1906 / 227 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Dies wird nach den Bestimmungen in den 88 9, 12 und ffff. der Reichs\huldenordnung vom 19. März 1900 (Reichsges.-Bl. S. 129) und im $ 17 des preußischen Geseßes vom 24. Fez bruar 1850 (Ges.-S. S. 57) zur öffentlichen Kenntnis gebracht.

Berlin, den 21. September 1906.

Neichs\huldenverwaltung. von Bitter.

Am 16. Oktober d. J. wird in Cham (Oberpfalz) eine Nürnberg abhängige eneinrihtung und be-

oon der Neichsbankstelle in banknebenstelle mit Kass \<hränktem Giroverkehr eröffnet werden.

Neichs-

Königreich Preußen.

Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den Oberregierungsrat von Tz\choppe in Potsdam und den Verwaltungsgerichtsdirektor Dr. Dieckmann in Köslin

zu Oberverwaltungsgerihtsräten zu ernennen,

dem etatsmäßigen Professor

gierungsrat und

dem Kreisschulinspektor im Nebenamt, Stadtschulinspektor Dr. Richard Lorenz zu Berlin den Charakter als Schulrat mit dem Range eines Rats vierter Klasse zu verleihen sowie

infolge der von den Stadtverordneten und den unbe- zu Fulda in gemeinschaft- Wahl den Fabrikdirektor Lorenz albleib daselbst als unbesoldeten Beigeordneten der Stadt Fulda für die geseßlihe Amtsdauer von se<s

soldeten Mitgliedern des Magistrats licher Sißung getroffenen Michael H

Fahren zu bestätigen.

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen

und Forsten. Dem Tierarzt,

zu Verden übertragen worden.

an der Technischen Hochschule in Aachen Otto Köchy den Charakter als Geheimer Re-

Stabsveterinär Reinländer in Olden- burg is die kommissarishe Verwaltung der Kreistierarztstelle

Nichlamkliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 2°. September. 93. d. M. verstarb während eines Erholungsurlaubs

Am

in Gotha nah kurzem Leiden im 52. Lebensjahre der aurat Bohnstedt, vortragender Rat in der Hochbau- Arbeiten. Mit

seinem unerwartet frühen Hinscheiden hat die Staatsbauver-

9. seines Vaters, Malers,

auf ihn \<on,coëitiootufs bestimmende \erische, L Ui Ma bee Eltern nah - Gotha( Einjl

für : T T

eime dieitung des Ministeriums der öffentlichen

waltung einen s<hweren Verlust zu beklagen.

Alfred Woldemar Bohnstedt wurde am in St. Petersburg geboren. Jm Hause eines hochbegabten Architekten und...

ora Gymnasium Ernestinum- und Fn dem Reife

Die für

der Bauak ie in. Berlin. legte

‘dienst vorgeschriebenen Prüfungen ‘Erfolge ab, begann nach

er

furt a. M. in mehrjähriger Praxis reihhe Gelegen- heit zu fünstlerishem Schaffen. Im November 1890 wurde er zum Hofbauinspektor ernannt und mit-

beteiligt an der Ausarbeitung der Entwürfe und bei Ausführung für den Umbau des Königlihen Schlosses in Berlin. Jm Januar 1892 schicd er aus der Hofbauver- waltung wieder aus, um der Berufung des Ministers der Entsendung zur Botschaft in Paris ausersah, Folge zu leisten. Jn dieser Jahre hindur< erfolgreich

öffentlihen Arbeiten, der ihn für die

bevorzugten Stellung is er se<s tätig gewesen. Baurat befördert, ward er der dann im August 1900 der egierung hohbautehnisher Referent überwiesen.

lihe Bewährung in diesen Aemtern Daß ex im. April 1900 n

in

seine neuen und großen Aufgaben eingearbeitet, seinem Schaffen ein allzu frühes Ziel seßte.

Sicheres Urteil, gründlihe und vielseitige Kenntnisse, prafktisher Bli> und künstlerishe Begabung vereinigten sih in ihm mit einem gewinnenden Wesen und edlem Charakter. Berufsfreudig hat er in allen Stufen seiner Laufbahn seinem

Könige und dem Staate treue Dienste geleistet, ehrendes Andenken sichern.

Der Kaiserlihe Gesandte in Christiania Dr. Stuebel ist vom Urlaub auf seinen Posten zurückgekehrt und hat die

Geschäfte der Gesandtshaft wieder übernommen.

Laut Meldung des „W. T, B.“ ist S. M. S. am 22. September in Kiukiang am Yangtse cingetroffen und

0e A dort nah Nanking abgegangen. Samshui am Hsikiang (Westfluß) eingetroffen.

. M. Flußkbt. „Vaterland“ ist am 29. September in Tschangte am Juenkiang eingetroffen und gestern strom-

aufwärts gedampft.

In der Ecsten Beilage „zur heutigen Nummer des „Reichs-

und Staatsanzeigers“ werden Nachrichten Stand der Kartoffeln, des Klees, der L

lo zeugnis entlassen, zum Studium Des Baufachs an den

einer Studienreise Vereinigten Staaten von Amerika seine Tätigkeit als Regierungs- baumeister im Jahre 1882 zunächst in der Bauabteilung des Ministeriums der öffentlihen Arbeiten und fand dann als Bauleiter beim Neubau des Gerichtsgebäudes in Frank-

Im September 1898 zum Regierungs- o in Minden und so- $

Seine führte das Ministerium berufen und am 16. August desselben Jahres zum vortragenden Rat ernannt wurde. Hier lag ihm das wichtige Referat über die Regierungsgebäude ob. Mit freudigem Eifer hatie er sich in

Flußkbt. „Tsingtau“ ist am 22. September in

Ge-

April 1854

wirkten die

Staats- mit bestem dur<h die

der

und

als vortreff- dazu,

Cassel

als der Tod

die ihm ein

La guar:

über den uzerne und |!

der Wiesen im Deutschen ) ite Monats September 1906, zusammengestellt im Kaiserlichen

Statistishen Amt, veröffentlicht.

