1885 / 206 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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reisfase In A Eiern bei iner nebst Zins- | L iorhiedene Körperschaften, i ¿d i nleizxür den Abend is ein Feuerwerk in Aussicht genommen.

bligationen nebft | 1s

inen Reihe 11 Nr. i fehlenden unent tion abgehalten

n dem Kapitalbetrage der

der anderen

Hauptkasse in betreffenden Obligation Auszahlung

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L derOsnabrück, 2. September. (W. T. B.) Zur Vorfeier

der Sedantages hatten die Kriegervereine gestern Abend als $ Fesilihkeit veranstaltet. Heute fanden in den Schulen defi erlichkeiten statt. Durch die reih ges{müdckten Straßen be- ‘egte si ein großer Fesizug, an wel&em die Behörden, ver-

Meine und Schulen theilnahmen.

Y E D jese Kasse vor der Tb diese

Kassen erfolgen, 2 inanweisung dur die senden, weshalb, De, \tattur T; S Ab W. T. B inen und Zinéscheina ng einzu termin ein- | Sachsen. Leipzig, 2. September, Abends. (W. T. B.) Ds Vinerzeihneten ur Zit vor dem Rückzahlungs Fit Anläßlich der volksthümlihen Feier des Sedantages ist die Swuldverireibung E b: Bahr | Stadt prächtig geschmüdckt. Nachdem bereits gestern Abend ein gereit werden können. ständig find now: nen | Zapfenstreih mit Fackelbegleitung und hieran s s der Verloosung: - 9210 der anshließende Festkommerse und Festconcerte in der Centralhalle, B Sei : J. US i Tée dem Krystallpalast und bei Bonorand sowie in vielen anderen

9427 2790.

wiederholt auf

18 - 9327 2594. 9119

2a3 : J. 1837 2321 9029 2112 f

pro 1. Dezember efi J, 1099 1750 1813 E c. 2188 ren

zember Dro T Dezem L zu de Die Inhaber dieser Obligationen werden Änlôfung Ae "Ln b s ri. R geforder h. August 1885

Der Regierungs-Präsiden“- á |

Miesbaden,

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NMichtamtli®/ys,

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Berlin, 3. (September. Se. Majestät

Hrenße”- nd König wdFhnten gestern dem großen Märade-Diner im Schlosse sowit später der Vorstellung im Opernhause bei.

Heute empfingen Allerhöchstdieselben den Commandeur des 4. Garde-Regiments, Obersten von Unger, den Premier-Lieute- nant von Bagensky sowie die Bataillons-Tambours mit den von der Stadt Spandau dem Regiment geschenkten Stäben und nahmen sodann den Vortrag des Chefs des Viilitär- kabinets entgegen. : S

Um 2 Uhr empfingen Se. Majestät den Kaiserlihen Ge- fandten in Belgrad, Grafen Bray.

Jhre Majestät die Kaiserin und Königin war gestern bei der großen Parade des Garde-Corps anwesend und erschien später mit Sr. Majestät dem Kaiser und König bei dem Diner im Schlosse,

Das „Marine-Ver.-Bl.“ veröffentliht folgende Nach- rihten über Schiffsbewegungen (das Datum vor dem Orte bedeutet Ankunft daselbst, nach dem Orte Abgang von dort). S. M. S. „Ariadne“ 1./8. Swinemünde 19.,/8. Neu- fahrwafser 23./8. (Poststation : Kiel.) S. M. Av. „Blig” (Flaggschiff der Torpedoboots- Flottille) 16./8. Christiania 20./8. 22,/8. Wilhelmshaven. (Poststation: Wilhelméhaven, vom 6./9. ab Kiel.) S. M. S. „Blücher“ 11/8, Memel. (Poststation: Memel.) S. M. Vermessungs-Fhrzg. „Drache“ 12./8. Wil- helmshaven 18 /8. 21./8. Wilhelmshaven 25./8. (Post- station: Borkum.) S. M. Aviso „Grille“ 12./8. Tönning 13./8. 14./8. Kuxhbhaven 15 /8. 15./8. Altona 17./8. -— 17./8. Glüdstadt 18./8. 19.,/8. Wilhelmshaven 24./8. 26 /8. Kiel. (Poststation: Kiel.) S. M. Torpedoboot „Kühn“ 11./8. Memel. (Poststation: Memel.) S. M. Panzer-Fhrzg. „Müde“ 15./6. Wilhelmshaven. (Poststation: Wilhelms- haven.) S. M. Dampfer „Nawtigal“. Kiel 15,/8. 17./8. Frederikshavn 18/8. 420,/8. Wilhelms- haven 26./8. 27./8. Dover 29./8. S. M. S. „Niobe“ 12./8. Cowes 17./8. 25./8. Christiania 27./8. (Poststation :

Kiel.) S. M. Aviso „Pommerania“ 15./8. Wilhelmshaven. (Posistation: Wilhelmshaven.) S. M. Brigg „Rover“

26./7. Swinemünde 19./8. Neufahrwafser 23./8, (Post- station: Neufahrwasser, vom 5./9. ab Kiel.) S. M. Torpedo- boot „Vorwärts“ 26./6. Danzig. (Poststation: Danzia.) Uebungsgeshwader 14./8. Memel. 15./8. Neufahrwasser 19./8. 21./8. Kiel 24./8. (Poftstation: Wilhelmshaven, vom 6./9, ab Kiel.) Ostafrikanishes Geschwader, be- stehend aus: S. M. Schiffen „Bismarck“, dieses 19./8, Zanzibar „Elisabcth“, „Gneisenau“, „Prinz Adalbert“ und „Stosh“, S. M. Kreuzer „Moewe“ und den Tendern „Adler“ und „Ehrenfels“. Letzte Nachricht aus Zanzibar vom 29./8,

Potsdam, 2, Scptember. (W. T. B.) Anläßlich des Sedantages ist die Stadt festlich geschmüdckt. Von allen Kirchen ertönte heute früh Glockengeläut. Auf dem Brau- hausberge wurden Kanonenschüsse gelöst; von der Nikolai-Kirche herab spielte ein Musikcorps patriotishe Lieder. Jn allen Schulen waren Festakte. Die Behörden haben ihre Bureaux gesclofen.

