1886 / 91 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Berlin, 15. April 1886.

Amtliche Berichte aus den Königlichen Kunstsammlungen.

(Aus dcm Jahrbuch der Königlich preußi hen Kunstfammlungen, Preis 30 Æ für den Jahrgang, Verlag der Grote’schen Verlags- handlung zu Berlin.)

T. Königlihe Museen. 1, Oktober bis 31. Dezember 1885.

, A. Gemälde-Galerie.

_ Anfang November erschien der Nachtrag zum bescreibenden Ver- zeihniß der Gemälde von 1883. Derselbe umfaßt alle die Gemälde, welche nah Vollendung des ? baues zur Vervollständigung der Sammlung in die Galerie selbs aufgenommen werden konnten, dar- unter insbesondere. die Werke der italienischen S@ulen des X1V. Jahr- hunderts, jowie die neuen Erwerbungen. Damit sind die zu öffent- licher Aufstellung bestimmten Gemälde vollständig katalogisirt.

J. Meyer.

B. Sammlung der Skulpturen und Gipsabgüsse. I. Antike Skulpturen.

Die Erwerbungen dieses Vierteljahrs bestanden in einem kleinen Sandsteinfragment von einer der Reliefplatten auf dem Nemruddagh ferner in den Gipsabzüssen cines Pompejuskopfes im Privatbesitz zu Paris, eines Knakenkopfes aus Rom im Privatbesitz zu Gert “und des Terrakottarelicfs in Kopenhagen, auf dem die sogenannte Peplos- übergabe vom Oftfries des Parthenon wiederholt ift (Waldstein, Essays on he art of Pheidias pl. XI), Gâmmtliche. Gegenstände sind Geschenke und zwar der Herren Dr. F. von Luschan, Graf Tyskiewicz, E. Saracin und Professor A. Furtwängler.

Zur Ausstellung polychromer Bildwerke in der Königlichen Nationalgalerie wurden zeitweilig einige Abgüsse ausgeliefert. : Die Zeichnungen für den illustrirten Katalog der Skulpturen sind der Hauptsache na fertig gestellt. Herr Dr. Kuhnert war als Volontär mit der Revifion des kleinen Verzeichnisses der Skulpturen beschäftigt.

„n der pergamenishen Werkstatt wurden außer zahlreihen An- fügungen von Fragmenten der Gigantomachie Lesonders die Bru(h- stücke des sogenannten Telephosfrieses untersucht und geordnet.

Die Ausgrabungen in Pergamon nahmen ihren Fortgang.

Conze.

: T1. Abtheilung der mittelalterlihen und Renaissance-Plastik.

Die Sammlung der christlihen Plastik erhielt als dankenswerthes Geschenk von Herrn A. Thiem die bemalte Steinfigur eines knieenden jungen Mädchens, bayerische Arbeit vom Ende des XV. Jahrhunderts.

a n E Muior am Louvre, Herr Louis Courajod, zwel lletne Abguhse der Abthcilung der mittelalterlißen Abgüsse zu B i E

1) Die Vüste der sogenannten Lucrezia Borgia, i Zesi

é 1 L I tim Beil vo Lord Elho. | E 2) Lombardishes Relief der Verkündigung, im Louvre.

Herr Dr. Weizsäcker ist sélt. dem 1, October als Volontär b T. E Es Dees DOD ee schäftigt und zwar zunächst zur Beihülfe bei Fertigstellung des Katalogs und der Inventare. Bode.

C. Antiquarium.

Gs wurden erworben: Terrakotten :

x f u tg von Terrakotten aus Unteritalien. Wohl ervailene alterthümlihe Figuren von nit gewöhnlicher Größe, Köy Stirnziegel u. a. y Lea

; :

2) Gine Sammlung von 26 Statuetten aus Kleinasien, dur Sn s E dem Antiquarium überwiesen. Eroten, Sirenen, Schauspieler, Vadchen, Tanzende. Besonders zu erwä] ine F ckchauspie : T . Vesonders zu erwähnen eine Frau die ein Kind licbkost. O

Als Volontäre. wurden die Herren Dr. Richter und Dr. Scherer beschäftigt, der erstere bei besserer Aufstellung und Etiquettirung der Terrakotten, der leßtere bei der Inventarisirung von Gemmen.

e Curtius. D, Münzkabinet. O Sammlung konnte im verflossenen Vierteljahr nur eine geringe Anzahl von Münzen erwerben, darunter ein noch unedirtes Didrahmon cines thrafischen oder makedonischen, historisch unbekannten Dynasten „Diony . . .“ oder einer ebenfalls unbekannten Stadt dieses Namens, mit dem Gepräge der Letäer und Orrheskier. Unter den übrigen Er- werbungen ist ein seltener Quinar des Maximianus Herculius und ein der Sammlung noch fehlender halber Thaler von Straßburg er- N d ra :

Geschenke verdankt die Sammlung den Herren Regierungsrath Brakenhauscn, Banquier Hahlo, Ritter von Hoefken, der Gesellschaft für Grdkunde und einem Üngenannten. von Sallet.

E. Ethnologische und Nordische Abtheilun I. Ethnologishe Sammlung. f

_ Aus Amerika ist dem Herrn Konsul Smidt in is das Geschenk / centralamerikanisher Alterthümer zu E cine Steinmaske auf der Rückseite hieroglyphish gezeichnet ist. Für die Philippinen hat Herr Dr. Schadenley aus seiner früheren Reise Geschenke übershickt und ebenso Herr Konsul Kempermann cine Sammlung, welcher derselbe von seiner Seite Geschenke zugefügt hat Durch Vermittelung des deutschen Konsulats in Amoy ist eine seltene Sammlung aus Formosa zugegangen, indem der Aufseher des am Südkap gelegenen Leuchtthurmes, Bie Oberbootsmann Scnepel, die ihm an feinem einfamen Aufenthalt gebotene Gelegenheit zum Ver- kehr mit den einzelnen Stämmen zu Gunsten der K. Museen ver- werthet Mea bat! Gebr M M Asrifa hat Herr Missionar Janger auf dies\eitige Wüns die an der Goldküste ebotene Gelegenheit zu Sim Tae die er als gütiges Geschenk übersandte, während für die in Betreff der einheimischen Schihtungen von Westafrika wichtigsten Gegenden am Casamanga von deren Erforscher, Herrn Professor Doelter cine E a e E e wurde. /