Landtages wurde, , ohne

Neich um die Mitte des

Braunschweig. In der heutigen Sihung des Braunschweigischen W. T. B.“ zufolge, einstiramig und Debatte folgende Resolution angenommen-

Mit dankbarster Anerkennung der vielfacen und hohen Segnungen-

die das brauns<weigishe Land der Herrschaftsführung seines verewigten Regenten verdankt, vermag die Landesversammlung {ih glei<hwohl der Ansicht nicht zu verschließen, [ im Gesetze vom 16. Februar 1879 vorgesehenen Provisortums dem inneren Frieden und damit der Wohlfahrt des würde. [ [ des Einverständnifses der Einwohnerschaft des Landes für verfichert, die durhweg von dem lebhaften Wunsche beseelt ift, baldigst eine endgültige Ordnung der Regierungsverhältniffe herbeigeführt zu sehen. Die Erreichung dieses Zieles haben bisher die Gegensäte verhindert, roelche ¡wien der Krone Preußens und Linte des braunschweigishen Herzogshauses, deren Rechte in bezug auf den braunshwzigishen Thron durch die neue Landfchaftsordnung gewährleistet werden, desteren und 20 R um Ausdru> gebra ind. n diesen S nach der einen oder anderen Richtung hin Stellung zu nehmen; daß f Hérzogtums, und r i den gegenwärtigen Zeitpunkt für geeignet, eines neuen ständiger Stelle seitigung der die / erzogtums i : Dtr ständlich Fm Vertrauen auf den hohherzigen Sinn Seiner Da ab l eiu l zh zu Brauns<weig und Lüneburg gegenüber dem berechtigten An- spruche des Landes auf baldige endgültige Entscheidung richtet daher die Landesversammlung an den hohen

daß eine längere ungewisse Fortdauer des

Herzogtums nicht förderlich sein

Die Landeêversammlung hält si bei Abgabe dieser Erklärung

dem derzeitigen Haupte der jüngeren

des Bundesrats vom 2. Juli 13835 E3 liegt der Landesversammlung fern,

liegt jedo ohne Frage im Interesse des hält daher für geboten und daß nicht sofort zur Wahk zunächst an zu- auf eine Be- Daß dabet und des müsen,

e vershwinden, die Landeéversammlung

geschritten, vielmehr der Versuch gema&t werde, vorgedahten Gegen}äße hinzuwirken. des Neiches einerseits voll gewahrt bleiben

egenten

berechtigten Interess en andererseits

Deutschen Kaisers und Königs von Preußen und das Seiner Königlichen Hoheit des Herzogs von Curnberland

Negentschaftsrat den Antrag:

„Den Reichskanzler als Vorsizenden des Bundeérats zu ersuchen,

die zur Beseitigung der bezeichneten Gegensäße geeigneten Schritte zu tun und zugleich diese Resolution {hen Staatsregierung und \ e j von Cumberland urd zu Braunschweig und Lüneburg zu bringen.

Nach Annahme der Resolution vertagte sich der Landtag. | E | O s Staatsbehörden, sondern au< Gemeindeverwaltungen, Vereine, Gesell

zur Kenntnis der Königlich preußi- Seiner Köntglichen Hoheit des Herzogs

Deutsche Kolonien.

Aus Windhuk in Mt S wird, W. T. B.“ zufolge, amt ih gemeldet:

Win T cin find A Berbewabe bei Groendorn südli von den Kleinen Karasbergen gefallen: Gefreiter Wilhelm Bade, geboren am 11. 12. 1883 zu Liegnitzec Vorwerk, früher im Ulanen- regiment Nr. 1, und Gefreiter Gusis Fonuschat, geboren am 14. 9. 1880 zu Großpelken, früher im Dragonerregiment No l Am 11. September is südli von Warmba>ies Gefreiter Emil

uet\<hke, geboren am 29. 4. 1879 zu Dresden, früher im In- e Nr. 76, verwundet worden (Schuß in reten Unterarm).

pr E L j « p f F Ne Fd C ur-S I reife: R A ese creihU garn.

Der Wahlreformausshuß verge hat gestern gemäß ‘der Regierungsvorlage die Paragraphen 17 bis 21 der Reichsratswahlordnung angenommen, die fih mit der Bestellung des Wahlkommissars und seiner Befugnis, mit der Zusammenseßung der Wahl- kfommissionen sowie den Entfcheidungen derselben über die Zulassung zur Stimmenabgabe und die Gültig- feit der abgegebenen Stimmen befassen. Jn dem Sub- fomitee des Wahlreformausshusses zur Beratung des Antrags Starzynski, betreffend Abgrenzung der Kompetenz der Neichs- und Landesgeseßgebung, beantragte nah dem

Bericht des „W. T. B.“ der böhmische konservative Groß- |- Rubelobn im Falle der Invalidität.

grundbesizer Sajfert weitgehende, Starzynski weniger |

weitgehende Abänderung des Staatsgrundgesezes. Nach dem Antrag Sajfert soll die Kompetenz der Landtage auf die ge- samte land- und forstwirtschaftlihe sowie auf die Schul- gesezgebung ausgedehnt werden, auf die leßtere, sofern sie niht der Kompetenz des Reichsrats unterliegt. Ferner soll den Landtagen zustehen, die Anwendung der Sprachen bei den autonomen staatlihen Behörden zu regeln. Starzynski beantragte die Annahme einer Resolution, in der Direktiven für die Zuweisung geseßgeberisher Materie auf land- und forstwirtschaftlihem Gebiete an die Land- tage enthalten sind. Der Minifterpräsident Freiherr von Be> erklärte zu wiederholten Malen, die Regierung fönne aus mehrfahen Gründen feinem Versuche einer Ver- fassungsänderung zustimmen, insbesondere nicht, weil sie darin eine erneute Gefahr für die Wahlreform erbli>e, die eine drängende Hauptaufgabe des Hauses sei. Die Regierung halte dagegen die Abgrerzung der Kompetenz der Landtage auf land- und forstwirtschaftlihe Gesezgebungsgebiete im Wege der Starzynskishen Resolution für wünschenswert.

