1906 / 160 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

A Rz R E R E C E R C R R R E A

Für die ersten vier Monate vom Beginn der Notenau bleibt die Bank von der Verpflichtung zur Zahlung befreit. He e Monaten, nach Er- diesem Zeitpunkt hat die Bank für die Ausgabe in Thiratau 9 zum Betrage von wenigstens 500 000 Dollars, A Ba reten 25 000 Dollars in Abschnitten zu 1 Dollar, bereit zu halten. 7) Für beschädigte Noten hat die Bank Ersatz zu leisten, sofern der Inhaber entweder einen Teil der Note einreiht, der arößer ift als die Hälfte, oder den Nachweis führt, daß der Rest der Note, von welcher er nur die Hälfte oder einen kleineren Teil als die Hâlfte

_6) Die Bank ift verpflichtet, binnen teilung der Konzession mit der Ausgabe vin Ri

PIRIERNETY vernichtet sei.

Der Aufruf und die Einziehung der von der Bank ausgege Noten darf nur auf Anordnung oder mit Genehmigung des eige kanzlers erfolgen; der Reichékanzler {reibt die Art, die Zahl und die Fristen der über den Aufruf der Noten zu erlassenden Bekannt- machungen, den Zeitraum, innerhalb dessen, und die Stellen, an welhen die Noten eingelöst werden sollen, die Maßgaben, unter denen nah Ablauf der Fristen eine Einlösung der aufgerufenen Noten noch stattzufinden hat, und die zur Sicherung der Noteninhaber fonst er-

forderlihen Maßregeln vor.

9) Für Nathteile, die die Bank dur Aende Î in China oder dem Schutzgebiete Zl sollte Tem fe Get

ansprüche an die Neichsregierung niht geltend maten.

10) Dem Reichskanzler steht das Necht zu, die Innehaltun Vorschriften dieser Konzession zu überwachen und A E A Kommissare in die Plenarsißungen des Aufsichtsrats und în die Generalversammlungen der Bank zu entsenden, fowie in Berlin und an den Ausgabeorten jederzeit durch Kommissare die Bücher der Ge- sellschaft einsehen zu lassen, insbesondere soweit sie si auf den Noten- umlauf und die Si@erstellung beziehen. C E

Die Hauptverbühung über die Notenausgabe und'tden Noten- umlauf findet bei der Deutsch, Asiatishen Bank in Tsingtau statt.

Die Bank hat eine Nachweisung über die Höbe des Noten- umlaufs dem Reichskanzler und dem Kaiserlihen Gouverneur von Kiautshou allmonatlih einzureihen und in drei vom Reichskanzler ¿u

bestimmenden Zeitungen vierteljährlich zu veröffentlichen.

11) Die Befugnis zur Ausgabe von Banknoten geht v ¿ a. durch Ablauf der Zeitdauer, für welche sie erteilt ied

b. durch Verzicht,

c. im Falle des Konkurses durch Eröffnung des Verfahrens gegen

die Bank.

Die Konzession kann ferner durch den Reichskanzler für verwirkt

erklärt werden :

a. wenn die Gesellshaft die Einlösung präsentierter Noten an

den Ausgabeorten niht am Tage der Präsentation bewirkt,

b. wenn die in den Artikeln 1—5 des anliegenden Statuts* enthaltenen Bestimmungen ohne Genehmigung des Reichskanzlers ge:

ändert werden,

c. wenn die Vorschriften des § 4 dieser Ko i Sicherheitsleistung für die umlaufenden Noten Lebt Wacbes ter ie Im Falle des Absayes 2 wird die Einziehung der Noten vom

Reichskanzler angeordnet.

Norderney, den 8. Juni 1906. Der Reichskanzler. Fürst von Bülow.

Anweisung

zur Ausführung der Konzession vom 8. Juni 1906.

L Zu: 11 4.

4 a. Als Bürgen werden folgende Bankinstitute zugelassen:

1) Bank für Handel und Industrie 2) Berliner Handelsgesellschaft, i 5 S. Bleichröder, 19a

4) Deutsche Bank

5) Disconto-Gesellschaft,

6) Mendelsfohn u. Co.

Die Bürgen haften anteilsmäßig und als Selbsts{uldner. fung erfolgt durh Uebergabe von Sib Abe schnitten von nicht BULEe als 100 000 Æ, ausgestellt von der Deuts{h-

Bürgschaftslei

Asiatishen Bank, akzeptiert von dem betreffenden Bürgen.

Die Bank ift verpflihtet, 3 Monate vor Verfall eines Wehse die Verlängerung der Bürgschaft dur Uebergabe eines neuen Weiscle zu verarlassen oder anderweite anweisungsmäßige Sicherheit zu leisten. b. Zur Sicherheitsleistung dur Hinterlegung sind die im Verkehr mit der Reichsbank zur Beleihung zugelassenen Effekten innerhalb der

dafür jeweilig festgeseßten Grenzen unbedingt verwendbar.

Zur Sicherheitsleistung durch Hinterlegung anderer Effekten i

in jedem Fall die besondere Zustimmung des Reichskanzlers eei Die Zustimmung erfolgt unter Vorbehalt des jederzeitigen Widerrufs. Auch Effekten, die an deutshen Börsen niht gehandelt werden, können

zur Sicherheitsleistung zugelassen werden.

Die Hinterlegung erfolgt durch den Reichskanzler bei der Reichs-

bank auf Kosten der Bank.

Bei Nichterfüllung der durch die Konzession der Bank Verpflichtungen ist der Reichékanzler berehtigt, sofort die E eR Wertpapiere im Wege der öffentlihen Ausbietung oder freihändig

verkaufen zu lassen.

c. Durch Bestellung von Hypotheken kann bis wei Sicherheit bis zu 40 %/% des durch öffentliche Taxe ermittelten Gert

ffüdckswerts geleistet werden.

