1907 / 87 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

daß die Pachtpreise der lezten zehn Jahre 3,7 des gemeinen Werts der wverpateten Grundst! betragen. Hiernach ist, wie au aus allen gleichartigen E mitteiungen früherer Jahre, der Schluß berechtigt, daß n

der Ergänzungssteuerveranlagung zu Grunde gelegten Werte des ländlihen Grundbesizes im allgemeinen mit dem aus den Pachtpreisen der leßten zehn Zahre abzuleitenden Er- tragswerte im Einklange eben. L Vat S 11 M1 a. a. O. den Durchschnitt der Pachtpreise der leßten zchn Jahre, Qua wissen will, also im wesentlihen bereits Nechnun getragen, sodaß es nicht erforderlih scheint, in dieser Hinsicht weitere allgemeine Maßnahmen zu treffen. Sofern aber im Einzelfalle ein Miß- verhältnis zwishen den angenommenen gemeinen Werten und den bekannt gewordenen Pachtpreisen zu Tage tritt oder von

einem Steuerpflichtigen sei es im Veranlagungs-, sei es |

im Rechtsmittelverfahren behauptet wird, ist in eine

ffung der Wertverhältnisse einzutreten. Zu diesem Zwecke ist aus den für gleichartigen Grundbesiß ermittelten * acht- preisen der lehten zehn Jahre der Pachtwert des

Grundbesißes des Steuerpflichtigen zu ermitteln und dieser Pachtwert mit einem den örtlichen Verhältnissen entsprehenden Multiplikator (vergl. Art. 5 zu b der technischen Anleitung) zu vervielfältigen. Da nach der Anlage für den ganzen Staat das Verhältnis der Pachtpreise der leßten zehn Zahre zu den Ergänzungssteuerwerten auf 37 Hundertteile ecmittelt i, 10 wird im allgemeinen, sofern niht besondere Verhältnisse etwas anderes bedingen, die Zahl 27 als geeigneter Multi- plikator angenommen werden können. Ergibt sih hier- nach ein höherer, als der aus den durhsnittilihen Kaufpreisen abgeleitete Wert des Grundbesiges, so unterliegt es keinem Bedenken, diesen leßteren Wert auh fernerhin der Ver- anlagung zu Grunde zu legen. Zst dagegen dec dur Kapitalisierung des Pachtwerts gewonnene rundstückswert niedriger als der nah den Kaufpreisen ermittelte gemeine Wert, so ist auf die Veranlagung nah dem Durchschnitte der beiden Wertzahlen hinzuwirken.

Die Katasierkontrolleure sowie die Vorsizenden der Ein- kommensteuerveranlagungskommissionen sind hiernah mit weiterer Weisung versehen.

_ Für den Herrn Vorsigenden der dortigen Einkommen- steuerberufungskommission liegt ein Exemplar dieser Verfügung und deren Anlage bei.

Berlin, den 24. März 1907.

Der Finanzminister. Jn Vertretung: Dombois.

An sämtliche Königliche Regierungen (außer Sigmaringen).

Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten. __ Die bisherigen Landmesser Paul Rothe in Guben und Karl Shweimer in F Onpyer sind zu Königlichen Ober- landmessern ernannt worden.

Nic@lamlliches.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 10. April.

Seine Majestät der Kaiser und König hörten heute vormittag im hiesigen Se Schlosse den Vortrag des Chefs des Zivilkabinetts, Wirklihen Geheimen Nats Dr. von

Lucanus. Die vereinigten ALNGLNe des Bundesrats für S und für Elsaß-Lothringen hielten heute eine ißung.

Der Staatssekretär des Reichspostamts Kraetke ist vom Urlaub zurückgekehrt und hat die Dienstgeschäfte wieder über- nommen.

Der Kaiserlihe Botschafter in Washington Freiherr Speck von Sternburg hat einen ihm Allerhöchst bewilligten Urlaub angetreten. Während seiner Abwesenheit werden die Geschäfte der Kaiserlihen Botschaft von dem Legationsrat Grafen von Haßfeldt-Wildenburg geführt.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Jltis“ vorgestern in Dalni eingetroffen.

S. M. S. „Niobe“ geht heute von Futshau nach Amoy in See.

Mecklenburg-Schwerin.

Seine Königlihe Hoheit der Großherzog Friedrich Franz hat am gestrigen Tage sein 25. Lebensjahr vollendet. Der Geburtstag des Fürsten is in Stadt und Land in der üblihen Weise gefeiert worden.

Oesterreich-Ungarn.

Die Ausgleihsverhandlungen sind gestern wieder aufgenommen worden. Nach einer Meldung es „W. T. B.“ sind sie dur eine Besprehung der beiden Ministerpräsidenten eingeleitet worden.

Großbritannien und Jrlaud,

Jm Unterhause brachte gestern bei der zweiten Lesung der Vorlage über die- Territorialarmee der Abg. Wyndham im Namen der Opposition ein Amendement ein, in dem erklärt wird, daß die Vorschläge des Kriegsministers Haldane, da sie die bestehende Miliz zerstörten, die )comanry entmutigten und den Freiwilligentruppen neue Verpf ihtungen auferlegten, in Zeiten einer nationalen Gefahr weder eine hinreihende Macht für die Verteidigung der Heimat, noch eine shnelle Unterstühung für die reguläre Feldarmee hafen

würden. / In der Begründung seines Amendements kcitisierte Wyndham,

»W. T. B.“ zufolge, die Vorshläze Haldanes, die, wie er sagte, ohne

ist dieser Vorschrift | (

zu Ll würd

e der Territorialarmee, die nicht geeignet sie bestimmt wäre. * Die Reservisten det werden, die Au!bildung der ehindert werden und der Rekcutenersaßz Nednez forderte Haldane zum Swhlusse ner Vorschläge nochmals in Crwägung zu ziehen. rey erwiderte Wyndham, die Negierung sei der ‘praktische Weg der sei, die Armee in zwei zu orgänisieren. Dies würde der Armee Ein- isation, biareihende Leistungsfähigkeit und opfzahl dec regulären Armee könnte dabet x thr Leistung®vermögen würde zunehmen und stande sein, in einem gefährlichen Kriege cine größere zerer Zeit und besser ausgerüstet als jemals vorher

