1864 / 224 p. 2 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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)y Schwarzkunst auf Stahl: Professor Lwed eri ÿ. ) Holz und Formstechen : Professor Gubi ÿ. f ) Metallgraviren und Steinschneiden : Professor K: Fischer. ) Bronzegießen : Lehrer H. Fischer. Schrift- und Kartenstechen : Lehrer Rey her.

Baufächer. 4 Entwerfen der Gebäude : Ober-Hof-Baurath Professor Stra. Zeichnung und Composition architektonischer Decorationen : Professor Dr. Boetticher. Modelliren architektonischer

fessor Aug. Fischer.

Hülfs8wissenschaften. ) Anatomie des menschlichen Körpers: Dr. med. Klebs. 22) Kunstgeschichte: Professor Dr. Eggers. 23) Mythologie: Professor Dr. Geppert. 24) Geschichte des Kostüms: Professor Weiß.

B. Musik.

25) Lehre der Harmonie: Musik-Direktor Professor B ac.

26) Doppelter Contrapunkt : Derselbe.

27) Choral- und Figuralstyl: Derselbe. :

28) Freie Vokal-Composition: die Musif-Direktoren Professor Ba < und Professor Grell.

C. Mit der Akademie verbundene allgemeine Zeichen

<ule in zwei Parallelklassen.

29) Klasse A.: Freies Handzeichnen unter Leitung des Professors

Lengerich und Lehrers Go} Klasse B.: Freies Hand- zeichnen unter Leitung des Professors Kaselowsky.

D. Mit der Akademie verbundene Kun st- und Gewerkschule. ; ; 30) Freies Handzeichnen: die Professoren Lengerich, Holbein, Domschke und Sehühe. / iu 31) Modelliren na< Gypsabgüssen Professor Augu st Fischer. 32) Geometrisches und Maschinenzeichnen in mehreren Abtheilun- gen: Professor Stoevesandt. 33)

Verzierungen und Glieder: Pro-

Architektonisches Zeichnen: Baumeister Spielberg. Für die Unterrichts - Abtheilungen von 1 bis 29 incl. hat man

si< zu melden vom Montag den 26. September bis incl. Sonn-

abend den 1. Oktober von 9 bis 11 Uhr Vormittags, und des- gleichen für Nr. 30 bis 33 Sonntag den 25. September und Sonn- tag den 2. Oktober, Vormittags von 8 bis 10 Uhr, im Anmelde- zimmer der Königlichen Akademie, Universitätsstraße 6. i;

Diejenigen, welche si< für eins der Kunstfächer anmelden, müssen ihre Schulzeugnisse vorlegen und in Betreff ihrer Befähigung zur Kunst si einer Prüfung unterwerfen. A :

Oas Lesezimmer der Bibliothek der Königlichen Akademie der Künste ist den Berechtigten am Donnerstag, Freitag und Sonnabend jeder Woche während des Semesters in den Vormittagsstunden von 9 bis 1 Uhr geöffnet.

Berlin, den 8 September 1864.

Die Königliche Akademie der Künste.

Im Austrage:

Ed. Daege. O. F. Gruppe.

Bekanntmachung.

Die für die nördliche Seitenwand des Friedhofes beim neuen Dome zur Ausführung in Fresco bestimmten Cartons von P. von Cornelius sind in dem begonnenen Gebäude selbst an dieser Wand, nebst den Modellen der Entwürfe zum neuen Dome und einigen Proben der für den Fries der Vorhalle desselben bestimmten Lavamalereien an den Wochentagen von -11—3 Uhr, an den Sonntagen von Hie Uhr ausgestellt. Eintrittsgeld 5 Sgr. zum Besten der in Schleswig - Holstein invalide gewordenen Krieger und der Hinterbliebenen von den Gefallenen. Karten für die ganze Dauer der Ausstellung zu 1 Thlr, nur für die darauf genannte Person gültig, sind im Büreau der Königlichen Museen zu erhalten.

Berlin, den 22. September 1864.

Der General-Direktor der Königlichen Museen,

von Olfers.

welche gar keiner Maturitätsprüfung

Diejenigen jungen Leute, ) l Besuche einer inländischen Universität

sich unterzogen haben , beim

au< nur beabsichtigen , eine allgemeine Bildung für die höheren S bendtreile oder cine besondere Vildung für ein gewisses Berufsfach

über die erworbene wissenschaftlihe Ausbildung beizulegen.

