1864 / 156 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

1804

In Graudenz is der Befehl eingegangen, für 300 dänische Gefangene in den Kasematten geeignete Lofalien einzurichten. Das ganze Kontingent der dänischen Gefangenen in dieser Festung steigt dadurch auf 18 Offiziere und 660 Unteroffiziere und Soldaten.

Colberg. Ueber das Denkmal Sr. Hochseligen Majestät des Königs Friedri Wilhelm 111,, dessen Enthüllung, wie bereits gemeldet wurde, am =. U stattgefunden hat, berichten Pommersche Blätter : ula i ; »Die breite Treppe des Rathhauses ist jeyt durch einen steiner- nen Würfel getheilt, der auf granitnem Piedestal das Bild des Königs in Erz (von Orake) trägt. Die hohe Gestalt lehnt mit der Rechten auf ein Fort, die Linke ruht auf einem Schwert. i In der rechten Seite des Piedestals befindet sih das Reliefportrait Gneisenau s, des tapfern Kommandanten, in der linken ein ebensolches von Nettel- be>. Die Vorderseite enthält die Juschrift : »Dantkbarkeit, Liebe und Treue sollen in dieser Stadt blühen und eine Wahrheit bleiben immerdar « Auf der Rüseite steht: » Colberg, 2. Juli 1807 «

Breslau, 4. Juli. Von den [bei der Eroberung der Insel Alsen gemachten Gefangenen trafen , wie bereits gemeldet , gestern Nachmittag, nachdem bereits in Liegnitz circa 400 Mann abgezweigt und von dort aus na<h Schweidniß befördert worden sind, 590 Kriegsgefangene, wovon 780 Mann für Cosel und 110 Mann für Neisse bestimmt waren j mittelst Extrazuges hier ein. Der Trans- port, welchem 2 Offiziere und 64 Mann vom Leib-Grenadier-Regl- ment (1. Brandenburgisches) Nr. © als Esforte beigegeben waren,

wurde sofort weiter befördert. i : E Dura, 2. Juli. Von den am 9. Juni 1861 durch

Blik\chlag in Asche gelegten beiden Thürmen der hiesigen St. Ul- E hat A An der südlih gelegene durch den Aufsaÿ der Kreuzblume seine Vollendung erhalten. R Halle, 5. Juli. Am Sonnabend gegen Abend trafen die Frau Großfürstin Konstantin von Rußland nebst Familie und Ge- folge, so wie die Prinzessin Thereje von Altenburg hier ein. Im Laufe des gestrigen Vormittags machten die hohen Herrschaften cine Spazierfahrt nah dem Bade Wittekind und reisten um 14 Uhr Mittags na<h Schloß Hummelshain weiter. Gestern Abend passirten 320 Dänen, darunter mehrere Offiziere, welche auf der Jn- sel Alsen gefangen waren hier durch nach ihrem Bestimmungsorte Erfurt. y Weißenfels, 3. Juli. Das hiesige Lazareth für Kranke ver mobilen Armee, welches seit dem 12. April belegt worden,

hat, wie die » Hallesche Ztg. « meldet, bis jeßt 423 vom Krieg8schau-

sab zugesandte Militairs aufgenommen. Die überwiegende Mehr- t A litt theils an fkontagischer, theils fatarrhalischer Augen- Entzündung, eine geringere Zahl an den von dem Feind erlittenen NVerwundungen , eine größere an Brusikrankheit ; Rheumatismuè) Nervenfieber und anderen Krankheiten. Als genesen sind 160 wie- derum zu ihren Regimentern zurückgegangen , ein Theil ist zur Privatpslege an patriotis< gesinnte Bewohner des Kreises “auf ihr Ansuchen abgegeben worden, nachdem sie keiner direkten ärztlichen Behandlung mehr bedurften. Jn der leyten Zeit sind, ‘nachdem die Feindseligkeiten wieder begonnen und die mehr am Kriegsschauplaß belegenen Lazarethe geleert worden sind, wiederum neue Kranfen- Transporte angekommen, #o daß der gegenwärtige Bestand wiederum fast 300 Mann beträgt. A