Königsberg i. Pr,, 2. September. (W. T. B.) Die Sedanfeier ist hierselbst, unter zahlreihster Betheiligung der Bevölkerung und vom Wetter begünstigt, glänzend ver- laufen; die Hauptstraßen hatten reihen Flaggenschmuck an- gelegt. Morgens eröffnete die Feier das Geläut sämmtlicher Gloden sowie Choralmusik von den Thürmen. Jm Verlauf des Tages fanden Festlihkeiten am Kriegerdenkmal und auf den Hufen statt, Jm Volkegarten war Freiconcert und Abends auf dem Herzogsacker Feuerwerk. Die Stadt ift illuminirt.

Stettin, 2. September. (Osisee-Ztg.) Zur heutigen Sedanfeier haben die öffentlihen Gebäude, viele Privat- geväude sowie die Schiffe im Hafen festlih geflaggt. Die Feier wurde heute Morgen 7 Uhr durch Glockengeläut eröffnet, und wurden darauf vom Thurm der Jacobi-Kirhe Choräle geblasen. Sämmtliche städtishen Bureaux, auch die Börse blieben heute geschlossen. Jn allen Shulen wurde der Tag durch die üblichen Festakte gefeiert. Von den Vercinen haben einzelne die Feier auf den nächsten Sonntag verschoben, die Mehrzahl veranstaltet heute Fefilihkeiten in den vershiedenen Lokalen. Der „Patriotishe Kriegerverein“ feierte bereits estern im Wolffshen Lokal das Fest durch Concert, gemein- chaftlihes Abendessen 2c. und hielt dort Divisionsprediger Hossenfelder die Festrede.

Poféen, 2. August. (W. T. B.) Die Feier des Sedanfestes wurde gestern Abend durch Zapfenstreich ein- geleitet. Heute Vormittag fanden in allen Königlichen und städtishen Schulen Festakte stait. Am Nachmittag zogen die Gewerke und der Landwehrverein mit ihren Fahnen in fest- lihem Zuge durch die mit Flaggen reih ges{chmüdte Stadt.

Bromberg, 2. September. (W. T. B.) Anläßlich des Sedanfestes fanden heute in allen Shulen Feierlichkeiten flatt. Die Stadt ist reich beflaggt.

öffentlihen Gaftwirthshaften unter überaus zahlreicher Betheili- gung der Bevölkerung stattgefunden hatten, ertönte heute früh 6 Uhr in denStraßen Reveille. Um 61/2 Uhr wurde sodann eine erhebende Feier an der Friedenseihe im Rosen- thal abgehalten, an welche sich ein Concert in Bonorands Etablissement {loß. Um 10 Uhr erklangen die Glocken der Kirchen, welche den Festgottesdienst einläuteten, der von Tausenden von Andättigen besudt war und in der Matthäi- firhe stattfand. Um 11 Uhr ertönte Fefimusifk vom Balkon des Rathhauses und am neuen Theater sowie auf dem Königs- und Theaterplaßk. Jn jämmtlihen Schulen und Lehranstalten wurde Festaktus abgehalten. Die Geschäfts- lokale sind geschlossen und die Straßen durchwogen festlich gekleidete Menschenmengen. Jn vielen Fenstern sind die mit Lorbeer geshmüdckten Büsten des Kaisers Wilhelm, des Königs von Sachsen, des Fürsten Bismarck, des Feldmarîchalls Grafen Moltke austgestellk:— Den Glanzpunkt der Feier bildete der Festzug, an welhem über 4000 Personen Theil nahmen, darunter fast alle größeren Vereine, die Gewerkschaften, die Jnnungen, die deutshen Studenten 2c., wel&e mit ihren Fahnen und Emblemen erschienen. Im Zuge befanden sich neun Musifkapellen. Der imposante und malerishe Zug bewegte sich um 2 Uhr nah dem Markt, woselbst eine Ansprahe des Direktors Dr. Smitt statlifand, welher der Gesang des Festiliedes von Dr. Friß Hoffmann folgte. Hierauf marschirte der Zug nah dem Festplaß im Neuen Schüßenhause, woselbst fih bei Jn- strumental- und Gesangsvorträgen, Wettrennen 2c. ein leb- haftes, von hoher patriotisher Stimmung getragenes Treiben entwidelte, an welhem ca. 10000 Personen aller Stände theilnahmen. Ein grofartiges pyrotehnisches Schauipiel be- {loß das in allen Theilen gelungene patriotische Fest.

Württemberg. Stuttgart, 2. September, (St.-A. f. W.) Die Stadt ist heute zur Feier des Sedantages reihlih beflaggt; insbesondere die Königsstraße mit ihrem Fahnenwald und dem außergewöhnlich belebten Verkehr bietet ein fesilihes Bild. Jn den Morgenstunden begegnete man vielfah Schülergruppen, in Begleitung ihrer Lehrer, die den schönen Herbsttag zu einem Ausflug benußten. Um haib 10 Uhr begann der Festgottesdienst in der Stiftskirhe, der dur einen Händelschen Festchor, vorgetragen vom Klassischen Verein mit Orchesterbegleitung, eingeleitet wurde. Die Fest- predigt hielt Ober-Konsistorial-Rath Dr. von Burk. Zur Todtenfeier auf dem Fan afriedhof hatte fih am gestrigen Abend wie alljährlich eine große Menge von Theilnehtmern eingefunden.

Baden. Karlsruhe, 31. August. Die „Karls- ruher Ztg.“ meldet: „Zur Vereinbarung der Ehepakter zwishen Sr. Königlihen Hoheit dem Erbgroßherzog und Jhrer Hoheit der Prinzessin Hilda von Nassau haben die Bevollmäthtigten Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs, der Präsident der General- intendanz der Großherzoglihen Civilliste, Regenauer, und der Großherzogliche Geheime Referendär und Kammerherr Freiherr von Reck, fowie die Bevollmächtigten Sr. Hoheit des Herzogs von Nassau, der Präsident der Herzoglich nassauishen Finanzkammer Frhr. von Hadeln, und der Herzoglih nafsauishe Kabinetsche} Flach, zu mehreren Malen in Heidelberg Verhandlung gepflogen. Die beider- seitigen Bevollmächtigten haben sih über ale eins{lägigen Fragen im Sinne ihrer hohen Auftraggeber geeinigt, der hiernach gefertigte Ehevertrags-Entwurf hat die Genehmi- gung der hohen 1nd höchsten Betheiligten erhalten, und es ist jetzt die Ausfertigung der Ehepakten angeordnet worden, um den hoben Veriobten und den erlaubten Eltern der- selben zur Erlangung der höchsten Unterschriften vorgelegt zu werden.

