1886 / 164 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Eg

Der Königli<h großbritannishe Botschafter am hiesigen Allerhöchsten Hofe, Sir Edward Malet, gat Berlin mit Urlaub g e ür die Dauer seiner A wesenheit fungirt der erste Botschasts-Sekretär Scotlt als interimistisher Geschäftsträger.

S. M. Deicit „Friedrich Carl“, Kommandant

Kapitän zur See Stempel, ift am 14. Juli cr. in Palermo, S. M. Kanonenboot „Zlt is“, Kommandant Kapitän-

Lieutenant Hofmeier, an demselben Tage in Malta eingetroffen.

Vayern. München, 14. Juli. (Allg. Ztg.) Die Staats-Minister Dr. Frhr. von Zus und Frhr. von Crailsheim sind gestern Abend von ihrem Begrüßungs- besuhe bei dem Reichskanzler Fürsten Bismar> aus Kissingen wieder hier eingetroffen. Dieselben trafen den

ürsten in bestem Wohlsein an und hatten ih der freund- ihsten Aufnahme zu erfreuen.

Württemberg. Friedrihshafen, 13. Juli. (St.-A. f. W.) Am heutigen Tage, an wel<hem vor 40 Jahren die Vermählung des Königs und der Königin statt- efunden, wurden Jhren Majestäten aus allen Theilen des Landes und aus allen Kreisen der Bevölkerung die rührendsten Beweise herzlicher e und die innigsten Glü>wünsche entgegengebract. on den Majestäten selbst wurde der Gedenktag, bei dessen Anlaß ihnen auch eine Reihe sinniger Ueberraschungen dargebracht wurde, im Kreise der Königlichen gee in der Stille gefeiert. Zur Beglü>wünschung trafen eute Mittag die ess Wilhelm von Baden von Schloß Kirchberg, sowie Prinz Herrmann zu Sachsen-Weimar, von Karlsbad kommend, im Schlosse ein. dem Königlichen A gestern Abend von dem evangelischen und katholishen Kirchenhor und der Sängergesellschaft Har- monie, der Feuerwehr und der Museumsgesellshaft eine Reb mit Fackelzug dargebracht. Die Straßen der Stadt ind beflaggt.

Ein soeben veröffentlichtes kir<hlihes Geseh vom 15. Juni d. J., betreffend die Verlegung des Refor- mationsfestes in der evangelischen Landeskirche, bestimmt:

Art. 1. Das Reformationsfest in der evangelischen Landeskirche wird künftig, und zwar erstmals im Jahre 1887, am Sonntag nach dem 30, Oktober gefeiert.

Art, 2. Der Uebergabe des Augsburgischen Bekenntnisses wird au ferner am Sonntag nah dem 24. Juni im Predigtgottesdienst feierlih gedacht.

Das Evangelische Konsistorium ist mit Vollziehung dieses Gesetzes beauftragt.

, Elsaß-Lothringen. Ueber das Ergebniß der Ge- meinderathswahlen in Met schreibt man von dort dem „Schw. Merk. “: Wie sich bei erneuter Stimmenzählung heraus- gestellt hat, sind nicht 12, sondern 13 altdeutshe Kandidaten ewählt. Die Protestpartei, seither gewohnt, daß ihr die ein- heime Bevölkerung in Wahlangelegenheiten unbedingte veerfolge leistete, hat es nicht für nöthig gefunden, in öffent- beer Wahlversammlung die Wähler um ihre Meinung zu besragen; sie seßte mit Aus\{luß der gemäßigten Elemente und selbstverständlich aller Eingewanderten einfah wieder die alten französischen Heißsporne auf ihre Liste und muß nun fs ihrem grenzenlosen Erstaunen wahrnehmen, daß sie iso- irt E a Ein großer Theil der Bevölkerung hat das demonstrative Protestiren, das vor 15 Jahren verständlich war, jeßt sih aber überlebt hat, satt bekommen und brötelt sih immer mehr von der früher so kompakten Masse des hie- sigen Sto>sranzosenthums ab. Junger Nahwuchs fehlt gänz- lih, während das deutsche Element si innerlih und it der Zahl nah gestärkt hat. Ohne Zweifel werden bei den Nach- wahlen den Eingewanderten, bezw. gemäßigten Einheimischen no<h mehrere Sive zufallen, so daß sie möglicherweise im künftigen Gemeinderath die Mehrheit bilden werden. Aber au, wenn solches niht der Fall sein sollte, so ändert dies

nihts an der heute schon feststehenden Thatsache, daß der Ge- meinderath von Meg nicht mehr als der unbezwingliche Hort der Protestler angesehen werden darf.

Die Wahlbetheiligung war eine sehr beträchtliche, 71 Proz. der Wähler haben von dem ihnen zustehenden Wahl- rehte Gebrauh gemacht. Jn der ersten Sektion stimmten 85 Proz. der E Wähler. Die Disziplin, mit der die Altdeutschen zur ahlurne schritten, war eine muster- gültige. Jm legten Augenbli>e wurden Versuche gemacht, die Einigkeit zu untergraben; nicht weniger als 7 Listen tauchten auf, unter denen die sog. „fatholishe“ mit 5 Eingewanderten und 2 Altmeyer Kandidaten die meisten Aussichten hatte, allein diese Versuche sind kläglich gescheitert. Jn der erstenSeéktion erhielt von altdeutschen Kandidaten die höchste Stimmenzahl Heister, mit 867 Stimmen, von den Einheimischen Lallement mit 520 Stimmen. 7 Altdeutshe wurden in dieser Sektion ewählt. Jn der zweiten Sektion drangen 2 Altdeutsche dur, 3 Anderen fehlten nur gegen 40 Stimmen an der absoluten Mehrheit. Die dritte Sektion ist die Hohburg der Protestler. Hier Ziien sih die Heißsporne Fietta und Dr. Winsba> aufgestellt.

