1864 / 209 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

2444

Wahl des monatlichen Präsidenten der Constituante. Die Oppo- sition hatte als Kandidaten den bisherigen Präsidenten ODeligiorgis vorgeschlagen, die Regierung dagegen den Herrn Messinesis, der au mit einer Mehrheit von vierzig Stimmen gewählt wurde. Der Kampf war heftig, denn beide Parteien erschienen gut gerüstet; doch gaben die Deputirten der jonishen Jnseln den Aus- \{lag zu Gunsten des Ministeriums. Jn dieser Woche hat auch ein anderer Umstand beigetragen, der Regierung einen größeren Einfluß zu geben. Der Minister des Jnnern, Herr Kumunduros, hat näm- lih den Vertrag mit den Herren Baïtazzi betreffs Errichtung einer Bank unterzeichnet. Diese Bank is dem Volke sehr willkommen, das sih vielen Nutzen davon verspriht. Und so ist es auch, denn die Acrarialkasse is leer und die Ackerbauer in den meisten Provin- zen leiden an einem empfindlihen Geldmangel und werden von einigen privilegirten Wücherern arg bedrängt. Deshalb is die Er- richtung einer solhen Bank, die Geld zu 8 pCt. leihen wird, eine wahre Wohlthat für das Land. Die Provinz Livadien , bisher eine der ärmsten Gricchenlands, ist Dank der Baumwollenkultur zu großem Reichthum gelangt. Man sagt, daß heuer die Baumwollen- ausfuhr der Provinz Livadien mehr als 20 Millionen Drachmen einbringen werde. Auch in anderen Provinzen fängt man an , die Baumwollenkultur zu betreiben. (Triest. Z.)

Türkei. Aus Bucharest, 26. August, wird der »Oesterr. Gen.-Corresp.« geschrieben: »Jn leßter Zeit fanden hier wieder Ver- haftungen und Ausweisungen politischer Emissaire statt, welche ver- suchten, unter den hier lebenden Polen und Ungarn Propaganda zur Unterstühung vorzubereitender Revolutionen in ihrem Vaterlande zu machen. So erfolgte unter anderen au die Verhaftung eines Grafen von Seherr - Thoß , welcher , obgleich einer preußishen Fa- milie angehörend , sich mit einem französischen Passe hier aufhielt Und der Bevollmächtigte der Koryphäen der lehten ungarischen Re- volution war.«

Aus Belgrad vom 2. September wird telegraphish gemeldet, daß die Skuptschina aufdie Thronrede des Fürsten eine Adresse beschlossen und durch eine Deputation habe überreichen lassen. Es sei darin die Zufriedenheit und der Dank der serbischen Nation aus- gesprochen und dem Fürsten Unterstühung und grenzenloses Vertrauen seitens der Volksvertretung zugesagt.

Das neue rumänische Ruralgeseß theilt, wie der franzö- sische »Moniteur« meldet, die Bauern der Donau - Fürstenthümer je nach deren Viebstand in drei Klassen, denen Landbesiz in folgendem Verhältniß zugetheilt wird: in der Walachei 7, 4 und 2, in der Moldau 8, 6 und 3, in Bessarabien 9, 6 und 4 Hektaren.

Die montenegrinischen Mitglieder der türkisch - montenegrinischen Grenzregulirungs - Kommission haben sich in lehter Zeit beifallen lassen, auf dem Gebiete von Spizza die Unabhängigkeits - Flagge aufzuhissen. Der türkishe Kommissar wandte sich in Folge dieser Provocation an scinen Muschir in Skutari und dieser an die dort residirenden Konsuln, auf deren Einschreiten Fürst Nifolaus die Be- seitigung der Flagge anbefah[.

Nußland und Polen. St. Petersburg, 3. September. Ueber die Eisenbahn von Moskau nah dem Süden bringt die »Mosk. Ztg.« die Nachricht, daß die Unterhandlungen mit der englischen Gesellschaft, welche sich für den Bau der russischen Süd- bahn gebildet hatte, binnen Kurzem zu einem entschiedenen Resul- tate führen werden.