Die Hypotheken sind für die jeweiligen Noteninbaber na abe des § 1187 B. G.-B. einzutragen. Die Bn hat fig Maß rtigen Zwangêvollstreckung gemäß § 800 Z.-P.-O. zu unterwerfen.

Die Bank hat für die jeweiligen Gläubiger einen Vertreter mit unbeschränkter Verfügungsmaht gemäß § 1189 B. G.-B. zu bestellen. Im Grundbuch ist zu vermerken, daß bei Fortfall des Vertreters ein neuer Vertreter in gleiher Weise bestellt werden muß. Die Person

0

des Vertreters wird vom Reichskanzler bestimmt.

d. Ist die geleistete Sicherheit nah dem Erme d - kanzlers unzureihend geworden oder droht sie es zu E e n Bank verpflichtet, die Sicherheit zu ergänzen oder anderweite an-

weisungsmäßige Sicherheit zu leisten. 14 Zu TI, 6.

Die Muster der auszugebenden Banknoten sind dem Reichskanzler

zur Genehmigung vorzulegen. ITI. II, 10

A. Zu II, 10. ür die vorgeschriebenen Nachweisungen ist der Notenumlauf am

20. eines jeden Monats zu Grunde zu legen. Norderney, den 8. Juni 1906. Der Reichskanzler. Fürst von Bülow.

Jn Hamburg wird mit der nächsten Seesteuer- annsprüfung am 30. Juli d. J. und mit der eben ifferprüfung für große Fahrt am 6, August

ees 5E lern werden.

Belassung in diesen Aemtern zum Generaldir-ktor der König- lihen Museen in Berlin zu ernennen und ihm hierbei den Charakter als Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat mit dem N Nâte exster Klasse zu verleihen, ferner

auf Grund des

28 des d 30. Zuli 1883 (Guse Landesverwaltun

( ( mml. S. 195) den Verwa direktor Schauinsland in Aurich zum Mitgliede des ausschusses in Magdeburg und zum Stellvertreter de gierungspräsidenten im Vorsiß dieser Behörde auf Lebens- zeit zu ernennen sowie

der Wahl des bis begriffenen P Stern zum Direktor der An zu erteilen.

sgeseßes vom

herigen Leiters des in der Entwicklung rogymnasiums in Ahrweiler Dr. Waldemar stalt die Allerhöchste Bestätigung

Ministerium der geistlihen, Unterrihts- und Medizinalangelegenheiten.

Der Bureaudiätar Jürgens is zum Sekretär bei der

und Prüfungsanstalt für Wasserver- serbeseitigung in Berlin ernannt worden.

Königlichen Versuchs- sorgung und Abwä

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Die Oberförsterstelle Ro

j sengrund i i ë bezirk Bromberg ist zum 1. Augu j im Regierungs

st 1906 zu besezen.

Ministerium für Handel und Gewerbe.

zum 1. August d. J. der Gewerbea\se}s

nster nah Breslau Il, zum 1. Seer N 2 Bernen Mien, DESAg. Denker von Gummers- [ armen in bisheriger Amtseigenschaft, - inspektor Menzel von Déenburg na e E missarishen Wahrne richtenden Gewerbein

Verseßt sind : Schule von

ah Elberfeld. zur kom- mung der g s dort en zu er- j und die Gewerbeasse\s i

von Linden nach Gummersbach und Dr. G lagen Hinge zur kommissarishen Wahrnehmung

Barmen nah Nienburg Gewerbein/spektionen.

der Geschäfte der dortigen

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

4 DVeraanntmachung.

__ Vei der heute öffentlih in Gegenwart eines -

wirkten Verlosung der Prioritätzobligationen A R

TIT. Serie,

E S E B und

{11 Serie Lit. C 1. und 2. Emission

der Bergish-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft sind

die in der Anlage verzeihneten Nummern gezogen worden. Dieselben werden den Besißern zum 1. Januar 1907 mit

der Aufforderung gekündigt, die in den aus verschriebenen Kapitalbeträge ausgelosten Nummern

vom 2. Januar 1907 ab

egen Quittung und Rückgabe der Obligationen bei der Staats- erlin W. 8, Taubenstraße Nr. 29,

a. mit den Obligationen TII. Serie nur die scheine für die Zinsscheinreihe VI,

b. mit den Obligationen III. Serie cheine Reihe V Nr. 10 bis 20,

c. mit den Obligationen

chuldentilgungskasse in zu erheben. Dabei sind

Erneuerungs- "Lit. B die Zins-

Jon, die Ui eshei rh n C1. und Binsscheine Reihe ; i nebst Erneuerungs|cheinen für die nächsten Cet,

mit B e Brb

le Zahlung erfolgt von 9 Uhr Vormit Nachmittags, mit Auss{hluß der Chnn a beiden leßten Geschäftstage jedes Monats.

_ Die Einlösung geschieht auch bei den Ne S N N O ge Ta M. bei der Kreiskafs

Zu diejem Zwecke können die Effekten ei i i

hon vom 1. Dezember 1906 ab f t! mcehe! Sie sie der Staats\chuldentilgungskasse hat und nach erfolgter Feststellun L Januar E irte g bewirkt. Der Vetrag der ctwa fehlenden Zin i i Kapitale zurückbehalten. hi E O Mit dem 31. Dezember d. der verlosten Obligationen auf. G Zugleih werden die bereits früher ausgelosten Anlage verzeichneten, noch rückständigen Obligatione holt und mit dem Bemerken au derselben mit dem 31. Dezembe aufgehört hat, und daß wenn sie 10 Jahre lang all und dessenungeachtet nicht dem leßten öffentlichen

eihen unentgeltlih

8s bis 1 Uhr und Festtage und der

gierungshaupt

eingereiht werden, welche zur Prüfung vorzulegen g die Auszahlung vom

J. hört die Verzinsung

,„ auf der ionen wieder- fgerufen, daß die Verzinsung j; r des Jahres ihrer Verlosung jeder Anspruch aus ihnen erlischt, ¡ährlich einmal öffentlih aufgerufen, spätestens binnen Jahresfrist nach Aufruf zur Einlösung vorgelegt sein

e kann sih in einen Schrift- gationen über die Zahlungs-

Die Staats\chuldentilgungska wechsel mit den Jnhabern der Ob leistung niht einlassen. ormulare zu den Quittungen werden edachten Kassen unentgeltlih verabfolgt. erlin, den 2. Zuli 1906. Hauptverwaltung der Staatsschulden. von Bitter.

von sämtlichen

Niclamlfliches.

