1886 / 196 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

erra Ur deut aan

S U E E T Es S E EeNT:

E I ERRBE R T

Na<hm., am 8. September 2 Nahm., am 9. September 3,30 früh, am 10. September 4 früh, am 11. September 5 früh, am 12. Sep- tember 6,15 früh, am 13. September 6,30 früh, am 14. September 7 früh, am 15. September 7,30 früh. : :

Wegen der Verbindungen vom 16. September ab bleibt weitere Be- kanntmachung vorbehalten.

Oldenburg, den 17. August 1886. Ï

Der Kaiserliche Ober-Postdirektor. Starklof.

Die Nummer 29 des Reichs-Geseßblatts, welche von heute ab zur Ausgabe gelangt, enthält unter l l s

Nr. 1684 den Allerhöchsten Erlaß, betreffend die Abände- rung des Zinsfußes für die auf Grund des Allerhöchsten Erlasses vom 30. März 1885 aufzunehmende Reichs-Änleihe. Vom 4. Juni 1886.

Berlin, den 21. August 1886.

Kaiserliches Post-Zeitungs-Amt. Didden.

Königreich Preufsßen.

Se. Majestät der König haben Allergnädigst geruht :

dem praktishen Arzt Dr. med. Emil Müttrich zu Königsberg i. Pr. den Charakter als Sanitäts-Rath zu verleihen.

Ministerium der geistlihen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Der bisherige kommissarishe Kreis - Schulinspektor, .

Gymnasiallehrer Martin Wiese in Bruß, is zum Kreis-Schulinspektor ernannt worden.

Ministerium für Landwirthshaft, Domänen und Forsten

Dem Thierarzt Josef Wulf zu Gerolstein ist die von ihm bis dahin interimistis{h verwaltete Kreis-Thierarztstelle des Kreises Daun definitiv verliehen worden.

A Cn zur Ausführung des Abschnitts B des Reichs- geseßes, betreffend die Unfall- und Krankén- Ver eng De L O D Porto O At lihen Betritben bes<{<äftigten Personen, vom D Mat: 1986 (N:G.:Bl! S; 182). I

Nach $. 143 des Reichsgeseßes vom 5. Mai 1886 sind die Bestimmungen des auf die Krankenversiherung bezüg- lihen Abschnitts B des Geseßes mit dem Tage der Verkün- dung desselben in Kraft getreten. Nach $. 136 Abs. 6, $8. 137 Abs. 3, $. 138, $. 142 Abs. 4 des bezeichneten Abschnitts sollen die daselbst vorgesehenen Streitigkeiten nah Maßgabe des S. 12 Abs. 1 bezw. 2 entschieden werden. Für das nah Maßgabe der leßtgedahten Vorschriften eintretende Verwaltungsstreit- verfahren ist auf Grund des Geseßes vom 27. April 1885 (Geseß-Samml. S. 187) durh die Allerhöchste Verordnung vom 26. Zuli d. J. bestimmt worden, daß der Bezirks-Aus- zuständig und gegen dessen Entscheidung nur das Nechts- mittel der Revision statthaft ist.

H

In denjenigen Landestheilen, in welhen das Verwaltungs- streitverfahren no< nicht besteht, tritt bis zu dem im Ss des Geseßes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 vorgesehenen ge an Stelle des Ver- waltungsstreitverfahrens das Rekursverfahren nah Maßgabe der Vorschriften der $8. 20, 21 der Gewerbeordnung.

Dementsprechend findet gegen die Entscheidungen der Auf- sichtsbehörde, welche in den unter T bezeichneten Streitigkeiten ergehen, innerhalb zwei Wochen nah Zustellung der Ent- scheidung, der Rekurs an die Regierung, Abtheilung des Innern, statt. Die Rekursentscheidung der Regierung erfolgt in öffentliher Sißung nah erfolgter Ladung und Anhörung der Parteien.

Hat die Regierung als Aufsichtsbehörde in erster Jnstanz entschieden, so ist gegen den Bescheid innerhalb zwei Wochen nah der Zustellung der Antrag auf mündliche Verhandlung vor derselben Behörde oder aber Rekurs an den Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten zulässig. Wird der erstere Antrag gestellt, so hat die Regierung in öffentlicher Sizung nach erfolgter Ladung und Anhörung der Parteien zu entscheiden. Gegen die auf mündliche Verhandlung der Regierung ergehende Entscheidung ist innerhalb zwei Wochen nach der Zustellung der Rekurs an den Minister für Land- wirthschaft, Domänen und Forsten zulässig.

Der Rekurs kann bei der erîten oder bei der Rekurs- instanz eingereiht werden,

Hinsichtli<h der mündlichen Verhandlung, sowie der Er- hebung und Würdigung des Beweises sind die Vorschriften in S8. 68, 71, 72, T3, T5, 76, TT, T8 und 79 des Geseßes über die allgemeine Landesverwaltung vom 30. Juli 1883 \inn- gemäß zur Anwendung zu bringen. Die Entscheidung ist in öffentliher Sißung zu verkünden. Die Oeffentlichkeit der Sißungen kann unter entsprechender Anwendung der l O, bis 176 des Gerichtsverfassungsgeseßes ausgeschlossen oder beshränkt werden F 21 Nr. 5 der Gewerbeordnung). Baare Auslagen des Verfahrens (Gebühren für Zeugen und Sach- verständige 2c.) fallen dem unterliegenden Theile zur Last.

E

Die im $. 140 des Reichsgeseßes vom 5. Mai 1886 den unteren Verwaltungsbehörden übertragene Festseßung des Werths der Naturalbezüge na< den Durchschnittspreisen er- folgt dur die Landräthe (Ober-Amtmänner) in Städten von mehr als 10000 Einwohnern durh die Orts-Polizei- behörden —, in der Provinz Hannover in Städten, auf welche die hannoversche revidirte Städteordnung vom 24. Zuni 1858 Anwendung findet, mit Ausnahme der in S 2 M 2 Kreisordnung vom 6. Mai 1884 bezeihneten Städte, dur die Magistrate.

