1906 / 252 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten. Dem Domänenpähter Karl Stassen in Neuhof im Regierungsbezirk Wiesbaden is der Charakter Königlicher Oberamtmann verliehen worden.

Angekommen:

Seine Exzellenz der Präsident des Evangelischen Ober- firhenrats, Wirkliche Geheime Rat Voigts, aus Breslau.

Nichtkamkliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 24. Oktober.

Seine Majestät der Kaiser und König nahmen heute vormittag im Neuen Palais bei Potsdam die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts, Wirklihen Geheimen Rats Dr. von Lucanus und des Staatssekretärs des Reichspostamts Kraetke entgegen.

Der Königlich sähsishe Gesandte Graf Vißthum von E>städt ist nah Berlin zurü>kgekehrt und hat die Geschäfte der Königlichen Gesandtschaft wieder übernommen.

Der Regierungsassessor von Zipewiß in Königsberg ist dem Königlichen Oberpräjidium in Königsberg, der Regierungs- assessor von Nolte in Potsdam der Königlichen Regierung in Schleswig zur weiteren dienstlihen Verwendung über- wiesen, der Regierungsassessor Dr. jur. Czéh aus Wies- baden dem Landrat des Kreises Ragnit, der Regierungs- assessor Freiherr von Erffa aus Cassel dem Landrat Des Kreises Rügen, der Regierungsassessor Albert Cun ge aus

Frankfurt a. O., dem Landrat des Kreises Meseriß, der Regierungsassessor Freiherr von Seherr-Thoß aus Liegniß dem Landrat des Landkreises Wiesbaden, der Ne- gierungsassessor Wiesmann aus Königsberg dem Landrat

des Landkreises Crefeld und der Regierungsassessor Sieg- fried aus Frankfurt a. O. dem Landrat des Kreises Mörs zur Hilfeleistung in den landrätlihen Geschäften zugeteilt worden.

Die Regierungsreferendare von Detten aus Hildesheim, Dr. jur. Pantenburg aus Marienwerder, Keßler aus Magdeburg, Dr. jur. Brandau aus Breslau und von Gersdorff aus Bromberg haben die zweite Staatsprüfung für den höheren Verwaltungsdienst bestanden.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist der R.-P.-D. „Prinz- regent Luitpold“ mit dem Fähnrichstransport für das Kreuzerges<hwader vorgestern in Genua eingetroffen und geht heute nah Neapel weiter,

Der Danipfer „Lucie Woermann“ mit dem Ablösungs- transport für S. M. S. „Sperber“ is vorgestern in ‘“Conakry angekommen und am gleihen Tage nah Monrovia weitergegangen.

Deutsche Kolonien.

Aus Windhuk in Deutsh-Südwestafrika wird, „W. T. B.“ zufolge, gemeldet:

Am 12. Oktober find bei Sandpüg gefallen: Gefreiter Karl Petzold, geboren am 22. 10. 1882 zu Kunzendorf, früher im Füsilier- regiment Nr. 28 (Kopfshuß) und Reiter Franz Uszkoreit, geboren am 24. 1. 1885 zu Petros<{ken, früher im Ulanenregiment Nr. 8 (Kopfshuß). Verwundet wurden: Vizefeldwebel August Rohr, geren am 27. 2. 1882 zu Urmatt, früher im Feldartillericregiment Nr. 70 (leit, Streifshuß am re<ten Oberarm), und Gefreitzr Richard Bohne, geboren am 12. 3. 1882 zu Leipzic-Reudniß, früber im Königlich sächsischen Fnfanterieregiment Nr. 139 (leiht, Streif- {chuß an Stirn). Reiter Karl Fidder, geboren 21. 3. 1884 zu Groß-Lonschken, früher im Ulanenregiment Nr. 12, ist am 10. Ok- tober im Lazarett zu Grootfontein an Nuhr gestorben.

__Der Kaiserlihe Gouverneur des Schußgebiets Togo hat auf Grund des $ 15 des Schußgebietsgeseges von 1900 in Verbindung mit L 5 der Verfügung des Reichskanzlers vom 27. September 1903 unter Aufhebung der Verordnung über die Meldepfliht der Europäer vom 10. Oktober 1892 die folgende Verordnung, betreffend die Meldepflicht der Nicht- eingeborenen, unterm 1. September 1906 erlassen:

D L _Deocr Nichteingeborene, wel<her im Schutgebiet durch ständige Niederlaffung einen Wohnsitz begründet, ist verpflichtet, sich innerhalb ¿weier Wochen nah begonnenem Anzuge bei der örtlichen Verwaltungsbehörde, in deren Bezirk die Niederlassung erfolgt, anzu- melden. $ 2. Verlegt ein Meldepflichtiger seinen Wohnsiß nah einem anderen Ort desselben Bezirks, so kat er fh bei der örtlichen Verwaltungsbehörde umzuraelden. Verlegt er feinen Wohrsig in einen anderen Bezirk, so hat er sh bei der Behörde seines früheren Wohnortes abzumelden und si bei der seines neuen Wohnortes an- zumelden. Diese (im $ 2 vorgeschriebenen) Meldungen haben inner- halb einer Wo@e zu erfolgen, nahdem der Um-, Ab- oder Anzug stattgefunden hat. $ 3. Verläßt ein Angemeldeter das Schußt- gebiet auf länçere Zeit als drei Monate, so hat er sih bei der Be- hörde, bei der er zuleßt gemeldet war, bis zum Verlassen des Schußz- gebiets abzumelden. Wird im Falle der Nü>kkehr die frühere Nieder- lassung fortgeseßt oder ein neuer Wohnsig begründet, fo hat wiederum eine Anmeldung gemäß $ 1 zu geshehen. 8 4. Die Meldungen sind \<hriftli<, und zwar Anmeldungen nah einem im „Deutschen Kolonialblatt“ (Nr. 20 vom 15. Oktoter d. I.) bekannt gegebenen Muster, zu erstatten. Sie können av< mündli bet der zuständigen Behörde zu Protokoll gegeben werden. $ 5. Die Meldungen für Ehefrauen und Kinder sind von dem Familieahaupte zu erstatten, sofern dieselbeo seinem Hausstand angehören. Für die re<tzeitige Meldung sind außer dem Meéeldepflichtigen verantwortli<h der Hauswirt und Dienst- berr oder Arbeitgeber. _$ 6. Zuwiderhandlungen gegen vor- stehende Vorschriften werden mit Gel-strafe bis zu 100 M bestraft, an deren Stelle im Nichtbeitreibungsfalle Haft bis zu ¿wei Wochen triit. Iit die Bestimmung des $3 Sah 1 varlleßt und wird die Abmeldung binnen einer Woche, nachdem der Meldepflichtige dos Schutgebiet verlassen bat, von diesem oder einem Dritten na<geholt, so tritt Strafiosigkeit ein. $ 7. Die Vorschriften dieser Verord- nung finden auf Beamte und jonstige Angestellte des Gouvernements feine Anwendung. $ 8. Diese Verordnung tritt am 1. Oktober 029. Hr OTTUIL.

