1886 / 159 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Oesterreich - Ungarn. Wien, 7. Juli. Wie die Pol. Cen G tbeils wird die von dem Unterrichts-Minister Dr. von Gautsch einberufene Enquete über die Reform r Bere B bungsanatten am 12, d. M,, durch den terrihts-Minister eröffnet werden. E i Ea aniabe, . Juli. (Presse.) Der rumänische airs en-Kongreß wird heute, pätestens morgen, ge- \{lossen. Die Synode der Bischöfe ist gestern Pan etreten, lehnte jedo die Durhführung des Kongreßbesclusses, etreffend die Kreirung einer Weihb1f hofs stelle, M me die Canones der gr.-or. rumänischen Kirche von einem Beih- bischof nichts wissen und au das sanktionirte Ongamnisgtians- statut der gr.-or. rumänischen Metropolie eine southe Dur de niht kennt. M der heutigen Kongreßsizung theilte die Synode diesen Beschluß mit.

britannien und JFrland. London, 8. Juli, Abenta, A. T. B.) Dies heute Abend 7 Uhr waren 494 Parlaments-Wahlen bekannt; davon entfallen auf die Konservativen 249, auf dissentirende Liberale 50, auf An- änger Gladstone's 130 und auf Parnelliten 65. Bei den Wa len in den englischen Städten, die nunmehr be- endet sind, wurden 144 Konservative, 22 dissentirende Liberale und 60 Anhänger Gladstone's gewählt; London mit seinen Vorstädten wählte 49 Konservative, 2 diffsen- tirende Liberale und 11 Anhänger Gladstone's. i Nach Meldungen aus Cardiff kam es daselbst in der vergangenen Nacht, bei der Verkündigung des Resul- tats der stattgehabten Parlamentswahl, zwischen den Anhängern der einander gegenüberstehenden Parteien zu Thätlichkeiten, sodaß die Polizei einschritt und von der Waffe Gebrauh machte. Die Zahl der Verwundeten, unter denen sich au<h viele Frauen befinden, wird auf nahe an hundert angegeben ; mehrere Personen sind schwer verleßt.

rankrei<h. Paris, 8. Juli. (W. T. B.) Der Miner Fe Posten und Télegraphen hat mit den Messageries maritimes einen Vertrag abgeschlossen, dur welchen der bestehende Dienst geändert und hauptsählich gefordert wird, daß nur in Frankreich gebaute Schiffe in Dienst gestellt und nur französische Kohlen ver- wendet werden. Der Vertrag hebt die Vortheile auf, welche in den Frachtsäßen den englischen Erzeugnissen zum Nachtheil der französishen Waaren gewährt waren. Der Vertrag wird zu Ende des Jahres 1888 in Kraft treten. Die Einnahmen des Staatsschaßes im Monat Juni betrugen 31/4 Millionen Francs weniger als die Vor- anschläge des Budgets. Die Einnahmen im ersten Halb- jahr dieses Jahres betragen 38 Millionen weniger als in dét gleichen fl des vorigen Jahres. Das Defizit rührt hauptsähli<h von den geringeren Einnahmen an der Zuc>kerfteuer her.

8. Juli, Abends. (W. T. B.) Der Senat hat den Gesegentwurf, welcher die Anwendung einer Zuschlag- taxe auf fremden Kolonialzu>er bis zum 30. August 1888 verschhiebt, in der von der Deputirtenkammer be-

lossenen Fassung angenommen. / M Pie e s segte die ‘Berathung der Vorlage, betreffend die ug einer Zuschlagtaxe auf Cerealien, fort und beshloß mit 310 gegen 240 Stimmen, zu der Pera der einzelnen Artikel überzugehen. |

Privatmeldungen aus Cambodscha sagen: Si- votha, ein Bruder des Königs, der seit einer Reihe von

ahren an der Spitze aller aufständischen Bewegungen stand, Ki von einheimischen Milizen gefangen und erschossen worden. Der „Temps“ erwähnt die Meldungen mit Vorbehalt, da jede weitere Bestätigung fehle.

Rußland uud Polen. St. Petersburg, 9. Juli. W. T. B.) Der „Regierungs-Anzeiger“ bringt ein ommuniqué über die Batumfrage, welches besagt: die Ansiht der auswärtigen ournale , daß die Schließung des Freihafens von Batum eine ere quug des Berliner Ver- trages enthalte, sei eine irrige, denn die Errihtung des Frei- hasens habe unter Umständen stättgefunden, die sich seitdem vollständig verändert hätten. Die augenbli>lihen Umstände seien nicht allein lästige für den Staats\chag, sondern führten au wegen des auf der Landseite bestehenden Zollkordons für die materielle Handelsentwi>elung von: Batum und dem nah dem Kriege mit Rußland vereinigten Gebiet die größten Nachtheile herbei. Unter Anderem hätten darunter der Naphthahandel und die Naphtha-Jndustrie zu leiden, was niht blos für Transfaukasien, sondern auch für die ausländischen Konsu- menten von großer Bedeutung sei. Die Bevölkerung der Umgegend aber werde dur< die Existenz der Oktroi-Abgabe in vieler Beziehung geschädigt und führe lebhafte Klagen. Jn Erwägung dieser Umstände habe die Kaiserliche Regierun niht aus dem Auge verlieren können, daß der Art. 5 des Berliner Vertrages eine vollständige Nebenstelle in dem Vertrage einnehme. Denn er enthalte niht das Re- sultat einer Uebereinstimmung aller Mächte, sondern nur eine ganz von freien Stücken von Rußland abgegebene Er- klärung, in Batum einen Freihafen einrihten zu wollen. Die Vortheile, wel<he man damals den vertragschließenden Mächten zu gewährleisten beabsichtigte, könnten m<ht mehr in Betracht gezogen werden ; denn nach der Abschaffung des fauka- ischen Transitverkehrs habe Batum aufgehört, ein Entrepotplaß ür die zwischen Europa und Persien ausgetaushten Waaren zu ein, und habe sih nur den Jmpoxrthandel erhalten. Mithin seien egenwärtig keine äußeren Ler cleo vorhanden, dur<h welche RUß- and bestimmt werden könnte, Opfer zum großen Schaden des Gebietes des Freihafens zu bringen. Daß die Umstände für den Broihasen ungünstige seien, eve eine actjährige Er- fahrung bewiesen; es liege kein Grund vor, daran zu zwei- feln, daß es absolut nothwendig sei, ‘den Freihafen zu schließen.

