1907 / 107 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.

Der Forstaufseher Wellenberg ist unter Verleihung der Amtsbezeihnung Forstgeometer zum JOS beim Forst- einrihtungsbureau, der Hegemeister Jankowski in Reußen, Oberförsterei Taberbrück, Regierungsbezirk Allenstein, zum Revierförster ernannt worden.

Dem Förster Löffert in Eiterhagen, Oberförsterei Eiter- Ban Regierungsbezirk Cassel, ist bei seinem Uebertritt in den

uhestand der Titel Hegemeister verliehen worden.

Nichlamfllicßes.

Deutsches Reich.

Preußenm Berlin, 3. Mai.

Jn der am 2. d. M. zunächst unter dem Vorsiß des Staatsministers, Staatssekretärs des Jnnern Dr. Grafen von Posadowsky-Wehner und später unter dem Vorsiß des bayerischen Gesandten Grafen von Lerchenfeld-Koefering abgehaltenen Plenarsißung des Bundesrats wurde den Ausschußanträgen zu der Vorlage, betreffend den Entwurf eines Geseges über die Hilfskassen, und zu der Vorlage, be- treffend die Uebereinkunft zwischen Deutschland und O über den Schuß an Werken der Literatur und Kunst und an Photographien, die Zustimmung erteilt. Beigetreten wurde ferner den Ausshußberihten über die Vorlage, betreffend die auf dem POLIOngr en in Rom im Jahre 1906 abgeschlossenen Verträge, und die Ds betreffend die Ergebnisse der Os von 1905. Außerdem wurde über mehrere Ein- gaben Beschluß gefaßt.

Der Bundesrat versammelte sih heute zu einer Plenar- sißzung; vorher hielten die vereinigten Ausschüsse für Rechnungs- wesen und für Handel und Verkehr, die vereinigten Ausschüsse für Rehnungswesen, für Handel und Verkehr, für das Land- heer und die Festungen und für Eisenbahnen, Post und Telegraphen sowie der Ausschuß für Rehnungswesen Sißungen.

Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. Flußkbt. „Vorwärts“ vorgestern in Hankau (am Yangtse) eingetroffen.

Großbritannien und JFrland.

__ Die Kolonialkonferenz hat gestern die Beratung über die gegenseitige Vorzugsbehandlung in den Handels- beziehungen der einzelnen Teile des Reichs wieder aufgenommen.

Nach dem Bericht des ,W. T. B.“ trat Botha entschieden den Ansihten des australishen Premierministers Deakin in bezug auf Norzugsbehandlung entgegen und erklärte nahdrücklih, daß es für feine Regierung ' A sowobl ruf e als andere Waren mit ‘lefbelegen zu können. Botha protestierte gegen jeden Versuch, Yd elnen Regierungen zu binden und sie in Tarifangelegenheiten L crup etheilt u berauben. Mac Kay (Indien)! und Bond (Neu

hau d) erklärten fl enero gegen Schugtzölle; den gleichen 6 nft vertrat der Schaßkanzler As quith seitens der britischen S Ff-%g. Ly ne (Neu-Südwales) sprach sich zu Gunsten von Vor- MSdehandlung aus. Mac Kay (Indien) wties weiter darauf hin, daß einige der besten Kunden Indiens die shutzzöllnertschen Länder Europas seien. Das Risiko und der Schaden der dem indischen Handel dur eine von den fremben Mächten geübte Wiedervergeltung erwachsen würde, seten keineswegs imaginär. Indien werde von den vorgeschlagenen Aenderungen keinen Nußen haben, andererseits aber seien das Risiko und die Opfer für Indien zu groß, um diese annehmen zu köanen. Die Vereinigten Staaten, Deutschland und Frankrei könnten eigentlich Beschwerde führen gegen Indien, weil sie mehr von Indien bezögen als sie an Indien verkauften, aber man habe nirgends eiwas von folchen Klagen gehört. Der Schaßkanzler Asquith brachte die üblichen Argumente zu Gunsten des Frethandels vor und erklärte von vornherein, daß die d bei auf keine Durhbrehung dieser Politik, wenn au nur versuhsweise, eingehen könne. Er wies darauf hin, daß Groß- britannien tatsählich überall dieselbe Behandlung wie die meist- begünstigten Staaten genösse und \sich auf den Zollshuß genießenden Märkten in besserer Position befinde als die in Krage kommenden \{chußzöllnerischen Länder; so sei Deutshland nächst Indien das beste Absaßzgebiet für britishe Erzeugnisse. Asquith ging dann zu einer Kritik der Vorzugsbehandlung über, welhe die verschiedenen Kolonien dem Mutterlande gewährten, und wies an der Hand von RA nach, wie unbedeutend der Vorteil sei, der dem britischen Handel daraus erwachse, ferner darauf, daß, wenn auch einzelne Kolonien dem Mutterland Vorzugszöôlle zugeständen, sie doch nicht feinen Waren die Möglichkeit einer Konkurrenz unter gleichen Bedingungen mit den beimtishen Erzeugnissen gäben. Jede von Großbritannien zu gewährende Vorzugsbehandlung müsse, wenn fle irgend einen Wert haben solle, auf Rohmaterialien und Noahrungsmittelstofe beziehen. E3 handle \ch hier um eine A E eNTEOgE und dabet gäbe es keine Kompromisse wie es einzelne Redner vorgeschlagen hätten. Asquith {loß mit der Er- klärung, die Debatte gate auf jeden Fall über andere M-thoven Auf- klärung ‘gebracht, durch welche die Handelsbéztehungen ‘der einzelnen Teile des’ Reichs unter sich verbessert werden könnten, so besonders dur einen verbesserten Dampferdtenst, durch Vermehrung der Zahl der Handelsagenten in den Kolonien, durch Abschaffung oder L eßung der Suezkanal-Gebühren. Bezüglich all dieser Punkte sei die

egierung bereit, jeden praftischen Vorschlag in Erwägung zu ziehen.

