1885 / 198 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Einleitung in die landwirthschaftlidben Studien ierungs-Rath, Direktor Prof. heil: Derselbe. i servatorium und Seminar: Derselbe. fessor Dr. Werner.

Wirthschafts-Or i Dreish. Demorstrationen im Lc selbe. Forstbenuzung: Forstmeister Sprengel. Obstbau: Garten-Inspektor Herrmann. 1 Unorganische Experimental-Chemie : Professor Dr. Freytag. Chemisches Praftifum :

Physiologi’che

Betriebslehre Kulturtechnisches Kon- Spezieller Pflanzenbau: P Demonstrationen am Buchführung: Allgemeiner Pflanzenbau: Dr. Laboratorium des Versuchsfeldes: Der- Forsteinribtung: Der-

Landesverschönerung :

Dr. Dünkelkberg. Kulturtechnik : Derselbe.

Rindviehzudt: Derselbe. Landwirtbschaftlicbe ganisation: Derselbe.

Landwirthschaftlihe Tecnologie : Derselbe. Agrikultur-Chemie: Professor Dr. Anatomie und Physiologie: Professor Dr. Körnie. und mikroskopis&e Uebungen: Derselbe. Naturgeschichte der Wirbel- Allgemeine Gesetze des thieriscen Thierphysiologisches Prak-

Experimental - Physik: Physikalishes Praktikum:

kfulturtehniscen

thiere: Professor Dr. Bertkau. Stoffwechsels: Mineralogie: Mineralogisde Uebungen : Landwirthschaftliche Konstruiren

Maschinenkunde :

der Mechanik und Hydraulik mit Uebun- Landwirthscbaf!lihe Baukunde: Wegc- und Brü>kenbau: Derselbe. Kulturtechnisches Zeichnen : Derselbe ì Lan desvermessung: Derselbe.

Regierungs-Bau- Wasserbau : . Praktische Geometrie :

Geodâtiscbe Zeichens, Derse!be. Theorie der Beobachtungs- lben nah der Methode der kleinsten Analytise Geometrie und Analysis: Dr, Velt- Mathematisches Zeichnen Geheimer Regie-

Dozent Koll. Nechen- oder Meßübungen :

Ausgleichung derse Quadrate: Derselbe. Elementar-Mathematik: Derselbe. und Rechnen: Derselbe. Bolk rungê-Rath, Professor Dr. Nafje. Bergrath, Professo von la Valette St. George.

Volfkêswirthschaftslehre: Landwirthschaft8ret : Fishzuht: Professor Dr. Frhr. Anatomie und Physiologie der Haus- thiere: Departements- Thierarzt Schell. Aeußere Krankheiten der Haus-

ftlicben und praktischen

r Dr. Klostermann.

thiere: Derselbe. A A

Außer den der Akademie eigenen wissens{<a en U! n, welche dur die für <emise, physikalische, pflanzen- logische Praktika eingerihteten Institute, neben der Versuchs\tation und dem thierphysiologischen n der Neuzeit erfah- mit der Univerfität

Lehrhüifêmittel und thierpbysio landwirthscaftli<en nd : Laboratorium eine wesentliche Vervollständigung 1 ren haben, steht derselben dur< ihre Verbindung Bonn die Benußung der Sammlungen und Apparate dec leßteren zu Gebote. Die Akademikec sind bei der Universität immatrifulirt und noch alle anderen für ihre allgemeine wichtigen Vorlesungen zu hören, über tsfatalog das Nähere mittheilt.

béweise eingerichtete kulturte<hnis<e und der sind nunmehr definitiv an der zukünftigen preußischen

haben deshalb das Recht, wissenschaftliche Ausbildung welche der Universitätsk Der seit 1876 versubéweise seit 1880 bestehende geodätische Kursus sind n Akademie eingerichtet und deren Besuch für die | | Landmesser obligatorish geworden. Ebenso haben die hier studirenden Landmesser und die Kulturtechniker ihre Diplomexamen mit amtlicher Geltung an der hiesigen Akademie abzulegen. Auf Anfragen wegen Eintritts in die zeichnete gern bereit, jedwede gewünscte nähere elsdorf bei Bonn im August 1885. Der Direktor der landwirthschaftlichen Akademie: Gebeimer Regierungs-Rath Professor Dx. Dünkelberg.

Akademie ist der Unter- Auskunft zu ertheilen.

Bekanntmachungen auf Grund des Reihs8geseßes vom 21. Oktober 1878.

Die unterzeichnete Königliche Kreishauptmannschaft hat die Nummern 9 und 10 der periodischen, in czechischer Sprache <rift „Proletár, Organ Radikal- esfky<, New-York 25. Cervence 1885 f Grund von $. 11 des Reichsgeseßes gegen die gemeingefährlihen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 verboten.

Dresden, den 22. August 1885. i:

Königliche Kreishauptmannschaft. von Koppensels.

erscheinenden Dru >f nich Socialistu C und 2, Sepna 1885“, au

Nichtamtliches. Deutsches Reich.

Berlin, 25. August. Kaiser und König empfingen am Sonntag den Prinzen Arnulph von Bayern, Königliche Hoheit, welcher zur Theil- nahme an den größeren Uebungen der Truppen im Bereich des III1. Armee: Corps hier eingetroffen ist.

Ebenso nahmen Se. Majestät die Meldung des zum General: Lieutenant beförderten Prinzen Leopold zu Schwarz- burg-Sondershausen entgegen.

Geftern hörten Se. Majestät die Vorträge des Civil: fabinets sowie des Staatssekretärs Grafen von Haßfeldt.

Beide Kaiserlihe Majestäten empfingen gestern den Besu<h Sr. Hoheit des Fürsten Leopold von Hohen-

Preußen. Se. Majestät der

Jhre Majestät die Kaiserin und Königin wohnte am Sonntag dem Gottesdienst in der Friedenskirche Potsdam bei.

Später fand ein größeres Diner auf Schloß Babelsberg statt, bei dem Prinz Arnulph von Bayern anwesend war.