iesen gegenüber stand die altdeutsche Liste und die sogenannte Liste A A welche im leßten Augenbli>e no<h zu Stande gekommen war und von den Gemäßigten unterstüßt wurde. Es erhielten von den Altdeutshen Hamm und Weisert 937 Stimmen, dagegen Fietta 386, und von den Gemäßigten Meyer 219 Stimmen. Nur 5 Stimmen fehlten den Alt- deutschen an der absoluten Mehrheit. Die Wahl der dritten Sektion hat deutlich gezeigt, daß die einheimische Bevölkerung Protestler vom Schlage der Fietta nicht mehr will ; daß einer der Gemäßigten E vorherige Agitation über 200 Stimmen erhielt, wird unseren Protestlern zu denken geben. Die 4. Sektion vermehrte die ahl der Altdeutschen aber- mals um drei. Die Altdeutshen erhielten hier 647 bis 551 Stimmen, die Einheimischen gegen 500. Die ab- solute Mehrheit war 582, wel<he drei Altdeutshe er- reihten. Jn der 5. Sektion fen der gemäßigte Neu- mann, das Landesausschußmitglied für Met, und sein Anhang gegen Protestler und Altdeutshe. Hier erhielten die- Alt- eutshen nur gegen 300 Stimmen, Neumann 314, die Kandi- daten der Protestler „welche jedo< sämmtlich einsichtige Leute find, gegen 480 Stimmen. Gewählt wurde keiner. Der Ausgang, welchen die Wahlen genommen haben, hat auf die Einheimischen einen geradezu niedershmetternden Ein- rud gemacht. Sie haben sih< vor den Wahltagen nicht verhehlt, daß es mit der protestlerishen Herrlichkeit zu Ende sm daß aber der altdeutiche Sieg ein so schneller und nieder-

Zur Vorfeier wurde

<metternder sein werde, haben sie si{< ni<t träumen lassen. llgemein hört man ‘jeßt aus Kreisen der Einheimischen die Anklage gegen Fietta und Dr. Winsba> laut werden, daß

shuldet haben.

Lokalen der Stadt SeresGie bei resultate stürmisher Jubel. Ein

zum frühen Morgen versammelt.

inscenirt und hielt eine L Schaar altdeutsher Wähler bis

Diese Leßteren wieder brandmarken die Ge- mäßigten als Verräther und {reiben dem Abfalle und der Wahlenthaltung der Leßteren den Sieg der Altdeutschen zu. Augenbli>li<h kennt die Verwirrung und die Wuth der Be- siegten gegeneinander feine Grenzen.

Fn allen öffentlichen Bekanntwerden der Wahl- Wahlbankett wurde glänzend

Oesterreih-Ungarn. Die „Wiener Zeitung“ meldet: Wiener Polizeidirektion betraute ist zum Präsidenten der ernannt worden.

Niederlande. Haag, 14. Kammern eröffnet. Jn der König die Hoffnung aus, daß die infolge einer Differenz und einem Theil lösung unterbrohen worden, würden. die freundschaftlihsten. Der thuung die Wiedereröffnun

dische Flagge Seitens Deuts

E Durch das günstige

der Verfassungsgeseß e sow vorhergehenden Session vorgelegte andere dringende Vorlagen.

Abends. (W. T. 631 Parlaments-Wahlresul fallen auf die Konservativen 307,

1 Siß.

morgen nah England abreisen. Das Nationalfes wurde

matische Corps,

menge waren zugegen. 10 U ŒW L B)

Ehrenlegion. Der Herzog von Aumale Nouvion nah Brüssel abgereist.

gramm des „Reuter'schen Bureau“ Jrade, welcher die reguläre A seßt, wurde heute veröffentlicht.

Truppen zurü>zubefördern. Serbien. Nis, 14. Zuli.

lihe Eröffnung der Skup Sonntag erfolgen.

Amerika. Washington,

Zwe> einzunehmen. Mr. Bayard daß jede weitere Störung des leg werden würde. Er wolle jedo<

Sa>ville West über die Sache konf Qu Q S D)

hause wurde Antrag angenommen, wona, oder der Saldo in

trages 100 Millionen Dollars üb verpflichtet sein soll, diesen Uebers zinstragenden Schuld im Bet 10 Millionen Dollars monatlich zu

Afrika. Egypten.

Wien, 15. Juli.

König hat heute die außerordentlihe Session der

der Zweiten Kammer j ! wieder aufgenommen werden Die Beziehungen zu den übrigen Mächten seien

er Staatsschuld sei der Staatskredit gefestigt worden. Der Kammer würden Entwürfe zugehen über die Nevision

Großbritannien und Jrland. B.) Bis heute Abend 7 Uhr waren

Gladstonianer 170 und Parnelliten 81. Wahlen gewannen die Konservativen 7 Sie, die Gladstonianer

Fraukreih. Paris, 14. Zuli. Ausweisungsverfügung wurde dem Aumale heute früh zugestellt; derselbe wird in Folge dessen

Wetters begangen; irgend ein Zwischenfall ist nicht vorge- kommen. Die heute Nachmittag auf dem Longchamps abge- haltene Revue nahm den programmgemäßen Verlauf. Die Truppen defilirten vor dem Präsidenten Grévy. die Militär-Attachés viele hervorragende Persönlichkeiten und eine zahlreiche Menschen-

beglü>wünschte heute den Kriegs-MinisterBoulanger \chriftlih zu der guten Haltung der Truppen bei der gestrigen Revue und ernannte denselben zum Groß-Offizier der

Türkei. Konstantinopel, 12. Juli. (A. C.) Ein Tele-

Marine-Reserven werden entlassen werden. türkishe Schiffe ankern jeßt bei Salonichi, um die türkischen

fikations-Auss<huß der Skupschtina hat si< heute konstituirt und seine Berathungen begonnen. Die / vtina wird voraussihtli<h am

Staatssekretär Bayard hat von dem Kongreßmitglied Mr. Boutelle die Mittheilung erhalten, daß die im Hering 8s- sang für den Sardinenhandel beschäftigten amerikanischen Fischerboote von St. Andrews, Neu-Braunschweig, ver- trieben wurden, indem man ihnen ankündigte, daß keinen amerikanischen Booten gestattet würde, Heringe für irgend welchen

heute mit 209 gegen 65 Stimmen ein

1 der Staatskasse unter Einrech- nung des zur Amortisation der Staatsnoten gehaltenen Be-

Kairo, Brigade-Generale Butler und Green, denen Ürlaub gewährt wurde, reisten heute nah England ab.