Rußland.

Die Sißungen der Konferenz, die darüber beraten soll, ob im fernen Osten wieder ein Freihafen (Wladiwostok) geschaffen werden soll, haben heute 1m Handelsministerium be- gonnen. Für den Freihafen haben s<, laut Meldung der „St. Petersburger Telegraphenagentur“, ausgesprochen alle Börsenkomitees im fernen Osten ebenso alle interessierten Stellen aller in Betracht kommenden Mächte im fernen Osten und die Börsenkomitees von St. Petersburg, Nishni Nowgorod, Tzaridzyn und Noworossijsk; dagegen alle übrigen Börsen- komitees im Reiche.

Das „W. T. B.“ verbreitet heute folgende Meldungen :

Bei Bornholm ist gestern, wi? das „Aftonbladet“ meldet, der Dampfer „Skandinaoien“ von zwei russischen Kriegsschiffen angehalten und die Ladung untersu<t worden. Es wurden 3000 Gewehre und eine Menge Munition gefunden. Sowohl dec Dampfer wie die Ladung wurden beshlagnahmt.

Gestern abend drangen in St. Petersburg einige junge Leute in die Wohnung etnes Haus8yverwalters, reten die Anwesenden in ein Zimmer ein und erklärten, daß vor der Tür dieses Zimmers eine Bombe niedergelegt worden set. Dann raubten sie Wertsachen,

fandbriefe und Wechsel im Betrage von 200000 Rubel, Die äuber entkamen. :

Die Forderungen dec politishen Gefangenen zu Makotow bei Warschau, betr fend bessere Ernährung und Behandlung, blieben un- berü>si{tigt. Die Gefangenen haben die Verweigerung der Annahme pon Nahrung aufgegeben.

“.

Spanien.

Obgleich die Ruhe in Katalonien wieder voll eaen [t ift, so find doch, nah einer Meldung des (V. Ler um allen Eventualitäten zu begegnen, die geplanten Many: verschoben worden. j er

Auf ciner Zusammenkunft kastilianisher Bauern ; Valladolid wurde, obiger Quelle zufolge, Protest chat gegen die vorübergehende zotlfreie Zulassung Le ländischen Getreides und eine Erhöhung der Getreidezölle gefordert.

Niederlande.

Der Finanzminister brachte in der Kammer einen (nj wurf zur Reform der Zollsäße ein, die, „W. T. Y.* y; olge, eine Mehreinnahme von 8 Millionen Gulden ergeben oll. Die Zu>ersteuer soll auf 10 Gulden pro Doppel: zentner herabgeseßt und die Steuer auf Wachholder: branntwein von 63 auf 90 Gulden für das Hektoliter er höht werden.

Amerika.

eitung“ meldet aus, New York, auf enstillstand verkündet worden,

Afrika.

Ein Telegramm aus Kapstadt bringt die Nachricht, daj zwei Engländer wegen der Lieferung von Waffen über die Grenze an die Hereros zu Geldstrafen von je 30 Pfund Sterling oder im Falle der Nichtzahlung zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden sind. Der Richter verurteilt, „W. T. B.“ zufolge, die Handlungsweise der beiden Leute in den schärfsten Ausdrü>ken und wies auf die Spannung der Beziehungen zu Deutschland hin, die voraussichtlih eintreten würde, wenn sol<he unerlaubte Handlungsweise nit scharf unterdrückt würde.

Die „Frankfurter Cuba sei gestern Waf

Statistik und Volkswirtschaft.

Die Invaliditäts- und Hinterbliebenenversicherung von städtischen Arbeitern.

Die Kranken-, Unfall-, Alters- und Invaliditätêverficherung der deutshen Arbeiter hat das soziale Empfinden für die Verbesserung der Lage der unbemittelten Volksklassen überall angeregt. Nicht nur

haften und Privatunternehmer fühlen die Verpflichtung, ihre A gestellten und Arbeiter gegen die Wechselfälle und Gefahren ihrer Ye- schäftigung zu <üßen und nit bloß Häuser, Fabriken, Masdhinn und anderes totes Inventar, sondern au< ihre lebendigen Arbeitétkräfte zu versichern und für deren Hinterbliebenen zu forgen.

Wie man aus dem amtlichen Bericht der Bremer Deputation ju Einführung einer Ruhelohubere<tigung und Hinterbliebenenversiherug für Arbeiter und Angestellte in staatlihen Betrieben erfährt, haben von deutshen Städten, soweit bekannt geworden ist, folgende für ihre Arbeiter Einri@tungen zu deren Versorgung im Fall der Invalidität getroffen: Aachen, Altona, Berlin, Braunshweiz, Breslau, Cannstatt, Gharlottenburg, Côln, Danzig, Darmstit, Dresden, Düsseldorf, Efsen, Elberfeld, Frankfurt a. M, Freiburg {.Br, Mey, Gießen, Heidelberg, Karlsruhe, Königsberg, Magdeburg, ainz, Mannheim, München, Nürnberg, Offenbach, Poscn, Spanday, Stnttaart, Um, Wiesbaden und Worms. Dabei laffen ih ¡wei

