1886 / 228 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

si als ausgesprochenen Realisten in seiner „Kranken Mutter“, wäh- rend das bumoristis< gehaltene Bild: „Die neuen Schuhe“, durch den liebenswürdigen Humor und die lebbaftere Farbengebung manhem HusGauer besser gefallen mag. Als tüchtigen Figurenzeichner und Schilderer tes venetianischen Volkstreibens zeigt si< Giuseppe Barison in seinem „Fishmarkt zu Venedig“. Eigenthümlich berührt Francesco Michetti's (Francavilla) „Seebad“ sowohl dur< die Figuren als au< dur das Kolorit, welches fast an Bödlin erinnert; das Meer ist sehr flüchtig behandelt. Als gewandter Kostümzeichner ersheint Nazzareno Ciprianti in feinem „Galanten Dichter“, welher junge Damen auf einer Terrasse mit der Lektüre seiner Werke unterhält. Alfonso Savini zeigt gleichfalls treffliche Behandlung der Gewandung in feinem „Spaßmacher“. Gerolamo Induno stellt cinen „Alterthums- freund“ aus, eine ansprechende Leistung, Cefare Laurent einen italicnishen Fishmarkt, Cesar Biseo cinen Bänkelsänger in Egypten, Vincenzo Caprile ein „Brautkleid“, alles Vilder, welche ret erfreuliches Können verrathen. : J n Von den Landschaftsmalern sei in erster Linie genannt Gu- glielmo Ciardi, defsen „Lagune von Venedig" im MViderschein eines leiht bewölkten Frühlingéhimmels ungemein zart in der Aus- führung ift; ein zweites Bild bietet eine Fernsicht über die „Cam- pagna del Veneto“. Luigi Rosa (Venedig) giebt eine hübsch ausgeführte Ansicht dcs großen Kanals von Venedig, Luigi Mion (Venedig) ein Architekturstü> aus dem Innern der Markus- firhe. Von Pompeo Mariani rühren zwei Marinen her : cin eigenthümlich phantastishes Nachtstük, den Hafen von Genua dar- stellend, und das „Loot]cnboot von Alexandria“, das tüchtige Behand- lung des Wassers zeigt. : Son E Bea Künstlern, welche in Italien schaffen, finden sih unter den Italienern vor Benedetto Knüpfer (Rom) mit einer anmuthig gemalten Meeresidylle, welche er die „Liebschaften der Wellen“ nennt. Das feuhte Element sowie die sich in ihm tummelnden Nixen- gestalten sind zart wiedergegeben. A. Weiß, welcher in Paris lebt, hat ein großes Gemälde ausgestellt, welches er betitelt : D gezähmte Löwe“. Trotz des wunderlihen Stoffes und der etwas süßlichea Behandlung ver- fehlt das vornehm gehaltene Bild cine gewisse Wirkung E On der Landschaftsmalerei finden wir Frit Herly vertreten, der eine prächtige Landschaft, den „Strand zwischen Ancona und Falconara“ ausgestellt hat. Ein ershöpfendes Urtheil über die italierishe Kunst estattet diese kleine Kollection niht, ebensowenig wie die hier an Dahl geringen Werke der Spanier über den Stand der beutigen anis<hen Kunst. : / M Von s\panis<hen Künstlern, welche die Ausstellung beschi>t haben, erwähnen wir zunächst José Jimenez y Aranda, welcher uns eine Scene aus ciner Arena, cinen Unglücksfall, vorführt und hierbei in der Zeihnung und Charakteristik der Figur, der Wieder- gabe des spannenden Augenkbli>s, Vorzügliches leistete. Von eigen- artiger Wirkung ist das in der Behandlung großer Massen Geschi>k verrathende „Fest des heiligen Bartholomäus in Silges“ von Felipe Ma zó. Ueberrashend dur die effektvolle Farbengebung und die gewandte Zeichnung der Figuren ist Iosé Benliure y Gil's „Römischer Carneval“, der dur die impressiostische Behandlung auffällt. Joaquin Araujo's „Schlehter Handel* ist scharf in der Auffassung und wirkungsvoll in der Zeichnung. Es sind eht spanische Typen, welche der Künstler uns hier veranschauliht. Weniger

gelungen ersheint das Bild „Im Bois de Boulogne“ von rancisco Miralles, der uns Damen und Kinder auf grünem asen vorführt. Von großer Wirksamkeit ist „Das Gebet" von

Agostino Nobert y Suris: die Stimmung der Betenden ist überaus wirkungêvoll in den Gesichtern wiedergegeben ; vielleicht hätte eine Ausführung des Bildes in kleinerem Maßstabe ihm nicht ge- schadet. Louis Iimenez zeigt uns einen alten Junggesellen in seinem Krautgarten, ohne cinen bedeutenden Cindru> mit diesem Bilde erzielen zu können. Recht hübsh hat Manuel Jimenez-Prieto in seinem „Küchenmeister des Klosters“ die räumlihe Umgebung foloristis<h nnd zeichneris<h wiederzugeben verstanden, do< läßt die Charakteristik der Figur zu wünschen übrig. Ein sauber ausge- führtes Genrebild, betitelt: „Flitterwochen“, welches uns ein plauderndes junges Ehepaar im Empirekostüm zeigt, rührt von Louis Alvarez her. Egusquiza zeigt si<h in seiner „Dame aus der Zeit Ludwigs XV." als geschi>ten Kostüm- und Stoffmaler. Von Enrique Mélida sehen wir zwei kleine Genrebilder, eine „Konsultation“ und eine Karnevalsscene in dem Marcellus-Theater in Rom, ausgestellt, ansprechende, wenn au< ni<t bedeutende Werke; von Leon y Eco sura finden si< zwei Bilder: „Die Fahne des eindes“ und „Das Smaragddiadem“ vor, welche etwas süßlih ge- L sind. Von E. Atataye sehen wir geistvoll in Aquarell ausgeführte Rand- und Titelzeihnungen zum ersten Kapitel des Don Quirote. Maria Luisa de la Riva hat eine „Blumen- verkäuferin“ ausgestellt, die sih dur die frische und gefällige Farben- gebung auszeichnet. e In der Jubiläums-Kunstausfstellung (deren Schluß bis zum 17. Oktober hinausges<hoben worden ist) erwartet man in den sten Tagen das leßte Werk des vor kurzer Zeit verstorbenen Meisters Karl von Piloty: die Darstellung vom Tode Alcxander's des E welche bekanntlih für die Nationalgalerie in Berlin be- stimmt ist. Die Ausstellung dieses Werkes dürfte der Jubiläums- Ausstellung erneute Zugkraft verleihen. Der Besuch der- selben hat in den leßten Wochen seinen Höhepunkt erreicht. Ueberhaupt hat die bisherige Theilnahme ein sehr befrie- digendes Ergebniß geliefert, da die Zahl der Besucher schon jeyt über eine Million beträgt. Auch mit dem Verkauf von Werken ist ein re<t erfreuliches Resultat erzielt worden. Abgefehen von der großen Zahl von Gemälden und Skulpturen, welche für das Lotterice-Ünternehmen erworben wurden, abgesehen von den no<h zu er- wartenden Ankäufen von Seiten des Staates für seine Kunstsamm- lung, haben auh Private die Gelegenheit zu Erwerbungen reihli< wahrgenommen. Die Liste dieser lezten Verkaufsabschlüsse weist über B 150 Werke auf.