Das infolge der Angliederung der Marschall-Jn seln

| sowie einem Regierungsarzt in Jaluit und einem

an die Verwaltung der Karolinen usw. in Faluit notwendig '

gewordene 4. Bezirksamt ist, ebenso wie die drei alten

! den Budgetanshlag für das Jahr 1907, demzufolge

Bezirksämter der Karolinen, dem Gouverneur in Herbertshöhe unterstellt. Die Bezirksverwaltung besteht aus einem Bezirks- amtmann, einem Sekretär, einem Hafen- und Poli eimeister i tations- leiter für die weitab nah Südwesten gelegene Jnsel Nauru.

Großbritannien und Frland.

Bei der gestrigen Eröffnung der Herbsisession erklärte der Premierminister Sir Henry Campbell-Bannerman im Unterhause, daß die Regierung beabsichtige, unverzüglich an verschiedene wichtige, in ihrem Programm vorgesehene Maßnahmen heranzutreten, darunter auch an die Fertigstellung des Gesczes über gewerbliche Streitigkeiten. Das Haus nahm dann die Beratung des Handels\chiffahrtsgeseßes wieder auf.

Nach dem Bericht des „W. T. B.* beantragte der Präsident des Handelsamts Lloyd-George bei der Beratung die Streichung des Kommissionsbeshlusses, nah dem fremdländis<he Schiffe sich genau nach den englischen Bestimmungen über die Ladelinie richten sollten. Die ursprüngliche Fossung der Regierungsvorlage sei gewesen, die fremdländishen Schiffe sollten sih beim Einlaufen in englishe Häfen oder beim Verlassen derselben den englischen Ladelintebestimmungen an- passen, aber die Kommission habe den Seseßentwurf so abgeändert, daß ein fremdes Schiff, welches in einetn fremden Hafen überladen gewesen set und do<h den englishen Hafen in einer den englishen Ladelintevor- {riften ertsprehenden Verfassung erreicht hade, einer Strase unter- liegen würde. Diese Abänderung gehe zu weit; sie könnte bei den anderen Nationen zu Segermaßregeln führen und würde fiherlih in internationalec Beziehung viel bôses Blut machen. Der Unterstaats- sekre:är Bonar Law bemerkie, wenn die ursprünglide Fassung der Vorlage angenommen würde, so könnten frembländise, nah englischen Häfen bestimmte Schiffe um so viel über die englische Ladelinie hinausgehen, als die während der Fahrt verbrauhte Kohle ausmache.

Nach weiterer Beratung wurde der Antrag Lloyd-George mit 313 gegen 90 Stimmen angenommen.

Während der Sitzung dcs Unterhauses verschafften si< etwa dreißig bekannte Agitatorinnen für Erweiterung des Frauenstimm- re<ts Zutritt zu der Zentralhalle neben dem Foyer des Hauses und veranstaltet:n dort eine Kundgebung. Einige riefen: „Gerechtigkeit für die Frauz:.!“ „Stimmre<t für die Frauen !", während andere SFlazgzn stellten. Die Polizei s{ri1t alsbald ein und mußte die Frauen it ewalt aus dem Bereich des Hauses entfernen.

Die Admiralität hat obiger Quelle zufolge be- chlossen, eine besondere Heimatsflotte mit Sheerneß als Hauptquartier zu errichten, die aus in Dienst befindlichen und aus in Reserve befindlihen Schiffen zusammengeseßt sein wird. Die Verteilung der Schiffe der Kanalflotte, der Mittel: meer- und der Atlantischen Reserveflotte wird geändert werden, um eine Verstärkung der Mannschaftsstämme und der Organi- sation der Heimatsflotte zu ermöglichen. Die Aenderungen sollen allmählih vorgenommen werden.

Frankreich.

Die von Clemenceau eingeleiteten Unterhandlungen zur Bildung cines Kabinetts sind gestern zum Abschluß gelangt. Das neue Kabinett seßt sih, nah einer Depesche der „Agence »avas“, wie folgt zusammen: Präsidium und Jnneres Tlemenceau, Justiz Guyot-Dessaigne, Auswärtiges Pichon, Unterricht Briand, Finanzen Caillaux, Krieg Picquart, Marine Thomson, öffentliche Arbeiten Barthou, Handel Doumergue, Kolonien Millies-Lacroix, Aer- bau Ruau, Ministerium für Arbeiten und Gesundheits- pflege Viviani. Das neue Ministerium hat, Pariser Blättern zufolge, entschieden radikalen Charakter. Es gehören

ihm an se<hs Radikale bezw. Sozialistish-Radikale, die Senatoren C'emenceau, Pichon und Millies-Lacroix, die

Deputierten Guyot-Dessaigne, Doumergue und Ruau, ferner der gleihfalls zu den Radikalen gehörende General Picquarkt, zwei unabhängige Sozialisten Briand und Viviani, ferner zwei Mitglieder der demokratishen Linken, die Deputierten Thomson und Barthou und \hließli<h das Mitglied der demo- kratishen Vereinigung Caillaux.

Sämtliche Mitglieder des neuen Kabinetts mit Ausnahme von Millies-Lacroix traten gestern abend unter dem Vorsiß Clemenceaus zu einer Sißung zu}ammen. Man regelte end- gültig die Frage der Beseßung der Unterstaatssekretariate und besprah die Fragen, die sich aus der Schaffung des Mi- nisteriums für Arbeit und öffentliche Gesundheitspflege ergeben.

Rußland.