Deutsches Reich. Berlin, 9. Juli:

jestät der Kaiser und König nahmen g _ an Bord der „Hamburg“ r von Bergen nah Drontheim die Vorträge d Militärkabinetts, Generalleutnants Grafen von und des Chefs des Marinekabinetts, von Senden-Bibran entgegen.

Preußen.

Seine Ma

gestern nachmitta auf der Fahrt

Hülsen-Haefeler ülsen-Haéeseler Admirals Freiherrn

Königreich Preußen.

teilen ät der König haben Allergnädigst geruht:

en Ersten Direktor der Gemäldegalerie und der S - lung ristliher Skulpturen des Kaiser Friedrih-Museums zu Berlin, Geheimen Regierungsrat Dr. Wilhelm Bode unter

*) Das Statut ist hier niht mit abgedrudckt.

einbart werden sollte, solle dieser die öft arie binden, während Serbien diesen (igt 3 Skupschtina habe abbäng'g machen wollen. Die Monarchie sei daher

Ein vorgestern nahmitta g gezwungen gewesen, die Grenzsperre zu verhängen.

Bulletin lautet : Das Befinden Jhrer Kaiserlihen und Köni

i glichen Hoheit der Frau Kronprinzessin und des Kindes ist andauernd gut. Bulletins werden n'cht mehr ausgegeben. (gez.) Bumm.

in Potsdam ausgegebenes

een En zufolge, ei den Bruttoeinnahmen von 12 009 000 und bei - ausgaben ein Minus von 12 290-000 Kronen hat ag vos

(gez.) Keller.

_Für die Zeit der ferneren Abwesenheit des Gro i badisFen Gesandten hat der a tos Freiberg Bodman die Geschäfte der Gesandtschaft übernommen.

dl Beri Mle e Da Graf Taube is gekehrt un i Ä

schaft wieder übernommon. b D eal

Der mexikanishe Gesandte de Jcaza is nah Berlin

zurückgekehrt und hat di 5 ernaina. hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist der heimk Transport der von den Stiffen s N Mw aders abgelösten Besazungsteile mit dem o f ginge de E n e u vorgestern

eingetroffen und ha t i i Salons o) fortgeseßt. A L "O : S: „Hansa“ i ¿ Tf j eiae A: „Hansa“ ist am 6. Juli in - Schanghaj

S. M. Kbt. „Luchs“ ist vorgestern von S j Tschingkiang in See gegangen. ge! n Schanghai nah

__ Der heutigen Nummer des „Reichs- und Staatsanzeigers“ liegt als besondere Beilage das Verzeichnis des am 2-Juli d. J. gezogenen, zur baren Einlösung gekündigten Prioritäts- obligationen TIT. Serie; TII. Serie Lit. B und III. Serie

Lit. C 1. und 2. Emission der Bergis ch-Märfki E, bahngesellschaft bei. gish-Märkischen Eisen-

' Württemberg. Die Kammer der Abgeordneten hat, „W. T. B.“

huifolge, vorgestern das Landtagswahlgeseß unter Zu-

timmung zu den Beschlüssen des anderen Hauses mit 45 gegen

1 Stimme angenommen. Bei der dann folgenden Berat der_ Gemeindeordnung hat das e mit 10 Tai 21Stimmen bei 1Stimmenthaltung die Bestimmung, daß die Ab- E ibt x O E die nah dem 1. Januar alten Vrtsvorsteher rückwirkend r : erhalten, im übrigen ay bien ber Erstes Ma

zugestimmt und hierauf die Gemeindeordn inftimúta an- genommen. ung einstimmig an-

en Beschlüssen der Ersten Kammer

| : Baden. Die Erste Kammer hat vorgestern, „W. T. B.“ zufolge,

die Schulvorlage nah den Beschlüssen der 2weiten K angenommen. Die Vorlage wird d C Hammer

/ f Hamburg. Die Bürgerschaft hat vorgestern, wie das „W. T. B.“

berihtet, den Antrag Engel, betreffend die Wiederauf- rihtung der Sti. Michaeliskirche, gegen die Sie, der Sozialdemokraten, sowie den Antrag des Senats auf Be- willigung von rund 7 Millionen Mar zurUmgestaltung der Trinkwasserzuführungsanlagen aus hygienishen

Gründen unter Abschaffung der i L Wasserreservoirs R h den Häusern befindlichen

Oefterreih-Ungarn.

arif der vorgestern abgehaltenen Schlußsißzung der Un-

hen Delegation interpellierte der elegierte Ra-

ovszky den Minister des Auswärtigen über den Grund d

Einstellung der Handelsvertragsverhandlungen mit Serbien; er fragte ferner, ob es wahr sei, daß als Bedingung für den Abschluß des Provisoriums gegolten habe, daß, wenn Geschüge bestellt würden, diese bei Skoda bestellt werden sollten, und endlih, welhe Schritte der Minister des

Auswärtigen zur \{leunigen Ï l Unte cob, OMARIna Dés ZOUkeRg E qui

Der S-ktionéchef von Müller erklärte in Beantwortung der

Anfragen, laut Bericht des „W. T. B.“, daß die Verhan

halb eingestellt worden seien, weil 2 ih C E L Serbien sich infolge der mit Bulgarien angeblich ab- geschlossenen Zollunion auf ganz anderer Grundlage befand als bei der Eröffnung der Verhandlungen angenommen wurde. Ferner sci Bedingung gewesen, daß die serbische Regierung während des Provisoriuums nichts unternehme was der Frage der Bestellungen präjudizieren könnte, es handle ih deshalb nit allein um Kanonen. Zum Schlusse erklärte der Sektionschef, die baldige Beendigung des Zollkriegs hänge ganz von En ab, da Serbiens Antwort die gegenwärtige Lage herauf- eschworen habe, und versicherte, der Minister des Aeußern handle nur im Einvernehmen mit den beiden Regierungen. /

Der Jnterpellant erklärte sich durch die Antwort des

Ministers nicht zufriedengestellt, die Majorität der Deleaati nahm die Antwort des Ministers iobod zur Kenntnis Mit Eljenrufen auf den Monarchen wurde die Sißung geschlossen.