fenden. Nah Verteidigung der Vorschläge Haldanes be- I uo der Freiwilligentruppen sagte Grey, wenn die “an der Regierung wäre, würde sie die Heeresreform nicht 1; jeyt aber habe sie unter dem Schuge der Konstitution j anes Vorlage zum Scheitern zu bringen, wenn sle (4 Wenn sie der Versuchung unterliegen würde, im Oberhause ¿fuen, was sie im Unterhause nit eien vermöge, so €?das ein Mifbrauch der Macht sein, die die Konstitution der Minorztät des Unterhauses verleihe.

Rußland.

Ein Kaiserlicher Ukas vom 30. März ordnet, wie das „W. L. B.“ meldet, an, daß die Hinterbliebenen der bei der Unterdrückung von Ausständen Gefallenen oder von Re- volutionären Ermordeten Pensionen erhalten, wie die Hinter- bliebenen der vor dem Feinde in einer Schlacht Gefallenen. Die Konflikte der Regierung mit der Reichs- duma wegen g lbershreitungen seitens der leßteren dauern fort. Der Ministerpräsident Stolypin hat, nah einer Meldung des „W. T. B.“, zwei Schreiben mit dem Hinweiiz an den Dumapräsidenten Golowin ge- richtet, daß der . Regierung bekannt sei, daß die Duma- kommissionen für das Verpflegungswesen und zur Durchsicht des Bud: E gurfa Privatpersonen als Sach- verständige heranzuziehen beabsichtigen. Da “ein solches Verfahren eine wesentlihe Kompeten überschreitung O der Duma bedeute, so ersuhe er den Dumapräsidenten um eine Benachrichtigung darüber, welche Maßnahmen das Dumapräsidium ergriffen habe oder zu ergreifen beabsichtige, um die geteyude rdnung der Dinge zu wahren und eine Verlezung der bestehenden Gesepßesvorschriften fernerhin un- möglich zu machen.

Die Reichsduma sehte gestern die Budget- beratung fort.

Unter den Reden, die gehalten wurden, ist die des Abgeord-- neten für die Stadt St. Petersburg Fedorow Cen be-

merkenswert, in der er der Ansicht des Finanzministers bei- tritt, der sagte, daß eine Generaldebatte über das Budget nur in der Budgetkommission von Nutzen sein werde und daß diese Beratung vor allem in Ruhe und ohne Voreingenommenkbeit sowie ohne politisde Sonderbestrebungen geführt werden müße. Der Redner erinnerte obiger Quelle zufolge daran , daß man von dem gegenwärtigen Ministerium niht Uebermäßiges verlangen dürfe, da es erst seit zwei Jahren einer neuen Lage gegenüberstehe und da es dur die ernste und bewegte Vergangenheit Rußlands ein \{chweres Erbe angetreten habe. Fedorow fritisierte im weiteren Verlaufe feiner Rede die Finanz- und Wirtschaftspolitik der Re terung und sagte, die Nemering könne die Ausgaben nit verringern; ihre einzige Aufaabe ‘müsse sein, die produktiven Kräfte des Landes zu verstärken.- Wegen der Gerin fügigkeit der für eine Unterftüßung f er Entfaltung der produktiven Kräfte ausgeworfenen

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Mittel gegen ber den stets wachsenden Ausgaben für Gendarmerie und Polizei tadelte der Redner bie Meaktrung und bezeichnete es als èben8mitteln, die für das

eine verderbliche Porti, die Ausfuhr von L Volk nathteilig sei, zu begünstigen und däe indirekten Steuern zu er-

öhex. Fedorow {loß mit einem Appell zur ruhigen Arbeit ohne Furcht vor einer Dumaauflösung.

Nach weiterer ausgedehnter Debatte, in der die Redner der äußersten Linken die Regierung, die der äußersten Rechten die Kadetten und die Sozialisten heftig angriffen, beschloß das Haus, die Redezeit auf 10 Minuten festzuseßen.

Sodann nahm der Finanzminister Kokowzow das Wort und verteidigte fih in längerer Rede gegen die Angriffe der Sozialisten. Gr führte ‘aus, er wolle nur auf die drei Hauptfragen, die während der Debatte aufgeworfen worden seien, eingehen und könne unmögliÞh auf die unzähligen Auëführungen antworten, die er angehört habe. Die Debatten erinnerten ihn an die Jahre seiner Finanzstudien, wo er die Worte Bastiats gelesen habe über die Pflichten eines Finanzministers, der alles tun, die von allen Gruppen der Gesellshaft vorgebrahten Wünsche verwirk- lihen und gleichzeitig die Steuern abschaffen solle. Es gebe nichts Neues in dieser Welt, sagte der Minister, und es seien 70 Jahre her, daß dieselben Wünsche, wie jeßt in der Duma, ausgesprochen worden wären. Was den Vorwurf betreffe, daß die Re- gierung nichts über die allgemeine Po!itik gesagt habe, so habe die Regierung doch die allgemeine Politik in das Budget nitt hineinredigieren Tônnen, denn diese Politik hänge nicht von diesen oder jenen Personen ab, sie werde vielmehr dur die historishen Umstände diktiert. Die gegenwärtige Finanzpolitik fei nur, Ersparnisse zu machen und die Ausgaben zu beschränken. Jeder bon der Nücksiht auf das öffentlihe Wohl eingegebene Stritt er- fordere neue Ausgaben, aber woher das Geld nehmen? Aus der Ab- schäfiung der Steuer auf Zucker und Tee und der Zölle würde si an Stelle der im Budget aufgeführten Einnahmen nur ein Nichts ergeben. Der Minister ging dann auf den sozialistishen Antrag ein, das L udget ohne Ueberweisung an die Budgetkommission abzulehnen, der damit begründet ist, daß die budgetären Rechte der Duma gleih Null seien. Er wies diese Behauptung als unberechtigt und falsch zurück und sagte, es gebe nur einen gewifsen Teil des Budgets, der wie dur einen Panzer ges{üßt und daher gemäß den Staatsgrundgeseßen für die Duma unantaftbar sei. Dies set der Teil, der die Ausgaben des Kaiserlichen Hofes und diejenigen für Zahlung der nationalen SHuld und der Staatëobligationen enthalte. Dieser Teil des Budgets betrage 502 Millionen Rubel. Es gebe ferner ncch einen Teil des Budgets, der durch cinen @wächeren Panzer gesGüßt fei. Dies ¡et derjenige Teil, der die Ausgaben enthalte, die auf gewissen Gesetzen berubten. Diese Ausgaben köznten von der Duma nicht abgeändert werden ohne Abänderung oder Aufhebung der betreffenden Gesetze, die ibnen zur Grundlage dienten. Dieser Teil des Budgets betrage 689 Millionen Rubel. Das gesamte Budget {ließe aber mit 2471 Millionen Rubel ab. Mithin bleibe für die Duma ein Betrag von mehr als der Hälfte des Budgets, über den fie unbeschränkt bestimmen könne, bezüglih dessen es für die Vertreter des Volkes keinen undurchdringliczen Panzer gebe. Hier könne die Budgetkommissicn, indem fie sich in das Budget gründlich vertiefe, die von der Regierung gematen