ver]Wtévcn> Spsirme, die von biesen Städtew zur Erreihung ihres Zwe>s angewandt worden sind, unterscheiden: Entweder wir den Arbeitern eine Pension ohne Re<tzanspruch gewährt, urd in diesem Fall trägt die Stadtverwaltung allein die Kosten der Ver ELEEE oder es fteht den Arbeitern ein gesegli<h geregelter n\pru<< auf Penfion zu, Be se die gesezlihe Verpflichtun haben, die Beiträge für ihre Versicherung in der Regel zur Hälfte selbst zu tragen, während die andere Hälfte von der Stadtverwaltusz übernommen wird. Für das erste, von den meiften Städten aw gewandte System ift Berlin vorbildli<, für das zweite München und in neuester Zeit Hamburg, dessen geseßliche Bestimmungen inde noh ni@t- in Kraft getreten find. Die bremische T putation hat von diesen beiden Systemen das zweite für das empfeblenswertere gehalten: Beitragspflicht der Arbeiter, aber dafür auhß geseßli<h geregelter Anspru W Sie führt in ihrem Veridt auz: Eine Penfion ohne Rechtsanspruh, alfo eine Pension, dert Bewilligung in dem Belieben dexs Beschäftigungsbehörde \têade, bat niht viel mehr Bedeutung als eine verbesserte Armenpflegt Sie wird von dem Arbeiter selbst wenig ges<ägt werden. Gine Pens dagegen, die der Arbeiter #S$ dur seine Beiträge selbst erworben ba und auf die er einen dur Geseh begründeten Anspruch erheben fans, wird bei den Arbeitern si derlelben Wertschäßung erfreuen dürfen, wie die reihs8gefeßli<h geregelte Invalidenversiherung. Zudem scheint es nicht ais wüns<endwert, daß. der Staat allein die Laster der Versorgung seiner Arbeitec trägt. Es wird ein befriedigenderer Jy ftand ges<affen, wenn die Arbeiter dur eigene Beiträge, wenn 8 unter Beihilfe des Staats, die Mittel für ihre Verficherung 09 EGrwerbsunfähtgkeit aufgebraht haben. Auch wird den Arbeitern allei auf diesem Wege eine Beteiligung an der Entfcheidung 1? NRuhelohnansprüche ermögliht, denn eine solche Anteilnahme wil sich bei einer Kasse, deren Mittel allein vom Staat aufgebraht wen nicht re<tfertigen lassen. Schließlih aber empfiehlt sich die Wos der Form einer Kasse mit Beitragszahlung deshalb, weil 10 eint möglichen Kollision mit der rei8geleulichen Invakidenrente am beta aus dem Wege gegangen wird, Ga Nach den Vorschlägen der Bremer Deputation sollen der Vet sorgungsfasse au<h die bei den Behörden angestellten Amittdientl, Kassenboten, Shreiber usw. angehören. Die Wartezeit, nad o Ablauf der Rußelohn gezablt werden darf, ist nah den Bremer ih!ägen auf fünf Jahre festgesest. Zwar beträgt die Warleitt den meisten Städten, welhe Unterstütßungseinrichtuugen für id Arbeiter besitzen, zehn Jahre; die Bremer Deputalion L ih aber der Auffassung Hamburgs angeshlossen, daz mit der t seßung der Warte;eit auf fünf Jahre dem Interesse der beitragtÞl tigen Arbeiter an ciner mögli<h| frühzeitigen Gewährung Ruhbelohns wie au< dem Interesse des Staats a f s Versorgung nur derjenigen Personen, die ihm eine ramhafte Zeit 2 Dienste aeleistet haben, am besten glei<mäßig Meng gee wird. Die Höhe des Ruhelohnes soll nah Ablauf der 4 jährigen Wartezeit 200 (A betragen, von da alle Jahre um y steigen, sodaß also na< weiteren 10 Jahren der Nuhelohn ? d beträgt; weiter soll der Ruhelohn nur um 5 jährlich steigen ü ¡u dem Höchstbetrage von 400 4, der mithin nah einen T raum von rund 35 Jahren erreiht scin wird, Zu dem Rue wird in den meisten Fällen für die Rentenempfänger 10 Reichsinvalidenrente hinzukommen. et In betref der Verteilung der Lasten schlägt der e Entwurf eine Verteilung zwishen den Versicherten und dem i im Verbältnis von 1 zu 2 vor und bestimmt, daß die Beil Kafsenmitglieder wöchentli< 22 S, der Zuschuß des Stan us Doppelte, also 44 $4 wöchentlih für jedes Kassenmitglied he sollen. f C

{e Der bremishe Entwurf gestattet ferner : allgemein die |! willige Fortversicherung aller aus der Versihett aus\<heidenden Personen, wenn sie wentgftens c A als versiherungspflihtige Mitglieder der Kasse angehört hu Zwar follen die freiwilligen Mitglieder, wie in Han!

anzen Beiträge, also unter Wegfall des Staatszus<husses, e t verpflichtet sein, do< erleihtert ihnen der vorliegende ntwurf diese Zahlung der Beiträge wesentli dadur, daß der Kosienuetwel lung auf ibren Antrag mit der Zah- sung der Hälfte der Beiträge bis auf weiteres, und zwar in der Regel þis zur Erlangung eines Nuhelohnes, befristet werden können, also nur zur Weiterzablurg von 33 &Z wöhentli< während der Dauer ihrer freiwilligen Versicherung verpflihtet sein sollen. Hierdur<h wird ¿s namentlich sol<hcn Personen, welche die Wartezeit annähernd zurü>- gelegt haben, bedeutend erleichtert, die Versicherung aufre<t zu er- halten, wenn sie wegen Wechsels der Berufsstellung, Fortzugs von Bremen oder wegen geminderter Arbeitsfähigkeit aus dem Arbeits- perhältnis zum Staate auszuseiden genötigt sind.

e von

Zur Arbeiterbewegung.

n einer gestern in Berlin abgebaltenen, aus den verschiedensten S des Reichs zahlreih besu<hten Versammlung des B uch- dru>ervereins wurde, wie die „Post“ meldet, einslimmig die Gründung eines sofort in Tätigkeit tretenden Arbeitgeberver- bandes für das Buchdru>kereigewerbe beschlossen.