Nachdem hiernah diese Angelegenheit ihren Abs{luß ge- funden hat und auch Vorfehtr für das fkir&lihe Aufgebot in Karlsruhe und Biebrih-Mosbach getroffen worden ist, haben die Durchlauchtigsten Eltern des hohen Brautpaares den Tag der Vermählung auf Sonntag, den 20. September d. J., festgeseßt. Dieselbe wird zu Hohenburg bei Leng- gries in Oberbayern, dem Schlosse Sr. Hoheit des Herzogs von Nassau, ftattfinden. Die bürgerliche Ebeschließung wird durch den Präsidenten des Großherzog- lihen Staats-Ministeriums, Staats-Minister Turban, als Standesbeamten des Großherzoglichen Hauses, vorgenommen werden ; die darauf folgende kfirhlihe Trauung wird der evan- gelishe Pfarrer Köhler von Wiesbaden nah den Vorschriften der evangelisch-proteftantishen Kirche vollziehen.“

Mecklenburg Schwerin. Sch{hwerin, 2. September. (Medckl. Landes-Nachr.) Zur Feier des Sedantages sind die öffentlichen Gebäude und sämmtlihe Straßen der Residenz rei beflaggt; sonnige, milde Witterung begünstigt die zu veranfstaltenden Festlichkeiten, Vom Waldhornisten-Corps des Jäger-Bataillons ward von 61/2 Uhr an in übliher Weise der Weckruf durch die Straßen der Stadt ausgeführt. Das hiesige Realgymnasium hat gestern bereits cine Vorfeier mit Auëflug, Festansprachen, Spielen und Wettturnen begangen.

Sachsen-Weimar-Eisenach. Weimar, 2. September. (Th. Corr.) Das Befinden Jhrer Hoheit der Prinzessin Elisabeth darf als in jeder Hinsicht befriedigend bezeihnet werden.

__— 2. September. (W. T. B.) Der Sedantag wurde hier wie in früheren Fahren durch Gottesdienst und Schul- feierlichkeiten festlih begangen. Von dem Kriegerverein wurde ein Festzug veranstaltet,

Sachsen-:Koburg-Gotha. Gotha, 2. September. (Goth. Ztg.) Die bekannten Klänge des von dem jugend- lihen Trommker- und Pfeifer-Corps der Bürgerschule fowie vom Landwehrverein veranstalteten Zapfenstreihes und der Reveille leiteten den vom Wetter außerordertlih be-

günstigten heutigen Sedan-Festtag in gewohnter Weise

ein. Um 8 Uhr begab sich der Landwehrverein nach dem Friedhof am Galberge und legte dort am Stadtdenkmal und auf die Ruhestätte der Krieger reihlihe Kranzesspenden nieder. Der Gottesdienst in der Margarethenkirhe erfreute fih eines recht guten Besuhes Um 10/4 Uhr ordnete sich am Mys foniueplag der Festzug in programmgemäßer Weise und erfolgte unter Glockengeläut der Marsch dur die in Fahnen- \{chmu&ck gekleideten Straßen, deren Schaufenster au vielfach mit patriotishen Bildern und Emblemen ges{müdckt waren,

nah dem Landesdenkmal, woselbst sich son eine große

Menschenmenge eingefunden hatte. Nach Absingung des Liedes „Lobe den Herrn“ bestieg Ober:Schulrath Dr. Möbius die am Denkmal errichtete Rednertribüne uno wies in halbstündiger gediegener Rede auf die Bedeutung des Tages hin. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoh {loß die Festrede, welher der gemeinschaftlihe Gesang von: „Heil Dir im Siegerkranz“ folgte, während verschiedene Lorbeerkränze am Denkmal niedergelegt wurden. Um 12 Uhr seßte sich der Festzug vom Landesdenkmal aus nah dem Plate beim Löwen in Bewegung, woselbst der Gesang des Liedes: „Deutschland, Deutschland über Alles“ die wohlgelungene Feierlichkeit ab- \hloß. Heute Nachmittag findet noch ein Freiconcert im Berggarten statt, uñb-auh die Schüßengesellschaft gedenkt des heutigen Festes dur eine entsprehende Feier.

Braunschweig. Braun schweig, 2. Septêmber. (W. T. B.) Zur Feier des Sedantages prangt die Stadt im Flaggen- \chmuck. Vormittags wurde in allen Kirchen Festgottesdienft abgehalten. Mittags fand auf dem Markt der Altstadt ein Festakt statt, bei welhem Stadtrath Retemeyer eine zündende Rede hielt. Hieran {loß ih ein großer Festzug, an welhem sih zahlreihe Korporationen, Vereine, Schulen und ein großer Theil der Bürgerschaft betheiligten. Auf dem Festplaß wurden Preisspiele für die Jugend abgehalten. Auch in den anderen Städten des Herzogthums finden überall Feierlih- keiten statt.

Bremen, 2. September. (W. T. B.) Die heutige Sedanfeier auf dem Marktplatz verlief dei dem herr- lihsten Wetter unter Betheiligung des Senats, der Bürger- schaft, der Handelskammer, des Nichterkollegiums, der Krieger- vereine, sämmtliher Shulen und einer großen Volksmenge überaus glänzend. Nach Absingung eines Chorals hielt Pastor Burggraf die Festrede, welhe mit einem Hoh auf Kaiser und Reich \{loß. Sodann seßte sich unter Kanonendonner und Glodengeläut der Festzug nach dem Kriegerdenkmal in Bewegung. Nachmittags findet im Schüßenhof ein Volks- fest statt. Die Stadt prangt im Flaggenschmuck.