Berlin, den 26. Juli 1886.

Der Der Minister für Für den

Minister des Landwirthschaft, Minister für Fnnern. Domänen und Handel und In Vertretung : Forsten. Gewerbe :

Lucius. von Boetticher.

Herrfurth.

Hauptverwaltung der Staatsschulden.

Bekanntma Gunag.

Die planmäßige 32. Ziehung von 55 Serien der Staats- Prämien-Anleihe von 1855, welche die am 1. April 1887 mit je “g 4 einzulösenden 5500 Schuldverschreibungen enthalten, wir

am 15. September d. J., Vormittags 10 Uhx, in unserem Sißungszimmer, Oranienstraße 92/93, in Gegen- wart eines Notars öffentlich stattfinden. .

Die Nummern der gezogenen Serien werden demnächst dur< Zeitungen und Amtsblätter bekannt gemacht.

Berlin, den 17. LUGE 1886.

Hauptverwaltung der Staatsschulden. Sydow.

Evangelischer Ober-Kirchenrath.

Der bisherige Superintendent der Diözese Stras- burg W.-Pr., jeßige Pfarrer Dreyer in Pr. Stargard, ist zum Superintendenten der Diözese Pr. Stargard-Berent bestellt worden.

Angekommen: Se. Excellenz der Chef-Präsident der Ober - Rechnungskammer, Wirklihe Geheime Rath von Stü nzner, in Potsdam;

der Unter-Staatssekretär im Ministerium für Handel und Gewerbe, Dr. Facobi, aus Süddeutschland.

49% iges vormals Nassauishes Staatsanlehen von 1/200 000 Fl, d d. 26. Oktober 1853,

Bei der am 6. d. M. stattgefundenen 33. Verloosung der Partial-Obligationen des unter Vermittelung des Bankhauses von M. A. von Rothschild & Söhne in Frankfurt a. M. negociirten Staatsanlehens des vormaligen Herzogthums Nassau von 1 200 000 F[, d. d 26. Oftober 1853 sind zur Rückzahlung auf den 1. De- zember 1886 nachverzeihnete Nummern gezogen worden:

Li A à 1000 L = 14 A 29 X Nr, 74 80: 103 165 199 200 216 270 308 823 36 2B 30 = 9 Sit b 22285 M TT S.

Tb B, 0000 E = A4 M68 17 38 59 58 70 175 189 191 254 287 325: 401 440 446 455 519 579 598 604 664 682 691 727 733 753 754 795 810 826 838 868 874 948 974 = 36 Stüd> über 30857 M 4 4.

Titb Oa 200 0 = 342 6 86.3, Nb 11 20 32: 59:61 A4 L 166 172179 183, 200,200 268 277; 316-080 332 350. 872 417 425 500 506 531 573 641 697 698 702 708 795 818 847 914 995 = 36 Stüd über 12 342 M. 96 4.

D Da O B Ne 2 U 168 170 189 204 216 239 248 296 321 380 397 403 423 444 463 482 484 488 496 547 574 586 606 657 669 703 754 792 822 864 868 923 931 945 = 36 Stl@>t ber Il E 48 A,

Summa 121 Stü>k über 71657 M 25 4.

Die Inhaber dieser Obligationen werden hiervon mit dem Be- merken in Kenntniß gesetzt, daß die Kapitalbeträge, deren Verzinsung nur bis zum Rückzahlungs8termine erfolgt, bei folgenden Stellen erhoben werden können: i

Bei dem Bankhaufe der Herren M. A. von Rothschild & Söhne in Frankfurt a. M., bei jeder Königlichen Regierungs-Hauptkasse, bei der Königlichen Staats\chulden-Tilgungskasse in Berlin und bei der Königlichen Kreiskasse in Frankfurt a. M.

Die Auszahlung erfolgt gegen Rückgabe der Obligationen nebst Zinsscheinen Reihe IV Nr. 3—8 und Zins\chein-Anweisung.

Der Geldbetrag der etwa fehlenden, unentgeltlich abzuliefernden Zinsscheine wird von dem Kapitalbetrage der Obligationen abgezogen.

Soll die Einlösung von dergleichen Obligationen weder bei dem vorgenannten Bankhause, no<h bei der Königlichen Regierungs-Haupt- kasse hier oder der Königlichen Kreiskasse in Frankfurt a. M., sondern bei einer der anderen bezeihneten Kassen bewirkt werden, fo sind die betreffenden Obligationen nebst Zinsscheinen und Zins\chein-Anweisung durch dicse Kasse an den Unterzeichneten und zwar einige Zeit vor dem Rückzahlungstermine zur Prüfung einzusenden.

Rückständig find noch aus früheren Verloosungen die nachstehend mit ihrer Nummer be- zeichneten Obligationen :

D ORanbe 1ST A ed

O L DEEnb 1878 D 135

pro 1. Dezember 1884: D. 612.

Wiesbaden, den 9, August 1886.

Der Regierungs-Präsident. von Wurmb.

Personalveränderungen.

Königlich Preußis<he Armee.

Ernennungen, Beförderungen und Versetzungen. Satte Seer Salut U Ae Sante M E vom Inf. Regt. Nr. 87, auf drei Monate zur Dienstleist. bei der topographishen Abtheilung der Landes-Aufnalzme kommandirt.

Königlich Bayerische Armee.

Ernennungen, Beförderungen und Verjetungen. Im ven Oere 2 au Willtann, Zeug-Lt. des Art. Depots Augsburg, zum Zeug-Pr. Lt. befördert.

