1886 / 248 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

eín Bauplatz in dieser bevorzugten Stadtgegend von der bier ge- wonnenen Größe bei etwa 6C0 Qu.-Rth. Fläche, wenn man ibn fausen müßte, mindestens 2 Millionen Mark kosten. Dagegen spielen die Kosten des Unterbaues der Kirche und der Hafenänderung feine Rolle. i

Da für die näthsten Jahre wesentlihe Umgestaltungen für die Berliner Wasserverkehrsanlagen dur< die großartigen, Seitens des Staats und der Stadt geplanten Verkehrserleihterungen und Er- weiterungen bevorstehen, so wäre es zur Zeit zwe>mäßig, auch obige Fragen, wenigstens aber so weit, mit erörtert zu sehen, um den genialen Gedanken Friedri< Wilhelms 1V. nit dauernd auszuschließen und ihn auf die Möglichkeit der Dur<führung zu prüfen. Wird jeßt tieses versäumt, so würde derselbe praktis< vielleiht auf immer, aus- geshlofsen werden. 3 5

Die Frage, welhe an die Wasserbautehnik zu stellen wäre, würde lauten: :

„Ist der Gedanke Friedri<h Wilhelms IV. für die Herstellung des Humboldthafens noch jetzt ohne Beeinträchtigung des Hafen- verkehrs dur<zuführen ?“

1I. Bedeutung der von Friedrih Wilhelm IV. ent- worfenen Situation für die Stadtgestaltung. Was dieser geniale Gedanke des hochbegabten Königs für die Stadt- gestaltung, ganz abgesehen von der hier durchgeführten architekto- nischen Ausbildung, bedeutet, muß jeßt allerdings Jedem einleuchten, welcher sieht, wie dieser großartige Straßenzug der Siegesftraße nebst Alsenstraße s<licßli< an der Alsenbrücke ins Leere ausklingt. Es fehlt an dieser Stelle ein großer monumentaler Körper von her- vorragender Masse, welcher hier in mächtiger Wirkung nur durch eine Kirche von breiter Frontbildung geschaffen werden kann. Friedri Wilhelm 1V. fah dieses vorahnend bereits in scinem Entwurfe voraus. Unfertig würde die ganze Anlage erscheinen, au< wenn man von der gut konstruirten, aber außerordentlich unschön disponirten Stadtbahnbrü>ke über den Humboldthafen absiecht. Dieselbe macht das Vild von der Al'’enstraße her zu einem geradezu häßlichen. Die Brücke bildet ein außerordentlich störendes Element in dieser sonst großartigen Situation. Architekten in maßgebender Stellung lehnen alle Verantwortung für diese architektonishe Disposition ab, und ift es sebr zu bedauern, daß Dircksen's Konstruktionen an dieser Stelle von Architektenseite keine Modifikation erfahren haben. Diese Stadt- bahnbrüctke macht es jeßt doppelt wünschenswerth, den Abschluß, welchen der Hochselige König an dieser Stelle in großartiger Bor- auésibt der Entwi>kelungen dem Stadtbilde geben wollte, noch jeßt ausgeführt oder wenigstens in feiner künftigen Durchführbarkeit niht gehindert zu schen. Die Ueberzeugung von dieser Nothwendig- keit, dann Pietät gegen den Hochseligen König, dessen persönlicher Jnitiative, wie dies der Minister von der Hcydt auf dem Scinkelfeste des Architektenvereins 1856 aussprah, ich die wesentlive Erhöhung des mir vom Architektenverein ertheilten ersten Preises und dadur<h die wesentlihe Ausdehnung meiner italienishen Studienreise verdankte, sind die Hauptgründe gewesen, weshalb ih diesen Gevanken auf Grund der früheren Arbeit, aber mit wesentlih verändertem Grundriß für die Jubiläums-Ausitellung in einem großen Modell bearbeitet habe. Zugleih maßgebend war dafür meine Verpflichtung als Architekt und Mitglied der Akademie der Künste, die Architektur bei diefer außergewöhnlichen Gelegenheit in einer au< für das größere Publikum verständlihen Weise nach meinen Kräften repräsentiren zu belfen.

Der Verfasser erörtert dann weiter die 111. Möglichkeit der Parochiebildung, IV. die Unschädlichkeit des Baues der Friedenskirhe bezüglih der Kirchennoth der ärmeren Berliner Gemeinden, wenn die Geldmittel durch eine Lotterie beshafft werden, dann V. die Nothwendigkeit größerer Kirchen für Berlin. Man fragt aber wohl: „Sind denn \fo große Kirchen für den protestantischen Gottesdienst nothwendig ?“

Wenn man ganz davon absicht, daß für diese Stelle monumen- tale Maße durchaus nothwendig sind, es erfordert dieses die ganze Umgebung, das nahe Reichstagsgebäude, die nahe Sieges)|äule, fowie die Maße der ganzen Anlage, so fehlen au der protestantischen Kirche in Berlin größere Kirhenräume in mehrfacer Bezichung.

6 F< will hier zunächst die Frage kir<liher Musik fürs Volk be- rühren.

Ich habe in dieser Beziehung mit hoher Freude kürzlih von städtischer Seite in hervorragender Stellung si<h scharf darüber aus- sprehen hören, wie eigentlih die kir<li<he Musik fürs Volk fo wenig geübt werde. Cs wurde warm hervorgehoben, daß es nicht genüge, nur den oberen Zehntausend unsere großen idealen Tonschöpfungen zugänglih zu machen; wir hätten geradezu eine Berpflichtung, dieses den großen Massen zu ermöglichen. |

In umfassender Weise ist dieses nur in den Kirchen msglich, und dazu bedarf es größerer Räume. Wenn man in katholischen Ge- genden Abends in den Kirchen eine künstlerisch vollendete kirchliche Musik hört, fo bedauert man, daß unserer Kirche dazu die Mittel, die Initiative und auch, wie es scheint, der entwi>elte Sinn fehlt. Kann nicht, wie in der katholischen Kirche, solches auch hier ohne Eintrittsgeld geschehen, daß au<h dem Aermsten die Kunst zu- gänglih wird und diefe, gegenüber den so heftig geshürten Klafsen- gegensäßen, versöhnend, die Sitten mildernd auf die Gemüther ein- wirkt? Würde die Kunst mehr in den Dienst der Kirche gezogen werden, so würde sicher ein großer Theil der Bevölkerung der Kirche mebr erhalten bleiben. Um aber kir<li<e Musik in größerem Umfange au<h der ärmeren Bevölkerung und ohne Eintrittsgeld mehr zugänglih zu machen, dazu gehören vor allem auch größere Räume. E