Elsaß-Lothringen. Straßburg, 2. September. Die heute ausgegebene Nummer 17 ves Gesetzblatts für Elsaß: Lothringen veröffentl:ht eine Kaiserliche Verord- nung vom 26. August d. F, betreffend die Erhöhung des Oktroi vom Alkohol in den Gemeinden St, Avold, Vic und Bischweiler.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 2. September. (Wien. Ztg.) Der Kaiser ist gestern Abend von Pilsen in Schön- brunn angekommen.

Aus Pilsen, v. 31. August, wird der „Wiener Aben d- post“ berihtet: Gestern um 4 Uhr Nachmittags fand die Ueberführung der Leiche des verstorbenen serbischen Generals Andjelkovic auf den Bahnhof der Franz- Josef: Bahn statt. Der vom griehisch nihtunirten Pfarrer aus Karlshad vollzogenen Einsegnung wohnten der Kaiser, der Fürst von Bulgarien und die Minister des Kaiserlihen Hauses und des Aeußern, Graf Kälnoty, Reichs- Kriegs-Minister, Graf Bylandt - Rheidt, und Statthalter, Baron Kraus, sowie der gesammte Hofstaat und die fremd- ländischen Offiziere bei. Den Kondutt stellte cin Bataillon des Infanterie-Regiments Baron Philippovic.

Pest, 1. September. (Presse.) Der Titularbischof von Bacs, Jgnaz Smozer, iff heute in Szatmar ge- storben.

Der „Pester Lloyd“ weldet aus Wien: „Eine soeben erlassene Verordnung des österreichischen Landes- vertheidigungs-Ministeriums verfügt für den 1. Of- tober d. J. die Aufstellung von drei neuen Landwehr- Kavallerie-Regiments-Cadres.

Agram, 1. September. (Presse.) Auch in der heu- tigen Sizung der Regnicolar-Deputation konnte die Wahl der Präsidenten wegen Abwesenheit einiger Mit- glieder nicht vorgenommen werden, daher der Alterspräsfident Vukotinovics den Vorsiß führte.

Grsofßbritannien und Jrland. London, 2. September. (W. T. 8.) Aus Simla, vom heutigen Tage meldet ein Telegramm des „Reuterschen Bureaus“: Dem Ver- nehmen nach hat die Untersuhung wegen der angeblichen Oeffnung einer englishen Correspondenz durch den Gouverneur von Herat Beweise ergeben, welche den Gouverneur von jeder Mitschuld freisprehen. Auf Ersuchen der, afghanishen Behörden wurden zur sicheren Beförderung der Post Vorsichtsmaßregeln getroffen. Die jüngsten Be- shränkungen bezüglih der auf Urlaub befindlichen O ffi- ziere in JFndien sind wieder aufgehoben worden.

Kapstadt, 13. Augufi. (A. C.) Jm Kap-Parlament wurde eine Bill angenommen, welche alle Waaren, die im Hafen der Walfish-Bay gelandet werden, von der Be- steuerung befreit. Der General-Schaßmeister fügte zur Erläuterung der Vorlage hinzu, daß der Zweck der Maßregel sei, zu verhindern, daß der Handel der Kolonie mit jener Region ihr gänzlih entzogen werde. Jn der Legis- latur von Natal wurde ein Antrag angemeldet, daß jeßt die Zeit erschienen sei, um die Räthlichkeit einer Föderation der Kap-Kolonie, des Orange - Freistaates, Transvaals und Natal in Erwägung zu ziehen. Der Transvaalshe Volksraad {loß seine Sißung am 9. August. General Foubert lehnt es ab, mit der Exekutive von Transvaal in Gemeinschaft zu handeln, ausgenommen wenn militärishe Angelegenheiten in Frage stehen.

__ Türkei, Konstantinopel, 2. September. (W. T. B.) Ein Kaiserliches Jrade beauftragt den Minifier des Aus- wärtigen, Assym Pascha, und den Minister der Eokafs, Kiamil Pascha, mit Drummond Wolff zu verhandeln. Die erste Konferenz soll morgen Nachmittag stattfinden.

Serbien. Belgrad, 1. September (Wien. Ztg.) Die heute Nachmittag von Pilsen eingetroffene Lei he des Generals Andjelkovic wurde in feierliher Weise eingeholt und

| thunlich zu beseitigen. ( n lid dur diese Einrichtunger immer mehr und mehr gefördert werden.

| Titel eines

} aufslägt.

Ì Schaden verkaufen.

unter großem militärishen Pompe im Beisein des Königs- paares eingesegnet und bejtattet.

Schweden und Norwegen. Stockholm, 2. Sep- tember. (W. T. B.) Der Prinz von Wales ist heute hier eingetroffen. Derselbe wurde von dem König, den Prinzen, den Ministern, dem Ober-Stadthauptmann sowie den Spigzen der Civil- und Militärbehörden empfangen und begab sich al3bald mit dem König nah S&loß Drottningholm.

Afrika. Egypten. Kairo, 31. August. (Allg. Corr.) Der Khedive kam auf seiner Jnspektionsreise durch das Delta heute in Mansurah an. Jn allen Orten, welche er passirte, wurde ihm ein enthufiaftisher Empfang bereitet.

Alexandria, 1. September. (Allg. Corr.) Eine Com- pagnie der Königlichen Genietruppen aus Kairo, sowie eine Anzahl Soldaten, deren Dienstzeit abgelaufen ist, werden sich heute an Bord des Transportdampfers „City of Orford“ nah England einschiffen. Der Nil is jeßt in schr guter. Verfaffung, und alle Gefahr einer Ueber- schwemmung wird nunmehr als beseitigt erachtet.

HZeitungsftimmen.