Im Unterhause bezeichnete gestern der Staatssekretär des Aeußern Sir Edward Grey das in der Presse über einen Besuch eines britishen Geshwaders in Kron- stadt im Monat Mai aufgetauhte Gerüht als ganz grund- los und erklärte, daß ein solher Besuch von der Regierung überhaupt nicht in Erwägung gezogen worden sei. Der Premierminister Sir Henry Campbell Bannerman fündigte sodann an, daß das Haus aus Anlaß des Pfingst- fes am 16. Mai vertagt werden solle, und gab einen Ueber- lick über die noch vor den Pfingstferien zu erledigenden Vor- lagen. Hierauf trat das Haus in die Beratung der auf der Tagesordnung stehenden Fnterpellationen ein.

Der Unterstaatssekretär im Kolonialamt Churchill führte, obiger Quelle zufolge, in Beantwortung einer Anfrage aus, daß die r nos beschlossen habe, dem of von dem Parlamente Trans- vaals angenommenen Geseze ihre Zustimmung zu geben, das strenge Bestimmungen bezüglih der in Transvaal sich aufhaltenden ¿ngtie@en indischen oder anderen Asiaten trifft. Aehnliche Maßregeln seien bereits im vorigen Jahr von dem geseßgebenden Rat Transyaals getroffen, damals aber yon der englischen Regierung nicht beslätigt worden. Die Regierung habe jeßt dem Geseß ihre Zu- \stimmung erteilt, weil es die einstimmige Autorität des jüngst von der mit verantwortliher Selbstverwaltung ausgestatteten Kolonie gewählten Parlaments hinter sich habe. ec liberale Abg. Lea

stellte an die Regierung die Frage, ob sie an dem verfassungsmäßigen Febrand festhalte, daß bei allen ede ten Mgen önigs mit fremden Souveränen oder Ministern, bei denen es \\ch um Tg ge meiten handle, ein dem Parla- ment verantwortlicher inister zugegen sein solle, und ob über die Zusammenkünste des Königs mit fremden Souveränen oder Ministern in bezug auf Staatsangelegenheiten während der Mittelmeerreise irgendwelhe Aufzeihnungen gemacht worden seien. Der Staatssekretär des Auswärtigen Sir Edward Grey verlas hierauf eine schriftlihe Erklärung, in der es heißt, die Gepflogenheit, daß der König bei Abwesenheit von der auptstadt stets von einem Minister begleitet werde, sei niemals tren Let tet worden. Der Besu des Königs in Cartagena sei ein zeremonieller Gegenbesuch auf den Besuh des Königs von Spanien in England, der Besu beim Könige von Italien in Gaöta dag? ca ein rein privater gewesen. Bei allen Verhandlungen über Stîa ange Nees werde an dem verfassungsmäßigen Gebrauch und an der Verantwortlichkeit der Minister festgehalten.

Frankreich.

_Jn Denain (Departement N sind gestern zwei an ti- militaristishe Heßer, der Gastwirt Goupez und der Sekretär der kommunistishen Vereinigung Roulot, ver- haftet worden, weil sie in einer Versammlung zu Totschlag und Plünderung aufgefordert hatten. Die S Add und revolutionären Vereine von Denain, Valenciennes und anderen Orten haben, „W: T/B.“ gufotge, beschlossen, Versammlungen A E um gegen die Verhaftungen Einspruh zu er-

eben.

Rußland.

Die russish-japanische Konferenz zur Beratung eines

andelsvertrages hat gestern im isen des Aeußern eine Sizung abgehalten und, „W. T. B.“ zufolge, den Wortlaut des Vertrages selbst sowie der Separatartikel, des Protokolls und der diplomatischen Noten über die speziellen Konzessionen, die beide Seiten einander gewähren, festgestellt.

Der Rei chsrat hat gestern étkstbituria die durch die Duma angenommene M Lar lage über die Bewilligung von 6 Millionen Rubel zur Unterstüßung der von Lunge as betroffenen Provinzen sowie in geheimer

ißung den Geseßentwurf, betreffend das Nekrutenkontin- gent für 1907, angenommen.

Auf Grund des Artikels 87 der Staatsgrundgeseze treten heute eine Anzahl von Verordnungen außer Kraft, weil die Vorlagen, durch die sie sanktioniert werden sollten, in der Reichsduma nicht erledigt orer E Von diesen sind, „W. T. B.“ zufolge, besonders zu erwähnen: die Verordnungen, betreffend die Einführung der Feldgerichte, die zolUlfreie Einfuhr der Naphtharükstände sowie die Errichtung von Posten zeitweiliger General- gouverneure des südlichen Montangebiets und von Kronstadt. An Stelle des leßteren ist für zwei Zahre der Posten eines Ober- hefs von Kronstadt mit den Rechten des Kommandierenden des Militärbezirks| und des Festungskommandanten geschaffen und Lee der tiaherige eitweilige Generalgouverneur von Kronstadt, Generalleutnant wanow , bestimmt worden.

A þ VA Portugal. )

p x G TASE Ai Nah einer M m des „W. T. B.“ ist das Ministerium

in folgendèr Weise eñbgültig umgebildet.worden: Auswärtige

Angelegenheiten Luciano Monteiro, Justiz Teixeira breu, Finanzen Martino Carvalho. B s

Velgien.