Die Lohnbewegung der Konfektionsarbeiter in Mün>Gen- Gladbach (val. Nr. 229 d. Bl.) spiut sich, wie die „Rh.-Westf. Ztg.“ herihtet, immer mehr zu. Die Kleiderfabrikanten haben den geforderten einheitlichen Lohntarif abgelehnt und wiesen au<h eine gemeinsame Beratung mit den Arbeitervertretern zurü>. Es wurde ein Verband der Gladbacher Kleiderfabrikanten gegründet und eine Kommission mit der Prüfung der Lohnfrage beauftragt.

Zur Beendigung des Ausstandes der Maurer und Bauhilfs- arbeiter in Nürnberg (vgl. Nr. 226 d. B) meldet „W. T. B.*, daß gestern früh auf einigen Bauten die Arbeit zu den alten Be- dingungen aufgenommen wurde. Die Arbeitgeber wollen jeßt Zu- geständnisse machen, sie verlangen jedo< vorher den Abs<luß eines für längere Zeit gültigen Tarifvertrages.

Fn Leipzig beauftragten, wie die „Frkf. Ztg." erfährt, die Hetizungsmonteure und Rohrleger die Tarifkommission, wegen der nihtbewilligten Arbeitszeitverkürzung mit den Heizungsindustriellen zu verhandeln. Die Forderungen follen eventuell dur<h einen Aus- ftand erreicht werden. (Vergl. Nr. 219 d. Bl.)

Giwa 359 Arbeiter von drei Stuttgarter Pianoforte- fabriken sind, wie „W. T. B.* meldet, heute in den Ausftand ge- treten, nachdem die Arbeitgeber die von den Arbeitern geforderte Lohn- erhöhung von 1009/6 nicht bewilligt und es abgelehnt haben, mit der

Lohnkommission der Arbeiter zu verhandeln. In den übrigen Be- trieben wird vorläufig weiter gearbeitet (vgl. Nr. 219 d. Bl.).

Der Gesamtausstand in dec Eisenacher Fahrzeugfabrik (val. Nr. 218 d. Bl.) ist, wie der „Hann. Cour.“ berichtet, nah einer Dauer von über neun Wochen na< einem am Sonntag gefaßten Beschluß der Ausständigen beendet worden. Den Lohnklafsen mit unter 40 Z$ Stundenlohn wurde im allgemeinen eine Lohnerhöhung von 2 H die Stunde zugebilligt, fodaß für gelernte Arbeiter 38 und für Maschinen- und Hilfs- arbeiter 36 A4 Mindestlöhne für die Stunde erreiht werden. Im allgemeinen sollen Leute von 18—20 Jabren 32 4, solhe von 20 bis 21 Jahren 36 4 und ältere 38 Z Mindeststundenlohn erhalten. Sämtliche Ausständige werden in die alten Abteilungen wieder ein- gestellt und die abgezogenen Schadenersaßansprühe werden zurüd- erstattet. Die Ausständigen forderten ursprüngli<h 5 4 Lohnerhöhung.

In Hamburg beshlossen dem „W. T. B.“ zufolge die im Akkord beshâftigten Getreidearbeiter in einer am Sonntag abgehaltenen Versammlung, die Denn a des Arbeitsnahweises der Hamburger Reeder zu verweigern. Infolgedefssen- ruhte gestern auf zahlreihen Getreideschiffen die Arbeit. 4 :

Die Terxtilarbeiter Nordböhmens beschlossen, wie der „Frkf. Ztg.“ berihtet wird, den Streik bei den Firmen Münzberg, Bachheibl und Pietshmann aufre<tzuerhalten, ihn jedoh auf andere Firmen nit auszudehnen. - (Vgl. Nr. 229 d: Bl.)

10000 Kessels<miede am Clyde haben, wie der „Post" aus Glasgow telegraphieri wird, beshlofsen, zum 29. d. M. zu kündigen. Ee verlangen 5 9% Lohnerhöhung, was die Arbeitgeber rundweg ab- ebnen.

Der Ausstand in Grenoble (val. Nr. 222 d. Bl.) wird, wie „W. T. B.* meldet, als beendigt angesehen. Im Zusammenhang | mit den Ausfchreitungen der Ausständigen werden no< Verhaftungen

vorgenommen; ein bei den Unruhen dur einen Steinwurf verlegter Soldat ist gestern gestorben.

Land- und Forstwirtschaft. Ernteergebnis und Ernteaussichten in Rußland.

Das Kaiserliche Konsulat in Kiew berihtet unterm 17. d. M.* Häufiges Regenwetter hat au< weiterhin auf die Ernte {he<t ein- gewirkt und namentlih das bereits gemähte, aber no< auf dem Felde befindliche Getreide vielfah ges<ädigt, das rechtzeitige Dreshzn ver- hindert und die Güte der Körner herabgeseßt.