Reglements vom 4. Juni 1834 auf hiesiger Universität immatriku- [irt werden. Gesuche solcher jungen Leute um Jmmatriculation an hiesiger Universität müssen \<riftli< an das unterzeichnete Kura- torium gerichtet werden, und haben die Bittsteller ihrem Gesuche ein Zeugniß über ihre sittliche Führung, sowie ein solches Die Immatriculation erfolgt übrigens nur auf die nächsten drei Se- mester , und wird diese Beschränkung bei der Jmmatriculation so- wohl. auf der Matrikel als au< aufder Erkennungskarte und dem Anmeldebogen vermerkt. Gesuche um Verlängerung der Matrikel sind vor Ablauf des dritten Semesters bei dem unterzeichneten Cu- ratorio \<riftli< unter Ueberreichung der Matrikel, des Anmelde- bogens und der Erkennungsfarte anzubringen.

Berlin, den 21. September 1864.

Königliches Universitäts-Kuratorium.

In Vertretung : Trendelenburg. Lehnert.

Die Jmmatriculationen für das bevorstehende Winter-Semester 1864/65 beginnen den 1. Oktober er. und finden bis auf Weiteres wöchentli<h zweimal Dienstags und Sonnabends um 12 Uhr im Senats-Saale Statt.

Behufs derselben haben

1) die Studirenden, welche- von einex anderen Universität kommen, ein vollständiges Abgangszeugniß von dieser Universität, sowie die Abgangszengnisse der früher besuchten Universitäten nehst dem Schulzeugnisse,

2 diejenigen, welche die Universitäts - Studien ers beginnen, insofern sie Jnländer sind, ein vorschriftsmäßiges Schulzeugniß, und, falls sie Ausländer sind, ausreichende Legitimationspapiere vorzulegen.

An Betreff derjenigen Jnländer, welche, ohne das vorschrifts- mäßige Zeugniß der Reife zu besigen, die Universität zu besuchen wünschen; wird auf den besonderen Erlaß des Königlichen Univer- sitäts-Kuratoriums vom heutigen Tage Bezug genommen.

Berlin, den 21. September 1864.

Die Jmmatriculations-Kommission.

Trendelenburg. Lehnert.

Nichtamtliches.

Preußen. Potsdam, 22. September. Se. Königliche Hoheit der Kronprinz wohnte gestern früh den Manövern als

von Pommern, Freiherrn von Senfft-Pilsach, speiste im Stadtschloß bei Sr. Majestät dem König und begab si< dann ins Königliche Schauspielhaus.

Breslau, Eine außerordentliche General-

21. September.

Bau der Posen-Bromberger Bahn ohne Staatsgarantie ab. Hldenburg, 20. September.

wieder aufgehoben worden.

führung des Baues einer Eisenbahn von Oldenburg na Bremen und zur Einrichtung des Betriebes auf derselben dic Vil-

mission ressortirt unmittelbar unter dem Staatsministerium und tritt mit dem 1. k. M. in Thätigkeit. (Wes. Ztg.)

Fraukfurt a. M., 21. September. L i Rußland is heute früh vor 7 Uhr auf der Main-Ne>ar-Bahn in unserer Stadt eingetroffen. Mittels der Verbindungsbahn

und in das nahe Hotel Westendhalle geleitet wurde.

u geben, ohne daß sie \s< für den eigentlichen gelehrten Staats- Apr B können auf Grund des $. 36 des

oder Kirchendienst bestimmen j

A gend angeordnet seien.

Schiedsrichter bei, empfing im Neuen Palais den Ober-Präsidenten |

j räthen angerichtet hat.

dung einer besonderen Eisenbahn-Kommission verfügt sei. Die Kon |

Der Kaiser von

[lief der Kaiserlihe Zug in den Main-Weser-Bahnhof ein, wo der Monar von dem russischen Gesandten Freiherrn von Ungern-Sternberg und

dem ersten Legations-Secretair Freiherrn von Mengden empfangen Dort nahm

der Kaiser das Frühstü> und sehte na< 8 Uhr auf dem gewöhn-

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lihen Sé@hnellzuge der ‘Taunusbahn ‘die Reîse na<. Wiesbaden, be- ziehungswcise Sehwalbach fort, um dort der Kaiserin der Franzosen cinen ‘Besuch abzustatten. Nach den getroffenen Anordnungen wird der Kaiser séhon ‘heute Nachmittag um 2 Ubr wieder hier eintreffen und 40 Minuten später auf einem Extrazuge der Main-Weser-Bahn die Reise na<h Berlin antreten. (Fr. P.-Ztg.)