Zeitungsftimmen.

Die „Deutsche Konsulats -Zeitung“ dru>t die Urtheile der deutschen Handelskammern über unser Konsular- wesen ab und bemerkt eitleitend dazu:

In Nachfolgendem werden ‘die Aeußerungen der deutshen Handels- kammern über unfer Konfularwesen nad den „pro 1884 und 1885 er- statteten Berichten dieser Korporationen auszüglih wiedergegeben. ‘Es dürften damit die neuerdings wieder „in- einem Theile der“Presse her- voxgetretenen re<t absprehenden Urtheile, insbesondere au über die Aan Ular-Berichterstattung, theilweise die wünshenswerthe Korrektur erfahren.

Diese Uebersichten sollen VORelene werden, da die Berichte der deutschen Handelskammern über das Vorjahr nur erst zum kleineren Theile erschienen sind. Jedenfalls —“däs geht au< {on aus den

E D E D S S E E

si i i Vertretungen ervor sind die offiziellen i von Handel und Gewerbe pi allgemein davon überzeugt, daß die

na<hfolgenden Aeußerungen

i i ablässig bemüht ist, das Konsularwesen “immer E “el ubilben U dem “r ves E Geme E E on . Wesentliche Fortschritte in diese [n E. RA dur<hweg mit Befriedigung konstatirt.

Ju den „Berliner Politischen Nachrichten“

ir: 5 A iti me neues Anerkennungszeugniß der deuts<en Kolonialpolitik aus

s ; i Ï ine des Hrn. französishem Munde bringt ein demnächst erscheinendes Buch 1 bg dis iy Deputirten des Seine-Departements. Das DRR S den Titel: „L'expansion coloniale de la France. n ge i tung untersu<t der Autor die Ursachen der kolonialen e gung, welche alle größeren Nationen Europas ergriffen hat, iber T politischen als mte e L e Le. de Lanessa Mare te aus. In BVetre euts<lan 1 : Ms e eti hat diese Lehren der Geschichte augenscheinlich pt standen. Es genügt ihm nicht, den ersten Rang in Ms E zunehmen, sondern es lenkt seine Hauptanstrengungen sel O E Jahren auf die Schaffung einer See- und Kolonialmacht, die ine if zum heutigen Tage mangelte. . . . Unterdessen baut es Kriegs! Me über Kriegsschiffe, sendet Flotten nah allen Punkten des B al tigen legt die Hand auf alle überseeischen Gebiete, deren es ih ne age fann. Offenbar strebt sein großer Staatsmann, indem er 2.04 E einem doppelten Ziele nah: dur< die Marine der Mi li z ir L Deutschlands einen Stärkezuwachs zu verschaffen, und sejner S u pt Absaßmärkte zu E die ihr, wie der aller anderen“ Völker, me ehr zu fehlen beginnen.“ i S ias E Ali tre Mg die da wegen des Kostenpunktes jammern, der uns durch den Besiß von „Sandlöchern“ und „Ftebernestern erwächst, folgender, mit Bezug auf die-Kolonia!politik des eigenen Landes ge- thaner Ausspruh Herrn de Lanessan's zur Beherzigung empfohlen: f „Wie Athen und Sparta in Asien, wie Rom in Gallien, }o suchen Frankreich, England, Deutschland in Indien, Ozeanien, M fernsten Osten die zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse nöthigen Reich- thümer. Dafür bringen sie in jene Gegenden, sammt ihren D erzeugnissen, den sie beseelenden Genius. Wenn man von mir ite U die Bilanz dieser doppelten Operation in Millionen aufzumacen, ?o würde ih mich auf die Antwort beschränken, daß es mir Waver, \<lägt, zu wissen, was dem römischen Volke die Eroberung Galliens gekostet hat. Mir genügt das Bewußtsein, daß das heutige Frankreich die Fruht der kolonialen Ausbreitung Roms ist, wie das Algier, íFndochina, Madagaskar, Tunis der Zukunft die Früchte der folonialen Ausbreitung Frankrei<hs sein werden“.

Die „Nationalliberale Correspondenz“ schreibt :

Die Maßregeln gegen die sozialistishe Bewegung stehen fast in der ganzen civilisirten Welt im Vordergrunde der öffentlichen Erörterung, und ohne Scheu darf man sagen, daß Deutschland auf diesem Gebiete einen großen Triumph erlebt. Die Leitung unserer Reichspolitik darf die Anerkennung für ih fordern, daß sie, nachdem die sozialistishe Gefahr einmal in ihrem vollen Umfange erkanut war, einen durhaus klaren Standpunkt derselben gegenüber einge- nommen und ihn mit strenger Folgerichtigkeit festgehalten hat. Dieser Standpunkt geht -dähin, alles auf den wesentlichen Grundlagen der bestehènden Gesellshafts8ordnung irgend Mögliche zur Verbesserung des Looses der arbeitenden Klassen zu thun, alle darüber hinausgehenden Bestrebungen aber, als mit dem Gemeinwohl unverträglich, ins- besondere jede Gefährdung der staatlichen Sicherheit und Ordnung,

\chonungslos zu unterdrü>en. Was is niht im Auslande über diesen Standpunkt anfangs gespöttelt und ge\{<mäht worden! Und jeßt sieht si< ein Staat na<h dem andern ezwungen, die Bahb Deutschlands zu betreten. An den s{<wierigeren heil der Aufgabe? freilih, an die positiven Maßnahmen zur