Der „Hamburgische Correspondent“ schreibt zum Sedantage: : E

.…. Wenn in diesen fünfzehn Jahren die zum vollen Bewußtsein ibrer Kraft gekommene Nation zum Sachwalter des europäiscen Friedens aeworden, wenn Kaiser Wilbelm und fein Kanzler dur die stete Wachsamkeit na Außen hin dem Vaterlande die Ruhe zur ungestörten Entwickelung des geistigsittliben und wirthscaftliwen Lebens gesihert haben, dann sollen wir uns au den Genuß des Gebotenen und Erreicten nit dur fleinlides Mäkeln an dem Be- steherden verbittien laffen, fondern uns rergezenwärtigen, was uns® vor dem Siegeêtage von Sedan und dem Widererstehen des Deutschen Reiches zur Grfüllung unserer Ideale von Völkerglück und Freiheit fehlte. Der gewaltige Organismus, Staat genannt, unterliegt, so kerngeiund er aub sein mag, do tausendfältigen, aus dem Zeitbewußtsein er- wacsenden uad deshalb weselxden Einflüssen, die bald mebr, bald weniger bhindernd si celtend maten; aber vorærärts muß er fommen, und daß Deutsland auf allen Gebieten des geistigen und wirth- \caftliden Lebens fi in ftetec Vorwärtêbewegung befindet, das wird do auch der den Patriotismus als überwundenen Standpunkt be- trahtende koëmopolitishe Pessimist nibt wegleugnen können. .

So sehen wir denn an dem fünfzehnjährigen Gedenktage der S@ladbt bei Sedan Deutscbland im Rathe der Völker Europas die erfte Stelle eixnehmen, stark in dem Bewußtsein seiner Kraft und entsblofen, seinen Einfluß im Sinne einer friedlichen Entwielurg der europäiscen Politik geltend zu machen. .…..

Die „Berliner Börsen-Zeitung“ bemerkt:

Es ift erfreulich, daß tas Verständniß für die focia!politisde Bedeutung des Krankenkassen- und Unfaliversicherung8gesezes in den betheiligten Kreisen s immer mehr und mebr Bahn bri&t. Selbft

Ï von mehreren Handelskammern wird in dem leßten Jahreêbtericht ar- | erfannt, daß das Unfallversiberunga8geseg aus demselben Geiste her-

vorgegangen sei wie das Krankenkassenzeseß und daß beide wesentli dazu beitragen werden, die mit dem Fabrikwesen verbundenen Uebel

E zu mildern und die Fabrikanten anzusporren, daß sie Alles aufbieten,

um gefährliche und gesundheitéwidrize Einribtungen fo bald als nur Der Geist der Versöbnlichkeit werde hoffent-

Die „Berliner Politishen Nachrichten“ sagen:

Nicht mit Unrewt schreibt man die Geschäftsftille und den mangelnden Absatz, der si auf unserem beimishen Markte zeigt, ¿u einem wesentliden Theile dem Umstande zu, daß die Preise der landwirtbscaftlien Früchte, in8bLesondere des Getreides und der Rüben, auf eixen so tiefen Stand gesunken sind. Die Handels- kammer in Nordhausen bemerkt hierüber: „Die Landwirthschaft krankt; der Werth des Getreides und der gebauten Rüben steht mit der Pcodufkftion nit im Eiaklang, und jo lange die auswärtige

S Konkurrenz ferner zu Preisen einführt, welbe unsere Landwirthschaft

zu Grunde richten, muß eine Stagnation eintreten, die unser -wirtb-

| \chaftliches Leben bedrückt.“

Jm „Deutschen Tageblatt“ lesen wir: Niedrige Getreidepreise sollen na der Freihandelstheorie zu den

E größten volfswirtbscaftliben Segnungen gehören, deren cin Land fich

Fe tiefer der Preis\sturz, desto vortheilhafter für den

Wer dagegen streitet, wird mit dem \{chmeiche! haften Ignoranten oder eines bewilligen Entstellers der cinfasten Wahrheiten belegt. In England nun herrsht gegen- wärtig eine seit bundert Jahren nicht erbörte Niedrigkeit des Weizen- preises. Was saat nun dazu die als extiremes Freihandelsblatt be- fannte „Daily News* in ihrem leitenden Ernteberiht der Nummer

erfreuen kann. Konsumenten.

S vom 27. August ?

„Da Weizen zu den jeßt hier üblichen Verkaufépreisen nirgends in der ganzen Welt mit Nuten gebaut werden kann, fo dürfen wir

E die Wahrscheinlicbkeit ciner mäßigen Preiserhöbung nicht teklagen.

Glücklicherweise ist darum noch kein Grund zu der Befürätung ror- banden, daß das Brod theurer wind. Der Preis defselben ift nicht in dem Verhältniß zum Preise des Weizens gefallen und düifte niht steigen, wenn leßterer bis zu ciner gewissen Grenze Wenn der Durcbscbnittspreis des Weizens 43 Sh. pro Quarter ftatt etwa 33 Sh. (der jeßige Stand) betrüge, so möchten die Bäcker ihr Brod zu den gegenwärtigen Säßen immer noch obne Um also zu verhindern, daß die Weizenkultur- flähe zum s(hließlicen Schaden des Konsumenten in umfangreihem Maße verringert werde, so würden wir, von anderen Gründen ganz

i abgesehen, erfreut fein, ein Antiehen der Preise zu gewahren, weiches

den unterdrückten landwirthschäftliwen Intereffen mehr Erleichterung

i gewährte.“

Hierauf wird von konservativer Seite treffend erwidert: : „Der Apostel der Freihandelepartei räumt ein, daß, wenn der

F Weizenpreis auf 43 Sh. pro Quarter fiände, die Bâcker troßdem noch M ihr Brod zu den jetzigen Preisen verkaufen könnten und den Land- S wirthen eine Erleibterung zu Theil würde.

M mand Schaden und eines der wichtigsten Interessen würde reiclih E begürstigt.

Auf tiese Art litte Nie-

begü Sobald aber Jemand kommt und die Annahme wirth- scaftlider Maßregeln vorsclägt, welche verbindern sollen, daß der Weizenpreis unter 43 oder auc 42 Sh. pro Quarter sinke, geht ein fürcterlihes Geschrei von den Freibändlern aus, daß der arme Mann

F seines vollwihtigen Brodes beraubt und die Lebenéhaltung auf das

Niveau des Verhungerns herabgedrückt werden würde. Wo bleibt

da die Konsequenz ?*

Marineverordnungsblatt. Nr. 16. Inhalt: Köche

Fund Kellner. Intendantur-Sekretariats-Applikanten. Te!egra-

phishe Meldungen. Werft-Dienstordnung. Wittwenkafse.