Der Ministerpräsident Dr. Wekerle beantwortete

vorgestern im ungarishen Abgeordnetenhause di - pallation, betreffend die Ursachen der Verl uee Sten Serbien, und bekämpfte zunächst die Aeußerung eines Mit- gliedes der ie daß der Zollkrieg den Rache-

gelüsten des Ministers des A i taat eußern Grafen von Goluchowski

Der Ministerpräsident führte im Laufe seiner Rede, wie das

„W. T. B.“ berichtet, aus, daß aus\{ließlich wirt Ü für die Sperrung der Grenze gegen S Ee Ee seien. Oesterreih-Ungarn habe für 71 Posten tes Zolltarifs Herab- legenen Vena Ten Die & jedoch nur bei 11 ungen eintreten lassen. Die Forderung auf Bestellung von Skoda- kanonen habe die Regierung fall i Cieubahnwagen, Lofomotiven : Fugelaien, dagegen die Lieferung von Da o der serbishen Ausfuhr nah Oesterreich- diese Ausgleichsforderung bereitet Os E edi E {hon während des Zollprovisoriums Erle GAsuNe gewünscht, die veterinär- polizeilih bedenklih gewesen seien. Für

Positionen Er-

tion und Petroleum ver e

chterungen für die Vieh- Fall, daß während des Provisoriums ein E ver Vertrag ver- S-angarisde on-

ustimmung der

Die Antwort des Ministerpräsidenten wurde mit großer

Mehrheit zur Kenntnis genommen.

Der un arl e Staatskassenausweis zeigt Í ür das 1. Quartal von 1906 ein Plus

Vorjahre. Gestiegen sind die Einnahmen aus den Ver- zehrungssteuern um 6 Millionen, aus dem Tabaksmonopol um 1,5 Millionen, aus den Staatseisenwerken um 4,2 Millionen, aus den Staatsbahnen um 3,2 Millionen und aus der Post- und Telegraphenverwaltung um 1,3 Millionen. Verringert {ind infolge des Exlex-Zustandes die direkten Steuern um 5,1 Millionen, die Gebühren um 2,3 Millionen.

Rußland.

Der Gouverneur von Grodno, Küster, zu dessen Amts- bezirk Bjelostok gehört, ist, „W. T. B.“ zufolge, abberufen worden.

Nach einer Meldung der „St. Petersburger Tele- graphenagentur“ \prach sich die Zentrumsfrafktion des NReichsrats, zu der fast die Hälfte sämtlicher Reichsrats- mitglieder gehört, in einer vorgestern abgehaltenen Sißung für eine Abänderung der bestehenden Gesehe über die Kom- petenz der Kriegsgerichte aus, beshloß jedoch, die Militär- geseße niht zu ändern.

Jn einer vorgestern in St. Petersburg abgehaltenen Versammlung, an der etwa 4000 Personen teilnahmen, wurde das Agrarprojekt der Arbeitsgruppe einer scharfen Kritik unterzogen. Alle Redner stimmten darin überein, daß seine Verwirklihung zu furchtbaren Folgen führen könne. Wie „W. T. B.“ meldet, wurde eine Resolution ge- faßt, in der der Plan als unausführbar bezeichnet und der Hoffnung Ausdruck gegeben wird, daß die Arbeitsgruppe ihren Plan fallen lassen und sich der sozialdemokratischen Arbeiter- partei anschließen werde. i

Gestern fanden an vielen Punkten der Hauptstadt politishe Kundgebungen statt, bei denen rote Flaggen mitgeführt und revolutionäre Lieder gesungen wurden. Auf der Nikolaibrücke und an einigen anderen Stellen hielten die Manifestanten die Straßenbahnen an und verlangten vom Publikum, daß es die roten Flaggen und die freiheitliche Be- wegung dur Entblößen des Hauptes begrüße. Das Publikum fam der Aufforderung nah. Kavalleriepatrouillen zerstreuten die Ruhestörer.

Ftalien.

Jn der gestrigen Sißung der Deputiertenkammer wurde die Regierung über die Rentenkonversion inter- pelliert.

Nach dem Bericht des „W. T. B.“ erklärte der Schaßminister in Erwiderung der Anfrogz, er werde den Hauptberiht über das Er- gebnis der Rentenkonversion bei Wiederaufnahme der Arbeiten der Kammer vorlegen. Er sei indessen glücklich, mitteilen zu können, daß, nachdem die Frist für die Rückzahlungsforderungen abgelaufen sei, von 8 Milliarden und 100 Millionen Kapital nur Rückzahlungen von ungefähr 1700000 Lire Kapital in Jtalien und von ungefähr 2 Millionen Lire Kapi!al im Auslande verlangt worden feien In der Summe der in Italien verlangten Rückzahlungen sei indessen 1 Million einbegriffen, die einem Fremden gehöre, sodaß italieniihe Inhaber italienisher Rente nur die Rückzahlung von 700 000 Lire verlangt hätten. Er sei auch glücklich mitteilen zu Xönnen, daß an den beiden wichtigsten Märkten für die italienishe Rente Paris und Berlin keine Nückzahlung verlangt worden sei. Der italienische Scha habe die große Finanzoperation ganz aus eigner Kraft über- nommen. Der Say habe \ich für alle Eventualitäten die Unter- stüßung zweier mähtiger Finanzsyrdikate gesichert, an deren Spiye das Haus Rotschild und die Banca d’Italia ständen. Aber diese Unterstüßung müsse lediglich als eine moralische betrachtet werden, wie es auch die äußerst kleine Ziffer der gefor- deten Rückzahlungen beweise. Sicherlih werde die Kammer diese NachriŸten mit Genugtuung aufnehmen, sie zeigten klar das große Vertrauen, deren si die italienishen Finanzen im Auslande erfreuten, und die ständig wahsende Wohlhabenheit des Landes.