Verbesserung der ‘Lage der Arbeiter, haben si< noh die wenigsten herangewagt; um so entshiedener aber wird die Repression jeßt in Ländern gehandhabt, in wel{hen -man der deutschen Bekämpfung der Sozialdemokratie gegenüber no< bis vor Kurzem nicht laut genug den benlafsens predigen konnte. Was in Belgien und in

besolders aber, was in der Schweiz

und vor Allem soeben in Jtalien geschehen ist, enthält für das Vorgehen der deutschen Reichsregierung die glänzendste Nechtfertigung. Mag man sonst über die zwe>mäßigste Gestaltung der Sozialpolitik der verschieden- artigsten Ansicht sein darüber sind zuleßt wohl so ziemlich alle Re- gierungen einig, daß die heutige sozialistishe Propaganda ein inter- nationaler Feind ist, der überall mit den ernstesten und wirksamsten Mitteln zurü>gewiesen werden muß. Bei dieser Sachlage müssen die Leistungen der „deuts{hfreisinnigen“ Presse, die si<h in endlosem von der gewohnheitsmäßigen Nörgelei bis zu akutem Zetergeshrei esteigertem Tadel über die antisozialistishen Vorkehrungen der Necidrunt ergeht, einen eigenthümlichen Gindru> machen. Man könnte sie fomis< finden, wenn es nicht empörend wäre, daß man im fortschrittlihen Lager innerli< über die Lahmlegung der- Sozialdemokratie eigentlich ganz befriedigt ist, während man nach außen radikale Entrüstung zur Schau trägt, um von den führerlos gewordenen Arbeitermassen möglichst Viele für die eigene Fahne ein- zufangen. Mögen sih die Herren ‘aber bei diesem Manöver nicht verrehnen! Uns gehen aus den verschiedensten Theilen des Landes Ñ nit allein die antisozialistishen Maßregeln der

Regierung im Allgemeinen die Billigung der Bevölkerung haben, sondern auch, daß zahlreiche befonnene Männer, die bisher zur „deutsh- freisinnigen“ Partei gestanden, ih gerade wegen der Haltung der

Grundsaß des- Ge den Vereinigten Staaten, ganz

Nachrichten zu, da

leßteren in dieser Frage von ihr abwenden,

Spiele von mehr als 36 Blättern (1884/85 3 308 100 bezw. 212417 Spiele).

Nath Mittheilung des Statistischen Amts der Stadt Berlin

i iesigen Standesämtern in der Wote y L Juni pi incl, G0 Juli cr. zur Anmeldung gekommen: 210 E \{ließungen, 847 Lebendgeborene, 34 Todtgeborene, 708 Sterbefälle

Uebersiht

tudirenden an den landwirths<haftli<en E n während des Sommer-Semesters 1886.

aus- der -Provinz Ostpreußen .

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteo- rologie. Organ des Hydrographischen Amts und der Deutschen Seewarte. "Herausgegeben von dem Hydrographishen Amt ‘der Admiralität. Vierzehnter Jahrgang. 1886. Heft VI. Inhalt: Bericht der Direktion der Seewarte über die Cyklone im Golf von Aden im Anfang Juni 1885. (Schluß und Nachtrag.) Reise S. M. S. „Moltke“ na< Island. Bemerkungen über Port Darwin und Jones-J. an der Nordküste von Australien. Aus dem Reisebericht des Kapt. Meyerheine, Führer der deút|<en Bark „Hugo“. (D. S.) Jloilo und Versegelung von dort nah Cebu. (D. S.) Beschaffenheit des Ankergrundes im Hafen von Antofagasta, Westküste von Süd-Amerika. (D. S.) Bericht über den Orkan vom 14. Mai in Krossen und Umgebung. Von Prof. Dr. Köppen. (D. S.) Aufforderung, betreffend Beobachtungen der glänzenden Himmelserscheinungen, welhe seit dem Somm-er 1885 öfter in Mittel-Europa gesehen worden find. Kleine Notizen. Tabellen.

—"Kartenbeilagen.

Statistische Nachrichten.

Ueber die Spielkartenfabriken und den Verkehr mit Spielkarten im Deutschen Reih für das Etatsjahr 1885/86 ist einer im Maiheft zur Statistik des Deutschen Reichs ver- öffentlichten Uebersicht zu entnehmen, daß die Gesammtzahl der Spiel- kärtenfabriken wie im Vorjahr 61 betrug. Am Anfang- des Etats- jahres 1885/86 ‘hatte der in diesen Fabriken vorhandene Bestand an unversteuërten Spielkarten 671894 Spiele von 36 - over weniger Blättern und 177 996 Spiele von mehr als 36 Blättern betragen, und am-S<luß des Jahres stellte sih derselbe auf 758 570 bezw. 207 487 Spiele, nachdem im Laufe des Jahres 3 678 501 bezw. 1304 541 Spiele zu- und 3.591825 bezw. 1 275 050 Spiele abge-

angen waren. Von diesem Abgang sind versteuert worden 3 388 796 ezw. 205 744 Spiele (im Vorjahr 3 291 944 bezw. 203 514 Spiele) ; 199714 bezw. 1055 527 (1884/85 236 865 bezw, 1 074 943) Spiele wurden in das Ausland ausgeführt. Einschließlih der vom Ausland eingegangenen und in den freien Verkehr getretenen Spielkarten find im Reichsgebiet überhaupt zur Versteuerung und in den Verbrauch

gelangt 3405 151 Spiele von 36 oder weniger Blättern und 209/664

—————.t—P : rende aus ofpi- | zusam. Bezeichnung der Akademie. irübexen frôtene tanten na Semestern p jrende | | i tli o<shule D 1) antwiesdaftide Golde | o wo 2) Landwirthshaftlihe Akademie / e zu Poppelsdorf . : 43 43 2 | 38 M zusammen . . | 115 95 | 101 | 311

*) Außerdem nahmen an den Vorlesungen bezw. praktis S De landwirthschaftlihen Hohschule Theil: 210 Studirende

der Universität und 48 Studirende der Thierarzneishule, zusamm 258 Studirende.