(W.-T. B.) Der mit der Leitung der ofrath Freiherr von Krauß iener Polizeidirektion

ult. (W. T. B) D>E Eröffnungsrede spra<h der die Arbeiten, welche dur zwishen der Regierung erfolgte Auf-

nig erwähnte mit Genug- der für die niederlän- lands gewährten Küsten- Resultat der Konvertirung

ie andere, bereits in der Geseßentwürfe und einige

London, 14. Juli,

tate bekannt; davon ent- dissentirenden Liberalen 73, Bei den heutigen

(W. T. B) Die Herzog von

heute troy des \{le<ten

Das diplo- der fremden Mächte,

Der Präsident Grévy

ist heute früh 7 Uhr über

meldet: Ein Kaiserlicher rmee auf Friedensfuß Auch die Armee- und Mehrere

(W. T. B.) Der Veri-

feier-

12. Juli. (A. C) Der

erwiderte darauf: er hoffe, itimen Handels verhindert no< einmal mit Sir L. eriren.

Im Repräsentanten-

falls der Uebers<huß

ersteigt, der Schabßsekretär zur Zahlung der rage von nicht weniger als verwenden.

12. Juli. (A. C.) Die

Zeitungsftim

Dans andel,

amts unserer E al berichtet des Danziger Handels im Jahre 1885

frage ist zögernd und zurüchaltend, der gewinnbringend gewesen.

Zwar versu

Krisis ebensowohl das

deren’ Chauvinismus und Obstruktionspolitik das Unheil ver-

4

Stande der Weltwirthschaft der Versuch,

Die , Tanger Allgemeine Zeitung“ äußert über gs H ewerbe und Schi ie im Fahre 1885: er vor wenigen Tagen erschienene Ja

\tiges. Die geschäftlichen Erfolge unserer Handels- und Schiffahrts- unternehmungen sind na< Meinung des mannschaft no< dürftiger gewesen als im Jahre vorher.

__ Eine \<ädliche Einwirkung der Zölle auf unseren Handel ift in keinem Ae desselben in irgendwie erheblihem Maße hervorgetreten. t der Jahresbericht, die Schutzzölle für die herrschende Ueberproduktion [mit verantwortlih zu machen, er seßt sich sich euie in Widerspruch, indem er darauf hinweist, daß die jeßige 1 \reihändlerische Großbritannien wie die mit Schutzzöllen umgebenen Länder des Kontinents in ihren Bereich gezogen hat. Wenn der Jahresbericht die Meinung ausspricht, daß bei dem heutigen

men.

Zahresberiht des Vorsteher- über die Lage und den Gang im Allgemeinen wenig Gün-

Vorsteheramts der Kauf-

Die Nach- Umsaß mühsam und wenig

jedo<h mit

Schuzzölle, Erportprämien u. dgl. ein mitten im Welthande Land gegen eine s<wierige Lage dieses Welthandels zu i lehen geblich sei und um fo weniger Erfolg haben könne, je allgemeiner 2 den vershiedenen am internationalen Handel betheiligten Staaten Werk gesegt wird : fo geben wir dies vollkommen zu, halten es u für ebenso unbestreitbar, daß das enige Land, in welchem die beimi Ó roduktion jedweder ftaatlihen Hülfe enthehrt, am wenigsten in d age ift, seinen Antheil an der allgemeinen Krisis zu überwinden Ein nachtheiliger Einfluß der Zélle auf den Handel würde f statirt werden müssen, wenn die Quantität des Waarenverkehrs zurü, gegangen wäre. Das ist indessen nit der Fall, ja es ist sogar j der Aera der nationalen Wirthschaftspolitik ein wesentlicher Forts it gegen die Freihandelsperiode zu verzeihnen. ri Der geshäpte Werth der seewärts eingegangenen Waaren betrug

58 829 550 M 1880 53 058 000 1874 47517000 , 1881 46052 000 ‘, 1875 44 321 000 ; 1882 50716 000 * 1876 46 499 000 ; 1883 57 057 000 " 1877 38 981 000 ; 1884 58211 000 1878 44 351 000 ; 1885 51 830 000 * Sa. 280 498 550 Sa. 316 922 000

In der se<sjährigen Schutzollperiode find sonah Millionen Mark Waaren mehr eingegangen als u dleig Zeitraum vor Einführung des Zolltarifs.

Noch günstiger gestaltet si< das Verhältniß bezügli der see

wärts ausgegangenen Waaren. Der ges <äßte Werth derselben betrug: 1873 49 039590 M. 1880 58 401 500 : 1874 52 053000 , 1881 61957000 , 1875 52 052000 , 1882 92 752 000 é 1876 45 666 000 ,„ 1883 92741 000 , 1877 70510000 , 1884 64584000 , 1878 78 488000 , 1885 60713000 ,

; Sa. 347 808 590 A. Ga. 431 148 500 Æ

Wir haben also in den Jahren 1880/85 für über 83 Millionen Mark Waaren mehr ausgeführt als in den Jahren 1873/78.

Diese Ergebnisse sind um so bemerkenswerther, als die Umge- staltung und Verschiebung der Handelsbeziehungen, wel<e der Ausbau des mitteleuropäishen Eisenbahnnetzes naturgemäß veranlaßt hat, wohl für keinen anderen deutschen Handelsplaß so empfindlih fühlbar ge: worden ist, wie für Danzig. „Der Jahresberiht läßt {ih über diese Vershle<terung der Verhältnisse folgendermaßen aus: ,

Und troß alledem war unser Waarenverkehr zur See in den leßten fe<s Jahren größer als vor der Einführung des Zolltarifs. Sollte diese Thatsache nicht dazu führen, daß man endlich aufhört, die nationale Wirthschaftspolitik für die üble Lage unseres Handels ver- antwortlih zu machen ?