Die Gesellschaft wird der Regierung die nöthigen Fonds zur Beendigung der Linie zwishen Moskau und Orel liefern und diese Linie noch auf eine geringe Strecke über Orel hinausführen, aber in Betreff des übrigen Theils der Bahn allen Rechten entsagen, welche \fih aus der ihr ertheilten Konzession ergeben.

Dazu bemerkt die deutsche »St. Petersburger Zeitungs :

Wir geben diese Nachricht der Wichtigkeit des Gegenstandes wegen, wie wir sie finden, obne weitere Bürgschaft dafür zu Über- nehmen. So erinnern wir daran, daß wir in Nr. 130 d. Ztg. eine ganz andere dem »Russ. Jnv.« entlehnte Nachricht gebracht haben; nach welcher der Staat auf seine Kosten die Linie zwischen - Mosfau und Orel zu bauen beabsichtigte. Im Grunde ist die Haupt- sache die, daß diese Bahn gebaut wird und zwar \o s{chnell als möglih und so billig als möglich.

19WoNn derpolnishenGrenze, 2. September. Eine von dem pol- nischen Emigranten Joh. Jan owsfi unlängst in Paris herausgegebene polnische Flugschrift, betitelt : »MeinBriefwoechsel mit dem FürstenWladis- law Czartory ski «, giebt interessante Aufschlüsse über die eigenthümliche Rolle, welche der bekannte Zuavenführer Rochebrun beim polnischen Auf- stande spielte und über die seiner Zeit nur dunkle Gerüchte ver- breitet waren. Es war aufgefallen, daß dieser französische Aben- teurer, der sich eben \o wenig durch militairische Fähigkeiten, als durch sonstige Verdienste auszeichnete, sih der ganz besonderen Protec- tion der galizischen Großen erfreute und in Folge derselben in der furzen Zeit von 8 Wochen - vom französischen Unteroffizier bis zum polnischen General avancirte, Niemand , außer den Eingewecihten, hatte sich das Räthsel dieses \hnellen Avancements erklären können. Janowski giebt jeht in der genannten Flugschrift die Lösung dieses Räthsels, indem er die auf Rochebruns eigenen Geständnissen beruhen-

den Beweise dafür beibringt, daß derselbe von der Czartoryskischen Parte;

dazu ausersehen war, das Banner des Czartoryskischen Königthums in

Polen zu erheben und als Stüge desselben eine sogenannte » Königliche Le.

gion« zu bilden, die zunächst aus Ausländern bestehen sollte, Ve,

vor-Rochebrun im April vorigen Jahres aus Paris na Polen abreiste, wurde ihm zu Ehren im Hotel Lambert ein glänzendes

Festmahl gegeben, an welchem die Koryphäen der Czartoryskischen

Partei Theil nabmen. Fürst Wladislaw Czartoryski brachte auf

den Vorkämpfer seiner Prätensionen auf den polnischen Thron einen

Toast aus, an dessen Schluß er den Wunsch aussprach, daß der. selbe das »Banner Polens« werden möge. Der \{lichte Unteroffi, zier, der den Sinn dieser Worte wohl nicht verstehen mochte, ex. widerte bescheiden: »Mecine Herren, für Polen werde ih nie ein Banner werden ¡ ih bin und kann nur sein ein Soldat und weiter U M 2 August, erhält die »P