Die Kammer vertagte sih sodann auf unbesummte Zeit. Vorher sprach der Präsident Biancheri dem Minister- präsidenten Giolitti und der Regierung unter dem lebhaften Beifall des Hauses den Dank der Kammer aus für die tat- kräftige Behandlung der Rentenkonversion.

Secbien.

Nach einer amtlihen Meldung hat die österreichisch- ungarishe Gesandtschaft am Freitag voriger Woche die serbishe Regierung durch eine Note verständigt, daß vom Sonnabend ab das Handelsprovisorium zwischen Oesterreih-Ungarn und Serbien aufgehört hat zu

elten. Gleichzeitig wurde der serbischen Regierung notifiziert, A die Einfuhr und Durchfuhr von lebenden Rindern, Schweinen, Ziegen, Schafen und Geflügel sowie von rohem und bearbeitetem Fleish aus Serbien verboten ist. Die serbische Regierung hat beschlossen, in einem Blaubuche alle auf den Zollkonflikt Bezug habenden amtlihen Dokumente zu ver- öffentlihen und der Skupschtina, die gestern zusammengetreten ist, vorzulegen.

Bulgarien.

Der neue griehishe Bischof von Varna Neophytos ist vorgestern früh mit dem österreichishen Dampfer „Gorizia“ in Varna eingetroffen. Ungeachtet der getroffenen Vorsichts- maßregeln durchbrach, wie das „W. T. B.“ meldet, die Volks- menge die Polizeikette und empfing den Bischof mit Stein- würfen. Dieser sah sih daher gezwungen, die Rückreise an- zutreten.

Norwegen.

Gestern nahmittag ist der Kaiser Wilhelm an Bord der „Hamburg“ in Drontheim eingetroffen. Kurz nach der Ankunft des Kaisers begab ih „W. T. B.“ zufolge der König Haakon zur Begrüßung seines hohen Gastes auf das Kaiser- hi}. Nach längerem Verweilen in der Kajüte gingen die beiden Monarchen an Land und fuhren nah dem Stiftshof, wo der Kaiser von der Königin begrüßt wurde. Nachmittags besichtigten der Kaiser Wilhelm und der König aafon den Dom und fuhren darauf wieder nah dem Stiftshof, wo Gala- tafel stattfand, bei der zwischen den beiden Monarchen Trink- sprüche gewechselt wurden. Um 11 Uhr kehrte der Kaiser an Bord der „Hamburg“ zurü.

Afrika.

Wie die „Daily Mail“ aus Alexandria erfährt, sind angesichts NETIONE einer pan-islamitishen Bewegung Befehle nah Malta und Gibraltar gegeben worden, Truppen A M halten zu möglichst sofortiger Beförderung nah

egypten. /

Nach einer Depesche des „W. T. B.“ haben die Truppen in Natal im Distrikt Umwoti eine Streitmacht der Ein- geborenen vollständig umgnget und geschlagen. Der Verlust der Eingeborenen betru 7 Tote, unter diesen befand sich der Papa Matshwili; nur sehr wenigen gelang es zu ent-

ommen.

Statistik und Volkswirtschaft. Zur Arbeiterbewegung.

Eine zahlrei® besuchte Versammlung Berliner Glaser- gehilfen (val. Nr. 158 d. Bl.), die am Sonnabend stattfand, beauftragte, der „Voss. Ztg.“ zufolge, die Kommission, sämtliche Glaser- meister, die nit ausgesperrt haben, in einem Rundschreiben auf- zufordern, si binnen drei Tagen zu erklären, ob sie gewillt sind, auf der Grundlage der neuen Forderungen, sofort zum Zwecke des Ab- \{lufses eines Tarifvertrages in Verhandlungen einzutreten. Je nah dem Ausfall dieser Erklärungen wird sodann eine allgemeine Ver- sammlung der Gehilfen darüber Beschluß fassen, ob in den allgemeinen Ausstand einzutreten is oder niht.

In Merseburg hat, nach einer Meldung der „Köln. Ztg. “, ein Ausstand der Maurer, in Zeiß ein Ausstand der Zimmerer die Bautätigkeit zum Stillstand gebracht. :

Zu der von einigen Blättern gebrahten Nachricht über die Be- endigung des Auéstands der Hafenarbeiter in Duisburg wird der „Köln. Ztg.“ mitgeteilt, daß zwar die Soldaten, die Aushilfs- arbeiten verrihtet Haben, auf Einspruch des Gewerkschaftskartells zurückgezogen worden find, daß aber der Ausstand der Holzträger noch fortdauert. Die Arbeiter haben in einer Versammlung beschlossen, so lange im Ausstand zu verharren, bis der aufgestellte Tarif von allen in Frage kommenden Firmen unterschrieben worden set.

Der Schuzverband der baugewerblihen Betriebe Elberfeld-Barmen hielt, der „Rh -Westf. Zta.“ zufolge, am Freitag eine Vollversammlung ab, um zum Streik der Maurer, Zimmerer und.Handlanger Stellung zu nehmen. Nach den bisherigen Er- mittelungen beläuft fh die Zabl dec streikenden Maurer, Zimmerer und Handlanzer im Hochbau auf etwa 800, im Tiefbau auf etwa 1000 Arbeiter. Die Versammlung war von über 100 Mitgliedern des Squtzyerbandes besucht, die einstimmig beschlossen, mit Rücksicht auf die seitens der Arbeitgeber reicklich gemachten Zugeständnisse und auf den durchaus unmotivierten Abbruh der Verhandlungen durch die Arbeitnehmer, dem Streik seinen Lauf zu laffen.