Der Getreidehandel Danzigs hat, wenn wir das Quantum des Waarenverkehrs ins Auge fassen, im Jahre 1885 einen kleinen Auf- s{wung erfahren. Die Zufuhren sind nämli 1885 auf 259 093 t, d. i. um rund 60000 t gestiegen und ebensc haben die Abladungen seewärts mit zufammen 464 Schiffsladungen von insgesammt 176 066 t, die Ver- \hiffungen im Vorjahre um 199 Schiffsladungen und 73 333 t über- troffen. Der Jahresbericht des Vorsteheramts der Kaufmannschaft betont allerdings, daß der Umfang, welhen das Getreidegescäft in den Jahren 1882 und 1883 angenommen hatte, no< lange nit wieder erreicht ist; es ist dem indessen gegenüberzuhalten, daß die ge- nannten beiden Jahre die besten waren, welche der Danziger Handel überhaupt je zu verzeichnen gehabt hat.

Unsere Zufuhren von Getreide, Hülsenfrüchten und Oelsaaten waren ganz überwiegend, nämli<h zu 72%, ausländischer Herkunft, Vom Inlande erhielten wir nur 72 405 t =— 28 9% der Gesammt- zufuhr. An den Abladungen seewärts partizipirte die Zufuhr im Inlande mit kaum 25 9/0. Dieses Verhältniß ist in früheren Jahren, d. h. vor 1866, ein ni<t unwesentlich günstigeres gewesen.

_«_: « «Wenn das Vorsteheramt in dem Bericht über seine Thätig- keit die Behauptung aufstellt, daß ledigli<h in Folge der Tarif- bestimmung den \{önen Produkten unserer Provinz der englische Markt verloren gegangen fei, so ist dies unseres Dafürhaltens eine Uebertreibung. Der englishe Markt ist nit nur unseren inländischen Produkten, fondern unserem gesammten Getreidehandel zum größten Theil verloren gegangen, und zwar fast aus\<ließli< in Folge der amerikanishen und indishen Konkurrenz.

Wir haben für unsere Ansicht ein flassishes Zeugniß, und zwar das des vorleßten Jahresberichts des Vorsteheramts unserer Kauf- mannschaft. In demselben heißt es auf Seite 12:

„Am empfindlichsten aber hat si< die Konkurrenz der billigen amerikanischen und indischen Getreide für uns auf unseren altgewohnten englishen Absaßmärkten fühlbar gemacht, wohin 1884 von hier nur 28 099 t abgeladen worden sind, gegen 89 972 und 117 021 t in den beiden Vorjahren.“

und auf Seite 13:

Als bemerkenswerth mag noch erwähnt werden, wie die Konkurrenz der indischen Weizen in der ersten Hälfte des vorigen Jahres uns so unmittelbar nahe rü>t, daß zunächst vereinzelte Partien, alsdann aber {hon größere Mengen dieser billigen Getreide bis an den hiesigen Markt gelangten. Daraus erklärt es sich, daß im vergangenen Subne 2359 t Weizen hier seewärts importirt worden find, hauptsächlich von Großbritannien (1833 t), Belgien (397 t) und Holland (119 t). Um für unseren Play den gewohnten Standard der Erport-Waare zu sichern, sah deshalb unsere Kaufmannschaft sich in der Lage, durch eine entsprehende Abänderung der Lieferungsbedingungen indischen Weizen von den lieferbaren Serten auszus<ließen.“

Was im Uebrigen in dem diesjährigen Bericht über den Gang des Getreidehandels gesagt wird, können wir ohne Zusaßbemerkung wiedergeben, um so mehr, als darin das, was wir zu öfteren Malen bezügli der fast gänzlichen Einflußlosigkeit des Zolles auf die inlän- M Getreidepreise behauptet haben, voll “und ganz bestätigt O A

Veröffentlihungen des Kaiserli

en Gesundheits- amts. Nr. 28. Inhalt: es

: i Gesundheitszustand und Gang der Volkskrankheiten. Witterung. Volkskrankheiten in der Berichts- e Cholera-Nachrichten. Statistishe Nachweisung über Sterblichkeitsvorgänge in deuts<hen Städten von 40 000 und mehr Einwohnern. Statistische Nachweisung über Sterblichkeitsvorgänge in einer Anzahl größerer Städte des Auslandes. Nachweisung der aus Berliner Krankenhäusern gemeldeten Erkrankungen. Nach- weisung der aus deutschen Stadt- und Landbezirken gemeldeten Er- krankungen. Witterungsnachweis. Grundwasserstand und Boden- temperaturen in Berlin und München im Monat Mai. Berichti- ung. Fle>typhus im Reg.-Bez, Marienwerder. Fle>typhus in Nagdeburg, Gelbfieber in Rio de Janeiro. Ueber die Be- völkerungsvorgänge in deutschen Städten mit 15 000 und mehr Ein- wohnern im Jahre 1884. Zeitweilige Maßregeln zur Abwehr und Unterdrü>kung von Volkskrankheiten. Stand der Thierseuchen. Rinderpest in Rußland. Lungenseuche in Belgien. Veterinär- polizeiliche Maßregeln. Medizinalgeseßzgebung 2c. Polizeiverordnung der Regierung zu Koblenz, betr. die Aufbewahrung und Verabfolgung der Giftwaaren. Verordnung für Sachsen-Altenburg, die weitere Ausführung des Reichs-Impfges eßes betr. Rechtsprehung. Erkenntniß des Reichsgerichts, betr. die Fälshung von Wein. Einrichtungen zur Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege. Französischer Geseß- entwurf über die Ausübung der Medizin. Ueber die Thâtigkeit des Laboratoriums der Pariser Polizei-Präfektur. Kongresse, Verhand- lungen gesetzgebender Körperschaften 2c. Diesjährige Hauptversamm- lung des Preuß. Medizinal-Beamtenvereins. Verzeichniß der für

die Bibliothek des Kaiserlichen Gesundheitsamtes eingegangenen Geschenke.