Bei dem Familienfest zu Weinsberg an Justinus Kerner's hundertjährigem Geburtstage, dem 18. September d. J., brachte Dr, G. Kerner, Frankfurt a. M,, ein Hoh auf Se. Majestät den Kaiser aus und leitete dasselbe, wie folgt, ein:

Verehrte Festgenossen! :

Gestatten Sie mir, daß i, als ein Glied der Familie Kerner, das Wort ergreife, um den Gefühlen Ausdru zu geben, die sicherlich heute Jeder empfindet, wenn er sieht und hört, wie Deutschland das Andenken seiner Dichter ehrt, die ihm den Glauben an den Kern der deutschen Volkêscele, an die deutshe Treue, bewahrt haben.

In den unparteiishen Schilderungen, welche cin alter Schrift- steller, der Römer Cornelius Tacitus, Über die Sitten und Gewohn- beiten und den Charafter unserer Vorfahren, der alten Germanen, hinterlassen hat, werden ganz besonders die deutschen Frauen gerühmt, wie sie, ohne Furt und Zagen, aus nächster Nähe die heiligsten Zeugen der Heldenthaten ihrer Männer und zuglei deren größte Kobredner waren. Edle Frauen aus alter deutscher Zeit, wie jene Thusnecida, deren sittlihe Größe und heldenmüthige Ergebung Piloty's Meisterpinsel verewigt hat, sind uns unvergeßlih, und wie die Ge- \chicte selbst, so hat au< die Volks\age Frauengestalten belebt, die wir gern als typishe Erscheinungen des Genius All-Deutshlands der Germania betraten. : S

Gleich den Schweizern, denen fkritishe Historiker ihren Tell und ihren Winkelried absprec{en wollen, danken au< wir es ten Gelehrten \<le<t, wenn sie unsere Helden und Heldinnen der Wirklichkeit zu

entkleiden fuhen, zumal wenn wir auf dem historischen Boden | derselben stehen. Nein, sie sind unveräußerlihes Volks- eigenthum geworden und müssen es bleiben! So seben wir heute

au< im Geiste aus Alt-Weinsbergs Thoren die Scaar jener klugen und treuen Frauen ausziehen und von zugestandenen Säßen nur ihre Männer retten, indem sie dem Worte eines deutschen Kaisers ver- traucn, der solchen R \<ükte und ehrte. Ja, die alte Burg auf Weinsbergs Rebenhügel, sie soll und wird den Namen „Weiber-

treue“ stets behalten, dem deutschen Volke als ein Denkmal für deutsche Treue überhaupt ! i : :

Das Dichter-Heim, am Fuße des Berges, in dem si so oft die besten Männer um Justinus Kerner sammelten, hat dafür gesorgt, daß Lieder, welche diese Gesinnung athmen, überall hingedrungen find und zum Theil als Volkslieder lebendig bleiben, soweit deutsche Herzen s<lagen. Sie klingen nah, durch die Aeolsharfen der „Weiber- treue“, vom Fels zum Meere! s

Wie aber wurde in den {wäbis<hen Sängern das Wehen des alten deutshen Geistes gewe? Das „Haus Württemberg“, in vielen seiner erlauhten Glieder, war es, welches früher und mehr, als es sonst in deutschen Landen geshah, die Söhne seiner Landeskinder zu jener ernsten Geistesrihtung angeregt hat, die ni<ht allein von Hand zu Mund arbeitet, sondern von Mund zu Mund befördert hat, was heutë Deutschland einigt; die Liebe, ni<ht nur zum engern, nein, au zum ganzen deutschen Vaterlande! Die Keime, welche die Karls\chule gelegt, die einen Schiller erzog, sind reihli< aufgegangen ; König Wilhelm hat sie stets eifrig genährt, und sie werden auch heute nos a Sr. Majestät, König Karl, aufs treuste und sorgfältig gepflegt. l ;