ehler anzeihnen, und diese werde der Duma stets dafür Dank wissen. ie Duma fei zur gesetzgeberishen Tätigkeit geschaffen worden, ihre budgetären Rechte seien hinreichend beträchtlide und deéha!b müsse die Kommission arbeiten ohne Hasen nach Beifall und ohne Würsce zu äußern, die sih nicht verwirkliben ließen, sondern arbeiten unter ugrundelegung von Zahlen und Sthriftstücken zum allgemeinen Wofßhl. Sr, der Minifter, sei für den Antrag der Kadetten und der Partei der Gemäßigten auf Ueberweisung des Budgets an die Budgetkommission.

Der Präsident brate nunmehr diesen Antrag _zur Ab-

der Sozialdemokraten und Revolutionäre angenommen. Kadetten, die Rechte und die Gemäßigten begleiteten diesen Beschluß, der einen Sieg über die äußerste Linke bedeutet, mit Ae taRuherungen, Die Sizung wurde hierauf auf morgen vertagt.

Wie das „W. T. B.“ meldet, treiben in Lodz Terroristen und Banditen ungehindert ihr Wesen. Gestern wurden von ihnen wieder 8 Arbeiter und 2 Soldaten erschossen und noch viele Personen verwundet.

Schweiz.

Der Bundesrat hat, „W. T. B.“ zufolge, bei der Bundesversammlung die Aufnahme eines Verfassungsartikels beantragt, der die Nußbarmachung der Wasserkräfte unter die Oberaufsicht des Bundes Felt und dem Bunde die Kompetenz gibt, über die Erteilung und den Juhalt von Wasserrechtskonzessionen sowie über die Fortleitung und Abgabe elektrisher Energie die zur Wahrung derx öffentlihen Jnteressen und zur Sicherung der zwe{- A Nußbarmachung erforderlichen Vorschriften zu erlassen, Die Erteilung der Wasserrehtskonzessionen und der Bezug der Gebühren und Abgaben verbleibt den Kantonen. Diese Be- stimmung soll an Stelle des von 95 000 Bürgern eingereichten Jnitiativantrags treten, der die Gesehgebung über die Auzs- nußung der Wasserkräfte vollständig dem Bunde über- tragen will.

Der Nationalrat hat einstimmig beschlossen, in die Beratung des vom Ständerat bereits durchberatenen

Geseßentwurfs, betreffend den Erfindungss chuß (Auzs- s des Patentshußes auf die hemishe Jndustrie), einzu- reten.

Niederlande.

Die Eröffnung der zweiten riedensfkonferenz im Haag ist, nah einer Meldung des „Reuterschen Bureaus“ auf den 15. Juni festgeseßt. Rumänien.

Gestern ist ein Aufruf der Negierungan die Bürger, anläßlich der Wiederherstellung der Ordnung im ganzen Lande, veröffentliht worden. Der Aufruf stellt, dem Bericht des „W. T. B.“ das Land eine gefährlihe Krise durchgemacht Parlament, die Armee und die Behörden hätten ihre Pflicht el füllt, und die Revolte sei rasch niedergeschlagen worden. Nachdem die Ordnung wiederhergestellt, sei es Pflicht der Regierung, darüber zu wachen, daß nitt eine neue Gefahr - eintete, damit die Zukunft gesichert sei. Die Aufwtegler würden verfolgt und bestraft werden, aber gleichzeitig werde ih die Ne- perung das Los der Bauern angelegen sein usen, Die Regterung eabsichtige, die Lage der Landbevölkerung zu verbessern, ohne Nahteil für die legitimen Interessen der Grundbesitzer. Inzwischen müsse Nuhe und Ordnung gesichert werden; denn aus Unruhen evtständen nur wieder neue Uebel, und der Verlust eines Erntejabres ziehe Fg nah sich. Der Aufruf fordert fodann die rundbesiger und Pächter auf, auf ihre Güter zurüd- zukehren und für das laufende Jahr landwirts{aftlide Verträge abzuschließen; die Verständigung zwischen den Bauern und den Grundbesißern werde durch die Distriktspräfekten erleichtert werden, deren Intervention {hon sehr befriedigende Ergebnisse ge- zeitigt habe. Die Regierung rihiei an alle L ürger die dringende Mahnung, si{ Rechenschaft abzulegen über die schwierige Lage, die der Staat durchmache, und fordert alle auf, für die Wiederherstellung brüderliher Beziehungen zu arbeiten, die zwishen allen Söhnen des Landes bestehen folle zum Heil und GlückX des Vaterlandes.