Das „W. T. B.“ meldet unter dem gestrigen Datum: On Wladikawkas versuhte ein Trupp bewaffneter Reiter einen Handstrei<h gegen ein im Mittelpunkt der Stadt gelegenes Juweliergeshäft. Nachdem sie das Publikum auf der Straße dur< Abgeben eier Salve verjagt hatten, drangen sie in das Haus ein, verwundeten den Eigentümer und plünderten das Geschäft. Eine herbeigeholte Abteilung Militär gab Feuer, worauf die Räuber, von denen niemand getroffen wurde, flüchteten. Vom Publikum wurden mehrere verwundet.

In der vorigen Nacht fand in Irkutsk eine Massenfluht von Arrestanten aus dem dortigen Gefängnisse statt, 17 Arrestanten gelang es, zu entkommen. Ein Teil wurde später wieder festgenommen. Neun andere Arrestanten wurden beim Versuch, die Flucht zu verhindecn, getöôtet, ebenso eia Gefängnizaufseher, 2 Wärter wurden verwundet.

Spanien.

Jn der gestrigen Eröffnungssißung der Kammer machte der Ministerpräsident Lopez Dominguez Mitteilung von den Geseßesvorlagen, die in der kommenden Sißungs- periode der Kammer unterbreitet werden \ollen. Diese betreffen die Aufhebung des Octroi, die Alkoholfragen, die Handels- wechsel sowie besonders die religiöse Frage. Die Lösung dieser Frage werde, wie der Ministerpräsident „W. T. B.“ zufolge ausführte, in durchaus liberalem Sinne angestrebt werden. Die Gesehgebung verfolge allein den Zwe>>, die Freiheit der Jnteressen der Zivilgewalt zu bewahren, ohne die der Religion zu verlegen, soweit sie niht mit denen des Staats in Berührung kommen. Der Ministerpräsident {loß seine mit Beifall aufgenommene Ansprache mit der Aufforde- rung, daß alle Liberalen zum Wohle des Landes mitarbeiten möchten.

Hierauf verlas der Finanzminister Navarro Reverter

sich die Einnahmen auf 1 035 006 296, die Ausgaben auf 992 842 786 Pesetas belaufen. Die Abschaffung der Oktrois und verschiedene Steuererleichterungen sind hierbei bereits berücksichtigt. Jn dem Budget wird, wie das „W. T. B.“-

meldet, die Ausgabe einer amortisierbaren Schuld zur Ablösung der in den Händen der Bank von Spanien befind- lichen überseeishen Schuld vorgesehen, wodurch der Staat jährlich 50 Millionen ersparen werde. Der Budgetentwurf enthält ferner folgende Vorschläge: Der Notenumlauf soll künftig durch

Gold oder Silber aede>t werden, aber in dem leßteren Fal in der vollen Höhe des Wertes der Noten. Jnnerhalh zeh Jahre wird das Schaßamt 150 Millionen Fünfpesetasnote

aus dem Verkehr ziehen. Ein Fünftel der Jahresübershüs soll jährlih zur Schuldentilgung verwendet werden. Die Petroleumsteuer soll um 10 Centimes für das Kilogramm herabgeseßt werden. Die Abschaffung der Oktrois soll allmähli< in den beiden kommenden Jahren durhgeführt werden.

Im Senat gab der Präsident Montero Rios die- selben Erklärungen wie Lopez Dominguez in der Kammer qh.

Schweiz.

Das eidgenössishe Budget für 1907 sqließt „W. T. B.“ zufolge, bei 132 125 000 Fr. Einnahmen und 134 620 000 Fr. Ausgaben mit einem mutmaßlihen Augs: gabenübershuß von. 2495 000 Fr. ab.

Serbien.

Jn der Skupschtina wurde gestern die Debatte über die Jnterpellation Kosovljanin, betreffend den Handelg- vertrag mit Oesterreih-Ungarn, fortgeseßt.

Nach dem Bericht des ,„W. T. B.“ warf der Abg. Marinho- wits< (Fortschrittler) im Laufe der Verhandlung der Regierung Mangel an Entschlossenbeit vor. Serbien hätte von vornherein der österreihis<-ungarishen Regierung erklären müssen, daß es Skoda, geshüße niemals kaufen werde, . weil Destezreih als Nathkbar am eresten ein Feind Serbiens werden könnte. Die serbische Regierung wolle die Verantwortung auf die Skupschtina wälzen Serbien wolle aber der Firma Schneider zu Liebe nit einen Zollkrieg führen. Der Handelsvertrag mit Oesterrei sei mögli und müsse angestrebt werden; er stimme für das Miß. trauensvotum für die Regierung. Der Nationalist Giorgewits stimmte gleichfalls für das Mißtrauensvotum. Der Ahg, Kosovljanin beantragte darauf tine Tagesordnung, in welcher der Negierung für die Haltung im Zolikonflikt das Vertrauen ausge \vrochen wird. Der Altradikale Liuba Jovanovic erklärte, die Diplomatie Oesterreich. Ungarns müsse sih endli<h mit der Tatsage abfinden, daß Serbien feine Freiheit niht antaften lasse. i

Die Sitzung wurde darauf geschlossen.

Amerika.

Nach ciner Meldung des „W. T. B.“ aus Washington gibt der Schaßsekretär Shaw bekannt, daß er eine Er- höhung des Notenumlaufs der Nationalbanken um 18 Millionen Dollars dadurh befördern wolle, daß au<h andere anerkannt sihere Werte an Stelle der bereits hinterlegten Regierungsbonds als Sicherheiten ange nommen werden sollten. Die freiwerdenden Regie rungsbonds sollten sofort als Grundlage für den Notenumlauf benußt werden, ohne jedoch aus dem Staatsschay herausgenommen zu werden. Shaw erklärt, er habe gegen die Ueberweisung von Bonds an andere Banken als die, welchen sie jeßt gehören, nihts einzuwenden, nur müßten sie, um ihre Verwendung sicherzustelen, im Schaß verbleiben. Banken, die von der neuen Bestimmung über den Notenumlauf Gebrau<h machen wollten, hätten diese, Noten in der Zeit vom 15. März bis 10. August 1907 wieder! einzulösen.

Afrika.

Nach einer Meldung der „Agence Havas“ verbieten di? Leute vom Beniarosstamme das Betreten und Verlassen der Stadt A rzila. Mehrere Juden, unter diesen der Rabbiner und ein spanischer Schußbefohlener, wurden mißhandelt; auth wurden mehrere Kaufläden geplündert. Die spanische Gesandt- chaft hat energishe Vorstellungen erhoben.