Gestern besuhte Jhre Majestät die Kaiserin-Augusta-Stif- tung in Charlottenburg.

Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz wohnte gestern Morgen einer Felddienstübung des Garde-Jäger- Bataillons bei und nahm um 101/» Vortrag des Regierungs-Präsidenten von Neefe in ARGeltow über den Neubau der dortigen Kirche entgegen.

Um 2 Uhr erschien Se. Kaiserliche Hoheit zum Diner bei Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Wilhelm im Marmor- Palais und um 5 Uhr zu einem kurzen Besuh bei Jhren Majestäten in Babelsberg. Von dort aus begleitete Höchst- derselbe Se. Hoheit den Fürsten von Hohenzollern nah dem Bahnhof in Potsdam.

Die im Rei <s-Militärstrafgeseßbbu<h vom 20. Juni 1872 für Offiziere des Heeres bezw. der Marine gegebenen Vorschriften sind nah einem Urtheil des Reihs8gerichts, 1T. Strafsenats, vom 23, Mai d. J., auch auf Sanitäts- Offiziere (Militär-Aerzte) in Anwendung zu bringen. Die Mitglieder des Sanitäts-Corps gehören zu den Personen des Soldatenstandes, diejenigen von ihnen, welche Öffiziersrang haben, zur Kategorie der Offiziere, und wenn sie zur L (resp. See-) Wehr oder Reserve gehören, zum Beurlaubten- Es kommt demna<h auch einem Assistenz-Arzt bei Herausforderungen und Zwei-

der Reserve

kämpfen der den beurlaubten Landwehr-Offizieren beigelegte Militärgerichtsstand zu.

Der General der Jnfanterie, von Pape, komman- dirender General des Garde-Corps, ist von der Besichtigung des 4. Garde- Grenadier - Regiments Königin aus Koblenz zurückgekehrt.

Als Aerzte haben si< niedergelassen die Herren: Neumann in Gumbinnen, Dr. Zietlow in Berlinchen, Dr. Appuhn in Wülfel, Dr. Stephan in Linden, Pr. Pfund in Ottersberg, Dr. Niemann in Gelsenkirhen, Dr. Roß in Bre>erfeld, Dr. Saggan in Haspe, Marquardt in Fechen- heim und der Zahnarzt Wiche in Breslau.

Kiel, 24. August. (W. T. B.) Das Uebungs- geshwader unter dem Befehl des Contre-Admirals von Blanc ist heute Nachmittag 4 Uhr nah Wilhelmshaven in See gegangen.

Bayern. Regensburg, 24. August. Wie die „Alg. Ztg.“ meldet, hat Se. Majestät der König dem Kronprinzen für die Dauer seines Aufenthalts während der BVesichtigungen der bayerishen Kavallerie das Königliche Schloß sowie den Königlichen Marstalldienst zur Verfügung gestellt und zugleich den Oberst-Hofmarshall Frhrn. von Malsen zur Repräsen- tation hierher abgeordnet.

Bremen, 24. August, Abends. (W. T. B.) Die Mitglieder der Jnternationalen Telegraphen- Konferenz trafen mittels Extrazuges von Berlin heute Abend um 8 Uhr hier ein und wurden von dem zahlreich anwesenden Publikum auf dem Wege zur Stadt auf das Lebhafteste begrüßt. Sämmtliche Staatsgebäude und viele Privathäuser waren reich beflaggt. Der Weg vom Bahnhof na<h der Stadt war dur Gaskfandelaber erleuchtet. Um 9 Uhr findet in dem festli<h geshmü>ten Rathskeller ein vom Senat gegebenes Festmahl statt.

%5, August, Vormittags. (W. T. B.) Das zu Ehren der Mitglieder der Jnternationalen Telegraphen: Konferenz im Rath skeller veranstaltete Fe st verlief auf das Glänzendste. Als der Staatssekretär Dr. von Stephan den Keller verließ, wurden demselben von dem Publikum lebhafte Ovationen dar- gebracht.

Heute früh besichtigten die Mitglieder der Konferenz die hervorragendsten Gebäude Bremens, machten dann eine Um- fahrt dur die Stadt und reisten um 10 Uhr mittelst Extra- zuges nah Bremerhaven und Geestemünde weiter.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 24. August. (W, T. B.) Der König von Griechenland ist heute nah Kopenhagen abgereist.

Die „Wiener Abendpost“ schreibt: Die Völker Oesterreih-Ungarns begrüßen die Kaiserbegegnung in Kremsier mit aufrihtiger Freude und ungetheilter Genug- thuung. Sie erbli>en in derselben ein neues Unterpfand des Friedens und einen weiteren Beweis der herzlichen und freund- \chastlichen Beziehungen, welche die beiderseitigen Souveräne und Völker, miteinander verbinden.

Szczakowa, 24. August. (W. T. B.) Der Statt- halter von Galizien, der Landeskommandirende, Herzog von Württemberg, und der General der Kavallerie, Fürst Windischgräß, sind heute hier angekommen. Bald nah ihrec Ankunjt trafen auch der russishe Minifter von Giers und der Botschafter Lobamoff ein, Hr. von Giers setzte alsbald die Reise nah Dombrowar fort.

Kremsier, 24, August. (W. T. B) Der Kalser Franz Josef und die Kaiserin sind heute Nahmittag hier eingetroffen und in der festli<h geshmüd>ten Stadt von der diht gedrängten Menschenmenge jubelnd begrüßt worden.

95, August. (W. T. B.) Der von dem Hof-Theater- Intendanten Baron Hofmann gestern veranstalteten Soirée wohnten Graf Kálnoki, Graf Taaffe, Sektionshef von Szô- gyenyi, Botschaster Graf Wolkenstein, Statthalter Graf Schönborn, Freiherr von Nopcza, Bürgermeister Bojakowski, mehrere Hof-Würdenträger, Offiziere, Künstler und etwa 40 Vertreter hervorragender inländischer und ausländischer Blätter bei.