Afrika.

Die französishe Gesandtschaft in Tanger hat gestern ein Antwortschreiben des Sultans auf ihre Forderungen erhalten. Der Brief ist, den „Times“ zufolge, unklar gehalten und augenscheinlih nur darauf berechnet, Zeit zu gewinnen, Er E daher auch von der Gejandtschaft für völlig ungenügend angesehen.

Nach einer Meldung der „Agence Havas“ haben die Konsuln in Casablanca, in dessen Umgebutig Unruhen herrschen, gestern unter dem Vorsiß des französischen Konsuls als Doyens eine Sißuny abgehalten und an das diplomatische Korps in Tanger eine Beschwerde gegen den Gouverneur der Stadt gerichtet, der nihts für die Sicherheit der dortigen Europäer tut.

zufolge, fest, daß habe, aber das

Parlamentarische Nachrichten.

Die heutige (25.) Sißung des Reichstags, welcher der Staatssekretär des Jnnern Dr. Graf von D E s Wehner und der Staalssekretär des Reichsschaßamts Freiherr von Stengel beiwohnten, eröffnete der Präsident Graf zu Stolberg-Wernigerode mit der Mitteilung, daß der Abg. Prinz von Arenberg (Zentr.) am 25. März und der Abg. Auer (Soz.) heute früß verstorben sind. Das

aus ehrte das Andenken an die Dahingeschiedenen durch Er- zeben von den Sigen. :

Zur ersten Lesung stand der Gesetzentwurf, betreffend den Gebührentarif für den Kaiser Wilhelm-Kanal!! Nah der Vorlage soll der für die Zeit bis Ende September 1907 von Seiner Majestät dem Kaiser im Einvernehmen mit dem Bundesrat festgeseßte Tarif für eine weitere fünfjährige Frist in Kraft bleiben. L

Abg. Dr. Gör ck (nl.): Zum vierten Male soll die Frist, binnen welcher die Festseßung des Gebührentarifs für den Kaiser Wilhelm- Kanal dem Kaiser im Einvernehmen mit dem Bundesrat überlassen bleibt, verlängert werden. Meine politishen Freunde stimmen der Vorlage zu. Diese Befristung von fünf Jahren hat aber auch den Zwed, dem Reichstag Gelegenheit zu geben, die Grundsäge, nah denen der Tarif aufgestellt worden is, und die finanziellen Ver- hältnisse des Kanals nahzuprüfen. Jch muß allerdings sagen, ta die Begründung, die dem En1wurf beigefügt ist, im Gegensaß W früheren Begründungen recht wenig Material enthält.

(Schluß des Blattes.)

Das Haus der Abgeordneten ehrte in der heutigen (40.) Sigung, welcher der Minister der geistlichen 2c Angelegenheiten Dr. von Studt beiwohnte, zunächst das Andenken des verstorbenen Abg. Prinzen von Arenberg in der üblichen Weise und sehte sodann die zweite Beratung E Staatshaushaltsetats für das Ne nungsjahr 1901 im Etat des Ministeriums der geistlichen, bri rihts- und Medizinalangelegenheiten bei dem Kapite „Universitäten“ fort. °

Eine dazu vorliegende Petition des Konservale: Wiese in Marburg um Gehalts- und Mannern “für L Präpara! oren und Konseroatoren bei den Univer itäisinstitute beantragt die Budgetkommisfion der Negierung zur Erwägung

reYiea Zusammenhang seien und etne große Lücke schüfen zwischen der

stimmung. Er wurde mit großer Mehrheit gegen die Stimmen

zu überweisen.

Bei dem ersten Titel, dem Zuschuß für die Universität

Königsberg, findet eine allgemeine Besprehung des ganzen |

Kapitels statt.

Berichterstatter der Budgetkommission Abg. Dr. von Savigny referiert ausführlich über die Verhandlungen der Komwmission- ‘Es wurde dort u. a. eine Erhöhung der Gehälter der außerordenilihen Professoren angeregt; die jeßigen Gehaltssäße entspyre{en nah der Ansicht verschiedener Mitglieder der Kommission nit dex Stellung der akademischen Lehrer. Ferner wurde eine Vermehrung der Lehrstühle in den tershiedenen Fakultäten angeregt; seit 1897 sei die Zahl dieser Lehcstühle nicht genügend gesteigert worden. Ferner wurde die SHaffung einer Le für praktishe Pädagogik und die Schaffung von gewerbehygienishen Lehrstühlen im Interesse der Heranziehung voa Aerzten zur Gewerbeinsyektion verlangt. Die große Zahl der ausländischen, insbesondere der russisGen Studenten an der Berliner Universität gab zu Klagen Anlaß. Der Mißbrauch des gewährten Gastrehts macht nah der Meinung vershiedener Kommissions- mitglieder eine {ärfere Ueberwahung dieser Studenten notwendig. Der Referent berührt tann noch die Honorarfrage der Professoren und empfiehlt {ließlich, die erwähnte Petition ter Negterung zur Erwägung zu überweisen.