F Sciffsbibliotheken. Instandhaltung der Gesbütze. Aenderungen

an Bestimmungen im 1. Halbjahr 1885. Uetungêmunition. Personalveränderungen. Benathrichtigungen.

Statiftishe Nachrichten. Die diesjährige überseeishe Auswanderung aus dem Deutschen Reich über deutscbe Häfen und Antwerpen hat im Juli 6815 und in den 7 Monaten Januar/Juli 72 160 Per-

sonen betragen; in den entsprewenden Zeitabs{nitten des Vorjahrs 10 500 bezw. 100 801. : O

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Katechismus der Gesangsfunst. Von Ferdinand Sieber, Professor der Musik. Mit vielen in den Tert gedruckten Notenbeispielen. Vierte verbesserte Auflage. Leipzig, Verlagsbucb- bantlung von I. I. Webec, 1885. Diese vierte Auflage des weit verbreiteten, von Lernenden und Lehrenden gern als Rathzeber be- nußten Katebi‘mus der Gesangskunft ift sorgfältig überarbeitet, ver- befiert und bereichert. Namentlich ift die dritte Abtheilung, welche von der Aussprache bandelt, wesentlich erweitert. Da besonders die vers%iedenartiae Ausspracve des g in leßter Zeit einen beftigen Streit bervorgerufen hat, îo dürfte die ausführlibe Darlegung der Ansibten des Herauêgebers über diese Frage manchem Sänger und Lebrer will- kommen sein.

Gewerbe und SanDe!.

Bei den Abrecbnungëfstellen der Reichsbank sind im August d. J. 975 493 200 M gegen 1 167 257 7090 Æ im Iuli d. J. abgerechnet worden.

Der Aufsichtsrath der Sächsischen Kammgarnspinnerei (vorm. C. F. Solbrig) in Harthau bat nach Prüfung dec Bücher und der Inrentur über die Bilanz und Verwendung des Rein- gewirnes Bes&luß gefaßt. Nab den der „Berl. Börj.-Zta.“ zuge- gangenen Mittheilungen beträgt der Bruttogewinn pro 1884/85 308 354 Æ gegenüber 240 390 M des Vorjahres, d. h. etwas über 15 9%, des Aktienkapitals. Von dem Gewinn werden 100496 Æ zu Abscbreiburgen verwandt. Ferner werden abgeseßt 35335 für den Reservefonds und Tantièmen ten ftatutarishen Bestimmungen gemäß. Den Refi ven 172522 #4 \ch{lägt der Auffichtêrath im Ein- verständniß mit der Direktion folgendermaßen zur Verwendung vor: Atscbreibung auf Jxrventur der Vorräthe pr. 39. April 1885 mit 32 000 Æ, Vertheilung von 6F%% Dividende mit 136 000 # und Vertrag auf neue Rechnung mit 4522 M

Nürnverg. 1, September. (Hopfenmarktbericht von Leopcld Held.) Zum heutigen Markte kamen ca. 309 Ballen Markt- hopfen uad einige hundert Säckte auswärtige Sorten. Für Kund- schaft zeigte sid rege Frage, so daß bis I Uhr die ganze Landzufuhr aecräâumt war. Die Preise aller Sorten ftellten ib 2—3 Æ höher. Beste Markthopfen erzielten 48—52 Æ, Mittelhopfen 43—47 Æ und einige Sâcke ganz \chlechte 38—40 Æ Hallertouer, Württemberger und Badische kosteten in bestvorhandener Waare 59—64 A ; Mittel- qualitäten wurden zu 50—56 Æ und Gebrannt?: Ende der Vierzig verkauft, Export vcrhielt sih untbätia, da die Preise für denselben zu bo sind. Der Regen der lezten Tage verhinderte das Eintreffen gréßzrer Zufuhren.

London, 2. September. (W. T. B.) Wollauktion. Stim- murg flau.

St. Petersburg, 3. September. (W. T. B.) Die Sub- skription auf die neue 4 “/gigePrioritäts-AnleihederMosc9- Rjäfan-Eisenbahn-Gesellschaft ist bier bercits um 10 Ubr Vormittags gesblofsen worden. Dieselbe ergab einen Betrag von 42 331 500

Berlin, 3. September 1885.

General-Lieutenant Wilhelm Karl Arthur Alfred von Faber du Faur +.

Am 1. d, M. wurde auf dem Pragfriedhof in Stuttgart der so unerwartet s{chnell verstorbene württembergische Militär- Bevollmächtig!e in Berlin, General-Lieutenant von Faber du Faur, zur leßten Ruhe bestattet.

Am Nachmittag rückte, wie der „Schwäb. Merk.“ meldet, das 2. Bataillon des 7. Fnfanterie-Regiments Nr. 125 untzr Führung des Majors Freiherrn von Stetten aus, um dem verstorbenen General die leßten militärishen Ehren zu erweisen. Der reihgeschmüdckdte Sarg trug Helm und Degen des Verstorbenen und als besondere Zierde einen Kranz, auf dessen s{warz-rothem Bande in goldener Schrift zu lefen war: „Von den Offizieren des K. Kriegs - Ministeriums.“ Die Corlshe Kapelle spielte den Choral: „Jesus, meine Zuversicht“, und unter gedämpftem Trommelklang wurde der Sarg von 8 Unteroffizieren des 7. Infanterie-Regiments nach dem Friedhof getragen. Dem Sarge folaten der Bruder des Verstorbenen, der Maler von Faber du Faur, und Graf Gronsfeld, Erster Stallmeifter des Königs. Se. Majeftät der König von Württemberg war ver- treten durch den Flügel-Adjutanten, Obersten Freiherrn von Molsbera, Se. Königliche Hoheit der Prinz Wilhelm von Würt- temberg durch den Adjutanten, Rittmeister Freiherrn von Röder, Jhre Kaiserlihe Hoheit die Herzogin Wera durch den Hof- marschall von Baldinger. An der Spitze des sehr zahlrei vertretenen Offizier-Corps gingen der fommandirende General, Gencral der Fnfanterie, von Shachtmey:r, Genera!-Lieutenant von Trieberg und Freiherr von Perglas. Die württembergische Staatsregierung war repräsentirt durch die Staats-Minister von Renner, von Faber und von Hölder. Die Grabrede hielt der Garnisons-Diakonus Professor Straub. Anknüpfend an den festlihen Erinnerungstag von Sedan (der Verstorbene hat der Schlacht im Großen Generalstabe beigewohnt) gab der Veisilihe, dem Wunsche und dem bescheidenen Sinne tes Verstorbenen entsprechend, einen furzen Lebensabriß und s{hloß mit einem Gebet. Darauf ward der Sarg in das gemauerte Grab versenkt; während die Kapelle das Lied: „Aufersteh’n, ja aufersteh’n“ spielte, gab die Fnfanterie 3 Salven ab. Der Berftorbene ruht neben feiner ihm im Tode vorangegangenen Gemahlin.