Oderberg, 25. August. (W. T. B.) Fhre Maje- stäten der Kaiser und die Kaiserin von Rußland mit Gefolge trafen heute früh um 8 Uhr 30 Minuten hier ein und wurden von dem Landes- Präsidenten Marquis von Bacquehem und im Namen Sr. Majestät des Deutschen Kaisers durch den General der Kavallerie, Grafen Branden- burg, empfangen und begrüßt. Kaiser Alexander verließ den Waggon und richtete einige Worte an die zur Begrüßung anwesenden Behörden. Der Landes-Präsident nahm sodann in dem Hofzuge Plat, um die russishen Majestäten auf der Fahrt dur<h Schlesien zu geleiten.

Szczakowa, 25. August. (W. T. B.) Heute früh präzise 5 Uhr 10 Minuten fuhr der Bahnzug mit den russi- schen Majestäten in den mit russischen, österreichischen und galizischen Landesfarben geshmüdten Bahnhof ein, während das Musik-Corps der daselbst aufgestellten Ehren-Com- pagnie die russishe Nationalhymne intonirte. Kaiser Alexander, in dec Uniform seines österreichi schen Regiments, verließ, gefolgt von den Groß- fürsten, den Waggon und schritt unter Vorantritt des Fürsten Lobkowigz die Ehren-Compagnie ab. Der Großfürst:Thronfolger sowie der Großfürst Wladimir hatten, Ersterer die Uniform eines österreichishen Ulanen:Dberst-Lieutenants, Leßterer die seines österreichishen Husaren-Regiments angelegt ; Großfürst Georg trug russishe Kosakenuniform. Nach Besichtigung der Ehren-Compagnie erfolgte die Vorstellung dur< den FZM. Baron Ramberg. Kaiser Alexander reichte dem Herzog von Württemberg, dem Fürsten Windischgräß und dem Statthalter Zaleski die Hand und conversirte mit dem Leßteren kurze Zeit. Ebenso begrüßten der Großfürst-Thronfolger und Großfürst Wladimir die anwesenden Generale und den Statthalter. Die Kaiserin verblieb mit ihren Damen im Waggon. Nach viertelstündigem Aufenthalt seßten die russishen Majestäten in dem nunmehr von dem Hofrath Claudy geführten Zuge die Reise nah Kremsier fort.

Pest, 24. August. (W. T. B.) Das zu Ehren der Generalversammlung des Vereins deutscher Eis en- bahn verwaltungen von dem Minister Freiherrn Kemeny veranstaltete Bankett, an welhem gegen 200 Per- sonen Theil nahmen, verlief in glänzender Weise, Der Minister brachte zunächst einen Toast auf den Kaiser und sodann einen Trinkspru<h auf diejenigen Monarchen aus, deren Länder vertreten waren.

Schweiz. Bern, 23. August. Dem „Bund“ wird aus Zermatt gemeldet, daß Prinz Friedrich Leopold von Preußen mit Gefolge gestern dort eingetroffen und im Grand Hotel Mont Cervin abgestiegen ist.

Großbritannien und Frland. London, 25. August, (W. T. B.) Lord Salisbury hatte gestern eine Unter- redung mit dem russishen Botschafter von Staal und reiste sodann zu mehrwöchentlichem Aufenthalt nach seiner bei

Dieppe belegenen Besißung ab. Durch einen Erlaß des Kriegsdepartements wicd die Demobilisirung der Armee-Reserve verfügt. Der „Times“ zy

Folge dürfte die Zulficar-Frage mit Ausnahme einiger, mit der Tracirung der Grenzlinie zusammenhängenden Details als gelöst angesehen werden.

Dublin, 24. August. (W. T. B.) Bei dem heute von Mitgliedern der irländis<hen Gemeinden zu Ehren Parnells veranstalteten Bankett erklärte Parnell: die Stglacht, wel&he- die irishen Deputirten in dem neuen Parlament zu liefern haben würden, werde die leßte sein; das Programm der Partei erde nux das einzige Biel der nationalen Unabhängigkeit haben, und er sei überzeugt, daß man dieses Ziel erreihen werde.

Frankreich. Paris, 24. August. (W. T. B.) Mehrere Abendblätter meinen: Nachdem die englische Regierung Recherchen bezügli<h des Todes Olivier Pains angestellt und der englishe Geschäftsträger in Paris tas Ergebniß dieser Recherchen der französishen Regierung mitgetheilt habe, dürfte diese Angelegenheit als beendigt angesehen werden.

Die Leichenfeierlichkeiten für den Admiral Courbet werden am Mittwoch in Hyères, am Freitag in Paris und am Montag in Abbeville stattfinden.

Die spanische Regierung hat die Quarantäne für die Provenienzen aus Marseille von 10 auf 3 Tage herabgeseßt.

(Fr. Corr.) Der Wahlerlaß wird am 9. September im „Journal Officiel“ erscheinen und damit die eigentliche Wahlperiode eröffnet werden. Ueber die Stärke der beiden Hauptparteien geben folgende Ziffern Aufshiuß: Von den 90 Departements waren bisher 49 in der Kammer aus- \schließli<h dur<h Republikaner vertreten ; in 20 weiteren waren alle Vertreter bis auf einen republikanish, in 12 hatten die Republikaner die Mehrheit der Vertretung, und nur in 8 war das Verhältniß umgekehrt, während nur ein einziges, Belfort, aus\cließli<h monarcish vertreten war; allerdings hat Belfort nur einen einzigen Abgeordneten. Im Senat sind 70 Departements aus\hließli< republikanisch, 5 überwiegend monarcish und 15 ganz monarchish vertreten. Endlich haben 79 Departements ganz oder überwiegend repu- blikanishe und nur 11 ganz oder vorwiegend monarchische Generalräthe.

Serbien. Belgrad, 23. Augutit. (W. T. B.) Der König ist heute hier wiedec eingetroffen.

Nußland und Polen. Riga, 25. August. (W. T. B.) Das Stadthaupt von Riga, Büngner, und das Stadthaupt von Reval, Greiffenhagen, sind auf Befehl des Kaisers wegen Auslehnung gegen den Gebrauch der russishen Sprache im offiziellen Verkehr des Amtes entsett worden.