Köln, 5; Juli, Die Königin. von Holland traf nach der „Köln. Z « gestern Abend, aus Württemberg kommend, hier ein, nahm Absteigequartier im Hotel Disch und benußte heute Morgen den um 7 Uhr abgehenden Schnellzug zur Weiterreise nach Rotter- dam. Der Kronprinz von Holland war seiner erlauchten Mutter bis Köln entgegengekommen. ;

L E izla, 5. Juli. Der fün fte deut \<he Juristen- tag wird hier am I6— 29. August d. J. stattfinden der BegrüÜü- ßungsabend is auf den 25. August festgeseßt. Zum Empfang desselben hat sich bereits ein Lokal-Comité gebildet, an dessen Spitze si< der Staatsminister von Campe befindet und das zu seinen Mit- gliedern die Geheimen Räthe von Liebe und Schulz, die Obergerichts- Präsidenten Trieps und Knittel, den Ober-Staatsanwalt Rhamm General-Direktor von Ambsberg/, Oberbürgermeister Caspari und Andere zählt. : ' 7

Sachsen. Dresden, 5. Juli. Die Zweite Kammer hat, nach Bericht des » Dresd. Journ. -«, in ihrer heutigen Sizung dem Geseßent- wurfe, die Aufhebung derZinsbeschränkungen betreffend, gegen vier Stimmen ihre Genehmigung ertheilt und zwar in folgender Gas: Das 16. Kapitel im zweiten Theile des Strafgesezbuches vom 141. Âugust 1855, sowie alle die Ueberschreitung eines bestimmten Zinsfußes betreffenden Vorschriften werden hiermit aufgehoben. $. 1b. Das Verbot,

auf Grund eines Vertrages Zinsen von rüständigen Zinsen zu erheben, ingleichen das Verbot, Kinsen durh Abzug von einem hinzugebenden Haupt- stamme oder sonst im Voraus zu erheben, wird ebenfalls aufgehoben. $. 2. Derjenige, welcher für eine Schuld dem Gläubiger größere Vortheile, als die Verzinsung nach jährlich Sechs vom Hundert gewährt oder zusagt, ist zu einer halbjährigen Kündigung des Vertrages befugt. Jedoch kann er von diesem Befugnisse nicht unmittelbar bei Eingehung des Vertrages, son-

dern erst nah Ablauf eines halben Jahres Gebrauch machen. Vertrags-

bestimmungen, durch welche diese Vorschrift zu m Nachtheile des Schuld- ners beschränkt oder aufgehoben wird, sind ungültig. $. 3. Auf Schuld- verschreibungen, welche unter den geseßlichen Vorausseßungen auf jeden Jnhaber gestellt werden, so wie auf Darlehen, welche ein Kaufmann empfängt und auf Schulden eines Kaufmanns aus seinen Handelsgeschäften, leidet die in 8. 2 ent- haltene Vorschrift keine Anwendung, F. 3b, Die Aufhebung der Straf- bestimmungen über den Wucher findet auch auf die vor dem Tage, wo ge- genwärtiges Geseg in Kraft tritt, begangenen und erst nach diesem Tage zur Anzeige gelangenden Uebertretungen derselben Anwendung. Die wegen solcher Uebertretungen vor diesem Tage bereits anhängig gewordenen, jedoch noch nicht beendigten Untersuchungen sind beizulegen, auch mit Vollstre>ung der erkannten und noc< nicht verbüßten, so wie mit weiterer Vollstre>ung der bis dahin nur theilweise verbüßten Strafen anzustehen.

Ferner hat die Kammer folgende Anträge der Deputation ein- stimmig angenommen :

1) Die Staatsregierung wolle bei Publication des Geseßes folgende, im Stempelmandate vom 11. Januar 1819 sub voce Quittung enthaltene Bestimmung :

Die Stempeltaxe bei Quittungen ist lediglih von Demjenigen zu tragen, welcher die Zahlung empfängt, und jede Zumuthung oder Ueber- einkunft, nah welcher die Uebertragung dieser Taxe Demjenigen, der die Zahlung leistet, aufgebürdet werden soll, is für eine wucherliche Handlung zu achten und wird nach den gegen den Wucher bestehenden Geseyen be-

raft O besa der in $. 25 des erwähnten Mandates enthaltenen Vor- \chriften, außer Kraft seßen.

2) Dieselbe wolle bei Jnkraftsezung des bürgerlichen Geseßbuches alle diejenigen Bestimmungen desselben aufheben , welche sich durch das vorlie- gende Geseh erledigen.