Aber auch für den Gottesdienst ist es bei den so stark anshwellen- den Kirchengemeinden wünschenswerth, ja nothwendig, mehr größere Kirchenräume zu besißen und zwar so groß, als die Stimme sie obne Uceberanstrengung derselben ausfüllt und zugleih bequem ge- hört wird. Daß dieses in viel weiterem Umfange möglich ist, als man sonst annimmt, zeigten kürzli die Hauptversammlungen der Versammlung deutscher Naturforsher und Aerzte im Circus Renz, woselbst bis auf die äußersten Bän die Stimme gut verstanden sein soll, ohne daß doch besondere tecinische Hülfsmittel dazu in An- \pru< genommen waren. Der Raum wird gewiß gegen 4000 Menschen gefaßt haben. Würde man bei geeigneter Raumbildung die Stimme dur< richtig konstruirte Schallde>el no< wesentlich verstärken, so dürfte es niht zweifelhaft sein, daß man für ebenso- viel Menschen auch in einer Kirche bequem hörbar \prehen kann. Wie weit in freier Natur, also unter Beseitigung aller störenden Ein- flüsfse von Wänden und Dee, die menschlide Stimme ohne Ueber- anstrengung bei rihtigem Schallde>el bequem hörbar ift, werde ih wohl in nicht zu ferner Zeit Gelegenheit haben zu untersuchen. Es ist eine tehnishe Frage, die sih jedenfalis feststellen läßt. Beseitigt man dann in Kirchen alle shädlichen Einflüsse der Raumumschließung, so müßten diese Resultate au< dafür um so mehr maßgebend fein, als man die Wände und Sihe zum Theil auch nütli<h wirksam machen kann. Nach meinen vielfahen Erfahrungen auf dem Gebiete der Akustik bezweifle ih niht, daß die Stimme des Predigers sih in der Friedenéskirhe im ganzen Umfange des Naumes bequem hörbar machen ließe. Dann aber is die Größe des Raumes nur ein Vortheil. E

Die Anzahl bequemer Sißplätze, welche sih in der Friedens- kfirhe auss<ließli<h der beiden breiten Seitenschiffe erreihen läßt, be- trägt gegen 3000.

VI. Die Stilfrage für protestantishe Kirchen in Berlin. Was die Stilfrage betrifft, so fragt man mich oft: Sitga n bauen Sie niht gothis<, weshalb niht im deutschen

til 2“

Jst der gothishe Stil wirkli< der deutshe? Ich will nicht ein vielgebrauhtes Wißwort darauf anwenden, daß er als der- zeit nette Produkt der Pariser Mode zu uns gekommen sei. Aber was für Einflüsse dur syrishe Bauten auf diese Stilbildung auch in neuerer Zeit vorausgeseßt werden, zu uns ist der Stil jedenfalls als ein fertiger gekommen; derselbe zeigt sih gerade in den frühesten Bauten als ein vollständig geschlossenes System. Seine Bildung hat der Stil wesentlih in Frankreich erfahren. Dieses vermindert jedo

ni<t mein warmes Interefse für denselben. Jch bin aufgewa<hsen im Anschauen gothischer Kirchen; mcine Jugendträume verknüpfen sich damit und verdanke ih denselben meine frühesten künstleriswen An- regungen, vielleiht die Neigung, Architekt zu werden. Damn habe ih später, zeihnend, messend und ftudirend, diesem Stil viel Zeit gewidmet, mehrere Kir<hen darin ausgeführt und vor allem an den fühnen Konstruktionen desselben fkonstruiren gelernt. Wenn also Aufträge oder der örtlihe Baucharakter dieses ver- anlassen, würde ih durhaus nit ungern in gothischem Stil be- sonders fir<lihe Gebäude erri<hten. Sebe ih jedo< von dieser persönlih te<nis< künstlerishen Jugendneigung ab, so kann ich au< für kirhlihe Gebäude einer wesentli<h modernen Stadt, be- sonders aber der protestantischen Kirche den gothishen Stil nicht für den vorzugsweise geeigneten halten. Wir leben nit mehr im Mittelalter, wir denken und empfinden ni<t mehr wie dieses: das zeigt {hon die Bildung und Entwickelung unseres neuen deutschen, an das alte, also mittelalterli<e Kaiserthum anknüpfenden Reiches. Alles daran ist cigenartig, ist aus den Bedürfnissen und Verbält- nissen der Gegenwart erwachsen, und ist es gerade dadurch zu einer unvergleihlihen Machtentwickelung gelangt. Auch an neuer Stelle hat es seinen Sit, und hat auch aus diesem Boden einen Theil der Fülle seiner Macht. : :

Das Urtheil der Jury über die Konkurrenz zum Berliner Dombau, welches vom 27. März und 2. April 1869 datirt ift, zeigt \<on in den 10 preisgekrönten Arbeiten nur cinen gothischen Entwurf, dessen Verfasser aber in seinem \{<önen Kuppelbau nit dem Wege gothischer Tradition folgt. Es heißt bezüglich des Stils im Pro- tokoll: „Uebergehend auf die Stilfrage, beshloß dann die Kommission nah längeren Verhandlungen mit 12 gegen 4 Stimmen: „daß cin Dom im Spitbogenstil an der betreffenden Stelle wegen des arcitektonishen Charakters der umgebenden Gebäude nicht zulässig sei.“ Es wurde dieses unter Zustimmung des berühmten Gothikers Hase und, wie derzeit erzählt wurde, auf dessen Antrag beschlossen.

Bei der Ausstellung der preisgekrönten Entwürfe zum Berliner Dom in München äußert sich die Zeitschrift des Bayerischen Archi- tekten- und Ingenieur-Vereins im Jahrgang 1869 über die Stil- frage in besonders eingehender interessanter Weise, wie folgt :

