1886 / 271 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

November. (Anh. St.-A.) Der

Anhalt. Dessau, 15. | find heute nah Sondershausen

Herzog und die Herzogin abgereist.

Schwarzburg-Rudolstadt. Rudolstadt, 15. November. Weim. Ztg.) Der Landtag des Fürstenthums hat heute S Verhandlungen begonnen.

Oesterreich-Ungarn. Pest, 16. November. (W. T. B.) Bei der Diskussion über das Exposé des Ministers des Auswärtigen im Aus\<huß der ungarischen Delegation erklärte Graf Andrassy: Er glaube auch heute noh, daß den Frieden Europas nichts so sehr ver- bürge als das Bündniß mit Deutschland, weil die Jn- teressen Deutschlands und Oesterrei - Ungarns in keiner Weie kollidirten. Sobald aber der Ausgangspunkt der aus- wärtigen Politik der Monarchie dahin gerichtet sei, daß in der orientalishen Frage auh Rußland besonders be- rüsichtigt werden müsse, so werde die Lage eine ver- änderte. Das Doppelbündniß mit Deutschland und mit Rußland sei für Oesterreih-Ungarn niht mehr das, was es früher gewesen. Bei dem von Tisza aufgestellten Programm sei der Beistand Deutschlands unter allen Bedingungen Oesterreih-Ungarn gesichert. Jn Bulgarien herrschten legale Verhältnisse, nur die Union mit Ost-Rumelien müsse no<h näher geordnet werden. Rußland besive Bul- garien gegenüber keinerlei Vorrehte. Graf Kálnoky erklärte auf diese Ausführungen des Grafen Andrassy: wenn er von Bulgarien gesprohen und gesagt habe : zur definitiven Regelung der dortigen Verhältnisse sei die Mitwirkung Ruß- lands nothwendig, so habe er dabei nur im Auge gehabt, daß au< Rußland, wie überhaupt alle Signatarmächte hierbei mitzuwirken hätten. Zweitens habe er namentlih auf die Regelung der Vereinigung Bulgariens und Ost-Rumeliens hinweisen wollen. Er pflihte dem Grafen Andrassy darin bei, daß an demjenigen, was bezüglich Bulgariens in dem Berliner Vertrage festgeseßt worden sei, nichts geändert werden dürfe. Die Autonomie Bulgariens müsse gewahrt werden, was jedoch die vertragsmäßige Mitwirkung der Mächte, also auch Rußlands, nicht hindere. Ganz unabhängig hiervon könne nicht in Ab- rede gestellt werden, daß das Verhältniß Rußlands zu Bulgarien von großer Wichtigkeit für die Zukunft Bulgariens sei. Desterreich- Ungarn stehe auf der Basis des Berliner Vertrages und halte die Mitwirkung aller Mächte bei jeder Abänderung des vertrags- mäßigen Status für unerläßlich. Die Regelung der bulgarischen Frage hänge nicht allein von Desterreich-Ungarn ab, daher könne er (Kálnoky) si hierüber heute nicht aussprechen. Aus seinen Ausführungen aber gehe hervor, daß die Regierung ein flares Programm Pon habe. Graf Andrassy erklärte sih dur die erhaltenen Aufklärungen des Ministers befriedigt. Die weitere Berathung wurde auf morgen vertagt.

Rangun, 14. November. Das Minhla gegenüber gelegene Dorf Myingun wurde von Freibeutern angegriffen, denen es gelang, hundert Häuser niederzubrennen. Die Einwohner vertheidigten \ih edes und vertrieben \{ließli< die Marodeure. In dem Dschungl in er Nähe von Sagain sind Freibeuter stationirt, welhe die Proviant- folonnen überfallen und die Mannschaften der. Esforte derselben verwunden. Eine Freibeuterbande ist au< in dem Dschungl westli<h von Pegu verborgen. Lieutenant Fryer, vom_18. Ben- galishen Infanterie-Regiment, rü>te jüngst an der Spiße von 80 Schüßen zur Befreiung des treugesinnten Wun in Myogyi aus und fand dort ein 1000 Mann zählendes RNebellen-Corps stark ver- pallisadirt vor. Nach einstündigem scharfen Gefe<t wurde das Dorf gestürmt, wobei Lieutenant Fryer verwundet wurde und drei Sepoys todt auf dem Plate blieben. Die Rebellen hatten 60 Todte. Der Brigadier Lockhart hat den Kemendine-Prinzen angegriffen. Lieutenant E>ersley vom 2. Bataillon des leihten Somersetshire-Regiments, der die Vorhut führte, wurde während des Treffens getödtet. Nach furzem Widerstande ergriff der Prinz mit seinem Anhange die Flucht und ließ 3 Todte sowie eine Anzahl Pferde und Elephanten zurü.

Frankreich. Paris, 16. November. (W. T. B.) Die Deputirtenkammer seßte heute die Budget-Berathung fort. Bei dem Artikel des Budgets des Finanz- Ministeriums, in welchem die Beseitigung des außer- ordentlichen Budgets und die Consolidirung der Obligationen mit kurzer e beantragt wird, ersuhte der Finan z- Minister, für dessen Verbleiben die Annahme dieses Artikels von entscheidender Bedeutung ist, die Sißung auf Donnerstag zu vertagen, da im Lauf der Debatte eine Reihe wider- sprechender Ansichten hervorgetreten seien und ein Votum der Kammer hierdur< ershwert werden dürfte. Die Sißung wurde darauf aufgehoben. :

(Fr. C.) Der Handels-Minister Lo>roy, der seinen Gesezentwurf gegen die ausländischen Na ch- ahmungen französisher Waaren zurülgezogen hat, weil der Senat seit einem Jahre schon si< mit einem Gese für Musterschuy beschäftigt, läßt bekannt machen, daß er auf sein Projekt durchaus nicht verzichte, vielmehr es in anderer our, wahrscheinli<h als Amendement zu dem vorliegenden ntwurf wieder einbringen werde.

Türkei. Konstantinopel, 13. November. (A. C.) Der englishe Botschafter Sir William White, der Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Sa id Pascha, und der Großvezier Kiamil Pascha haben bereits mehrere Me bezüglih der egyptishen Frage ge- pflogen, allein die formellen Unterhandlungen zwischen dem britishen Botschafter und der Pforte werden erst in der nächsten Woche beginnen. Die türkishe Regierung wünscht, daß Sir William White zuerst Vorschläge mache, worauf Mukhtar Pascha zu Rathe gezogen werden wird.

14. November. (A. C.) Die Pforte hat Ahmed Mukhtar Pascha's Bericht empfangen, welcher als Grund- lage für die Unterhandlungen über die egyptische Frage dienen wird.