Das Haus Württemberg war es au<h, dem Kaiser Ludwig, der Bayer, im Jahre 1336 das deutsche Reichs-Sturmbanner mit rotber Lanze verliehen hat, derselbe Kaiser, dessen tapferster Feldherr. ein Hobenzoller, Friedri<h IV. von Nürnberg, \i< besonders auch deshalb unserem Andenken einprägt, weil er zu den Ahnen unseres Kaisers gehört. Von den aus jenem Banner stammenden württembergischen Landesfarben „Schwarz und Noth" ist „Roth“ auch in die Farben des neuen Deutschen Reichs aufgenommen worden, und dieses „Noth“, das Farben- Symbol für Liebe und Treue, bildet nun au<h das Band zwischen Nord und Süd, wie es die {<wäbischen Lieder längst hon waren. Wo irgend in der weiten Welt deutsche Thatkraft und deutscher Fleiß sih cin Heim gegründet und wo bei Rebensaft Deutschlands Söhne, in Freundes- oder Festeskreisen, der Heimath gedenken, da fehlt selten der Sang von Just. Kerner's Lied: „Wohlauf no< getrunken den funkelnden Wein“. Der 4. Vers dieses Liedes: „Da grüßen ihn Vögel, bekannt überm Meer, sie zogen von Fluren der Heimath hier- her !“ sagt ihnen aber heute viel mehr als je; denn mächtige Wasser- vôgel unter der Flagge mit dem rothen Streifen \{wimmen jeßt überall umher und bringen den Beweis in ferne Länder, daß Deutsch- land einig und stark geworden ist und daß ein Volk ehrlicher Arbeit es verstehen wird, seinen Kultur-Beruf zu erfüllen!

Vor den Thoren Weinsbergs war es aber leider au<, wo 3 Tage vor Weihnachten, Anno 1140, das Feldgeschrei: „Hie Weif, hie Waib- linger!“ zum erstenmal gehört worden ist, ein Ruf, der in allen Variationen unsäglihes Unheil in unsere Gauen getragen hat. Von hier, von Wcinsberg aus, muß daher auch jeder folcher Ruf der Zwietracht unter Deutschen für alle Zeit verdammt und geächtet werden!

Der Siegeëslauf unseres großen Kaisers, des größten, den Deutsch- land je gelehen, is ni<t begonnen worden aus Ehrgeiz oder Herrscher- stolz, nein, ledigli<h zur Abwehr dessen, was stets planmäßig unserer Einigung entgegentrat, Wer dies nicht begreifen wollte, kann jeßt sehen, wie der beste Kaiser, no< in hohem Alter, treu bemüht ist, die Früchte seiner Thaten, Deutschlands Stärke, einzig und allein zum Woble des höchsten Gutes der Menschheit, zur Erhaltung des allgemeinen Friedens, zu verwenden. Unter Seiner und der Seinen Führung bringt der Flügelschlag des deutschen Adlers weder List no<h Gier; wenn aber je, aus Mißgunst oder Neid, ein Nach- bar unsern Frieden stören wollte, so würde er von nun an Deutsch- lands Söhne ungetrennt beisammen finden, und dann dürste es au< an den praktishen Schwabenstreihen wohl nicht fehlen, wie Uhland sie beschrieben hat! è

Der Dank und die Verehrung, die wir unserem Kaiser \{hulden, ist niht auszudrü>en dur<h Silber oder Gold. Ihm und jedem Seines Hauses, der Ihm in gleicher Gesinnung folgt, kann nur gelohnt werden in alter deutsher Währung, sie heißt: „Deutsche Treue !“ Und so werde*Ihm denn auch voll zu Theil, was Justinus Kerner in seinem „reisten Fürst“ als köstlihes Kleinod des württembergi- schen Fürstenhauses gepriesen hat, daß: „selbst in Wäldern no<h so groß, au< Er Sein Haupt kann kühnlih legen jedem Unterthan in Schoß!“ Wäre es Justinus vergönnt gewesen, die glorreiche Wieder- geburt des Deutschen Kaiserreichs zu erleben, er hätte siherlih die leßte seiner Saiten zu cinem neuen und bleibenden Lob- und Preis- gesang gestimmt, im Namen Deutschlands und seines geliebten Schwabenlandes! -— ———————— Doch

Sind Kerner's Saiten au< gesprungen, Der Minne höchstes Ziel hat er errungen, Bei allen Deutschen fern und nah';

Denn seiner Leyer Nachklang führt aufs Neue Sie hin zu ihrem Stammsiß „Weibertreue“, Zur hohen Wart, „Freifrau Germania !“

Von hoher Wart ift oftmals {on geworden Der Wandernden ein tröstlih Lied, Wenn ihren Kindern stets an allen Orten Vergeblich sie zu Fried" und Eintracht rieth. Doch nun, da „furchtlos, treu“ mit „stark im Recht“ verbunden, Seit ihrer Liebe Ausfaat volle Ernt’ gefunden, Bleibt sie daheim und hütet treu die Krone Dir, Kaiser Wilhelm, ihrem größten Sohne!

. Und nun, geehrte Festgenossen, möchte i< Sie auffordern, ein volles Glas dieses an der „Weibertreu“ gewachsenen Weines zu leeren auf das Wohl unseres großen Kaisers, dem wir auch am heutigen N in alter und neuer deutscher Treue Dank und Verehrung zollen wollen!

Se. Majestät, Kaiser Wilhelm, unser erhabener Sieges- und Friedenskaiser, Gr lebe hoh!

Wien, 27. September. (W. T. B) Cholera. Bulletin. In Triest 10 Erkrankungen, kein Todesfall, in Fiume keine Erkrankun und kein Todesfall, in Pest 36 Erkrankungen, 13 Todesfälle, in Raa 1 Erkrankung und 1 Todesfall.

Wien, 27. September. (W. T. B.) Bei der heutigen Er- ¿ffnung des Orientalisten-Kongresses begrüßte der Protektor desselben, Erzherzog Rainer, die Versammlung mit dem Wunsche, daß auch dieser Kongreß der Wissenschaft zur Bereicherung dienen möge. Im Namen der Regierung hielt der Unterrichts-Minister Dr. von Gautsh an die Versammlung eine Ansprache.