Der Anjerastamm, dem Raisuli den Zutritt zu den Märkten von Tanger und Umgebung untersagt hat, beab- sichtigt, derselben Quelle zufolge, gemeinsam mit dem Caid Hassani Raisuli, der im Hafen von Tanger die Herrschaft ausübt, zu vertreiben. Raisuli trifft Gegenmaßregeln.

Parlamentarische Nachrichten.

Bei der gestern im Wahlkreise Hadersleben-Sonder- burg stattgehabten Reichstagsersaßwahl wurden, „W, T. B.“ zufolge, abgegeben für Hahn (deutshnational) 5110, Hansen (Däne) 10325 und für Michelsen (Sozs) 76 Stimmen. Hansen ist somit gewählt.

Statiftik und Volkswirtschaft.

Deutschlands Außenhandel in den Monaten Märi bis September 1906.

Nach dem vom Kaiserlichen Statistishen Amt soeben heraut- gegebenen Septemberheft der „Monatlihen Naiweise über den au®- wärtigen Handel des deutshen ZoUgebiets* betrug die Einfubr im Monat September: 5 362401 t, 2 307 880 Stü>k, 132 415 Faß und 180 Stc>, in den 7 Monaten März bis September: 31 $04 429 t, 8400 807 Stü, 441 629 Faß und 5976 Sto>; die Ausfubr im September: 3993640 t, 533095 Stü, 264 Faß, 110 Sto>, 56575 hl und 85 448 Flaschen, in_den 7 Monaten März bis September: 24711 191 t, 3 415 322 Stüd, 1379 Faß, 471 Stod>, 347 077 hl und 697 292 Flashen. Im Ver- gleich mit dem Monat August hat im September die Cinfuhr in der Sewicht8menge bedeutend zus, in den anderen Mengen meist ab- genomiaen, während die Ausfubr das umgekehrte Verhältnis zeigt.

Die Zunahme der Gewichtsmenge in der Ginfuhr entfällt în der Hauptsache auf Erze, Schla>ken und Aschen, die über 600 000 t Mehreinfuhr haben, alêdann auf <hemishe Grurdstoffe, Säuren, Salze usw. mit über 20000 t Mehreinfuhr. Abgenommen 0 die Einfuhr bei den Erzeugnissen der Land- und Forstwirtscast je um rund 60000 t, unter den erfteren insbesondere die Einfubr von Tieren und tierishen Erzeugnissen und den S zeugnissen landwirtschaftlicher Nebengewerbe. Bei den tierisen und pfla: zlichen Spinnstoffen und Waren daraus usw. stebt ter Abnahme der Einfuhr von Baumwolle eine Zunahme der Hüteeinfuhr gegen über. Bemerkenswert ist die Abnahme der Ginfuhr von Waren a Steinen oder anderen minerakishen Stvffen und von Tonwaren, m unedlen Metallen und Waren daraus, die hauptsähli< auf die Zin! und Kupfereinfuhr entfällt, sowie von Maschinen. t

Fn der Ausfuhr erklärt si< die mehr als verdoppelt Menge der Erzeugnisse des A>er-, Garten- und Wiesenbaues dur die Jakreszeit. Auf diese ist au< die Zunahme der Ausfubr S Hüten zurü>zuführen. Außerdem ift zu erwähnen die erhöhte Auf fuhr von <emishen Grundstoffen, Säuren, Salzen usw., von E S#la>en und Aschen. Diesen Zunahmen ist eine Abnahm? 2 Ausfuhr bei den Erden und Steinen und den fossilen Brennstoffe" gegenüberzuftellen, insbesondere au< die Abnahme bei den fünftlide Düûrtgemitteln und bei den unedlen Metallen und Waren daraut, bauptsähli< auf Eisen und Eisenlegierungen entfällt. U E

Nach Ablauf des Vierteljahrs sind dem Septemberheft wieder M vorläufigen Werte der Ein- und Ausfuhr im Spezialhandel ans

r der drei ersten

für die Einfuh hans L für die Ausfuhr

Sie betrage A iVr és 6 107 945 000 M,

tel dieses Fig 977 000 Æ und für die Einfuhr des ab-

Monate A l A j Nierteljahrs 828676 000 H, für die Aus- n 7 r cteliabrs 1599 712000 A Sie zeigen gegenüber diese 1905 ein Mehr in der Einfuhr von

, i von gleichen Her Ausfuhr von 398 984000 #, gegen 1904

7 11 e ver Einfuhr von 1 285 936 000 Æ, in der Ausfuhr von

si

ew rundlie Erhöhung (Sclagkukel oder Bulbus) und auf dieser eine „Sthlagnarbe“ zu sehen ist. (Aus der „Deutsch-südwestafrikanishen Zur Arbeiterbewegung. Zeitung.)

Ausstand der Müllkutscher bei der Wirt - erliner Grundbesitzer ist, wie die 6 Wegen g D eme e Se

S eagelung aufgefaßt wurde, legten ämtliche Kutscher

i Ot am Montag die Arbeit nieder. Eine allgemeine | 1 C ia det Transport- und Verkehrsarbeiter, vom Zentral- | j Pera berufen, die Montagabend stattfand, mißbilligte in einer | x ba immenmehrheit angenommenen Erklärung das einseitige über- | 5 u. hen der Müllkutsher, die ohne vorherige Bewilligung

in allgemeiner Magenos [en <aft B x Nf. Ztg.“ berichtet, auégebrehen.

ossen, die

hte Vorge rtar ie Arbeit niederlegten. Eingeleitete Ver- | Ministeri ; : a ; “tralvorfiandes DIE vCLVEIT N N t Ministeriums nahm #><, wie die „Köln. Zta mitteilt, Mos mit der Direktion sind bisher exgevn 10s verlaufen. | der rpeue Generaldirektor der Königlichen Bibliothek in Berlin,

und Haarshmud>ardetter

Zelluloid- Nr. 241 d. Dl),

acer, y Kam L en Berlins (vgl.