„Ueberbli>t man im großen Ganzen die durhweg auf der böten Höhe architektoniscer Durchbildung stehenden Dombauprojekte, so kommt man zu dem Schluß, daß doch nur diejenigen Arbeiten un- seren Anforderungen vollkommen entsprechen, die frei bearbeitet, das romantische Formenprinzip mit vorherrschend antik-hellenischer Auf- fassung nahweisen; dieses Freibearbeiten muß es gestatten, wenn es die Wirkung des Bauwerkes erfordert, sowohl in die roman- tische wie spät romanishe und selbst in die gothische Bauperiode überzugreifen; und hiermit thun wir, was uns die Architekturgeschichte in vielen Fällen sogar vorschreibt ; fo impounirte in der sogenannten na<romanischen Zeit die {nell berangebildete und ausgezeichnete maurishe. Bildung den christlichen Landen dergestalt, daß sie si sofort vieles davon ancigneten und daß auch die Architektur zuerst einzelne Formen, allmählich aber felbst allgemeine Tendenzen der maurishen Bauweise annahm.“ Darn heißt es weiter: „Nach diesen kurzen Betrachtungen, Angesichts der zur Vergleichung vorliegenden Dombaupläne, scheint cs keineswegs mehr gewagt zu behaupten, daß die romantishen Baustile ebensowenig wie der ausschließlich antik- bellenishe diejenige Wirkung hervorzubringen vermögen, die wir von einem neuen, unserer Zeit angehörenden Dombaue verlangen; die über- wältigende Wirkung der gothishen Dome muß einerseits, wenn au in vollständig umgestalteter Weise, das Ideal für jeden Dombau bleiben ; die ideale Kunstform aber kann andercrseits ohne antik-hellenishes Gefühl nicht gedaht werden; cs beantwortet sich die Frage, in welcher Stilweise der Berliner Dom zu bauen ist, schon jeßt ziemlich klar dur<h die Pläne von Orth, Eggert-Burg, Kyllmann u. Heyden, Ende und Bö>kmann, und möchte ein eingehendes Studium dieser Arbeiten den Weg vorzuzeichnen im Stande sein, der endlich zum er- sehnten Ziele führen wird.“

Was hier allgemein über die Stilentwi>kelung gesagt ist, wird noch unterstützt dur<h das, was über meinen Entrourf zum Berliner Dom im Befonderen gesagt wird.

Wenn ih selbst au weiß, daß, was so viele Jahre hinter uns liegt, ter Vergangenheit angehört, daß, wenn der Berliner Dom einmal zum Bau kommt, vielleicht neue Gedanken, neue Kräfte auf- treten, die auch diese wie die gesammte übrige Vergangenheit frei be- nußzen, wie wir es gethan haben : so möge mir doh noch gestattet sein, mit Rücksicht auf die Stilfrage, wie ich sie für die protestan- tische Kirche und für Berlin vertrete, das Urtheil eben dieser Zeit- \hrift über meine Entwürfe anzuführen, während ich es sonst nicht gewohnt bin, über meine eigene Thätigkeit Urtheile, besonders wenn sie anerkennend sind, vorzuführen. Es hat ja hier außerdem wesent- lih eine grundsäßlihe Bedeutung, indem das, was eben allgemein gesagt ist, no<h durch den speziellen Fall erläutert wird. Es heißt da:

„An gewaltiger monumentaler Wirkung des Aeußern sowohl als des Innern zeichnet sih Orth's zweiter Dombau-Entwurf höchst vor- theilhaft aus und liegt hier in Bezug auf die äâsthetische Seite des Projekts unserem Gefühle na< eine vollendete Lösung der Auf- gabe vor. Mit äußerst feinem Gefühl sind in Orth's Arbeit alle Formen in freier Konzeption der größtmöglihen Wirkung dienstbar gemacht und verdanken sie innerster Ueberzeugung ihr durchaus harmo- nisches Dasein; sie tragen alle freibearbeitet romanischen Charakter mit vorherrschend gräcisirender Umgestaltung und geben Zeugniß von der hoben künstlerishen Vegabung des Autors. Bedürfen wir aber zur Ausführung eines fo bedeutungs8vollen Bauwerkes, wie es der Ber- liner Dom nun eben ist, einer neu zu shaffenden Ausdruksweise, die nit unmittelbar einem der abges<lossenen Baustile entnommen werden fann, so wird diese Ausdruc>ksweise wohl auch folgerihtig auf die Profanarchitektur zu überführen sein, wenn anders die frühere Macht der Architektur si<h bewährt, nah der die ihrer Zeit entsprechenden aas auh auf den Stil der profanen Baukunst zurü>- wirkten.“

Ich babe nur deshalb so vollständig obiges Urtheil angezogen, weil zur Zeit von manchen Seiten, was auf kirhlihem Gebiete nicht gothisch ist, scharf angegriffen wird. Jch habe deshalb auch geglaubt, ein Urtheil früherer Jahre mit anziehen zu dürfen. Für die Aus- \<licßung des gothishen Stils für den Berliner Dom hatten in der Jury folgende Mitglicder gestimmt: Herrmann, Strack, Hißig, Erbkam, Lucä, Hase, Engelhard, von Ritgen, Semper, Ziebland, Lübke und Gruner. Cs dürfte an und für sich hiernach berechtigt sein, wenn man annimmt, daß nicht an jeder Stelle der gothische Stil der geeignetste ift, Bei der hervorragenden Bedeutung desselben ihn auszuschließen, ist nicht meine Absicht; vielmehr wünsche ih, daß bei den vielfach bezüglich des Stils so weit auseinander gehenden Anschauungen dem Publikum, der gebildeten Bevölkerung dur eigene Anschauung der Verglei der verschiedenen Richtungen ermöglicht werde. Schließlich ist die Nation, für die gebaut wird, das Entscheidende, in welhem Stil ebaut wer- den foll. Dieselbe kann niht wohl nah Zeichnungen urtheilen, sehr wobl aber auf Grund ausgeführter Beispiele. Mag ein noch fo großer Apparat aufgewendet werden, um öffentlihe Meinung zu machen, die öffentlihe Meinung, die Nation, bestimmt do<h nach eigenem unmittelbarem Empfinden. Es wird seit lange in parlamentarischen und anderen Körperschaften, in der Presse und vorwiegend in einigen Architekturschulen so einseitig im Sinne der hbistorishen Gothik auf das öffentlihe Urtheil einzuwirken gesucht, daß ih es für Pflicht gehalten habe, mein Urtheil über die Grenzen der Berechtigung auszusprechen.

Es fommt dazu, daß praktish der Boden der historis<hen Gothik selbst von den Gothikern vielfa verlassen wird, besonders auch unter Entlehnung von Ideen aus dem Gebiete der Renaifsance.