Abschiedsbewilligungen. JmaktivenHeere. 12 August Gndres, Zeug-Pr. Lt. der Geschützgießerei und Geschoßfabrik, mit Pension der Abschied bewilligt.

Im Beurlaubtenstande. 12. August. Schneider, Pr. Lt. des Beurlaubtenstandes des 5. Chev. Regts., mit der Erlaubniß zum Tragen der Uniform, Höreth, Pr. Lt. des Beurlaubtenstandes des 15. Inf. Regts., der Abschied ertheilk. Den Sec. Lts. des Beurlaubtenstandes: Bo>k des 11. Inf. Regts., Scheiber, S o L S S O o 6 G. Regts, Köhler, des 2, Fuß-Art. Reats, Schirber des 1. Train-Bats, der Abschied ertheilt.

Sn Cu Cs 2 A DE Sartorius, Stabsarzt des Beurlaubtenftandes, mit der Erlaubniß zum Tragen der Uniform, Dr. Dietrich, Assist. Arzt 1. Kl. des Beurlaubten- standes, Dr. Ritter, Dr. Faber, Assist. Ae 2 R Ves Beurlaubtenstandes, der Abschied ertheilt.

Nichkamlkliches. Deutsches Reicc<.

Preußen. Berlin, 21. August. Se. Majestät der Kaiser und König begaben Sih, wie „W. T. B.“ aus Babelsberg meldet, bereits heute früh um 71/2 Uhr in die Gegend von Sperlingslust und wohnten daselbst den Nebungen des 1. Garde-Regiments z. F. bei.

Nach der Rüd>kehr nah Schloß Babelsberg nahmen Se. Majestät die Vorträge des Ober-Hofmarschalls Grafen Per- poncher sowie des Chefs des Militärkabinets, General-Lieute- nants von Albedyll, entgegen.

Heute Nachmittag werden Se. Majestät den Marquis Tseng sowie den hiesigen chinesishen Gesandten empfangen, welche mit mehreren anderen Herren au<h an der Hoftafel theilnehmen werden.

FJhre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin wohnten ee Vormittag dem Exerzieren auf dem Bornstedter eFelde bei. 5

Mittags ertheilte Se. Kaiserlihe Hoheit der Kronprinz Audienzen. :

Abends begleitete Höchstderselbe Jhre Kaiserliche Hoheit die Kronprinzessin mit den Prinzessinnen-Töchtern zur Abreise nah dem Süden bis zur Station Großbeeren und kehrte um 10 Uhr nah dem Neuen Palais zurü.

Giebt ein gegen seine Veranlagung zur klassifizirten Einkommensteuer in Preußen Reklamirender der Bezirkskommission gegenüber unaufgefordert eine Erklä- rungan Eidesstatt über seinen Vermögensstand wissent- lih fals< ab, so ist er nah einem Urtheil des Reichs- gerichts, III. Strafsenats, vom 24. Mai d. J., aus $. 156 des Strafgesezbuhs wegen falscher Versicherung an Eidesstatt zu bestrafen.

Wider deutsche Eisenbahn-Verwaltungen sind beim Reichs-Eisenbahnamt in der Beit vont L a- nuar bis Ende Juni d. J. im Ganzen 70 Beschwerden aus dem Publikum eingelaufen. Von diesen beziehen \sih 17 auf den‘ Personenverkehr, 41 auf den Güterverkehr und 12 auf andere Gegenstände. Das Reichs-Eisenbahnamt hat von diesen Beschwerden für begründet erachtet 10, als unbegründet zurückgewiesen 7, wegen mangelnder Zuständigkeit der Reichs- gewalt nicht zur Kognition gezogen 12. Die übrigen 41 wurden zum größten Theil mit Rücksicht auf die darin be- handelten Gegenstände zur direkten Erledigung an die zustän- digen Eisenbahn-Verwaltungen abgegeben. Betroffen von Beschwerden sind überhaupt 28 Eifenbahn-Verwaltungen.

Vor der vormaligen Königlichen te<nis<hen Ober-Prüfungs-Kommission in Berlin haben während des Zeitraums vom 15. September 1885 bis 9. Zuli 1886 im Ganzen 298 Kandidaten (im Vorjahre 257) die zweite Staatsprüfung im Bau- und Maschinen- fach abgelegt. Von diesen Kandidaten haben 255 die Prüfung bestanden und zwar 227 als Baumeister und 28 als Maschinenmeister und sind dieselben demzufolge mit Ausnahme eines Kandidaten, welcher die preußishe Staats- angehörigkeit nicht besißt zu Regierungs-Baumeistern bezw. Negierungs-Maschinenmeistern ernannt worden.

Nach den älteren Vorschriften vom 3. September 1868 und den früheren sind 8 Kandidaten und zwar 7 nach beiden Fachrichtungen gleichmäßig und 1 für das Bau-Jngenieurfach, nah den Vorschriften vom 27. Juni 1876 290 Kandidaten und zwar 107 für das Hochbaufach, 145 für das Bau-Jngenieur- fah und 38 für das Maschinenfach geprüft worden.

Von den 255 Kandidaten, welche die Prüfung bestanden aben, ist 8 Regierungs - Baumeistern und 4 Regierungs-

aschinenmeistern das Prädikat „mit Auszeihnung“ zuerkannt worden; außerdem hat der oben besonders erwähnte Kandidat dasselbe Prädikat erhalten.

Der General der Jnfanterie, von Stiehle, General- Adjutant Sr. Majestät des Kaisers und Königs, Chef des Zngenieur- und Pionier-Corps und General-Jnspecteur der ¿çestungen, ist von Dienstreisen zurücgekehrt; desgleichen der Kommandant von Berlin, General-Major von Derenthall, General à la suite Sr. Majestät des Kaisers und Königs, von Urlaub.