Coburg ; 4. Juli. Der Herzog is nah einem mehr- tägigen Aufenthalt auf seinen Besigungen in Tyrol heute Mor- gen wieder hier eingetroffen. Prinz Arthur von England ver- weilt hier zum Besu<h am Herzoglichen Hofe und bewohnt das Siloß Rosenau. In der leyten Sihung des hiesigen Landtags am 30. Juni haben die Abgeordneten die Vorlage der Staatsregie- rung in Betreff der Uebernahme einer Zinsgarantie der Summe zu 200,000 Thr. seitens der Werra - Eisenbahngesellschaft für die projef- tirte Zweigbahn von Grimmenthal nah Suhl eventuell genehmigt; auch den vorgelegten Gesezentwurf Über die Gewähr der Viehmän- gel berathen und angenommen , worauf der Landtag geschlossen wurde. (Lpz. Ztg.)

Altenburg, 4. Juli. Gestern sind der Großfürst Konstantin und die Frau Großfürstin Alexandra in Hummelshain zum Besuche des Herzogs Josef, des Vaters der Frau Großfürstin, mit 4 Kindern: Großfürstin Olga, Großfürst Konstantin, Großfürst Dimitri und GroßfürstzWiatscheslaw, eingetroffen. Se. Majestät der König von Preußen hat den Commandeur des hiesigen Regiments, den König- lih preußischen Oberst von Treskow, zum Commandeur des gegen- wärtig auf Alsen stehenden Königlich preußischen 53. Jnsfanterie-Re- giments ernannt. Herrn von Treskow) welcher seit 1456 das Kom- mando des hiesigen Regiments geführt hat, sehen die ihm näher Stehenden nur ungern von hier scheiden, und allgemein hinterläßt er den Ruf eines eben so biedern als rüsichtsvollen und freundlichen Mannes. (Leipz. Ztg.)

Hessen. Darmstadt, 4. Juli. Die Erste Kammer verhandelte in ihrer heutigen Sißung über den Beschluß der Zwei- ten Kammer wegen Einführung vollständiger Gewerbefreiheit und Freizügigkeit. Moufang stellt einen Antrag, die Regierung um Vorlage eines Gesehentwurfs zur Einführung der Freizügig- keit und gleichzeitige Vorlage einer Handwerks-Ordnung zu ersuchen, womit zugleich eine die korporative Selbstständigfeit der Gemeinden durchführende Revision der Gemeinde - Ordnung verbunden werden soll. Für den den Beitritt zum Beschlusse der Zweiten Kammer empfehlenden Ausschuß - Antrag sprachen Engelbach , Birnbaum, Heyl , Graf Laubach , Lauteren , Frhr. v. Riedesel; dagegen Graf Stolberg und Bechtold. Bei der Abstimmung tritt die Kammer mit 10 gegen 9 Stimmen dem Beschlusse Zweiter Kammer bei. Aus den übrigen Verhandlungen heben wir noch hervor, daß die Kammer die Anforderung für Garnisonswechsel mit Zustimmung des Kriegs-Ministers ablehnte, zuglei<h aber erklärte; daß fie einen zeitweisen Garnisonswe<sel für zwe>mäßig halte. Die bei der Rechenschafts-Ablage von der Zweiten Kammer ge- strihenen Mehrausgaben für die Ordenskanzlei wurden für gerecht- fertigt erkannt.

9. Juli. Zweite Kammer in der heutigen Sitzung ihren im vorigen Jahre

gefaßten Beschluß wegen Beitritts zum preußis-französischen Han- delsvertrage und wegen Aufrechterhaltung des Zollvereins wieder-

holt. Die Kammer ertheilte gleichzeitig mit großer Majorität der Regierung wegen ihrer bisherigen Haltung in dieser Frage ein Miß trauensvotum.

Württemberg. Stuttgart, 4. Juli.

und der Ober-Hofraths-Präsident, Geheimer Kabinets-Chef Freiherr

von Maucler, unter gnädigster Entbindung von der Leitung des :

Nach Bericht des Wolff schen Büreau’'s hat die

Der vortragende | Rath im Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten, Staatsrath | Graf von Taube, wurde, unter Belassung in seinen seitherigen dienst- lihen Functionen, zum ersten Kammerherrn im Dienste der Königin, |

1805

Geheimen Kabinets, zum Oberst-Kammerherrn ernannt, so wie die Stelle des Vorstandes des Geheimen Kabinets dem Staatsrath von Gros gnädigst übertragen.