as allleg \chwer empfundene Hinscheiden des Generalkonsuls Dr. Nactigal trifft ganz besonders die Ethnologie, für welche ul derselbe ein dauerndes Denkmal durch seine bahnbrecenden For- hungen geseßt hat. Die aus seiner leßten Amtsreise stammenden Sammlungen sind von dem Ethnologishen Museum übernommen, unter Einverständniß mit der Universalerbin, Frau Iustizräthin Grodde. Dieselbe hat zugleich aus dem in ihrem Besiß befindlichen Nachlasse des Verstorbenen ausnehmend wichtige Stücke zugefügt, weil aus den vorangehenden Entdeckungsreisen stammend, deren übrige Sammlungen bereits an das Museum übergegangen sind. . Aus Lieutenant Wißmanns leßter Entdeckungsreise sind von ilm sowohl wie seinem Begleiter, Lieutenant von François, Kostbarkeiten höchsten Werthes zugegangen, weil aus bisber vom europäischen Ein- fluß völlig unberührten Gegenden des centralen Afrikas \stammend. Auch if eine weitere Bereicherung aus der Thätigkeit der Inter- nationalen Congo - Association anzuzeigen, indem aus den auf der Antwerpener Ausstellung zur Ansicht gelangten Sammlungen aus den Congo-Ländern dur die gütige Vermittélung der Herren General von Strauch und Kapitän Thys dem Königlichen Museum wichtige Dubletten als eine höchst dankenswerthe Ergänzung seiner afrikanischen Sammlungen zu Theil eworden sind. Aus Westafrika hat zuglei Ke Afrikanishe Gefells aft die von Sn Dr. Wolff auf feiner eise nah dem Cuango mitgebrachten egenstände übersendet.

IT. Nordishe Sammlung.

, Der vaterländischen Abtheilung hat Se. Excellenz der Herr Kultus- Minister zwei höchst interessante Stücke aus Pommern überwiesen, ein Steinbeil und einen Bronzedölch (bei Greifswald gefunden); andere Geschenke sind dem Magistrat zu Triebsees- z! danken: Bas

astian.

F. Egyptische Abtheilung. Von der Familie des verstorbenen Geh. Naths, Professors Dr. N. Lepsius, wurden ein egyptisher Thonftempel, drei Gipsabgüsse von assyrishen Thontäfelchen in London, ferner eine Anzahl von Abklatschen, ein vollständiges Exemplar des großen Denkmälern.erkes und mehrere Abzüge der Tafeln mit griehishen und lateinishen Inschriften, die mit Genehmigung des Ministeriums philologischen Seminarien an preußischen Universitäten überwiesen wurden, endlich cine Kopie des im Louvre befindlichen Porträts Champollions von Cogniet dem Königl. Museum als Geschenk überwiesen; außerdem verdankt die Abtheilung drei babylonishe Terrakotten dem Herrn L. Meyer. Zu der Ausstellung farbiger Bildwerke in der Nationalgalerie wurden mehrere Gegenstände zeitweilig abgegeben. Der Direktor war seit Mitte Oktober von Berlin abwesend. I. V.: Puchstein.

(Fortseßung folgt.)