In Hattingen waren zwishen den Bauunternehmern und Bauarbeitern Meinungsverschiedenheiten ausgebrochen, die zu einem Ausstand führten. Jett haben si, der „Köln. Ztg.“ zufolge, die Unternehmer von Hattingen dem Ortsverein Essen des UArbeitgeber- bundes angeschlossen. In einer auf den 3. Juli anberaumten Zu- sammenkunft der Vertreter der Unternehmer und der Arbeit- nehmerorganisationen nach Hatiingen, die unter Leitung des Betgeordneten Dr. Wiedfeldt, Essen stand, wurde nah längerer Be- ratung beschlossen, den ganzen Kreis Hattingen in den Geltungtbereih des nah dem großen Kampfe im Baugewerbe in Essen abgeschlossenen Tarifs einzubeziehen. Dieser lautet: Die regelmäßige Arbeitszeit währt zehn Stunden. Der Stundenlohn für Maurer und Zimmerer beträgt vom 1. Juli d. F. ab 52, am 1. April 1907 ab 53 und vom 1. Juli 1907 ab 54 s. Für Bauhilfsarbeiter ist der Stundenlohn 10 geringer.

Von der am Mittwoch dur die Arbeitgeber beshlossenen Aus- \perrung der organisierten Maurer, Steinhauer und Hilfsarbeiter Nürnbergs sind, wie dasselbe Blatt mitteilt, bisher gegen 2000 Arbeiter betroffen worden. Die Aussperrung wird au in der kommenden Woche noch Haa, Von Einigungsverhand- lungen is weder bei den Arbeitgebern noch bei den Arbeitnehmern bisher die Rede. ; 4

Fn Würzburg ist, wie die „Frkf. Ztg." erfährt, ein Ausstand der Maurer durch Vermittlung des Gewerbeamts beendet worden, nachdem den Arbeitern eine kleine Lohnerhöhung bewilligt worden war.

Wohlfahrtspflege.

Eine von dem Generalsekretär, Oberstabsarzt a. D. Dr. Nietner- Berlin verfaßte kurze Uebersicht über seine Tätigkeit in den leßten zehn Jahren seßt das Deutsche Zentralkomitee zur Errichtung von Heilstätten für Lungenkranke seinem nun- mehr im Druck ecschienenen Tätigkeitsbericht für 1905 (vgl. Bericht über die Generalversammlung am 31. Mai d. I. in Nr. 128 d. Bl.) voran. Den ersten Schritt zur heutigen Organisation bildete da- nach eine vom Reichskanzler Fürsten zu Hohenlohe-Schillings- fürst auf den 21. November 1895 einberufene Versammlung, in der unter seinem Vorsiß über den Stand der S{windsuchtsbekämpfung in Deutschland und die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen beraten wurde. Im Verlauf dieser Beratungen ergab ih das Bedürfnis, diesen gemeinnützigen Bestrebungen möglichst Verbreitung und einen zentralen Rückbalt zu geben. So wurde denn die Bildung eines unter dem Ehrenvorsiß des Fürsten stehenden „Deutschen Zentralkomitees zur Errichtung von Heilstätten für Lungenkcanke“ beschlossen und ein Ausschuß mit den Vorarbeiten beauftragt. Mit der Leitung des Komitees wurde ein Präsidium von fünf Herren betraut, dem zur Erledigung der laufenden Arbeiten und zur Vorbereitung der Präsidialgeshäfte ein Verwaltungsrat von sieben Mitgliedern beigegeben wurde. Der im Herbst 1896 einzuberufenden ersten Generalversammlung wurde die Wahl eines weiteren Aus\husses überlassen. Am 10. Januar 1906 wurde die erste Sitzung des Verwaltungsrats abgehalten, der am 12. Januar die erste gemeinshaftlihe Sißzung des Präsidiums und des Verwaltungsrats folgte. Infolge der ergangenen Aufforderungen haben sch während des Vorbereitungsjahres 400 Mitglieder an- gemeldet, und es gingen beim Schaßmeister rund 400 000 M ein. Die Bestrebungen des Zentralkomitees fanden die dankenswerte Unter- stüßung der Behörden, namentlich bei dem Kaiserlichen Gesundheits- amt und dem Reichsversicherungsamt. Die Leitung des Zentral- fomitees trat soyleih mit den im Reiche {on vorhandenen Heilstättenvereinen. in geshäftlihe Beziehungen. In Berlin waren es der Berlin-Brandenburger Heilstättenverein und der Volksbeilstättenverein vom Roten Kreuz, die ungefähr gleichzeitig mit dem Zentralkomitee ins Leben getreten waren und sich an dessen Gründung lebhaft beteiligten. Beide Vereine haben in den verfloffenen zehn Jahren in bestem Einvernehmen und mit glänzenden Ergebnissen mit dem Zentralkomitee zusammen gearbeitet und segens- reih gewirkt. Auf dieser Verbindung der Interessen der gemeinnüßigen Vereinigungen mit denjenigen geseßliher Institutionen, wie sie durch die Allerhöchste Botschaft Kaiser Wilhelms des Großen vom 17. No- vember 1881 angebahnt ist, beruht in der Hauptsache die hnelle und

ünstige Entwicklung der Sundern in Deulschland. Die Arbeit galt in den ersten Jahren in erster Linie der Fürsorge und Heilung für die bereits Erkrankten, noch heilbaren Lungenshwind- süchtigen und bewegte sih infolgedessen in drei Richtungen: 1) Errich- tung ven Heilstätten, 2) Tren für die Familien der Heilstätten- pfleglinge, 3) Arbeitsvermittlung für die Heilstättenentlafsenen.