Das Ministerium is, nach einer Meldung des „W. T. B.“, in folgender Weise gebildet worden : Präsidium und Jnneres de Trooz, Finanzen Liebaert, Justiz Renkin, Eisenbahnen Helleputte, Jndustrie ci Kunst und Wissenschaft Descamps, Krieg Hellebaut, E Angelegenheiten l’Avignon, öffentlihe Arbeiten

elbeke.

Schweden.

Der Reichstag beriet in seiner gestrigen Sißung den Regierungsentwurf, betreffend das Uebereinkommen des Staats mit der Norbotniska Actiebolag, nah dem der Staat die Hälfte der Aktien der Gesellschaft übernehmen und das Recht erhalten soll, das Eigentum der Gesellschaft nah 25 Jahren unter der Bedingung zu erwerben, daß die Gesellschaft das Recht erhält, insgesamt 933/, Millionen Tonnen Erz innerhalb der nächsten 25 Jahre auszuführen. Die Erste Kammer nahm den Regierungsentwurf mit 112 gegen 10 Stimmen, die Zweite Kammer mit 134 gegen 80 Stimmen an.

Amerika. Einer Meldung des „W. T. B.“ zufolge hat der Kongreß von San Salvador die Regierung zur Aufnahme einer Anleihe von fünf Millionen Dollars ermähtigt.

Asien.

__ Unter der Vorausseßung, daß der Schah von Persien sich bereit erklärt, der Verfassung gemäß mit dem Parlament zusammen zu arbeiten, hat, „W. T. B.“ zufolge, Emin es Sultaneh den Posten als Ministerpräsident und Minister des Jnnern angenommen. Sämtliche Minister haben gestern den verfassungsmäßigen Eid geleistet.

Parlamentarische Nachrichten.

Die Schlußberihte über die Jg Sigzungen des Reichstags und des Hauses der Abgeordneten befinden sih in der Ersten und Zweiten Beilage.

Fn der heutigen (45.) N des Reichstags, welcher der Staatssekretär des Reichspostamts Kraetke, der Staatssekretär des Reichsshaßamts Freiherr von Stengel, der Staatssekretär des Auswärtigen Amts von Tschirsch ky und Bögendorff, der Präsident des Reichsmilitärgerichts, General der Jnfanterie Linde und der stellvertretende Direktor der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts Dernburg beiwohnten, wurde der schleunige Antrag Albrecht u. Gen. auf Einstellung einer gegen den Abg. Bebel bei dem Amtsgericht Spandau s{hwebenden Privat- klagesahe für die Dauer der gegenwärtigen Session ohne Debatte angenommen. j:

Darauf nahm das Haus die D: über die e Postetat eingebrahten Resolutionen vor. ngenommen wurden: 1) die Resolution des Zen-

trums, betreffend die Bearbeitung der Maoassen-

auflieferungen von Drucksahen an den Vorabenden der

Sonn- und Feiertage, und betreffend den Schaltershluß für Paketauflieferung an denselben i 2) die Kefolution Ablaß ayf 11/fahe Anrehnung des Nacht- und Sonntags- dienstes; 3) ‘die Resolution der Budgetkommission, betreffend die Muna der bera einer Reihe von Beamtenkategorien ieses Ressorts. Die NRe- solution Ablaß, den Reichskanzler zu ersuchen, eine Aenderung der Personalordnung für die mittlere Beamten- Qs herbeizuführen, wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, der drei linksliberalen Parteien, der wirt- \chaftlihen Vereinigung und der baben Reformpartei ah- elehnt, die Eventuairesolution auf Anstellung von Erwägung in derselben Richtung dagegen fast einstimmig angenommen.

Es folgte die Abstimmung über die esolution Gamp, betreffend die Gewährung der Ostmarkenzulage an die Reichsbeamten im Ressort der Post- und Tie verwaltung, mit dem Amendement Pachnicke, diese Zu age als „unwiderruflih“ zu gewähren.

Das Amendement wurde vom Hause gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen. Die Annahme der Resolution Gamp in dieser modifizierten Fassun erfolgte in namentlicher Abstimmung mit 188 gegen 149 Stimmen. Die Resolution von AEROLN und Everling, den- selben Gegenstand betreffend, war damit erledigt. Ebenso Gu Resolution Graf Hompesh und Genossen

ntr.): „den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, im Interesse der ländlichen Bevölkerung eine weitgehende Erleichterung der Telephoneinrihtung und Telephonbenußung in den kleinen Ortschaften eventuell unter gerechterer Repartierung der Kosten zwischen Stadt und Land, herbeizuführen,“ gegen die Linke angenommen. Ueber die gesperrten Worte wurde auf Antrag des Abg. Dr. Wiemer (fr. Volksp.) be- sonders abgestimmt; die Annahme erfolgte gegen die Stimmen der Linken und der Nationalliberalen. Zum Schluß gelangte auch die Resolution Ablaß, betreffend die Er- mäßigung des Tarifs für Blindenschriften, zur Annahme. D wurde die Etatsberatung bei dem Etat für das Reich8militärgericht fortgeseßt. (Schluß des Blattes.)