Naffau. Schwalbach, 21. September. Der Kaiser von Rußland ist beute Vormittag 105 Uhr hier eingetroffen und nah einem dreiviertelstündigen Besuche bei der Kaiserin Eugenie wieder abgereist. Fast gleichzeitig traf der Erzherzog Stephan yon Oesterreich zu einem Besuche bei der Kaiserin ein.

Defterrei<. Wien, 21. September. Se. Majestät der

N gaiser ist gestern Abend aus Ungarn na< S<hönbrunn zurü-

gekommen.

Schweiz. Bern, 19. September. Bundesrath Fornerod/ der gestern Abend aus Genf nah Vern zurügekehrt ist, hat dem Bundesrathe in seiner heute Vormittag abgehaltenen Sißung über die Genfer Dinge mündlich Bericht erstattet. Es sind die Herren

Kommissarien der Ansicht, daß die eidgenössische Occupation noch J nicht so bald aufzuheben sei, daher sie einen neuen Garnisonswechsel J und vorläufige Ablösung des waadtländer Bataillons Nr. 45 durch Y ein Freiburger Bataillon Nr. 61 beantragt haben, welchem Antrage F der Bundesrath auch entsprochen hat. Die König:ich württem-

bergische Regierung hat dem Bundesrathe offiziell angezeigt, daß die

Y gegenwärtigen Verkehrsbeschränkungen in Friedrichshafen nur für die

Dauer des Aufenthalts des Kaisers von Rußland in dortiger Ge- Als Ursache der Maßregel sind die massen- weise na<h der Schweiz instradirten Polen angegeben, welche, fana-

4 tisch aufgeregt, si< leiht zu einem verzweifelten Unternehmen ver- J führen lassen könnten.

(Köln. Ztg.) Großbritannien und Jrlaud. London, 20. September.

| Prinz Humbert hat seinen beabsichtigten Besuch in Woolwich ver- 4 {hoben und statt dessen nebs dem italienishen Gesandten und dem

General Revel der Sißung des Polizeigerichtes in Bow-Street an-

Y gewohnt, woselbsi die Anklage gegen Franz Müller zur Verhand- F lung fam. Y Herrn Anderson in Willesden in Augenschein und verbrachte den A Abend im italienis<hen Gesandtschaftsgebäude in Gesellschaft des Marquis d'Azeglio, des Herzogs von Chartres und Barons Maro- À chetti, des berühmten Bildhauers.

Im Laufe des Nachmittags nahm er den Marstall des

Nach kurzem Aufenthalt hat der russische Botschafter, Baron

Î Brunnow, London wieder verlassen und sih zu mehrwöchentlichem J Aufenthalte nah Brighton begeben.

Lord Brougham, welcher si< zu dem auf den 22. d. an-

] gesagten sozialwisseuschaftlihen Kongreß in York einfinden wird, hat F gestern sein 86. Lebensjahr zurückgelegt.

In Gresham-Street, einem der belebtesten Quartiere der City, ist gestern eine Feuersbrunst ausgebrochen, welche innerhalb einer Stunde einen ungeheuren Schaden an Gebäuden und Waarenvor- Die große Halle der Haberdashers Company, vor wenigen Jahren mit einem Kostenaufwande von 20,000 Pfd. St.

J errichtet, steht als óde und nate Ruine da, und in ihr sind Vor- J räthe zum Werthe von 100,000 Pfd. St. ein Raub der Flammen Versammlung der Oberschlesischen Eisenbahngesellschaft lehnte den | F nah beiden Seiten hin und richtete no< große Verheerungen an, che das zerstörende Element besiegt werden konnte.