Rumänien. Bukare#}, 16. November. (W. T. B.) Der

wie dies Bamberger's Artikel in der „Nation“ klarlegt, in doppel Beziehung denjenigen Volkswirthen gegenüber, welche über die gemeine wirthschaftliche Lage in anderen Ländern ein Urtheil abg al haben, woselbst namentli< im Gegensaß zu der Bamberger (g Theorie allüberall in der Steigerung der Preise der Beginn ei Besserung erkannt worden ist. Ünseren freihändlerischen Volkswirthe kommt es eben immer nur darauf an, den Nachweis zu liefern die Schutzollpolitik, wel<he von Seiten der Regierung der h Niedergang begriffenen Industrien zu Theil wurde, eine im und gar verkehrte, mindestens eine ganz und gar geei flüssige Maßregel gewesen sei, und daß die Politix ta „laisser faire“ am Ende der Dinge, wenn au auf cin anderen Wege, zu demselben Ziele gelangt sein würde, F Jrrationelle und Verderblihe derartiger Bestrebungen ist wiederholten Malen von unserer Seite bekämpft worden, und D glauben, auch jeßt mit vollem Recht darauf hinweisen zu können iat in Deutschland eine Besserung der Lage niht würde konstatirt werda Fönnen, wenn niht dur<h {üßende Maßregeln der völlige Untergan vieler mit der äußersten Not fämpfenden Industrien verhütet t. denselben nicht die Möglichkeit gegeben worden wäre, \si< über Wasser iu halten, resp. wenn dadur nit verhindert worden wäre, daß die uy günstigen Einflüsse in einer weniger scharfen Weise den Industrien gegenüber si< geltend mahten. Mag man immerhin Beweiie dafür fammeln, daß auch auf einem anderen Wege späterhin eine Besserung eingetreten wäre: in keinem Falle kann geleugnet werden, daß d Schutmaßregeln, die ergriffen worden sind, niht nur zahlreide Katastrophen, den Ruin vieler Industrien hintangehalten, sondern au ein leihteres Ueberwinden der Krisis ermöglicht haben.

Nah dem „S<hwäbischen Merkur“ s\{loß auf einer zu Bietigheim abgehaltenen Versammlung der Deutshen Partei der Reichstags-Abgeordnete Dr. Adae sen. eine von ihn gehaltene Rede folgendermaßen:

„Wir huldigen dem Fortschritt, aber wir find keine Fortscrittle wir sind für das Volk, aber wir sind keine Volksparteiler, die sh für die alleinigen Hüter der Freiheit ausgeben. Was ift Freibeit? Es giebt keine absolute Freiheit, aber Freiheiten giebt es, die Gu wissensfreiheit, Preßfreiheit, Versammlungsfreiheit u. \. w., die Fre heiten, die wir alten Demokraten vom Jahre 1848 erkämpft haben; diese Freiheiten haben wir aber, und nun sollen wir fortdemo: kräteln?! . ." .. „Wir dürfen ni<t nachlassen und wenn einer na lassen sollte, dann möge er binsehen auf den Thron, auf dem ein bald 90jähriger Kaiser sißt, ein Mann, der an Selbstverleugnung,

Opferwilligkeit, Pflichttreue Alle hinter sih läßt; er möge dahin sehen, wo alle Völker mit Ehrfurcht hinschen, wir dürfen Gott danken, daß an der Spitze unserer großen Nation ein Mann steht, der die ganze Größe des deutschen Volkes in Seiner Majestät sinnbildlich darstellt."

Veröffentli{ungen des Kaiserlichen Gesundheits- amts. Nr. 46. Inhalt: Gesundheitsstand. Witterung. Volks frankheiten in der Berichtswohe. Cholera-Nachrichten. Sterbe! fälle in deutshen Städten von 40 000 und mehr Einwohnern, Desgl. in größeren Städten des Auslandes. Erkrankungen in Ver liner Krankenhäusern. Desgl. in deutschen Stadt- und Landbezirken, Mitterung. Geburts- und Sterbefälle in Breslau, Dreéden, Königsberg 1889. Grundwasserstand und Bodentemperaturen in Berlin und München Sept. 1886. Fle>typhus und Abdominal-

E wesens (mit einer Karte). Eisenbahnen in Belgien, ihre Entstehung und die Ergebnisse in den

WNerordnungsblatt

5. Triest: Der Petroleumhandel. Finnland: die wichti Stenoläge Finnlands in ihren Verkehrsbeziehungen zum CiiigereN Bukarest : Permanente Ausstellung niederländischer Erzeugnisse. E Oesterreich-Ungarn : Vesterreihishe Zuckerausfuhr im Monat Sep- tember 1886. Piraeus: Der fremde Handel in Piraeus. Ru- mánien: Wiederanknüpfung der Handelsbeziehungen zu Frankrei. uereinfuhr. Salonichi: Bezugsländer der hauptsählihsten Ein- hrartikel. Macedonien : Handelsverbältnisse. Asien. Java: Die wirthshaftlihen und Handelsverhältnisse der Insel Java im Jahre 1885. Amoy: Handelsberiht für das Jahr 1885. Shanghai: Die Seidensaison 1885/86 (vom 3. Juli 1885 pis Ende Juni 1886). Japan: Die Seidenausfuhr Japans in der zweiten Hälfte der Saison 1885/86 (1. Ja- uar bis 30. Juni 1886). _ Singapore: Die Deutsche Einfuhr im Jahre 1885. Produkticn und Ausfubr von Zu>er in

Provinz Wellesley und in Perak (Halbinsel Malakka). Yoko- hama: Absagverhältnisse für verschiedene Artikel. British-Indien: Ausfuhr von Flanellen na< British-Indien. Sumatra: Die wirthshaftlihen und Handelsverhältnisse. Afrika. Handelsberichte für das Jahr 1885 aus : Tunis, Casablanca, Mazagan, Mogador Rabat. Tunis: Dampferverbindungen mit Tunis. Egypten: Die egvptische Baumwollenkultur. Tripolis: Handelsberiht für das Jahr 1884 Tanger: Handel und Schiffahrt der marokkanischen Hafenpläße und insbesondere des Hafens von Tanger im Jahre 1885. Saffi: Handel und Schiffahrt im Jahre 1885. Larache: Handel und Schiffahrt im Jahre 1885. Zanzibar : Schiffsverkehr im Hafen von Zanzibar im Jahre 1885. Amerika. Handelsberichte für das Jahr 1885 aus: Nio Grande do Sul, Jacmel. Ver- einigte Staaten von Amerika: Die Lage der Eisenindustrie im Staate Obio im Jahre 1885. Argentinishe Republik: Bezug von Ma- cinen für die Rohrzu>erproduktion. Australien. Neusüdwales: Handelsbericht für das Jahr 1885. Handelébewegung im ersten Halbjahr 1886. t :

Archiv für Eisenbahnwesen. Heft 6, November und Dezember. Inhalt: Die Verhandlungen der französischen Kammer üter die neuen Tarife der Paris-Lyon-Mittelmeerbahn. Von Regie- rungs-Rath Ulrich. Die Organifation des belgis<hen Nebenbahn- Von Sigmund Sonnenschein. Die

Sahren 1883 und 1884. Eisenbahnunfälle in Großbritannien und Srland während der Jahre 1882 bis 1885. Notizen: Die Eisenbahnen (Egyptens. Die Eisenbahnen in der englischen Kapkolonie. Die Eisen- bahnen in British-Ostindien in 1884/85, Shchiffseisenbahn über die Undenge von Tehuantepec. Betriebsergebnisse der russischen Eisenbahnen.