id Yrheiterinn Irbeitgebern elnen

—_

id bis Sonnabend,

die den

90. d. M., Antwort verlangten, haben, na<

i; + i illig in 18 Be- : 2 K

selben Blatt, „am Montag wegen N <tbewilligung in 18, der Universität Bonn zur Verfügung gestellt werden. Den Haupt- en die Arbeit „niedérgelegE E J Edeine Tlemere | evt Gilben über 2000 Sammelbände zum alten Reichsstaatsreht, zu ctuiebe, A O San G H g e d L wud Kirchenret , Kivcherige G, Se Maa Fern E B,“ meldet, das Anerbieten des Gewerbegerihts, auf Wunsch Politik u. a. m. ; aber au die alle’ Bredius e are VerEeR,

g N rbeiterverbandes in dem ausgebrochenen Streik der Arbeiter her En pu vermitteln, abgelehnt, da sie die Bevollmächtigten des Metallarbeiterverbandes a eónne. (Val. Ne. 218 d. Bl) S Daz Antwontschreiben des Bergbauli<hen Vereins auf die erungen der Siebenerkommission lautet, wie dem W D Essen telegraphiert wird, wie folgt: „Herrn W. Hammawer, Aterbausen. Essen, 22. Oktober. Die geehrte Zuschrift vom (0. d. M, durh die fün} Arbeiterverbände die Forderungen bex in den Koblengruben und allen Nebenanlazen beshäf- iten Arbeiter uns zugestellt haben, ist în der heutigen Moritandssizung zur Vorlage gekommen. Der Bergbauliche Percin erkiärt wiederholt, diese Vecbände nicht als Vertreter der Melegi<aften anerkennen zu können und ist auch selbst nit zuständig, Ther Lobnfestseßungen Erklärungen abzugeben. Gr muß es deshalb n einzelnen Zehenverwaltungen überlassen, in den gesepli< gewählten Nrbeiterauéshüssen zu den erhobenen Forderungen Stellung zu nebmen. Der Verein für bergbaulihe Interessen. gez. Kleine, Bingel, Funke.“ Val. Nr. 251 d. Bl.) : Auf der Hütte „Rote Erde“ in Aachen (vgl. Nr. 248 d. Bl.) baren, der „Köln. Ztg.“ zufolge, gestern 2852 Mann beschäftigt. Die irektion gibt durh Anschlag

Ford Mus

befannt, daß am Donnerstag auch die rbeiter des Stahlwerks, des Roheisenplaßes und des Lagerplayes ans treten kônn-n. Damit dürfte das ganze Werk wieder in Betried sein. In Magdeburg haben, nah demselben Blatt, die Schlosser der Nähmaschinenfabrik H. Mundlos u. Co. wegen Lohn- treitizfeiten geitern nahmittag die Arbeit niedergelegt. i Juf der Amalien- und Ludwigshütte des Hessen- Nassaui\hen Hüttenvereins bei Biedenkopf sind, laut Telegramm der „Köln. Ztg.", 400 Arbeiter wegen Verroeigerung der geforderten Lohnerhöhung um 15 °/o in den Ausstand getreten. Aus Breslau wird dem „W. T. B.“ gemeldet, daß gestern ur Mittagsschicht auf der Neuhofgrube 329 Arbeiter angefahren int, 12 Arbeiter fehlten. Der Ausstand ist als beendet anzusehen. V,l. Nr. 249 d. Bl.) : N Den oberelbishen Reedereien (vgl. Nr. 251 d. Bl.) ift es, wie „W. T. B.“ meldet, troy der entgeger stehenden Schwierigkeiten gelungen, im Laufe des vorgestrigen und gestrigen Tages alle hre Shleppdampfer abzufertigen. Die Ausständigen hielten gestern abend in Hamburg und an sämtlichen Pläßz?zn des Ausstands- gebiets an der Oberelbe und an den märkishen Wasserstraßen dfentlize Versanimlungen ab, um über weitere Maßnahmen ju beschließen. In der Hamburger Versammlung wurde ein Tele- gram des Gauleiters De>ker verlesen, na< dem die in Dresden gegenwärtig stattfindenden Verhandlungen über Beilegung des Aus- standes no< niht abges<lossen seien. Für den heutigen Mittwoch- abend wurde eine neue Versammlung der Streikenden einberufen, in der das Resultat der Dresdner Vechandlungen mitgeteilt werden soll. Die Auêstandsbewegung im östlihen Teile des Troppauer Kohlenreviers kann, wie ,W. T. B.“ erfährt, als nahezu beendet angesehen werden. Mit Ausnahme des Gugen-Schacht s wird auf allen Gruben seit gestern normal gearbeitet. Auf dem Eugen-Schaht arbeitet ungefähr die Hälfte der Belegschaft. _ Der Ausstand der Speditionsarbeiter in Triest ist, „V. T. B.“ zufolge, beigelegt worden. (vgl. Nr. 248 d. Bl) Der Aus\tand der Baumwollarbeiter von Intra am Lago Maggiore ift, wie der „Voss. Ztg.“ telegraphiert wird, ohne nennens- werte Erfolge beendet worden. (Val. Nr. 137 d. Bl) Der dreimonatige Ausstand der Marmorarbeiter îm Hennegau ist, nah einer Meldung der „Köln. Ztg.“, dur<h Be- willigung einer zehnprozentigen Lohnerhöhung beendet worden.

Kunft und Wissenschaft.

Dos Königlihe Museum für Völkerkund hat von dem Bezirksgeologen Dr. Loy in Deutsch

e in Berlin -„Südweft-

afrifa eine große Sammlung von alten, ges<lagenen Kiesel - geräten erhalten, die dieser auf dem Wege Lüderitzbucht