Afrika. Egypten. Kairo, 23. August. (W. S D) Ein Telegramm des „Reutershen Bureaus“ meldet: Der egyptischen Regierung ist die telegraphische Na c- rit zugegangen, daß es in Berber zu blutigen Zu- sammenstößen gekommen sei und die Bevölkerung, welhe an Lebensmitteln Mangel leide, si<h der öffent- lihen Kassen bemächtigt habe.

General Grenfell telegraphirt: Dongola sei von 4000 Derwischen beseßt, welhe über 800 Gewehre und 7 Geschüße verfügten.

23. August. Wie ein Telegramm des „Reuter- schen Bureaus“ mittheslt, wird das kürzli<h von dem „Bosphore Egytien“ erwähnte Gerücht, daß auf Ver- anlassung Nubar Paschas Petitionen zu Gunsten eines englishen Protektorats in Umlauf geseßt seien, von offizieller Seite dementirt und als gänzlich erfunden bezeichnet.

Zeitungsftimmen.

Die „Neue ens die Urtheile der deutschen Handelskammern über die deutsche Kolonialpolitik, von welchen an dieser Stelle früher einige citirt worden sind, in einer langen Reihe von Artikeln zusammengestellt und fommt in ihrer gestrigen Nummer zu folgendem Schluß- ergebniß:

Wir {ließen in der heutizen Beilage unsere Auszüge aus den Fahresberichten der deutschen Handelskammern, soweit sie die Kolonial- volitik betreffen. Wir wiederholen, was wir am Eingange sagten: daß auch nit eine einzige Handelskorporation im weiten deutschen Vaterlande eine prinzipiell ablehnende Stellung gegen die Kolonialpolitik der Regierung und die Errichtung der übet- secishen Postdampfschiffsverbindungen im Sinne der Hrrn, Bamberger und Genossen zum Ausdru> gebracht hat. Man darf deshalb wohl behaupten, daß kaum jemals eine staatliche Maßnahme mehr dur< die Sympathie der Interessentenkreise im Be- sonderen und der ganzen Bevölkerung im Allgemeinen getragen worden ist, wie dies im vorliegenden Falle gilt. Auch das verdient mit Genugthuung hervorgehoben zu werden, daß die Handelskammern ih der Thatsahe vollbewußt sind, daß es si hier nit um ein von oben in den Schoß gefallenes Geschenk, sondern um große \{<wierige Aufgaben, wirthschaftliher, nationaler, fultureller Art handelt, die gewaltige Arbeit unseres Volkes in An- \pru< nehmen werden und die nur unter dieser Bedingung zum Er- folge führen können. Es ift niht wahr, daß es in Deutschland nur eine „Schwärmerei*, eine „Schütenfeststimmung“ für Kolonial- politik gebe, nein, die deutshe Industrie und der deutsche Handel treten mit ihrem ganzen Gewicht für diele Politik ein, allerdings in durchaus besonnener Weise. Völlig befangen und vorurtheilsvoll finden wir hier vielmehr ledigli die Gegner. Wenn wir \{ließli< den Gesichtspunkt hervorheben, daß die Handelskammern im Süden und Norden in München, Passau einer-, in Kiel andererseits —— ciner Ansicht sind, daß vom Fels bis zum Meere derselbe eht nationale Standpunkt betont wird, so kann wohl au< nach den vorliegenden Zeugnissen kein Zweifel darüber beftehen, in wel< fegensreiher Weise dieser Theil der auswärtigen Politik des Reichskanzlers auf das innere Leben Deutschlands zurüd- wirken muß.

Die „Danziger Allgemeine Zeitung“ schreibt: Die im Reichstage bei der Berathung der Holzzölle in Bezug auf die Kautionsstellungen ausgesprochenen Befürhtungen haben fic niht erfüllt, Unsere Regierung hat einen neuen Beweis dafür

abgelegt, wie sehr sie es si angelegen sein läßt, auf die Bedürfni

des Handels sowobl wie der Industrie alle EA r liden Rücksibten zu nehmen und bei Einführung neuer Bestimmungen mit der denkbar größten Schonung vorzugehen. Die Danziger Firmen find von dem Königlichen Hauptzollamt benachrich- tigt worden, daß bezüglid dcr Beftellung von Sicherheiten für die auf den Privattransitlägern rubenden Zollaefälle eine grundsätlite Aenderung dahin erfolgt sei, daß hinfort für diejenigen Zollbeträge wel&e si< von den in der Regel auf dem Lager befind- liden Waaren ber-<nen, Sicherheit zu einem Viertel und nur für die weiteren Zollbeträge volle Sicherheit zu bestellen ist. Als der in der Regel auf dem Lager befindlide Bestand soll der Durscnitt derjenigen Bestände angenommen werden, welche während der leßten drei Jahre bei den Bestandrevisionen vor- gefunden worden sind, Es sind sonach die bisher geleisteten Kautionen für Getreide- und Holzzollkredite dabin erweitert worden daß dieselben künftig ausreihend fein werden für zin um ca. 50 0/0 höhere Kt Srnes. Is Mqu Rede stehende Maßregel wird daber die Bescbaffung vermehrter Kautionen nur i z gering

Maße erforderli<h werden. E

Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ entnimmt dem „Leipziger Tageblatt“ über den Bericht der Handelskammer zu Hof für Oberfranken pro 1884 Folgendes :