Betricbéeinnahmen der französis&en Hauptbahnen. Rechtsprehung |

und Gesezgebung, Rechtsprehung: Rechtsgrundsäße aus den Entschei- dungen des Ober-Verwaltungêgerihts [Kreis- und Kommunalabgaben. Etraßen- und Wegebau. Baupolizei. Beamtenverhältnisse}. Gesetzgebung: Bayern. Frankreich. Jtalien Schweden. Rußland. Uebersicht der in den Jahren 1878 bis 1886 in das Eisenbahn- und in das Archiv für Eisenbahnwesen auf- genommenen Entscheidungen und Rechtsgrunt-säße der höheren Ge- ite und Verwaltungsbehörden: A. Sachverzeichniß. B. Ges'ßes- verzeihniß, C. Zusammenstellung der Entscheidungen nah der Beitfolge. Justiz-Ministerial-Blatt. Nr. 42. Inhalt: Allgemeine Verfügung vom 8. November 1886, betreffend die zum Zwecke der Rechnungsabnahme zu erstattenden Anzeigen. :

zeichnet.

don in den Jahren 1852—1864*, aus den Denkwürdigkeiten des

Kunft, Wissenschaft und Literatur.

Der fruchtbare Jules Verne kat s{<on wieder ei vollendet, welhes in der Sammlung „Les voyages e Sar couronnés par l’Académie française“ (Bibliothèque d’éducation et de récréation, J. Heßel et Cie. in Paris, 18 Rue Jacob) erschienen ist (Pr. 3 Fr.). Diese neueste Erzählung betitelt sich „Un billet de Loterie (Le numéro 972)“ und behandelt fein natur- SilensGasilihes, Problem, sondern das Schi>ksal eines von einem

iffbrüchigen in das Meer geworfenen, für seine Braut bestimmten Looses der norwegischen Lotterie, welhes sein Ziel und endli, nach- dem der Leser lange in Spannung erhalten worden ist, auch seinen Zwe> erreiht, das Drama befriedigend zu {ließen Die \hlicte Erzählung ist aber nur der Rahmen, in welchem der Ner- fasser die Schönheiten Norwegens (Stift Christiansand, Tellemarken) wie den Charakter und die Sitten seiner Bewohner schildert. Jules Verne giebt den Eindruck, welchen die Felsen, Wöälder, Wasserfälle und Seen Norwegens auf ihn gemacht haben, in lebendiger Darstellung und farbenreihen Bildern wieder und vermeidet jede Einförmigkeit seiner landscaftlihen Schilderungen dadurch, daß er dem Ganzen die vg einer Erzählung gegeben hat, die das Interesse des Lesers auch ür die handelnden Personen erwe>t. Der Band enthält no< eine ag E Us L L Nee eine unter Sturm

nd \strômendem Regen (Flacc) spielende i Fyi aus dem Leben eines habsüchtigen Arztes. S S

Der vielbespro<hcne Vortrag, welchen der Ge i - Rath Dr. Werner Siemens am 18. September d. J. - p Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte über „das natuc- wissenschaftliche Zeitalter“ gehalten hat, ist in Carl Hey- mann's Verlag hierselb im Dru> ershienen. Es wird Vielen von Interesse sein, von dem Wortlaut diescs Vortrages Kenntniß zu nebmen. Von dem «Handbuch der Medizinal-Gefeyæbhung des Deutschen Reichs und seiner Einzelstaaten“, mit Kommentar, für Medizinalbeamte, Aerzte und Apotheker, heraus- gegeben- vom Sanitäts-Rath Dr. Wiener, Königlichem Kreisphysikus in Graudenz, ist des zweiten Bandes 2. Theil (Stuttgart, Ferdinand Enke) erschienen, der in sorgfältiger und umsihtiger Aus- wahl die Medizinal-Geseßgebung der Königreiche Bayern und Sachsen bringt. Mit dem no<h ausstebenden 3. Bande wird das treffliche Werk G e

Die J. J. He>enhauer's<he Buch- und Antiquariats- bandlung in Tübingen veröffentlihte: „Nr. CXII. P gisher Lagerkatalog. V. Abtheilung. Protestantische Theologie.“ Dieselbe, ungefäßr 3140 Nummern umfassend, zerfällt in 2 Unter- abtheilungen: I. Lehrbücher der Homiletik und geistliGen Beredsam- keit; II. Predigten, Predigt-Entwürfe, prakt.-homil. Andeutungen u. s. w. In dieser zweiten Unterabtheilung sind zusammengestellt : Beichte und Abendmahl, Buß- und Strafpredigten, Konfirmation &Salstenpredigten, Gelegenheitsreden, eins<ließliÞG Feld- und Kriegs- predigten in 15 Rubriken, Gustav-Adolf-Stiftung, israelitishe Pre- digten, Katechismuspredigten, für Kinder und Jünglinge, für Kranke und Leidende, Missionépredigten, Passions- und Ofterpredigten Sonntagsheiligung, Vaterunser. Ueber mannigfache weitere Speziali- täten befindet fich am Schluß ein reihhaltiges „Materien-Register“ wodurch der Katalog bei vorkommenden Bedürfnissen willkommenen Steff zu bieten im Stande ist. Außerdem sind in einem „Anhang“ cinige siebzig werthvolle theologische und vhilosophishe Werke ver-

Der 11. Band des Werks: „St. Petersburg und Lon-

vorgelegt. Sodann wurde angekündigt, daß der erste Band der von Hofrath Dr. Erdmannsdörffer unter Mitwirkung von Dr. Karl Obfer herausgegebenen „Politis<hen Correspondenz des Großherzogs Karl

riedrich von Baden“ nahczu dru>fertig sei und sicher im Laufe des

ahres 1887 die Presse verlassen werde. Für das Jahr 1888 wurde der Abschluß der sehr umfangreichen Arbeit des Professors Dr. Eber- hard Gothein über die Wirthschaftsgeschihte des Schwarzwaldes und der angrenzenden Gaue in bestimmte Auéësiht gestellt. Die „Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins“, von deren neuer Folge der erste Band foeben vollendet wurde, hat unter der Nedaktion des Archiv-Raths Dr. Alois Schulte einen neuen Aufs<wung genommen. Zu den bisher im Gange befindlihen wissenschaftlichen Unternehmungen der Kommission tritt neu hinzu: die dem Archiv-Rath Séulte übertragene Bearbeitung und Herausgabe der „Tagebücher und Kriegsakten des Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden-Baden aus den Jahren 1693 bis 1697“ und die Herausgabe der für die Se- schichte des höheren Unterrihtêwesens wihtigen Heidelberger Univer- sitätsstatuten des se<zehnten bis ahtzehnten Jahrhunderts, mit welcher Direktor Dr. Thorbe>ke in Heidelberg beauftragt wurde.