Tschaukeib—Kubub, etwa 35 km von Lüderizbucht entfernt, am Kuikop entde>t hat. Es ist der erste Fund dieser Art in ganz Deu \{h-Sütwestafrika. Doch ist ganz unmöglich anzunehmen, daß [ne Fundstelle wirklih völlig isoliert ist. Es cheint nur, daß man bicher diese merkwürdigen Ueberreste einer alten Vergangenheit in jenem Lande vollitändig übersehen hat. In Britisch, Slidafrika find bereits seit Tanger Zeit zahlreiche Fundstellen von alten Kieselmanut- Ats bekannt, uno sogar in der unmittelbaren Nähe von Kapstadt t man Fundorte, auf denen zweifellos bearbeitete Feuersteingeräte ast farrenweise aufaelesen werden können. Es würde ausnehmend êrwünscht sein, die Verbreitung von St.ingeräten in Deutsh-Südwest- afifa genau kennen zu lernen. . Í Veber die Zeit, aus der diese ges{lagen-n Steine stammen, ist Six no< völlig im unklaren. Füc Europa nimmt man mit großer piherbeit an, daß sie sehr viele Jahrtaufende zurü>liegt, ja man ernt Fundstellen mit Typen, deren Alter auf Hunderttausende bon Q N veranshlagt wird. Ebenso hat Professor Schweinfurth in f t von Thebea in Aegypten große Mengen von Steingeräten dh edt, denen wohl ein ähnlih hohes Alter zukommen dürfte. Hins uiGts ist über das Alter der südafr!kanishen Funde zur Zeit noŸh gar ta bekannt. Was bisher von solhen zur Kenntnis der Fachleute fr ammt fast ausnahmsl:8 aus ganz oberflählihen Erd\cichten, n are ein geologishes und auch nur ein historises Alter gar nit 0e kommen konnte. Tatsählih muß man mit der Möglichkeit be daß die südafrikanischen Kieselgeräte, soweit sie bisher bekannt tamen Von den gegenwärtigen Buschmännern oder ihren Voreltern die mit & Das Berliner Museum besigt sogar ganz moderne Pfeile, der B _Feuersteinspiyen versehen sind, und etn fehr au8gezeihneter Kenner Kieser, Männer an der Ostseite der Kalahari berichtet, daß diese sehr häufig au Tee nur für den augenbli>lihen und vorübergehenden Ges dan herstellen in ähnliher Weise, wie wir uns einmal aus irgend abt Grasftengel einen Zahnstoher improvisieren und ihn nachher

‘los wegwerfen. Wenn man weiß, wie leiht für einen geübten

um fo liter versieben, wie einwandfrei von Menschen bearbeitete Steinwerkzeuge an einzelnen Orten in so ungeheuren Mengen vor- kommen fönnen.

i, ähnlih wie die europäishen und ägyptischen, in von einander sehr verschiedene Typengruppen teilen.

an denen \lets auf der kurzen Seite eine der flahen Seiten oben im Zusammenhang

gelungen, eine sehr wertvolle alte Bücherei von vorzüglicher Er für die öffentlihe Benußzung zu erwerben und zu sichern.

in Bonn versteigert werden.

Harnat, s Dee an, S gelang, die ganze Sammlung für i A 4 einen mäßigen Preis zu erwerben. t, joll ibli neuen Lohntarif zur Annahme unterbreitet haben | in erster Linie zur Ergänzung der Bestände der Königlichen Bibliothek in Berlin benußt, im übrigen aber dec

t als Vertreter ihrer Arbeiterschaft an- | amten wissen\<aft1lihen Weise arbeitet, von größtem Martini, Präfeki der Bassì, Bibliothekar der and, n den Katalog der gr ie<his<hen Handschriften der Ambrosiana volendet. bervorhebt, nur in \{riftliden Verzeichnisse des 17, l unde unterstüßt von den Bibliothekaren, si< einen genauen Einbli> in die Schaßkammer dieser nahezu elfhundert griehis<hen Handschriften zu verschaffen, eine Möglichkeit, Gelehrten nur in seltenen Fällen i Und wenn au für die Bekanntmachung niht nur der kostbarsten Stüd>e wie z. B. der illustrierten Fl[ias-Handschrift aus dem 4. bis 5, Jahrhundert längst daß Goethe

sonderen Zielen eine große

durhforscht hatte, von Deutschen vor allem W. Studemund für die metrishen und grammatischen,

0

der Ambrosiana Kardinal Fedexico Borromeo ver

Die bisher aus Südafrifa bekannt gewordenen Steingeräte [afen fünf oder se<s Am häufigsten meist unregelmäßig dreie>kige Stü>e, Shlagflähe und auf einer mit der Schlagfläche eine

nd flache, 4 bis 7 cm lange,

Dank dem Eingreifen der preußischen AieeriGleverwaltang ist es

altung u Die etwa 5 000 Bände umfassende, seit der zweiten Hälfte des 18. Jahr- underts aber dur neue Erwerbungen ni<t weiter vermehrte Fidei- ommißbibliothek der Grafen Görtz-Wrisberg sollte ur das Antiquariat von Mathias Lempery (Peter Hanstein) Auf Veranlassung des vorgeseßten

Wie verlautet, soll die Bibliothek Bibliothek und den Seminaren

Ftalienisher Gelehrtenfleiß hat eine Tat vollbraht, die der ge- Welt, soweit sie in historish-philologisher Nuten sein wird. Soeben haben Emilio Nationalbibltothek in Neapel, und Domenico Brera in Mailand, nah zwölfjähriger Arbeit Bibliotheca Bisher war es, wie die „Voss. Ztg.“ Mailand selbst mögli, an der Hand der hand- 18. und 19. Jahrhunderts und

die die beshränkte Zeit eines reisenden vollständig auszunußzen erlaubte.

gesorgt war es find bald hundert Jahre, die erste Ausgabe der Bilder dieser Handschrift in “Kunst und Altertum* begeistert besprah —, wenn au< mit be- Anzahl von Gelehrten die Handschriften

A. Erhard für die hagiographishen eine Fülle von Arbeiten über einielne Handschriften seit langem vorlag und si jährlih mehrte, so war do< ein modernen wissens{caftlihen Ansprüchen genügender gedru>ter Katalog sämtlicher griechischen Hands@riften der Ambrosiana ein Was der Gründer dreihundert Jahren was er dur< Hinaussenden von gelehrten Agenten in alle Gegenden der alten Welt, vor allem nah Griechenland selbst, was er dur< Ankauf ganzer, hon bestehender Bibliotheken an griechischen Manuskripten für immer gerettet, das findet erst dur diesen Katalog seine würdige Krönung und geht nun erst als Gemeingut der Wissen- haft in diesem Katalog wieder in alle Welt hinaus.

Texte, wenn au

immer wieder geäußertes dringendes Bedürfnis.

(1609) begonnen,

Bautwwvoesen.

Wettbewerb für Entwürfe zum Bau des München erkannte, wie die „Münchener das Preisgericht einstimmig den er sten Preis Professor Gabriel von Seidel in München zu. Ferner wurden unter Fortfall des dritten Preises zwei zweite Preise den Entwürfen der Architekten Trost und ger în München sowie des Architekten, Regierungsbaumeisters Buchart in München zuerkannt.