Jn der heutigen (59.) Sißung des S der Abgeordneten gelangten zunächst die Novellen zu dem Geseg, betreffend die Pensionierung der Lehrer und Lehrerinnen an den öffentlihen Volksschulen, und zu dem Geseß, betreffend die Fürsorge für die Witwen und Waisen der Lehrer an dfenthihen Volks- schulen, Ju zweiten Ln,

Die Vorlagen entsprechen den bereits beratenen Novellen zum Pensfions- und Reliktenversorgungsgesch für die unmittel- baren Staatsbeamten; insbesondere wird die Lehrerpension gleichfalls auf 29/4 des Gehalts vom zehnten Dienstjahre ab erhöht und steigt bis zu 4/5.

Die Abgg. Dr. von Campe (nl.), Dr. Dittrich (Zentr.), Pallas ke (kons.) und Rzesnißek (freikons.) haben einige Abänderungsanträge eingebracht, die sich den an dem Pensionsgesez für die Staatsbeamten vom . Hause vor- genommenen Abänderungen durchaus anschließen und namentli auch bestimmen, daß die Dienstzeit vor Beginn des 18. Lebens- jahres (stait des 21.) bei der Bemessung des Dienstalters E As ap |

e gg. Bartling (nl.), Cahensky (Zentr.), Dr. Lo- tihius (nl.) und Genossen haben ferner eine Ergänzung der Vorlage dahin beantragt, daß den Lehrern und Lehrerinnen die Wahl frei- stehen soll, ob sie in der alten Elementarlehrer-Witwen- und -Waisen- ne verbleiben oder si den Bestimmungen der Vorlagen unterwerfen

en.

Abg. Sittart (Zentr.) betont die seltene Einmütigkeit, die das Haus bezüglih der __ beiden Gesegentwürfe bewiesen habe. Die Witwenpension müsse eigentlih im Mindestfalle eine Mark tägli, 360 Æ im Jahr betragen. Einen dahingebenden Antrag werde er aber niht stellen, da er keine Annahme finden würde. Dafür bitte er die Königliche Staatsregierung, gegenüber den Witwen, die von den Geseßen nit betroffen werden, recht weitherzig zu sein. Der Redner erörtert an der Hand konkreter Beisptele, wie bedrängt oft die Lage der Lehrerwitwen fei, und bi1tet den Minister, bei Untersuhungen über die Bedürftigkeit der Lehrer- Een in Zukunft den Kreisschulinspektor und niht die Polizei an- zuhören.

Minifterialdirektor D. Schwarßkopff: Der Herr Minister ist leider durch unabweisbare andere Geschäfte aUaTBZIES i hier zu ein. Jch kann erklären, n die Wünsche des Vor- redners bezüglih der Verhältnisse der Lehrerwiiwen durhaus dem Minister bekannt sind, und daß der Minister wünscht, daß bet der Regelung der Verhältnisse in durhaus schonender Weise vorgegangen und den Witwen nah Möglichkeit ihre chwere Lage erleichtert werde.

Abg. Cahensly (Zentr.) führt aus, daß die nassauischen Lehrer nah einer Erklärung zu dem Pensionsgeseß von 1899 in der alten Reliktenkafse geblieben seien, weil deren Leistungen weiter gingen als das Geseß von 1899; da nun aber die Vorteile der vorliegenden Vorlagen größer seien, so wünschten die Lehrer von jener Erklärung entbunden zu sein. Der Redner empfiehlt deshalb, daß die einschlägigen Bestimmungen des Pensions- geseßes von 1899 au auf diejenigen Lehrer Anwendung finden sollen, welche am 1. April 1907 Mitglieder der dort bezeichneten Kassen oder Berautettungra waren. (ul) bef

g. Dr. Lotichius (ul.) befürwortet den Antrag, daß es den L-hrern freigestellt bleiben folle, in der alten Witwen ut Waisen» kafse zu bleiben oder si den Bestimmungen dieser Vorlagen zu unter- werfen. Es set durGaus gerecht, den Lehrern und Lehrerinnen die freie Entscheidung darüber zu überlassen. Jn erster Linie betreffe dies die nassauishen Lehrer, aber es könnten wohl auch in anderen Provinzen ähnliche Verhältnisse wie dort bestehen.

Die Abgg. Pallaske (kons.) und Dr. von Campe (nl.) empfehlen die den Aenderungen des Pensionsgesetes für die Staats- beamten entsprechenden Abänderungsanträge.

Darauf werden die beiden Novellen mit den sämtlichen gestellten Abänderungsanträgen angenommen.

(Schluß des Blattes.)

Dem Reichstage sind die Entwürfe cines Gesetzes über den Versicherungsvertrag, eines zugehörigen Ein- En Age ees und eines Gesehes, betreffend Aende- rung: der orshriften des Handelsgeseßbuchs über die Seeversicherung, zugegangen. .

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Dem Hause der Abgeordneten is der Entwurf eines Geseßes, betreffend die Erweiterung des Stadt- kreises Crefeld, nach dem die zwischen der Ältstadt Crefeld und dem neuen Stadt- und Hafengebiete Crefeld - Linn ge- legenen Landgemeinden Boum - Verberg (8389 A) und Oppum (5381 Einwohner) aus dem Landkreise e ausscheiden und dem rund 111000 Einwohner zählenden

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20. April 1907, betr.

tadikreise Crefeld einverleibt werden sollen, nebst Anlage (Vertra er Sledt Crefeld mit den beiden Landgemeinden j Vaotün ung und einer Karte zugegangen.

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Nr. 18 des „Eisenbahnverordnungs3blatts*“ eraus- egeben im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, vom 1. d. hat olgenden Inhalt : Ee des Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 9 usbildung und Prüfung für den höheren Staatsdienst im Baufah; vom 20. April 1907, betr. Aenderung der Staatsbahnwagenvorschriften. Nachrichten.