Wilhelm von Faber du Faur wurde am 29. September 1819 zu Rastatt geboren und trat am 3. Oktober 1836 in württem- bergishe Militärdierste. Am 22, Juli 1845 wurde er Over- Lieutenant und als solcher zum Festungsbau in Ulm fommandirt. Auch als H2uptmann verblieb er zunächst in dem Kommando zum Jngenieur-Corps und erhielt erst später das Kommando einer Fußbatterie. Am 31, August 1867 wurde er zum Major befördert und zunächst proviforish, sodann am 13. April 1868 definitiv zum Militär-Bevollmächtigten in Berlin ernannt.

Mit dieser Stellung, in welcher er bis zum General- Lieutenant avancirte, hatte von Faber du Faur die ehrenvolle Misfion von seinem Könige erhálten, enaere militzarishe Be- ziehungen zwishen seinem süddeutshen Vaterlande und den norddeutshen Staaten anzuknüpfen. Nach dem Kriege von 1870/71 hatte er den definitiven Anschluß der württein- bergishen Armee an das Reichsheer zu bewerkstelligen, eine Aufgabe, welher er sich mit rastlosem Eifer und großem Geschick entledigte. Obgleich der Verstorbene die leßten Fahr- zehnte seines Lebens außerhalb seines engeren Vaterlandes zubrachte, blieb er stets ein treuer Sohn seiner württem- bergishen Heimath.

Sein König, welcher ihn im Jahre 1878 auch zum Be- vollmächtigten zum Bundesrath ernannte, verliert in dem Dahingeschiedenen einen treuen Diener, das Reich einen ihm von Anbeginn an mit Begeisterung ergebenen Anhänger.

Se. Majestät der Kaiser, desen besonderer Gunst sih der Verstorbene erfreute, ehrte denselben mit dem Stern zur

zweiten Klasse des Kronen-Ordens und vor wenigen «Jahren mit dem Rothen Adler-Ocden zweiter Klasse mit Brillanten.

Von Sr. Majesiät dem Könige von Württemberg wurde er mit dem Kommenthurfkreuzg des Württembergischen Kronen-:Ordens, dem Kommenthurfkreuz des Militär-Verdienst- Ordens und dem Großkreuz des Friedrihs-Ordens ausgezeichnet Außerdem war der Dahingeschiedene Großoffizier des Ordens der italienishen Krone, Kommenthur des Königlich sächsishen Albrecht - Ordens, des Herzoglih sahsen-ernestinishen Haus- Ordens und Jnhaber des Eijernen Kreuzes. Ehre seinem Andenken!

Die am 2. August Abends aus Berlin bezw. am 29, August Vormittags aus München abgegangene Poft nach Egypten und JFndien hat in Folge einer auf der Strecke Kufftein—Ala eingetretenen Zuaverspätung den Anschluß an den englischen Dampfer in Brindisi nit erreicht.

Der Verein „Bismarck* katte am gestrigen Sedantage in der Victoriabrauerei eine musikalisbe Abend-Unterbaltung veranstaltet. In derselben wirkten die Sörgerin Frl. v. Guérard, der Violinift Hr. Mar Eichhorn und die Liedertafel des Vercins tit, “tbelbe den mit ihren Familien zablreih ershien-nen Mitgliedern und Gâsten vielen Genuß bereiteten. Der Bedeutung des Tages gab der erste Vorsißende Ausdruck, der seine mit Beifall aufgcnommzne Rede mit einem Hod auf Se. Majestät den Kaiser \{loß. Der zweite Vorsißende gedadbte fodann des Reibékanzilers und bloß mit einem Hoch auf den Fürsten. Den Schluß des Festes bildete cin Kränzen. A

Der Verein zur Waisenpflege im Kreise Beuthen hat seinen 8. Jahresberiht für das Jahr vom 1. Avril 1884 bis ult. März 1885 erstattet. Die Gründung des Vereins datirt vom 30, Januar 1877, an welchem Tage eine zahlrei besubte Veriamm- lung fih als oben genannter Verein fonftituirte. Der ecste Aalaß dazu ging von dem Landrath von Wittken aus, wel%er nochb jett Vorfißender des Vorstandes ist. Derselbe erließ im November 1876 einen Aufruf zur Spendung milder Beiträge behufs Errichtung eines Waisenhauses, welcher so vielseitigen Anklang fand, daß man schon na ganz furzer Zeit zur Ausführuna des Unternebmens schreiten fonnte. Das Waisenhaus wurde Anfang April 1877 mit Ge- nehmigung der Königliwen Reaierurg zu Oppeln im jetzigen Anftalt83- gebäude, welbes damals nob Eigenthum der Synagozengemeinde von Beutben O.-S. war, eröffnet. 1880 konnte daselbe angekauft und bereits 1881 dur einen Axbau an der Oftseite erweitert werden. Nav der Erwerbung eines angrenzenden Ackerstück:es und Herstellung eines größeren Wirthscbaftsgebäudes im Jahre 1883 wurde im Auguft 1884 noch ein Anbau auf der Westseite des Hauptgebäudes in Angriff genommen und im Frübjabr d. F fectig gestellt. Die Anftalt bietet jeßt ausreihenden Raum für 100 Kinder, und ibre Entwickelungs- und Bauperiode kann nunmebr als beendet angeschen werden. Bis zum 1. April cr. find 183 Kinder aufgerommen und verpfleat worden. Am Séluffe des ersten Verwaltungsjabres (31. März 1878) betrug der Besta-d der Waisenkinzer 39, am 31. März 1879 483, 1880 und