In dent L Deutschen Museums in Neuesten Nachrichten“ melden,

Land- und Forstwirtschaft.

Zur Abwehr der Wanderheuschre>en in Deutsh-O stafrika. der Leiter des biologisŸ - landwirtschaftlichen das als Zentralstelle für -das Studium aller Fulturs{ädlinge au< ganz besonders mit der Erforschung der Heu- \<re>enxlage in der Koloniz beauftragt ift, teilt interessante Be- obahtungen aus diesem Inftitut über die Abwehr der Heuschre>ken in Usambara mit. Es handelt si< dabei um die bekannte Wander-

Dr. Vosfseler, íFnstituts in Amanî,

heuschre>e. Dr. Vosseler beschreibt ausführli<h die Entwi>klung des gefräßigen Insekts. Die Larven beginnen {hon im ersten Stadium der Entwi>lung ¿u wandern; die Geschwindigkeit, mit der vier Tage alte Larven marschieren, Deluar 1 m in der Mirute. Dem Wandern der geflügelten Tiere geht ein

Sc{wärmen frühreifer Tiere über die rü>siändigen Alterégenossen und ein Herumziehen in beliebiger Richtung auf kürzere Entfernung voraus, wobei die Tiere sih in ganz bedeutende Höhen erheben. Mit dem Beginn der Geschlehtsreife hört diese Freizügigkeit auf. Die nunmehr beginnenden eigentlichen Wanderungen werden mit dem Winde unternommen, eine Eigentümlichkeit, die allen Wander- heushre>en gemeinsam zu sein scheint. Die Ursachen des Wanderns find in vollständiges Dunkel gehüllt. Die Mittel zur Abwehr des gefährlichen Insekts sind verschiedener Art, mechanische, <hemishe und

bakterielle. Für die Eingeborenen Deutsch - Ostafrifas eignen si< vorerst nur die mehanishen Mittel, wobei das Grschlagen der Larven mit NRuten und das Hincintreiben in Feuer die

Hauptrolle spielen. Von den <emis<en Mitteln leistet Seifenlösung, die bei der Berührung als Gift wirkt, vorzügliche Dienste. Gegen drohende Einfälle dec Flieger kommen Qualmfcuer, Lärmen und andere Scheuchvorrichtungen zur Verwendung. Ganz auffallend wirkten die mittleren und höheren Töône eines Signalhornes und Pistons auf die Heuschreken ein ; anrüd>ende Scharen, damit empfangen, ehrten um und rissen aus. Schießen mik Gewehren hatte weniger Erfolg. Die von anderer Seite vorges<lagene Anlegung von Vogel- gebölzen behufs Vermehrung der natürlichen Feinde der Heuschre>ken hält Dr. Vosseler für ausfichtslos. (Deutsches Kolonialblatt.)

Getreidemarkt in Genua und Savona.

Das Kaiserlihe Generalkonsulat in Genua berihtet unterm 17. d. M.: Auf dem Getreidemarkt in Genua hatte die August- Hausse in Hartweizen in den ersten Tagen des Monats S: ptember d. I. no<þ weitere Fortschritte gemacht, um aber bald einem starken Preisrü>kgange lag zu machen. Während z. , am 6. September d. I. für 10 P. Tagzanrog September-Verschiffung no< Fr. 20,— bezahlt wurden, wurde diese Ware am folaenden Tage {on zu 19,25 Fr. cif. angeboten. Es wurde infolge dessen seitens der Käufer ein allgemeiner weiterer Rü>kgang der Preise erwartet, der indes niht eintrat. Die Verkäufer in den Ursprungs- ländern bielten in der ersten Hälfte des Monats September d. I. mit Angeboten stark zurü>, was zur Folge hatte, daß die Preise nah und nah wieder etwas_anzogen. Es wurden jedo< nur sehr wenig Geschäfte abgeschlossen. Höhere Gewichte wie

enschen die Herstellun deter Steinwerkz j eri g au<h sehr vollendeter Steinwerkzeuge ist, vird man dieser Mitteilung sier Glauben schenken und dann au< '

für die 10 P. garantiert wurde, kommen nur selten auf das Gewicht, ein Beweis, daß die russishe Ernte dieses Jahr der Beschaffenkeik nah sehr gering sein muß. Man wird sich deshalb wahrscheinli mehr dem nordamerikanis<hen Hartweizen (Macaroni T) zuwenden. Und in der Tat sind au son größere Abs{<lüfse in diesen Herkünften, besonders für Süditalien, zu verzeihnen gewesen. Voraus\ichtlih wird ih im Frühjahr 1907 ein reges Ges{äft zwischen Italien und Nord-

amerika entwid>eln. New Vork Inspektion Ende

Macaroni I tember d. I.:

Oktober/Novemker Verschiffung Fr. 17!/3,/17,— cif. ebruar/März . M Weichweizen war im Monat September d. I. ebenfalls starken Preiss{<wankungen unterworfen. Donauweizen ging in den ersten

notierte Sep-

Septembertagen no< etwas weiter zurü>. Da aber einige Exporteure größere Blankoverfkäufe gemaht hatten und si nun einde>ten, wurde der Markt bald wieder fester, und ent-

widelte sh, unterstüßt dur< DeEungen hiesiger Spekulanten, gegen Ende des Monats \<ließli< zu etner starken Hausfse.

Auch Nicolaieff Gh/Ulka 9,30 40/9 ist im Preise wesentlich gestiegen. Während im August d. I. no< starke Umsäß? zu ver- ¡eichnen waren, haben sih die Verkäufer während des Monats September d. I. fast ganz vom Markte zurü>gezogen. Man bot nur no< 9,25 59% an. Es bat sich nämli herausgestellt, daß etwa 80 9/6 der diesjährigen Ernte hôchstens auf das Gewicht von 9 Pud 25 Pfd. kommt und daß Partien, die wirklich P, 9,30 wiegen, fehr selten find. :

Mais wurde nur wenig gehandelt; einige hier verfügbare La Plata-

mengen wurden

zu Fr. 11,50 für Gelbmais E D Suotmais frei Waggon Genua Transit, abgegeben. Am 30. September d. I. stellten s< die Getreidevorräte und die Preise für den Doppelzentner in Genua, wie folgt :

BYorrâte unverzollt Preise inländis<h Weichweizen 15 500 15—16,25 Fr. Hartweizen . 6 000 16—19,75 , 26,50 Mais . 9 200 11—12,50 , 16,50—17 Hafer 4 750 13—13,25 , 19,50 Noggen . 500 12,75 ; _—

In Savona stellten ih die Preise für den Doppelzentner verzollt : beim Weizen auf 23—26 Fr., Q S Eingeführt wurden nah Savona 2020 Doppelzentner Weizen und 5750 Doppelzentner Hafer, die si< Ende September d. I. no< auf Lager befanden.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln.