Der Königliche Gesandte für Me>lenburg und die Hansestädte, von Kusserow, hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Während der Dauer der Abwesenheit desselben von Hamburg fungirt der Vize-Konsul Dr, Michahelles als interimistisher Geschäftsträger.

Der Kaiserlich russishe Botschafter am hiesigen Aller- höchsten Hofe, Graf Shuwaloff, hat einen ihm von seiner Regierung bewilligten Urlaub angetreten. Während seiner Abwesenheit von Berlin fungirt der Botschafts-Rath Graf Muramwieff als interimistisher Geschäftsträger.

Vayern. München, 21. August. (W. T. B.) Jhre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Kronprin- zessin traf mit den Prinzessinnen-Töhhtern Victoria, Sophie und Margarethe, Königlichen Hoheiten, heute Vormittag 10 Uhr 20 Minuten hier ein und wurde auf dem Central- bahnhof von Sr. Königlichen Hoheit dem Prin- zen Wilhelm, Höhstwelher von Bayreuth hier eingetroffen und im Hotel Bellevue abgestiegen war, empfangen. Nachdem die Höchsten Herrschaften im Königssalon gemeinsam das Frühstü> eingenommen hatten, seßte Jhre Kaiserlihe Hoheit die Kronprinzessin mit Höchst- ihren Töchtern um 103/, Uhr die Reise nach Triest fort, wäh- rend Se. Königliche Hoheit der Prinz Wilhelm nah Starn- berg fuhr, von wo Höchstderselbe heute Abend hierher zurü- zukehren gedenkt.

Veit), 20 Alu W. D B) Se Kontas- lie Hoheit der Prinz. Wilhelm von Preußen wohnte der heutigen Vorstellung des „Parsifal“ bis zum Schlusse bei, begab Sich dann direkt nah dem Bahnhof, nahm dort im Königssalon das Souper ein und reiste um 11 Uhr na<h München ab.

Die heutige leßte Aufführung des „Parsifal“ war von einer großen Anzahl von Fürstlichkeiten besuht. Außer Jhrer Königlichen Hoheit der Großherzogin von Baden, welche heute früh hier eingetroffen war und zuvor die Eremitage sowie die protestantische Hauptkirche besucht hatte, wohnten derselben au< Prinz Karl von Baden, Herzog Karl Theodor in Bayern mit seiner Tochter, der Prinzessin Amalie, die Herzogin von Modena, der Herzog von Montpensier, zwei Gräfinnen von Eu, Fürst Albert Taxis und mehrere andere Fürstliche Personen bei.

Vaden. Karlsruhe, 19. August. Cer D Der Großherzog ist heute Vormittag nah Straßburg a gereist, wo Höchstderselbe dem Fürsten zu Hohenlohe-Schillingsfürst, Kaiserlichem Statthalter zu Elsaß-Lothringen, einen Besuch ab- statten und Nachmittags 3 Uhr von da nah M et weiterreisen wird. Die Besichtigungen im Bereich des XV. Armee-Corps werden Se. Königliche Hoheit bis zu dem Zeitpunkt in Anspruch nehmen, welcher für die Ankunft Sr. Majestät des Kaisers in Straßburg bestimmt is, worauf dann

die größeren Manöver des XV. Armee-Corps in Gegenwart Sr. Majestät folgen werden, denen der Großherzog in Höchst- seiner Eigenschaft als General-Jnspecteur der V. Armee- Fnspektion anwohnen wird. Der Erbgroßherzog und die Erbgroßherzogin beabsichtigen, im Laufe der nächsten n e zu längerem Aufenthalt nah Schloß Baden über- zusiedeln.

Oefterreih-Ungarn. Wien, 19. August. (Presse.) Der „Pester Lloyd“ meldet, daß das Kriegsbudget für 1887, dessen Zusammenstellung in den Abtheilungen des Kriegs-Ministeriums gegenwärtig 1m Zuge ist, eine Steigerung erfahren wird. Von den Delegationen soll eine Summe von ungefähr 100 000 Fl. angesprochen werden, um im Konkretual- stande der Fußtruppen (Fnfanterie, Jäger, Pioniere, Eisenbahn- und Telegraphen-Regiment) die Anzahl der Obersten um 35 und jene der ODberst-Lieutenants um 93 zu vermehren, wogegen die Zahl der Majore um 128 vermindert würde. Ferner soll ein neues (viertes) Nemonten-Depot (Fohlenhof) aufgestellt wer- den. Endlich beabsichtigt die Heeresleitung, der Mannschaft ein warmes Nachtmahl als Gebühr zuzubilligen und die hier- für erforderlihen Mittel in das Ordinarium einzustellen. Worden zu diesem Zwe> au<h nur zwei Kreuzer pro Kopf und Tag beansprucht, so beläuft si<h das Erforderniß für jeden Mann doch auf sieben Gulden dreißig Kreuzer i E O f j baldigen, bas nicht blos der Mannschaftsstand des Heeres, sondern au<h der aktiven Landwehr respektive der Honved- Abtheilungen, in Desterreih und in Ungarn, sowie die zu den periodischen Waffenübungen einberufenen Reservisten, Ersatzreservisten und Landwehrleute dieser Gebühr theilhaftig werden müßten. Wenn daher auch das Kriegsbudget eine geringere Summe für die Bestreitung des Nachtmahls aufweisen sollte, so wird in Wahrheit der Gesammtbedarf für diesen Titel unter Hin- zurehnung der correspondirenden Summen in den Budgets der beiden Landesvertheidigungs-Ministerien nicht weniger als 2160 000 Fl. ausmachen.

Bad Gastein, 21. August. (W. T. B.) Der Kaiser Franz Josef emfing gestern Mittag den Reichskanzler Fürsten Bismar> in zweistündiger Audienz.