Schwerin, 7. November. Berliner Blätter meldeten vor Kurzem: die französishe Regierung habe das im Nachlaß des am 17. März 1885 verftorbenen Rostocker Professors der Botanik, Dr. Johannes Rocper, befindlihe Herbarium Lamar>’s, des be- kannten Vorgängers Darwin's. für das botanishe Museum des JTardin des plantes erworben. Diese Pflanzensammlung ist aber nah den „M. A.“ bereits bei Lebzeiten des hohbetagten Professors Roeper, dec ein namhafter Morphologe war, mit dessen werthvollen Herbarien von dem hochseligen Großherzog Friedrih Franz 11. von Melenburg- Schwerin angekauft und der Universität Rosto> bezw. dem botanischen Institut derselben zum Geschenk gemacht worden. Wenn daher jetzt cine Ueberführung der Lamar>’s{hen Sammlung bevorsteht, so kann es si< nur um eine mit Genehmigung des Großherzogs erfolgte Ver- .- äußerung von Seiten „des genannten Instituts handeln, da die An- forderungen, wel<e bei dem jeßigen Stande der botanishen Wissen- schaft an ein folhes Institut gestellt werden, schr hohe sind und den- selben weniger dur no< fo umfangreiche und werthvolle Herbariea als dur kostspielige Apparate und Instrumente sowie dur<h lebendes Material entsprochen wird.

Land- und Forstwirthschaft.

(Nat. Ztg.) In einer am 10. November d. F. in Stral- sund abgehaltenen, zahlrei< besu<hten Versammlung behufs vor- läufiger Besprechung i} beschlossen worden, einen ersten Kongreß der Wollproduzenten in Pommern, Mec>lenburg und der U>kermark am 2. Dezember d. J. na< Stralsund einzu- berufen. Aus einer darauf bezüglichen Ansprache, welche versandt wird, heben wir folgende bemerkenswerthe Säße hervor: Ein gänzliher Umschwung in der Wollkonjunktur if eingetreten. Verfolgen wir den Verlauf der Wollkonjunktur seit ciner Reihe von Jahren an der Hand der Thatsachen, so laufen diese \{<ließli< darauf hinaus, „daß 1) einer ansheinenden Ueberpxoduktion von Wolle plôtz- lih ein Mangel zu folgen scheint, daß cinc? lang vorbereiteten Baisse eine urplößlihe Hausse folgt, und 2) daß die vor wenigen Monaten von den Konfumenten als zu theuer verrufenen deuts<en Wollen plößlich als das billigsie Material anerkannt werden.“ Diesen Umschwung in der Wollkonjunktur in der ergiebigsten Weise auszu- nuten, h O O

__— Uecker die Ernte des Jahres 1885 in Bayern entnehme1 wir der Nr. 1 des achtzehnten Jahrganges der T I S R KöniglichbayerishenStatistishenBureaus“ folgendeDaten :

typhus im Reg.-Bez. Marienwerder im 3, Quartal d. I. Erkran- fungen in Gonsenheim und Finthen bei Mainz. Sterblichkeit der Kinder während des 1. Lebensjahres in Mecklenburg-Schwerin. Zeitweilige Maßregeln gegen Volkskrankheiten. Thierseuchen in Ungarn 30. Juni bis 28. September d. I. Lungenseuche in den Niederlanden. Rinderpest in MNußland. Veterinär-polizeilide Maßregeln. Medizinal-Gescßgebung 2c. (Preußen). Die an Gast und Schankwirthschaften zu stellenden Anforderungen. (Schweß) Regelung des Verkehrs mit Nahrungsmitteln, Genußmitteln und Ge brauchsgegenständen. (Großbritannien.) The Foreign Anima Amendment No. 3 Order of 1886. The Anthrax Order 188, Rech:sprehung. (Reichsgericht.) „Feilhalten“ von Fleisch. Ein- richtungen zur Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege. (Preußen) Die 18895—86 geprüften Mediziner und Pharmazeuten. (Res, Schleswig.) Einige Geheimmittel. Geschenklifte.

Deutshes Handels- Archi v. Novemberheft. Inhalt! Erster Theil. Gesetzgebung und Statistik. Geseßgebung. Deutsche Reich: Verordnung, betreffend den Erlaß von Verordnungen au dent Gebiete der allgemeinen Verwaltung, des Zoll- und Steuerme!en® sür das Schutgebiet der Marschall-, Brown- und Providence-Inseln. Frankreich: Bevorzugung der französischen Erzeugnisse bei Lieferungen für das Kriegsdepartement. Gypsen des Weins. Ermächtigung des Zollamts zu Calais zur Eingangsabfertigung von Mineralélen,— Zeitweilige zollfreie Zulassung von hartem Korn zur Stärkefabrikation, Zolltarif für Annam und Tongking. Oesterreih-Ungarn, und

damaligen Königlich sächsishen außerordentlihen Gesandten und be- vollmächtigten Ministers am Königlich E Hof, Cas Friedri Grafen Vißthum von E>kstädt (Stuttgart, J. G. Cotta’sche Buchhandlung) behandelt die Ereignisse der Jahre 1860 bis zum Wiener Frieden 1864. Wie der erste Band, enthält au der zweite jahrgangweise geordnete Privatbriefe, denen für jedes Jahr cine geschictliche Nebersiht vorangeschi>t ist, die zum Ver- ständniß der Briefe dien. Die damals noch e vers{hlungenen Knoten in der europäischen Politik, die deutsche, italienishe und \<leswig-holsteinishe Frage sind jeßt sämmtlih gelöst, und man erinnert si< kaum no< der Spannung und Beunruhigung, in der die Regierungen und Völker während jener Jahre dur<h jene und andere Fragen erhalten wurden. Desto interessanter ist es, das Ge- dächtniß an die Jahre der Wirren jeßt wieder aufzufrischen, und zu diesem Zweck ist das Lesen dieser Denkwürdigkeiten schr empfeblenswerth. Da es überwiegend der englis<he Standpunkt ist, von dem aus hier die europäische Politik betrachtet wird, so ist manches in den Denkwürdig- keiten ausgesprochene Urtheil über die deutshen Verhältnisse schief, aber von dem hier geschilderten politisGen Chaos hebt sih do die Person des Grafen von Bismar>-Schönhausen schon deutlich ab, der von Einsichtigen als derjenige Staatêmann erkannt war, dem es vor- behalten sein würde, die verwirrten Verhältnisse zu ordnen und der die auf ihn geseßten Hoffnungen au glänzend erfüllt hat, da Baron Brunnow s Erwartung: „wir können es erleben, daß der König Herrn von BVismar>k Knall und Fall entläßt“ (S. 319) eine vergebliche gewesen ist Außerdem ist das Buch reich an interessanten Mitthei- l ngen über den Prinzen Albert, den Kaiser Napoleon 11]. und andere cinflußreiche Staatsmänner der Jahre 1860—64. Ein genaues Inbalts- und Personenregister erleihtert das Aufsuchen in dem um- fangreihen, <ronologis< geordneten Material. Der Preis beider Bânde beträgt 12 #, elegant gebunden 14 M.