dur staatlihe Subventionen,

ür Allg Pr turwissens<haften. G L S E Abtheilung x | | ITI. | Z j —— S X. II. | Masch.- Schiffs- 1V- F. S) 4 6 1D 4 4 a | | | [ pn | | | | I. Lehrkörper. | P tsmäßig angestellte Pro-f || | J 1) So e Bg selbständige, | | aus Staatsmitteln remune- | 9 L E d A S ritte Dozenten. . -_. 1/19 N A N S 9) Privatdozenten resp. zur Ab- s E I i haltung von Sprachstunden] 4 Eu berehtigte e il o y M N 2 ur Unterstützung de - A E , L N is bestellte Assistenten . | 15 6 4 | 12 M 42 Il. Studirende. N ia 4 A M L T 0B 0A 112 E B T E 17 15) 44 8 |11/— % S A 14 S 44 S %| 13| 29 4 10 82 2 10 12) 15 410A E E 1411| 28 6 | 3 62 Jn höheren Semestern . I 21 | S 4 —| 70 O as Summa . . R SO Gewmn tee 68, —/6 M Für das Sommer - Semester i | | 1886 wurden : A A J L a. Neu immatrikulirt 19/ 19) 2g 6 16 —| 87 (Für das Sommer-Semester| | | A E F 88 wurden neu 1m- A A L E (10) (17) (3) |_ (6)_ (17) (1) (83) S þ. Von früher ausgeschiedenen N (38) | Studirenden wieder imma-f aa P E A 3| 3] R

F Grund der Reifezeugnisse von- Realgymnasien 39, e. auf Grund der

E nisse von Gewerbeshulen 1, e.

f e , , , ry (>= Tri F werthig anerkannt wurden, sind immatrikulirt worden 7. Summa 87.

: der 88. 35 und 36 des Verfassungs-Statuts zur An-

i Abtheilung I1 = 7, der Abtheilung 1IIT = 74, der Abtheilung IV

A denen nah $. 36 des Verfassungs-Statuts ge|tattet ist, dem Unter-

F Ingenieure und 2 Mas <inen-Unter-Ingenieure der Kaiserlichen Marine | und 3 Ausländer: 2 aus Rußland, 1 aus Frankreih —) 34.

| resp. Regierungs-Maschinen-Bauführer 17, Studirende der Friedrich-

Statistische Naehrichten.

iti Königlichen Technischen Hochschule zu

Stati l Sommer - Semester 1886. An der Technischen Berlin zu Berlin bestehen folgende Abtheilungen: Abtheilung T Hob rchitektur Abtheilung IT für Bau-Ingenieurwesen; Abthei- F T0 für Maschinen-In enieurwesen mit Einschluß des Schiffs- Lung Abtheilung 1V für Chemie und Hüttenkunde; Abtheilung V baues, emeine Wissenschaften, insbesondere für Mathematik und

Von den 87 neu immatrikulirten Studirenden sind aufgenommen worden: a, auf Grund der Reifezeugnisse von Gymnasien 28, b. auf

ifezeugni ) ber-Realschulen 7, d. auf Grund der Reifezeug- I duen L o auf Grund der Reifezeugnisse von Realschulen 1 (ad d und e vermöge der Uebergangsbestimmungen 9. 41 des Verfassungs-Statuts), f. auf Grund der Zeugnisse von N deutschen Schulen 4, g. mit ministerieller Genehmigung, auf Grun von Zeugnissen, welche den unter d bezw. e genannten als gleic#-

III. Hospitanten und Personen, welche auf Grund

nahme von Unterricht berechtigt bezw. zugelassen sind: a, Hospitanten, zugelassen nah $. 34 des Verfassungs-Statuts, 170. Von diesen hospitiren im Fachgebiet der Abtheilung T = 955, der

= 832, der Abtheilung V = 2. _Ausländer befinden ih unter den- selben 8: (1 aus Nord-, 1 aus Süd-Amerika, 5 aus Rußland, 1 aus Iapan). b. Personen, berechtigt nah $. 35 des Verfafsungs-Statuts zur Annahme von Unterricht 91, und zwar: Regierungs-Bauführer

Wilhelms-Universität (darunter 8 Ausländer: 5 aus Rußland, 1 aus Desterreich und 2 aus Nord-Amerika) 66, Studirende der Berg-Akademie 2, Studirende der Landwirthschaftlißen Hochschule 6. e. Personen,

riht beizuwohnen (darunter 4 kommandirte Offiziere, 2 Maschinen-

Summa 29%. Hierzu Studirende 648. Gesammtsumme 943.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Entscheidungen und Verfügungen der Gewerbe- Deputation des Magistrats zu Berlin zum Neichsgeseß, betreffend die Krankenversiherung der Arbeiter vom 15, Juni 1883, nebs einem Abdruck dieses Gesetzes. Heraus- gegeben von Leo Mugdan, Rechtsanwalt, und Dr. jur. R ichard Freund, Gerichtsassessor, juristisher Hülfsarbeiter beim Magistrat zu Berlin. Berlin und Leipzig. Verlag von J. Guttentag (D. Collin). 1886, Die vorliegende Sammlung von Entscheidungen und Ver- fügungen der Gewerbedeputation des Berliner Magistrats, der in der

eit vom 1, Dezember 1884 bis 1, März 1886 über 1000 Streitfälle insichtlich des Neichsgeseßes über die Krankenversicherung der Arbeiter zur Beurtheilung vorlagen, enthält ausgewählte Fälle, in denen Fragen von prinzipieller Wichtigkeit ohne Beziehung auf befondere lokale Verhaltnisse zur Crörterung kommen. Die Entscheidungen sind bis auf bie unter Nr. 123 abgedru>te sämmtli rechtskräftig ge- worden und in den Fällen, in welchen gegen eine Verfügung bei dem Ober-Präsidenten von Berlin Beschwerde erhoben wurde, ist die Ent-