Mit Bezug auf die Nachricht einiger Blätter, daß der bevor- stehende Landtag eine längere Dauer haben werde, sagt der »Staats- Anzeiger«: »Uns will eher eine ganz furze Daner desselben als wahrscheinli<h vorkommen, und eine neue Vereinigung der Stände im Spätherbst, um alsdann den bevorstehenden Arbeiten si< mit Ruhe und voller Kraft widmen zu können.«

Hesterreih. Wien, 4. Juli. Die »Wiener Abendpost« bringt nun cbenfalls den Text der identischen Note, die von dem Königlich preußischen und Kaiserlich österreichischen Hofe unter dem 24. Juni an die respcktiven Vertreter der beiden Höfe in Paris, London, Petersburg und Stockholm in Veranlassung des resultat_ losen Ausganges der Londoner Konferenz gerichtet worden is. Die von einigen Blättern gebrachte Notiz über die angebliche Aus- lieferung des Gutsbesihers Zakaszewsfki an Rußland ist, nach der »General-Corresp.«, nicht richtig. Jakaszewsfki, der schon nah Einführung des Belagerungszustandes wegen hervorragender Bethei- ligung an der revolutionairen Organisation verhaftet worden ist wurde nah überstandener Strafe einfa<h aus dem Lande gewiesen.

9, Juli, Die heutige »Abendpost« bemerkt, zufolge dem Wolff's T. B., bezüglich der von allen kompetenten Seiten auf die entschiedenste Weise dementirten Depeschen der »Morning Post« noch ausdrülih , daß die angebliche Unterredung zwischen dem Freiherrn von Werther und dem Grafen Rechberg niemals staitgefunden habe, da überhaupt Anträge nah der bezeichneten Richtung nicht gestellt seien und somit keine darüber auszusprechen.

Nach telegr. Berichten desselben Büreaus meldet die »Con- stitutionelle österreichische Zeitung« : In der Zollangelegenheit is ein entschiedener Schritt geschehen. Die Anträge Hessen-Darmstadts sind sowohl von dem Finanzministerium, wie von dem Handelsministerium als solche anerkannt worden, welche zur Basis anderer Verhandlun- gen dienen können. Gestern sind die Jnstructionen für die Bevoll- mächtigten vereinbart worden und werden diese wahrscheinlich schon nächster Tage abgehen. |

Belgien. Brüssel, 5. Juli. Nach einem Telegramm des Wolff’schen Büreaus war die Repräsentantenkammer in ihrer heuti- gen Sitzung nicht beschlußfähig. Die gesammte Rechte war ab- wesend. Der Justiz-Minister Tes < und zwei andere liberale Ab- geordnete, die wegen Krankheit der heutigen Sißzung nicht beiwohnen fonnten, werden morgen erscheinen.

Großbritannien und Jriand. London, 4. Juli. Dem auf heute angesezten Meeting der konservativen Mitglieder des Oberhauses (gleih den Meetings der fonservativen Unterhaus- mitglieder, in der Wohnung des Marquis von Salisbury) wird der Earl von Derby nicht beiwohnen können, da ein starker Gichtanfall ihn ans Zimmer fesselt, sein Siy im Oberhause wird wahrscheinlich noch mehrere Tage leer bleiben.

5. Juli. Nach telegraphischer Meldung des Wolffschen Bü- reaus erklärte in der Abendsizung des Oberhauses Lord Strat- ford de Redcliffe, daß er den von ihm angekündigten Antrag erst Freitag zur Sprache bringen werde. Lord Shaftesbury in- terpellirte wegen angeblicher Tödtung \{wedischer Freiwilliger durch die Preußen. Lord Russell weiß nichts davon.

Im Unterhause fragte Lord Montagu, ob 400 Schweden auf Alsen gelandet seien, und ob die \{wedishe Regierung Däne- mark unterstüße. Unterstaatssecretair La yar d weiß nichts davon. Cobden und Forster sprechen für, Lord Cecil und Johnston gegen die Regierung.