übri 311 Studirenden sind: Von den übrigen h 10 A

Westpreußen N C 2 Bild, 00 Z Po 18 Ï P a e E L S L i C é Schleswig-Holstein .. 5 ; U e o) Z a2 Ü Hessen-Nassau. . .. 15 ê Ned 04 é Soeben E - aus Preußen... . 261 Studirende aus den übrigen deutshen Staaten . . 29 y aus Deutshland . .. . 286 Studirende aus dein Aula 06 x zusammen wie oben... . 311 Studirende.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Das IJuliheft der „Deutschen Rundschau“ (Verlag bon Gebr. Pätel, Berlin) eröffnet der den Lesern der Zeitschrift wohl:

¡Di ha Swhlacht des Priesters Augustin“. Auf das_Glänzendst eigen ì

n des Autors, sein tiefes Gemüth und warmes Herz. Bewegend und ershütternd Élingt der Schluß der „Erinnerungen an Gusta Nachtigal“ aus, der uns no<mals die Persönlichkeit des Forschungé reisenden vor Augen führt, zumeist in seinen eigenen Worken. Viele werden in den hier mitgetheilten Briefen Natigal von ‘einer ganz neuen Seite kennen lernen, und zwar vor der des gutmüthigsten Spottes und des erqui>endsten Frohsinn Professor Friedrich Raßel entrollt vor uns „Das geographische Vil der Menschheit“, indem er an die hundertjährige Wiederkehr jen Zeit anknüpft, in welher Herder seine „Ideen zu einer Philosophi der Geschichte der Menschheit“ geschrieben, und des Weiteren soda ausführt, daß das Bild der Menschheit nah hundert Jahren, als jeßt, forshenden Geistern in den Hauptzügen wirklich fo erscheint wie Herder es in seinen „Ideen“ nur nah dem Anbli> aus der Fern geschildert hatte: die Einheit des Menschengeshlehtes wird anerkanrt und dessen enge Verbindung mit der Natur ist das Mittel, jene j verstehen. In das entfernteste Alterthum führt uns Ernst Zitelmau in seinem Aufsaße „Eine neuéntde>te altgriehische Gefetzgebung zurüd. 1884 war es, als in den Ruinen der vor zweitausend Jahren blühen gewesenen griechischen Stadt Gorbna auf der Insel Kreta ein Fun

sondern des ganzen gebildeten Publikums beanspruchen darf: mat! hatte eine Mauer mit einer Inschrift entde>t, wel leßtere ein voll ständiges Gese, für das alte Gorßna, und damit das älteste Geseh werk, das wir überhaupt außer der in der Bibel aufbewahrla Mosaischen* Geseßgebung bisher kennen, enthält. Professor Zitel

Ausführungen éipen fesselnden Beitrag zur altgriehis<en Kul E. Reyer seßt seine unterhaltenden Studien über Kalifornien for

jeßt, wo er sih dem Ende naht, die Erwartungen, die man an det Anfang knüpfen durfte: däß die deutsche Literatur hier um ein große: und bleibendes Werk bereichert worden sei. Interessant und L regend ist Otto Gildemeister's Cfsay: „Der Kampf gegen die Frenid- wörter“, in wel<hem er na<weist, daß unter den Uebeln, die A Sprache bedrängen, der Gebrauch. der Fremdwörter niht das gröye! sei, daß man fih gegen eine gewisse Sprachverwilderung viel me wahren müsse. Professor Ludwig Friedländer giebt sodann noch person liche A an Turgenjew“, und die „Literarische Rundschau wie literarishe Notizen gewähren einen Ueberbli> der neuen hervor

Quartal bestens ein.

gebiets, das si<h von der Donau bis zur ] Meere erstre>t. Wir heben als besonders gélungen hervor:

und LIOLNS tandpunkte. Sehr zeitgemäß sind die lungen ü historishen Ueberbli> vorausge

zu Livadia, die Stätten des;Krimkrieges und das Janere der Hal

gegangenen Lieferungen, fehr gelungen. Das soeben Aienene 19, Heft der von F

der Bru>mann's<hen l .

«Kunst für Alle“ bringt über die Berliner

die Sort seßung der auf

Pecht und ;

Brandschaßung von Wisby von C. G. Hellgvist; In der

von C. F. Smith; Desdemona von Hugo König (als Vollbi

Zwei Töchter des Ozeans von A.

Brügge von Marg. Löwe; Feierabend von

Lebensmüden von E. Neide; Deckengemälde im

E 2 E S d E 2 f “li Ly M5 G ami ai E e (A O E

F. Hähnel's von Julius Grofse und des Berichts Salon, und eröffnet mit E. Grünewald's „Das dem Gebiete der bildenden Kunst und der Photo- eue Rubrik für diese für Künstler höchst wichtige r in Zukunft au< ein juristisher Fragekasten gewid-

s dem Leben E. über den Pariser UrHheberre<t auf

aterie, welche met werden soll.

Gewerbe und Handel.

Ueber den Artikel Gummi arabicum is na< dem Jahres- bericht der Handelskammer zu Breslau für 1885 eigentli, soweit es um egyptis<hen Gummi handelt, nihts mehr zu sagen, denn die è 10 N S L ne am Aue, : 1

ata, die heute son —600 4. kosten, werden in wenig Ttonaten überhaupt ni<t mehr zu schaffen sein. Natureller egyptischer Gummi, Anfang 1884 no< 140 fl. kostend, ist heute auf 250—300 fl. Es darf dies ni<ht Wunder nehmen, wenn man auf die bli>t, die im Sudan herrscht. n\ 15—20 000 Farden allein na< Triest geliefert wurden, ist vergangenes Jahr an diesen Plaß so gut wie nihts gekommen. Die neuesten Nachrichten aus dem Insurrektionsgebiet haben auch den letzten Rest von Möglichkeit geraubt nachdem die wenigen Karawanenstraßen m Besiße der Aufständischen befinden —, irgend welche Zufuhren halten. Trieft, das im Dezember 1884 noch ca. 5000 Farden be- saß, hatte am 1. Dezember 1885 nur no< 16 Farden. Dabei ist nicht zu vergessen, daß au<h na< Herstellung geordneter Zustände von erwähnenswerthen Zufuhren keine Rede fein kann, weil das Wenige, was überhaupt an Gummi im Sudan gesammelt worden ist, theils als Nahrungsmittel benußt wurde, theils vernichtet worden ift. Den hohen Preisen gegenüber, die egyptisher Gummi erzielte, war der Zufluß von ostindishen, australis<en und anderen Abarten natürlich London importirte von allen Deskriptionen 1884 im Ganzen 30623 Kisten und lieferte 27 514 Kisten vom Lager, doppelt so viel wie in den Vorjahren. Es handelt si< aber hierbei um Qualitäten, die egyptishe Gummi nie erseßen können. Dabei war auch die Ernte an Senegal-Gummi sehr gering und heute ist ehter Bas du fleuve-Gummi in dem Hauptstapelplaß Bordeaux chon nicht mehr zu finden, so daß wir bald auf den untergeordneten Galam- Gummi angewiesen sein werden, der bekanntlih 15—20 %/% Schmuß und Staubtheile enthält.