_Wie der hohberühmte Altmeister der Gothik, wie der Dombau- meister Schmidt in Wicn darüber denkt, hat er beim Baufest des Wiener Rathhauses in Erwiderung auf einen Toast nah einem Be- richte der „National-Zeitung“ aus dem September 1883 wie folgt ausgesprochen: Sein Streben sei gewesen, die verschiedenen Ideen der Architektur, wie sie in ihm gelebt haben und wie sie anderer- seits in dem Zeitbilde leben, zum Ausdru>ke zu bringen. Für die stilistishe Richtung des Baues möge das Ereigniß des heutigen Tages bezeichnend sein, daß er als Erbauer zwischen dem Bürgermeister von

Wien und dem von Rom am Tische sie. „Wenn wir diesseit dz Berge mit unseren Kräften stets zusammenhalten mit denen jensej der Berge mit ihrer Feinheit und Liebenswürdigkeit, dan muß alleweil etwas Großes geschaffen werden.“ Das sei seine modern Architektur, das sei sein arhitektonis<hes Glaubensbekenntniß. „(z steht vor Ihnen in Stein und damit habe ih JIhre- Herzen getroffen das haben Sie mir bewiesen dur< tausendfältigen Beifall.“ j

Auch die interessante Fünfhauskirche, ein klarer Centralbau, ij ni<ht nah dem System des Chorshlufses gothisher Kathedralen ent wickelt, sondern weit mehr na< dem der Renaissancekuppel. Di, Strebebogen vershwinden und sind in großentheils unterhalb de Seitenschiffsdächer liegende Strebemauern umgebildet. Jn der Ys, \hreibung des Baues in der Wiener „Allgemeinen Bauzeitung!| Jahrgang 1875 wird au direkt ausgesprochen:

„Es handelte si<h daher bei Aufstellung des Bauprinzips, mg welchem der Centralbau durhgeführt werden follte, um Uebertragun eines in andern Bauepochen zur Anwendung gebrahten Systems gy die gothishe Bauweise.

Auch der einzige bei der Berliner Domkonkurrenz preisgekrönt, gothishe Entwurf war auf Grund einer folchen Ucbertragung cine Nenaissance-Idec ins Gothische entstanden.

Wo wird nun überhaupt no< im streng historischen Sin gothis<h gebaut? Ferstel that es in der Votivkirhe zu Wien, Stat im Dom zu Linz. Im Sinne Viollet-le-Duc's aber, eines der he deutendsten Meister und Kenner der Gothik, geschieht diefes, soweit der Strebebogen als Havptsystem der Gothik verlassen wird, nicht.

Fch selbst tadle es nicht, wenn der Strebebogen aufgegeben wird So genial der Wurf war, aus den auvergnatishen das Widerlage bildenden halben Tonnengewölben nur den Strebebogen als Wider lager zn behalten und den übrigen Theil als unnöthig fortzulassen, so ist es do konstruktio- viel richtiger, viel einfacher, die Widerstands, massen gegen den EGcwölbeshub in möglichst direkter Rit iung nah den festen Punkten der unteren Verstrebung jy führen, wie dieses in neuerer Zeit vielfa<, so au von Oten kb seiner Kreuzkirche, geschieht. Auch diese interessante, wenn auch vielleidt im Maßstab etwas vergriffene Kirche verdankt cinem Kompromiß mit einer Nenaissance-Idee ihren Ursprung, wie überhaupt die provinzie bannövershe Schule vielfa eigene Wege in Benutzung der gothis<hen Formen geht. Ich tadle alle diese Weiterbildungen nicht, vielmehr halte i< das Streben für voll bere<tigt. Es trägt einmal eine jed Zeit ihr cigenes Kleid. Aber wer die Wege der historischen Gotkik vertritt, vertritt niht auch diese Beispiele.

Ich selbst glaube mih aber nah alledem selbst au< berett, in der Benußung cines historischen Stils nah den Bedürfnis unserer Zeit eine Ümbildung, eine Weiterbildung eintreten zu lass; i balte mich vor allem bere<htigt und verpflichtet, eine Stilentwidy lung, wie sie sich hier in Berlin unter wohlwollender Mitwirkun ja viclfah unter der Initiative Friedri<h Wilhelms 1V, durá Schinkel, beide Stiers, Stüler, Runge, Soller und Stra> au kleinen Anfängen konsequent entwi>kelt hat, wo fie dur die Un gebung beretigt ist, fortzuführen, ni<ht bloß aus Konsequenz od weil i< die Formen]prache beherrsche, sondern aus folgenden faclida Gründen.

Zuvor will i< aber no< anführen, daß der Stil, aus dem di: Bestrebungen großentheils entsprungen sind, eines Theils der ali <ristliche, anderntheils der romanische ist. Der letztere ist zudem dr Stil ünserer besten Kaiserzeit, der spezifis<h nationale Stil, und zux weit mehr als der gothische, sofern dieser überhaupt fo genant werden kann, obwohl er in der Hallenkirhe und im VBacksteinbau i

Deutschland ganz eigenthümliche Entwickelungen gefunden hai. Wen P fo knüpft man 1E

man demnach an den romanischen Stil anknüpft, die besten Traditionen unserer Kalserzeit an.

(Schluß folgt.)

Die Preußische Haupt-Bibelge sellschaft feierte gestr H

Abend in der Dreifaltigkeits-Kirche ihr 72. Jahresfest, welchem u. i der Konsistorial-Präsident Hegel und der General-Superintendent Braun beiwohnten. Die Liturgie hielt Superintendent Dryander,

Bericht erstattete Lic. Breeß. ihrer Stiftung bereits 1435 999 Bibeln und 258 281 Nu Testamente verbreitet. Im letzten Jahre wurden 80 694 Bibeln un 16 706 Testamente ausgegeben : 8000 Vibeln mehr und 728 Testame weniger als im Jahr vorher. Trau- und Jubelbibeln wurden 169 9000 mehr als im Vorjahr, Konfirmandenbibeln 1239 abgeseßt. U Kosten des Kriegs-Ministeriums erhielten 400 Bibeln die preußist

Militärschulen, für Erträge der Bibelpfennigbüchsen 217 Bibeln die Br|ff

liner Stadtshulen. Jim Ganzen 50000 Bibeln sind an Schulen verkau! Der Ertrag der Pfingstkollekte (in Berlin 1828 M, in ganz Pre

96 560 M) crmöglihte cine namhafte Preisermäßigung. 364 Vibi und 241 Testamente wurden ganz unentgeltlih abgegeben. Die Zit

der Tochtergesellshaften hat sich von 170 auf 173 vermehrt ; neu 5

gründet ist je eine Gesellshaft in Westfalen, in Pommern und!

Brandenburg. In Berlin speziell zählt die Gesellshart 800 Mitglie L

Legate gingen leider nur in Höhe von 150 F ein, während d!

amerikanische Gesellschaft 50 000, die englische sogar 900 000 „s t A

hielt. Das Schlußgebet hielt alsdann Ober-Konsistorial-Rit Dr. Weiß. e

Der Droguist Felix Meyer, Gollnowstraße 9

macht, als Mittel gegen Rheumatismus eine flüssige Arz

mischung, à Fläshchen 2 4, welhe na amtliher Untersuchung 2 einer Jodkalium-Lösung in indifferentem Pflanzendekokt besteht und n!

der Arzneitaxe Fläschchen) etwa 85 «4 Werth hat.