Schweiz. Bern, 20. August. (W. T. B.) Anläßlich der drohenden Ausbreitung der Cholera in Ober-Ftalien hat der Bundesrath die üblichen <olera-polizeilihen Maßregeln für den Kanton Tessin sofort in Kraft treten lassen und die früheren hierauf bezüglichen Vorschriften für den Gotthardbahnverkehr, die Dampfschiffahrt aus den Quganer Se Und ur die Postfahrten erneuert. Gleichzeitig hat der Bundesrath die Ein- und Durchfuhr von ungebeizten Häuten, ungewaschener Wolle, Hadern, alten Kleidern und des Gepä>ks von Reisenden unter- sagt; ausgenommen hiervon is das Gepäck, das Reisende, die auf der Fahrt von Jtalien nah der Schweiz gehen, mit sih führen.

Großbritannien und Frland. London, 19. August. (A.C.) Die Thronrede, mit deren Verlesung der Lordkanzler heute das Parlament eröffnete, lautet:

Mylords und Gentlemen! Ich habe Sie entboten, sich zu dieser ungewöhnlichen Jahreszeit zu versammeln, um unerläßliche Geschäfte zu erledigen.

Die Session des leßten Parlaments wurde unterbrochen, ebe die gewöhnliche Arbeit des Jahres vollendet war, damit die Ansicht des Volkes über gewisse wichtige, auf die Regierung Irlands Bezug habende Vorschläge eingeholt werden könnte. Das Resultat dieser Berufung ist eine Bestätigung des Beschlusses, zu welchem das letzte Parlament gekommen war.

Die provisorishe Natur der Anordnung, welche das letzte Par- lament für die öffentlihen Lasten des Jahres getroffen hat, mat es unthunlich, die Berathung der nothwendigen finanziellen (Sesetzgebung länger hinauszuschieben, i

Gentlemen vom Hause der Gemeinen! Die Etats, wel<e dem leßten Parlament unterbreitet und nur theilweise bewilligt wurden, werden Ihnen vorgelegt werden.

Mylords und Gentlemen! In einem Theil des Jahres, welcher gewöhnlih für die Ferien bestimmt ist, und nah den langen und außerordentlihen Arbeiten, denen si< Viele von Ihnen unterzogen haben, stehe i< davon ab, Ihnen zur Erwägung irgend welche Maß- nahmen vorzuschlagen, außer denen, welche zur Führung des öfent- lihen Dienstes während des übrigen Theils des Finanzjahres un- erläßlih sind. Ich bin überzeugt, daß Sie denselben Ihre prompte und forgfältige Aufmerksamkeit schenken werden.

Das Unterhaus besteht jeßt aus 314 Konservativen, 77 liberalen Unionisten, 189 Gladstonianern und 84 Parnel- liten; 5 Sige sind unbesezt. Mit dem Sprecher zählt das Haus somit 670 Mitglieder. Die Unionisten besißen eine Majorität von 118 über die vereinigten englischen und irischen Homeruler, und die Konservativen sind nur um 36 Stimmen überhaupt in der Minorität.

Großbritanniens Staatseinnahmen vom 1. April bis zum 14. d. M. betrugen, einem in der „London Gazette“ veröffentlichten Ausweis zufolge, 29 082 292 Pfd. Sterl. gegen 29019 940 Pfd. Sterl. in dem entsprechenden Zeitraum des verflossenen Finanzjahres. Die Ausgaben beliefen ih auf 39984 097 Pfd, Sterl. gegen 35 733 202 Pfd. Sterl. Das Guthaben der Regierung in den Banken von England und Irland bezifferte sich am 15. d. M. auf 1 408 048 Pfd. Sterl. gegen 2282 703 Pfd. Sterl. am 15. August 1885.

20. August. (W. T. B.) Jn der heutigen Sigzung des Unterhauses erklärte der Unter-Staatssekretär

‘ergusson in Beantwortung einer Anfrage : das Gerücht von einer Beseßung von Port Lazarew durch die Nussen sei ein durchaus unbestätigtes; der russishe Minister von Giers habe dasselbe am 25. v. M. für un begründet er- klärt, Die Adreßdebatte wurde hierauf durch den Deputirten O’Connor fortgeseßt.

2 A WE D) Vio bet diplos matishen Schriftstü>ken über die Batumfrage, welche dem P OE mitgetheilt wurden, befindet sich eine Depesche Lord Rosebery's an den englishen Botschafter Morier in St. Petersburg vom 3. Zuli r. Aus derselben geht hervor, daß Lord Rosebery in einer Unterredung mit dem Botschafter von Staal diesem gegen- über erklärie: die Beseitigung des Art. 59 des Berliner Vertrages sei eine sehr ernste Angelegenheit. Lord Rosebery bestritt die Veweiskraft des Arguments, daß Rußland sich der in Art. 59 übernommenen Verpflichtung entledigen könne, weil dieselbe eine freiwillige Erklärung des Kaisers sei, und hob hervor, daß aus dem Protokoll hervorgehe, daß dieje Verpflichtung den Charakter eines feierlihen Vertrages zwischen dem Kaiser und den anderen Mächten habe. Eine Depesche Lord Rosebery's an Morier vom 13. Juli sagt: die Regierung

vermöge dieses Vorgehen Rußlands, welches niht die Zu- stimmung der Signatarmächte habe, nicht anzuerkennen; dasselbe würde den Abs&luß von ähnlichen Vereinbarungen für die Folge s{hwierig oder gar unmögli) machen. In einer Depeshe des Ministers von Giers an den russischen Botschafter von Staal vom 27. Juli hält die russishe Regierung die Anficht aufre<ht, daß die frei- willige Erklärung des Kaisers eine Verbindlichkeit nicht begründe; sie bezieht si< auf andere Fälle, in denen der Vertrag verleßt worden sei, insbesondere auf denjenigen, welcher die jüngsten Unruhen auf der Balkan-Halbinsel her- vorgerufen habe, und schließt mit der Bemerkung, daß Ruß- land nah wie vor von dem Wunsche beseelt sei, zur Befestigung des Friedens beizutragen, in der Hoffnung, daß die Mächte, welche die Grundlagen desselben gewährleisteten, felbst die- selben respektiren würden.