In Folge einer Lungenentzündung vershied am Dienstag, den 13, d. M.,, im blühendsten Mannesalter der Bildhauer arl Schuler, einer der tüchtigsten jüngeren Vertreter der Berliner Monumentalplastik. Im Jahre 1847 zu Nürnberg geboren, batte Schuler seine erste künstlerishe Ausbildung auf der dortigen, von Kreling geleiteten Kunstschule erhalten und hatte dann vom Jahre 1870 ab in Berlin zuerst in dem Atelier von Afinger und dann in dem von Bläser gearbeitet, wo er vornehmlich mit der Modellirun der vortraitgestalten für den Sockel des Kölner Denkmals Friedri Wilhelms 1I1I. beschäftigt war, an deren Vollendung er auch nah dem Tode Blâäsers weiter betheiligt blieb. Schon damals entstanden die durch lebensvollste Auffassung und Charakteristik ausgezeihneten Porträt- statuetten des Bildhauers Bläser und des Dichters Freiligrath, denen fich als erstes größeres Werk das für den Hof des Schlosses Laubach in Hessen in Sandstein ausgeführte Standbild des Grafen Solms anschloß. Im Jahre 1878 errang der Künstler in der Konkurrenz um das dem Prinzen Adalbert zu errihtende Denkmal den wohlverdienten ersten Preis und damit zuglei den Auftrag zur Ausführung der im Sep- tember 1882 in Wilhelmshaven enthüllten Bronzestatue, die sich den trefflidsten Schöpfungen der modernen Monumentalplastik würdig an- reiht. Ihr folgten weiterhin eine Büste Sr. Majestät des Kaisers, die im Auftrage des Kommerzien-Naths Krupp in Ems nach der Natur modellirt wurde, cine Büste Sr. Kaiferlihen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen, die Se. Majestät der Kaiser für das Hobenzollern-Mujeum bestimmte, eine Porträtstatuette Ihrer Majestät der Kaiserin in großer Hofrobe mit darüber fallendem Hermelinmantel, die im Auftrage Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Georg entstand, eine [lebendig carafterisirte Statuette Sr. Königlichen Hoheit des Prinzen Heinrich, deren Motiv dem Künstler die Theil- nahme des Prinzen an der feierlihen Enthüllung des Prinz Adalbert-Denkials darbot, und endlih die Bronzestatue König R Wilhelms IV. für die Nuhmeshalle des Berliner Zeughauses. ancben entstanden im Atelier des Künstlers außer zahlreichen Porträt- darstellungen in Büsten und Reliefs sowie kleineren Arbeiten idealen Charakters drei dur ihre frische Erfindung fesselnde Gestalten moderner Handwerker für das Gebäude der Technischen Hochschule zu Charlottenburg die Marmorfigur eines den goldenen Kranz darbictenden Engels die Ihren Majestäten dem Kaiser und der Kaiserin zur Feier der goldenen Hochzeit dargebracht wurde, die ebenfalls in Marmor für das Berliner Schloß ausgeführte Figur cines in das Bad \creitenden jungen Mädchens, das für die Marmorausführung fertiggestellte Modell einer ebenfalls für das Swloß bestimmten Idealgruppe, der sißenden Gestalt eines blühenden Mädchens, die in graziösem Spiel einem Knaben eine Taube hinhâlt, sowie als leßtes Werk des Künstlers cin in Komposition und Durch- führung glei meisterhaftes Grabrelief für einen früh verstorbenen jungen Gelehrten, das der Ausführung in Bronzeguß harrt. In verschiedenen Konkurrenzen, wie in der um das Denkmal Marimilians T. von Bayern für Bamberg, in der um die Moltke-Statue für Köln, in der um das Zwingli-Denkmal für Zürih und zuleßt in der um das Berliner Lut er-Denkmal hat Schuler außerdem wiederholt Beweise seiner hervorragenden Begabung für die moderne Monumentalplafstik gegeben, in jedem zur Ausführung gelangten Werk aber mit der R Ge i De a: MOLEIO f ae Gewissenhaftigkeit und den Zrnst der Arbeit bewtesen, der sein ganzes künstleris{es Schaffen von Anfang an auszeichnete. i E Ueber den Stamm der Hereros, welcher unter deutsche Shuk- herrschaft getreten ist, giebt der Missionar Büttner, Ln bei ben neuesten Schuß- und ¿Freundschaftsverträgen in eminentem Grade be- theiligt ist, interessante Aufschlüsse, - denen die „Berl. Pol. Nachr. olgendes entnehmen: Seit dem Frieden mit den Namaquas im Jahre 1868 haben si die denselben bis dahin unterworfenen Hereros rafch wieder erholt und sind unter der Leitung deutsher Missionare in jeder Beziehung fortgeschritten. Man muß die Kämpfe, welche fe durchgemacht und welche fih auh seit dem Jahre 1881 wieder- holt haben, ins Auge fassen, um das Stktehenblciben in der Kultur dieses Volkes zu verstehen. Auf der einen Seite werden ihnen Egoismus, Trägheit, Zurückgekommenheit vorgeworfen ; auf der anderen Seite urtheilen ihre besten Kenner, die ‘deutschen Missionare, dahin, daß sie die Tugend der Stetigkeit besißen, während die hottentottischen Nahbarn Prototyp der Veränderlichkeit, der Un- berechenbarkeit find. In körperlicher Beziehung sind sie als einer der bestausgestatteten Negerstämme zu betraten, da sie an Höhe und Kraft des Wuchses nicht hinter ihren kriegerishen Stammverwandten an der Südostküste, den Kaffern im engeren Sinne, zurüclstehen, ja in ihrer Gesichtsbildung nah Josaphat Hahn sogar einen auffallend kaukasischen Zug haben. Die Kleidung der Hereros besteht, wie es einem Volke von Viehzüchtern geziemt, fast ganz aus Leder und entspriht, mit Ausnahme des seltsamen Kopf- pußes der Frauen, im Allgemeinen jener der Namaqua. Absolute Nacktheit ist ihnen bei Erwachsenen ein Greuel. Mit Bogen und Pfeilen wissen sie niht gut umzugehen; dabei sind sie aber auffallen- derweise gar keine \{chle{chten Gewehrschüßen. Einen Mann der Hereros sieht man „außerbalb feiner Werfte nur fehr felten ohne Gewehr. Durch die Jagd erhält sich die Waffenübung. Ihre Hütten erinnern theils an die der Hettentotten, theils an die der Buschmänner. Ent- sprechend der Lebensweise sind es Nomadenhütten. Alles ist leicht flüchtig gemacht, zum Mitnehmen geeignet. Jedes Dorf hat sein heiliges Feuer, „das den idealen Mittelpunkt der Gemeinde bildet. Entsprechend ihrer Beschästigung und Lebensweise besteht die Itahrung der Hereros hauptsächlich aus Milch und aus dem, was die Steppe an Wild und eßbaren Gewälfen bringt Wo der alte Heerdenreihthum sich erhalten hat, trinkt ein Herero täglih 5 bis 9 1 eist faurer Milch, wozu er nur Erduüsse ißt. Das Schlachten von Vieh, blos um Nahrung zu gewinnen, ist ihm fremd und findet nur bei befonderen Feierlichkeiten statt. Das Volk besißt fast gar keine eigenen Schmiede, sondern läßt diese Arbeit von fahrenden euten beforgen, die besonders aus dem Ovambolande kommen. Vor der Zeit der Europäer hatte das Eisen hier mebr Werth als bei uns Silber, denn die Ovamboschmiede trugen e8 15 bis 20 Tagemärsche aus ihrem Lande herüber. Der häufigere Besuh der Südwestküste dur europäishe Schiffe hat in den leßten Jahren au hierin Aenderungen hervorgerufen, denen der politishe Auf- \chwung der Hereros zu Hülse kam. Heute z. B. sind Ie 8 welche den Handel von der Küste nach der Ngamiregion vermitteln. Die Heerden üben cinen mächtigen, geradezu zwingenden Einfluß auf die Volksverhältnisse der Hereros aus. Die Heerden sind es, mit denen die Kosten flir Bündn se, für Heirathen,

für Einkäufe und manche religiöse Ceremonien bestritten Wer kein Vieh hat, gilt nihts unter seinen Cn A een. darf behaupten, daß einige Aeußerungen des geiftigen und gemüthlien Lebens die Hereros verhältnißmäßig höher stellen, als die Armuth ihrer materiellen Kultur erwarten läßt. Obgleih die Vielweiber anin ift, so sollen die Weiber nicht selten die Männer an f s{loffenheit und Muth übertreffen. Ein bedeutendes Gefühl für Fam epietlit spricht ih bei dem Tode der alten Leute aus die crehrung der leyteren hört au na dem Tode noch nit auf. Auf Gr1nd der von den Ministerien für Handel und und des Junern erlassenen Bestimmungen über Han Ausführun e periodisch zu wiederholenden polizeilihen Maß- und Gewi ts- Revisionen macht das Königliche F tf (btuyi bekannt daß die unter Zuziehung eines Aichmeisters stattfindenden technischen Re- vifionen in diesem Jahre am 1. Juni beginnen. Zur Vermeidung von Bestrafun en aus §. 10 der Maß- und Gewichts-Ordnung bezw aus S. 369 Nr. 2 des Strafgeseßbuchs werden die Gewerbe, treibend en aufgefordert, ihre Maße 2c., soweit deren fortdauernte Richtigkeit zweifelhaft ersch-*1t, zuvor aihamtli ch prüfen zu lasen Rom, 15. April. (W. T. B.) In Brindisi sind 4 Fâlle sporadischer Cholera vorgekommen. Die eboten gestellten Fälle betragen im Ganzen 64, darunter 10 Todesfälle.