Unter den von den Dänen | weniger als 300 Arbeiter und Arbeiterinnen durch diesen Unglüs-

aufgebrachten deutschen Schiffen befinden si<h zwar keine oldenbur- gische, wohl aber ward ein oldenburgisches Schiff, welches bereits | im vorigen Jahre wegen Havarie in Frederikshafen (Jütland) ein- | gelaufen war und diesen Hafen als Nothhafen aufgesucht hatte, | bei Ausbruch der Feindseligkeiten fast in demselben Augenbli> mit | Embargo belegt, als es eben seine Reparaturen beendet hatte und | wieder segelfertig war» Das Embargo is erst 15 Monat später | Wie wir hören, hat die hiesige Regierung | den völkerrehtswidrig verursachten Schaden bei den gegenwärtigen | Friedensverhandlungen mit Dänemark angemeldet. Das Staats- | ministerium macht heute bekannt , daß zur Vorbereitung und Aus- |

geworden. Von diesem Gebäude aus verbreitete sich die Feuersbrun C

Leider sind nicht

fall plöylih außer Verdienst gesezt worden.

Frankrei. Varis, 20. September. Man erfährt durch den » Abend-Moniteur«, daß die Unterhandlungen, welche zwischen der Regierung von Venezuela und derjenigen von Frankreich bezüg- lih zahlreicher Reclamationen französischer Unterthanen angeknüpft waren, zu einem günstigen Resultate geführt haben.

Der Dampf-Aviso »L’Actif«, der von Toulon in See gegan- gen ist, bringt dem Vice - Admiral, Grafen Bouet - Willaumez, die Weisung, mit dem französishen Geschwader Tunis zwischen dem 25. und 30. September zu verlassen und nur den »L'Actif« nebst der Panzerfregatte »Jnvincible- zum Schuge der französischen Unter- thanen dort zu lassen.

Spanien. Madrid, 20. September. Ein Rundschreiben des Ministers des Jnnern empfiehlt den Civil - Gouverneuren Unparteilichkeit den Parteien gegenüber, so wie Strenge, wo es gilt, H Ordnung aufrecht zu erhalten und dem Gesehe Achtung zu ver-

affen.

_ Italien. Turin, 17. September. Die »Opinione« {reibt : Wir werden benachrichtigt, daß am l15ten Abends in Paris die Convention betreffs Aufhörens der französishen Besaßung in Rom binnen einer Frist von zwei Jahren zwischen der französischen und der italienischen Regierung unterzeichnet worden ist. Für Franfreih hat Herr Drouyn de Lhuys unterschrieben; für Jtalien

Ritter Nigra , erster Bevollmächtigter, und Marchese ‘Gioachino Pe- polí , außerordentlicher ‘Bevollmächtigter. Es wird uns ferner gze- meldet , daß die Regierung des Königs in der Absicht, dem National- Parlament die abgeschlossene Stipulalion ras< mitzutheilen, ‘be- \lossen hat, die Kammern für den 4. Oktober „cinzuberufen.

Italien, welches im Jahre 1859 eine öffentlihe Shuld von 1482 Millionen hatte, besaß im Jahre 1863 eine solche von 4027 Millionen, zu denen für das Jahr 1864, nach dem Geständ- niß der »Opinione-, cin Ausfall von 377 Millionen kommt.

21. September. Gestern Abend dur<zogen etwa hundert junge Leute die Straßen der Stadt unter dem Rufe: »Nieder mit dem Ministerium Die Haufen zerstreuten sih inmitten allgemeiner Theilnahmlosigkeit ohne Einschreiten der Polizei.

Nufßland und Poleu. Die »Deutshe St. Petersburger Zeitung« vom 20. September veröffentlicht ein Reskript des Kaiser s an den Statthalter von Polen, Grafen Berg, nebst fünf Dekreten, welche eine ausgedehnte Reform des Unterrichtswesens in Polen be- treffen: die Errichtung einer Universität in Warschau, so wie einer großen Zahl von Ober- , Mittel- und Elementarschulen und einer eFreishule für Mädchen. Für Polen bleibt die Untervichtssprache die polnische, für die anderen Nationalitäten des Königreichs werden besondere Schulen mit œigener (russischer, deutscher 2c.) Schulsprache eingerichtet. Ein se<stes Dekret mildert die Bestimmungen ‘des Strafgesehbuches über das Strafmaß und schaft die körperliche Züchtigung ab.