Das endgültige Ergebnis der Getreideernte ist folgendes:

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f

00A i Winterweizen | Sommerweizen Roggen Hafer Gerste E Gesamturteil | Qualität der Körner Podolien . . |_ Ueber mittel Mittelernte | Mittelernte Mittel- | Ueber mittel | Befriedigend | Ueber mittel | Größtenteils gut, In 4 Kreisen gut|JIn 3 Kreisen gut ernte | In 3 Kreisen in manchen Gegenden In 3 Kreisen | (1C0 Pud v. d. | | gut, in 2 unter aber au \<le><t nit ganz be- Defsjat.) | | mittel friedigend | Wolhynien .| Ueber mittel Mittelernte | Etwas unter Unter | Ueber mittel, | Befriedigend | Befriedigend | Vielfach dur die In 2 Kreisen | mittel mittel | in 2 Kreisen Näfse beeinträchtigt gut (100 Pud von | gut einer Dessjat.) | | | Kiew . . ._.| „Ueber mittel Unter mittel | Ueber mittel Mittelernte, Befriedigend | Mittelernte | Nicht befriedigend. Kreis Uman gut | Kreis Uman gut | in einzelnen Kreisen j Die Körner sind leicht (bis 155 Pud von (bis 135 Pud für unter mittel | und dunkel. Gut im der Dessjat.) die Dessjat ) | größten Teil der | Kreise Tschigirin und | Lipowe Tschernigow | Beinahe mittel [Nur in 2 Kreisen Nicht befriedigend,| Beinahe | Schlecht | Befriedigend | Unter mittel | Nicht befrie gend. (Im Kreise befriedigend, |inmanchen Kreisen} mittel Die Körner sind klein Gluchow nur [sonst unter mittel] nur 20 Pud und dunkel 30 Pud von d. | Polt Dee u fiel “|Sle@t, meistens|Gut (bis 120 Pud)| Shleht | S oltawa .. eber mittel |S{hle<t, meistens|Gut (bis 120 Pu e <leht Befriedigend |Sehr unglei i E E S gut rie! ¿Phelten\ ma eti E f BAOOE Mee 8 ud), în alle ud [der Kret'e Poliíawa i manchen Gegenden) [und Krements<hug | He Desser : aber nur 70 Pud| | (60—85 Pud) | | Mohilew. .| Mittel Mittel Mittel | Mittel | Mittel Mittel Mittel

Von den Zu>errübenfeldern standen in ganz Nußland in der Mitte des Monats August 65,5 v. H. gut, 27,9 v. H. be- friedigend und 6,6 v. H. s{<le<t, in den erwähnten se<s Gouverne- ments standen 69 v. H. gut, 25 v. H. befriedigend und 6 v. H. \{<le<t. Die Aussichten der Rübenzu>erernte wären glänzende, wenn niht wieder das andauernd nasse Wetter die Einbringung der Nüben sowie ihre Zufuhr zu den Fabriken zu beeinträhtigen drohte und Pom niht mit der Möglichkeit von Feldarbeiterausständen zu renen

äre.

Die Bestellung der Winterfelder ist unter den günstigsten Bedingungen erfolgt. Die Saat is überall glei<hmäßig und dicht aufgegangen. Vorläufig lafsen weder die Guts-, no< die Bauernfelder etwas zu wünschen übrig.

Die Hopfenernte in Wolhynien hat begonnen, wird aber dur< häufigen Regen oft unterbrohen. Man erwartet in bezug auf Beschaffenheit ein gutes, in bezug auf Menge ein nur mittleres Grgebnis, re<net aber troßdem auf ein besseres Geschäft als im vorigen Jahre, weil die Preise bereits bis 21 Rbl. pro Pud gestiegen sind und voraussihtli<h no<h weiter steigen werden

Ernteergebnisse in den Vereinigten Staaten von A merika in den Jahren 1905 und 1906.

Der Kaiserlihe Konsul in Seattle (Washington) berichtet unterm 30. v. M.: Nach amtlichen Berehnungen wird der Ertrag der diesjährigen amerikanisGen Ernte der reihen Ernte des Jahres

5 nur wenig nastehen. In Bruhteilen einer vollen Grnte aus- gedrüdt, ergeben si< für die Beschaffenheit der Getreidefelder und anderer wihtiger Bodenkulturen am 1. August für (1905) 1906 folgende Wertziffern: Mais (89 9/6) 88,1 9/9, Sommerweijen (89,2 9/0) 86,9 9/0, Hafer (90,8 °/6) 82,8 9/0, Gerste (89,5 9/9) 90,3 9/6, Roggen (92,6 0/0) 90,8 9/0, Buchweizen (92,6 9/0) 93,2 %/0, Tabak (86,7 9/0) 87,2 9/0, Kartoffeln (87,2 9/0) 89 9/0.

Der bereits geerntete Winterweizen hat na< vorläufigen amt- lihen Shätungen im Jahre 1906 sogar einen größeren Ertrag g-- liefert als im Jabre 1905. Er betrug im Jahre 1906 ca. 493è illionen Bushels3 oder 16,7 Bushel für den Aer gegenüber einem

rtrag von 14,3 Busbel für den A>er im Jahre 1905. Besonders reihen Ertrag verspriht die Heuernte sowie in den pazifishen Staaten die Hopfenernte. In den Staaten Washington, Oregon, Idaho, Montana and, Wyoming sind für sämtliche Getreidearten mit Ausnahme von eizen sowie für Kartoffeln, Fla<hs und Zu>errüben dur<weg Sraten zu erwarten, die über dem Durchschnitt der Gesamternte er Vereinigten Staaten von Amerika stehen. Die Weizen- [eider haben si< in den Staaten Oregon und Washington nfolge anhaltender Dürre in den lezten zwei Monaten _nicht o günstig entwideln können, wie nah dem vorzüglihen Stand

der Saaten im Juli dieses Jahres zu erwarten war. Me meisten bat der öôstli<h vom Kaskadengebirge ale eizendistrikt des Staates Washington von der Hiye gelitten. ährend

der Weizenfelder im Staate Washington 190 auf 35 Millioxen Busbels (3 Millionen mehr als im Jahre ei 9) veranshlagt wurde, wird jeßt angenommen, daß ledigli 75 °/o ate vollen Grnte, d. h. weniger als 30 Millionen Bushel Weizen - diesem Jahre erzielt werden. Es herrscht deshalb unter den Weizen- roduzenten des Staates Washington eine gewisse Enttäushung, und

anfangs Jult der Es 5

, versandt wird, dieses Jahr 2 Cents mehr kosten, daß die Arbeitslöhne ge-

stiegen sind und der Weizen durhweg leiter ist als im Vorjahre (\tellen- weise nur 502—54 Pfd. für das Bushel). Der Weizen ist danach zur Zeit im Staate Washington durhschnittli<h 16 bis 17 Cts. für das Bushel weniger wert als im vergangenen Jahre. Ueber den Stand der H opfenfelder in den pazifishen Staaten liegen durhweg günstige Berichte vor. Die Ernte hat in einigen Distrikten {hon be- gonnen. Die diesjährige Hopfenernte soll die gute Ernte von 1905 noh erhebli<h übertreffen. Die vom A>erbauamt in Washington zu- legt veröffentlichten Wertziffern des Getreides und anderer Boden- erzeugnifse in den genannten 5 Staaten lauten wie folgt:

