition (S olz). Dru>k: W. Els ner,

Fünf Beilagen (eins{ließli< Börsen-Beilage).

M B4,

Erste Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Freitag, den 10. April

Æ R Y N BERTE Inserate für den Deutschen Reichs- und Königl. Preuß. Staats - Anzeiger und das Central-Handels- register nimmt an: die Königliche Expedition | 1. Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen.

des Deutschen Reichs-Anzeigers und Königlich Prenßishen Staats-Anzeigers : Berlin SW., Wilhelm-Straße Nr. 32.

2. Subhastationen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

. Verkäufe, Verpachtungen, Submissionen ete.

. Verloosung, Amortisation, Zinszahlung u. s. w. von öffentlichen Papieren.

M> G9

E

Subhaftationen, Aufgebote, Vor- ladungen u. dergl. [1511] : s

Zum öffentliG meistbietenden Verkaufe der zum Zwe>ke der Zwangsversteigerung bescblagnahmten Büdneiei Nr. 16 zu Vipperow mit Zubehör wird ein erfter Verkaufstermin auf

Donnerstag, dea 25. Zuni 1885, und ein Uecberbotstermin auf Freitag, den 17. Juli 1885, jedes Mal Vormittaas 11# Uhr, angesetzt, in welchen Kaufliebhaber zur Abgabe ihres Bots und Ueberbots zu erscheinen hiedurb geladen werden.

Ferner ift zur Änmeldung aller dinglichen Ansprüche an das zu verfaufende Grundstü> und am die zur Immobiliarmasse desselben gehörenden Gegenstände, zur Vorlegurg der Originalien und sonstigen \chrift- liden Bewcismittel und zur etwaigen Ausführung von Erstigkeits-Rechten Termin auf

Donnerstag, den 25, Juni 1885, Vormittags 113 Uhr, angeseßt, wozu mit Ausnahme der gefeßli< zur Anmeldung nicht verpflichteten Alle, welche dingliche Ansprüche an das Grundstück und an die zur Immobiliarmasse desselben gehörenden Gegenstände haben, zur genauen Anmeldung derselben sowie zu den übrigen oben angegebenen Zwecken des Termins hiedur< vorgeladen werden, bei Ver- meidung des Nacbtheils, beziehungêweise dec Ab- weisung von der Masse, des Verlustes des Beweises dur< die Originalien und sonstigen scriftlicen Beweismittel und der Ausschließung mit der Erstigkeits- Ausführung.

Der erste Verkaufstermin ift zuglei<h aub be- stimmt zur endlichen Feststellung der Verkaufs- bedinguagen, deren Entwurf zwei Wochen vor dem- elben auf der Gerichisshreiberei zur Einsicht bereit liegen wird. Dem Scquefter, dem Schuldner und den bei der Zwangsversteigerung betheiligten Gläubigern wird freigelassen, in dem gedachten Termine zum Zwe>ke der Betheiligung bei der endlichen Fest- stellung der Berkauf8bedingungen zu erscheinen und bis eine Woche vor diesem Termine Vorschläge für die Verkaufsbedingungen einzureichen.

Die Besichtigung der Büdnerei Nr. 16 zu Vip- perow ist nah vorgängiger Anmeldung bei dem Sequester, Herrn Amtsanwalt Wilde hier, gestattet, welcher auch Kaufliebhabern auf Antrag die Grenzen des Grundstücks nachweisen wird.

Röbel, den 4. April 1885.

Großherzoglih Me>klenburg-Schwerinsches Amtsgericht. Zur Beglaubigung: Der Gerichtéfchreiber Wilken, Akt. Geh. [1516] Aufgebot.