Niederlande.

Die niederländishe Regierung hat das unterm 12

d. I. erlassene Verbot der Ein- und Dur<{hfuhr von Lumpen, gebrauchten Kleidungsstü>ken usw. aus Djeddah unter dem 10. d. M. wieder aufgehoben. (Vergl. „Reichsanz." vom 15 uni d S. Nr. 141, und vom 17. d. Ve., Nr. 246.)

113. Junk

Verdingungen im Auslande.

Oesterreih-UÜngarn.

6. November 1906, 12 Uhr. Direktion der K. K. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn: 1) Lieferung von Werkstättenschnittholz. 2) Lieferung von 2340 m Wagenbaupfosten aus Eichenholz. Näheres bei der Maschinendirektion (11/2 Nordbahnstraße 50) und beim „Reichsanzeiger“. e

12. Novembec 1906, Mittags. K. K. Generaldirektion der Tabakregie in Wien: Lieferung von 420/640 mm braunem Patent- pa>papier. Näheres aus der bei dem Erxpedite der genannten Dienst- stelle und bei allen K. K. Tabaktrafiken aufliegenden Kundmachung

und beim „Reichsanzeiger“. Spanien.

17. Dezember 1906, 2 Uhr. Hafenbaukommission in Huelva (Junta de Obras del puerto de Huelva): Lieferung eines Schlepp- dampfers für den Hafendienst. Näheres in spanisher Sprache beim „Reichsanzeiger* und an Ort und Stelle.

Rumänien.

Im Anschluß an die im „Reichsanzeiger“ Nr. 183 vom 4. August 1906 erfolgte Mitteilung, betreffend die Wasserversorgung und Kanalisierung der Stadt Jassy, wird (B Ie

Jassy, 14./27. November 1906. Gemäß Cntscheidung des Ge- meinderats hat auf der am 11./24. September d. J. abgehaltenen Lizi- tation keine der eingegangenen Offerten den Zuschlag erhalten, und es ist daher auf den 14./27. November d. I. ein neuer Lizitationstermin für die Wasserversorgung der Stadt Jassy und ihre Kanalisfierung naß dem System „Tout à l’égount“ anberaumt worden. Die Offerten find dem Bürgermeisteramt versiegelt und in rumänischer Sprache bis spätestens zum Tage der Lizitation um 6 Uhr Abends einzureihen. Später eingehende Angebote bleiben unberü>sichtigt. Uebergebote sind unzulässig. Die auszuführenden Arbeiten bestehen in: 1. Wasserversorgung. Auffangen der unterirdishen Quellen, EGrd- arbeiten, Mauerwerk in Beton und Zement, Leitungen in Beton, Guß- eisen und Stahl, Verteilungsröhren, Reservoirs aus Mauerwerk u. a. II. Kanalisation. Regulierung des Bahhes Bahlui, Kanalisierung der Stadt mittels Betonröhren, künstlichen Basaltröhren, länglih- runden Kanälen, Sammelstellen u. a. Der Gesamtwert dieser beiden Arbeiten beträgt im Voranshlage rund 10 000 000 Franken. Die Enteignung ist Sache der Gemeinde. Die Zahlungen für das be- hafte Material und die ausgeführten Arbeiten werden von der Stadtgemeinde Jassy in monatlichen Teilzahlungen in rumänischer Münze bar geleistet. Die Bezahlung sämtlicher Arbeiten und Kosten geschieht aus der von der Stadt Jafsy zu diesem Zwe>ke aufgenommenen Anleihe von 13# Millionen Lei. Gleichzeitig mit dem Angebot hat der Bew?rber eine provisorische Kaution in Höbe von 420 000 Fr. in bar, in rumänischen Staats- papieren oder in Obligationen der Gemeinde Jassy zu hinterlegen. Die Angebote müssen für beide auêëgeschriebenen Arbeiten (Wasser- versorgung und Kanalisation) zusammen abgegeben werden und die Nakbattangabe für die Wasserversorgung und die Kanalisation ge- sondert enthalten. Es sollen nur solche Unternehmer für die Lieferung zugelassen werden, die bereits ähnliße Arbeiten von annähernd gleihem Werte ausgeführt haben. Zehn Tage vor dem Lizitationstermin haben die Bewerber ausführlihe Zeugnisse über ihre Leistungsfähigkeit dem Bürgermeisteramt der Stadt Jassy einzu- reihen; die Gemeinde Jassy behält sih das aus\<ließlihe Recht der Beurteilung und Zulassung derselben vor. Wegen des Lasten- hefts, der Voranschläge, Pläne und sonstigen Auskünfte wolle man fih vom 1. November ab an das Bürgermeisteramt in Jassy wenden, wo auch die genannten Pläne u. a. werktäglih von 3 bis 6 Uhr Nach- mittags in der städtishen technis>en Abteilung eingesehen werden fönnen. Die Artikel 72—83 des allgemeinen rumänishen Kompta- bilitätêgeseßzes finden auch für diese Ausschreibung Anwendung. Die Gemeinde Jassy behält sh die Entscheidung über die Angebote inner- halb 45 Tagen nah dem Verdingungstermin vor; bis dahin behalten

die Angebote ihre Gültigkeit. Schweden.

30. Oktober 1906, 12 Uhr. Myutverkets expedition (Ex- pedition der Münze) in Sto>kholm: 4000 kg Silber, davon 3000 kg in Barren von 30—40 kg und 1000 kg in fol<en von bôhstens 20 kg enthaltend mindestens 996/1000 Feinsilber; lieferbar kostenfrei an die Köntglihe Münze vor dem 19. November d. I.

10 P. werden tmmer seltner; man verlangt dafür Preise, die in keinem Verhältnis zur Gewichtsdifferenz stehen. Sogar Abladukgen,

Fedem Barren ist eine Angabe über Gewicht und Gehalt beizufügen. Näheres in der vorgenannten Expedition.