Abg. Trimborn (Zentr.): „Der Anregung einer weiteren Ver- mehrung der Lhrstühle möchte ih eine andere hinzufügen: vielleicht könnte an ber einen oder anderen Universität ein besonderer Lehrstuhl

für soziales Neht geschaffen werden. Das soziale Ber 108. rei, die Arbeitershußgeseßgebung usw. sid Sa e A unserer Zeit das größte Interesse tn Anspruch nehmen. Hierher

würden auch Theorie und Praxis der gewertschaftlihen Arbeiter- organtsationen gehören. Auf allen diesen Gebieten hezrrscht in den Kreisen der Juri;ien vielfa eine ganz erstaunliche Unkenntnis. Es gibt namhafte Kenner tes Kriminal. und Zivilrechts in weitestem Umfange, die aber von den einfahsten Fragen dieses Sozialrehtes keine Ahnung haben und die dann unwillklommene Klienten, die mit dergleihen Anliegen an sie treten, an die Nechtsauskunftsbureaus usw. verweisen. Dieser großen Unkenntnis steht andererseits das lebendige Interesse von Millionen deutscher Staatsbürger gegenüber, die in den Wurzeln ihrer

gelegt, deren f\ystematische Verarbeitung von der arößten Bedeu- tung wäre. Anfänge solcher Verarbeitung in uer Sriften liegen ja auch bereits vor. Jedenfalls handelt es sich um eine Matéirie, innerhalb deren in wentgen Jahren eine Menge neuer Nech{sanschauungen, Nech18begriffe und Nechtsgrundfäßze entstanden sind, um ein ganzes modernes, neugebildetes Ret, an dem die Wissenschaft nicht vorübergehen darf. Hier muß fystematish auch auf den Hcch'chGulen gearbeitet werden. ofentlich wird das Kultus- ministerium dieser Anregung seine wohlwollende Aufmerksamkeit

zuwenden. Geheimer Oberregierungsrat Dr. Elster: Jn der Beurtei

der Notwendigkeit einer genauen Kenntnis der p Sesehcebana

kann man im allgemeinen mit dem Vorredner übereinstimmen. ber

diese Materie wird gegenwärtig {on sehr eingehend in den Unt-

na Aas, os nationalökonomischße Vor- ing Tann um diese Fragen herumkommen -

wirtschaftlichen Vorlesungen werden die u Mus

und die Arbeiterversiherung auf das eingehendste behandelt. Gerade an

im vergangenen Semester in zwei speziellen Vorlesungen in der juristi- hen Fakultät und in der philosophischen Fakultät diese G rfte erörtert worden. Wie in Bonn, so ift es auch ungefähr auf den anderen Universitäten. Wenn die Nehtsanwälte von diesen Gegen- ständen keine Ahnung haben, wie der Vorredner sagt, fo ist das wohl darauf zurückzuführen, daß die Herren volkswirtschaftlice Vorlesungen Meeting e c ieneeli ine cet haben. Naturgemäß wird die rredners eingehend erwogen und t Ogli ebung getragen verden, g g ihr nah Möglichkeit g. von Arnim (fkons.): Die Anregung des Abg. Trimbor ist wohl dur diese Erklärung erledigt. Nouons meiner render bab nur die spezielle Frage der Ausländer auf unseren Ho(- shulen zu berühren. Als ih in der Kommission die Sd anregte und hervorhob, daß in den leßten Jahren die Zahl der Ausländer auf den preußischen Universitäten verhältnis- mäßig zugenommen habe, wurde mir von der Regierung erklärt, daß dies wohl nicht der Fall fei, denn gegen 7,3 % Ausländer im Jahre 1897 seien nur 7,9 9% im Jahre 1906 gewesen. Ich kann mir diese Zahlen nicht recht erflären ; es sind insgesamt 2740 Ausländer neben den 21 000 preußischen Studenten, in Berlin allein 489, das sind alfo über 109%, und in Berlin befindet si nahezu i der \ämt- lihen Ausländer. In Berlin hat die Zahl der Ausländer von 373 im vorigen Jahre auf 489 ¿ugenommen. In diesen Zahlen sind niht die Ausländer an ten tehnishen PoGsMulen inbegriffen. Ih habe Bedenken dagegen, daß wir au diesem Wege fort- schreiten. Namenilich wenn in ußland iwmer diese oder jene Universität aus diesem oder jenem Grunde ges{lossen wird, kommt der Zustrom der russischen Studenten hierher. Welche Gefahren darin liegen, haben wir an Jena und Leipzig ge- sehen, wo die tssishen Studenten bei den leßten Reichstags- wahlen für die Soztaldemokratie tätig gewesen sir d. Ich erkenne den Grundsaß des Gaslrechts wohl an, aber dann müßte auch Aussicht sein, das Gastrecht an den Universitäten anderer Länder ebenso gehandhabt en wie bei uns. Man sollte bet der Zulaf}ung der ausländischen À tudenten vorsihtiger sein und den Grundsfay aufstellen, daß Ausländer le das Gastreht auf unseren Universitäten beanspruchen, im großen und ganzen dieselbe Vorbildung haben müssen wie unsere Studenten. Gerade die Universität Berlin ist im Ordinarium und Extra- ooiiarium außerordentli stark dotiert. Wenn nun nicht die Ge- hren erhöht werden, so wird sich daran nichts ändern, daß di-e Uni- versität Berlin gerade von Ausländern fehr stark frequentiert wird. Tenn man immer, größere Summen für Berlin hergibt, dann ver- ärkt man die Anziehungskraft der BerlinerUnive1 sität, dann wird die Zahl der Studenten, auch der Ausländer, immer größer; es müßte deegals Vorsorge getroffen werden, daß die Studenten sich möglichst ti dmäßig auf die „verschiedenen Provinzen verteilen. Es müssen i die Aufnahmegebühren für die Auéländer entschieden erhöht und fr Aufuahmetermin für die ausläntishen Studenten später sein als a die inländishen und die ausländischen Studenten eventuell an fe i Universitäten verwtefen werden, wenn in Berlin lein Play für

geistlichen, Untexrichts-

erauf nimmt der Minister der un Studt das Wort.

edizinalangelegenheiten Dr. von (Schluß des Blattes.)