Der Gärtner“ Joseph Maciejewski zu Posen hat das Aufgebot des in der Stadt Posen, Zawadestraße Nr. 29, belegenen und im Grundbuche der Stadt Posen, Vorstadt Zawade, Band XII, Blatt Nr. 280 verzeichneïien Grundstü>s beantragt, um seine Ein- tragung als Eigenthümer dieses Grundstücks zu er- langen, welches seit dem 20. Dezember 1832 auf den Namen der Erben des Schneidermeisters Johann Dykowski, und zwar:

a. der Marianna verecheli{ten Maciejewska, ver-

wittiwet gewesenen Dykowska, geb. Luczynska,

b, der abwesenden Catharina Dykowska,

c. des Adalbert Dykowski, eingetragen steht.

Gs werden daher alle unbekannten Eigenihums- Prätenventcn des bezeichneten Grundstücks aufgefor- dert, ihre Eigenthumsansprüche auf dasselbe bei dem unterzeichneten Gerichte spätestens in dem auf

den 25, Juli 1885, Mittags 12 Uhr, im hiesigen Amtsgericht8gebäude, Sapicha-Playz Nr. 9, Zimmer Nr. 5, anberaumten Aufgebotstermine an- zumelden, widrigenfalls fie mit ihren Ansprüchen werden auLgesclossen werden.

Posen, den 4. April 1885,

Königliches Amtsgericht. Abtheilung IV.

[1514] Aufgebot,

Der Privatmann Franz Wellmann in Hochheim, als Cessionar der Erben des verstorbenen Kaufmanns Gottfried Wellmann und resp. als Miterbe des Leßteren hat das Aufgebot des Hypothekeninstruments vom 14. Oktober 1845, bestehend aus der Schuld- urkunde vom 16. August 1834 nebst Hypothekenschein vom 21. Juni 1834 und weiteren UÄnnexen, über 600 Thaler mit 5 %% Zinsen, cingetragen auf dem jeßt dem Restaurateur Gottlob Ferdinand Siebert gehörigen Hause Andreasstraße Nr. 13 in Abth. II1. Nr. 2 des Grundbuches von Erfurt, mit dem Bemerken, daß das Hypothekendokument ver- loren gegangen sei, die Forderung selbt aber no< zu Recht bestehe, beantragt. Der Inhaber der Ur- Tunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf

deu 14, Juli 1885, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeihneten Gerichte, Zimmer Nr. 58, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu- melden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.

Erfurt, den 24. März 1885.

Das Königliche Amtsgericht, Abtheilung VIIT.

Hagemann. [1659] Aufgebot.

Auf den Antrag des Zimmermeisters Georg Butschke zu Friedeberg N.-M. als Vormund der minderjährigen Geschwister Neumann, Benefizial- erben des am 13, November 1884 zu Friedeberg

Neumann, werdeu die Nachlaßgläubiger und Ver-

E

mächtnißnehmer desselben aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermine

__ den 30. Zuli 1885, Mittags 12 Uhr, Zimmer Nr. 5 ihre Ansprüche und Rechte auf den Nawlaß anzumelden, widrigenfalls fie gegen die Benefizialerben ihre Ansprüche nur no< insoweit geltend machen können, als der Nachlaß mit Aus- \<{luß aller seit dem Tode des Erblassers auf- gekommenen Nußungen dur< Befriedigung der an- gemeldeten Ansprüche nicht ers{öpft wird.

Friedeberg N.-M., den 30. März 1885.

Königlibes Amtsgericht.

[1658] Aufgebot.

Folgende Sparkassenbücher des Danziger Spar- kassen-Aktien-Vereins:

1) Nr. 81 575, in Höhe von 300 A giltig,

2) » 68 300, noc in Höhe von 200 M giltig,

3) » 81289, in Höbe von 90 M giltig, find angeblich verloren gegangen.

Auf Antrag

ad 1 und 2, des Böttc@ermeisters Johann Wilkelm Gottlieb Ruehle von hier, ad 3, des Fräuleins Olga Stuhlmacher in Lauenburg in Pommern,

werd die unbckannten Jahaber dieser Svarkassen- ena hiermit aufgefordert, spätestens im Aufgebots- ermine,

den 4, November 1885, Mittags 12 Uhr, (Zimmer Nr. 42) ihre Nechte auf dieselben unter deren Borlegung anzumelden, widrigenfalis deren Kraftloserklärung erfolgen wird.