Mit Hilfe der Mittel, die die Privatwohltätigkeit au gebracht hat, und insbe}ondere der großen Summen, die die Landesversicherungs- anstalten auf Grund des § 18 des Gesezes vom 13, Juli 1899 zur Verfügung gestellt haben, is es gelungen, in der kurzen Zeit von zehn Jahren über ganz erl and ein Neß von nunmehr 85 Volksheil- stätten für Erwachsene mit mehr als 8000 Betten und 14 Heilstätten für tuberkulöse Kinder mit rund 500 Betten herzustellen. Ca bestehen jeßt in Deutschland 54 Kinderanstalten, die durch Aufnahme \frofulöser und {chwächliher Kinder, zum Teil nur während der Sommermonate, indirekt der Tuberkulosebekämpfung dienen. Zur Er- rihtung von solhen Anstalten hat das Zentralkomitee die Summe von 14 Millionen Mark als Beihilfe gewäh1t. Neben den Volks- heilstätten, die in der Hauptsache die Unterbringung von unbe- mittelten oder minderbemittelten heilbaren Lungenkranken bezweckten, entstand eine große Zahl von Privatheilanstal ten (36 mit etwa 2200 Betten) für die begüterten Stände, die au zum Teil Minderbemittelten Aufnahme gewähren. Eine wesentlihe Unter- stüßung fand die Heilstättenbewegung durhch die DNOENe des Preußischen Ministeriums der geistlichen 2c. Angelegenheiten vom 28. Dezember 1897, in der aus Anlaß eines utachtens der wissenshaftlihen Deputation für das Medizinalwesen au auf die Bedeutung der Schwind u@tobekämpsung im Wege der Errichtung von Volfsheilstätten hingewiesen wurde. Die Grundlage für die Be-

handlung in den Heilstätten bildet nah wie vor die von Brehmer

und Dettweiler eingeführte hygienis{- diätetische Behandlurgéweise, die in der Hauptsache in möglichst ausgedehntem Aufenthalt in der freien Luft, dem rihtigen Maß von Ruhe und Bewegung bei reichs lier, leiht verdauliher Nahrung besteht. Daneben werden in den Anstalten teilweise die Hetol- und die Tuberkulinbehandlung ange- wendet, letztere in ftetig zunehmendem Maße. Aus dem Jahre 1898 ist noch hervorzubeben, daß eine beträhtlihe Anzahl größerer Stadt- gemeinden in der Erkenntnis der Wichtigkeit der Bestrebungen des entralkomitees diesem als Mitglieder mit zum Teil beträchtlichen Beiträgen beigetreten sind. Im Jahre 1899 bildete den Mittelpunkt der Tätigkeit des Zentralkomitees die Organisation und die Durführung des denk- würdigen ersten „Kongresses zur Bekämpfung der Tuber- fulose als Volkskrankheit*, der in Berlin vom 24. bis 27. Mai unter dem Protektorat Ihrer Majestät der Kaiserin und dem Chrenvorsig des Reichskanzlers Fürsten zu Hohenlohe-Schillings- fürst abgehalten wurde. 29 europäische und außereuropäishe Länder waren dabei vertreten. Die Urteile des In- und Auslandes stimmten rückhaltlos darin überein, daß dieser Kongreß in der Geschichte der Tuberkulose und der gesamten Volksgesundheitspflege ein Markstein und für die weiteren Forshungen und Maßnahmen auf diefem wichtigen foztal-bygienishen Gebiete den Beginn einer neuen Epoche bildete. Die Verhandlungen des Kongresses sind in einem vom Generalsekretär, Professor Dr. Pannwih bearbeiteten und vom Zentral- komitee berausgegebenen offiziellen Beriht noch in demselben Jahre der Oeffentlichkeit übergeben. Schon im Frühjahr 1900 fand vom 25. bis 28. April ein Jnternationaler Tuberkulosekongreß in Neapel statt, der von seinen Veranstaltern direkt als eine Lt sezung des Berliner Kongresses bezeichnet wurde und der 1200 Teil- nehmer versammelte. Im Jahre 1901 folgte ein zweiter r kongreß in London; ein Beweis, welhe Wichtigkeit auch das O der internationalen Behandlung der Tuberkulosefrage egte. |

Eine wesentlihe Erleihterung und Vervollkommnung erfuhr die L Er am 1. Januar 1900 dur das Inkrafttreten des

nvalidenversiherung8geseßes vom 13. Juli 1899, das vor allem eine Reihe neuer Bestimmungen für die vorbeugende Unter- bringung tuberkulös Eifkrankter in Heilstätten und für die Unterstüßung ihrer Angehörigen brahte. Das Zentralkomitee, dem durch Aller- böte Kabinettsorder vom 22. April 1899 die Nechte einer juristischen Person verliehen war, wurde durch Ministerialerlaß vom 30. April 1900 als niilde Stiftung anerkannt.

Zur weiteren Aufklärung des Volkes über das Wesen der Tuberkulose waren gelegentlich des Tuberkulosekongresses 1899 4000 4 für eine populäre Schrift angeseßt worden. Unter den 81 ein- gegangenen Arbeiten wählte eine besondere Pg oos die des Dr. S. A. Knopf-New York: „Die Tuberkulose als Volks- krankbheit und deren Bekämpfung“ aus. In einer Sißung vom 13. Oktober 1900 be\{loß das Präsidium, die Schrift in eigener Verwaltung herauszugeben und dadurch bei billigster Fre elsepung für die weitestgehende Verbreitung zu sorgen. ie Preisschrift, die

