1886 / 103 p. 1 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Königlich Preußischer Staats-Anzeiger.

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«M 103.

Berlin, Sonnabend,

dition: SW. Wilhelmstraße Nr. 32.

1886,

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht: dem Obersten a. D. von Kalckreuth zu Eberswalde, bisher Kommandant von Küstrin, und dem Wirklichen Geheimen Kriegsrath Genz, Militär-Jntendanten des XIV. Armee- Corps, bisher im Kriegs-Mini erium, den Rothen Adler-Orden dritter Klasse - mit der Schleife; dem bisherigen Militär- M AIaARG des Garde-Corps, General-Major a. D. und irklichén Geheimen Kriegsrath von Massow zu Berlin, den Stern zum Königlichen Kronen-Orden zweiter Klasse; dem Geheimen Kriegsrath Kreidel, Militär - Jutendanten des IIT, Armee-Corps, bisher im Kriegs-Ministerium, den König- lichen Kronen-Orden dritter Klasse; sowie dem Maurermeister und Rathsherrn Ferdinand Brenßel zu Meseriß den Königlichen Kronen-Orden vierter Klasse zu verleihen.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht : den nahbenannten Personen die Erlaubniß zur Anlegung der ihnen verliehenen nichtpreußischen Ordens - Jusignien zu ertheilen, und zwar: des Verdienstkreuzes des Großherzoglich sähsishen Haus-Ordens der Wachsamkeit oder vom weißen Falken: dem Kammervirtuosen Wieprecht; des Ritterkreuzes zweiter Klasse des Groß- herzoglich Vlbenbürgiten Haus- und Verdienst- Ordens des Herzogs Peter Friedrih Ludwig: dem Rechtsanwalt und Notar Wolf Dose zu Neustadt in Holstein; des Ritterkreuzes erster Klasse mit Shwertern des Herzoglich sahsen-ernestinishen Haus-Ordens: dem Hauptmann von Kußtleben, Flügel-Adjutanten Sr. Hoheit des Herzogs von Sachsen-Meiningen: des Fürstlich Ren Verdienst-Ordens dritter Klasse: dem Eisenbahn - Stationsvorsteher Blankenagel zu Altenbecken ; des Ehrenkreuzes dritter Klasse des Fürstlich lippishen Gesammthauses: dem Gestüt-ZFnspektor Schrenk zu Herrenhausen;

ferner: des Kaiserlich russishen St. Stanislaus-Ordens zweiter Klasse: dem Ober-Revisor Zeibig zu Eydtkuhnen; sowie des Großherrlich türkishen Osmanié-Ordens dritter Klasse: dem zur Zeit in Kaiserlich ottomanisben Diensten stehen- den Negierungs-Baumeister K zu Konstantinopel.

Königreich Preußen.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht:

den bisherigen Regierungs- und Schulrath Carl Hein- rich Philipp Ferdinand Sander zu Breslau zum Direktor der Königlichen Waisen- und Schulanstalt zu Bunzlau mit Reus seines bisherigen Charakters und Ranges,

den E en Marine-Schiffbau-Jngenieur und rofessor Carl Dill, den Dozenten und Professor Dr. Adolph Slaby und den Dozenten und Professor Dr. Julius Weeren zu etatsmäßigen Professoren an der Technischen Hochschule zu Berlin, .

den Dozenten und Professor Dr. Wilhelm Kohlrausch zum etatsmäßigen Professor an der Technischen Hochschule zu Hannover, und

den Dozenten und Professor Dr. Otto Grotrian zum etatsmäßigen S bs an der Technischen Hochschule zu Aachen zu ernennen; sowie

dem Kaufmann Hermaun Rosenfeld zu Posen den Charakter als Kommerzien-Rath zu verleihen.

Auf Jhren Bericht vom 12, d. M. will Jh den vom 39. General-Landtag der Ojtpreußishen La#kdschaft ge- faßten O Qu des Negulativs vom 23. Juni 1866 (G.-S.

S. 343) zu bestimmen: / | „Las Plenarkollegium wird ermächtigt, nah Einstel- lung der Ausgabe von 4prozentigen Pfandbriefen zu beschließen, daß diese Pfandbriefe den Fnhabern der- selben zur Einlösung dur Zahlung des Nennwerths f kündigen und in 31/zprozentige Pfandbriefe umzu- dees sind. Für die Ausführung eines solchen Be- {lusses sind alsdann die Vorschriften der 88. 2 f. des

Regulativs vom 6, April 1872 (6.-S. S. 363) maß-

gebend“, E

mit der Maßgabe hierdurch landtsherrlih gene$migen, daß l schließlich ‘auf deutsche

bei Ausgabe neuer Pfandbriefe ¿au S 19 Dia Mas lautende Formu o gnden sind. (Vergl.

des Regulativs vom 6. April. Berlin, den 19. April 1886. E Wilhelm.

von Puttkamer. Lucius. Friedberg. von Scholz.

An den Minister des Jnnern, für Landwirthschaft, Domänen und Forsten, der Justiz und der Finanzen. R E

Staats-Ministerium.