In dem Bericht wird der Geschäftsgang des verflossenen Jahres als ein guter, demjenigen des Jahres 1883 ähnlicher, geschildert. Die Großindustrie war in der Hauptsache flott und zu lohnenden Preisen beschäftigt; namentli< gelte dies von den wecanischen Spinnereien und Webereien, der Porzellanfabrifkation, der Granit- industrie und der Bierbrauerei. Bei der Fabrikation von Stri>- garn, Musikinstrumenten und Möbeln wird der Geschäfts- gang gleihfals als ein guter und lohnender bezeichnet. Jun der Handweberei war zeitweilig das Veschäft so glänzend, daß es zur Her- tellung der gutgehenden Wollwaaren und Flanelle an Arbeitskräften fehlte. Für die günstige Lage der Textilindustrie spriht auch der Umstand, daß mebrere neue Spinnereien und Webereien gebaut oder in Angriff genommen wurden, und daß die Hülfsirdustrien, wie Färbereien und Appreturanstalten, ihre Fabriken vergrößern mußten. Fm Allgemeinen fei die Unternebmungélust dem Vorjahre gegen- über gewachsen. Aus versciedenen statistis<en Ergebnissen speziell unserer Stadt läßt #si< mit ziemlider Sicherheit auf eire Besserung der Gescbäftsverhältnisse ließen. So hat sib z. B. der Fleishkonsum, der im Jahre 1883 durhs>nittlib 96 Pfd. auf den Kopf der Bevölkerung betragen hatte, auf 99 Pfd, pro Ein- wohner gestcigert ; das Leihhaus, das im Jahre 1883 von 18 000 Per- sonen benußt wurde, weist 1884 blos 15 000 Verpfändungsfälle auf, und die Einlagen in der Sparkasse haben si< bedeutend vermehrt. Zu denjenigen Industriezwrigen, welche einen weit geringeren Umsaß hatten als früher, gehört die Korbwaarenfabrikation. Auch das Kleingewerbe, dessen Lage {on im leßten Jahresberit als ¿ahr be- trübend geschildert wurde, kann now nit von einer Besserung sprechen, weil die Landwirthe, die hauptsäblisten Kunden der Handwerker, nur sehr wenig Bestellungen machen können. Der Berichterstatter erwartet von der Erhöhung der Getreidezölle eine wesentlihe Besse» rung der Verhältnisse.

Statistische Nachrichten.

Gemäß den Veröffentlichungen des FKaftserliwen Gesund- heitsamts sind in der Zeit vom 9. bis 15, August cr. von je 1000 Bewohnern auf den Jahresdur<scnitt bere<bnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 23,0, in Breslau 38,0, in Königsberg 37,8, in Köln 40,7, in Frankfurt. a. M. --17,6, in Hannover 23,8, in Kassel 21,8, in Magdeburg 301, in Stettin 32,2, in Altona 25,3, in Straßburg 36,0, in Met 17,6, in München 35,8, in Nürnberg 28,2, in Augsburg 31,5, in Dres- den 25,8, tn Leipzig 21,5, in Stuttgart 20,6, in Braunscweig 29,3, in Karlsruhe 32,7, in Hamburg 25,5, in Lübe> —, in Wien 24,8, in Pest 28,7, in Prag 28,3, in Triest —, in Krakau 36,0, in Base! 211 f Bud 219 in Amsterdam 19/0 in Pans 206 in London 18,7, in Glasgow 25,7, in Liverpool 23,0, in Dublin 22,9, in Edinburg 17 4, in Kopenhagen 19,3, in Stocholu 22,2, in (Shrt- stiania 24,3, in St. Petersburg 26,7, in Warschau 36,0, in Odeffa 43,6, in Kom 23,6, in Turin 21,1, in Bukarest —, in Madrid —, in Alexandria —. Ferner in der Zeit vom 13, bis 19, Juli cr.: in New-York 39,2, in Philadelphia 38,2, in Baltimore 27,0, in San Kranzisko —, in Kalkuita 24,2, in Bombay 23,4, in Madras 41,7, y

Die Sterblichkeit hat auch in dieser Berichtswoche in den meisten Großftädten Europa's eine weitere Abnahme erfahren, nur in einigen Städten an der Ost- und Nordseeküste, sowie ferner in Breslau, Köln, Aachen, Straßburg, Karlsruhe war die Sterblichkeit wieder eine zum Theil namhaft gesteigerte. Erheblich abgenommen hat in den meisten Orten die Sterblichkeit des Säuglingsalkers, weil in Folge der anhaltend kühlen Witterung die Luftwärme, namentlich zu Eade der Berichts8woche, weit hinter der normalen blieb; so meldek Berlin vom 15. August eine Morgentemperatur von 7,7%, Müncben vom selben Tage 89 C. Von 10000 Lebenden starben în Berlin (aufs Jahr bere<net) 107 Säuglinge (gegen 147 der Vorwoche), wäh- rend in München eine Steigerung der Säuglingsfterblichkeit von 175 auf 226, pro Jahr berechnet, stattfand.

Unter den Todesursachen nehmen jedo Darmkatarrhe und Brech- durfälle no< immer eine hervorragende Steüe ein und führten in Aacen, Altona, Berlin, Breslau, Braunschweig, Danzig, Dresden, Düsseldorf, Görlitz, Hamburg, Hannover, Karlsruhe, Königsverg, Krefeld, Mänchen, Nürnberg, Stettin, Straßburg, Wien, Budapc|t, Paris, London, St. Petersburg, Warschau, Odessa u. a. O. nocþ immer zahlreiche Todesfälle herbei, wenn au deren Zahl in den meisten Städten eine zum Theil erheblich kleinere als in den Vor- wotden ist. Ruhr zeigte sih dagegen wieder mehrfach. Von den In- fektionskrankheiten haben Masern, Scarlach und typhöse Fieber abs, Diphtherie und Po>ken etwas zugenommen. Masern- Todesfälle wurden in Magdeburg, Erfurt, Berlin, London, St. Peters- burg, Warschau seltener, in Paris blicb ihre Zahl die un- veränderte. Das Scharlacbfieber hat in Essen und Prag mehr, ia Berlin und London weniger Sterbefälle hervorgerufen. Die Sterblichkeit an Dipbtherie und Kroup war in Berlin, Dreéden, Leipzig, Königsberg, Lübe, Paris, St. Petersburg, Warschau eine

größere, in Hamburg und Chemnitz eine geringere als_ in der Vor-

woe, Der Keuchhusten forderte etwas mehr ODpfsec. m An epidemischer Geni>starre wird aus Köln 1 Todesfall, aus Berlin 1 Erkrankung gemeldet. Typhöse Fieter haben in Berlin, Ham-