Frankreih. Paris, 19. August. (Fr. C.) Das „Journal officiel“ veröffentlicht heute ein Rund- s<hreiben des Kriegs-Ministers an die Militär-Gouver- neure von Paris und Lyon und an die Corps-Befehlshaber, welches anordnet, daß in Zukunft alle Rekruten, Reservisten und Landwehrleute von und zu den Bahnhöfen mit Musik zu begleiten sind.

Außer der bekannten illustrirten Biographie des Generals Boulanger, die troy Verbots durh den Gerichtsvollzieher no< immer auf den Boulevards kolportirt wird, wird nun seit gestern au<h no< ein ähnliches Machwerk, die illustrirte Zeitung „Le Boulangiste“, welche Zeichnungen des Generals Boulanger in allen möglichen Stellungen und eine lange Auf- zählung feiner Thaten bringt, auf allen Straßen ausgerufen.

Türkei. Konstantinopel, 20. August. (W. T. D) Ein Telegramm des „Reuter'shen Bureaus“ meldet: Die Berathungen der türkischen und bulgarishen Dele- girten in Sofia sind einstweilen ausgeseßt worden wegen einer gewissen Meinungsverschiedenheit in Betreff der Basis der Unterhandlungen. Die türkischen Delegirten haben von der Pforte weitere Jnstruktionen erbeten, dabei jedoch gleichzeitig konstatirt, daß eine zu Vereinigung geneigte Gesin- nung unter den Delegirten obwalte.

Amerika. Chicago, 20. August. (W. T. B dem Prozeß gegen die Anarchisten, welhe die im Mai d. J. stattgehabten R uhestörungen verursachten, wurde heute das Urtheil gesproven. Von den vor Gericht ge- stellten Angeklagten wurden 7 des Mordes schuldig erklärt und zum Tode verurtheilt; ein Angeklagter erhielt l5jährige Gefängnißstrafe. Das Publikum, welches der Gerichtsverhandlung beiwohnte, begrüßte den Urtheilsspruch mit lauten Beifallsäußerungen.

Süd-Amerika. Uruguay. Montevideo, 2. August. (W. T. B.) Beide Kammern votirten eine Ad resse an den Präsidenten der Republik, in welcher der Ent- rüstung über das gegen denselben verübte Attentat Ausdru> gegeben wird. Von der Polizei sind aus Anlaß des Attentats gegen 50 Personen verhaftet worden.

Zeitungsstimmen.

Die „Staatsbürger-Zeitung“ schreibt :

Obgleich die dunklen Prophezeiungen in Betreff der Zoll- und Handelspolitik des Deutschen Reichs keineswegs in Erfüllung gegangen find, fo kann es die manchesterliche Presse doch nit unterlajsen, Klage- lieder aller Art anzustimmen und dieselben dur höhnische Bemerkungen zu illustriren. Selbstverständlich finden derartige Heulmeiereien stets Zu- stimmung bei Allen, die mit ihrer augenbli>lichen Lage nicht zufrieden sind und die es nun sehr bequem finden, den „Racker von Staat“ für das, was sie gewöhnli selber verschuldet haben, verantwortlich zu machen. Dieses Mittel der Oppositionserzeugung hat deshalb auch noch nie versagt ; denn der Unzufriedenen hat es stets sehr viele gegeben und wird es immer geben, fo langedie Welt steht.

Steht es nun aber wirkli fo {le<t um Handel und Industrie in Deutshland? Ist es wahr, daß wir, wie die Tiraden der manchesterli<hen Blätter folgern lassen, am Hungertuche nagen ? Keineëwegs! Deutschland hat ganz im Gegentheil auf dem Gebiet«. des Handels und der Industrie selten einen so großen Aufschwung genommen, wie in den leßten Jahren, cinen Aufs{<wung, um den es selbst von den Engländern, die ein feines Gefühl für diese Dinge haben, beneidet wird. .

So hat die von der englis<hen Regierung eingesezte Kommission zur Untersuchung der Handelssto>kung in England wiederum einen Band veröffentliht, in wel<hem auf die in die Augen s\pringende Thatsache hingewiesen wird, daß das kommerzielle Aufblühen Deutsch- lands als eine der Hauptursachen der andauernden Stockung in der englishen Industrie anzusehen sei. (Folgen die schon bekannten Mit- theilungen.)

S Sehen wir uns aber au< einmal bei uns selber in der eigenen Heimath um, ob es wirklich fo traurig aussieht, wie die \{<warzschenden Manchesterblätter vorgeben. Nicht allein in Berlin, dessen Aufs<hwung in Betreff baulicher Anlagen, Berkehrsftraßen, Scmudpläte 2c. geradezu ein koloffaler genannt werden darf, fondern au in anderen Großstädten Deutschlands offenbart ih ein fo be- wegtes Leben und Treiben wie nie zuvor. Der Arbeiter ist, und zwar mit Mecht, stolzer geworden auf seine Thätigkeit, und so hat sih eine Wohlanständigkeit in Kleidung und Bewegung heraus- gebildet, wie fie früher nit bemerkt worden it Set in Betreff der Volksbelustigungen und der sonstigen Genüsse ist eine Veredelung des Geslhma>s unverkennbar. Die öffentlichen Bier- häuser, namentli<h die Gartenlokale, sind meistentheils bis auf den leßten Plaß gefüllt mit Leuten aus allen Lebensstellungen, die friedlich mit einander verkehren, ohne von dem Kastengeist vergangener Zeiten allzuschr angekränkelt zu sein. Die Erziehung der Iugend in an- erkannt besseren Volksfchulen als früher, die Krankenkassen und Unfall- versicherungen, die eine {were Bürde von den Schultern der Ar- beiter genommen haben, alles das vereint ih zur Herbeiführung besserer Zeiten, die erhoffen lassen, daß die Klagelieder Derer, die nur die Schattenseiten der Gegenwart gelten lassen wollen, endlich doch verstummen müssen.