Breslau, 8. Juli

Norrätbe sind

Während fonst von Kairo

ungemein groß.

(W. T. B.) In der heute stattgehabten Sitzung des Aufsichtsraths der Vereinigten Breslauer Oel- riken, Aktien-Gesellschaft, wurde beschlossen, nah Ab- schreibung von 217 000 4, aus dem Aktienrü>kauf herrührend, und von 49 000 #4, aus dem Betriebsgewinn herrührend, der General- versammlung eine Dividende von 3$9/0 vorzuschlagen.

(W. T. B) Wollauktion.

In Wolle lebhaftes Ge- äft bei geringer Avance, Spekulation jedoch ruhig, Exportgarne fest, ruhiger, Stoffe stetig. ; l | Helsingfors, 5. Juli. In dem Konkurse der Firma Oscar Lindblad hierselbst ist der Prüfungstermin auf den 2. August d. I., 11 Uhr Vormittags, sowie in dem Konkurse der Firma Leonard Lindblad hierselb auf den 2. September d. J., 11 Uhr Vormit- eseßt worden. eiden Fällen findet der Termin vor dem Rathhausgericht zu Helsingfors ftatt.

sehr fest, Preise anziehend.

Bradford, 8. Juli. (W. T. B.)

bekannte Salvatore Farina mit einer neuen Erzählung,

ih hier wiederum der Humor und die Schilderung? F

Submissionen im Auslande.

. Belgien. mittags. Société Nationale des chemins de fer vicinaux. Bureau : Rue de la loi Nr. 9 zu: Brüssel.

a. Vergebung des Betriebes der Stre>en Andenne—Eghezée, Melreux—Laroche, Poir—St. Hubert.

b. Bau der Stre>en Charleroi—Mont-sur-Marchienne, Char- [eroi—Montigny-le-Tilleul, Charleroi—Lodelinsart.

Näheres im genannten Bureau, Ingenieur Bouillon zu Rour-les-Charleroi.

2) 4. August, Mittags. Baarzahlung von

ertrag. Die übrigen Kornarten, sowie die Kartoffeln und RNüben zeigen durhweg einen befriedigenden Stand und sind die Ernteaussichten in Betreff dieser Früchte günstig. Winter- raps und Rübsen sind nur sehr dünn und shwach aufgegangen, so daß nur auf eine sehr geringe Ernte gerehnet werden kann. Klee, Luzerne, Esparsette stehen im Allgemeinen be- friedigend. Die Wiesen sind im Ganzen gut, theilweise sogar recht gut bestanden.

I 1) 21. Juli, 11 Uhr Vor

bezüglih b außerdem beim

( Börse zu Brüfsel. 2396 alten Waggonrädern und 465 stählernen Waggonachsen verschiedener Dimensionen, die zu Malines lagern. 2 Loose. Lastenheft Nr. 223 in der Expedition des „Reichs-Anzeigers“. II. Niederlande.

Deichverwaltung von Rynland. von 2600 Tons Ruhrkohlen. Bedingungen käuflih bei der

Nachmittags 4 Uhr, im Kaffee „De Oude rland. Lieferung von 3000 h1 Ruhr-Mascinen- n. Auskunft bei der Deichverwaltung zu Oud-Beierland.

3) 13. Juli 1886, Nachmittags 2 Uhr, im Central-Bureau der „Maatschappy tot Exploitatiec von Staatsspoorwegen“ zu Utrecht.

Lasch- und Endplatten, eisernen Haken-

b, eihenen Quershwellen und von Eichenholz zu Weichen 2c.

Auskunft an Ort und Stell

4) 8, Juli 1886, Vormittags 12 Uhr. Direktion der „Artillerie- Stapel- und Constructie-Magazynen“ von 8000 k Ort und S Personen erfolgen.

Uebernahme gegen

lausiß können im Großen und Ganzen auf eine Mittelernte aller Getreidearten re<hnen. Der vielfah dünne Stand des Roggens wird dur< gute Aehren- und Körnerbildung aus- geglichen, der allgemein bevorstehende Ausfall im e des Wintergetreides durch einen reichen Ertrag der K

und Wiesen übertragen. Ungewöhnlih reiche Heuerträge hat der Spreewald, sowie das Oder- und Warthewiesengebiet zu ver- zeihnen. Die Zu>errübenfelder sehen vielfah nicht besonders gut aus; Kartoffeln stehen zur Zeit gut.

1) 13. Juli 1886.

gemacht wurde, der das höchste Interesse niht nur der Gelehrten F von Ronlärd u Leben Sekretarie

2) 12. Juli 1886, Hoorn“ zu Oud-Beierlar

mann geht näher auf diese Gesetzgebung ein und giebt in seine Lieferung von

a, stählernen Schienen,

die Ernte-Aussichten für den Weizen; der Stand dieser Frucht und Schraubenbolzen,

ist zum Theil ein re<t üppiger. Der Roggen ist im Stroh kurz geblieben, hat aber lange Aehren. Die Sommersaaten stehen sehr verschieden; im Ganzen sind aber Aussichten für eine Mittelernte nicht pr überall vorhanden. Der Stand der Kartoffeln ist ein be

Heuschnitt hat zum größten Theil einen nur geringen Ertrag gegeben.

und der Roman Gottfried Keller's „Martin Salander“ re<tfertigt f

truct zu Delft, Houttuinen. Lieferung g Zink in Blöcken, 1000 kg Zinkdraht.

E ) Auskunft an Einschreibung muß durh<h in Holland wohnhafte

Verkehrs - Anstalten.