Das Antiquariat von Stoll & Bader in Freiburg in Baden hat vor Kurzem Katalog 54, „Badische und pfälzische Literatur“, herausgegeben. Derselbe bildet den Anhang und die Ergänzung zu Katalog 42 (1096 Nrn.) des genannten Antiquariats und reiht von Nr. 1997—2288, welche in alphabetisher Ordnung Schriften zur Geschihte und Vaterlandskunde von Baden und der Pfalz, ferner Chroniken, Lebensbeschreibungen, Naturgeschichtliches, sowie Geseteskunde, betreffend Staat, Kirche, Schule und Gemeinde, der erwähnten Landschaften enthalten. Die in dem Kataloge an- geführten Schriften sind sehr vershiedencn Inhalts, beziehen si< auf das Großherzogthum Baden im Allgemeinen, einzelne Städte des- selben, besonders Freiburg, cinzelne Fürsten und Prinzen sowie andere Personen u. \. wo.; unter den Schriften befinden sich viele interessante und zum Theil seltene.

Gerade no<h rechtzeitig vor Weihnachten i} die dritte, ver- mehrte und verbesserte Auflage des „Universal -Lexikon der Kochkunst“ (Leipzig, I. J. Weber) fertig geworden, um damit als re<t passendes Geschenk die Hausfrauen erfreuen zu können, Die Zweckmäßigkeit seiner inneren Änordnung, das Massenhafte seines In- halts, das mit seinen mchr als 10 000 Rezepten und über 1000 Küchen-

zetteln alle bisher bekannten Kohbücher um ein Vielfahes an Umfang

übertrifft, besonders aber die praktische Verwendbarkeit für alle, große oder Éleine Küchen, und für außergewöhnliche Gelegenheiten, werden dem

Bucheüberall Eingang shaffen. Dem leßten Hefte sind in einem Anhang

Anweisungen über die Tranchirkunst beigefügt. Ein ausführliches

Sachregister weist in den Artikeln des Buchs zure<ht. Dasselbe besteht

aus 12 Heften à 1,20 und ist au<h dur seine elegante Ausstattung

zum Geschenk geeignet.

Von Ludwig Rosenthal’s Antiquariat inMünchen

ersien vor Kurzem Katalog L „Astronomie und Astrologie", im

Ganzen 889 Schriften umfassend, unter denen sich viele seltene aus

dem 16., 17. nd 18, Jahrhundert befinden. Nr. 142—241 betreffen

Kalender und Kalenderwefen, 261—317 und 825—829 Kometen und

andere ungewöhnlihe Erscheinungen am Himmel, 563—630 Praktiken

und Prognostiken, 728—760 Sonnenuhren. In einem Nachtrag sind

einige alte mathematis<e Werke aufgeführt.

: Karlsruhe, 8. November. (A. Z.) In der fünften Plenar-

sißung der Badischen Historishen Kommission wurden zu-

nächst die hon im Laufe des Sommers erschienene erste Lieferung der

Regesten der Bischöfe von Konstanz bis 1496 (unter Leitung des

Archiv-Direktors Dr. von Wee bearbeitet von Dr. Paul Ladewig)

und die Aushängebogen der erien Lieferung der Regeften der Pfalz-

grafen am Rhein von 1214 bis 1400 (bearbeitet u Leitung

des Geheimen Hofraths Dr. Winkelmann von Dr. Adolf Koch)

König empfing gestern in Sinaia den russischen Ge- sandten Chitroff zur Entgegennahme seiner Kreditive und lud denselben darauf zum Déjeuner.

Amerika. Washington, 15. November. (R. B.) Offizielle Ausweise ergeben, daß der Gesammtbetrag der Bundessteuern für das abgelaufene Fiskaljahr 116 902 869 Doll. beträgt, gegenüber 112 421 121 Doll. im Jahre 1885. Die Hauptzunahnze stellte {sich bei den Zöllen für Cigarren, Cigarretten, Getreide uúd! destillirten Spirituosen heraus. Die Einnahmen für das laufende Fiskaljahr sind auf 118 000 000 Doll. veranschlagt.

Afffrixa. Egypten. Kairo, 15. November. (N. B.) Die Militärbehörden haben Nachricht erhalten, daß die Der- wische das Gebiet zwishen Dongola und Wady Halfa wiederum geräumt haben und zahlreiche Deserteure zu den englishen Vorposten übergehen.

Der Körnerertrag ergab 1885 vom Hektar im Durchschnitt bei Weizen 26,7, bei Spelz 30,5, bei Roggen 243, bei Gere dr 8 und bei Hafer 23,9 Centner. Der durchschnittlihe Ertrag vom Hc!tar in den ver- gangenen zehn Jahren 1875 bis 1884 war bei Weizen 26,3, bei Spelz 26,9, bei Roagen 23,7, bei Gerste 25,9 und bei Hafer 24 Ctr. Der Strohertrag zeigte sih 1885 gegen 1884 nur bei Spelz glei, bei Weizen, Roggen, Gerste und Hafer niedriger. In der Vergleichung zurück bis 1875 war bei Weizen ledigli<h im Jahr 1883 ein gleich geringer, bei Spelz und Noggen nur im Jahre 1876, bei Gerste nur im Jahre 1877 ein geringerer, dann bei Hafer überhaupt in keinem der 11 Vorjahre ein so geringer Strohertrag. Das Gewicht der einzelnen Getreidefrüchte stellt si< auf den Hektoliter geaen 1884 im Durchschnitt nah Pfunden: + 3 bei Roggen, + 2 bei Weizen, je + 1 bei Spelz und bei Gerste, 1 bei Hafer. Die Qualität der Früdte war, in Noten ausgedrüd>t, 1885 bei Weizen 1,9 gegen 11,2, bei Spelz und Hafer 11,3 gegen TI1,5 bezw. 11,2, bei Roggen und Gerste 11,1 gegen 11,5 bezw. 11,1 im Vorjahre. An Kartoffeln trug im Durchschnitt 1885 der Hektar 239 Ctr. gegen 219 im Jahre 1884, Keines der vorausgegangenen 10 Jahre weist cine gleiche dur<- \hnittlihe Ertrag8menge auf; am nächsten kommt das Jahr 1883 mit 233 Ctr, am entferntesten steht das Jahr 1878 mit 131 Ctr. Die abfolute Ziffer E des Iahres 1885 ist 71602 045Ctr. ; von den fünf Jahren 1880 bis 1884 lieferte am nächstmeisten das Jahr 1883 mit 69886 737, am wenigsten das Jahr 1882 mit 41071 397 Ctr. Die Qualitätsnote war 1885 1,6 gegen 11,1 im Vorjahr. Runkel- rüben, Möhren und weiße Rüben ergaben 188 im Durch- \<nitt vom Hektar 415 bezw. 255 und 9 Ctr. gegen 413 bezw. 319 und 95 Ctr. im Jahre 1884; die Qualitätsnoten waren 11,2 bezw. II,5 und 118 gegen 11,2 bezw, IL4 und 1I,5 im Vorjahre. Kraut lieferte 1885 durchsnittlih vom Hektar 217 Ctr. gegen 242 im Jahre 1884. Im Vergleich zurü> bis 1875 war am ergiebigsten das Jahr 1879 mit 318, am mindesten das Jahr 1876 mit 169 Ctr. Die Ge- sawmmternte wurde 1885 auf 7 068 851 Ctr. bere<net gegen 8 617 235 im Jahre 1882, 8417292 im Jahre 1883, 840568 in 1880 7 889 518 in 1884 und 6757464 in 1881. "Die Qualität wurde 1885 mit 11% gegen 11,6 im Jahre 1884 notirt. Flachs ergab 1885 den gleichen Durchschnitts8ertrag vom Hektar, wie in den beiden Vorjahren nämlich 7 Ctr. ; die Qualität war 1II gegen 11,5 und 11,4 in den zwei Vorjahren. Die früheren Jahre bis zu 1875 zurü> weisen ge- ringeren Durchschnittsertrag auf und zwar die Jalre 1880 und 1882 je 6, die Jahre 1877, 1879 und 1881 je 5, dann die Jahre 1875, 1876 und 1878 je 4 Ctr. vom Hektar. Hopfen ertrug 1885 vom Hektar durchschnittli< 11,3 Ctr. gegen 10,6 Ctr. im Jahre 1884; die Qualität war 11,3 gegen 11,4 des Vorjahres. Der Durhschnitts- ertrag vom Hektar bezifferte sih 1875 auf 15, 1877 auf 13,2, 1878 auf 13, 1881 auf 98, 1880 auf 9,5, 1883 auf 7,8, 1882 auf 7,3, 1879 auf 6,9 und 1876 auf 3,8 Ctr. Die Gesammtertragsmenge war in den leßten 6 Jahren: 1885 303 255, 1884 283 370, 1881 : 219977, 1883 210308, 1880 204699 und 1882 162564 Ctr. Taba> hat 1885 im Durchschnitt vom Hektar ertragen: 1877 33,5, 1881 302, 1880 299, 1878 284, 1879 27,1, 1883 25,4, 1882 23,7, 1875 22,7 und 1876 22,2 Ctr. Der Gesammtertrag war: 1885 131 702, 1884 158 547, 1883 124 367,