u olen, 29. August, erhält die »Posener Zeitung« ej Korrespondenz, welcher wir Folgendes entnehmen: At nas fleinen Städten sollen Orohbriefe gefunden worden sein, nach denen man alle die Orte in Brand stecken will, die noch an irgend einer Petition oder Ergebenheitsadresse für die Regierung sih betheiligen würden. Trohdem lassen sih die, welche cinseben gelernt haben, wie ein längerer Widerstand nur unnüß und dem Lande verderblich sei, doch nicht abhalten, immer offener ihre bessere Ueberzeugung und ihr Anschließen an die Regierung darzulegen. Jn Tulischkow wurde am 24. ein Mensch von vier polnischen Bürgern festgenommen und der Behörde überliefert, der es versucht hatte, gedruckte Blätter auf: reizenden Inhalts unter die Leute zu vertheilen. Wie sich heraus: stellte, ist der Feßgenommene ein Handelsfkommis aus Krakau, der {on seit einiger Zeit und an verschiedenen Orten sein Wesen getrie- ben und für einen neuen Aufstand gewirkt haben soll. Wie es scheint, beginnt eine von dem früheren Nationalcomité ganz unab- hängige Partei zu agiren und in Polen für einen Aufstand in an- derer Richtung Propaganda zu machen. Denn in bereits mehrfach aufgegriffenen Flugblättern, von denen noch nicht feststeht, ob sie im Königreiche fabrizirt oder über die österreichishe Grenze eingeshmug- gelt worden, heißt es, daß cine allgemeine Revolution, deren Leitung von Paris, London und Deutschland ausgehe, zu Gunsten Polens im Werden begriffen sei, und deshalb die Polen sich durch nichts einshüchtern lassen, vielmehr sich bereit halten sollen, jeden Augen- bli, wo es, gefordert werden wird , losshlagen zu können. Nicht mehr Napoleon, nicht mehr das englische Ministerium seien es, auf welche Polen blicken solle; diese, heißt es in dem Aufrufe, haben die polnische Nation nur getäuscht und ins Unglück gestürzt. Diesmal seien es die Völker Europa's, welhe von Jtalien aus für Polens Freiheit ringen würden. | Aus Rußland, den 28. August, berichtet die »Pos. Ztg.«: Wegen der von der Hauptstadt über Narwa, Neval 2c. bis Baltis- port zu erbauenden Eisenbahn wird sich jeßt ein Wettstreit um die Konzession zur Ausführung des Baues herausstellen, indem so- wohl die Ritterschaft als auch zwei andere Gesellschaften gegenüber der englischen Baugesellschaft aufkreten. Gleichviel, wem dic Aus- führung übertragen wird, die Hauptsache bleibt, daß die Bahn Über- haupt gebaut, eine Korngegend Rußlands mit der Ostsee in Ver- bindung gebracht und die sonst ziemlich stiefmütterlich bedachte Pro- vinz Esthland dem Hauptbahnncy dadurch einverleibt wird.

__ Vis Jeht sind zu dem Fonds für Unterstüßung der in Polen invalid gewordenen Soldaten 245,928 R, S. eingegangen j für die bei der Vertheidigung von Sebastopol Verwundeten beträgt die Summe der in der cigenen Kanzlei der Kaiserin bis jeßt eingegan- genen Opferspenden zusammen 536,707 R. S.

Schweden und Norwegen. Stockholm, 30. August, Der König is gestern per Eisenbahn aus der Provinz Westgoth- n O der Hauptstadt zurückgekehrt und von hier nah Ulriksdal

ereist. :

4 Nach einem \{chwedischen Provinzialblatt hat ein Komminister Turnblad in Smaaland einen Silberberg entdeckt, der reiche und mächtige Erzadern enthalten soll, in welchen sich Gold und Silber befindet, Man hat gediegenes Silber aus dem Erz zu Tage gt fördert und glaubt, daß dort sehr gewinnbringende Minen betrieben werden könnten. Nach einer unter den Bewohnern der Gegend gehenden Sage soll früher in der Gegend eine Silbergrube von einigen Holländern bearbeitet worden sein, und es war diese Sag welche den Komminister Turnblad veranlaßte, Nachforschungen an- zustellen. Die Proben des gefundenen Silbererzes sind zur weiteren Untersuchung an die shwedische Münze gesandt worden.

Dánemar®k. Kopenhagen, 1. September. Gestern wurde dem Könige die seit zwei Monaten in der Hauptstadt folportirte anti-eiderdänische Ergebensheits - Adresse von einer Bürgel- Deputation Überreicht.