burg und Paris etwas mehr, in Wiesbaden nur no< 2 Todesfälle veranlaßt. Sterbefälle an Fle>1yphus kamen aus Amsterdam und Wien je 1, aus St. Petersburg 2, aus London 3, aus dem Monat Juli aus Königsberg, Regensburg, Scbweidniß je 1 Todesfall zur Mittheilung. Sterbefälle an Po>en wurden aus Ham- burg, Brüssel, Basel je 1, aus St. Petersburg und Prag je 2, aus Budapest und Warschau je 4, aus Rom d, aus Venedig 6, aus Odessa 7, aus London 12, aus Wien 16 gemeldet. Außerdem kamen im Monat Juli in Beuthen O./S., Bukarest, Alexandrien, Po>en vereinzelt zum Vorschein. Die Cholera in Spanien zeigk no< feine Abnahme. Jn der Zeit vom 5. bis inkl. 8. August wurden 18231 Ecfrankungen und 6658 Todesfälle gemeldet. Seit dem l. August is au< die Provinz Valladolid von der Seuche ergriffen worden. Sehr heftig wüthet die Epidemie in Granada, wo in den 4 genannten Berichtstagen 1274 Erkrankungen und 516 Todesfälle gemeldet wurden, während in Saragossa eine Abnahme konstatirt werden konnte. In Madrid erkrankten in der angegebenen Zeit 134

und \tarben 97 Personen an der Cholera. j Marseille siad in der Zeit vom 14 bis inkl. 20. August 220, in Toulon einige der holera verdächtige Todesfälle vorgekommen. In Rio de Janetro

erlagen dem gelben Fieber im Monat Mai 48, im Juni 41 Personen.

Gewerbe und Handel.

Der Einlösungêcours für die in Berlin in Silber zahlbaren Oesterreihishen Coupons 2. ift auf 163 M erhöht worden. Wien, 24. August. (W. T. B.) Die Semestralbilanz der Kreditanstalt weist auf: Gewinne: an Provifionen 578 666, an Zinsen 1554 375, an Devisen 346 391, an Effekten und Konsortial- gescäften 339 117, Verschiedenes 108 255, Gewinne bei der unga-

risben Kreditbank 105549, zusammen 3032354 Fl.

Gehalte 447 395, Spesen 174 725, Steuern und andere Gebühren 218 267, Abschreibungen an Forderungen 18457, Verschiedenes 15 367, zusammen 874212 Fl. Der Reingewinn für das Semester beträgt somit 2158142 Fl. Die Gewinne aus Konsortialgeschäften find insoweit in dieser Aufstellung berücksichtigt, als dieselben am 30. Juni abgere<net waren ; demgemäß is au das Ergebniß des Taba>rezie-Syndikats einbezogen worden und die unver-

kauften Aktien zum Course vom 30. Juri eingestellt.

Glasgow, 24. August. (W. T. B.) Die Vers<iffunger von Roheisen betrugen in der vorigen Woche 8900 gegen 9 300

Tons in derselben Woche des vorigen Jahres.

Bradford, 24. August. (W. T. B.) Wolle unverändert,

Garne ruhig, in Stoffen besserer Begehr für Amerika. Verkehrs8-Anftalten.

Stettin, 24. August. (W. T. B.) Der Stettiner Lloy d- dampfer „Kätie*“ ist, von New-York komm:nd, heure

wohlbehalten in Gothenburg eingetroffen.

Hamburg, 24. August. (W. T. B.) Der P ostdampfer ¿Grie der Hamburg-Amerikanishen Pad>etfahrt- Uktiengeselis<aft is, von Hamburg kommend, heute Morgen in New-York, der Postdampfer „Hammonia“ derselben Gesellscbaft ist, von New-York kommend, heute Vormittag auf

der Elbe eingetroffen.

Verlín, 25. August 1885.

Das 3. Garde-Regiment z. F. ist heute behufs Theilnahme an den Exercitien der 1, Garde- Infanterie-Brigade nah Potsdam

abgerü>t. Die Rü>fehr erfolgt am 1. f M

_ Bom 4. Ga rde-Regiment à G. nd heute die Fourièrs- Kommandos bier eingetroffen, um für das morgen zu den Herbst- übungen bier einrü>ende Regiment die Quartiere vorzubereiten.

Paris, 24 August, Abends. (W. L. B) Jn den leuten

-

24 Stunden sind in Toulon 26, in Marseille 44 und unter den Mannschaften des Evolutionsgesbwaders bei Hvyèrischen Inseln 4 Cholera-Todesfälle vorgekommen.

__ Bombay, 24. August (V L. D) En Selegramm des „Reuterschen Bureaus“ meldet: Der englis<he Dampfer „Ban- galore“ hat im Golf von Aden gänzli<h Schiffbruch erlitten,

wobei an hundert Personen ertrunken sind.

Im Belle-Alliance- Theater foll am Sonnabend die letzte Novität dieser Saison, das Lustspiel „Mädchen-Jlusionen“, von

Carl Görliß, zum ersten Male in Scene gehen.

Bâäder-Statistik.

Net ba um o M Alerisbad bis ¿zum 19, August (nebs 965 Durchreisenden ; Kurgäste) a Aitenau (Harz) bis zum 12. August (Kurgäste) . . L Althaide bis zum 20. August (nebst 541 Durchreisenden ; R E St. Andreasberg bis zum 14, August (Kurgäste) Arnstadt bis Mitte August (Kurgäste) . . .. ; j Augustusbad bei Radeberg bis zum 15, August (425 Parteien) Baden-Baden bis zum 21. August (Fremde)... Berggießhübel bis zum 15. August (81 Parteien) Berka an der Ilm kis Mitte August (Kurgäste) Binz bis zum 15. Auguft . L C Blankenburg (Schwarzathal) bis Mitte August (Kurgäste) . Blankenhain (Thüringen) bis Mitte August (Kurgäste) Dot r Eckernförde bis zum 17, August (Kuc- und Bade- gate S S Borkum bis zum 15. August VBcege bis ¿um 0 M Burt\cbeid bis zum 19, August (Kur- und Badegäste). . Charlottenbrunn bis zum 20. August (nebst 786 Durchreisenden ; U E C Colberg bis zum 18. August (2722 Nrn.) . Gin a e Un O E. Cudowa bis zum 19. August (nebst 688 Erholungsgästen und D Vte eno: U e Curhaven bis zum 15. August (Badegäfte), Deep (Bez Stettin) bis zum 15. August . D l I E Einsiedel bis zum 15. August (56 Parteien) . ; Eisenach (Luftkurort) bis zum 16. August (Kurgäste)