Im Königlichen Schauspielhause wurde am gestr; Abend die fünfaktige Tragödie des Grafen bei Friedrich vor G „Tima ndra“ überaus beifällig aufgenommen. Der Reichthum an Schönheiten dieses vornehmen Werkes überwiegt die Fehler, welche dem aufmerksamen Zuschauer niht entgehen können. Die anerkannte Schwierigkeit, Gestalten des fernen Alterthums zu neuem und zwar dramatishem Leben zu crwecken, wird niemals ganz von den Dichtern überwunden werden. Diese Figuren haben stets ctwas Schemenhaftes an sich und vermögen, da ihnen selbst kein warmes Leben cingehauht zu werden vermag, auch den Zuschauer niht zu erwärmen und ihn so zu interessiren, als wenn erx Gestalten, welche der Gegenwart entnommen und in ihrem Denken und Handeln ihm leihter verftändlih sind, vor sich sieht Auch der Pausanias des Grafen Schack erschüttert uns weder dur leine gewaltigen Handlungen, noch dur sein tragises Ende, und wir sehen ohne tiefere Empfindung sein Loos sich vollziehen. Hier liegt wohl die Schuld am Dichter, welcher aus dieser imposanten Er- scheinung nit das gemacht hat, was sich aus ihm hätte maden lassen. Wir sehen in dem Schack’shen Pausanias zunächst einen edlen Mann, einen Reformator, welcher den Entschluß gefaßt hat, sein noch in barbarischen Anschauungen versunkenes lakonisches Baterland sittlich zu heben und aus den Lakedämoniern ein humanes, dur Bildung und sittliche Freiheit glänzendes Volk zu machen, das berufen ist, an die Spige der vereinigten griechischen Stämme zu treten. Diesen gewaltigen Plan bewundern wir, wir müssen den Pausanias als einen edlen Patrioten, als einen gewaltigen Reformator verehren, von dem das Vaterland das größte Heil zu er- warten hat. Er ist als siegreiher Feldherr zurückgekehrt, und im Vollgefühl seiner Triumphe vermag er, getragen von seinen großen Ideen, fih nicht mehr in den engherzigen, barten Zwang des ver- knöherten Ephorenthums zu finden. Er will unumschränkt König sein, und hier beginnt feine erste Shuld. Diesen \{chweren Konflikt er- warten wir in seiner gewaltigen Tragik als Inhalt der Handlung. Er ist es der Hauptsache nah auch und läßt uns in den ersten Akten eine politish-soziale Tragödie erwarten: den Kampf eines Einzelnen um die Oerrschast, wel@e dieser benußen will, um reformatorish auf sein Volk einzuwirken. Bis hierher ift alles rein dramatisch und erregt unsece Spannung. Dem gewaltigen Kampf dieses vom Dichter idea- lisirten Helden und Kämpfers wünschen wir in seinen Gefahren bei- zuwohnen und zu folgen, gleihviel ob er zum Heil oder zum Verderben ausshlägt. Jett begeht nun der Dichter unseres Erachtens den ersten Fehler, indem er in das rein dramatische Element ein lyrisches fügt, welches \{chlicßlich überwient und das erstere erstickt. Der Dichter verstrickt den Helden, welchen er eben noch als politischen Märtyrer hinstellt, in einen Liebeskonflikk. Mandane, die flüchtige persische Königstochter, folgt dem von ihr hei geliebten Spar- taner nah Lakedämon, tritt dort trennend zwishen ibn und seine ihm zur Gattin bestimmte Jugendgeliebte und spinnt einen Roman für sih weiter, welcher mit der Handlung in lofem oder gar keinem Zusammenhange steht und das Interesse, welches wir nothwendig auf den Helden lenken mußten, unnöthiger und für die einheitliche Hand- lung des Stückes verderbtlicher Weise zersplittert. ifersucht, Haß Reue und andere Leidenschaften schen wir an gleihgültigen Personen zu lebhaften Ausbrüchen kommen und verlieren den Helden, welcher nicht mehr ein politischer, „fondern ein Weiberheld wird, aus den Augen. Es tritt hier dieselbe opernhafte Wendung ein, wie im „Alkibiades“ von Paul Heyse, von dem wir große politische Thaten erwarten, während ihn der Dichter in cine Eifersuchts- tragödie zwischen zwei Weibern verwickelt. Von diesem Augenblick an wird das erst so scharf gezcihnete Bild des Paufanias verschwommen. Bald sehen wir ibn als Staatsmann bald als Liebhaber, bald als troßigen Sohn; fein edel gezeicneter Gharafter, befleckt sih durch häßliche Vergehen : Landesverrath und Aufruhr sind das Ergebniß der reformatorischen Pläne des Usurpators welher sich nicht entblödet, die Perser ins Land zu rufen, die Heloten zur Empörung zu reizen, um durch ihre Hülfe die ersehnte Herrschaft zu erreichen. Er verliert jede Größe, seine Verbrechen erscheinen Eeinlich, nit gewaltig, er büßt unsere Sympathie ein, wir schen seine Verfolgung als durchaus gerechtfertigt an und fühlen uns nit durd seinen, vor unseren Augen vollzogenen Selbsttnord erschüttert. Vebalid verzeichnet ist die Timandra, eine zwischen Mutter zärtlihkeit und glühender Vaterlandsliebe {chwankende Person, deren unbestimmtes Wesen fie (weniger zur Heldin der Tragödie, die mit Unrecht nach ihr benannt ist geeignet erscheinen läßt, als den Pausanias, der dem Werke den Namen hâtte geben müssen, denn er ist der eigentliche Held. Sollte der Dichter wirkli die Timandra als die Heldin haben hinstellen wollen, so wäre das ein künstlerisher Mißgriff, denn in diesem Falle hätte seine Zragödie zwei Hauptpersonen, an denen sich ihre Handlung voll- zicht, und fomit wäre das Interesse zum Schaden beider gespalten. Die Gestalt der Mandane ift zu episodenhaft gehalten und wirkt nur störend, ohne, wie schon oben angedeutet, auf den Fortgang der Handlung von entscheidendem Einfluß zu sein. Troß dieser Sattenseiten der Charakteristik ist das Schackshe Werk als das Erzeugniß eines von feinem Geshmack und hoher künstlerisher Be- gabung zeugenden Geistes hochzusc;äßen und wird \{chwerlich des Er- folges ermangeln. Die Schönheil der Diction, welche stets edel und an gewissen Stellen hochpoctish ist, verräth den Meister der Sprache, als welchen Schack sich immer gezeigt hat, Die Technik der Tragödie ist geshickt und zeugt von feinem Geschmack, der vornehme Charafter wird von Anfang bis zu Ende bewahrt. Was das Spiel anbetrifft, so wurde der Dichter durch die Darsteller tüchtig unterstüßt. Fl. Stollberg bewies als Timandra, wel eine schäßenswerthe Kraft sie für derartige Rollen ist; Frl. Schwarz verstand es, uns die Leiden- schaftlichkeit der Asiatin verständlih zu machen, während Frl. Abich für die Rolle der Diotima nicht recht geeignet erscheint. Hr. Nesper und Hr. Kahle leisteten gleih Tüchtiges und nahmen reihen Antheil un dem verd: "ten Beifall, welcher der Darstellung zu Theil ward.