__ Ein unterm 26. August erlassenes Geseh autorisirt den Finanz minister zur Ausgabe unfundirter, zinstragender Kassenscheine, #0 genannter Kreditscheine, bis zum Betrage von 4 Mill. Rigsdaler. Die Zinsen, welche täglih berechnet werden, betragen 15 Sch. für 100 “Rigsdaler pr. Tag und werden halbjährlich ausgezahlt. Die

Kassenscheine werden in allen Königlichen Kassen zum vollen Bt

| gem Kampfe

| rüdgekehrten

| [ung

} hei Deep Botton , troydem sie die | innerhalb der legten Woche | Sheridan und Early ist

Ì Zusammenstoße gekommen. t ) [ust u S erf sich nah Halltown und Harper's Ferry zurü)

F Early hat Martinsburg beseyt | gegen

| Juvasion Maryland's in Stand zu

*miner« erwähnt,

2445

iage angenommen und sollen bis zum 31. Dezember 1866 zu voll

gelós sein. anges on Otto Plessen, dänischer Gesandter am russischen Hofe, elcher sh auf Urlaub in Frankreich befand, soll von hier Befehl halten haben, \ih unverzüglich auf seinen Posten zu begeben, und irindt man diese Ordre in Verbindung mit der dänish - deutschen Angelegenheit / so wie mit einer projektirten Heirath zwischen König Georg von Griechenland und einer russischen Großfürstin. m Interesse des forrespondirenden Publikums ist die Einrich- jung getroffen worden, daß der Absender eines rekommandirten Brieses nach Jütland eine Quittung über den Empfang des Briefes erhalten fann , wenn er es verlangt. Auf dem rekommandirten Brief wird dieses Verlangen durch die Worte »Bitte um Quittung des Empfängers « ausgedrückt, Name und Wohnort des Absenders muß zugleich deutlih angegeben werden. E | i 9, September. Es sind neue 16 Schilling - Freimarken in Sie sind von grauer Farbe und von der Form

; i eseht. Circulation geseh Die jeßigen 16 Schil-

der zuleht emanirten 4 Schilling-Freimarken.

ling-Freimarken verlieren dadurch nicht ihre Gültigkeit , fondern kön- ferner benuyt werden, o lange Vorrath davon vor-

nen auch

e Bean preußischen Ober - Postdirektor in Aarhuus wird

fundgegeben y daß vom 1. September an die dänische Regierung die Hesorgung der Post wieder in Aalborg und Randers übernimmt. Alles dahin Gehörige wird wie vor der Occupation wieder geordnet werden, das frühere Porto, die Regeln hinsichtlich der Personen- heförderung U. \. w. treten wiederum in Kraft.

Aus Randers wird vom 30. August gemeldet : Gestern kamen hier mit dem Dampfschiff »Vidar« von Flensburg die von hier fort- geführten Manufakturwaaren, im Ganzen 111 Kisten mit einem Merthgehalt von 256,000 Thlr. Rm., wieder an. Die Kisten kamen in einem guten Zustande in Randers an, unseren Kaufleuten ist für das Lagern der Waaren in Flensburg u. dgl. nichts abgefordert

den. ; A New-York, 24. August. Das fünfte Armee-

Amerika. : {s unter General Warren, welches am 18. eine Posi- ie ; sie am 19. nach hefti-

jon auf der Bahn nah Waldon genommen, hle al l | : N res und späterhin , nachdem ihm Verstärkungen zugestoßen , wiedergewonnen hatte, wurde am Sonntag ¡ den 21. von cinem neuen und überaus heftigen Angriffe des Feindes heim- gesucht , {lug ihn aber siegreich ab. Die Konföderirten mußten sh mit schwerem Verlust zurückziehen. Mittlerweile ist Warren s Position dur den QJustoß des vom Nordufer des Jamesflusses zu- zweiten Corps unter Hancodl noch bedeutend befestigt worden. Es scheint, daß doch noch. cine starke Abthei- auf dem nördlichen Ufer des Flusses verblieben ‘is wenn ein Gerücht auch den General Butler seine Kanalarbeiten hei Duth Gap aufgeben läßt. Uebrigens sollen die Bundestruppen feindlichen Angriffe abgeschlagen, 4000 Mann verloren haben. Zwischen es am 21. bei Charlestown zu einem