Nach ciner anderen Bekanntmachung derselben Behörde (1! vfiehlt cin gewisser E. Funke, Friedrichstraße Nr. 217 [t Adalbertstraße Nr. 67 hierselbst wohnhaft, dur< gedru>te A

preisungen und Zeitungsreklamen als wirksames Mittel gegen Bru!

und Lungenkrankheiten, Bluthusten, Schwindsucht 2c. das fogenan!

„SypezifischePflanzen-Heilvulver “, welches er selbst beri Cine an

und in Blehbüchsen von etwa 4 Pfd. für 3 Æ verkauft. liche Untersuchung hat ergeben, daß dieses vom Verkäufer 8 „Familiengeheimniß“ bezeichnete Mittel ni<hts Anderes als a Feinste vermahlene Schafgarbe is und daß der Inhalt der Bü! etwa 50 „5 Werth hat.

Wien, 20, Oktober. Triest 9 Erkrankungen, 2 15 Todesfälle.

Walhalla-Theater.

(Wi T. B) Todesfälle,

Der Verfasser des Textbuchs U!

Operette „Die Piraten“, Hr. F. Zell, ist in Berlin eingetroffen, L}

einer Aufführung dieses Stücks beizuwohnen. Der Besuch der genannt! Operette ist weit stärker als feinerzeit bei „Nanon“. Dieser Er! ist wohl zu einem nicht geringen Theil auf Rechnung des von Zweideutigkeiten freien Librettos zu seßen.

Am Sonnabend, den 23. Oktober, Abends 7x Uhr, findet Saal der Sing-Akademie ein Concert des Cellisten Sigmund Bürger unter Mitwirkung der Pianistin Frl. Halit Leubuscher, der Concertsängerin Frl. Bertha Wichmann und ® Cello-Virtuosen Hrn. Heinrich Grünfeld statt.

Redacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (S < olz).

Dru> der Norddeutshen Buhdrukerei und Verlags-Anstalt, Berlin $W., Wilhelmstraße Nr, 32.

Vier Beilagen (eins{hließli<h Börsen-Beilage).

Berlin:

die Fest: M predigt über 1. Petri 1, 22 der Ober-Konsistorial-Rath Bayer, D} Ihm zufolge hat die Gesellschaft sit

/ | îr. 31 hierselb M empfiehlt und verkauft, wie das Königliche Polizei-Präsidium beu!|

__Choleraberid<t, I in Pest 32 Erkrankun}

M 248,

i Erste Beilage zum Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Auzeiger.

Berlin, Donnerstag, den 21. Oktober

_188G,

. Stecfbriefe und Unterfuähungs-Sacen.

. Verkäufe, Vervachtungen, Verdingungen 2c.

Me S

öffentlihen Papieren.

- A

Steckbriefe und Untersuchungs - Sachen. [35490] Stectbricef.

Gegen den unten beschriebenen Handel83mann August Vehnert aus Sandersleben, geboren am 27. Oktober 1841 zu Greifenhagen, welcher flü>ctig ift, ist die Unterfsuhungshaft wegen Meineides verhängt.

Es wird ersu<t, denselben zu verhaften und in das Gerichtsgefängniß zu Sandersleben abzuliefern.

Sandersleben, den 20, Oktober 1886.

Herzoglich a p Amtsgericht,

E Behr.

Bcschreibung: Alter 44 Jahre, Statur Mittel- größe, Haare blond, Stirn niedrig und faltig, Bart \<wacher blonder Schnurr- und Backenbart, Augen graublau, Nase gewöhnlih, Mund gewöhnlich, Zähne vollständig, Gesicht breit, Gesichtsfarbe blaß. Klei- dung : Grünlihes Jagdjaquet mit Hornknöpfen, grünliher Winterüberzieher mit übersponnenen Knöpfen, grünlihe Weste, alles Stoffzeug, brauner Filzhut , breitfrämpig, rindslederne Halbstiefeln, wollene Strümpfe, leinenes, weißes Hemd, Cylinder- uhr an grüner Schnur, rother Gehstodk.

[33646] Oeffeutliche Ladung.

Der Kne<t Bruno Carl August Jambrowsky von Kemminghausen, Kreis Dortmund, geboren am 17. Februar 1864 zu Anklam, wird beschuldigt,

als Wehrpflichtiger in der Absicht sih dem Cintritte in den Dienst des stehenden Heeres oder der Flotte zu entziehen, ohne Erlaubniß das Bundesgebiet ver- lassen oder nach erreichtem militärpflihtigen Alter sich außerhalb des Bundes8gebiets aufgehalten zu haben, Vergehen gegen $. 140 Abs. 1 Nr. 1 St.-G.-B.

Derselbe wird auf den 15. Dezember 1886, Vormittags 9 Uhr, vor die Straffammer des Königlichen Landgerichts zu Dortmund zur Hauptverbandlung geladen.

Bei unentschuldigtem Ausbleiben wird derselbe auf Grund der na<h $. 472 der Strafprozef- ordnung von dem Königlichen Landraths-Amte zu Anklam über die der Anklage zu Grunde liegenden Thatsachen ausgestellten Erklärung verurtheilt werden. (M. 279 86.)

Dortmund, den 7. Oktober 1836.

Königliche Staatsanwaltschaft.

Zwangsvollstre>kungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

A149) a S;

(35352) SHiwangsverßieigerung.

Im Wege der Zwangsvollstre>ung foll das im Grundbuche von der Königstadt Band 84 Nr. 4352 auf den Namen des Fuhrherrn Johann Gottfried Zernikow zu Berlix eingetragene, in der Lothringer- straße Nr. 75 belegene Grundstück am 18. Dezember 1886, Vormittags 10 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht an Gerichtsftelle Neue Friedrichstraße 13, Hof parterre, Saal 40, versteigert werden.

Das Grundstück ist mit 102909 4 Nuzungswerth zur Gebäudesteuer veranlagt. Auszug aus der Steuer- rolle, beglaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Äbschäßungen und andere das Grundstück be- treffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbe- dingungen können in der Gerichtsschreiberei, Neue Friedrichstraße 13, Hof part., Zimmer 42, eingesehen werden.

Alle Realberechtigten werden aufgefordert, die nicht von selbst auf den Ersteher übergehenden Ansprüche, deren Vorhandensein oder Betrag aus dem Grund- buche zur Zeit der Eintragung des Versteigerung8- vermerks niht hervorging, insbesondere derartige Forderungen von Kapital, Zinsen, wiederkehrenden U oder Kosten, spätestens im Versteigerungs- termin vor der Aufforderung zur Abgabe von Ge- boten anzumelden und, falls der betreibende Gläubiger widerspriht, dem Gerichte glaubhaft zu machen, widrigenfalls dieselben bei Feststellung des geringsten Gebots nicht berüctsichtigt werden und bei Vertheilung des Kaufgeldes gegen die berücksichtigten Ansprüche im Range zurü>treten.