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

In einer in Côln abgehaltenen Delegiertenversammlung des Arbeitgeberverbandes für das Maler- und Anstreicher- gewerbe inRheinland und Westfalen berichtete, der „Köln. Ztg." zufolge, der Vorstand, daß in einer Rethe von Ortsverbänden die Verhand- lungen über Tarifabshüsse hauptsählich deshalb noch nicht zum Ab- {luß gekommen seien, weil die Gehilfenschaft an dem gemeinsamen Ablaufêtermtine Anstoß nehme und in dem Glauben set, daß an diesem Tage eine allgemeine Aussperrung erfolgen solle. Die Versammlung beschloß jedo, am 31. Dezember 1908 als Ablaufstermin unter allen Um- ständen festzuhalten, und gab zuglei die Versicherung, daß man gar nicht daran denke, am 31. Dezember 1908 eine Sperre zu verhängen. Es wurde ferner beschlossen, einem Antrage der Gehilfen, über die für alle Tarife gültigen Bestimmungen gemeinsam zu verhandeln, stattzu- geben und sämtliche bisher bewilligten Lohnerhöhungen wieder rüd- gängig zu mach:n, falls der Friede bis zum 6. Mai nicht gesichert erscheint.

1 Wie die „Kölnishe Volkszeitung“ meldet, ist der Streik der Erzbergleute in Lothringen beendet und die Arbeit wieder aufgenommen worden. Die Verwaltung der Rombacher Hütten- werke gab entgegenkommende Erklärungen ab. (Vgl. Nr. 105 d. Bl.)

In Barmen haben, nach der „Köln. Ztg.“, die Riemengan g- \chlosser in den meisten Maschinenfabriken die Arbeit ntiedergelezt, weil ihre Forderung der neunstüadigen Arbeitszeit und einer zehn- prozentigen Lohnerhöhung abgelehnt wurde. ;

In Königsberg i. Pr. haben, wie „W.T. B." meldet, gestern vormittag die Stauerarbeiter auf allen Schiffen des dortigen Hafens die Arbeit niedergelegt. Mit dem Dampfer „Guahyba" {find gestern vormittag 408 auswärtige Stauerarkeiter cingetroffen. Cine gestern abend abgehaltene Versammlung dec Hafenarbeiter hat nah Keanntnisnahme der Erklärung der Arbeitgeber (vgl. Nr. 106 d. Bl ) eine Resolution gefaßt, in der es heißt: „Der bloße Umstand, daß Hana etes nit organisiert sind, ist für die Mitglieder des Ver-

andes kein Grund, das Zusammenarbeiten mit ihnen abzulehnen. Die Verbakdsmitglieder müssen sich aber das durch die Gewerbeordnung gewährleistete Reht vorbehalten, das Zu- sfammenarbeiten mit s\olhen Personen zu verweigern, von denen sie in ihrer Ehre s{chwer gekränkt und zum Zwecke der Bestrafung denunziert sind. Gleichzeitig erklärt die Versammlung, das Eintgungsamt des Königsberger Gewerbegerihts als Vermittler an Diese Resolution sollte heute den Needern unterbreitet werden.

In Nordhausen sind, wie ,„W. T. B." mitteilt, wegen Be- teiligung an der Maiîfeier von mehreren dortigen Tabakfabriken insgesamt etwa fünfhundert Arbeiter ausgesperrt worden.

Wie die „Offenbacher Zeitung“ meldet, hat am Mittwoch der Verband der Metallindustriellen von Frankfurt a. M. und Umgegend aus Anlaß des Autstandes der Offenbacher Metall- arbeiter keschlofsen, 8 mit den Offenbaher Metallindustriellen folidarisch zu erklären. Ta werden am 25. Mat 60% der Metallar beiter in den Fabri gegend ausgesperrt werden.

Nach einer vom ,W T. B.* übermittelten Meldung der „Zeitzer Neuesten Nachrichten“ sind auf der Grube „Gottlob“ bei Theißen sämtlihe Bergleute in den Ausstand getreten, weil das Werk die Bestrafung einiger Bergleute, die gegen den Kontrakt an der Muaiïfeier teilgencmmen haben, nicht zurücknehmen wollie. Auch auf eintgen anderen Werken des Zetther und Weißenfelser Reviers ruht aus demselben Grunde der Betrieb vollständig. Auf anderen Werken ist die Belegschaft nur bedtngungsweise eingefahren; sie erwartet, daß die Bestrafung nach- träglih zurüdgenommen werde.

In Wien hat, wie „W. T. B.* berichtet, ein Ausstand der Speditionsarbeiter und Mösöbelpolierer, der gestern früh begann, im Laufe des Tages an Ausdehnung gewonnen; es sind im ganzen elwa 2000 Ausftändige. Es kam wiederholt zu Zusammen- ffößen zwishen Ausständigen und Arbeitswilligen, sodaß die Polizei einschreiten Ee 20 Verhaftungen wurden vor- genommen. Die zwischen ten Arbeitgebern und Arbeitnehmern ge- pflogenen Unterhandlungen sind ergebnislos verlaufen

In Marseille sind, dem ,„W. T. B.* zufolge, die Arbetter mehrerer großen Oel- und Seifenfabriken wegen Verweigerung einer S in den Ausftand getreten. Man befürchtet, daß der Aucstand auf \sämtlihe Oelfabriken, die zusammen gegen 20 000 Arbeiter beschäftigen, übergreifen wird.

Aus Mons wird der „Köln. Ztg.“ telegraphiert: Auf der Kohlengrube Havre sind sämtlihe tausend Bergleute wegen verwetgerter Lohnerhöhung in den Ausstand getreten.