__ Walhalla-Theater. Frau Fürstin Bismarck beehrt tern die Vorstellung des „Lachenden Berlin“ mit ihrer Gear da

Redacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (Sch olz). Druck; W. Elsner. Sechs Beilagen

Berlin:

(einshließlich 2 Börs en-Beilagen).

Erste B

eilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Donnerstag, den 15. April

M 91.

1886,

|'Inser ate für den Deutshen Reihs- und Königl. Preuß. Staats-Anzeiger und das Central-Handels- register nimmt an: die Königliche Expeditiou des Dentschen Reihs-Anzeigers und füöuig!ich Pretißishen Staats-Anzeigers: Berlin SW., Wilhelm-Straße Nr. 32.

d

Etebriefe und Untersuchungs - Sachen. [3076] Steckbrief. A S

Gegen den unten beschriebenen Schlosser, auch

ih verborgen hält, ist in den Akten V. R. 11. 137. 86

die Untersuchungshaft wegen {weren Diebstahls Gemcinde Stadt Scöppingen von dem Krämer Bernard Bischoff zu Schöppingen, ve II. der Parzelle Flur 12 Nr. 481/83 Steuer- | burg, klagt gegen den Seidenwirker Pohle, un- bekannten Aufenthalts, wegen des Kaufpreises für Be e I k M 1882 ju Some, ; urg gelieferte Nähmaschine, mit dem Antrage au 1IT. der Parzelle Flur 1 Nr. 146 Steuer-Gemeinde | Verurtheilung des Beklagten, zur Zahlung des ver- einbarten und angemessenen Kaufpreises von 54 M, und demselben die Kosten des Rechtsstreits ein\chließ- ( E. lih der des Mahnverfahrens zur Last zu legen, au icgbold Schöppingen von dem Holz- | das Urtheil für vorläufig vollstreckbar zu erklären, und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhandlung veitige Realrechte an diesen Grundstücken geltend zu Ls CNLGES S SSE 208: MORANQE MNTSTTIAE 2 H ) -chtsfarb ; verttge )le a N l u Sonnenburg au

Gesicht s Pei a Ld u Erriee machen haben, werden aufgefordert, zur Vermeidung g auf S 0 der Präclusion folche \pätestens in dem am 1. Juli 1886, Morgens 10 Uhr, vor dem unterzeichneten | A Gericht, Zimmer Nr. 3, stattfindenden Aufgebots- termin anzumelden.

verhängt. L E Es wird ersucht, den p. Schilling zu verhaften

. 5 8:(5 5 i î rollf S) - 9 e. _— V" , und in das Untersuchungs-Gefängniß hierfelbst, Alt Gemeinde Kirchspiel Schöppingen von dem Aters- L ris 1886 mann Foÿ. Bernard Wernsmann zu Heven, Kirch- Berlin, den 10. April 1836. spiel Scöppingen,

Moabit 11/12, abzuliefern.

Der Untersuchungsrichter ,_ bei dem Königlichen Landgerichte I. Beschreibung: Alter 447 Jahre, 97, Oktober 1841 in Berlin,, Größe

geboren 167 m,

Statur kräftig, Haare brünett, Stirn hoh, schräg, Gemetade rasirt, \{hubhmacher Bernard Feldhaus in Schöppingen.

Bart dunkelblonder Schnurrbart, sonst t Augenbrauen blond, Augen blaugrau, Nase groß, Munt gewöhnlich, Zähne unvollständig, Kinn oval, 4

deuts. ; 4 ( 1 über der Stirn, auf der Stirn zwei Narben.

[3270] Steekbriefs-Erneuecrung.

Der gegen den früheren ' Unteroffizier Adolph John, welcher sich auch Moellwiß oder Mehlwitz nennt, wegen wiederholten Diebstahls in den Akten U. R. I. 487. 81 unter dem 27. April 1881 erlassene

und unter dem 23. Juni 1882 erneuerte Steck- | [3177]

brief wird hierdurch erneuert.

Verlin, Altmoabit Nr. 11/12 (NW.), den

13, April 1886. Königliches Landgericht T. Der Untersuchungsrichter. IJohl. [9271] Steckbriefs-Erledigung.

Der hinter den Kaufmann Martin Lehmann wegen Unterschlagung unter dem 18. März 1881 in den Akten T. 11. D. 1222, 80 erlassene Steckbrief wird hiermit zurückgenomtnen.

Berlin, den 3. April 1886. i:

Königliche Staatsanwaltschaft I.

Zwangsvollstreckungen, Aufgebote, Vorladr12en u. dergl.