Personen

Eldena bis zum 12, August . Clgersburg bis Mitie Augus

t (Kurgäste) . Glmen bei Großfalza bis zum 7. August (Kurgäste) . Elster bis zum 18, August (nebst 559 Durcbreis.; Kurgäste) Ems bis zum 20. August (nebst 6772 Durchreis,; Kurgäste) Flinsberg bis zum 18. August (716 Parteien ; davon Kurgäste nebst Touristen und Erholungsgäsen)) . . . . „. Franfenhausen (Kyffhäuscr) bis Mitte August (Kurgäste, dar- unter 125 Kinder in der Heilanstalt für Skrophulöse) . Franzenébad bis zum 19. August (Kurgäste) E Friedrichroda bis Mitte August (Kurgäste) Gandersheim kis zum 15. August (Kurgäste) . Georgenthal bis Mitte August (Kurgäste) . Göhren (Rügen) bis zum 15. August . Görbersdorf bis zum 20. August (Kurgäste) . Gottleuba bis zum 15. August (127 Parteien) . . Greifswald (Sool- und Moorbad) bis zum 12. August .. Großmöôllen und Umgebung bis zum 15. August (Badegäste) Großtabarz bis Mitte August (Kurgäste) E Grund bis zut 9; August (KUgU) «e Harzburg (nebst 7592 Durchreisenden) bis zum 9, August O Heiligendamm bis zum 10. August (Badegäste) Helmstedt bis zum 15, Auguft (Kurgäste) . j Heringédorf bis zum O du Horst, Groß- und Klein-, bis zum 15, August Slmenau bis Mitte August (Kurgäste) . . Imnau bis zum 19, August (Bade- u, Kurgäste) Jonsdorf bis zum 15. August (138 Parteten) Juist bis zum 15. August (Fremde). .. . Kammerberg-Manebach bis Mitte August (Kurgäste) . Karlsbad bis zum 13. August (Badegäîte). « . Königsbrunn bis zum 15. August (20 Parteien) . Köstritz bis Mitte August (Kurgäste) . . . « Kreuznach bis zum 18. August (Kurgäste) . + + Lande> bis zum 20. August (nebst 2482 Durchreisenden; O Lançgebrü>k (Sachsen) bis zum 15. Auguft (222 Parteien) Langenau bis zum 20. August (nebft 1107 Dur(hreisenden ; O o e s 0 6 Langeoog bis zum 15. August ..« «+ « Langenfalza bis Mitte August (U Liebenstein (S.-Meiaingen) bis Mitte August (Kurgäfte) Liegau bei Radeberg bis zum 15. August (170 Parteien) Lippspringe bis zum 23, August (2515 Fremde; davon Kurgäste)

* 94170

5 Personen Lobenstein (Reuß) bis Mitte August O. «e Lohme (Rügen) bis zum 15, August —* 059

Marienborn bei Panscbwiy bis ¿zum 15. August (183 Part.) 223 5 2A L Neuenahr bis zum 19. August (Fremde) ...... . 3898 Niendorf (Ostsee) bis zum 15. August (Badegäste). . . . 1195 E L

Oberkoff bis Mitte Auaust Gre)... M0 Oeynhausen bis zum 21. August (nebst 4580 Nrn. der Durch-

reisenden; Nrn. der Kurgäfte) O ODideälos bis unt 15. Auaust (Bade) „+960 Oppelsdorf bis zum 15. August (404 Parteien) .... 454 Sen baien bs um D. ua ooo 6 127 Svinn bis zum 15. Auguit (180 Parleiee) «+859 Volt bia zum 15. Auguit (Badeaille) . . &- + « © 419 Prerow bis zum 15. August a. O U M n 1 E a A 006 Pyrmont bis zum 19. August (Kurgäste und Durcbreisende) . 19 552 Rastenberg (Thüringen) bis Mitte August (Kurgäste). . 260 Nebbura bia um 15. August (Kura) ———- __., 1120 Reictenhall bis zum 23. August (nebt 3714 Paffarntenparteien,

E E a A A E E Ee 155 Mee o Un D Ee O ne Ger DE 018 Um 10. Ut e 4B Mis Ma E Uai (a e e, 610 Sr De He E (O L B00 Salzbrunn bis zum 20. August (nebst 1659 Durchreisenden ;

emei rp Salzdetfurth bis zum 15. t (O... B60 Salzhemmendorf bis zum 15, ugu (RUrgaO) ... , 229 Salzungen bis Mitte Ag (U a B80 Gans bis Un D E a 200 Schandau bis zum 15. August (nebsi 18317 Durchreisenden ;

An O 2H S<(malkalden bis Mitte August (Kur@aä) 544 Schwarzburg bis Mitte August (Kurgäste). . ._« 1100—1 250 Schwarzwald, Luisenthal bei, (Herzogth. Gotha), bis Mitte

Uo O E P 200 Schweizermühle tis zum 15. August (382 Parteien) . £91 Sonneberg (S.-Mciningen) bis Mitte Auguît (Kurgäste) 110—115 Sooden a. d. Werra bis zum 14. Auguft (551 Nrn). 831 Spickeroog bis zum 15. August . A 654 Saa Dis Veitte Uo Uu. O8 Stolpmünde bis zum 15. August (Kurgäste) e OOO SUderode bis um 8. Lou (U) ... .., 2705 Ee E e Tennstädt bis Mitte August (Kurgäste) . 201