eidung des Letzteren angemerkt. Was die äußere Anordnung des vorliegenden Heftes anlangt, so {sind die Entscheidungen und Ver- fügungen <ronologis< geordnet und mit fortlaufenden Nummern ver- sehen. Alôdann folgt der Text des oben erwähnten Geseßes, wobei hinter jedem Paragraphen, bezw. hinter den einzelnen Absäßen der Paragraphen, die Nummern derjenigen Entscheidungen und Versügungen pngesügt sind, wel<e auf die betreffende geseßliche Bestimmung Bezug haben, Auf diese Weise wird der praktische Gebrauch der Sammlung bedeutend erleichtert, und dürfte dieselbe insbesondere „den Kassen- vorständen als Handbuch willkommen [ein. Das Material - der Sammlung ist aus den Akten der Gewerbe-Deputation des Magistrats zu Berlin entnommen. . Édouard Simon, „L’empereurGuillaume et s0N rTegne * (Paris 1886, Paul Ollendorff, éditenr, rue de Richelieu 28 bis, 478 S. 89,) Auf dieses bemerkenswerthe Buch haben wir {on vor einiger Zeit kurz hingewiesen. Es faßt das politische Leben Sr. Majestät des Kaisers zu einem Gesammtbilde zusammen, welches erkennen läßt, wieviel Preußen und das geeinte Deutschland unbe- hadet der Verdienste des Fürsten von Bismar>k, der Heerführer und es Heeres dem Könige und Kaiser Selbst, Seiner Jnitiative zu verdanken haben, und es begründet diesen Nachweis psychologifch. Do reih au< die patriotische Kaiser-Literatur ist, ein Buch Wie das Simon’she war bisher no< nicht vorhanden, es blieb merkwürdiger Weise einem Franzosen vorbehalten, diese Lücke ‘auszufüllen, und einem Pariser Verleger, das Buch zu verbreiten.

us diesem Grund is es erklärlih, wenn man dasselbe mit Miß- trauen zur Hand nimmt; aber das Vorurtheil {<windet \<hon bei dem Lesen der ersten Blätter, und je weiter man mit der Lektüre vordringt, desto erfreulicher tritt die Unparteilichkeit des Verfassers hervor, desto wohlthuender berührt die Milde und das Verföhnliche seiner Auf- a\ung nach allen Richtungen hin, au< Personen und Verhältnissen Gegenüber, die ihm nicht sympathish sein können; desto mehr h die

rößere Anerkennung zollt man seinem Bestreben, keine der O E. Wunden wieder aufzureißen. Der Verfasser be- innt mit der Jugend des Kaisers, aus welher, wie auch aus den Piceuben Jahren bis zum Vereinigten Landtag 1847, im 1. Kapitel nur die Hauptmomente, die für die spätere Geschichte von Bedeutung, aue e EED sind. Das 2. Kapitel behandelt die Jahre 1847 und 1848, das 3. die Zeit von 1848 —1857 (années d’absention), das 4. die Regentschaft (1857—1861), tas 5. die Thronbesteigung, den Konflikt mit dem Abgeordnetenhause und die Differenzen in der deuts<hen Frage (1861—63), das 6. den dänis<hen Krieg, den erneuerten Konflikt mit dem Abgeordnetenhause wie mit Oesterreich und die Gasteiner Konvention (1863—65), das 7. die italienische Alliance, den Bruch mit Oesterreih und die Auflösung des Deutschen Bundes, das 8. den Feldzug 1866 und Frankreihs Vermittelung, das 9, die Friedensverträge und die Konstituirung des Norddeutschen Bundes (1866, 1867), das 10. Frankrei<hs Kompensationsforderungen und die Luxemburgishe Angelegenheit (1866, 1867), das 11. bis 14. den französischen Krieg und die Konstituirung des Deutschen Reichs (1867—1873), das 15. die Stellung des Kaisers zum Parlament, die Attentate und das Sozialistengeseß (1871—76), das 16. die Reichs- feinde (Welfen, Dänen, Elsaß-Lothringer, Polen) 1871—1886, das 17, den Kulturkampf 1871—76, das 18. die Sozialreform und die Kolonialpolitik 1878—1886, das 19. die Stellung des Kaisers im europäischen Konzert 1871—1886. Mit den den Kaiser, Preußen und das Deutsche Reich unmittelbar berührenden Thatsahen sind alle damit zusammenhängenden Verhältnisse der europäischen Gesammt- politik in Verbindung geseßt, so daß das Buch cine si um die Person des Kaisers gruppirende vollständige Geschichte der neuesten Zeit giebt und so au einen niht zu unters<äßenden praktishen Nußen als Nahschlagebu<h gewährt. Daß Hr. Simon sein Material durchweg aus den besten Quellen ges<öpft hat, darf vorausgeseßt werden. Bei dem Reichthum desselben ist es ihm nur dadur<h mögli<h geworden, dasselbe in einem Bande zusammenzufassen, daß er Alles, was der Kaiser als Soldat und Feldherr geleistet hat, als bekannt voraus- seßt, daß er nihts Anekdotenhaftes aufgenommen, au< fkeine Schlachtengemälde u. dergl. entworfen, und das politische Material, auf welhes er ih beschränkt , auf das Aeußerste zusammengedrängt hat. Bei dieser Kürzung ist es ihm zu Statten gekommen, daß er selbstverständliß die Gefühle seiner Landsleute möglihst hat \{honen wollen, daher über Alles, was \<merzli<e Erinnerungen in ihnen hervorrufen muß, _thunlichst kurz hinweggegangen ist ; so hat er den Feldzug 1870—71 mit wenigen, aber verständlihen Zeilen abgethan. Man wird es ihm auch nit verargen, wenn er den Einfluß des Kaisers Napoleon IIT. auf die Geschichte seiner Zeit hié und da mit etwas zu lebhaften Farben ge- schildert hat; man könnte ihm noch viel, viel mehr zu Gute halten, um der Gerechtigkeit willen, die er unserem Kaiser und Seinem Kanzler angedeihen läßt. Jeder Deutsche wird dem i Verfasser in seinem Nachweis, wie Kaiser Wilhelm die Politik Friedrichs des Großen wieder aufgenommen und durchgeführt hat, mit hoher Befriedigung folgen; möchte das Buch auch in Frankreich ret viele Leser finden! Die Buchhändler und Antiguare Joseph Baer & Co. in Frankfurt a. M. und Paris haben vor Kurzem wiederum einen Lagerkatalog, Nr. 183, „Jurisprudenz I. Abth.“, au8gegeben. Derselbe enthält ein Verzeichniß von 1445 werthvollen juristischen Schriften, welche unter folgende Abtheilungen vertheilt sind: Äge- meines, Naturreht, Encyklopädie des Rechts, Zeitschriften; Gefchichte und Quellen des grieh!\{hen und römishen Rechts, nebst Kommen- taren; Geschichte und Quellen des deuts<hen Rechts, fowie Geseß- sammlungen; Geschichte und Quellen des ausländischen Rechts, nebst Kommentaren (Frankreih und Belgien, England und Nordamerika, Italien, Spanien, Portugal und Südamerika, Rußland, Orient). Diese im vorstehenden Kataloge verzeichneten Schriften gehörten früher zum großen Theil den Bibliotheken des verstorbenen Justiz-Raths Prof. Dr. Röstell und des verstorbenen Appell.-Gerichts-Naths Dr. Drandt an. Außer den in diesem Verzeichnisse aufgeführten Werken unterhalten die obengenannten Antiguare ein in allen Fächern der Literatur und Wissenschaft rei<h astortirtes Lager von ca. i 0 Bänden. : 6 L Die in Leipzig und Berlin am 17. d. M. erscheinende Nr. 2246 der „Illustrirten Zeitung“ enthält folgende Abbil- dungen: Aus der Jubiläums-Kunstausftellung zu Berlin. 3 Abbil- dungen: Statue des General-Feldmarschalls Prinzen Friedrich Carl von Preußen. Modellirt von Prof. Julius Franz. Im Borbeigehen. Gemälde von Henrik Nordenberg. Nach einer Photographie ‘im Ver- lage von A. Schönen in Düsseldorf. Der erste Cfardas. Gemälde von O. von Baditz. Nach einer Photographie im Verlage der Pho- tographishen Union in München. Bilder aus Augsburg. 10 Ab- bildungen. Nach Zeichnungen von Th. Rogge. Der Dom. Der Herkulesbrunnen Erker in der unteren Marimiliansstraße. Der Rothe Thurm. Figur am Augustusbrunnen. Partie an der Stadt- mauer: Der Fünfgradthurm. Nördliches Säulenportal der St. Ulrichskirhe. Bürgerliches Renaissancehaus in der Jakobervorstadt. Das Zeughaus. Perlahthurm. Rathhaus. Die Maximilians- straße. Fanny Moran - Olden. Nah einer Photo- graphie des Got Photographen “W, Höffert in Leipzig. Die Natalkaffern in Deutschland. 7 Abbildungen. Nach dem Leben gezeihnet von E. Limmer. Assagaiwerfer. Zulu. Zuluknabe. E dem Kraal. Zweikampf. Kriegstanz. Häuptling. Das Meer- segnen am Quarnero. Nach einer Zeichnung von Franz Schlegel. agelkörner, gefallen -zu Bordeaux am 26. Mai d. J. Natürliche Bade, Proben der im Februar d. J. auf der Akropciis gefun- denen Statuen. 3 Figuren. Nach photographishen Aufnahmen. Die Stachelbeerblattwespe (Nematus ventricosus). Polytechnische Mittheilungen: Schreib- und Zeichenunterlage für den Gebrauch auf Reisen. Automatishe Kopirpre}se. Sardinenscheere. Kremer s neuer Automat. 2 Figuren. Konrad Weinberger's Patent-Bettlüfter. 2 Figuren. Moden: Moderne Sonnenschirme. Sommeranzug für ein kleines Mädchen.