Auf beiden Seiten war der Verlust

und macht Rekognoszirungen Kavallerie besezten Furten wird behauptet, Ge- selbst marschire an der Spiye einer fombi- nirten Streitmacht das Shenandoah- Thal herauf, um Early zu einer (bs va r Sherman ® Posi- tion bei Atlanta is unverändert; Oberst Kilpatrick hat die Bahn nah Macon auf zehn Meilen weit zerstört. Hood dagegen hat Ver- stärkungen erhalten. In Tennessee hat der konföderirte Gene- ral Wheeler, welcher vor Kurzem den mißlungenen Angriff auf Dalton machte , die Eisenbahn von Chattanooga nach. Knoyypille bei London aufgerissen. Er rückt in der Richtung von Knozpville HOH doh is ihm General Staadman hart auf der Ferse. Bon Mobile sind keine weiteren Nachrichten eingetroffen als ra nórdstaatliche Truppen von Pensacola nach der Bucht ab- marschiren, daß Granger'’s Truppen sih dem Fort Morgan E, 6 Meilen genähert haben und daß der Mayor von Mobile die Ni e Kombattanten zur Verlassung der Stadt aufgefordert hat, sowie die Nothwendigkeit, die Festung bis zum Aeußersten zu SertPetdigen urgirt. Die Jndianer sehen ihre Raubzüge in Kansas m Nebraska fort. Jn den Städten liegt das Geschäft still und die Bürger organisiren sich zur Vertheidigung. Der »Richmond rad daß diejenigen Negersoldaten/ welche nicht den kon- als Kriegsgefangene behandelt

nordstaatlicher Von einigen Seiten

die von des Potomac.

neral Lee

föderirten 1 zugebören , hinfort werden a I R E nipolis sind mehrere Personen wegen Gründung einer bewaffneten geheimen Gesellschaft verhastet worden. Dem Resultate der Chicago - Convention sieht man mit großer Spannung entgegen. Gerüchte von der Geneigtheit der Meran einen Waffenstillstand herbeizuführen, halten si im Umlaufe, n der »New-York Herald« versichert, Richter Bla ck habe sich nach den Niagarafällen begeben, um Seitens der Regierung die Friedensunter-

Der Times-Correspondent aus Niagara erklärt jeht, in eineux Schreiben vom 18. August, daß Niemand so viel Chancen habe, vom Chicago-Convent als Práäsidentschafts-Kandidat aufgestellt zu werden wie Mr. Lincoln! Die einfache Wahrheit ist sagt er daß ein Waffenstillstand allen Theilen zusagt; die Lieferanten für Armee und Flotte etwa ausgenommen. Was nun die Kandidaten betrifft, so befindet sich General Fremont, nach der landläufigen Kunstphrase, »nirgendswo« , Mr. Jean Richmond läßt sich nihts merken, und wenn General M’ Clellan die Chicago - Platsorm annehmen und vom Convent am 29. ernannt werden sollte; so werden er und Lincoln allein in den Schranken stehen. Schon sind offenbare Anzeichen vorhanden, daß Mr. Lin- coln, um diesen Gegner zu überflügeln, sich für den Waffenstillstand und den Chicago - Convent erklären wird. Sein Screiben »an Alle, die es angehen magch, ist kein logishes Hinderniß für ihn. Er kann geltend machen, daß er als Jndividuum mit südlichen Sendlingen oder Bevollmächtigten nur ‘auf der in jenem Schreiben bezeihneten Grundlage (Wieder- herstellung der Union und Aufhebung der Sklaverei) unterhandeln könnte; daß er aber, wenn die Frage ihm aus der Hand genommen und von einem allgemeinen Volkskonvent, wie die Verfassung es vorschreibt, erörtert werden soll, einer solchen Berathung oder dem Waffenstillstand, den die Berufung des Konvents nöthig machen würde, sich ohne Pflichtverlegung nicht widersehen dürfe. So steht jezt die Frage. Als gegenwärtiger Präsident hat Mr. Lincoln die Lösung großentheils in Händen. Wenn er wirf- lich wieder gewählt zu werden wünscht und einen Staats- streih nebst einer Militair - Revolution zu unternehmen fürch- tet, so hat er mehr Aussicht auf Erfolg, wenn er den Waffen- stillstandsvorshlag annimmt, als wenn er ihn bekämpft. Die Na- men der Expräsidenten Franklin Pierce und Millard Filmore werden, wenn von der Wahlfrage die Rede ist, gar nicht mehr er- wähnt. Die beiden Seymours, der furchtsame, der jeht Gouver- neur von Neu-York ist, und der muthige/ der einmal Gouverneur von Connecticut war, scheinen ganz von der Kandidatenliste ver- {wunden zu sein. General Grant hat faum noch einen einzigen politischen Freund und hat aufgehört, ein »Napoleon« / ein »Titan in blauem Rock«, ein »Held« oder eiwas Anderes zu sein als ein Fiasko, so groß wie der Krieg nur. je cines hervorgebracht hat. Aus New-York, 20. August, theilt die »H. B. H.« folgende Nachrichten von den entfernteren Gegenden des Kriegss\chauplaÿyes mit: H'opkinsville in Kentucky, an der Nashviller Bahn , wurde vorgestern Morgen von dem Guerilla F. Woodward angegriffen, der Angriff aber abgeschlagen und Woodward verwundet und ge-