Die „Frankfurter Zeitung“ meldet aus New Vork: Die Frachtverlader und Kohlenschaufler der Red Star-, der Are Sts und der American Line sind in den Ausstand eingetreten.

en von Frankfurt a. M. und Um-

Kunft und Wissenschaft.

__ Die Königliche Akademie der Wissenschaften hielt am 18. April unter dem Vorsiß ihres Sekretars Herrn Vahlen eine Gesamtsizung, in der S Burdah über zwei \chlesisch- bôhmishe Formelbücher in lateinisher und deutscher Sprache aus dem Anfang des 15. Jahrhunderts las. Eine Sammelhandschrift des Prämonstratenserklosters Schlägl in Ober- diterreih enthält ein lateinishes Briefmusterbuch oberlausißish-\{chlefi\ch- böhmisher Herkunft und ein größeres aus dem Grenzgebiet zwischen Schweidniß und Prag. Verfasser der theoretishen Abhandlung des ¿weiten, i. J. 1407 entstandenen Formelbuchs, das für eine AON An- as lateinischer Briefe auch eine deutsche &assuy gibt, is wahr- cheinliq Anfelm von Frankenstein. Beide Formeibücher sind wichtig für die Geschichte der ostmitteldeutshen Kanjleisprahe. Die . Akademie genehmigte die Aufnahme etner in der Sißzung der physikalish- mathematishen Klasse am 21. März von Herrn Branca vorgelegten Arbeit des Professors Dr. Gorjanovié- Kramberger in Agram „über die geotektonishen Verhält- nisse des Agramcr Gebirges und deren Folgeerschei- nungen" in den Anhang zu den „Abhandlungen“. Das Agramer Gebirge bildet einen Faltenhorst ; und die Spalten, von denen diefer umgrenzt wicd, gaben Veranlassung zur Entstehung von Eruptionen und Erdbeben. Aber andererseits wurden auch durch den unter dem Gebirge liegenden peripheren Magmaherd Dislokationen und in deren Gefolge Erdbeben erzeugt, die daher einen Beweis für die „vulkani- {hen Beben im weit:ren Sinne* bilden. Alle stärkeren Agramer Beben, die \tets an derselben Stelle, aber in wechselnder Tiefe thren Siy haben, find hierher zu renen.

Die Akademie hat zu wissenschaftlichen Unternehmungen durch die philofophis-historisd e Klasse bewilligt: dem Reglerungöbauführer Ern Herzfeld in Berlin zur Drucklegung seines Werkes „Samarra, Vufaalmta und Untersuhungen zur islamishen Archäologie“ 600 ; dem Dr. Georg Möller, z. Zk.

in Kairo, gf Aufnahme der Inschriften von Hatnub 600 46; dem Pfarrer . Tümpel in Unterrenthendorf zur Herausgabe von Band 4 des Werkes „Das deutsche evangelishe Kirchenlied des 17. Jahrhunderts“ nach den Materialien des verstorbenen Oberpfarrexs D. Albert Biber 600 M“

Die philosophisch-historische Slafse hielt am 25. April unter dem Vorsiß ihres Sekretars Herrn Vahlen eine Sizung. Zunächst las Herr Pischel über „Das Kuntäpasükta auf

I E s wurde gezeigt, daß dieses im Volkstone gehaltene ted ursprünglich auch in einem Volksdialekte abgefaßt war, und daß es am Ende des Krieges gedihtet wurde, den das Mahäbhärata hildert. Dieser Krieg erhält durch das Lied seine historishe Beglau- igung, und es wird wahrscheinli, daß das Ur-Mahäbhärata wirk- [ih unter Janamejaya, dem Sohne des Pariksit, entstanden ist. Herr Harnack legte eine Abhandlung: über die Zeitangaben in der Apostelgeschichte des Lukas vor. Ja der Abhandlung werden die Zeitangaben (die Verknüpfung mit der Zeitgeshichte; die bestimmten Angaben von Jahren, Monaten und Tagen; die An- führungen von Festzeiten; die unbestimmten Zeitangaben) untersucht, und es wird gezeigt, welhe Bedeutung diese chronographischGen Be- merkungen für die Bestimmung der Glaubwürdigkeit des Buchs und für die Erkenntnis seines streng -einheitlihen Charakters haben. Herr gil chel legte eine Abhandlung des Privatdozenten Dr. E. Sieg in Berlin vor: Bruchstück einer Sanskrit- Grammatik aus Sängim Aghïz in Chinesish-Turkistan. Das Bruchstück enthält etwa drei Kapitel ciner Sanékrit-Grammatik, die sich in zwei Kapiteln fast wörtliß mit dem Kätantra deckt, während ein Kapitel seiner Herkunft nah zweifelhaft bleibt. Durch das Bruchstück wird die richtige Lesung einer Anzahl bisher un- bekannter oder unsiherer Zeichen der Brähmï-Schrift festgestellt.