Der neuen Operette des Friedrih-Wilhelmstädtischen Theaters „Der Nahtwandler“, dessen Libretto von der be- kannten Autorencompagnie Zell und Genée, dessen Musik von einem jungen Komponisten Louis Roth herrührt, ift, wie wir bereits gestern berihtet haben, niht nur von dem bekanntermaßen sehr {wer zu befriedigenden Premierenpublikum, sondern au<h bei der Sonntags- aufführung eine re<t freundlihe Aufnahme bereitet worden. Wir müssen jedo<h hinzufügen, daß dies am ersten Abend in bedeutend höherem Grade während des ersten und des Beginns des zweiten Aktes, als später der Fall war. Man kann dieser Novität in vielen Beziehungen bedeutsame Vorzüge nahrühmen. Die Musik bewegt fh niht in den gewohnten Kreisen der Strauß, Suppé und Millö>ker allein, sondern s{lägt vielfa<h einen ernsteren Ton an, so daß man einer ganzen Reihe von Nummern einen tieferen musikalishen Gehalt niht absprehen kann. Allerdings finden si<h au leichtere und ober- flählichere Stellen, denen gegenüber man jedoh dem Komponisten zu Gute halten muß, daß “die vielfah sei<hten Textstellen der Couplets eine würdigere Behandlung nicht verdienten und vielleicht überhaupt nicht finden fonnten. Man darf bei der Sorgfalt und Sauberkeit der musikalischen Arbeit und dem sichtbaren Ernst, mit welchem der Komponist seine Aufgabe in diesem Falle erfaßt hat, von ihm zukünftig wohl no< ungestörter Befriedigendes erwarten. Für diesmal hat er in dem hübschen Schlummerliede (Sextett), in der musikalishen Paraphrase bei der ersten Nahtwandlerscene, in dem zarten und originellen Satze, welcher den zweiten Akt einleitet, sowie

zuweilen in den Chören wirklihe Begabung und Beruf gerade f; dieses musikalish-dramatis<he Genre bewiesen. Was nun das bre

für

anbetrifft, so hat es den Vorzug, daß eine leiht verständliche lung si ruhig und natürli entwi>elt; jedo< ist sie vielfach in den

Einzelersheinungen zu sentimental für eine Operette

und verleitet so

den Komponisten, in denselben Fehler zu verfallen. Was die Auffüh betrifft, so haben wir an erster Stelle einer ausgezeihneten \auspieleris<en Leistung des Hrn. Wellhof zu gedenken, der neben seiner gewohnheits,

we<seln. Alle übrigen Kräfte leisteten gleihmäßig

Frl. Wenzel brachte ihre s{hönen Stimmmittel voll zur Geltung, dar |

mäßigen Komik diesmal eine eindru>svolle Nachtwandlerscene zu spielen hatte, in welher Ernst und Scherz s{<nell und rührend gh;

Aus8gezeicnetes,

aber auf die schauspielerishe Seite ihrer Aufgabe no< mehr Sorgfalt verwenden. Frl. Stubel zeigte sih im Vollbesiß ihrer komish-s<ay,

spielerishen und gesanglihen Vorzüge. Vortrefflich

war au Hr

Pagin, obgleih er an mancher Stelle mit der Fadheit seiner bippo: logishen Coupletverse zu kämpfen hatte. Die Herren Steiner, Stein,

berger, Broda vollendeten das Ensemble, welches seinen ganz besonde b

ren und pikanten Reiz durch die kleinen Künste und großen Wirkungen

des Frl. E. Schmidt, wie gewöhnlih, gewann. jeder Richtung ihre Schuldigkeit gethan und die Aus prächtig, wie cs die Handlung überhaupt zuließ.

Bäder-Statistik.

Aachen bis zum 26. September (Kurgäste und sonstige Fremde)

Ahlbe> bis zum 1. September . Alerxisbad!b. z. 15. Sept. (außer 743 f Arnstadt bis Mitte September (Kurgäste) ; Baden-Baden bis zum 27. September (Fremde) . Badenweiler am 22, September (Fremde) . .. Berka (Ilm) bis Mitte September (Kurgäste) Bibra*) in diesem Jahre (Badegäste) j

Bil bi Um 15, Seb Blankenburg (Schwarzathal) bis Mitte September (Kur

Blankenhain (Thüringen) bis Mitte September (Kurgäste

Boltenhagen bis zum 3. September (Badegäste) .

Borby (C>ernförde) bis zum 22. Sept. (Kur- u. Badegäste)

Breege bis zum 15. September .

Crampas bis zum 15. September . O Cuxhaven bis zum 24. September (Fremde und Bade Deep (Bez. Stettin) bis zum 15. September . Dievenow bis zum 15. September... Elgersburg bis Mitte September (Kurgäste) ..

Elten (bei Großfalze) bis zum 15. September (Kurgäste) Elster bis zum 14. September (außer 769 Durhreisenden ;

S Frankenhausen (Kyffhäuser) bis Mitte September

(darunter 120 Pfleglinge der Kinderheilanstalt). Friedrichroda bis Mitte September (Kurgäste)

Georgenthal (Herzogthum Gotha) bis Mitte September

G Göhren (Rügen) bis zum 15. September

Griesbach (Baden) bis zum 20. September (außer 492 Durch-

enen D Groß- und Klein-Horst bis zum 15. September . Groß-Tabarz bis Mitte September (Kurgäste) Heiligendamm bis zum 3. September (Badegäste) Helgoland bis ¿zum 23. September (Nrn.) . Heringsdorf bis zum 15. September... Ilmenau bis Mitte September (Kurgäste) . Slsenburg bis zum 15. September (Fremde) Kammerberg-Manebach bis Mitte September Kösen bis zum 17. September (963 Nrn.) . Köstritz bis Mitte September (Kurgäste) ; Langensalza bis Mitte September (Kurgäste) . Lauchstädt bis Ende der Badesaison (225 Nrn.) .. Liebenstein (S.-M.) bis Mitte September (Kurgäste) Lobenstein (Reuß) bis Mitte September (Kurgäste) . Lohme (Rügen) bis zum 15. September . N Misdroy bis zum 15. September . . Niendorf (Ostsee) bis zum 15. September . Oberhof während des Sommers (Fremde)

Oeynhausen bis zum 24. September (außer 10 607 Durch-

reisenden ; Kurparteien) . E Oldesloe bis zum 15. September . .. Osternothhafen bis zum 15. September . Petersthal bis zun

reisenden; Badegäste) . Prerow bis zum 15. September Putbus bis zum 15. September. .. Rastenberg bis Mitte September (Kurgäste) Rewahl bis zum 15. September .. Ruhla bis Mitte September (Kurgäste) . Sachsa bis Mitte September (Kurgäste). . Salzungen bis Mitte September (Kurgäste) Saßnitz bis zem 15. September ...., Schmalkalden bis Mitte September (Kurgäste) Schwarzburg bis Mitte September (Kurgäste)

Sonneberg (S.-Meiningen) bis Mitte September (Kurgäste)

Sooden a. d. Werra bis zum 17. Septbr. (697 Nrn.