1881 123 070, 1880 121 597 und 1882 96 759 Ctr. Bei demselben

stehen nur die drei Regierungsbezirke Pfalz, Mittelfranken und

Unterfranken mit einer Anbauflähe von 4199,97 bezw. 671,58 und 19,89 ha in Frage. Die Futterpflanzen-Ernte war 1885 in der Qualität ziemli gleiß mit jener des Vorjahres: Klee 11,6

Luzerne 11,3, Esparsette 11,3, andere Futterpflanzen aller Art 11,6

gegen I1,5 bezw. 11,4, 11,4 und 115. Ouantitativ fiel sie sehr gering

aus. Klee lieferte dur<schnittli<h vom Hektar 1885 79 Ctr.

gegen 111 im Jahre 1878, 106 in den Jahren 1879 und 1880

101 im Jahre 1882, 96 in den Jahren 1877 und 1883, 93 im Jahre 1881 und 87 im Jahre 1875; nur das Jahr 1876 hatte einen no< niedrigeren Ertrag mit 76 Ctr. Luzerne ertrug 1885

vom Hektar durs<nittli< 96 Ctr. gegen 122 im Jahre 1878, 121

im Jahre 1879, 119 im Jahre 1877, 114 in den Jahren 1875 und

1880, 113 im Jahre 1882, 99 im Jahre 1876 und 97 im Jahre 1883

geringer ist das Ergebniß in den Jahren 1884 und 1881 mit 88 und

85 Ctr. Esparsette wurde 1885 vom Hektar im Durchschnitt 65 Ctr

geerntet. Andere Futterpflanzen aller Art ergaben 1885 vom Hektar

durch\{nittli< 71 Ctr. gegen 96 im Jahre 1884, 86 im Jahre 1882

und 79 im Jahre 1883, Der Gesammtertrag an Klee bezifferte

fi 1885 auf 22 655 684 Ctr. gegen 27906 651 im Jahre 1880

27713469 im Jahre 1883, 26500137 im Fahre 1882,

Schweiz. Bern , 15. November. (Bund.) Die Bu dget- fommission des Ständeraths hat theils durh Abstriche an den Ausgaben, theils dur<h Erhöhung einzelner Einnahme- posten das vom Bundesrath für 1887 vorgesehene Defizit von 350 000 Fr. auf den Betrag von 53000 Fr. herab- gemindert. Sie beantragt die Annahme folgender Postulate: „1) Der Bundesrath wird eingeladen, in Zukunft die Liegen- \chasten des Bundes, soweit sie landwirthschaftlih betrieben werden, in Voranschlag und Staatsrehnung mit Bezug auf Einnahmen und Ausgaben besonders einzustellen und darüber Bericht zu erstatten. 2) Der Bundesrath wird eingeladen, den Bundesbeitrag an die Beiprämien für Zuchtstiere auh künftighin in der bisherigen Höhe zu verabreichen und von einer Reduktion derselben abzusehen.“ Jm Weitern sollen ver- schiedene, auf Budget und Staatsre<hnung bezügliche An- regungen der Kommission dur< die betressenden Reserenten mündlich in der Form von Wünschen vorgebracht werden.

Belgien. Brüssel, 16. November. (W. T. B) Fn der Deputirtenkammer wurde heute von dem Finanz- Minister der Geseßentwurf, betreffend die Konver- tirung der belgishen Schuld von 4 Proz. auf 31/2 Proz., eingebraht. Die Erwiderungsadresse auf die Thronrede wurde alsdann gegen die Stimmen der Linken angenommen.

Großbritannien und Jrland. London, 15. November. (A. C.) Der Ober-Sekretär für Jrland, Sic M. H. Beach, hielt am Sonnabend in Bristol eine politische Rede, in welcher er sih über die Lage Jrlan d s verbreitete. Die erste Pflicht der Regierung, so führte derselbe aus, sei die Durch: führung der bestehenden Geseße. Sollten sich dieselben als unzureichend erweisen, so werde das Parlament um aus- gedehntere Vollmachten angegangen werden. Die Verbrechen hätten abgenommen, und das Verhältniß zwischen Gutsherren und Pächtern habe si freundlicher gestaltet. Die Enquete | in den Aktien von Eisen-, Stahl- und Kohlengesellschaften ein- der zur Prüfung der Wirkungen der Landakte ein- getreten seien. Diesen Artikeln sind Wolle und Wollstoffe, Baum- gesezten Kommission werde hoffentlih zur Folge haben, wolle und Baumwollgarne und mehrere andere bedeutende Artikel daß die Regierung geseßgeberishe Maßnahmen vorschlagen gefolgt, welche eine wesentli<he Steigerung des Absaßes und der fönne, welche für Eigenthümer wie für Pächter in gleichem Preise aufweisen, wodur< denn allmähli< in England die Mei- Maße von Vortheil sein würden. Was die Lokalregierung be- Ino I a E A treffe, so müsse die vollständige Verantwortlichkeit be Malen M Ar U Ne e angen Dl a 6 E s

/ d e î Behörden gegenüber dem Reichsparlament beibehalten werden, Uai werde. Desgleichen “Vat der bekannte Nationalskonom Uvoss und würde es Aufgabe des Ministeriums sein, die Lokalver- | Beaulieu im „Economiste français" die erfreuliche Thatsache kon- waltung auf populäre Grundlagen zu stellen. Zur Durch- | statirt, daß eine Steigerung der Preise und eine Belebung des Ge- führung dieser Pläne sei aber vor Allem nothwendig, daß das

schäfts begonnen habe und daß man in der That auf eine E A Unterhaus nicht gehindert werde, die ihm vorliegenden Ge- dieser Bewegung hoffen dürfe; unter Vorführung eines ausgedehnten schäfte zu erledigen.