In der an demselben Tage unter dem l, ihres Sekretars Herrn Auwers abgehaltenen Sißung der physikalisch-mathe- matischen Klasse las Herr Vogel über die Konstruktion eines neuen Spektrographen. Die immer weiter sih steigernden Anforderungen an die Stabilität der Spektrographen, welche zur Be- stimmung der Nee tens der Sterne im Visionsradius dur Messung der äußerst geringen Verschiebung der Spektrallinien Verwendung finden, hat den Vortragenden dahin geführt, einen Apparat zu konstruieren, dessen Gehäuse nit aus einzelnen Metällieilen zusammengesetzt ist, sondern aus einem einzigen Gußkörper besleht. Als Material hierzu wurde Nickelaluminium verwendet. Diese Metallegierung besißt neben dem Vorteil großer Leichtigkeit eine große Steifigkeit. Der s{wierige Guß des komplizierten- Gehäuses i wohlgelungen, und der Apparat besigt eine außerordentlih große Stabilität, besonders auch in bezug auf Torsfionswirkungen. QDer- selbe legte eine Abhandlung des Observators am Astros physikalishen Observatorium zu Potsdam Dr. H. Ludendorff über die Bahn des spektroskopischen Dopvelsterns ß Arietis vor. Der Stern wurde von H. C. Vogel 1903 als spektroskopisher Doppelstern erkannt. Auf Grund der Avsmefsung von 76 Aufnahmen des Spektrums konnte Verfasser die Bahnelemente ermitteln. Die Umlaufs3zeit ergab sich zu 107 Tagen, der Minimalwert für die halbe große Achse der Bahn zu rund 23 Millionen Kilometer. Die Ex- zentrizität 0,88 ist die größte, die bisher bei einem spektroskopischen Doppelstern gefunden wurde.

Land- und Forftwirtschaft.

Saatenstand in Rußland.

Der Kaiserlihe Konsul in Libau berihtet unterm 25. v. M, : Die Weizen- und Roggenfelder haben im westlihen Kurlande nicht gleilhmäßig gut überwintert, Een an höheren ungeshüßten Stellen durch Kahlfröste und Nordwinde gelitten. Desgleichen sind früh gepflanzte Sommersaaten hier und da vom Froste aus8gezogen und müssen erneuert werden.

Die Bestellung der Felder ist zwar überall in Angriff genommen, rüdckt aber langsam vor. Im Vergleih zum Vojahr sind die Früh«- jahrsarbeiten sehr im Rückstande.

Die Witterung ist andauernd ungünstig und au die Vegetation \chwach entwickelt.

Getreidemarkt in Genua und Savona.

Der Kaiserlihe Generalkonsul in Genua berichtet unterm 27, y. M.: Der Getreidemarkt war auch in ten Monaten Februar und März d. I. sehr ruhig und untätig. Die Donau- und Taganrog- häfen- waren geschlossen, und in Sultna, Kustendje und Novorossisk waren die Vorräte sehr klein, sodaß nur wenig Ware für Italien zur Verschiffung kam. Diese Situation is indessen von den hiesigen Wiederverkäufern, namentlih von den kleineren Inlandmühlen, aus- genußt worden. Sie verkausten ihre im November und Dezember zu billigen Preisen geshlossenen Kontrakte unter Erzielung eines reichs lihen Gewinns und deckten ihren Bedarf mit einheimishem Weizen, welcher sehr billig war. " An Hartweizen waren die Vorräte in Novorofsisk sehr beschränkt, und es kamen deshalb nur einige wenige Partien zur Verschiffung, für die man folgende Preise bezahlte : : im Februar . . 10 P. Februarverschiffung 203/z3—!/, Le cif, im März . . 10 P. Märzvershiffung 201!/z—3/z Fr. cif, Nordamerikanisher Hartweizen wurde zwar zu nachstehenden Preisen: Durum 1 Duluth 0/0 Seabord Inspection für März-April à 181/3—18,00 und 177/z Fr. cif gehandelt, und namentlich der Süden kaufte größere Mengen an. Maccaroni T New York für Mai- oder Junivershiffung in Verkäuferswahl ift à 17,75, 17/s, 173 Fr. cif Genua gehandelt worden. 7 Mitte Februar kamen bereits die ersten Angebote für Taganrog- ware per Verschiffung innerhalb 3 Wochen nah offizieller Sciffahrts- eröfnung auf den Markt. Die Preise betrugen für Taganrog 9 P. 36 Fr. 193/z und 19} cif. Nur wenige Käufer machten sich indefsen diese billigen Preise. zunuße, weil man allgemein auf einen Preis- rückzang rechnete. Nah ungefähr 10—15 Tagen stiegen jedoch die reise rash auf 19/3, 19,75 und 20,00 Fr. per oben genannte Ver- chiffung und 19,75 Fr. per April, Mai und Juni. Als sodann anfangs März Süditalien als starker Käufer auftrat und auch die Zufuhren in Taganrog sehr gering waren, f\teigerten die Expotteure die Preise noch mehr. ._ 8 Mitte März wurde gezahlt für 9,36: : Verschiffung 3 wöchentl. Eröffnung 20,50 Fr. cif, Ÿ Mai » Jt «M o s Diese Hausse wirkte beruhigend auf die Neapolitaner Käufer. Sie zogen sih vo:n Markt zurück, und da auch die Verkäufer keinen rehten Glauben an ihre Preise hatten, fielen die Preise Ende März wteder auf: 201/;¿—/ Fr. für 9 P. 36 per M Seiilang und 20,00 L E A ai - Verschiffung. Norditalien hatte bis dahin fast gar keine Taganrog-Ware gekauft. Während der Monate Aga dey wurde mit dem Ursprung Sulina u. Kustendje nur sehr wenig und meistens nur geringe Quali- täten Weichweizen gehandelt, wie: 75/76 3 9% per Februar zu 15,25 bis 3/, Fr., während die gleihe Qualität von den Wiederverkäufern zu 14’/z Fr. und 165 Fr. verkauft wurde. Im Monat März machten die Bauernaufstände in der Moldau das Geschäft mit dem Ursprung ganz unmöglich, die Zufuhren vom Inland nach den Verschiffungshäfen hörten auf, sodaß die Exporteure keine Ware mehr vers{hifen konnten und Verlängerung des Verschiffungstermins für ihre Märzverpflihtungen zu verlangen gezwungen waren. Die meisten Käufer haben, troßdem sie Mangel an Weizen hatten, diesem Ver- langen pas egeben, da fie befürhteten, daß sonst die Exporteure die Kontrakte baa t nicht erfüllen würden. Ende März waren denn au keine Verkäufer mehr am Ursprung zu finden, oder nur zu ganz unmöglichen Preisen, wie: 16 Fr. cif für 75/76 30°/9 April, 17,50 Fr. cif für 77/78 2 9/0 April. Die Wiederverkäufer maten d diese Situation zunuße und haben besonders in Genua ihre billigen Kontrakte zu guten Preisen, teils an hiesige kleine Mühlen, welhe keinen Weizen mehr hatten,