Stadt Sulza bis Mitte September (Kurgäste)

Süderode bis zum 4. September (Kurgäste)

Swinemünde bis zum 15. September . N

Tennstedt bis Mitte September (Kurgäste) . .

R Schönau bis zum 18. September (5129 eien) . .

(mit den in den Bade-Hospitälern Weilenden, Kurgäste) Thal (Herzogth. Gotha) bis Mitte September (Kurgäste) Thale (Harz) bis zum 14. September (außer 235 sonstigen

Fremden ; Kurgäste) N

(Gesammtverkehr der Saison bis Thiessow bis zum 15. September .

Travemünde bis zum 15. September .

Warmbrunn bis zum 20. September (außer 7047 Erholungs-

gästen und durchreisenden Fremden; Kurgäste) Warnemünde bis zum 12. Fe D S Wernigerode bis zum 10. September (sonstige Wiesbaden bis zum 26. September (Fremde) Wildungen bis zum 16. September (2234 Nrn.)

Fremd

Wilhelmshöhe (Luft-Kurort) bei Kassel am 18. September

(anwesende Kurgäste und Fremde) a... Zingst bis zum 15. September . E Zinnowitz bis zum 15. September . Aus anderen Bädern wurden tember von 21, Louisenhall bei Stotternheim bis von 85, Neuendorf bis zum 15. September von 72

Die Regie hatte i

onst. Fremden ; Badegäste)

(Kurgäste) i

zum 8. September (außer 588 Durch-

eptember (Familien bez. ein-

stattung war

24172 3 600 304 297 93 985 4591 1366

O ie

gäste)

1021

7022

A

Par- 22

Iu

, Schwarzwald

(Herzogth. Gotha) bis Mitte September von 10 Personen.

*) Vgl. das Stahlbad zu Bibra am Tage der 200 jährige! i

Jubelfeier dec Einweihung des Gesundbrunnens am 25. Juli 1886.

Nedacteur: Riedel. Berlin:

umi E

Verlag der Erpedition (S <ol z).

Dru> der Norddeutshen Buchdru>erei und Verlags-Anstalt,

Berlin SW., Wilhelmstraße Nr. 32.

Vier Beilagen (ein\s<ließli< Börsen-Beilage).

F (3117) Zwangsversteigerung.

Personen :

| Grundbuche l E Niederbarnimshen Kreise Band 66 Nr. 2962 auf

23%

502 M 3 232 N 2958 O

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n zum 9. September) A 2 29

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y F 4 . . . . 9 190 Ñ j besucht : Arendsce bis zum 14, S f ite Mitte Septembe

F und Julius Glaser zu Guben, welche als Vormund

Keil hierdur< aufgefordert, ihre Ansprüche an den

Erste Beilage

zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Dienstag.

den 28. September

1886.

Derr V s —R Inserate für den Deutschen Reichs- und Königl. Preuß. Staats - Anzeiger und das Central - Handels- register nimmt an: die Königliche Expedition

des Dentschen Reichs -Anzeigers und Königli<h Preußischen Staats -Anzeigers : Berlin SW., Wilhelm-Straße Nr. 32.

Ste>kbriefe und UntersuWungs-Sachen.

Zwangsvollftre>ungen, Aufgebote, Vor- ladungen u. dergl.

Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen 2c.

Verloosung, Kraftloserklärung, Zinszahlung

A

u. st. w. von öffentlichen Papieren.

Er: Ee

Zwangsvollstre>uugen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

Im Wege der Zwangsvollstre>ung foll das im von den Umgebungen Berlins im

den Namen des Kaufmanns Robert Toepfer zu Berlin eingetragene, hierselbst in der Tegelerstraße belegene Grundstück

am 27. November 1886, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeihneten Geriht an Gerichtsstelle Neue Friedrichstraße 13, Hof parterre, Saal 40, versteigert werden.

Das Grundstück ist mit 2,94 4 Reinertrag und einer Fläche von 0,623 Hektar zur Grundsteuer ver- anlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abschätßzungen und andere das Grundstü betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Ge- rihts\{hreiberei, Neue Friedrichstr. 13, Hof part., Zimmer 42, eingeschen werden.

Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher ada Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grund- buche zur Zeit der Eintragung des Versteigerungs- vermerks ni<ht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden Hebungen oder Kosten, spätestens im Versteigerungs- termin vor der Aufforderung zur Abgabe von Ge- boten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspricht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berücksichtigt werden und bei Vertheilurg des Kaufgeldes - gegen die berücksihtigten Ansprüche im Range zurücktreten.

Diejenigen, welche das Eigenthum des Grundstü>ks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls na< erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt.

Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 27. November 1886, Mittags 12 Uhr, an Gerichtsstelle, Neue Friedrichstr. 13, Hof parterre, Saal 40, verkündet werden.

Berlin, den 12. September 1886.

(311%6] Hwangsversicigerung.

Das im Grundbuche von den Umgebungen Band 41. Nr. 2380 auf die Namen des Rentiers Franz Reim und des Rentiers Cduard Uebel eingetragene, hier Tieckstraße Nr. 1 belegene Grundstück soll auf An- trag des Rentiers Eduard Uebel zu Friedrichshagen zum Zwecke der Auseinanderseßzung unter den Mit- eigenthümern am $0. November 1886, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht an Gerichts- stelle Neue Friedrichstraße 13, Hof parterre, Saal 40, zwangsweise versteigert werden.