Der Reichtagsabgeordnete Jgnaz Auer (Sozialdemokrat

ie a & Bate, ad Van (Blauchau-Meerane) Ry / n. L. D.” zufolge, heute früh den ‘olgen eines Schlag:

anfalls, der ihn gestern betroffen hat, erlegen. V

…_Dem Reichstage ist der 3. Teil einer Denkschrift über das Kartellwesen zugegangen. E N

Grm,

Kunst und Wissenschaft,

Via Wiedereröffnung des Antiquariums der Könlgli

Sei Museen in Berlin, d „a eLeit wenigen Tagen ist die Sammlung von Werken der \rledisd. rômischen Kleinkunst dem allgemeinen Besuch wleder puglnatldh, dh i,

; Museums der Gemäldegalerie gedient haben. allerdings ein ganz anderes Ansehen gewonnen. | einer Ausstellung von Gemälden sind natürli ganz verschieden von

denen einer mögli gut zur Geltung zu bringenden mannigfaltigen „Werke der Kleinkunst. Die | Bei dfläden mit überall gleiher Beleuhtung, am i r a | viele, nicht t Die ung Le Es gur Lay a re neue Bestimmung nit mehr. s mußte noch seitlihe Be, leuhtung dur große Fenster hergestellt werden. L Us und moralishe Genugtuung ift es, daß Räume nicht etwa einen gewaltsamen Eingriff in den Plan des Er- bauers des alten Museums, des großen Stinkel, bedeutete, sondern daß e gerade die Säle in ihren alten {chöônen Verbältni en, in der von e ter e t Form L E Die großen Fenster dur e eder reihlihes ereinfluteï, waren 1 Voran E nur N die i D orden. Ferner wurden in den betden Seitenflügeln die später ein- gebauten Korridore und kleinen Kabirette entfernt. Drei f;

Me O L auf Bet i Rae Tus Me enn dem Besucher die ume, durch die er do ü gewandert ist, wie vollkommen neu erscheinen werden, fo Tee ft ebenso nicht minder bei Betrachtung der Samnalungen selbst er ehen.

Die meisten Räume find mit neuen Schränken eingerihtet, die fl und praktischer find als die übergroßen, reich verzierten Ausftellungs- \hränke, die man früher für besonders zweckdienlih hielt. Die neuen Vitrinen, in threù Formen fo cinfah wie möglich gehalten, nicht wie diealten durh reihen eigenen S{muck den Blick des Beschauers von dem In- Me lte E 4 für die M A geborgenen Schätze die 0 eit einer mözli eren, befonders vor i l {Sbyenten Aufbewahrung und eines R eten. nicht ho, und die Ausstellungsflähe reiht nit bis auf den L sodaß die Gegenslände wenig über und unter der Augenhöhe des Wu! shauers aufgestellt sind. Sie fassen natürlich viel wentger Gegen- stände als die alten Schränke; die dadur notwendige Verteilung der Altertümer auf mehr Vitrinen ergibt den ungeheuren Vors teil einer viel befferen Ordnung, einer weiteren, übersicht- lieren und die Vorzüge des einzelnen Gegenstandes viel mehr zur Geltung bringenden Ausstellung. So werden viele, die das Antiquarium in seinen frühzren Räumen, in seiner durch den immer

gekannt baben, {ih wundern, wie vieles ihnen entgangen ist alte Besizstück wird ihnen völlig neu ersibelnen, e 2 deutende Neuerwerbungen können jeßt erst der allgemeinen Be- trahtung zugänglich gemacht werden, in den überfüllten Näumen war mali dung eines neuen größeren Stüdes einfah nicht mehr Nun wird das Antiquarium wie die anderen Abteilungen Königlichen Museen wieder seinen vollen S erfüllen, gern Mor von ollen denen aufgesuht werden, die elehrnng und künstlerischen Genuß suchen. Eine Beobachtung, die früher oft gemacht werden konnte, A u s: He E os nâmlich Besucher, ab- ] ur die berwirrende Ueberfülle in Schrän ei gel Lir wieder unehren. f den Schränken, gleich bei ir betreten das Antiquarium von der Galerie aus, die alte und das neue Museum miteinander verbindet. In dem Bot raum:, der die Fluht der Säle in zwei gleiche Hälften zerlegt, begrüßt uns die auf einer Kugel \chwebende Victoria, ein stattliches Werk aus vergoldeter Bronze, die in dem gedämpften Lichte dieses Raumes besonders s{chöón wirkt. Die große Inschrift auf der Kugel, eine Weihung ¿zu Ehren des Mark Aurel und des L. Verus, lehrt uns, daß die Figur um die Mitte des IL Jahrhundects

n. Chr. gefertigt i. Aber die Erfindun d die Formen- gebung weisen auf Vorbilder der riebishen Du Se diefem Vorraume hat auch ein Kaiserliches Geschenk feinen

Play gefunden: einige in Gegenwart Seiner Maiestät in * jt A eyene Gefäße avs Bronze, Glas und Ton "2 die aria verkleinerten Nachbildungen der Leichen alter Pompejaner und eines Hundes, die in der die Stadt bedeckenden shenshiht gefunden

worden sind.

i si anschließenden Saale hat die koWßerzia Stiftung des Freiherrn von Lipperheide, die grofe Sen den thr gebührenden Ebrenplaß gefunden. Leider war es dem Schenker

nicht mehr vergönnt, diese Schätze in ihrer endgültigen Aufftzllunz 1 ehen. Mit seiner Sammlung sind die in a Doialihen Museen

hon früher vorhanden gewesenen Helme vereinigt. Wie in keinem anderen Museum stellen sich hier die verschiedenen Formen diefer Trußwaffe und ihre Entwicklung dar. N-ben den ganzen Serien der gewöhnlichen griehis{en und italienishen Helmarten bilden den Wert der Sammlung zahlreihe hervorragende Einzelstücke, die entweder dur feinen ornamentalen und bildlihen Shmuck oder dur die Eigentümlichkeit und Seltenheit der Form sih au2zeihnen. Es fet nur auf die griehishen und etruski\ n Helme“ mit feiner Gravierung hingewiesen, ferner auf zwei mit Reliefs geschmüdckte römische Prunk» helme, auf den mit Silber tauscierten Wiadiatorenhettn: auf den großen trallierten Helm, der aus dem Nemisee stammt, offenbar ein Stü aus einem affenfriese, der das bekannte große Prachtschif des Kaisers Tiberius \chmüdckte. Sehr seltene Stüdte find einige verzierte, keltishe Helme, ein glodenförmiger Helm der ungarischen Bronzezeit und ein altitalisher Helm von der Form eines breiten, niederen Spi Pegel3, geschmüdt mit der primitiven Zeichnung eines Reiterkampfes. Es gibt nur noh ein zweites Exemplar dieser Art, das wie unser StüE au aus dem Po-Lande stammt.