Diejenigen, welche das Eigenthum des Grundstü>s beanspruchen, werden aufgefordert, vor Schluß des Versteigerungstermins die Einstellung des Verfahrens herbeizuführen, widrigenfalls nah erfolgtem Zuschlag das Kaufgeld in Bezug auf den Anspruch an die Stelle des Grundstücks tritt.

Das Urtheil über die Ertheilung des Zuschlags wird am 18. Dezember 1886, Mittags 12 Uhr, an Gerichtsstelle, Neue Friedrichstr. 13, Hof parterre, Saal 40, verkündet werden.

Berlin, den 15. Oktober 1886.

Königliches Amtsgericht T. Abtheilung 53.

[35353] i Zum öffentli<h meistbietenden Verkauf der zum Zwecke der Zwangsversteigerung beschlagnahmten, dem Erbpächter Vening gehörigen, zu Userin bele- genen, früher Melgz'\hen Erbpachtstelle -nebst Zu- behör ist der Verkaufstermin auf: Dounerstag, 23. Dezember 1886, Vormittags 11 Uhr, und der Ueberbotstermin auf Sonnabend, 22. Januar 1887, Vormittags 11 Uhr, i angeseßt. Zur Anmeldung aller dinglichen, gesctlih von der Anmeldungspfliht niht ausgenommenen Ansprüche an das Grundstück und an die Immobiliar- masse desselben gehörenden Gegenstände, sowie zur Vorlegung der Originalien und fonstigen \hriftlihen Beweismittel, auch zur etwaigen Prioritätsausführung steht Termin auf Donnerstag, 23. Dezember 1886, Vormittags 104 Uhr,

. Zwangsvollstre>ungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

. Verloosung, Kraftloserklärung, Zinszahlung u. \. w. von

Deffe

an, zu welchem die betheiligten Gläubiger unter dem Nacbtheil der Abweisung und des Aus\<lufses hiemit geladen werden.

Dieser leytere Termin ist zugleich für die endliche Regulirung der gerichtsseitig zu entwerfenden Ver- kaufsbedingungen, welche vom 1. Dezember 18836 in der hiesigen Gerichtsschreiberei IL. zur Einsicht der Betheiligten ausliegen werden, bestimmt, und ift dem Sequester, dem Schuldner und den bei der Zwangsverfteigerung betheiligten Gläubigern frei- gelassen, in demselben zu erscheinen, sowie vom 16. Dezember 1886 ab Vorschläge für die Verkaufs- bedingungen einzureichen,

Die Besichtigung des Grundstü>s ift Kaufliebhabern nah zuvoriger Meldung bei dem Sequester, Schulzen Kley zu Userin, gestattet.

Neustrelitz, 22. Oktober 1886.

Großherzogliches Amtsgericht. IT. C. Jaco by. (L. 8.) Beglaubigt: L. Bucheld, A.-G.-Aktuar.

[35281]

_In Sachen, betreffend die Zwoangsvollstre>ung in die dem Erbpächter P. Riec>khoff zu Kleinen ge- hörigen Stellen Nris. 3 und 4 daselbst, ist zur Ab- nahme der Rechnung des Sequesters, zur Erklä- rung über die Theilungspläne und zur Bornahme der Vertheilung Termin auf

Mittivoch, den 19. November 1886,

y Vormittägs 11 Uhr, : (Zimmer Nr. 8) bestimmt, zu welchem die be- theiligten Gläubiger, der Konkursverwalter im P. Rieckhoff schen Konkursverfahren und der Sequester geladen werden.

Die MNechnung des Sequesters mit den Belegen und die Theilungspläne sind auf der Gerichts- schreiberei (Zimmer Nr. 9) zur Einsicht der Bethei- ligten niedergelegt. '

Wismar, den 16. Oktober 1886.

Großherzogliches Amtsgericht. Zur Beglaubigung : W. Burmeister, int. Gerichtsschreiber.

209280} p P Ausgebot.

e Antrag des Kohlenhändlers A. Eggers zu Münster werden die unbekannten Inhaber folgender, dem Ersteren angeblich gestohlenen 4%/oigen Pfand- bricfe der Landschaft der Provinz Westfalen, nämlich:

1 Stüd> à 2000 4 Nr. 1610.

11 Stück à 1000 4 Nr. 633 $55 878 1065 1129

12A I B20 IATS L798,

10 Stück à 500 4 Nr. 710 711 846 847 1580

1581 1628 1645 1646 1647,

15 Stücf à 200 é Nr. 1146 1369 1370 1371

1372 1478 1479 1480 1481 1799 1800 1801

1802 1803 1831, ß6terdur< aufgefordert, spätestens in dem an hiesiger Gerichtsstelle, Zimmer Nr. 35, auf den

7. Juli 1887, Vormittags 11 Uhr,

anberaumten Aufgebotstermine ihre Rechte bei dem unterzeihneten Gerichte anzumelden und die Pfand- briefe vorzulegen, widrigenfalls dieselben für kraftlos crklärt werden.

Münster, den 16. Scptember 1386,

Königliches Auntsgericht. Abtheilung 6.

MOSENI Aufgebot.

Die Sparkassenbücher der Sparkasse des Land- kreises Liegnitz:

Litt. A. Nr. 1114, lautend auf Otto Göbel zu

Jacobê®dorf über 254,03 M, Litt. A. Nr. 1115, lautend auf Laura Göbel zu Jacobsdorf über 116,25 M,

sind angebli gestohlen worden und sollen auf An- trag der Eigenthümerin, der miaderjährigen Laura Göbel dzu Sacobsdorf, vertreten durh ihren Vor- mund, den Stellenbesiter Gustav Grüttner zu Ja- cobsdorf, zum Zweek der Neuausfertigung aufgeboten werden. :

Es werden daher die Inhaber der Bücher aufge- fordert, spätestens im Aufgeboistermine

am 6. Januar 1887, Vorm. 11 Uhr, bei dem unterzeihneten Gerichte, Zimmer Nr. 29 ihre Rechte anzumelden und die Bücher vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung dersclben erfolgen wird.

Liegnitz, den 11. Juni 1886.

Könialiches Amtsgericht.

“3382 z Is Ausgebot.