(839 Swangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung foll das im Grundbuche des Ritterguts Paruschke und Dollnik auf den Namen des Wytold v. Lubienski einge- tragene Rittergut

am 19. Juni 1886, Nachmittags 2 Uhr, vor dem unterzeihneten Gericht an Ort und Stelle in Dollnik versteigert werden.

Das Rittergut ist mit 1080,36 Thlr. Reinertrag und einer Fläche von 824,06,24 Hektar zur Grund- steuer, mit 1155 A Nuztungswerth zur Gebäude- steuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abschätßzungen und andere das Mittergut betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen a in der Gerichtsschreiberei ITII. A werden.

Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grund- buche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs- vermerks nicht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungs- termin vor der Aufforderung zur Abgabe von Ge- boten anzumelden, und, falls der betreibende Gläu- biger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksihtigt werden und bei Verthei- lung des Kaufgeldes gegen die berücksihtigten An- sprüche im Range zurücktreten.

Diejenigen, welche das Eigenthum des Ritterguts beanspruchen, werden aufgefordert, vor Veus des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nach erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt.

Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 21. Funi 1886, Vormittags 10 Uhr, an Gerichts\telle verkündet werden.

Flat otwv, den 9. April 1886.

Königliches Amtsgericht.

13356] : Aufgebot. Die Erben des zu Gernrode am 27, März 1870 verstorbenen Zimmergesellen Andrcas Wölfer haben das Aufgebot der Ausfertigung des Kaufvertrages vom 13. März 1855 als Hypothekendokument über 90 M Schuld der Ehefrau des Dienstknehts Ernst Wagner, Caroline, geb. Wölfer, zu Gernrode an den X. Andreas Wölfer, jeßt cingetragen im Grundbuche von Gernrode Band 11. Blatt 93, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf deut 22, Oktober 1886, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeihneten Gericht, Zimmer Nr. 9, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu- melden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird. Ballenstedt, den 12. April 1886. : Herzoglih Anhaltisches Amtsgericht. gez. Heinemann. Ausgefertigt: Höhne, Sekretär,

M

m. [ [3358] Zur Erlangung eines Aus\sclußurtheils behufs | Auszug der Klage bekannt gemacht. ivie Sas A See in ein u aus L T At egendes Grundbuchblatt ist das Aufgebot folgender Arbeiter Albert Johaun Friedrih Schilling, welcher Parzellen nah §. 135 G.-B.-O, beantragt:

Wessum von dem Ackersmann Johann Heinrich Holt- kamp in Graes,

in Neudorf Abbau bei Gromaden erkennt das König- liche Amtsgericht zu Erin durch den Amtsrichter Vorwerg für Recht:

theilung 17. Nr. ? im Grundbuche des Grundstücks Neudorf Blatt Nr. 20, foweit dieselbe von 82 Thlrn. | den Beklagten zur ; ) L L Rechtsstreits vor die I. Civilkammer des König- a. die unverehelihte Amalie Thews in Neu Ko- | lichen Landgerichts zu Stettin, Zimmer 23, auf

2. ZwangsvollstreXungen, Aufgebote, Vor-

ladungen u. dergl. 6. Verschiedene Bekanntmachungen

3. Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen 2c. 7, Uterarische Anzeigen. 4. Berloojung, Kraftloserklärung, Zinszahlung 8, Theater-Anzeigen. 1 9. Familien-Nachrichten. {

u. f. w. von öffentlihen Papieren.

I. Der Parzelle Flur 4 Nr. 141/60 Steuer- | [3

IV. Dét L Flur 4 Nr. 139/68 Steuer-

Alle Diejenigen, welche Eigenthums- oder ander-

Ahaus, 7. April 1886. Königliches Amtsgericht.

Im Nanten des Königs!

Koch, Gerichtsschreiber.

1. Folgende eingetragene Gläubiger der Post Ab-

noch zu Recht besteht, nämli

waletwoko und i j b. der Justiz-Rath Brachvogel in Bromberg,

werden mit ihren Ansprüchen auf die aufgebotene Post ausges{lofsen.

11. Das über die im Grundbuche desselben Grund- tüdcks Abtheilung 11]. unter Nr. 3 aus der Urkunde vom 1. April 1864 eingetragenen und auf den Namen des Kaufmanns Israel Hirschberg in Exin umge-

thekendokument, bestehend aus dem Hypothekenbuch- Auszuge und der Obligation vom 1. April 1864,

1865, wird für kraftlos erklärt.

post im Grundbu dessel] t lung TII. Nr. 4 von 25 Thlrn. nebst fünf Prozent

osten, nämlich der Förster Gottlieb Pansegramm in Huettenbusch bei Pr. Friedland und dessen unbekannte | z

Grunde liegende Forderung felbst von 25 Thlrn.

1862 und Prozeßkosten ausgeschlossen. Die Kosten trägt Aufgebots- Antragsteller. Exin, den 9. April 1886. Königliches Amtsgericht.

[3207] Verkündet am 7. April 1886. Waage, Aktuar, als Gerichts\chreiber. In der Kanzler'shen Aufgebotssache F. 1/85 erkennt das Königliche Amtsgericht zu Ellrich durch den Gerihts8-Affessor Schreiber für Recht :

gültig über 300 4 Darlehnsforderung, ein-

1830 im Grundbuch von Benneckenstein am 20. August 1830 auf das Haus Nr. 247 daselbs zur Zeit der Entstehung der Schuld dem Nagelshmiedemeister August Ritter, jeßt dem Tischlermeister August Linde gehörig für den Fuhrherrn Christoph Ziesenhenne sen. zu Benneckenstein laut Cessionsurkunde vom 25. Juni 1852 dem Pastor Theodor Schu- bart, damals in Benneckenstein, cedirt,

wird für fraftlos erklärt ;

2) die Kosten des Aufgebotsverfahrens fallen dem Antragsteller zur Last.

Königliches Amtsgericht. 11. Abtheilung.