Danzig, den 2, April 1885.

Königliches Amtsgericht. X.

( 1656] Aufgebot,

Auf den Antrag des Nathlaßpflegers Zimmer- manns Heinri<h Spangenberg von hier, werden die unbekannten Nechtsnacfolger des am 9. September 1884 hier geborenen und am 23. November desselben Jahres hier verstorbenen Heinrich Otto Lakemacher au< Lakenmagtzer geschrieben außerchelichen Sohnes der gleihfalls hier verstorbenen Wittwe Marie Sanftenberg, geb. Lakcmacher, aufgefordert, spätestens im Aufgebotstecmin „am 13, Januar 1886, Vormittags 10 Uhr, ihre Anspruche und Rechte auf den etwa 60 4 be- tragenden Nachlaß des Otto Lakemacher bei dem unterzeibneten Gerichte anzumelden, widcigenfalls der Nachlaß dem Fiskus zugesprochen werden wird.

Schoenebe>, den 25, März 1885,

Königliches Amtsgericht.

Aufgebot.

Nj Ma, o 9 9 H e Mittels Rezesses Nr. 22012 vom E

d. Is., bestätigt am 7. März d. Js,, ist zwischen Herzöglicer Kammer, Direktion der Forsten, zu Braunschweig, und dem Scbuhmachermeister Andreas Röbbel in Münchehof, als Eigenthümer des daselbst sub No, assec. 70 I. belegenen Gehöfts die Ablösung der dem ebengedachten Gehöfte zustehenden Berechti- gung zum Bezuge fotrstzinsfreien Vauholzes aus den Herzoglichen Forsten gegen eine Kapitaientschädigung von 358 4 10 - nebft Zinsen zu 49/6 pro anno vom 20. Januar 1885 an gerechnet, vereinbart worden.

Auf Antrag der Herzoglichen Kammer, Direktion der Forsten, zu Braunschweig, werden alle Diejenigen, welche Ansprüche an die abgelösete Berechtigung oder an die an die Stelle derselben tretende Kapital- ents{ädigung zu haben vermeinen, aufgefordert, ihre desfallsigen Ansprüche spätestens in dem auf

den 1. Juni d. Js., Morgeus 10 Uhr, zur Auszahlung der vorgeda<ten Kapitalentschädigung anberaumten Termine anzumelden, widrigenfalls sie mit solwen Ansprüchen ter Herzoglichen Kammer, Direktion der Forsten, gegenüber ausgeschlossen werden sollen.

Seesen, den 2. April 1885.

Herzogliches Amtsgericht. Haars.

[1519] 19. Februar

[1524] Aufgebot.

Das Sparkassenbu<h der städttshen Sparkasse zu Gelsenkirchen:

Nr. 9333 über 600 ä, ausgefertigt für den Fabrikarbeiter Wilhelm Arens zu Schalke ist an- geblich verloren gegangen und soll auf den Antrag des Rechtsanwalts Greve zu Gelsenkirhen zum Zwe>e der neuen Ausfertigung für krafilos erklärt roerden.

Es wird daher der Inhaber des Buches auf- gefordert, spätestens im Aufgebotstermine

den 9, Oktober cr., V.-M, 10 Uhr, bei dem unterzeichneten Gerichte feine Rechte anzu- melden und das Buch vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung desselben erfolgen wird. Gelsenkirhen, den 24. März 1885. Königlies Amtsgericht.

[1520] Anusgebot. ;

Der A>erbürger Caspar Urbhaniak zu Krotoschin, vertreten durch deu Re<htsanroalt Madelung da})elbft, hat das Aufgebot der unbekannten Realprätendenten des von ihm {on vor. dem 1. Oktober 1872 be- sessenen Grundstücks Krotoschin Kal. Vorstadt Nr. 111 behufs Beßittitelberih4tgung beantragt.