1881 je 51, 1882 61, 1883 und 1884 je 80. Am 31. März 1885 belief sid die Zahl der Pfleglinge auf 91, näâmlih 62 Knaben und 29 Mädwen ; darunter waren 59 Waiserkindec, 29 Zwa1ngs- zöglingnge und 3 jugenMiwe Verbrecher. Der Konfession : nah waren 77 katbolisch und 14 evangelisch. Die Ober- flafse zählte am Ende des Schuljahres 28, die Unterklafse 60 Schüler; 3 Kinder waren nov nicht \{ulpflibtig. Von den

Mädcen wurde u. a. aub ein Theil der neu beshaftcn Kleidungs- und Wäsc@eftücke im Hause fertiggestellt. Die Knaben wurden neben den laufenden bäueli&cn, Garten- und Feldarbeiten au mit Stuhl- flechterei besbäftigt. Von dem Interesse und dem Vertrauen, welches das fernstezende Publikum der Anftalt immer mehr widmet, legen, wie der Vericht meldet, außer den derselben aub im 8. Verwaltungéjahre zugeflofsenen Beiträgen und milden Gaben die in großer Anzahl ein- achenden Gesuche von Handwerkêmeistern und HerrsÞaften um Zuweisung von Zöglingen als Lehrlinge uad Dierstboten beredtes Zeugniß ab. Da sih die Untechaltungskostena für jedes Kind auf jährli 240 belaufen, so sieht sid der Vorstand genöthigt, bis - auf Wéeitereë an dem für die Armenverbände bestimmten Pensionssatz von 120 # festzuhaîten. Es liegt indeß in der Absicht, den ftark be- lasteten Drtéarmenverbänden durch Schaffung von Freistellen nah Mög- lichkeit entgegenzukommen. Am Schlufse des Jahres betrug die Anzahl der Freiftellen im Kaiser-Wilhelm-Stift 13, darunter die im 8. Verwal- tungéjahr neu ercribtete erste Anftalts-Freiftelle. Die für die An- ftalt im vorigen Jahre eingegangenen Geldgeschenke bezifferten sich auf 7797,10 A, darunter 3000 Æ von der Slesishen Aktiengesell- schaft für Bergkau- und Zinkbhüttendbetcieb in Lipine, 2000 4 von der Aktiengefell]ihaft Vereiniate Königs- und Laurahütte. 1090 M ais Unterftüßung vom Kreise Beuthen und 1090 A vom Provinzial- aussduß in Breélau Unter den anderen Geschenfen fteht die Zuweisung von 10900 Cir, Steinkoblen aus dzr fis- faliswen Königsgrube bei Königzhütte dur den Minister der öffentlichen Arbeiten obenan. Die Vereinsmitglieder haben an Beiträgen gezahlt 1392 A Ferner bewilligten der Provinzial- Auétsbuß der Provinz Sclesien 1450 Æ# und die Overscblefische Eisenbahnbedarfs-Aktiengesellsbaft Friedenshütt- 500 4 Der Kaffen- abs{luß ergab an Einnahmen 33 255,52 A, an Ausgaben 33 120,39 Æ, also 135,13 A Bestand. Der Vermözens- und Schuldenftand des Vereins tezifferte ich ¿u Ende März 1885 auf 121 224,34 46 Aktiva und 9000 Æ Passiva, das Vermözen also auf 112 224,34 A Da Ende März 1884 das Vermögen 99 176,58 Æ betrug, hat sh daffelbe demnach um 13 047,76 # rermeb:rt.

St. Johns (New-Foundland), 2 September. (W. T. B.) Der Dampfer „Hannoverian“ ift 14 Seemeilen von Kap Race gescheitert. Pafsagiere und Mannschaft sind gerettet. Der Dampfer soll vollständig verloren scin.

Marseille, 2. September, Abends. (W. T. B.) Heute find bierselbst 20 Cbolera-Todes fälle vorgekommen.

Toulon, 2. September. (W. T. B) Gestern find bier 22 Per- fonen an der Cholera geftorben.

Im Zoologischen Garten hat fh der wegen seiner Pracht und Schönhcit gerühmte Argus-Fasan (Argus giganteus) wobl zum erften Male in Europa vermehrt. Wenn man be- denkt, daß dieser prachtvoll befiederte, aber ungemein feltene und sehr binfällige Vogel aus den tiefsten Wäldera Sumatras die Gefangen- \caft nur sehr {wer und kurze Zeit verträgt, in unseren hiesigen, dem Gedeihen fremdländister Thiere so widrigen klimatischen Ver- bâltnifsen zwei allerliebste Junge ausgebrütet hat, fo stellt diese Thatsache gewiß der fürsorglicen Tbier-Züchtung und -Pflege unseres Zoologis&ea Gartens das glänzendste Zeugniß aus. Es gewährt cinen ungemein reizenden Anblick, wenn die zärtlibe Mutter mit bellenden Lauten ihre Jungen herbet- ruft, sie unter ihre s{chütßenden Flügel nimmt und mit sih berumträgt. Die Farbenschönbeit dieses Thieres ¡u bescreiben if \zhr s{wer; man muß es selbst schen und bewundern. Gleichzeitig sei hier nod auf ein Paar sehr seltene uad faft noch gäazlih un- bekannte Shwimmvögel Amerikas hingewiesen: den Koskoroba- Swan (Cygans coscoroba), von fleiner Statur, mit blendend weißer Farbe, karminrothbem Swnabel und ebensolben Füßen, und auf cinen fleinen, erst fürzlid erworbenen Pelikan (Pelecanus fuscus) von filbergrauecr Farbe. Beide Vögel beleben mit einer Menge Enten verschiedener Arten den Teich vor der alten Restauration.