Washgt. Oreg. Idah. Montan. Wyoming. Sommertweizen 75 82 90 93 96 Hafer . 88 95 96 92 94 Gerste 79 81 93 95 97 Mais . 83 93 89 94 88 Noggen . 98 92 98 94 100 Kartoffeln 92 92 93 93 92 uderrüben . 95 95 97 94 oven 97 99 100 _— eidegras 92 95 97 99 98 Alfalfa ¿2-90 97 95 98 90 L 98 97 97 i E 100 85 90

Das wichtigste ‘landwirtshaftlihe Erzeugnis des Nordwestens der Vereinigten Staaten ist Weizen. Im Jahre 1905 be- trugen die mit Weizen angebauten Flähen in den Staaten: Washington 1 321 807 Acres, Oregon 717 565 Acres, Idaho 366 966 Acres, Montana 119 469 Acres, Wyoming 29 468 Acres. Der durh- shnitili<ße Ertrag cines Akers war in Washington 24,6, in Oregon 18,6, in Idaho 28,2, in Montana 23,8 und in Wyoming 25,4 Bush,, also durhweg erheblih höher als der dur<hs<nittlihe Gefamtertrag der Vereinigten Staaten (14,5 Bush. auf den Aer).

Die bebaute Fläthe und der Ertrag der übrigen wichtigeren Kulturen, die im Jahre 1905 in den genannten fünf Staaten erzielt wurden, ist aus der folgenden Zusammenstellung ersichtlich:

diesa um so mebr, als der Weizenpreis um 10 Cents niedriger ist als um elelbe Zeit des Vorjahres. Dazu kommt, daß die Säte, in denender W:izen

Ver. : Mon- , Staat. Washgt. Oregon Idaho tana Wyoming Dur: n Hafer: Os Areal (Acres) 164549 281842 98058 178911 45548 Ertrag per Acre (Bush.) 50 24,6 39,4 41,3 399 34 Mais: Areal . 10796 17556 5 506 3 941 2107 Ertrag per C u 20 S 04 . 280 988 Gerste: Areal (Acres) 169314 59862 66153 15 227 1188 Eitrag per Acre (Bush.) 40 31 40 33 017. 26,8 Roggen: Areal (Acres) 2625 10690 1 500 1871 428 Ertrag per Acre (Bush ) 18,5 15 25 20 O 1609 Kartoffeln: Areal (Acres) 34199 40488 11782 13688 4002 Ertrag per

Ver.

e Mons- , Staat.

Washgt. Oregon JIhdaho ua Wyoming Durþ-

nitt

Acre (Bush.) 142 110 140 120 170 [V 87

eu: Areal (Acres) 341 990 390 076 382467 362939 171206 Ertrag per Acre (Tons) 2,65 2,30 3,10 1,60 250 154.

Die Hopfenkulturen haben im Iahre 1905 in Oregon 20,95 und in Washington 9,8 Millionen Pfund ergeben. Der Gesamtertrag der Vereinigten Staaten war 51,2 Millionen Pfund.

Der Kaiserlihe Konsul in St. Paul (Minnesota) berichtet unterm 25. und 28. v. M.: Der Durum-(Matkkaroniweizen-)Ertrag des amerikfanis<en Nordwestens im Jahre 1905 kann zu 18 300 000 Bushels (4 979 430 dz) angenommen werden, wie die nachfolgende Aufstellung zeigt: Auf den Markt in Minneapolis gelangten 4 300 009 Busbels = 1 170039 dz, auf den in Duluth 9 400 000 Bushels3 2557740 dz, zusammen 183700000 Bushels = 3727770 dz. Hiervon ift abzuziehen die Menge, die infolge von Ver- hifung zwishen den beiden Pläßen doppelt gere<net ist, mit 1000000 Bushels gleih 272 100 dz, sodaß \i< als Reingewicht für die beiden Märkte ergibt 12 700 000 Bushels = 3 455 670 dz. Die ländlihen Mühlen (d. h. die Mühlen außer denen in der Stadt Minneapolis) verbrauhten \{<äßungsweise 2 600 000 Bushels = 707460 dz, als Saatgut verwendet 3000000 Bushels 816 300 dz, ergibt als Ernte 18 300 000 Bushels = 4 979 430 dz. Der Dur@schnittsertrag war ein wenig mehr als 21 vom Aer oder 51,89 kg vom Hektar. Dies würde für das Jahr 1905 eine mit Maffar-niweizen bebaute Flähe von 871090 bis 900 000 Ader (aleih 352493 bis 364230 ha) ergeben. Im laufenden Sahre i der Durumanbau wiederum gestiegen. Man schäßt den Zuwachs auf 75 bis 80%/%, das heißt, die bebaute Fläche würde von 900 000 auf 1 600000 A>er oder von 364230 ha auf 647 520 ha gestiegen sein. Der DurchsGnittsertrag soll höher sein als im Vorjahre, er wird auf 22 bis 23 Bushels für den Aker = 54,36— 56,73 kg für den Hektar angegeben. Demnach würden in diesem Jahre 35 000 000 Bushels = 9 523 500 4z Durum als Ernte- ergebnis des Nordwestens zu erwarten sein.