Das gedachte Gruadstü>k läßt fh ungetrennt von

Oeffentlicher Anzeiger. 7

2 R. E C I E L

1885,

5, Industrielle Etablissements, Fabriken und

Grosshandel. & 6, Verschiedene Bekanntmachungen. 7. Literarische Anzeigen. 8. Theater-Anzeigen.

Inserate nehmen an: die Annoncen-Expeditionen des „JZuvalidenvank“, Rudolf Mosse, Haasenstein

Vogler, G. L. Daube & Co,, E, Schlotte,

Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren

Aunouce2 - Bureaux.

In der Börsen- î 9, Familien-Nachrichten. | beilage. Æ weisen und besteht nah dem alten Titelblatte aus einem in der Kalisher Vorstadt belegenen hölzernen Wohnhause, während der Besiztitel für den Tage- löhner Friedri Grund und dcfsena Ebefrau, Johanna, geb. Franzke, berichtigt ist. Es werden daher alle Diejenigen, welche Ansprücbe an das bezei{nete Grundstü> erheben, namentlich die Vorbesitzer bezw. Miteigenthümer des Grund- fftüds Krotoschin Kal, Vorstadt Nr. 112, der Lumpensammler Ignatz Szymczak und dessen Ehe- frau, Anna, geborcne Noga, und die Wittwe Ma- rianna Jankiewicz, geborene Drygas, aufgefordert, ihre Ansprücbe späteitens in dem auf den 3. Zuni 1885, Vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer Nr. 25, anberaumten Termine anzumelden, widrigenfalls dieselben mit ihren Arsprücben ausgeschlossen und die Besißtitelberichtigung des bezeichneten Grund- tüds auf den Antragsteller erfolgen wird. Krotoschin, den 31. März 1885

Königliches Amtsgericht.

[1518] Ausfertigung. Aufgebot. Ueber das Leben nachbezeichneter Personen : 1) der Ocekonomentochter Dorothea Hoehl von Truppach, geb. am 29, Juni 1850, 2) des ODbsthändlers Hermann Loehr von hier, geb. am 1. Oktober 1819, 3) des Bädermeifsterssohnes Georg Domeyer von hier, geb. am 20. Oktober 1853, 4) des Zukersiederssohnes Andreas Nuf von __ Skt. Georgen, geb. am 6. Juni 1840, 5) des Tageiöhners Heinrich Siegmund von hier, geb. am 29. Juni 1824, für welche beim hiesigen Amtsgerichte Vermögen verwaltet wird, ift seit mehr als ¿ehn Jahren keine Nachricht vorhanden und wurde nunmehr von den Pflegern ihres Vermögens mit Genehmigung des Pflegschaftêgerihts Antrag auf Todeserklärung der- selben gesteUt. Gemäß gesetzlicher Vorschrift ergeht daher die Aufforderung : a. an die obenbezeicneten Verschollenen, spätestens in dem auf Mittwoch, den 3, Februar 1886, früh 9 Uhr, im Sitzungssaale, anberaumten Aufgebotstermine persönlich oder \<rift- lich bei Gericht sich - anzumelden, widrigenfalls sie für todt erklärt werden,

b, an die Erbbetheiligten, ihre Interessen im Auf- gebotêsverfahren wahrzunehmen,

c. an alle Diejenigea, welcze über das Leben der Verschollenen Kunde geben können, Mittheilung hierüber bei Gericht zu machen.

Bayreuth, 2. April 1885.

Königliches Amtsgericht. Kießling.

Der Gleicblaut vorstehender Ausfertigung mit der Urschrift wird biermit bescheinigt.

Bayreuth, 7. April 1885,

Gerichtsschreiberei des Kal. Amt3gerichts. Der Kgl. Sekretär. Hofmann.

H Aufgebot.