übrigens in 21 Sprachen überseßt ist, ist bis jeßt in 450 000 Exem- ee pg worden. m

ahre 1901 wendete das Präsidium, da die Zahl der Heil- stätten ziemlih groß geworden war und von einer erneuten Agitation für die Anstalterrihtung abgesehen werden konnte, seine Aufmerksam- keit den bereits im Vorjahre Baum auf Veranlassung des kürz- lih verstorbenen Dr. Wolf Becher und seines Freundes R. Lennhoff in Berlin eingeführten Walderholungsstätten zu, deren Her- stellung zunächst durch leihweise Hergabe von Dötkerschen Baracken unterstüßt wurde. Es bestehen bis jeßt in Deutschland einige 50 Walderholungsstätten. Das Zentralkomitee hat für diese bisher 91 Dôtershe Baracken leihweise und 131750 # als bare Beihilfen in Raten von durhscnittlich 5000 6 gegeben. Eine besondere An- erkennung seiner erfolgreihen Bestrebung durfte das Zentralkomitee im Jahre 1901 in der erstmaligen Zuwendung eines Au eduieo aus NReichsmitteln in Höhe von 60000 X erblicken. Derselbe Zuschuß ist bisher alljährlih weiter gewährt worden. En

Mit der vermehrten Zahl der in Betrieb geseßten Heilstätten stellte fich namentlich behufs Ermöglihung einer einheitlichen Heilstättenstatistik und des persönlichen Gedankenaustau ches über wissenschaftlihe und Verwaltungsfragen als dringendes Bedürfnis heraus, mit den leitenden Aerzten in persönliche Beratung einzutreten. Es wurde desbalb vom Zentralkomitee erstmalig im Oktober 1901 ein dreitägiger Informationskursus der Heilstättenchefärzte veranstaltet, an dem sich auch eine Anzahl von Vertrauensärzten beteiligten. Später traten an die Stelle dieser Informationskurse die Tube r- kulose-Aerzteversammlungen, die zum ersten Male vom 1. bis 3. November 1903, dann vom 24. bis 26. November 1904 statt- fanden und vielfach zur Klärung wissenshaftliher und praktischer Fragen wesentlich beigetragen haben. Die Verhandlungen dieser Ver- sammlungen sind vom Zentralkomitee in besonderen Berichten heraus- gegeben worden. Eine große Freude wurde 1902 dem Komitee da- durch zuteil, don Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und die Großherzogin von Baden ihm als Mitglieder beigetreten find, und dadur dem besonders lebhaften Interesse Ausdruck gegeben haben, das man im Sxokbertogtum Baden insbesondere unter Mitwirkung des weitverzweigten Badischen Frauenvereins vom Roten Kreuz der Tuberkulosebekämpfung widmet. Durch Schaffung von besonderen Tuberkuloseaus\hüssen, deren €s jevt 85 gibt, als bteilungen dieser Organisation, ist sogleih ein großes Ney von über das ganze Land verbreiteten Vereinigungen geschaffen worden, die sich lediglich der Tuberkulosebekämpfung widmen. -

Einen Markstein in der Ml E des Jahres 1902 bildet die Konstituierung des Internationalen Zentralbureaus zur Bekämpfung der Tuberkulose. Nach den vorbereitenden Arbeiten, denen \sich die Herren Minifsterialdirektor Dr. Althoff, Geheimrat B. Fränkel, Geheimrat Gerhardt, Geheimrat von Leyden und Professor Dr. Pannwiy unterzogen, konnte in den Tagen vom 22. bis 26. Oktober 1902 die envgage Konstituierung in der Tuberkulosekonferenz zu Berlin stattfinden. Zum Vorsitzenden des Zentralbureaus wurde der Professor Brouardel-Paris

ewählt. Das Bureau hat alljährlich }eitdem Sißungen des Engeren

Rats in Paris, Kopenhagen und wieder Paris abgehalten. Bei der Engeren Rat-Sitzung, die gelegentlich des Internationalen Tuberkulosekongresses 1905 in Paris Hattsand, hat das Zentralbureau einen neuen Namen: „Internationale Ver- einigung gegen die Tuberkulose“ und die neue Satzung an- genommen. Es gehören ihr jeßt 21 Länder an.

Aus der Ausstellung, die gelegentlih der Tuberkulosekonferenz im Oktober 1202 im Abgeordnetenhause veranstaltet war, ist legt das Tuberkulosemuseum entstanden, Dem Museum ist vom : eihs- amt des Innern ein geeigneter Raum im Vordergebäude der ständigen Ausstellung für Arbeiterwohlfahrt (Charlottenburg, Sraunhofer- straße 11/12) überwiesen worden. Die im Museum ausgestellten Gegenstände werden vorzugsweise als Anschauungsmaterial bei den ebenfalls vom Zentralkomitee veranstalteten populären Vorträgen über Tuberkulose verwendet.

Jn den folgenden Jahren 1904 und 1905 hat das Zentralkomitee sih vorzugsweise den Verhütungsmaßregeln gegen die Tuberkulose zu- gewendet. Die Fürsorgestellen haben eine große Ausdehnung an-

enommen; es sind bis jeßt etwa 65 vorhanden, An 13 von diesen at das Komitee 15300 (4 Beihilfe gegeben. Im übrigen sind die Geschäfte unter stetizem Anwachsen der zu bewirkenden Arbeit in gleiher Weise fortgeführt worden. Es werden durchs{chnittlich monat- lich Präsidia sißungen im Reichsamt des Innern unter dem Vorsiß des Staatsministers Dr. Grafen von Posadowsky. Wehner abge alten. Alljährlich findet im Frühjahr die Generalversammlung statt, und nach Bedarf in Verbindung mit dieser Siyungen des Ausshuses. Die Verhandlungen dieser Sizungen sind ebenfalls vom Zentral- komitee veröffentliht und den Mitgliedern übersendet. Dauernd hat ch das Zentralkomitee des Wohlwollens der erlauhten Pro-

ftorin rer Majestät der Kaiserin, zu erfreuen gehabt, R Ae in aae Weise Ihr Interesse an der Tubertu ose- bekämpfung zu erkennen gegeben hat. Die Bestrebungen des