Einen besonderen Ruhm des Antiquariums bildet die prächtige Sammlung figürli@er Bronzen, die in dem folgenden Saale auf« gestellt ist. Jn zwei Vitrinen an der einen S@malwand And Statuetten von der frübarcaischen Zeit bis zur Epote der èéciten Kunst, elnes Phidias, Skopas, Praxiteles und Wsippos angeordnet.

Der erste Schrank enthält außer sehr alteriümlicen Werken auh solde aus der legten Zeit der ardaishen Kunft an der Wende des V1. zum L. Jabrdundert. Kuni sa

geshihtli®& sebr wichtig ift z. B. die alte. aus Kreta stauumende Statuette eines Jünglings, der einen Widder auf dec S@ulter trègt. Ein zkerlih feines Werk ift eine Apdbrodite aus Sparta. Duxed idre kraftvolle VDerbheit und ibre gesunde Eigenart erfreuen die in sdattlicder Reibe vorhandenen arkadischen Brouzey, Götter und Gôttiuneu, Adoranten, Männer mit Weibgescheaken. Das odere Kad dieses Schrankes birgt Erzeugnisse der unteritalisch-griedischen und der gui unter ihrem Einfluß stedenden etcuskisen Kunst Cin defonders feines Stück ist ein junger Tävzer, der fh auf einem Speisetifh produziert. Jn dem zweiten Schranke slud außer einigen beiouders feinen arckaisden Stü@en bauptsädlid Weile des V. und des IV. Jahrhunderts odex spätere Kopien folcher undergedraddt. Ein lostbarer Besi sud zwei Wo vou Statuen în etwa dreiviertel Lebensgröße: eiu D aus Kythera, der deu ganzen feinen Neiz der Kunst des audsgedeuden Vi. Jadrhaudects dat, und ein Knabenkopf mit dem herben Zug, dee dec Kuaust urz vor Phidias eigen ist, Derselben Zeit geb&t die Statuette etnes Kuadea mit Ball an, der na seluewm Fundort, Gpidaunos, und seiner Körper« bildung der älteren argivischea Schule, dexeu derübuiteitez Meister Hageladas war, angebört. iu bofouders feines Werk des V1. Jadr« hunderts ist eine JUnglingsstatuetto aus Naxos, laud dex auf de: Basts elngegrabenen Jn\chrift etn Weoibgoschonk au Avollou, Duxch. deu präcd tigen Ausdruck des Tieriscden und )oxgfältiglte uahzuag zcihuet fich das Figürchen des doksköpfigen und dedidedulgeu Mui Qud, dad aud deu Helligtum der Artemis vou Lusot iu Nordax bdien stau Untex den lüngeren Figuren, die uud tu Berbleinezung Woule dex zroßeu Quuit

wiedergeben, sel besouderd au) elue gute Sbatueiie dingewietez, Ne den Typus des favnesischen Dercties adex oduo dessen übertriebene,

dem Geschmack eiuer späteren Voit cubivreeude. Muskulatur wicders holt, GSle gibt uns in diesex Macht eteu, bessezeu Begriff vou

ist jeßt in demfelben Bau wle dle antiken Marmorskulpturen V j ; Di ) unter gebracht, in den Räumen, die vor der Eröffnung des Nalser Friedrich,

dem Wexke des Ÿ ppos au! bas dieter Aeao dies wtddeht ala eue rohe Marworkopie, A PLLO S | Medi, als

Diese Räume haben | Die Bedürfnisse

Sammlung d E brand l esten durch Das Antiquarium mußte große Bodenflächen haben, d

zu aroße Schauschränke möglihst weit aufgestellt Ge t allein genügte

Eine künstleri diese NeuberriGtune ire

Zwecke der Gemäldegalerie bermauert

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1 möglich\# bequemen Bet Mit Rücsiht auf leßtere Gesichtspunkte, find die S