(W. T. B.) | der Hamburg - Amerik Aktiengesell\<aft ift, 3 Uhr auf der Elbe eingetroffen. Triest, 8. Juli

Auswinterung, namentlih des Roggens und Rübsens geklagt, und auch die in das Sommerkorn bei dessen fröhlihem Auf- laufen geseßten Erwartungen sinken erheblih. Jm Kreise Lauenburg wird sogar bezüglih des Winterroggens eine totale Mißernte befürchtet. Auch über den Ertrag resp. den Zustand der Wiesen, namentlich der Naturwiesen, wird vielfa geklagt, so daß Futtermangel stellenweise nit ausgeschlossen sein wird. Dagegen berechtigt die Kartoffel nah ihrem jeßigen Stande zu den besten Hoffnungen.

Hamburg, 9. Juli.

„Suevia“ Postdampfer

anishen Pad>etfahrt- von New-York kommend,

ragenden literarischen Erscheinungen. Nah dem Vorstehenden leite

das Juliheft der „Deutschen Rundschau“ das eben beginnende nel heute früh

; ) Lloyddampfer ist heute Nachmittag aus Konstantinopel hier einge-

Von der im A. Hartleben’s{hen Verlage ( Wien) erscheinende Publikation „Zwischen Donau und Kaukasus“, Land- w Seefahrten im Bereich des Schwarzen Meeres, von A. M Scweiger-Lerchenfeld (mit 215 Illustrationen und 11 Kar u worunter zwei große Uebersichtskarten in Wandkarten-Format. 29 S rungen à 60 4), liegen uns die vierte, fünfte und sechste Lieferung ad Dieselben entrollen ein anschauliches Bild jenes ungeheuren Steppen

Wolga und dem KaspisWe!

Schilderungen der Natur des Landes, dîe Vegetationsbild( die fesselnde Darstellung der Steppenstürme und andere he schaftlibe Schilderungen. Dazu kommt eine knappe, ja tlare Auseinanderseßzung über das Russenthum vom ethnolaa er die Krim. Der Verfasser läßt auch hier einen all; emeintl fen und beschäftigt si<h eingehend

der Natur dieser Halbinsel, deren Südküste bekanntli<h zu den ki

vollsten Strichen von Osteuropa gehört. Die Sommerxsite der Car

(W. T. B.)

Sanitäts8wesen und Quarantänewesen.

Italien.

Verordnung Nr. 11.

niglih italienis{<hen Ministeriums des Innern vom 30. Juni 1886.

/ ffe, welche mit der Bestimmung na<h Sar- n und Sizilien und den benachbarten kleinen Inseln, sowie nah fen und Stapelplätßen des italienishen Festlandes am Jonischen Maria di Leuca an und am Mittel- Meere und den Inseln desselben vom gan en Küstenlande

wegen der großen Nässe des Bodens überall erst verspätet be- wirkt werden können. Bei dem Klee ist zwar hinreichend Pflanze vorhanden, do<h ist die Pflanze dur das längere tro>ene Wetter nur sehr niedrig geblieben, und der Ectrag des ersten Schnitts wird deshalb meistens ein geringer bleiben. Die Kartoffelselder sind überall gut bestanden und berechtigen u den besten Hoffnungen. Die Roggen- und Weizenfelder ind im Allgemeinen gut bestanden, weniger im Stroh. Der Roggen hat ret gute Aehren, ebenso der Weizen. Bei beiden Getreidearten wird auf eine Mittelernte zu rechnen sein.

Quarantäne- Verordnung des

Art. 1. Die Schi

n Vorgebirge Santa

zen österreichish- angekommen und am 30. i z n09 nit mit der Erlaubniß zum Landen in einem Hafen oder Stapypel- es Königreichs außerhalb des Adriatishen Meeres versehen iner siebentägigen Beobachtungs-Quarantäne unterworfen, 8orte der Schiffe in den Quarantäne- usen degli Aranci, zu Taranto, Gaëta uhalten ift.

e nah dem Bestimmun alten zu Augusta, im Meer r Porto Santo Stefano abz A 2. Den ebendaher kommenden und nah italienishen Häfen ishen Meeres bis zum Vorgebirge Santa Maria di Leuca Schiffen wird die Landung daselbft gestattet, wenn sie reine dagegen werden sie der ärztlihen Unter- ündigen Desinfektion der zum persön- Gebrauche dienenden Gegenstände, der Bettgeräthschaften an ord und der inneren Theile des Schiffes unterzogen, ne Gesundheitspässe vorzeigen.

Art. 3. Dieses leßtere Verfahren findet von jeßt an auf alle en Gesundheitspässen versehenen Schiffe A Tben aus einem Hafen oder Stapelplate des Königreichs

insel mit ihren hochiñteressanten Oertlichkeiten sind , eingehend ® handelt. Dieses Kapitel enthält eine Fülle des Lehrreichen h: Interessanten. Jllustrationen und Karten sind, wie in den voral

A Pet 4 lag8anstalt (München) herqus8gegebe t ü (iner Subiläuns: Ausstellun ührlihen Ausftellungsberichte von Fri d ie sehr gelungenen Reproduktionen der Aussftell u Lu er) soni!

Delobbe; Im Ba

hat auf die Entwitelung der Saaten und Futterkräuter einen nachtheiligen Einfluß geübt, welcher dur die spätere günstige Witterung nicht völlig ausgeglichen worden ist. Namentlich steht der Roggen auf leihterem Boden dünn; der Klee-, zum Theil auch der Wiesenertrag ist gering, und bei allen Ge- treidearten wird sih ein bedeutender Ausfall an Stroh fühlbar machen. Dagegen sind die Aussichten für die Kartoffeln gut, Br die Rüben befriedigend. Jm Allgemeinen ist auf besserem

8spässe einreichen ; juhung und der strengen 24\t

wenn sie un-

wird sie nicht erreiht werden.

r. Kallmorxgen; V tuppelraum | der Ln stellung von W. Friedri<h und Ein junger Tasso von A. Schr . Dass Heft enthält ferner außer den üblichen Kunstüotizen, Bespre<u gen, Briefkasten 2c., die Fortseßung der sehr amüsanten Erinneruns

Roggen ist die Blüthezeit günstig verlaufen, und die wohl- ausgebildeten Aehren sind voll mit Körnern beseßt. Jm Halme ist der Roggen meist nur kurz geblieben. Die Winterfrüchte haben si<h in Folge der Dürre s{hwach bestot und durhweg

enigen der in den vorhergehenden Artikeln bezeih- welchen bei der Ueberfahrt Krankheitsfälle vor-

kommen, welche den Verdacht der Cholera erregen, werden der strengen 21tägigen Quarantäne in der Austalt der Insel Asinara, wenn sie nah Häfen des Jonishen Meeres, des Mittelmeeres und dessen Inseln, dagegen in der Anstalt zu Poveglia, wenn sie na< einem

Orte am Adriatishen Meere bestimmt sind, unterworfen.