Jn derselben Zeitung lesen wir:

In Angelegenheit des Verbots der Einfuhr amerikanischer Schweineprodukte bemerkt die Handelskammer zu Mainz in ihrem jüngst erstatteten Jahresberihte: „Das Einfuhrverbot batte einen dur<schlagenden Erfolg. Die Züchtung und die Mästung nahm in Deutschland cinen ganz bedeutenden Aufshwung, und es zeigte ih bald und deutlich, daß auf diesem Wege eber billiges und dabei gutes Fleis zu erzielen ist, als wenn uns Amerika mit seiner für die Gesundheit oft sehr fraglichen Ausshußwaare überfluthet.“

Die „Danziger Allgemeine Zeitung“ schreibt:

Ueber die Unfallversiherung spriht si< außer anderen auch der Jahresberiht der Handelskammer zu Frankfurt a. M. sehr günstig aus; nachdem kleinere Mängel, die bei Durchführung der Organisation hervorgetreten find, namhaft gemacht worden, wird fortgefahren :

„Im Allgemeinen wird von vielen Seiten jeßt {hon die wohl- thätige Wirkung der Reichs-Unfallversicherung anerkannt, insbesondere na< der Richtung hin, daß die von Jahr zu Jahr zunehmenden

Unfallprozesse, wel<he den Frieden zwischen Arbeitgebern und Arbeit- nehmern mehr und mehr untergruben, und welche dur die dabei oft unverhältnißmäßig hoh erstrittenen Ersaßsummen die Versicherungs- prämien immer mehr steigerten, nunmehr aufgehört haben.“

Bekanntlich waren es vor allem die Freisinnigen, welche sih aufs äußerste gegen den Fortfall der Privatversicherung |träubten und die „freie Grwerbsthätigkeit“ der Unfallgesellshaften, welche eben jene be- klagten Prozesse mit \si< brachte, erhalten wollten.

Jn der Londoner „Allgemeinen Correspon- denz“ lesen wir:

Ueber die immer drohender werdende Konkurrenz Deutschlands schreibt der britisbe General-Konsul in Kiew, Rußland, in feinem Konsularberichte: „Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Handel in landwirthschaftlihen Geräthen und Maschinen nah hier groß ist und viel davon aus England kommt. Aber er könnte nohh viel bedeutender fein, wenn unsere Fabrikanten si< die Bedürfnisse des Landes mehr angelegen sein lassen wollten. So sind z. B. die von England hierher fommenden Pflüge bei weitem zu {wer für den leihten Boden Man bat die englishen Fabrikanten, leihtere anzufertigen, aber sie kümmerten si< ni<t darum, und waren unsere Landsleute daher ge- zwungen, passendere Pflüge in Deutschland oder sonstwo zu bestellen. Aehnliches könnte man au< von anderen Artikeln anführen. Unsere Fabrikanten ignoriren die Wünsche der Konsumenten, und folglich be- fommen andere Länder nah und nah die Lieferungen. Zur Bekräf- tigung will ih bier die Worte eines Geschäftsfreundes von mir, eines Kesselfabrikanten in Warschau, eines Engländers, anführen. Er s\<{reibt: Jn früheren Jahren importirten wir unfer Eisen aus\{ließli< aus England; in Folge der Hals- starrigkeit unserer Landsleute übertrugen wir jedo< unsere Kundschaft den westfälis<en Werken und finden, daß die Deutschen viel liberaler sind, daß sich mit ihnen besser verhandeln läßt; außerdem geben fie uns ein Material, wel<hes dem besten engli]chen ebeubürtig ist, zu einem billigeren Dee

Dieselbe Correspondenz sagt:

Aus dem Handelsausweise für Juli war ersictli, daß an der Einfuhr fremder Jndustrie-Erzeugnisse in England Deutschland mit 10124 869 £, also mit über einem Drittel, betheiligt ist. Hierüber nun bringt der „Daily Telegraph“ täglih eine Reibe von Zu- {riften von Kaufleuten, Fabrikanten und Geschäftsleuten, die fh über die beständig zunehmende deutsche Konkurrenz bitter beklagen und alle möglihen Gegenmittel vorschlagen. . ..

Centralblatt für das Deutsche Reich. Nr. 34, Inhalt :

Konsulatwesen : Todesfall. Bestellung eines Konsular-Agenten. Ermäbtigung zur Vornahme von Civilstands-Akren. Erequatur- Grtheilung. Bankwesen: Status der deutschen Notenbanken Ende Juli 1886, Finanzwesen : Nachweisung über Einnahmen des Reichs Von I N Dis Gde Su 1880 Su uno Steuerwesen : Bestellung eines Stations-Controleurs. Polizeiwesen : Ausweisung

von Ausländern aus dem Reichsgebiet. Veröffentlihungen des Kaiserlihen Gesundheits-

amts. Nr. 33. Inhalt : Gesundheitszustand und Gang der Volks- krankfheiten. Witterung. Volkskrankheiten in de Bericbtswoche.