Das Grundstück ist mit 6210 4 Nuzungswerth zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuch- blatts, etwaige Abschäßungen und andere das Grund- stü>k betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei, Neue Friedrichstraße 13, Hof parterre, Zimmer 42, eingesehen werden.

Diejenigen, welhe das Eigenthum des Grundstücks beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nah erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt.

E Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags ir

am 30. November 1886, Vormittags 11{ Uhr,

an obenbezeichneter Gerichtsstelle verkündet werden.

Verlin, den 10, September 1886.

Königliches Amtsgericht T, Abtheilung 53. [31154] Aufgebot.

Auf Antrag des Acterwirths Emil Grüning zu Rynarzewo wird dessen Mündel, der am 19. Januar 1850 geborene Gustav Adolf Ziemke, der seit dem Jahre 1865 von Deutsh-Kruschin nah Schneide- mühl in die Lehre gegangen ist, seit dieser Zeit aber Nichts von si< hat hören lassen, aufgefordert, si spätestens im Aufgebotstermin

den 9. Juli 1887, Vormittags 10 Uhr, bei dem unterzeichneten Gerichte zu melden, widrigen- falls seine Todeserklärung erfolgen wird.

Schubin, den 20. September 1886.

Königliches Amtsgericht.

[31153] Aufgebot. -

Auf den Antrag des Rechtsanwalts Koch zu Guben, als Bevollmächtigten der Kaufleute Martin Sack

bezw, Gegenvormund der minderjährigen Kinder und Benefizial-Erben des am 16. Mai 1886 zu Guben ohne Hinterlassung eines Testaments verstorbenen

<uhmachermeisicrs Carl Ernst Rudolf Keil be- stellt sind, werden die Nachlaßgläubiger und Ver- mächtnißnehmer des genannten Schuhmachermeisters

Nachlaß spätestens im Aufgebotstermine

am 26. November 1886, Vormittags 9} Uhr, bei dem unterzeichneten Amtsgericht, Zimmer Nr. 9, anzumelden, widrigenfalls sie gegen die Benefizial- Erben ihre Ansprüche nur no< insoweit geltend

t

Deffentlicher Anzeiger.

5. Industrielle Etablissements, Fabriken und Großhandel.

6. Verschiedene Bekanntmachungen.

7. Literarische Anzeigen.

8. Theater-Anzeigen. | In der Börsen-

Inserate nehmen an: die Annoncen-Erpeditionen des e-JFuvalidendank“‘, Rudolf Mosse, Haasenstein «& Vogler, G. L. Daube «& Co., E. Schlotte, Vüttner «& Winter, sowie alle übrigen größeren

Annoncen-Bureaux.

9. Familien-Nachrichten. Beilage.

machen können, als der Nahlaß mit Ausschluß aller seit dem Tode des 2. Keil aufgekommenen Nutzungen dur< Befriedigung der angemeldeten Ansprüche nicht ers{<öpft wird.

Das Nachlaßverzeichniß kann in unserer Gerichts- schreiberei eingesehen werden.

Guben, den 30. Juli 1886.

Königliches Amtsgericht. I.

31137] Aufgebot.

Der Handelsmann Natan S{hloß von Wonsurkt, welhem ein von der Kgl. Filialbank Schweinfurt über die Hinterlegung verschiedener Loose am 18. Juli 1883 ausgestellter Depositions\hein zu Verlust ge- gangen ift, hat den E gestellt, diese Urkunde im Ade des Aufgebotsverfahrens für kraftlos zu er-

ären.

Diesem Antrage entsprehend, ergeht Hiemit an den Inhaber dieser Urkunde die Aufforderung, seine Ansprüche und Rechte an dieselbe spätestens im Auf- gebotstermine, welcher hiemit auf

Moutag, den 25. April 1887,

i , Vormittags 10 Uhr, bestimmt wird, beim unterfertigten Gerichte anzu- melden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die leßtere für kraftlos erflärt werden wird.

Schweinfurt, den 25. September 1886.

Königliches Amtsgericht. Iahreiß, ; : Amtsrichter.

Für den Gleichlaut der Ausfertigung mit dem Originale:

Gerichtsschreiberei des K. Amtsgerichts :

(L. S.) Eberth, K. Sekretär.

B Aufgebot.

Das Königliche Amtsgericht dahier hat das Auf- gebot bezügli<h der Amtskaution des entlassenen GBerichtsvolziehers Kraft Auftrags Poertner von hier beantragt. Es werden daher Alle, welche aus dem Dienstverhältnisse des genannten „Poertner“ Ansprüche zu haben glauben, aufgefordert, dieselben spätestens in dem auf den 13. Dezember 1886, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Marktstraße 1, Zimmer Nr. 15, anberaumten Aufgebotstermine an- zumelden, widrigenfalls sie mit diesen Ansprüchen werden ausgeschlossen werden.

Wiesbaden, den 23. September 1886.

Königliches Amtsgericht, Abtheilung VT.

[31152] Aufgebot.

Die Erben und Rechtsnachfolger des zu Köln ver- storbenen Rentners Conrad Porten, als

1) Christian Wilhelm Porten, Gutsbesißer zu

__ Poulheim,

2) Lan Porten, Gutsbesißer zu Hahnerdorf, Kreis Grevenbroich,

3) Eheleute Johann Adam Wahlen, Rentner und O und Helene, geb. Porter, beide zu Köln,

ad 1 bis 3 vertreten dur<h Rechtsanwalt J. F. Fischer zu Köln, haben das Aufgebot der Prioritäts-Aktie der Aktien- gesellshaft Flora zu Köln Nr. 304 über 100 Thaler = 300 M. beantragt. /

Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, \pä-

testens in dem auf

Mittwoch, den 11. Januar 1888, Vormittags 10 Uhr,

vor dem unterzeichneten Gerichte, an ordentlicher Gerichtsstelle anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzumelden und die obenbezeihnete Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der- selben erfolgen wird.