angen genommen. | “an lezten Sonnabend (13. August)

vallerie - Corps bei Shawneetown über den Ohio herüber und A D Aae mit Regierungs - Vorräthen. Die Rebellen standen ‘gegen Bezahlung einer beträchtlichen Geldsumme von deren Zerstörung ab und machten sich wieder aus dem Staube.

Unterhalb Memphis machen Guerillas die Schifffahrt auf dem Mississippi wiedex sehr unsicher. Auf ein Kanonenboot fielen 33 Schüsse. \ : i E

Nachdem die Unionsiruppen von Brownsville in Texa zurückgezogen me i Y dieser G nicht mehr als offen an-

ehen und die Blokade wird erneuert. : : M Cours Seymour von New-York hat die Grenz-Counties des Staates von New - York, von Monroe (Rochester) bis an dic Rermonter Grenze, unter das Militair-Kommando des Milizgenerals Green gestellt und ihm befohlen, alle nöthigen Maßregeln gegen Ruhestörungen zu ergreifen welche die südlichen Flüchtlinge und ihre Freunde in Canada versuchen möchten.

Der rekonvaleszente Brigade - General A. Willich hat das Kommando von Chicinialti , Newport und Covington erhalten. Von den übrigen deutschen Generalen befinden sich Sigel in Beth- lehem, Pa., Schurz in Philadelphia, beide ohne Kommando auch Stahel hat keines und Weber wurde vor einigen Lagen von seinem Posten in Harper's Ferry abberufen. Osterhaus soll Generalmajor

geworden sein.

Die Andianer-Unruhen im Westen nehmen einen 1mmer oro Charakter an. Die Ueberlandpost - Verbindung wird dadurch vorerst ein Ende nehmen. Aus Omaha (Nebrasfa) wird unterm 17. berichtet, dàß die Ueberlandpost-Compagnie ihr Betriebs- Inventar \#o rasch wie möglich in Sicherheit zu bringen sucht. Die Ansiedler flüchten sich überall. Ein Angriff auf die Forts

kara ein irregulaires

im Platte Valley wurde erwartet. General Curtis ist in Omaha n und trifft Maßregeln zum Schuß der Ueberland- und Emigrantenstraße. Die Cheyennes j Kiowas y Utes , Snakes, Comanches, Arropahoes und andere Stämme nahmen an dem Aufstande Theil und es scheint, daß es der umfassendste ist, welchen wir noch zu bekämpfen hatten. General Sully brach am 18. Juli mit 3000 Mann von Fort Price in westlicher Richtung auf. Am 921. wurde nach jenem Fort gemeldet daß eine große Jndianerarmee

handlungen mit den südstaatlichen Kommissarien wieder aufzunehmen.

in der Nähe des Fort Berthhold kampire und einem nach Fort Ran-