(3372] Oeffentliche Zustellung. Der Hausbesfißer Reinholo Laußmann zu Steîn- seiffen, vertreten durch den Rechtsanwalt Lißer zu Hirschberg, klagt gegen den früheren Kaufmann Otto Wehner, früher zu Landeshut, jeßt unbekannten Auf- cnthalts, aus einem Darlehen, mit dem Antrage: 1) den Beklagten zu verurtheilen, an Kläger 750 M nebst 59% Zinsen seit dem 1. Okiober 1877 zu zahlen und die Kosten des Rechtsstreits zu Uragen,

2) das Urtheil gegen Sicherheitsleistung für vor- läufig vollstreckbar zu erklären,

und ladet den Beklagten zur mündlichen Verhand- lung des Nechts\treits vor die zweite Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Hirschberg auf den 9. Juli 1886, R 9 Uhr,

Gerichtsschreiber des Herzoglihen Amtsgerichts.

mit der Au oFverual einen bei dem gedachten Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen.

(3377]

Carl Friedri Wilhelm Büttner, Emilie Amalie Verkündet am 7. April 1886. baa Baer L

L k G ; ; durch den Rechtsanwalt Justizrath Sehlmacher zu Auf den Antrag des Eigenthümers Gustav Mueller Stlte klagt ieh Ea 1 pa den Arbeiter, früheren Sattler Carl Friedrich Wilhelm Büttner, früher zu Stettin, jeßt unbekannten Aufenthalts, wegen böslicher Verlassung mit dem Antrage, die Ehe der Parteien zu trennen und den Beklagten für den \s{uldigen Theil zu erklären, und ladet

mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten

sowie die unbekannten Rechtsnahfo"ger derselben | Gerichte zugelassenen Anwalt zu bestellen. | Zum Zte der öffentlihen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.

/ Zorll, i Geri(ts\hreiber des Königlichen Landgerichts.

schriebenen 100 Thlr. nebst Zinsen gebildete Hypo- | [3196] Auszug aus einer Klageschrift.

auf welcher die Eintragung in der Haupt- und Ces- | serslautern klagt Charlotte Nödler, Cigarrenmacherin sions-Kolonne notirt ist, und datirt vom 23, Oktober | in Kaiserslautern, Ehefrau von Gustav Froehlih, Bierbrauer, früher in Kaiserslautern, zur Zeit ohne

TTI. Der Aa Iene Arrestgläubiger der Antheils- | bekannten Aufenthaltsort abwesend, durch ihren )e desselben Grundstücks Abthei- aan Rechtsanwalt Dr. Gallinger

Pen seit dem 11. November 1862 und den Prozeß- | dem Antrage, die erhobene Chescheidungsklage für begründet zu erklären, demgemäß die Scheidung der

Rechtsnachfolger werden mit ihren Ansprüchen auf | auszuspreheni uünd dem Beklagten die Prozeßkosten den aufgebotenen Arrest, sowie die dem Arreste zu | zur Last zu legen.

nebst fünf Prozent Zinsen seit dem 11. November | lung des Rechtsstreits in die hierzu bestimmte öffentlihe Sißung genannter Kammer vom

mit der Aufforderung vor, einen bei genanntem Ge- richte zugelassenen Rechtsanwalt zu bestellen.

B 4E ben. Jm Namen des Königs! L : den Beklagten bekannt gegeben

[3202] 1) die Hypothekenurkunde über 600 Æ, jetzt n I: L O | \ N Urtheil der 11. Civilkammer vom 27, Februar 1886

etragen aus der Schuldurkunde vom 6. Juli | die zwischen der zum T f 2 Bertha Eckart, ohne Gewerbe, zu Vettweiß, und

B X V 211 Abtheilu : 9 | ihrem daselbst A An d E a Crken, Ackerer, bestandene schaft für aufgelöst erklärt, Gütertrennung verordnet, Parteien zur Auseinanderseßzung vor Notar Lennarßz in Nideggen verwiesen und dem Beklagten die Kosten des Rechtsstreits zur Last gelegt.

Großhandel.

1 In der Börsen-

Oeffentlicher Anzeiger.

1. Steckbriefe und Untersuhungs-Sathen. 9. Industrielle Etablissements, Fabriken und e-Invalidendauk“‘‘, Rudolf Mosse, Haaseuftein

& Vogler G. L. Daube & Co., E. Schlotte, Vüttuer & Winter, sowie alle übrigen größeren

Annoucen : Buregux. E

Beilage.

Zum Zwete der öffentlichen Zustellung wird dieser |

S A Gerichts\chreiber des Königlichen Landgerichts. 373] _ Oeffentliche Zuftellung.

Der Eigenthümer Heinrich Jahn zu Sonnenburg, rtreten durch den Rechtsanwalt Pießsh zu Sonnen-

den 16. Juni 1886, Vormittags 9 Uhr.9? Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird diefer uszug der Klage bekannt gemacht.

Kirchner, Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

Oeffentliche Zustellung. Die Chefrau des Arbeiters, früheren Sattlers

Heudlaß, zu Stettin, vertreten

mündlichen Verhandlung des

den 7. Juli 1886, Vormittags 97 Uhr,

i __ (Armenfae.) Bei der Civilkammer des Kgl. Landgerichts Kai-

ijer, gegen ihren Ehemann auf Ehescheidung mit wischen ihr und dem Beklagten bestehenden Ehe Sie ladet den Beklagten zur mündlichen Verhand-

23. Juni 1886, Vormittags 9 Uhr, Vorstehendes wird zum Zwecke öffentliher Zu-

Kaiserslauteru, den 12. April 1886. : Der Gerichts\{chreiber am Königlichen Landgerichte. Dr. Wolf, Kgl. Sekretär,

Das Königliche Landgericht zu Aachen hat dur

Armenrehte belafsenen Chemanne Hubert

wohnenden ; ( chelihe Gütergemein-

Aachen, den 5. April 18836. Plümmer, i Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

[3203]

Das Königliche Landgericht zu Aachen hat durch Urtheil der T1. Civilkammer vom 27. Februar 1886 die zwischen der Anna Christina, geb. Blanken, ohne Gewerbe zu ren und threm daselbs wohnenden, im Konkurszustande befindlichen Ehemanne Mathias Wilhelm Wirt, Kaufmann und Müller, bestandene eheliche Gütergemeinschaft für aufgelöst erklärt, Gütertrennung verozonet, Parteien zur Auseinandcr- seßung vor Notar Müller in Düren verwiesen und der Konkursmasse Wirt die Kosten des Rechtsstreits zur Laft gelegt.

Aachen, den 5. April 1886.

Plümmer, Greiuhtsschreiber des Königlichen Landgerichts.