Köln, den 21. September 1886.

Königliches Amtsgericht. Abtheilung XT. In Vertretung : (gez.) H. Schmit, Gerichts-Assessor. Für die Richtigkeit :

(L. 8.) Kamp, Kanzlei-Rath, Erster Gerichtsschreiber. [65086] Aufgebot.

Die unverehelihte Auguste Emilie Framke aus Kukow, z. Z. in Berlin, hat das Aufgebot des angebli<h verloren gegangenen, auf den Namen der Arbeiter Framke’schen Kinder erster Ehe in Kukow ausgefertigten Guthabenbuhs der s\tädtishen Spar- kasse hier Nr. 1707 über 11 A 52 H$ beantragt. Der Inhaber dieses Buchs wird aufgefordert, spätestens in dem auf den 15. Dezember 1886, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeihneten Gerichte, Zimmer Nr. 16, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu- melden und das Buch vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung desselben erfolgen wird.

Stolp, den 19. März 1886.

_ Königliches Amtsgericht.

/ B i

[11478] Aufgebot.

Die Sparkassen-Bücher der städtis<hen Sparkasse

zu Sagan: ;

a. Nr. 19905 über 152 4M 52 , ausgefertigt für die vereheli<hte Bahnarbeiter Ernestine Zachmann, geb. Fechner, in Polnish-Machen,

b. Nr. 19328 über 299 #4 41 , ausgefertigt für Selma Zahmann in Polnish-Machen,

c. Nr. 20298 über 181 75 H, ausgefertigt für Frau Pauline Menzel in Polnis<-Machen,

sind angebli<h verloren gegangen und werden auf Antrag der verehelihten Bahnarbeiter Ernestine

Zachmann, geb. Fechner, in Polnis<h-Machen, hier- dur aufgeboten.

Die Inhaber der vorgenannten Bücher werden deshalb aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermine, am 15. Februar 1887, Vormittags 11 Uhr, bei dem unterzeihneten Gericht (Terminszimmer V.) ihre Rehte anzumelden und die Bücher vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung derselben erfol- gen wird.

Sagan, den 25. Mai 1886.

Königliches Amtsgericht.

[28905] Aufgebot.

Die Firma H. Henschel zu Berlin C., Prenzlauer- straße 53 I, hat das Aufgebot des angeblich ihr entwendeten Prima-Wecsels :

„No. 148. Berlin, den 15. August 1886.

Für Mark 600.

Am 11. November a. cr. zahlen Sie für diesen Prima-Wechsel an die Ordre von ® mir selbst die Summa E von Mark Sechshundert den Werth in mir selbst und stellen es auf Rechnung laut Bericht.

Herrn Chr. Noack

in Cantdorf. zahlbar bei Herrn Ad, Lehmann

in Spremberg.“ beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird auf- gefordert, spätestens in dem auf

den 2. April 1887, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeihneten Gerichte, Zimmer Nr. 4, anberaumten Aufgebotstermine seine Rechte anzu- melden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.

Spremberg, den 10. September 1886.

Murawski, als Gerichtsschreiber des Königlichen Amtsgerichts.

Noack.

Chr

rima-We(hfel.

Angenommen

gez. H. Henschel,

J.

ge

[31138] Aufgebot.

In Sachen, betreffend den Antrag auf Todes- erklärung des abwesenden Tuchmachergesellen Ernft Andreas Jünemann und des abwesenden Georg Schlote, beide aus Göttingen,

wird auf den Antrag der Ehefrau Charlotte Bode, geb. Jünemann, und der Ehefrau Dorette Biéerwirth, geb. Jünemann, zu Göttingen, nahdem die dur< den Beschluß vom 22. August 1884 fest- gesetzte Aufgebotsfrist verstrichen ist, der Aufgebots- termin auf

den 24. November 1886, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht anberaumt.

Es werden aufgefordert :

1) die Verschollenen Georg Schlote aus Göt- tingen, welcher im August 1857 na<h Nord- amerika ausgewandert fein soll, und der Tuchmachergeselle Ernst Andreas Jünemann aus Göttingen, welher im Jahre 1872 in die Fremde und zwar zunächst na< Berlin gegangen fein soll,

sih beim Gericht zu melden, widrigenfalls sie für todt erklärt und ihr Vermögen den nächsten bekannten Erben und Nachfolgern überwiesen werden oll ;

2) alle Personen, welche über das Fortleben der Verschollenen Kunde geben können, diese dem Gericht mitzutheilen,

3) etwaige Erben und Nahlhfolgerberechtigte ihre Ansprüche, soweit es no<h nicht geschehen, zu den Akten anzumelden, widrigenfalls bei der Veberweisung des Vermögens der Verschollenen auf sie keine Rücksicht genommen werden soll

und zwar spätestens im Aufgebotstermine.

Göttingen, den 23. September 1886.

Königliches Amtsgericht. I. Goldschmidt.

P Ausgebot.

Alle, welchen Erb- oder sonstige Ansprüche an die

Erbschaften nachgenannter Personen :

1) der Magd Catharina Margaretha Gotthard, 2) der Katharina Be>ker, vorher verehelichten

Ho, geb. Bornuth, Wittwe des Parquet-

trägers Johann Peter Be>er,

3) des Taglöhners Johann Michael Braun,

4) der Christiane Justine Maria Louise Bingel

geb. Lausé, Wittwe des Kaufmanns Friedrich

Victor Bingel,

des Schuhmachers Johannes Hartmann aus

Hiltersklingen,

der Agathe Bartl, geb. Baumeister, Wittwe

des Maurermeisters Andreas Bartl, von

Burgau,

7) Vi Handlungsgehülfen Adolph Guber aus

ilsen, :

8) der Anna Maria Dorothea Geiß, geb. Schickel, Wittwe des Johannes Geiß von Wehrheim,

9) des Schuhmachers Joseph Alexander Brezzo, zustehen, haben solche spätestens in dem hiermit auf den S. November 1886, Vormittags 10 Uhr, anberaumten Termine bei unterzeihnetem Gericht an- zumelden oder gewärtig zu sein, daß die Erbschaften ohne Sicherheitsleistung an die Erben verabfolgt, bezw. zur Befriedigung der Gläubiger verwendet oder als erblos der hiesigen Stadt überwiesen werden.