Tepliß u. Schönau bis zum 18, August (nebst 16 176,

na anderen Berichten 22 817 Durchreisenden; Kurgäfte). 7 120 Thal (Dz0th, Gotha) bis Mitte Augulk (Kurgäste)... 60 Thale (Harz) bis zum 13. August (Gesammt-Fremdenverkehr) 9 623

Tharandt bis zum 15, August (307 Parteien) 527 Shiel bis Um O E 206 Travemünde bis zum 15. August. .. 1451

Vebeelingen 01S (Um, JuUaui O. 5600 Sao Do E O0 Warmbad bei Wolkenstein bis zum 20. August (416 Parteten

wit 609 Pevsonen, daruntee U) .., A6 Warmktrunn bis zum 17, August (nebft 5655 Erholungs-

gâsten und durchreisenden Fremden; Kurgäste) B09 Weißer Hirsch bis zum 15. August (398 Parteien). .. 885 Werne (Bez. Münster) bis zum 15. August (auswärtige Kur-

O 400 Westerland (auf Sylt) bis zum 18. August (eins{l. der

D 2 Wieck bis zum 12. August 1!

MWiefenbad bis zum 21. August (288 Parteien) . . . « « 568 IGilbiigent bis Um 10 ugut L 2489 Wilhelmshöhe (Luftkurort) bei Kassel, am 7. August (an- wesende Kurgäste und Fremde) ca. . E A260 Sina Me un O Ua S 356 SiNnoWie be Um O E 050 Von den weniger benußten Bädern wurden besu<t: Bukowina bis zum 20. August von 52 Kurgästen, Georgenbad bis zum 1s. August von 27 Personen (in 14 Parteien), Gruben (Sachsen) bis zum 15. Auzust von 60 Personen (ina 49 Parteien), Kreischa bis zum 15, August von 98 Personen, Louisenhall bei Stotternheim bis Mitte August von 67 Kurgästen, Neuendorf bis zum 15. August von 56 Personen, Schleusingen bis Mitte August von 30 Kurgästen. Die Abweichungen von den Angaben der letzten Bäderstatistik über den Besuch einiger Bäder (Sonneberg, Suderode) beruhen auf nach- träglicher Berichtigung.

Aus Stettin meldet die „Ostsee-Ztg.“ u. a. Folgendes: Der Aufswung der pommerschen Seebäder, über den im vorigen Jahre berichtet worden, hat in dieser Saison fortgedauert. Dhne Ausnahme haben alle si< eines vermehrten Besuchs zu erfreuen. Wenn im vorigen Jahre die Zahl threr Badea0te aus 40 000 verans<lagt werden fonnte, so wird sie in diesem Jahre wohl gecen 45 C00 erreichen.) Die Badegäste und Touristen kommen aus immer weiteren Kreisen, und do< scheinen diese Bäder meist no< in den Anfängen der Entwickelung begriffen zu sein. Kolberg?) ist dur seine Eisenbahnverbindung ein Bad erften Ranges geworden und in der Zahl der Badegäste no< immer Mis- droy, dem nächst größten, etwas überlegen, weil diesem die Bahn- verbirdung fehlt, An der Oftküste Rügens schießen die Seebäder wie Pilze auf, da dort der s{ónste Laubwald an einem großen Theil der Küste diht ans Meer tritt. Von Norden na< Süden gehend, finden iwvic hier Breege-Juliusruh (auf Wittow), ein Bad neuesten Datums, dann folgt auf Jasmund das ältere Lohme, ferner Saßnitz und Crampas, Binz, Ahlbe>, Sellin, hart an der Grenze von Mönchgut, und auf dieser Halbinsel selbs das ras< emporblühende Göhren sowie Thiefssow. Auch Altefähr, Stralsund gegenüber, hat in neuester Zeit sih als Seebad aufgethan. Das alte, früher stark frequentirte Seebad Putbus zählt jeßt, weil zu weit von der See gelegen, wenig Badegäste, dagegen desto mehr Passanten, welche zur Besichtigung des {önen Fürstlihen Parks ra\< vorübergehend den Ort besuchen; im Hafenort von Putbus, Lauterbach, hat sid aber eine wachsende Kolonie von Badegästen angesiedelt. Unter den ge- nannten neuen Badeorten \{einen Binz und Göhren am s<{nellsten empor zu kommen. Bei Binz geht die Fürstlih Putbussche Forft, die Granit, bis dit ans Meer, wo si< aber nur ein Hotel, das 4 der zweiten Saison fast immer überfüllte „Strandhotel“ efindet.

1) Diese Zahlen sind allerdings aus den „Badelisten“ niht mit Sicherheit zu entnehmen, da in einigen Bädern (z. B. Swinemünde und Putbus) au< Pafsanten, welche nur eine Nacht dort verweilen, darin aufgeführt werden, während in anderen, wie z. B. in Saßnit, oft Fremde bei 8tägigem Aufenthalt niht erwähnt werden. Auf Rügen giebt «s zwei Fremdenlisten (beide ersbeinen in derselben Dru>erci in Putbus), eine bringt die Besucher sämmtlicher Rügen- hen Bäder incl. Binz mit alleiniger Ausnahme von Putbus, die andere Putbus und Binz.

2) Führer dur< das Sool-, See- und Moorbad Kolberg. Mit Plan. 5. Auflage, Kolberg 1885, Dr. Hirschfeld, das Sool- und Seebad Kolberg. 2. Aufl., Kolberg. Dr. Hirschfeld, Jubelschrift des Sool- und Seebades Kolberg zur Feter des 31. Mai 1884, des 25. Jahrestages seires Aufshwunges. Cbda. 1885. Neues Album von Kolberg, 14 Ansichten nebft Titelblatt in Photolithographien. Das- selbe: Prachtausgabe in 14 Photograpkbien mit Titelblatt von Pcof. Sceuren. Plan von Kolberg und Umgebung. In Karten, ebda. Dr. Girs{ner, die Ostsee und die Seebäder ihrer deutschen Küste. Ebda. Dr. v. Bünau, Bateregeln. 3. Aufl. Ebda.