Aus Rußland, 16. September, berichtet die »Posen. Ztg.« : Einem Erlaß vom vorigen Monat zufolge sollen bei den Kriminal- behörden allmonatlihe Berichte gefertigt -und an die vorgeseßten Oberbehörden eingereicht werden, welche dann die Gesammtdberichte vierteljährlih an den betreffenden Minister einzusenden haben.

In mehreren Gouvernements sind Kommissionen des topo- graphischen Bureaux beschäftigt, neue und ausführlichere Situations- pläne aufzunehmen, da mehrere der früheren Pläne als unvollständig und fchlerhaft in ihrer Anlage befunden worden.

Wie bereits früher berichtet worden, find die für .den Rückmarsch bestimmt gewesenen Abtheilungen der în Polen slehenden Garden, z. B. die Regimenter König von Preußen und Kaiser von Oester- reich, ni<t hierher zurückgekehrt, sondern in Polea verblieben. Gestern gingen wieder Truppen mit dem Frübhzuge von St. Petersburg nach Warschau ab, denen in diesen Tagen noch andere nachfolgen sollen. Ob. diese Truppen als Ablösungen nah Polen gehen und dafür die oben benannten Regimenter hierher zurücfkehren werden, oder ob sie die dortige Beseßung blos verstärken sollen, weiß man nicht.

Von der polnischen Grenze, 20, September. Die Nahh- richt, daß der Papst an die Bischöfe in Polen eine Encyfklika er- lassen habe, in welcher er sie zum Gehorsam gegen die bestehende Obrigkeit ermahnt und vor jeder Betheiligung an revolutionairen Umtrieben warnt, wird von klerikalen polnischen Blättern, welche direkte Verbindungen mit Rom haben, bestätigt. Man erbli>t pol- nischerseits in dem Erlaß der päpstlichen Encyfklika einen Sieg der Antonellischen Politik, deren offizielles Organ, der »Osservatore Romano+«, schon längst gegen den polnischen Aufstand entschieden Partei genomunen und ihn für eine von der europäischen Revolutionspartei zu Gunsten der italienischen Einheitsbestre- bungen - in Scene geseßte Diversion erklärt hat. Von dem genannten Antonellischen Organ wird auch die Aussöhnung des apostolishen Stuhles mit der russishen Regierung eifrig befürwortet. Seit 5 Tagen werden in Warschau wieder unausgeseßzt Verhaftungen vorgenommen, welche die Ermittelung der Verfasser, Drucker und Verbreiter der dort in leßter Zeit wieder in Umlauf geseßten revolutionairen Proclamationen bezwe>en. Jn Folge dieser Verhaftungen find die durch die leßten Deportationen theilweise entleerten Kasematten der Citadelle von Neuem mit Ge- fangenen angefüllt und die Untersuchungs - Kommission is wieder in voller Thätigkeit. Im Königreih Polen sind wegen Unter- stüßung des Aufstandes bereits vierzig, Klöster konfiszirt. Die Säkularisation und Einziehung der übrigen Klöster unterliegt feinem Zweifel. Anfangs dieses Monats wurde dem Augustiner - Kloster in Warschau die gesammte, auf einem seiner in der Nähe gelegenen Güter gemachte Ernte abgepfändet und meistbietend versteigert, um aus dem Erlös eine diesem Kloster auferlegte Contribution von 45,000 SRo. zu de>en. Ungeach- tet die Geistlichkeit der Bevölkerung die Betbeiligung an dieser Ver- steigerung unter Androhung der Verweigerung der Absolution ver- boten hatte, war dennoch der Zudrang ein allgemeiner und die ab- gepfändeten Erntevorräthe waren bald verkauft. Der wegen För- derung des Aufstandes zu zwölfjähriger Zwangsarbeit in den Sibi- rischen Bergwerken verurtheilte Professor an der Warschauer Univer- sität, Dr. Dybefk, is in Wahnsinn verfallen und deshalb seine Deportation nach Sibirien sistirt worden. Eine Prinzessin Czar- torysfa aus der Provinz Posen hat dem Comité zur Errichtung eines polnischen Jnvalidenhauses in Zürich 300 Thlr. geschenkt. Die Beiträge zu diesem Unternehmen gehen bis jeht sehr spärlich ein, so