Mit Einbere<hnung dieses Ertrags wird die diesjährige Sommer- weizenernte überhaupt im amerikanishen Nordwesten von zuverlässiger Seite auf 210 000 000 Busbels (57 141 000 dz) ges{<äßt, wovon voraussihtliÞh 22 000000 Bushels (5 986 200 dz) als Saatgut, Futter usw. auf den Farmen selb#t Verwendung finden und der Nest von 188 0C0 000 Bushels (51 154 800 dz) zum Verkauf auf den Markt in Minneapolis und Duluth bezw. zur Verarbeitung in die ländlichen Mühlen gelangen werden. Dana würde die diesjährige Ernte nicht wesentli, und, wenn man den Einfluß des ungünstigen Wetters, das vom 20. bis 25. August im Sommerweizengebiete herrschte, auf das no< ni<ht eingebra<te oder eingemietete Getreide berüd>sichtigt, überhaupt nit größer sein als die vorjährige Ernte.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrung®8s- maßregeln.

Oesterreich. Die K. K. Seebehörde in Triest hat unterm 29. v. M. den in Uebersetzung folgenden Runderlaß, beireffend die Behandlung von Schiffen, auf denen anste>ende Krankheiten (außer Pest, Cholera und gelbes Fieber) vorkommen, an die ihr unter- stehenden Hafen- und Seesanität8sämter und Organe gerichtet :

Mit Rücksicht darauf, daß das allgemeine Seesanitätsreglement vom Jahre 1851 über die anste>enden Krankheiten nur Bestimmungen wegen der Pest und des gelben Fiebers enthalt, Bestimmungen, die durch spätere internationale sanitäre Vereinbarungen in Wegfall ge- tommen sind, hat die Seebehörde im Einvernehmen mit der Königlich ungarischen Seebehörde es für angezeigt erachtet, die na<stehenden Bestimmungen bezüglih des Vorgehens bei anderen Infektionskrank- beiten zu erlassen zur Vervollständigung der hon in Kraft bestehenden Maßnahmen gegen die <warzen Blattern und den Fle>typhus.

Bei Vorkommen von Krankheitsfällen an Bord foll die Behand- lung der Schiffe von dem Ergebnis der ärztlichen Untersuhung ab- hängig gemaht werden im Sinne des 8 14 des allgemeinen Seesanitätsreglements. Geht aus der ärztlihen Untersuhung hervor, daß es si< um eine plögli<h eingetretene anste>ende Krankheit, namentli<h um die s{<warzen Blattern, Fle>typhus, Unterleib8typhus, Dysenterie, Scharlah, Diphteritis, Geni>- starre, Influenza, Masern, Keuchhusten, Augenkrankheiten oder allgemein auf Andere übertragbare und deshalb für den Verkehr und den allgemeinen Gesundheitsstand gefährliche Leiden handelt, wie z. B. die Tuberkulose, Aussa, venerishe Krankheiten, Anthrax, Nofe, Gelerklähmung, Kräßge usw., so wird zwar das Schiff sofort in freien Verkehr treten dürfen, es sollen aber baldturlihst die nötigen Shußz- maßregeln ergriffen werden, wel<e in jedem einzelnen Falle von dem behandelnden Arzt festzustellen sind.

Diese Maßregeln haben zum Zwe>, die Verbreitung der Krank- beit sowohl am Lande wie au<h an Bord zu verhindern und bestehen daher in Vorkehrungen, welhe angewandt werden bei den Erkrankten selbst, bei der Schiffsmannschaft und an den verseuchten Teilen des Schiffes

Um diese Vorsihtsmafregeln zur Ausführung zu bringen und insbesondere um die Erkrankten mit der größten Vorsicht zu ifolieren und eventuell den Gesundheftsstand der ausgeschifften Personen zu überwachen, was besonders wichtig ist bei Auftreten der n Blattern und des Fle>kiyphus, ist sofort die politishe Behörde zu benachritigen.

Die Ausführung der Vorsihtsmaßregeln an Bord liegt der Hafenbehörde ob und soll fih erstre>en :

1) auf die Desinfektion aller infizierten Gegenstände, wel<he in jedem einzelnen Falle der Arzt zu bestimmen hat,

2) auf die Ausführung von \peztellen prophylaktishen Maßregeln, íImpfzwang bei Blatterfällen, Vernichtung der Wanzen im Falle von Fle>typhus,

3) auf die ärztlihe Neberwahung der Schiffsmannschaft während der Anste>ungsperiode, von dem Tage der Aus|chiffung der Kranken und der stattgehabten Desinfektion an gere<hnet.

Diese Verhaltung3maßregelny, welche einzig und allein den Charakter von Anleitungen für die Hafenbeamten und diejenigen des See- gesundheit8amts haben, können natürlih dur< ärztlihe Anordnungen in geeignet ersheinender Weise erweitert werden, insbesondere foweit es fih um die Art und Weise handelt, în welcher in den einzelnen Fällen die Detinfektion stattzufinden hat. Die baren Ausgaben, die mit der sanitären Behandlung des Schiffes verbunden find, fallen dem Reeder zur Last. Diese Bestimmungen treten mit dem 1. Sep- tember d. J. in Kraft.

Nußland.

ie russishe Kommission zur Bekämpfung der Pestgefahr hat die Stadt Suez für pestverseuht erklärt.

Verkehr8anftalten.

Die Postanstalt in Ukamas in Deutsh-Südwestafrika is zur Teilnahme am Nachnabßmedienst im Verkehr innerhalb des Schußh- gebiets und mit Deutschland ermächtigt worden.

_ Laut Telegramm aus Goch ist die heute vormittag in Berlin fällig gewesene Post aus England über Vlissingen infolge Sturmes auf See ausgeblieben.