Veterinärwesen.

Verbreitung von Thierkrankheiten im Auslande. Oesterreich. Laut der am 14. Juni 1886 vorliegenden Meldungen : Lungenseuche :

über

Nachrichten

Land : Zahl der infizirten Orte: Galizien 1 Mähren 1 Böhmen 20 a / Nieder-ODesterreih 2 und VII. Bezirk von Wien, Slesien i L Ober-Desterreich 2 Maulfeue: Böhmen 2 e am 21. Juni 1886 vorliegenden Meldungen : Lungenseuche: Galizien 1 E Böhmen i l Nieder-Oesterreih 2 und VII. Bezirk von Wien, i Ober-Oesterret : Maulseuche : Böhmen 2

Laut der am 30. Juni 1886 vorliegenden Meldungen : angen euche :

endigkeit und Klarheit seiner Darstellung, die die verwi>elt|ten poli- tischen Verhältnisse übersihtli<h und interessant zurehtzulegen verstehen,

Böhmen 16 Nieder- Oesterrei 1 und VIL. Bezirk von Wien, Schlesien : 1 Ober-Oesterreih 5

Maulseuche : Land: Zakhl der infizirten Orte: Böhmen e D Laut der am 7. Juli 1886 vorliegenden Meldungen:

Lungenseuche :

Mähren

Ne esterreich 1 und VII. Bezirk von Wien,

Se Dele 2-6

- rrei E Maulseuche: Böhmen 2

Ungarn. Nom 8. bis 15. Juni 1886:

Milzbrand in 17 Komitaten, 32 Gemeinden, Lungenseuche j 10 Í 24 ü Maul- und Klauenseuhe „3 - 3 Z Vom 15. bis 22, Juni 1886: y Milzbrand in 20 Komitaten, 52 Gemeinden, Lungenseuche „10 L 23 Ì Maul- und Klauenseuhe 3 G 3 ¿ Schweiz. Vom 1. bis 15, Juni 1886. ungen 4 i antone: Infizirt: Ha in 3 Gemeinden: 5 Ställe mit 39 Rindern, Wallis: 1 Gemeinde: 1Stall 8 Maul- und Klauenseuche: Bern: in 3 Gemeinden: 4 Ställe mit 37 Rindern, Schwyz: 1 Gemeinde: 2

ü S r Ï s Freiburg: 2 Gemeinden: 1 Stall und 2 Weiden mit 125 Rindern, Waadt: 3 Gemeinden: 4 Weiden mit 4 Rindern.

Gewerbe und Handel.