Der Ober-Forstinspektor J. Garthe zu Rövers8- hagen, als Verwalter des Nachlasses seiner ver- storbenen Ehefrau Johanna Caroline Wilhelmine, geb. Hinte, hat das Aufgebot der Aktie Nr. 93 der 1. Klasse der Rostoker Versorgungstontine, welche dem Herrn I. D. Hinte in Neustreliß für Fräulein Johanna Caroline Wilhelmine Hinße unter dem 1. Juni 1831 ertheilt ist, beantragt. J

Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem. auf :

Sounabend, den 2. Juli 1887, Mittags 12 Uhr, vor dem unterzeihneten Gerichte anberaumten Auf- gebotstermine seine Rechte anzumelden und die Ur- kunde vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloserklä- rung der Urkunde erfolgen wird.

Rostock, den 18. September 1886. Großherzogli Mecklenburg-Schwerinsches Amtsgcricht,

Civil-Abtheilung B.

Zur Beglaubigung :

Rudolf Krauel, Auntsgerihts-Sekretär.

utlicher Anzeiger.

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[35349] Aufgebot.

Auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. A. Brehmer für den Erbpächter Hans Jochen Christian Friedri Siemers zu Klein-Schret'taken, werden alle Die- jenigen, welche dinglihe Nehte an die dem Antrag- steller im Hypothekenbuche des Gemeindebezirks Klein- Schretstaken lib. 21 Fol. 5 zugeschriebene Srbpachts- stelle zu haben oder Widerspruch dagegen erheben zu können vermeinen, daß die Erbpachtsstelle der Stadt- fasse für einen jährlichen Kanon von A 24,93 zu Ostern im Voraus zahlbar, verpfändet wird, aufge- fordert, ihre Rechte und Ansprüche späteftens in dem auf

Donnerstag, deu 10. Februar 1887, Vormittags 11 Uhr,

anberaumten Termine bei dem unterzei<hneten Amts- gerichte anzumelden unter dem Rechtênachtheile, daß eine Geltendmachung nicht angemeldeter Necbte für die Folge denen gegenüber ausgeschlossen bleibt, zu deren Gunsten nah der auf Grund des Ausschlußz- urtheils gema<ten Eintragung weitere Umschreibun- gen im Hypothekenbuch erfolgt sind.

Lübeck, den 15, Oktober 1886.

Das Amtsgericht AbtH. 1. Asschenfeldt, Dr. Veröffentlicht : Fi >, Gerichtsschreiber. [35348] Aufgebot.

Die Maurerêwittwe Augunte Emilie Haube, ge- borene Hoppe, zu Baerwaide, bat dur ihren Sohn, den Bahnmeister-Aspiranten Emil Haube zu Neu- stettin das Aufgebotsverfahren rücksichtlih der ab- handen gekommenen leßten Prämienquittung vom 15. August 1876 zu der von der Deutschen Lebensver- sicherungs-Gesells<aft zu Lübe> am 15. November 1856 auf das Leben des Adolph Friedrich Wilhelm Genzke, Kaufinann zu Berlin, in Höhe von 500 Thaler Cour. ausgestellten Police Nr. 13141 bean- tragt.

Sóölchem Antrage gemäß wird der unbekannte In- baber jener Prämienquittung aufgefordert :

seine Rechte und Ansprüche an dieselbe spätestens in dem auf Dounersftag, den 5. Mai 1887, Vormittags 11 Uhr,

angesetzten Aufgebotstermin im unterzcihneten Amtsgericht anzumelden, au< die Prämienquit- tung felbst vorzulegen, unter dem Rechtsnach- M daß diesclbe für kraftlos erklärt werden ou.

Lübec>k, den 15. Oktober 1886.

Das Amtsgeriht, Abth. ITI. Ass\chenfeldt, Dr. Veröffentlicht: Fi>k, Gerichts\chreiber.

35347] Aufgebot.

In der Erbpa<ts- und Eigenkäthnerstelle des Ziegeleibesitzers Johann Friedrih Heinrih Grube zu Genin früher dem Johann Peter Hinrich Maa> gehörig steht nah Ausweis des Hypo- thekenbu<hs für die Landbezirke Lib. T Fol. 38 als erstes Geld (nah F 57 jährlicher Abgaben) ein Pfandgeld von # 1809 auf Catharina Elisabeth Maak geschrieben.

Glaubhafter Angabe zufolge hat Catharina Elisa- beth Maa, cine Schwester des obengenannten Maak, nachher verbciratbet an einen Vogelhändler Schröder in Lübe> und vor diesem thren Ehemann verstorben, die freie Verfügung über den geda<ten Pfandposten dem genannten Maa>k, damaligem Besißer der Stelle, dieser aber wiederum seine Rechte an dem Pfandposten scinem Besißnachfolger, dein Eingangs genannten Grube, übertragen.

Die auf das Protokollat bezüglihe Obligation, d. d. 28. März 1845, ist verloren gegangen.

Zur Herstellung der Legitimation des Johann Friedrih Heinrich Grube, als Erwerbers des frag- liben Pfandposten, ergeht hiedurch auf Antrag dessel- ben, vertreten dur den Rechtsanwalt Dr. Conr. Pliit, ein Aufgebot:

a. an Alle, welche der aus\{ließli<en Berechtigung des Antragstellers auf den gedahten Pfandposten widersprechen wollen, insbesondere au) an die Erben der Catharina Elisabeth Maak, verehe- Jihten S<röder: ihren Widerspruch spätestens in dem auf

Donnerstag, den 5. Mai 1887, Vormittags 11 Uhr, angeseßten Aufgebotstermin bei dem unterzeih- neten Amtsgericht anzumelden, unter dem Rechts8- nahtheil, daß die si niht Meldenden ihre Rectte zu Gunsten des Antragstellers verlieren, . an den unbekannten Inhaber der gedachten Obli- gationen vom 28, März 1845: seine Rechte an derselben spätestens in eben- demselben Aufgebotstermin geltend zu machen, unter dem Rechténachtheil, daß die Obligation für kraftlos erklärt werden soll, Lübeck, den 16. Oktober 1886. Das Amtsgericht, Abtheilung II. Aschenfeldt, Dr. Veröffentlicht: Fi >, Gerichtsschreiber. [35350] Aufgebot.

Peter Wilhelm Andreas Grabau, geboren am 9%, September 1830, und Johann Heinrich Christoph Grabau, geboren am 5. November 1834 Söbne der verstorbenen Cheleute Hans Hinrich Philipp Grabau und Anna Catharina, geb. Balk, zu Trave- münde sind seit Januar 1852 verschollen. Ersterer. war Matrose, Letzterer Jungmann auf dem Lübeckü- {hen Schiffe , Maria“, Capitain Berkenthien, welcher damal- von Reval auf hier in See gegangen, au? dieser Reise aber wahrscheinli gesunken ist.

Auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Peac.o> für den Fischerältermann Heinrih Johannes Peter Grabau und den Fischer Johann Heinri Nicolaus

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Kommarti1-Gesellshaften auf Aktien u. Aktien-Gesellf, Berufs-Senossenfchaften.

Verschiedene Bekanntmachungen.

Theater-Anzeigcn Familien-Naghrichten.

/ In der Börsen-Beilage.

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Grabau zu Travemünde, als Vollbrüder der Oben- genannten, ergeht Zierdur{, unter Anberaumung des Aufgebotstermins æuf Sonnabend, den 30. April 188 7, Vorwittags li ihr, ein Aufgebot:

a. an die genanntea Abwesenden: si< spätestens im augezebenen Nufgebotstermin bei dem unter- zeihneten Amtsgericht zu melden, unter dem Rechténactheil, daß: diesckben für todt erklärt und ibr Vermögen den in Folge ihres Todes dazu BereHŸtigten vzrabfolg# werden wird,

. an die Gläubiger der Abwesenden: ihre An- sprüche spätestens im Aufgebotstermin anzu- melden, unter dem Rechtsna{theil, daß die niht gemeldeten Ansprüche nur no< info reit geltend gemaht werden könmnan, als die Hinterlassen- {<aften nit ers<öpft fand,

c. an Alle, welHe außer den Antragftellern, oder unter Aués{l:eß derselben, Erbanfprüche an den Nachlaß der Berschollenen zu baben vermeinen, ihre Erbansprüche unter Beifügung der Beweis- urkunden späteftens 11n Aufgebotstermin geltend zu machen, widrigenfalls die ni<t gemeldeten Ansprüche bei der Regelung der Hinterlafsen- schaften niht berüu>si<tigt werden.

Alle, welche von dem Leben oder Tode der Ah- wesenden Nachrichten besitzen, werden aufgefordert, dem unterzeihneten Amtégeriht davon Anzeige zu machen.

Lübe>, den 16. Oktober 1886.

Das Amtségeri<t. Abtheilung Ik. As1<henfeldt Dry. Veröffenilicht: Fi>, Gerichtsfcreiber.

[35401] Auîgebot.

Das Quittungs- und Ubre<hnungsbu< Nr. 23 der Creditkasse zu Altdocbern, lautend auf den Namen „Rittergutsbesiker Blütchen-Altdöbern, Armenhaus“, beginnend mit einer am 14. Februax 1868 gebuchten Einlage von 70 Thalern, welcher bis in das Jahr 1877 regelmäßige Einlagen gefolgt sind, fodaß der Bestand einschließlih der Einlagen und Zinsen Ende des Iahres 1877 : 967 4 60 A, Ende des Jahres 1885 laut Conto der Ausstellerin 1336 4 75 H betrug; gebildet aus den vorgedru>ten „Bedingungen uber Annahme, Verzinsung und Risfzahlung der freiwilligen Einlagen bei der Creditkafse zu Alt- doebern, eingetragene Genossenschaft“ und dem aus- gen Schema über Ein- und NRückzahlungs-

tonat und Tag; Quittung über Ein- und Aus- zahlung, Zinfenberewhnung; Einzahlung und Zurük- zahlung soll auf Antrag des Rentiers Berthold Blütchen zu Niederwartha bei Dreéden für kraftlos erklärt werden.

Es werden daher die Inhaber dieses Buches aufs gefordert, spätestens im Aufgebotstermin

am 9. Juli 1887, 10 Uhr Vormittags, bei dem unterzeichneten Geriht ihre Rechte anzu- melden und das qu. Buch vorzulegen , widrigenfalls die Kraftloserklärung desselben erfolgen wird.

Kalau, den 15. Oktober 1886.

Königliches Amtsgericht. 11. Abtheilung. [35277 Beschluß.

Die Stadtgemeinde zu Neustadt D.-S. hat den Antrag auf Aufgebot des in der Gemarkung von Kröschendorf, Kreis Neustadt O.-S., belegenen Jägerhauses, Hypotheken Nr. 7, bestchend in Wohn- haus mit Hofraum und Garten, Kuhstall, Scheuer und Holzshuppen, Schwarzviehstall mit Abtritt und Backhaus, Kartenblatt 1, Parzelle 456/75 von 7 Ar 40 Quadrat-M.,

zum Zwecke ihrer Eintragung in das Grundbuch als Cigenthümerin beantragt.

Alle Diejenigen, welche an diefem Grundstücke Eigenthumsanjsprüche erheben, werden hiermit aufge- fordert, dicselben spätestens in dem in dem Termins- zimmer Nr. 4 unseres Gerichtsgebäudes anstehenden Termin am

11. Dezember 1886, Vormittags 10 Uhr, anzumelden, widrigenfalls fie mit ihren Ausprüchen ausges<lofsen werden würden und die Eintragung des Besißtitels für die Antragstellerin erfolgen würde.

Neustadt O.-S., den 11. Oftober 1856.

Königliches Amtsgericht. Kollibay. [35276]

Das Sparkassenbu<h des Spar- und Vorschuß- vereins, Eingetragene Genossenschaft zu" Gommern, Nr. 274, ausgefertigt für den Arbeiter Christian Zippel in Gommern, ist angeblich verloren gegangen und soll auf Antrag des Miteigeuthümers, Maurers3 Wilhelm Zippel zu Gommern, zum Zwek der neuan Ausfertigung amortisirt werden.

Es wird daher der oder die Inhaber des okzn- gedachten Sparkassenbuhs aufgerordert, späteitzns im Aufgebotstermine

den 8. April 1887, Vormittags 10 1Utr, ihre Rechte anzumz2lden und das Sparkassenbuäp vor- zulegen, widrigenfalls die Kraftloserklärung deffelben erfolgen wird.

Gommern, zen 6. August 1886,

Königliches Amtsgericht. 135344] Amtsgericht Hambur4Þz.

Auf Antrag von 1) Georg Stolfleth, als Testaments vollstre>er der Eheleute Arend Conn.ad Hinrich Kiegel und Anna Wilhelinine Francisca Kicegel, geb. Doel- nig, früher verwittw. Bajans, 2) Wittwe Anna Wilhelmine Francisea Kiegel, geb. Doelnitz, früher verwittw. Bajans, sämmtlich vertreten dur den Rechtsanwalt Dx. Otto Meier, wird ein Aufgebot

dahiu erlassen: daß Alle, welche an _den Nachlaß des am 1886 hieselbst verstorbenen Arend

8. Juli 1881 | Conrad Hinrih Kiecgel Erb- oder sonstige