\tatistishen Materials wird diese Behauptung begründet, insbesondere Die Sozialdemokraten hielten gestern an verschiede:

damiï, daß der Werth des französischen Exports in den ersten 9 Mo-

O naten dieses Jahres um 139 000 000 Frcs. mehr betragen habe, als

nen Punkten der Stadt Versammlungen unter O in der gleichen Periode des Jakres 1885, und um 111 Millionen Himmel ab. Besonders zahlreich besucht war die des Clerken- | mehr, als in der gleichen Periode des Jahres 1884. Jenseits des well-Zweigvereins, wo der bekannte Sozialistenführer Cham- | Ozeans liegt uns eine Fülle von Details vor, welche in einem pion in heftiger Weise die englishe Regierung angriff. An- | Bericht des „Manufacturer's Record“ enthalten ist; die Folgen der dere Redner sprachen in ähnlicher Weise, und {ließlich wurde | leßten größen Eisenbahnkrisis sind in den VereinigtenKStaaten als

; ; ; ; ; - | überwunden zu betrahten; die aufgestapelten Vorräthe be- enf ua U sièn A u R Ne: ginnen zn s{hwinden; die steigende Nachfrage belebt die Produk-

; tion in einer Weise, daß niht nur allüberall mit voller Kraft ge- falgar-Square en, L O arbeitet werden fann, fondern daß auch die Errichtung neuer Pro- Die canadis<he Regierung meldet ein Defizit von

Y Ó l duktions\tätten als lohnend betrachtet wird. Die Thatsache also, daß 5 865 554 Doll. für das abgelaufene Finanzjahr, und zwar | wir einer e Zeit entgegengchen, wird von keiner Seite, insbe- in Folge der aus der Rebellion im Nordwesten erwachsenen | sondere au< niht von der freihändlerischen bestritten, wel< Ausgaben. (W. T. B.)

lehtere jedo<h bei uns insbesondere si<h veranlaßt gefehen hat, Bombay, 16. November. Prinz

\solhen Thatsachen gegenüber mit großer Hartnäckigkeit darauf hinzu- O Leopold von Preußen ist mit Gefolge wohl- e

weisen, daß derartig günstige Erscheinungen mit der „praktischen“

halten hier eingetroffen und hat bei dem Gouverneur Wirthschaftspolitik unserer, Regierung nihts zu thun haben, vielmehr Wohnung genommen. heute folgende Reuter’she De-

Ursachen zuzuschreiben seien, welche ganz unabhängig von dieser Politik Aus Fett sich geltend gemacht hätten, ganz abgesehen davon, daß die zu Tage pesche vor :

Statistische Nachrichten.