Auf Antrag der großjährigen Steinhauerstochter Goa Burkhard von Falkenberg voin Gestrigcn wer- den aufgefordert:

1) Eva Margaretha Burkhard, geboren am 26. November 1838 zu Falkenberg, eheliche Tochter der Stecinhauers - Ebeleute Wolfgang und Magdalena Burkhard von dort, welche seit 25, Juni 1854 vermißt wird, spätestens in dem auf Dieufiag, den 19. Januar 1886,

Bormittags 9 Uhr, bcim unterfertigten Geriwte anberaumten Rufgebotsternine persönli oder schriftli sicv anzumelden, widrigenfalls fie für todt er- Tlärt würde,

2) die Erbbetheiligten, ihre Interessen im Auf- debotsverfabren wahrzunehmen und

3) alle Diejenigen, wel<he Über das Leben der Verschollenen Kunde geben können, Mitthei- lung hierüber bei Gericht zu maßen.

Tirschenreuth, den 2. April 1885.

Königliches Amt3gericht. gez. Baumann. gez. Kühn.

Zur Beglaubigung : Tirschenreuth, den 5. April 1885. Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts:

(L: S.) Zwenner, K. Sekretär. [1532] Oeffenttiche Ladung.

Nachdem der Ackermann Johannes Bettenhausen und dessen Ebefrau Anna Elisabeth, geb. Sprenger, von Königswald, die Eintragung des disher im General-Währschafts-HypothekenbuÞß nit einge- tragenen, in der Gemarkung von Küuigswald be» legenen Grundeigenthums, als:

1) Bl. 11 Nr.‘ 62, die vier A>er vor dem Kreuzwege, Ader, 4 a 06 qm, soweit darin Nr. 3903 = 1/16 Ader 2 Nth. enthalten,

2) Bl. 27 Nr. 71, auf tem Berge, Aller, 9 603 qum,

3) Bl. 28 Nr. 63, am rothen Rain, Aer, 2A (1. Qm,

4) Bl. 28 Nr. 68, am rothen Rain, Aer, 8 a 75 qm, soweit darin Ne. 1442 = k; Aer 63 Rth. enthalten,

5) Bl. 28 Nr. 78, am rothen Rain, A>er, 5 a 52 qm, foweit darin Nr. 1454 = 1/16

verstorbenen Töpfermeisters Hellmuth Ernt Ludroig

dem Grundstücte Keotoschin Nr. 112 nicht mehr nach-

6) Bl. 28 Nr. 61. beim Ameisenküppel, Aer,

37 a 68 qm, soweit darin Nr. 6051 = 1/16 Ader 84 Fth., Nr. 605 = 7/16 Ader 7 Rth. enthalten,

7) BI. 36 Nr. 137, Am Wi>erêrain, Aer, 27 a 89 qm, soweit darin Nr. 618 = 11/16 Ad>er enthalten,

8) Bl. 17 Nr. 43, A&er auf dem Wacholder, l4a 53qm, 7 a 27 am, soweit Nr. 348 = 3/16 Aer darin enthaiïiten ift,

unter glaubhafter Nachweisung eines zehnjährigen

ununterbrochenen Cigenthumébesißes in das Grund-

buch von Königêwald beantragt haben, so werden alle diejenigen Personen, welche Rechte an jenem Grund- vermögen zu haben vermeinen, aufgefordert, solche

im Termin

am 28. Mai 1885, Vormittags 10 Uhr,

bei der unterzeichneten Behörde anzumelden, widrigen-

falls na Ablauf dieser Frist die bisherigen Besitzer

als Cigenthümer in dem Grundbu<ß ein- getragen werden werden und der die ihm obliegende

Anmeldung unterlassende Berechtigte niht nur

seine Ansprüche gegen jeden Dritten, welcher

im redlichen Glauben an die Richtigkeit des Grund-

bus das oben erwähnte Grundvermögen erwirbt,

nit mehr geltezd macen kann, sondern au ein

Vorzugsre<t gegenüber Denjenigen, deren Rechte

in Folge der innerhalb der oben gesetzten Frist

erfolgten Anmeldung eingetragen sind, verliert. F. 2/85,

Sontra, am 24. März 1884. :

Königliches Amtsgericht. ges. Ko. Wird veröffentlicht. Sontra, am 24 März 1885, Der Gerichtsschreiber Königlicen Amtsgerichts. Stroinsky.