Nah dem Geschäftsberiht der Westholsteinishen Eisenbahn über das Jahr 1885/86 sind (besonders in Folge der ungünstigen Lage der Landwirthschaft und der hiermit zusammen- hängenden Betriebe) die Einnahmen um rot. 19 900 A gegen das Vorjahr zurückgegangen. Dagegen haben die Ausgaben rot. 10 400 4 weniger betragen. Es wird hierdurh möglich, dieselbe Dividende wie im Vorjahr, nämli 4 9/0, auf die Prioritäts-Aktien zu vertheilen, wobei no< ein Restbetrag von rot. 7550 4 zur Bee resp. Vergrößerung und Verbesserung der Anlagen der Bahn und zum Uebertrag auf das laufende Jahr verbleiben würde. Die Einnahmen haben betragen 453161 Æ, die Ausgaben 251224 M mithin ergiebt si<h ein Uebershuß von 201937 4 Die diesmalige Rülage in den Erneuerungsfonds beläuft si< auf 53 447 M; die Höhe diefes Fonds beträgt überhaupt jeßt 307 071 4," die Nüdlage in den Reservefonds 4850 4, im Ganzen besißt diefer Fonds 30589 M Die Einnahmen der Fähre haben 27 065 4, die Ausgaben 31 108 A4. betragen; an der Unterbilanz von 4043 M partizipirt der Fiskus mit F, die Bahn mit F, also mit 1348 4; hierzu kommt die die Bahn allein treffende Unterhaltung der Schiffe mit 3053 «A Im Ganzen hat die Bahn demnach eine Zubuße zum Fährbetrieb von 4401 M (im Vorjahre 4423 46) zu leisten, welhe aus dem Betriebsübers<uß e erden. ] \ A A dem offiziellen Ausweise über die Einnahmen Italiens aus Zöllen, Steuern und Regalien in dem Finanzjahre vom 1. Juli 1885 bis 30. Juni 1886 sind die Zölle mit 197 636 954 Lire um 10954 248 Lire und die Einnahmen aus dem Salzverkauf mit 72 247452 Lire um 13889292 Lire gegen das Vorjahr zurüd>- geblieben; ersteres erklärt fih aus der starken Mehreinfuhr von Spiritus und Kolonialprodukten in 1884/85 vor dem Zukrafttreten der neuen Zollerhöhungen, leßteres ift eine Folge der Herabseßung der Ver- faufspreise. Alle anderen Posten weisen Mehrerträge auf, welche indeß jene beiden großen Ausfälle nicht ausgleichen ; es betrugen näm- li< die Einnahmen aus Hafenabgaben 4530571 Lire (mehr 659 567 Lire), Konsumsteuer 79 345 860 Lire (mehr 418 163 Lire), Taba 181 601 201 Lire (mehr 8 728 049 Lire), Spiritus-Fabrikations- steuer 25 032 749 Lire (mehr 333 221 Lire), Lotto 79558 569 Lire (mehr 2298 272 Lire). Die Gesammteinnahme beläuft sih auf 639 953 357 Lire und ist um 12046 266 Lire ungünstiger als im vorigen Finanzjahre, übersteigt aber den Voranshlag des Budgets no< um rund 22 Millionen Lire. J , Stralsund, 10. Juli. Auf den am 11. und 12. v. M. hier abgehaltenen Wollmarkt sind 3024 Ctr. Wolle gebra<ht worden, wovon nichts unverkauft geblieben ist. Der Durchschnittspreis betrug 105 Æ, der hôchste 115 6, der niedrigste 95 46 pro Centner. Das Schurgewicht war im K Le ; nag E hin und wieder inter demjenigen des Vorjahres zurückgeblieben sein. e Von 18. Juli. (W. T. B) Wollauktion, sehr est, Preise anzichend.

Sanitätswesen und Quarantänewesen.

T E s a ie Seebehörde zu Fiume hat für die Häfen des un - tr oilitd en ftenlandes die Ein- und Durchfuhr von Lumpen, altem Tauwerk, gebrauchten Kleidern, Leib- und Bettwäsche a insofern diese Gegenstände für den Handel bestimmt sind aus Fi verboten. i

E Malta.

Durch Verordnung der Lokalregierung von Malta vom 26. Juni 1886 ist die gegen Provenienzen aus Triest bisher bestandene Maß- regel aufgehoben und den aus jenem Hafen ankommenden Schiffen bis auf Weiteres eine siebentägige Quarantäne auferlegt worden.

Rumänien. : A

Provenienzen aus Montenegro werden in den Häfen von Constanza und Sulina nicht zugelassen, wenn sie niht vorher in einem mit Lazareth versehenen türkis<hen Hafen Quarantäne ab-

gehalten haben. Schweden.

aut Bekanntmachung des Königlih \{hwedis<hen Kommerz- Follegiums vom 3. Juli 1886 ist die Stadt Fiume mit Umgegend vom 2. dess. M. an als von der Cholera befallen erklärt worden.

In derselben Bekanntmachung wird darauf aufmerksam gemacht, daß Schiffe, welche von einem von der Cholera befallenen Orte in Europa abgegangen oder während der Reise mit einem solchen in u rührung gekommen sind, nah Maßgabe des $. 2 der Königlichen Be- fanntmahung vom 12. Juni 1885 („Reichs-Anzeiger Nr. 179 vom 3. August 1885) die Quarantänestation Känsö anzulaufen háben.

Japan. \ E

In den Bezirken von Hiogo und Dsaka ist die Cholera- Epidemie ausgebrochen. In Folge dessen find in E Häfen von Osaka, Hiogo und Hobe für <holerainfizirt erklärt worden.

Tendenz

Berlin, 15. Juli 1886.

Wiesbaden, 13. Juli. (W. Ztg.) Unser gefeierter Mit- bürger, Geheimer Hofrath Dr. Gustav Frevtag, begeht seinen heutigen 70. Geburtstag niht in Wiesbaden. Derselbe ist bereits Mitte voriger Woche nah seiner ländlihen Besißung in Siebleben bei Gotha abgereist, woselbst er den festlichen Ta g in aller Stille zu verbringen gedenkt. Man „geht wohl nicht fehl, wenn man in der Abreise Gustav Freytag's wiederum ein Zeichen jener seltenen Bescheidenheit und jenes jeder prunkvollen Aeußerlichkeit abgewandten Sinnes erblickt, welhe die Handlungen des Dichters allezeit auszeihneten und die ihn auh diesmal veranlaßten, si den ihm zugedahhten Ovationen dur die Uebersiedelung nah dem von ihm mit Vorliebe aufgesuhten Siebleben zu entziehen. In Folge dessen ist an ihn gestern dur< die Poft cine vom Bürgermeister und Ge-

meinderath unserer Stadt unterzeichnete Zuschrift abgegangen, in der

S A Ma Q E a r

L Ld I S I E L L Da L T D

E E E Or.

E T

d?

p P Erf E L

G