Art. 5. Bis auf weilere Bestimmung bleibt die Einfuhr von Lumpen, Hadern, zum Handel bestimmten, ni<ht gewasc<enen alten Kleidungsstü>ten, gebrauchten Bettgeräthschaften und von Dünger aus

dem österreichis<-ungarishen Gebiete nah Italien verboten. Egypten.

Der internationale Gesundheitsrath zu Alexandria hat in feiner Sitzung vom 21. Juni 1886 beschlossen, die Ankünfte aus Triest einer dreitägigen Beobachtungsquarantäne mit ärztlicher Besichtigung, verbunden mit Desinfizirung des Schiffes, der Gebrauhhsgegenstände

der Reisenden und der Mannschaft, zu unterwerfen.

Berlin, 9. Juli 1886.

Mittheilungen über den Stand der Saaten und der Ernte- Aussichten.

Provinz Ostpreußen.

___ 1) Reg.-Bez. Königsberg i. Pr.: Die diesjährige Früh- jahrsbestellung hat unter günstigen Verhältnissen ausgeführt werden können, jedo< war die im April und Mai herrschende Dürre dem Auflaufen der Saaten hinderlih. Auch das Wintergetreide hat dur< die Dürre gelitten, ist kurz geblieben und hat vielfah nur einen dünnen Stand; der Roggen hat jedo eine gute Blüthezeit gehabt und zeigt daher einen be- friedigenden Körneransaß. Raps steht durhweg mangelhaft. Die Haefrüchte versprechen im Allgemeinen einen guten Ertrag. E ist die Klee- und Heuernte meistens sehr dürftig aus- gefallen. 2) Reg.-Bez. Gumbinnen: Der Stand sämmtlicher Saaten muß gegenwärtig und vornehmlich in den litthauischen Kreisen als ein guter bezeihnet werden. Die NRoggenfelder gewähren in ihrer gleihmäßigen Stärke und Dichtigkeit einen vortrefflihen Anbli> und versprechen einen reichen Ertrag; nicht minder üppig hat sih der Weizen entwi>elt. Auch das Nundgetreide ist üppig eingewachsen, aber au< Gerste und Kartoffeln stehen der Jahreszeit entsprechend gut. Die Aus- sichten für die diesjährige Getreideernte sind daher durchaus gute. Auch der Klee, das Wiesengras und die sämmtlichen übrigen Futterkräuter sind üppig emporgediehen.

Provinz Westpreußen.

Neg.-Bez. Danzig: Der Roggen is durchweg kurz im Stroh geblieben, zeigt aber einen verhältnißmäßig guten Körneransaß. Der Weizen hat weniger unter der Dürre ge- litten. Der Kartoffelstand 1ist durhweg befriedigend. Klee und Wiesen haben überall nur geringen Wuchs.

Provinz Brandenburg. 1) Neg.-Bez. Potsdam: Der Roggen is im Stroh etwas zurü>geblieben, verspriht aber einen lohnenden Körner- 2) Reg.-Bez. Frankfurt a. O.: Neumark und Nieder-

eefelder

Provinz Pommern. 1) Reg.-Bez. Stettin: Am erfreulichsten gestalten \i<

riedigender. Der erste Klee- und

2) Reg.-Bez. Köslin: Fast im ganzen Bezirk wird über

3) Reg.-Bez. Stralsund: Die Frühjahrsbestellung hat

Provinz Posen. 1) Reg.-Bez. Posen: Die lange Tro>enheit im Mai

oden eine Mittelernte zu erwarten, auf leihtem Boden aber

2) Reg.-Bez. Bromberg: Sowohl beim Weizen wie beim

Kartoffelr ) gras ift in günstigster Weise verlaufen.

kleine Schoten angeseßt. Die Frühjahrssaaten sind vielfach \{le<t aufgegangen und - au< später in ihrem Wachsthum durh Regenmangel mehr oder weniger beeinträchtigt worden. Am meisten gelitten hat die frühzeitig gesäete Gerste, wogegen bei den späteren Gerste- und Hafersaaten ein befriedigender Ertrag in Aussicht steht. Sehr ungleich und lüenhaft sind die Zu>errüben aufgegangen. Die Erbsen stehen meist be- friedigend. Die Kartoffeln stehen ret kräftig. Der Ertrag an Grünfutter und Heu ist ein geringer gewesen. Auch der Heuertrag der Wiesen kann im Allgemeinen nur auf die Hälfte einer Dur{hschnittsernte geschäßt werden.

Provinz Schlesien.

1) Neg.Bez. Breslau: Der Stand der Kornfelder ist ein überaus verschiedener. Schwere Bodenarten, welche die Feuchtigkeit länger anhalten, zeigen zum Theil ganz normale Bestände, während auf leichtem Höhenboden der Roggen viel- fach einen sehr traurigen Anbli> darbietet : \spärliche Pflanzen, kurz im Stroh und geringer Kornansaßz. Der Weizen und die Sommerung stehen im Allgemeinen besser. Der Raps ift ast all emein s{le<t aus dem Winter gekommen und ver- spricht kaum eine Mittelernte. Allgemein empfunden wird der Mangel an Futtergewähsen. Der Klee i vielfah aus- gewintert. Auch die Heuernte liefert kein günstiges Re- sultat. Jm Allgemeinen befriedigend ist der Stand der Kartoffeln.