Frankfurt a. M., den 18. September 1886.

Königliches Amtsgericht. T1 1.

9) 6)

Aufgebot.

Der Handelsmann Samuel Friedeberg aus Züll- <ow bei Stettin hat als Besißer des im Grund- buche von Birnbaum Blatt Nr. 84 auf den Namen des inzwischen für todt erklärten Stadtsekretärs Martin Friedri< Bauer cingetragenen, in der Stadt Birnbaum, Wronkerstraße Nr. 84, belegenen Grund- {tüds, welhes aus einem Wohnhause mit einem, 1 ar 67 qm großen Hofraum und einer Waschküche besteht, das Verfahren, betreffend das Aufgebot dieses Grundstücks zum Zwe>ke der Besißtitelberichti- gung beantragt.

C8 werden daher alle Eigenthums-Prätendenten aufgefordert, ihre Re<hte und Ansprüche auf dieses Grundstü spätestens im Aufgebotstermin den 23. November 1886, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeihneten Gericht an Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 4, anzumelden, widrigenfalls sie mit ihren Ansprüchen auf das Grundstü werden ausge- {lossen werden und die Eintragung des Besih- titels für den Antragsteller erfolgen wird.

Virubaum, den 22. September 1886. Königliches Amtsgericht.

[31146] Aufgebot.

Der Lehrer Christian Werne>e in Schönningstedt,. als Bevollmächtigter der Erben des wailand Lehrers omer. Bernhard Chrenf. Chr. Werne>e in Ohe, hat das Aufgebot einer auf dem Grundstücke des Ans. bauers Johann Ioachim Eggers in Ohe, im Grund- bu<h von Ohe Band I. Blatt 6 Abtheilung 1. Nr. 1 für den wailand Lehrer emer. Wernecke ein- E angebli<h bei dem Brande des Schul-

auses in Ohe vor dreizehn Jahren verloren ge- gangenen Obligation vom 4. Januar 1870 über 200 Mark Court., jeßt 240 Reichsmark, beantragt. _Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf

Freitag, den 3. Dezember 1886, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte anberaumten Auf- gebotstermine seine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird. Reinbek, den 17. September 1886. Königliches Amtsgericht.

Bödiker. Beglaubigt: Arndt, als Gerichtsschreiber.

PHOI Aufgebot.

Auf den Antrag des Nachlaßpflegers, Justizrathes Jäger zu Breslau, werden die unbekannten Erben des am 25. August 1885 zu Breslau verstorbenen und ebendaselbst wohnhaft gewesenen, zu Lobetinz, Kreis Neumarkt, als Sohn der Gutsbesißer Franz und Pauline geb. Shramm Friß\{hen Eheleute geborenen Königlichen Lieutenants außer Diensten, Oswald Fritsch, hiermit aufgefordert, ihre Ansprüche und Rechte auf den Nachlaß des Genannten späâte- stens in dem auf den 19. September 1887, Vormittags 115 Uhr, an Gerichtsstelle, am Schweidniter - Stadtgraben Nr. 2/3, Zimmer Nr. 47 des II. Stockes, anberaum- ten Aufgebotstermine bei dem unterzeichneten Gerichte anzumelden, widrigenfalls dieselbeu mit ihren An- sprüchen auf den Nachlaß werden ausgeschlossen und der Nachlaß dem \si<h meldenden und legitimirenden Erben, in Ermangelung desselben aber dem König- lihen Fiskus wird verabfolgt werden, der sich später meldende Erbe aber alle Verfügungen des Erbschafts- besißers anzuerkennen \{<uldig und von demselben weder Rechnungslegung no< Ersaß der Nußungen zu N berehtigt ift, si< vielmehr mit der Herausgabe des no< Vorhandenen begnügen muß.

Breslau, den 22. September 1886,

Königliches Amtsgericht.

[31147]

Aufgebot behufs Todeserklärung.

Auf Anhalten : |

1) des Tischlers Friedrih Hansen in Erfde,

9) des Detlef Hansen in Amerika, vertreten dur seinen Generalbevollmächtigten Carsten Detlef Hansen in Westerborstel, , '

3) der Ehefrau Anna Catharina Schladetsch, verwittwet gewesenen Thode, geb. Karstens, in

Schrum, N 4) des Jürgen Hinrich Carstens in Süderholm, 5) des Claus Johann Detlef Carstens in Amerika, vertreten dur< seinen Generalbevoll- mächtigten Kaufmann Franz Kißl in Heide, sämmtli vertreten dur< den Rechtsanwalt H. Meyer in Heide werden der glaubhaftermaßen im Jahre 1801 als Sohn des Arbeitsmanns Claus Thiessen in Heide und der Margaretha Thiessen, geb. Feldhusen, geborene Peter Thiessen, welcher seit 50 Jahren verschollen ist, sowie ev. dessen unbekannte Erben hiermit aufgefordert, si< binnen 12 Wochen vom Tage der leßten Bekanntmachung dieses Auf- gebots beim unterzeihneten Amtsgerichte, spätestens aber in dem auf Freitag, den 14. Januar 1887, Vormittags 11 Uhr, im Gerichtslokale anstehenden Termin zu melden oder über ihren Verbleib Nachricht zu geben, sowie ev. ihre Rechte anzumelden , weges der 2c. Thiessen für todt erklärt und sein Nachlaß seinen . U und legitimirten Erben ausgeliefert werden. wird. Heide, den 18. September 1886.

Königliches Amtsgericht. Abtheilung I. R