unerträgliheren Plaßmangel notwendigen gedrängten Aufstellung wohl -

Die zwei Vitrinen der gegenüberliegenden Wand Kind ! hellenistischzn und römischen Kunst ewidinet. Köstlih sind di Sa figuren und Karikaturen, die besonders in Alexandria beliebt waren. Eine ganze Anzabl dieser Bronzen stammt aus Meatwion selbst. Unter ihnen find zwei gefangene Neger bemerkenßswert ; auf den Nüen sblndeten Händen da, den Kopf wendet. Wahr heinlih waren sie einst am F Gerâtes angebracht, eine Idee, die durch ähnlite vermittelt, in der Barodzeit für den Schmuck des Sockels großer Denkmäler sehr fruhtbar geworden ist. Jedem fallen ‘ofort die Figuren an Sglüters Neiterbild des Großen Kurfürsten ein. Die unmittelbare Anregung ging von dem Ftaliener Pieiro Tacca aus E iee Mag entworfen hat, und von defsen au: er Fricorich-Museum zwei grofe 2 Gefangener besigt wet große Bronzemodelle solcher nier den Bronzen rômischer Zeit sei auf die fklcine, sehr fei ausgeführte Sißfigur des Jupiter hingewiesen, eine der besien Eee ablun en des Kultbildes des kapitolinis&en Zempels. Ein sehr funden tue augusteischer Zeit if auch cin Merkur, der bei Lyon ge- on nit geringem Interesse sind auch die Stg inheimis Fundortes, die in dem oberen Fade cines Sibrautes zie E wand zusammengestellt find. Eine stattliche Jupiterftatuctte Pammt aus Mainz, eine Aphrodite aus Trier könnte ihrer Arbeit na ebenso- gut im griehisGen Often gefunden fein, Technish merkwürdig if ein ziemlich „großer Bacchus aus Pommern, der ganz mit Si!berblech über- leidet ist. Zu diesen Bronzen einheimishen Fundorts gehört aud das in der Mitte des Saales aufgestellte, fast lebensgroße Bild cines laufenden Knaben, das bei Xanten im Rhein gefun bor wurde, ein vortrefflih erhaltenes, gutes rômishes Werk. Auch die großen Bronzen die früher unter die Marmorfkulpturen verteilt waren find nämli jegt mit dieser Sammlung des Antiquariums vereinigt. Da sehen wir wieder den vor einigen Jahren erworbenen Hypnos aus Spanien und das hübsdje große Fragment einer Getwandstatue aus Kyzikos. Die altberühmten Hauptstücke ter Sammlung, der betende Knabe und der sogenannte Saburoffsche_ Jüngling haben die beizen Chrenpläge in der Mitte der Seitenwände bekommen. Die Ver- einigung dieser großen Stückte mit den leinen Figuren wirft feßr lüdlih. Jene bilden für das Auge wobltuer.de Unterbrzungen und uhestellen. Sie bewahren die Aufstellung vor Eintäntafeit und werden selbst dur die Umgebung gehoben. Ebenso ange: eme Abweisung bieten dem Beschauer andere, in dem Saal verteilte arößere Stücke, so die prähtige Bironzegruppe des Theseus mit tem Tinotaurus aus Kleinasien, ferner einige, mit ficürlidem Schmuck versehene größere Gefäße, besonders das große Becken aus Leontinoi mt den treide modellierten großen Widderköpfen.

Die Masse der Bronjegerätz wird in einem weiterzn Saale ibren Plaß finden, sie werden saGlih georènzt unfere Verstellung vom antifen Leben und Treiben aufs beftz unterstüßen. Dagegen mufite für Geräte, bei denen der bildlide S&muÞ tes Haurtinterzfe darstellt, eine Ausnahme gemacht werden, fie wurden mit den figürsihen Bronzen vereinigt. Herrliche Werke grizbiser Kunft des ausgeßenden T. und des V. Jahrhunderts sind diz Klapvfpiegel mit reliefgeGmüdtem Dedckel, die in einem Pultichrankz verzinigë find. EŒßenfío

sie sien mit scheu nah oben ge- uße eines größeren antike Darstellungen

{hôn sind die älteren Handspiegel, die von zierlißen Mädchenfiguren elragen werden. Von ihnez birgt die

eine sreistehende Vitrine hervorragende Beispiele. M# Buen find einige plastisch verzierte GefZZze und Sefäßteile 2er2rnige, o die herrliße schlanke Hyèria mit der Figur eines Cello fpielenden Eros am Anfagz des Henkels. E Z

Die zweite freisteßende Vitrine birgt die weitaus bedeutendste Erwerbung, die der Antikenabteilung in den lezten Faÿren gelungen int. Es find die Bronzen von Dodona. aus dem uralten Heriligtum des Zeus, in der Nähe der heutigen Stadt Janina in Epirus. Sie nd zum erfien Male jest ôffentlid ausgestellt. Einige diefer Siguren gehören zu den besten griehischen Lronzen überßauvt. die uns erhalten find, fo das Bild eênes stehenden Jeus aus dem TV. JaHrhundert, das in feinen Fornen wi eine rofe Statue durhgearbeitet if: eine Heine figende Mänade twa aus der Zeit des Phidias, ein wahres Kabinettsftück nah SHönßeit der Bildung und veinlichfter Sorgfalt der Ausfübrunsa ‘Sliezüid das Kleinod der Sammlung, der slizfSleudernde Zeus aus der Ten Vâlfte des V. Jahrhunderts. gleich auszezeidnet durd die Vor» trefflihkeit der Ardett wie durch die ¿ußer fzlten vortómmente glänzend grüne Patina. ; Ra

Aus dem Saale der Bronzen gelangen m das intime Kabinett, in dem der be?kannteite Sag des Antiquariums, der Hildes. velmer Silberfund ausgesteilt iff. In demselben Raume ‘nd rin weilen auch die von Seiner Majestät 22 LVibaaëe bermreizner

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Lauer®forter Phalerze, der D rdensfchmuck ines rómisWen Offiziers

r _ —_— 7 —— - S Bp E und die veiten Stü? zweier Silberinnde aus Aearoten aufzerteit Der eîne, der ¡wei mit Medaiilons verzièrte Sailer ddt ammt aus helleniftis@er Zeit; der andere. deièn Öauvritzke

etne große runde Platte mit ret: verzierte Rande: und men Vuzde erie ende Mantkgk dildet, ift in Zuror Zefunden und Zefinder T Suhor ne e Er m Der Sammiung. Er ftammt: ‘cinem Stile- mad ficher aus einer gallis-römischen Weröfiätte dea (L. Ittbrbtumderts nad Chr. und ist somit au zin wicktiaes Doftument "ir die autike Industrie: und Dandelsgefchichte Spâter verden diese nèdit zum Ylldesheimer Funde geLorenden Gefäße und Verate wit anderen DSlucen ta einem noch einzuridtenden ¿weiten Naume- ihren Was finden, ein drittes Kabinett wird den anken SVeiditenu? erger. E A Wir wenden uns nun zu der redi vom Voerauut t Duiste der Galerie. Der erfte Saai entbält Griechenland und Keinaßen. I F ebenso gehen wie bei den Bronzen. Vieie-aite- Belannie- werden in der jegtgen Umgebung zanz neu vortornuen. Wunderooi ? die derrlihen großen Staiuetten zus TAnagr\a zud Forts: zar tung, Stücde, die beute überbazunt Offendar nd die @räder. diz le argen, Athen ¿efrrtigien Befäße in güritcder Foem

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