[3204] Im Namen Seiner Majestät des Königs von Bayern!

E ——————————

versammelt in geheimer Sißung, wobei zugegen ivaren:

der Vorsitzende Direktor von Widmann,

__ die Landgerihts-Räthe Stettner und Märkl,

in der Unterfuchung gegen Jakob Berger, Bräu-

gehilfen, zuleßt in Indersdorf, wegen Vergehens

wider die öffentl. Ordnung, hier Beschlagnahme, folgenden Beschluß gefaßt:

_ Nach Einsicht und Verlesung dec wichtigeren Akten-

stücke des Vorverfahrens.

Nach Ansicht des vom Kgl. Staatsanwalte unter

dem 31. v. Mts. gestellten Antrags auf Beschlag-

nahme. i

In der Erwägung, daß Jakob Berger dur dies-

gerichtliches Urtheil vom 2. Juli 1883 wegen Ver-

gehens wider die öffentlihe Ordnuug aus §. 140

Z. 1 R. St. G. B. in eine Gefängnißstrafe von

einem Monat und in die ihn treffenden Kosten des

Verfahrens und Strafvollzuges verurtheilt wurde,

welches Urtheil nah vorschristsmäßiger Verkündung

durch Anschlag am Gerichtsbrette und wegen Man- gels der Einlegung eines Rechtsmittels vollstreckbar geworden ist; _

daß die Kostenshuld des Jacob Berger ausweis-

lih des Kostenverzeichnisses lt. Note des rechnungs-

führenden Sekretärs vom 29. März 1886 bis dahin

44 M. 12 - beträgt ;

daß lt. Mittheilung des K. Amtsgerihts Mon-

heim vom 23. März 1886 2c. Berger ein Vermögen

von 150 A besißt, welhes vom genannten Amts- gerihte verwaltet wird;

daß vom K. Staatsanwalte dahier unterm 31.

März l. Irs. die Beschlagnahme des Vermögens des

Jacob Berger zur Deckung der bis 29, März l. Is.

44 M 12 9 betragenden Kosten des Verfahrens be-

antragt wurde;

daß dieser Antrag im Hinblick auf §. 140 Abs. 3

R. St. G. B., §8. 480, 326 R. St. P. O. gesetz-

lih gerechtfertigt ist;

daß die Strafkammer zuständig ift:

es wird das Vermögen des Bräugehilfen Jacob

Berger zu 150 Æ, welches vom K. Amts-

gericht Monheim verwaltet wird, zur Deckung

der den Jacob Berger treffenden, bis zum 29.

März l. Irs. berechneten Kosten des Verfahrens im Betrage von 44 4 12 4 mit Beschlag belegt;

__ und wird die Veröffentlihung dieses Be- \{lusses durch den Deutschen Reichs-Anzeiger angeordnet.

(L. S.) v. Widmann. Stettner. Märkl.

Zur Beglaubigung:

München, den 3. April 1886.

Der Kgl. Sekretär:

(Ti S (Unterschrift.)

[3205]

Nachfolgende bei der Königlichen General-Kom-

mission zu Merseburg anhängig - gewordene Aus-

einanderseßzungen, als:

A. im Regierungs-Bezirk Merseburg, und zwar

I. im Kreise Bitterfeld :

1) die Ablösung der der Pfarre, Küsterei und Schule zu Kütten, der Kirche zu Drobitz, der Kirche, Pfarre, Priester-Wittwen- und Ärmen- Kasse (Bobbesche Stiftung), Küsterei und Schule zu Ostrau aus den Gemeindeverbänden Kütten, Drobitz und Ostrau zustehenden Realabgaben,

2) die Ablösung der der Pfarre, sowie der Küsterei und Schule zu Koesseln, der Kirche, Küsterei und Schule zu Werderthau aus den Gemeinde- verbänden Koesseln, Werderthau, Ostrau, Ober- und Unter-Ploeß, Möst und Hinsdorf, ingleichen der Pfarre in Ostrau aus dem Gemeindeverbande Werderthau zustehenden Realabgaben,

II. im Mansfelder Gebirgs-Kreise:

) die Ablösung sämmtlicher der Kirhe und der kombinirten Lehrer- und Küsterstelle zu Große leinungen von Grundstücken der Gemeindeverbände Großleinungen, Morungen, Hainrode und Drebs- dorf zustehenden Realberechtigungen,

2) die Ablösung der der Pfarre, der mit der Küster-, Kantor- und Organistenstelle verbundenen Schul- stelle zu Siersleben, dem Stifte Quedlinburg, dem Königlichen Amte Friedeburg. dem Amte Walbeck® und dem Stifte zu Eisleben von Grundftücken der Gemeindeverbände Burgoerner und Siersleben, der Kirhe und dem Magistrate zu Leimbah von Grundstücken des Gemeinde- verbandes Leimbach, ingleichen der Kirche und Pfarre zu Heiligenthol von Grundstücken der Gemeindcverbände Heiligenthal und Helmsdorf zustehenden Realabgaben, die Ablösung sämmtlicher der Kirche, Pfarre, Küsterei und T. Schulstelle zu Groß-Oerner von Grundstücken der Gemeindeverbände Groß-Oer- ner, Burgoerner, Hettstedt, Molmeck, Augsdorf, Gerbstedt, Siersleben und Leimbach ¡ftebecben Realabgaben,

11]. im Mansfelder See-Kreise:

die Ablösung sämmtlicher der Kirche und Pfarre zu Schraplau von Grundstücken der Gemeinde- verbände Asendorf, Ober- und Unter-Efsperstedt, Oberröblingen a. See, Stedten und Schraplau, sowie einiger der Organistenstelle und dem Cantorate zu Schraplau von Grundstücken des Gemeinde - Verbandes Schraplau zustchenden Realabgaben ;

die Ablösung der der Kirhe und Pfarre, Küsterei und Schule zu Fienstedt, der Kirche zu Pfützeenthal und der Küsterei und Schule zu Goedewiß aus decn Gemeindeverbänden Fien- stedt, Zashwiß, Goedewit, Salzmünde und

Die I. Strafkammer des K. Landgerihts Mün- hen II. hat am 1. April 1886, Nachmittags 5 Uhr,

Pfütenthal zustehenden Realabgaben ;

E A R E M E A

E p M s

i