Spanien. Madrid, 4. Juli. Die »Madrider Zeitung« publizirt ein Dekret, dur<h welches 2 Millionen Realen zum Ankauf des Hauses bestimmt sind, in welchem Franz I. als Gefangener Wohnung erhalten hatte. Die Königin hat si< in Begleitung des Ministers der auswärtigen Angelegenheiten nah La Groija zu einem längeren Aufenthalt begeben. (Fr. Bl.)

Túürkei. Aus Konstantinopel, 27. Juni, wird der »Jn- dependance« geschrieben, das Wahlgeseh, welches Fürst Kusa in Rumänien oktroyirt habe, sei von der Pforte dahin abgeändert wor- den, daß an die Stelle des direkten Sutkrage universel die indirefte Stufenwahl treten solle. Um Urwähler zu sein, muß man 100 Duka- ten Einkommen haben. Wahlmann und Deputirter kann nur wer- den, wer 200 Dukaten Einkommen hat. Auch die Zusammensezung des Senats will die Pforte anders haben, nämlih so, daß die 64 Senatoren zur Hälfte gewählt, zur Hälfte vom Fürsten ernannt werden und Männer sind, welche mindestens 800 Dukaten Einkünfte haben. Am 27sten sollte die Gesandten-Konferenz Über diese Punkte berathen. Da si< aber zeigte, daß Herr Nowikow darüber keine e aus Petersburg hatte, mußte die Berathung verscho-

en werden. |

Veranlassung vorgelegen habe, si<_

Dánemark. Kopenhagen, 3. Juli. Jn der gestrigen Volfksthings-Sihung war der erste L her ets “e Becbeatiue der Entwurf des Geseyes wegen Bewilligung der außerordentlichen Einnahmen und Ausgaben für die Finanz-Periode 1864—66. Der Abgeordnete Holstein fragte den Minister, ob in dieser Bewilligung eine Summe mir einbegriffen, welche, wie er gehört, zu außerordent- lichen Ausgaben vom Kriegs-Minister verwandt sei, dadur, daß das ganze Kriegs-Ministerium mit dem Minister an der Spitze sih auf Kriegsfuß geseßt und Feldzulage während der ganzen Dauer ge- nommen habe. Wenn solches der Fall, wäre die Bewilligung seiner Meinung nach seitens des Reichsraths niht zu erwarten, es. würde wünschenswerth sein, zu erfahren, wie es si< da- mit verhalte. Sodann wäre es absolut nothwendig, daß man, da eine außerordentliche Bewilligung verlangt werde, sich sichere, daß nicht ein Theil des Königreichs dazu komme, die ganze Bürde zu tragen, diese würde sons unsere Kräfte übersteigen. Er habe ferner gehört, daß die Steuern, welche am 7. Juni hätten eingezahlt wer- den sollen, nicht gezahlt seien, weil die Steuerbrücher nebst den Protokollen hieher nah Seeland eingesandt seien. Wie weit solches rihtig oder ni<t, wünsche er zu erfahren, da ja ein großer Theil der Steuern in solchem Falle der Staatskasse entzogen und nun dem Feinde überlassen sei. Abg. A. Hage will no< keine Ver- handlung; er will einen Ausshuß, denn dadur<h würden {hon manche Aufklärungen herbeigebracht, die jeßt nicht vorhanden seien. Nach einiger Diskussion bemerkte der Conseils-Präsident, Dänemark habe Mittel genug, um das Doppelte der Anleihe zu garantiren. Schließlich wird die Verweisung zur zweiten Behandlung mit 77 Stimmen angenommen. Der Abg. Kühnel brachte dann die be- reits nach telegr. Mittheilung gestern angezeigte Jnterpellation ein.

Nustralien. Mit der Ueberlandpost in London, 5. Juli, nah Bericht des Wolff shen Büreaus eingetroffene Mittheilungen aus Melbourne vom 26. Mai melden, daß die englischen Trup- pen Galepa auf Neusceland belagern , einen Sturmangriff versucht haben aber mit großem Verlust zurückgeschlagen worden sind.