Cholera-Nachrihten. Statistiihe Nachweisung über Sterblickeits- vorgänge in deutshen Städten von 40000 und mehr Einwohnern. Statistishe Nachweisung über Sterblichkeitsvorgänge in ciner An- zahl größerer Städte des Auslandes. —— Nachweisung der aus Berliner Krankenhäusern gemeldeten Erkrankungen. Nachweisung der aus deutshen Stadt- und Landbezirken gemeldeten Erkrankungen. Witterungsnahweis. Cholera in Italien während des Monats April, Die Blattern-Epidemie in Marseille. CTollwuth in Frankrei<h. Pestähnlihe Krankheiten in Pathoi. Zeitweilige Maßregeln zur Abwehr und Unterdrü>kung von Volkskrankheiten. Stand der Thierseuhen. Die sfogenannte Milc{hkrankheit unter dem amcrifanishen Rindvieh. Veterinär-volizeilihe Maßregeln Sachsen-meiningis<he Verordnung, betr. Maßregeln gegen die Maul- und Klauenseuche. Medizinalgesetßgebung 2c. Berfügung des Königl. preußis<hen Ministers der Medizinal-Angelegenheiten, betr. Statistik der Todesfälle an Po>ken. Cikular-Erlaß des Königlich preußi- {hen Medizinal-Ministers, betr. den Begriff „medizinische Klinik“. Bekanntmachung des Königli<h württembergis<en Medüzinal- Kollegiums, betr. Erstattung eines Begleitsberihts zu den Impf- übersichten. Erlaß des Königlih württembergis<en Ministers des Innern, betr. die Abfassung der Physikatsberichte für 1885, Regle- ment zur Ausführung der Vorschriften in den $8. 57—64 des Reichs- gefeßes vom 23. Juni 1880, betr. die Abwehr und Unterdrückung von

Viehseuchen in Brandenburg. Verordnung des Großherzoglich badi- {hen Ministeriums des Innern, betr. die Arzneitare. MRecht-

sprehung. Erkenntniß des MNeichsgerichts, betr. verdorbenes Fleisch. Einrichtungen zur Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege. Ver- sugung des Königlich preußischen Regierungs-Präsidenten zu Königs-

berg, betr. Einrichtung öffentlicher Schlahthäuser. Verzeichniß der für die Bibliothek des Kaiserlihen Gesundheitsamts eingegangenen Geschenke.

Centralblatt der Bauverwaltung. Nr. 34. Inhalt : Nichtamtliches: Die Jubiläums-Ausstellung der bildenden Künste in Berlin. VIII. Die Verunreinigung des Brunnenwassers dur Abfallstoffe. Durch Wasserdru> bewegte Eisenbahndrehbrücke in Drontheim. Das tecnis<he Unterrichtswesen in Norwegen.

XV. Abgeordneten-Versammlung des Verbandes deutscher Arcitekten- und Ingenieur-Vereine in Frankfurt a. M. Vermischtes: Ergebniß der Regierungs-Baumeisterprüfungen in Preußen in dem Prüfungs- jahr 1885/86. Ebhrenbezeigungen. Baurath Bö>mann. Münsterkirche in Bonn. Kettenschiffahrt auf dem Main. Kaiser- lih russische Akademie der Künste. Verwendung von Trägerwell- ble<. Gliederschiffe der Aire- und Calder-Schiffahrt. Zugstangen mit Bolzenaugen. Das Straßenwesen in Rußland.

Statistische Nachrichten.

Dem kürzlih erschienenen 1. und 2. Doppelheft 16. Jahrgangs 1886 der „Zeitschrift des Königlich preußischen Statisti- \hen Bureaus“ entnehmen wir über die preußis<hen Spar- fassen im Rechnungsjahr 1884 bezw. 1884/85, daß, wie hon in den früheren Jahren, so au<h im Jahre 1884 bezw. 1884/85 die Entwickelung auf diesem für die wirthschaftlihe und sittl <e Hebung des Volkes so wichtigen Gebiete stetig fortgeschritten ift Die Zunahme an Sparstellen ift eine mehr als gewöhnliche gewesen, und auch die Summe der Einlagen weist einen Zuwachs auf, welcher zwar den des Vorjahres um ein Geringes, den der weiter zurü- liegendcn Jahre aber &<ht bedeutend übertrifft. Zu der Annahme, daß diese Vermehrung der Sparkasseneinlagen eine Verkümmerung anderer Triebe an dem Stamm des Volksvermögens bedeute, liege kein Grund vor. Man dürfe vielmehr in Anbetracht aller Umstände \<ließen, daß die gestiegene Geldfrequenz der Sparkassen überwiegend aus gesunden Wurzeln erwachsen sei, und daß in letzter Zeit bei denjenigen Volksklassen, für welche die Anstalten die hauptsächlihste Möglichkeit zur fruhtbringenden Anlegung ihrer Ersparnisse gewähren, Gelegen- heit, Fähigkeit und Wille zum Sparen sich in befriedigendem Maße gehoben haben. Was die Sparkassen und Sparstellen be- trifft, so wurden am Ende des Rehnungsjahres 1883 bezw. 1883/84 in Preußen deren 1258 gezählt; 1884 bezw. 1884/85 fand ein Zugang von 52, ein Abgang von 25 statt, so daß zu Ende des Jahres 1285 Kassen, also 27 mehr vorhanden waren als im Vorjahre, ungerechnet 7 neu errichtete Kafsen, gegen 11 im Vorjahre, wel<e einen Abschluß no< nicht eingesandt hatten und daber in die Aufstellung nicht ein- bezogen werden konnten. Die Zahl der Neben- oder Filial-Sparkassen stieg von 344 auf 443, die der Annahmestellen von 772 auf 835, die der Sparstellen überhaupt also von 2374 auf 2563, fodaß in Preußen (ohne Hohenzollern, welhes keine Sparkasse besißt) eine

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