[1108]

Aufgebot von Grundstücken.

Auf den Antrag des Altsivers Peter Fiege zu Wiesenfeld werden Behufs Besitztitelberihtigung für denselben öffentli aufgeboten die für die taub- stumme Anna Margarethe Fiedeler zu Wiesenfeld im Grundbuce von Volkerode Band 2 Blatt 88 eingetragen gewesene Grundstülke in Wiesenfelder

Flur : Nr. 648 Z Aer auf der Haide, e L J ior ¿U Anne » 692 13 auf dem Lichtberge, «e. 603 J „ait rohen Une

bezichungsweise der bei der Separation von Wiesen- feld dafür ausgewiesene, im Grundbuch von Wiesens feld Band 2 Art. 81 verzeichnete Plan 163 bb unterm Lichtberge, wel<he Grundstücke der Antrag- fteller von seinem Vater erworben haben will, welcher sie gegen Uebernahme der lebenslänglichen Verpflegung der Anna Margarethe Fiebeler etwa in den Jahren 1820 bis 1825 erworben haben sol. Es werden alle Diejenigen, welche an jene Grund- fiüdte Gigenthumsansprüche zu machen haben, auf- gefordert, si damit bei dem unterzeichneten Amts- gericbte spätestens in dem auf den 2. Juli 1885, Mittags 12 Uhr, Zimmer Mr. 13, anberaumten Termine zu melden, bid dliuns sie mit ihren Ansprüchen autgeschlofsen werden. Heiligenstadt, den 30. März 1885.

Königliches Amtsgericht. Abtheilung 4. [1657] Der am 25. April 1884 zu Berlin verstorbene Rentier und Administrator Johann Heinrih Chris stian Kopmann hat in scinem am 26. April 1884 publizirten Testamente zu Erben :

a. zur Hälfte die no< etwa lebenden Kinder jeinex Geschwister resp. deren Des8cendenz, nach Kopftheiten,

b. zur Hälfte die Verwandten seiner Ehefrau, JIohanne Friederike Wilhelmine, geborenen Raasch, nämlich deren noch lebende Geschwister uud die Kinder der verstordvenen Geschwister nach Linien

eingesept und die Erben einander gegenseitig sub- tituirt.

Als demgemäß berufene Erben haben fh bisher nur uwachftehendeze Verwandte der Ehefrau des Testa» tors legitimirt:

1) die Kinder des verstorbenen Bruders derselben,

Gefangenwärters Karl August Raafch, nämlich:

a. Johann Paul August,

b. Georg Julius Richard,

Geschwister Raasch z

2) der Bruder der Frau Kopmann, Rentier Karl Ludwig Raafch z

3) die Deécendenten der verstorbenen Schwester Dorothea Sophie Caroline Raasc, nämlich:

a. ihr Sohn Johann Hermann Raasch,

b. 4 Kinder ihrer verstorbenen Tochter, der ver=« chelihten Kaufmann Lamd>e, Bertha Augufte, geborenen Raafch ; ;

4) folgende Kinder des verstorbenen Bruders der Frau Kopmann, Chausseearbeiters Ferdinand Julius Raas\ch,

a. Johann Hermann,

b. Franz Julius,

c. August Heinrich, Ges\cbwister Raasch;

Leopold Raasch.

Aer 83 Rth. enthalten,

Christian Gagelbert, geboren am 4, Mai 1816, ges

9) der Bruder der Frau Kopmann, Heinrich

Bezüglich der Verwandten (Geschwisterkinder) des Testators ist nur ermittelt, daß derselbe außer einem früh verstorbenen Bruder einen Bruder Johann