National Da 11

S6 Königliche Hoheit der Kronprinz haben im Namen Sr. Ma- jestät des Königs, des Allerdurchlauchtigsten Protektors des National- Danks für Veteranen, folgende Personen zu Verwaltungs-, beziehungsweise zu Ehren-Mitgliedern der Stiftung zu ernennen und die Patente für dieselben de e Potsdam, den 18. Juni 1864, Höcbsteigenhändig zu vollziehen geruht:

I, Regierungsbezirks-Kommissariat Potsdam. Spezial-Kommissariat Bernau. Zu Ehren - Mitgliedern: Den Rittergutsbesiger Hosemann auf Börni>e, den Königlichen Superintendenten Kümmel zu Sc<önerlinde, der Prediger Ga bbe zu Prenden, den Prediger Lange zu Malchow, den Prediger Hecker zu Lindenberg, den Prediger Nitsche zu Schwanebe>, den Prediger Reichenbach zu Wandlißt, den- Prediger Büchsel zu Buch, den Prediger Rou vel zu Franz. Buchholz, den Prediger R ibbah zu Börni>e, den Prediger Franke zu Zeperni>, den Königl. Hauptmann der Artillerie und Gutsbesißer S < midt zu Lanke, den gräflichen Oberförster Fei st zu Lanke, den Amtmann G de zu Lanke, den Stadtverordneten AugustWill- mann zu Bernau, den Stadtverordneten Schriftführer Nico lai zu Bernau, den Königlichen Postmeister a. D. Cunow zu Bernau, den Gutsbesitzer Carl Wiese zu Bernau, den Gutsbesißer Friÿ Wiese zu Bernau , den Stadt - Förster Treskow zu Forsthaus Liepniß, den Förster Schmidt zu Buch, den Administrator Horn zu Buch, den Königlichen Lieutenant der Landwehr-Kavallerie Kru g zu Mühlenbe>, den Gutsbesißer Krug zu Müh- lenbe>, den Rittergutsbesizer Siemon zu Malchow, den Administra- tor Kayser zu Wartenberg, den Kreisshulzen Krüger zu Blan- fenburg y den Kreisshulzen a. D. Rentier Otdorff senior zu Schönow, den Kreisschulzen Schule zu Schönerlinde. Il. Regie- rungsbezirks - Kommissariat Frankfurt a. O. Kreis - Kommissariat Lübben. Qum Ehren-Mitgliede: den praktizirenden Artt Dr. Beyer in Sitrau- piy. UII. Regierungsbezirks-Kommissariat Merseburg. Kreis-Kommissariat Halle a, S. Zum Kreis-Kommissarius: den Königlichen Landrath v on Krosigk zu Halle a. S. Qum Stadtbezirks-Kommissarius: der Königliche Major a. D. von Kleist zu Halle a. S. IV. Regierungsbezirks-Kom- missariat Arn 8bex g. Lokal-Kommissariat Warstein. Zum Vorfißenden des Lokal-Kommissariats: den Königlichen Kreisrichter Buchholz in Warstein. V. Regierungsbezirks - Kommissariat Düsseldorf. Kreis - Kommissariat Düsseldorf. Zum Kreis-Kommissarius: den Königlichen Landrath Wi l- derih von Spée daselbst. Kreis-Kommissariat Duisburg. Zu Ehren- Mitgliedern: den Bürgermeister Keller zu Duisburg, den Königlichen Gymnasial-Direktor Eichhoff zu Duisburg , den Königlichen Steuer-Rath Schmölder zu Duisburg , den Königlichen Justiz - Rath Windhorfst zu Duisburg, den Königlichen Sanitäts-Rath Mund zu Duisburg, den Kauf- mann August Matthes zu Duisburg. VI. Regierungsbezirks-Kommissa- riat Coblenz. Zum Regierungsbezirks - Kommissarius: den Königlichen Regierungs-Vice-Präsidenten, Ritter 2c. Grafen von Villers zu Coblenz. Qum Schriftführer: den Königlichen Regierungs - Secretair Trap et in Coblenz. VII. Regierungsbezirks - Kommissariat Si ne E Zu Ehren-Mitgliedern : den Königlichen Gymnasial-Lehrer Dr. H ei>s zu Sig? maringen, den Königlichen Major a. D. von Spigtel zu Hechingen , den Königlichen Major a. D. Ribler zu Hechingen, den Fürstlichen 'Sof-Forst- meister Gfrörer von Ehrenberg zu Hechingen , den Königlichen Schul- A Pfarrer Mayer zu Jnneringen , den Fabrikbesißer Delisle zu

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