Der bisherige Hülfskanzlist Maffert ist zum Kanzlei- Sekretär bei dem Ober-Verwa tuugsgericht ernannt worden.

Ministerium der geistlihen Unterricht s- und Medizinal-Angelegenheiten.

Der Seminar- und Waisenhäk& - Direktor, Schulrath Lang zu Bunzlau ist als Semîn*-Direktor an das Schul- lehrer-Seminar zu Reichenba D

der Seminar-Direktor Roßmänn zu Reichenbah in gleicher Eigenscha|t an das Schullehrer-Seminar zu Drossen Lui Vas j M : Der ordentliche Lehrer Brn in Posen ist zum Oberlebrar/ Ostrowo, und N der ordentliche Lehrer nasium in Marburg zum Oberlehrer befördert worden.

Die Beförderung des ordentlihhen Lehrers Dr. Friedri Karl Shmuhl zum Oberlehre? an der lateinischen aupt- schule der Frande'shen Stiftungen zu Halle a. d. S. ge- nehmigt worden.

Der bisherige Erste Lehrer an der höheren Bürgerschule u Geestemünde, Oberlehrer Dr. Georg Eilker, ist zum ektor dieser Anstalt ernannt worden.

pom Marien-Gymnasium “ae pem Gymnasium in

Felix Mendelssohn-Bartholdy-Staats-Stipendien für Musiker.

Am 1. Oktober cr. kommen zwei Stipendien der Felix Mendelssohn-Bartholdy' schen Stiftung e befähigte und streb- same Musiker zur Verleihung. Jedes derselben beträgt 1500 6 Das eine ist für Komponisten, das andere für aus- übende Tonkünstler bestimmt. Die Verleihung erfolgt an Schüler der in Deutschland vom Staat subventionirten musi- a Ausbildungsinstitute, ohne Unterschied des Alters, des Geschlechts, der Religion und der Nationalität.

Bewerbungsfähig ist nur Derjenige, welher mindestens ein halbes Jahr Studien an einem der genannten Institute gemacht hat. Ausnahmsweise können preußishe Staats- angehörige, ohne daß sie diese Bedingungen erfüllen, ein Stipendium empfangen, wenn das Kuratorium für die Ver- waltung der Stipendien “v Grund eigener Prüfung ihrer Befähigung sie dazu für qualifizirt erachtet.

Die Stipendien werden ur Fortbildung auf einem der betreffenden, vom Staate subventionirten Fnstitute ertheilt, das Kuratorium ist aber berechtigt, hervorragend begabten Bewerbern nah Vollendung es Studien auf dem Znstitut ein Stipendium für Jahresfrist zu weiterer E (auf Réisen, durh Besuch auswärtiger Jnstitute 2c.) zu verleihen.

Sämmtliche Bewerbungen nebst den Nachweisen über die Erfüllung der oben gedahten Bedingungen und einem kurzen, selbstgeschriebenen Lebenslauf, in welhem besonders der Studieñ- gang hervorgehoben wird, sind nebst einer Bescheinigung der Reife zur Konkurrenz durh den bisherigen ai oder dem Abgangszeugniß von der zuleßt besuhten Anstalt bis un 1. Julî d. s an das unterzeichnete Kuratorium, Berlin W., Wilhelmstraße Nr. 70a, einzureichen. (

Den Bewerbungen um das Stipendium für Komponisten sind eigene Kompositionen nah freier Wahl, unter cidesstatt- licher Versicherung, daß die Arbeit ohne fremde Beihülfe aus- geführt worden ist, beizufügen.

Die Verleihung dés Stipendiums für ausübende Ton- künstler erfolgt auf Grund einer am 30. September cr. in Berlin durch das Kuratorium abzuhaltenden Prüfung.

Berlin, deu 1. April 1886. Das Kuratorium für die Verwaltung der Felix

Mendelssoha-Bartholdy-Stipendien.

Justiz-Ministerium.

Der Amtsrichter Fordan in Berleburg ist mit Pension in den Ruhestand Me ; i

Jn der Liste der Rechtsanwälte sind gelöscht: der Rechts- anwalt Shmäidtmann bei dem r in Zarburg, der Rechtsanwalt von Manger -bei dem Amtsgericht in Emmerich, der Rechtsanwalt Geisthövel bei dem Land-

Yalob bér bei “Lem Gym-

geriht II in Berlin und der Rechtsanwalt Mues bei dem mtsgeriht in Worbis.

În die Liste der Rechtsanwälte ist eingetragen: der Geri&ts-Assessor Mosson bei dem Landgericht in Neisse. besegt ie erledigte Notarstelle in Xanten wird nicht wieder

eseßt. :

Der Notar de Witt in Ortelsburg is} in Folge straf- rechtlichen Urtheils aus dem Amt als Notar geschieden.

__ Der Amtsrichter Seger in Zeiß, der Amtsrichter ihn in Hadersleben, der Rechtsanwalt und Notar, Justiz-

ath Hankwiß in Wriezen und der Notar Neuhöfer in Kastellaun sind gestorben.