__ 2) Reg.-Bez. Oppeln: Der Noggen steht in Körnern ziemlich befriedigend, is im Stroh jedoh sehr kurz geblieben. Weizen steht meist gut und läßt ebenso wie Hafer eine mittel- gute Körnerernte erhoffen, wenngleih der Strohertrag auh hier ein geringer werden wird. Raps, Lupinen und Hülsen- früchte zeigen einen günstigen Stand und versprechen eine gute Ernte. Die Kartoffeln sind in der Entwi>elung zurü>- geblieben. Die Heuernte ist dur< den im Juni fast drei Wochen täglich gefallenen Regen stark beeinträhtigt worden.

9) Reg.-Bez. Liegniß: Der gegenwärtige Stand des Winter- und Sommergetreides ist als ein im Ganzen zufrieden- stellender zu bezeihnen. Jnsbesondere sind die Aehren des Wintergetreides gut entwi>elt, nur ist Ee durchweg au<h in den besseren Böden im Stroh kurz geblieben.

Provinz Sachsen.

__ 1) Reg.-Bez. Magdeburg: Die Ernte-Aussichten sind durchweg befriedigende, wennglei<h die Frühjahrsbestellung durch die vielen Regen im April eine Verzögerung erfahren hat. Das Wintergetreide hat \ih ziemlih gut entwi>elt. Das Sommergetreide steht überall gut, ja Hafer und Erbsen meist sehr gut. Die Rüben und Kartoffeln sind wegen der verspäte- ten Bestellung im Wachsthum etwas zurückgeblieben, so daß hier im Durchschnitt nur eine Mittelernte erwartet werden kann. Der erste Schnitt der Futterkräuter hat durchweg einen mittleren Ertrag gegeben.

2) Reg.-Bez. Merseburg: Der Stand der Früchte kann durhgehend als ein guter, ja in manchen Kreisen als ein vorzüglicher bezeichnet werden und läßt mindestens eine gute Mittelernte erwarten. Der Raps steht fast durchaus befrie- digend. Der Roggen steht meist sehr gut, nur wird in zwei Kreisen über die kurzen Halme geklagt. Das Getreide im Allgemeinen ist sehr gut dur< den Winter gekommen, so daß der jeßige Stand zu den besten Hoffnungen berechtigt. Des- gleichen ist der Zustand der Hafrüchte in fast allen Kreisen vorzüglich.

__3) Reg.-Bez. Erfurt: Die Frühjahrsbestellung ist ret- zeitig und gut von Siatten gegangen. Ebenso ist der Aufgang der Saaten schnell und gleihmäßig erfolgt.

Im Allgemeinen versprechen die Winter- und Sommer- saaten eine zufriedenstellende Ernte. Der Stand des Weizens ist erheblih besser als der des Roggens. Gerste und Hafer versprechen eine leidlihe Mittelernte. Wiesen und Kleeselder sind im Großen und Ganzen ret gut bestanden. Kartoffeln und Rüben haben in Folge der anhaltenden Nässe sehr gelitten. Provinz Schleswig-Holstein. _Reg.-Bez. Schles wig: Der Roggen hat während des Winters vielfah Schaden genommen. Dagegen hat \ih der Weizen fast überall besser gehalten, und berehtigt der gegen- wärtige Stand desselben zu Hoffnungen auf eine Mittelernte. Dasselbe gilt von den ODelsaaten. Die Frühjahrssaaten haben sih fast durhweg gut und kräftig entwi>elt. Wenn stellen- weise auch der quantitative Ertrag der Wiesen und Kleefelder zu wünschen übrig läßt, so wird dieser Ausfall in qualitativer Hinsicht ausgeglichen werden. Jm Allgemeinen können die Ernte-Aussichten als günstig bezeihnet werden. Provinz Hannover. 1) Reg.-Bez. Hannover: Der Weizen steht den Haupt- flähen nah gut oder doch befriedigend. Der Roggen ist etwas kurz geblieben, steht theilweise au<h dünn, doch tis e

man, N dur< guten Körneransaß der Ausfall der Ma zum gro

befriedigend. Der Stand der Hülsenfrüchte ist im Allgemeinen

en Theil gede>t werde. Gerste und Hafer stehen

ein i ender. Die Zu>errüben stehen meistens gut, die eln durhgehends. Die Ernte von Klee und Wiesen-

2) Neg.-Bez. Lüneburg: Der Weizen hat einen be-

friedigenden, theilweise guten Stand. Roggen steht auf leichtem Boden recht gut, wird jedo<h nur kurzes Stroh bringen. Hafer hat im Ganzen einen ziemli befriedigenden Stand, ebenjo Gerste. Erbsen versprehen im Allgemeinen einen reihlihen Ertrag. Der Stand der Kartoffeln is ein ausgezeihneter und verspricht eine sehr gute Ernte. Klee und Futterkräuter stehen im Allgemeinen befriedigend und ver- sprechen eine ganz gute Ernte.

3) Reg.-Bez. Hildesheim: Der Stand der Saaten be-

rehtigt zu guten Hoffnungen. Der Roggen steht mittelgut, der Weizen ebenfo. Rüben, Kartoffeln und das Sommer-

etreide haben si<h glei<falls im Allgemeinen gut entwi>elt.

outterkräuter und Wiesen versprehen einen reichlichen Ertrag in quantitativer und qualitativer Beziehung.

4) Reg.-Bez. Stade: Weizen hat durh Frost und Mäuse-

fraß sehr gelitten, sodaß eine Mittelernte niht zu erwarten ist. Roggen hat durchschnittlih einen dünnen Stand und ist kurz im Stroh, zeigt aber einen sehr guten Körneransat. Raps und Nübsen hat \i<h S entwi>elt, ebenso Hafer und Gerste. Die Kartoffeln versprechen einen guten Ertrag. Klee und Kleegras stehen theilweise sehr gut.

9) Reg.-Bez. Osnabrü>: Weizen und Roggen zeigen

einen niht besonders guten Stand, und beklagt man ih namentlih über kurzes Stroh. Dagegen haben sih Gerste,

afer und Kartoffeln durchaus befriedigend entwicelt. Der tand der Erbsen läßt eine Mittelernte erwarten. Klee- und

Wiesenheu berechtigen zu guten Hoffnungen.

6) Reg.-Bez. Aurich: Die Ernte-Aussihten sind für

Wintergetreide in Bezug auf den Körnerertrag als günstig zu

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