Aus dem hier s{<on angezogenen Hest XIIT der vom tatistishen Bureau der Steuerdeputation zu Hamburg bearbeiteten ind herauêgegebenen „Statistik des HamburgischenStaates“ heilen wir Folgendes über die Ergebnisse der Berufszählung pom 5. Juni 1882 mit: Die durch die Berufszählung vom 5. Juni 1882 für den Hamburgischen Staat ermittelte Bevölkerung von 466 516 Personen vertheilt si<h auf die 4 von der deutschen Berufs- tatistik festgeseßten Kategorien wie folgt: 1) Erwerbsthätige 176 854 p ersonen oder 37,9 9%, 2) Dienende ¡ür häusliche Dienste 26 442 Personen oder 5,7 9/0, 3) Angehörige 244 668 Personen oder 52,4 9% ind 4) berufslose Selbständige 18 552 Perfonen oder 4,09% der Einwohnerschaft. —— Um eine Vergleihung der Verhältnisse Wamburgs mit andern Sroßstädten zu ermeglichen, sind die bezüglichen Zahlen für die eigentlihe großstädtishe Bevölkerung jes Hamburgischen Staates befonders aufgeführt; dana<h wies Ham- urg (Stadt, Vorstadt und Landbherrenschaft der Geestlande) 156 554 Mel /o Erwerbthätige, 24576 = 6% Dienecnde für häusliche Dienste, 212 041 = 51,6 9% Angehörige und 17 619 = 4,3 9% berufs- fose Selbständige auf, während gleichzeitig Berlin's Bevölkerung estand aus 474953 = 41,1% Erwerbsthätigen. 58 003 = 5 % i Dienenden für häuslihe Dienste, 581 792 = 50,3 %/, Angehörigen Niederlande: Abänderung des bestehenden Uebereinkommens bezügli nd 42197 = 3,6% berufslosen Selbständigen; für die -15 deut- gegenseitigen Schußes der Fabrik- und Handelsmarken. _Nicde hen Großstädte, welche damals mehr als 100 000 Einwohner zählten lande: Ausführungsvorschriften zu dem Geseß vom 29. August 19%, Mrgeben si folgende Verhältnißzahlen: es waren von je 100 Ein- betreffend nähere Bestimmungen über die Accise auf Zucker. Ruf obnern durchschnittli<h 40,0 Erwerbsthätige, 5,8 Dienende für land: Zollbehandlung von na< Art der Blonden bearbeitetem til F êuélihe Dienste, 49,3 Angehörige und 4,9 berufslose Selbständige. ähnlichen Seidenstoff. Befreiung der mit dem Gepäd „bon Von den Erwerbêsthätigen der Bevölkerung des Ham- Reisenden cingeführten zollpflichtigen Gegenstände von dem Deklaration urgischen Staats waren 9473 in der Land- „und Forstwirthschaft zwang. Vorschriften, betresfend den Einlaß aus dem Auélandt nshließlih der Thierzuht, Jagd und Fischerei beschäftigt, 83 278 importirter gepreßter und flüssiger Hefe und den Modus der Rüd hörten der Industrie einsließli< Bergbau und Bauwesen an erstatlung der Accise für Preßhefe inländisher Produktion bei de Fandel und Verkehr einschließli Gast- und Schankwirthsc<aft war Ausfuhr nah dem Auslande oder nah dem Großfürstenthum Finnland, Fie Berufsthätigkeit von 59 942 Personen; mit Lohnarkcit wehfelnder Einfuhr ausländischer Heilmittel. Spanien : Herausgabe eint? t und häusliche Dienstleistungen (die Dienenden als Erwerbsthätige Bulletins über das geistige und industrielle Eigenthum. Weiter O befaßten si< 38 708 Personen, dem Militär und der Mi- Zollvergünstiguugen für die Provenienzen der Inseln Cuba, Puerl! Mürverwaltung gehörten 1218 Personen, dem Civilstaats-, Ge- Nico und der Philippinen. Schweiz: Inkrafttreten N leindes, Kirchen- 2c. Dienst und den sogenannten freien Be- Bundesgeseßes, betreffend den Handel mit Gold- ¡arten 10677 Personen an; endli< waren 12441 berufs- Silberabfällen. Tarifentscheidungen des eidg. Zolldepartemetnt Fle Selbständige vorhanden und 6111 befanden si< in im Monat September 1886. Vereinigte Staaten 10 crufsvorbereitung oder Weitecbildung oder waren Anstalts- Amerika: Zolltarifentscheidungen des Schaßamts. Mexiko: 2 (lassen, Nimmt man die Erwerbsthätigen mit ihren An- schriften für die Aufstellung der Fakturen über Waarensendungeil H ten und Dienenden zusammen, so entfielen auf Land- und Forst- dem Auslande. Tripolis: Zolltarif. Serbien: Gesetz, die Reg ub ¿c 48,2 °/0o, auf Industrie 2c. 419 0/00, auf Handel und taxe für Zündhölzchen betreffend. Vom 31. Juli 1886. C d b Er x. 342,4 9/00, auf Lohnarbeit 56,8 9/00, auf Beamte und freie Regaltaxe auf Petroleum betreffend. Vom 31. Juli 1886. d e rulbarten 90,4% u. w Im ftädtishen Gebiet Hamburgs die Befreiung des Weins und Branntweins vom Ausfuhrzoll ® rtbeg Vorstadt und Geestlande) entfielen auf Land- und Forst- U Vom R e M O , die As E Aut Ma! 8969 Perf uhrzolls auf Mais betreffend. om 31, Juli 1000. 4 ar! 9999 Perjonen oder 7,75 9/00, in ven 15 deutschen Stä Großbritannien: Zolltarif der Insel Montserrat (Insel E / jer 100 000 Einwohnern 52 629 Malen r dem Winde). Novellen zu dem britischen Paten'g:{® e evölkerung), auf Industrie eins<l. Bergbau und Bau- von 1883. Zollfreiheit für Messingröhren zur Fa u , 173634 oder 422,68 9%o0 (Berlin 628 061 Perfonen kation von Hülsen oder Patronen in Canada. Einfuhr-Zolltal! 78 800 198 ‘/oo, in den 15 bevölkertsten deutshen Städten der Insel Labuan (Malayischer Archipel). Portugal: Zolltarif B d V C Personen oder 472,65 9/0 der Bevölkerung), auf Handel den Distrikt Kap Delgado. (Ostküste Afrikas.) Columbien: Aendt b A 2c. 148 350 Personen oder 361,13 900 (Berlin 284 094 rung des Zolltarifs. Frist für das Inkrafttreten von Zolltarl ide, Oder 246,55 /%00, in den 15 meistbevölkerten deutschen änderungen. Guatemala: Erhebung eines Zushlagszolls. Mon fnarb M 963 Personen oder 267,27 %o der Einwohner), auf negro: Zolltarif. Tonga-Inselu : Einfuhr-Zolltarif. Swe Berlin 44 e Mselnder Art 2c, 24598 Personen oder 59 88 9/00 Norwegen und Mexiko: Freundschafts-, Handels- und Sciffahr tädte, 4541 Personen oder 38,50 9/0, in den 15 meistbevölkerten vertrag zwischen beiden Ländern vom 29. Juli 1885, abgeändert a ha) Deutschlands 174 492 Personen oder 49,12 %o der Bevölke- Protokoll vom 15. Dezember 1885. Statistik. China: Ul ten Auf die einzelnen Berufëgruppen enifielen im ham- iht des Werths des im Jahre 1885 durch die fre e Lilien Staat von 1000 Einwohnern (Erwerbsthätige, Diencnde und Seezollämter gegangenen Waaren - Verkehrs in den geöffnt" rstwirie auf Landwirthschaft eins<l. Thierzuht und Gärtnerci 44,01 Häfen Chinas. Egypten: Der Waaren - Verkehr in be hshaft und Jagd 0,19, Fischerei 8,99, Bergbau, Hütten- und dem Auslande im Jahre 1885. Vereinigte Staat, en 0,19, Industrie der Steine und Erden 8,73, Metall- von Amerika: Uebersicht des Ein- und Ausfuhrhandels in dem bi Maschi ertlusive Eisen 6,45, Cisenverarbeitung 29,90, Industrie dem 30. Juni endenden Fiskaljahre 1886/86, —— Zweiter Li M7 Terhie ne Werkzeuge, Apparate 2c. 30,28, Chemische Industrie Berichte über das Ausland. Europa. Handelsberichte für das reh t Holz industrie 8,25, Papier- und Lederindustrie 17,53, Industrie 188 aus: Tarragona, Fiume, Huelva, Malaga, Cadiz. Del p fmittil V Shnigstoffe 56,70, Industrie der Nahrungs- und Ge- deutsher Schiffe im Jahre 1885 in Nikolaistad (Wasa), G2" 1 Welygra bi 0,26, Bekleidung und Reinigung 98,10, Baugewerbe 87,26 karleby (Finnland). Fiume: Einfuhr und Ausfuhr im erbe p Me Gewerbe 9,52, Handelsgewerbe 224,51, Versicherungs- Fiume während des 1. Halbjahres 1886, Cinfuhr von ! | S4 i

2, Landverkehr 39,69, W kehr 3 5 ) auf Cisternenschiffen. Bilbao: Handel und Schiffahrt im R N

Zeitungsftimmen.

Die „Deutsche volkswirthschaftliche respondenz“ schreibt über die wirthschaftliche Lage :

Die Ansicht, daß die Klagen über den zunehmenden Niedergang der Preise und das Darniederliegen des Verkehrs bald verstummen würden, hat bekanntli<h au<h Lord Saliëbury bei dem Lordmayors- Bankett in Guildhall offen vertreten, er hat bei dieser Gelegenheit die Hoffnung ausgesprochen, die nächste Zeit werde, wenn ungünstige politishe Konstellationen ni<ht hindernd dazwishen treten -—, einen Wiederaufs{<wung der Arbeit und Industrie aufweisen. Der englishe Premier war in der Lage, bei diesem seinem Aus- \pruche sih auf das Urtheil von Sachverständigen, insbesondere auf dasjenige des „Etonomist“ zu berufen. Gerade die leßte Nummer dieses Kachblaîtes bringt eine Zusammenstellung über den Eisen- und Kohlenmarkt, in welher der Nachweis geliefert wird, daß in Folge der Besserung dieser Branche au<h durchgängig namhafte Steigerungen

Cor-

ast x. 6165 Personen oder 15,01 9/0 der Einwohnerschaft

troleut f Zahtt

tretenden Erscheinungen no< keineswegs als eine Besserung der wirth-

\chaftlihen Verhältnisse anzusehen seien. Unsere Manchesterleute stehen, Erqui>tung 41,32 u

liegt