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

Bei der Beurtheilung von Konstruktionsmaterialien, namentlich von Eisen und Stahl, welche ost Schwierigkeiten bietet, wenn sie ledigli auf Grund der ermittelten mechanischen und chemischen Eigenschaften erfolgen soll, scheint ein ergänzendes de edri in der mikroskopischen Untersuhung gefunden zu sein. /

_Die Herstellung der für eine solche rol opeide Unter- suchung geeigneten Schliffe ist indessen mit zah reihen Schwie- - rigkeiten verbunden, erfordert eigenartige Jnstrumente und Apparate, große Uebung und Sachkenntniß des Anfertigers. Da nach den vorliegenden Erfahrungen weder die erforderlichen Kräfte, noch die nöthigen Hülfsmittel den Produzenten und eten von Metallen in allen Fällen zu Gebote stehen, so ist mit Geaehmigung de: Herren Minister für Handel und Géwenve, der öffentlihen Arbeiten und der geistlichen, Unter-

1s- und Medizinal-Angelegenheiten eine Abtheilung für Her- f ffén. mit-der -chemish-technischen e t verbunden worden. Wb ad E

Bi schen S rfuhsa

Indem wir den P : und Stahl unter Bezugnahne auf die nachstehenden Vc schriften sür die Benußung der betreffenden Abtheilung Kenntniß geben, bemerken wir gleichzeitig, daß unser Mitglied, Herr Geheimer Bergrath Dr. Wedding \ih gern bereit erklärt hat, fo lange, bis die EUMOLNE auf diesem Gebiet allgentein verbreitet sind, die auf Grund eingehender ‘bege angefertigten Schliffe auf ihre Brauchbarkeit Tür den besonderen Zweck vor der Absendung zu prüfen, die Aufmerksamkeit der Auftrag- geber, wenn es gewünscht wird, auf die Eigenthümlichkeiten welche sich unter dem Mikroskope zeigen, hinzulenken und auth den Zeichner anzuweisen, dieselben besonders zu markixren.

Derselbe wird ebenso, falls dem Auftraggeber Erfahrungen darüber fehlen sollten, gern angeben, ob \sich im einzelnen «Falle die Aeßung des Scliffes, bezw. welher Grad der Aetzung, und ferner welcher Ton der Anlauffarben am meisten für das betreffende Metallstück empfiehlt.

Wenn diese Mitwirkung un}eres Mitgliedes gewünscht wird, bitten wir dies in jedem einzelnen Auftrage auszu- sprechen.

Berlin, den 15. April 1886.

Königliche Kommission zur Beaufsichtigung der technischen Versuchsanstalten. Schult.

Bo für die Benußung der Abtheilung zur Herstellung von Schliffen für mikroskopische Untersuchungen.

Die Vorschriften für die Benutzung der Königlichen technischen Ver- fuchs8anstalt zu Berlin vom 1. Januar 1881 (Mittheilungen aus den Königl. Verfuchsanstalten 1883 S. 8) und vom 1. September 1884 (ebend. 1884 S. 91) werden dur folgende Bestimmungen ergänzt:

Zu Nr. 1 Leitung der Versuchsanstalten.

Mit der chchemis{ch-technis{chen Verfuchsanstalt ist eine Abtheilung

ps Sens von Schliffen für mikrofkopische Untersuchungen ver- unden. Zu Nx. 2 E zel der Versuchs8anstalten. ¡

F. In ter Abtheilung zur Herftellung mikroskopischer Schlisfe werden Metalle durch Schleifen, Poliren, Ren und Anlassen mit einer L Fläche versehen, welhe zur mikroskopishen Untersuhung geeignet ift. /

Auf besonderen Antrag wird von dem durch das Mikroskop er- haktenen Bilde eine einfarbige oder mehrfarbige Zeichnung im Ver- hältniß von 50: 1 hergestellt.

Zu Nr. 3 Form und Beschaffenheit der einzusendenden | : Des,

F. Die Proben find im Allgemeinen in Form von Platten mit 2 annähernd parallelen Flächen von ungefähr 2 cem Seite in einer Stäcke von nichi mchr als 15 mm einzuliefern.

_ Flächen wie Kanten können rauh sein und den natürlichen Bruch zeigen. 7

Anders geformte, namentlich gros und stärkere Stücke werden, foweit die Hülfsmittel der Anstalt (Drehbänke und Hobeimaschinen) reichen, in derselben format*isirt.

Sollen größere Flächen, als fol{e von 4 gem, namentlich ganze Querschnitie von Schienen, Aren, Panzerplatten u. \. w., j mikroskopishe Untersuhuna vorbereitet werden , so sind diesen Flächen entsprehende Platten von ;öchstens 2 cm Stärke eiazultefern.

Sollen an größeren Flächen nur einzelne Stellen untersucht werden, so sind die die leßteren umgebenden Theile abugtrbeiten, pas tb betreffenden Stellen als Eeböbunden für die Schleifung

ercit stehen.

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roduzenten ; n E is: und Konsumenten von Eisen“ * N

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