teils an Spekulanten zur Dflteiag ebracht. Die erzielten Preise waren jedoch F bis 1 Fr. unter den esprunaopetifen und stellten si,

wie folgt:

75/76 30/6 März 1523/3, 15,50 Fre.,

75/76 3 9% April 151/,, 153%

77/78 29% März 16,00,16/ „. Näcolatieff ift gleich anfangs Februar auf 18 Fr. gestiegen für 9. 4 %/%, da au dort Mangel an Ware herrshte , wvälbei h TA auten noch ftarke Deckungen brauchten. Dieser Preis h G Jedes nur solange, als die Nicolatef-Schiffahrt ges{chlossen war.

ach Eröffnung gingen die Preise auf: 17,25 Fr. für 9,30 4 */s

März und 17 Fr. für 9,30 5 0/6 April zurück und beliefen fich Ende März auf: 16,80—85 für 9,30 5 % prompte Verschiffung nnb 16,90—17 für 9,30 4 9%/% prompte Verschiffung.

In Genua verfügbare Ware wurde indessen bis zu 18,50 Fr. frei T ehandelt, da die kleinen Mühlen fast ohne Ware blieben. Die großen Mühlen hatten dagegen Vorräte und kauften nit.

Troßdem die Donauprovenienzen versagten blieb das Geschäft in Plataweizen auch während der Monate Fe ruar-März ganz unbedeutend. Nur einige kleine Sendungen, wekche unverkauft in Genua eintrafen, wurden zu guten Preisen abgeseßt und es wurde gezahlt für: Barletta e/o Ungaro 79/80 à 16/¿—16,75 und 16,59 eif. Große Ouantitäten auf Verschiffung fanden indessen kine fer, da die großen Mühlen mit Wetijen versehen waren und die kleinen Mühlen nur die Waren kauften, die thnen am Plage offeriert wurde.

Mais ift im Februar etwas flauer geworden; man cotierte :

Foxancolaré 112/¿—11} Fr. für April 11,00—10?/s - s Mai-Juni. Die Wiederverkäufer offerierten und handelten sogar à 10*/; bis 10,75 Fr. per April. Im März sind die Maisofferten ganz vom Markt verschwunden, jodab nur ganz geringe unkontrollierbare Quantitäteæ von Wiederverkäufern gehandelt wurden.

Ende Februar und Anfang März sind größere Partien Plata- hafer in Genua eingetroffen und prompt namentlich nah der italienishen Schweiz verkauft worden zum Preise von 14,75, 14/s und 15,00 Fr. cif. für 45/46 Kos. {were Ware. Donauhafer wurde nicht gehandelt.

Die Getreidevorräte und die Preise für den Doppelzentner stellten si, wie folgt: I. in Genua.

Im Monat Februar :

Vorräte unverzollt Preise inländisch Weichweizen. . 19 400 15,50—18,50 Lire elen L XOOD 16,50—20,25 , 25,50 Lire E «s AZ2OO 12,00—13,25 ,„ 17,00—17,25 Lire Pfer ee 0D 1425—14,50 , 19,50 Lire o E 400 13,75 Lire

Im Monat März:

Weichweizen. . 14000 16,25—18,00 Lire

E lvelzen ca O 16,00—21,00 ,„ 26,00—26,50 ,„ O at e e O QUO 11,75—13,25 Haler L O 12,75—14,50 , DAIEN 56 14,00—14,50 , IT. in Savona.

Preise am 28. Februar 1907 25,00—27,09 Lire

31. März 1907 Weizen 26,00—27,00 Lire Gerste .

D 6 Eingeführt wurden im Februar 1907: Nichts.

März 1907: 5870 dz Hafer. Auf Lager verblieben Ende Februar 1907: 1680 dz Weizen. «„ März 1907 : 1020 dz Hafer.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiten und Absperrungs- maßregeln. Türke i.

Der internationale Gesundheitsrat in Konstantinopel hat in Ab- änderung seiner Verfügung vom 5. März (vergl. „R.-Anz.*“ vom 25. März Nr. 75) unterm 17. April folgendes verfügt: In Anbetracht der besonderen Verbältnifse des Hafens von Jaffa sind die Shiffe, die diesen Hafen ledigli, um fih der Desinfektion zu unterziehen, anlaufen, ermächtigt, die.Desinfektion an Bord selbst auszuführen, falls fie eine Kammer ad hoc baben; die Ausführung hat unter der unmittelbaren Ueberwahung des Sanitätsarztes der Stadt zu erfolgen. Die Anwendung dieser Verfügung kann im Falle s{lechten Wetters niht gefordert werden.

Niederländisch-In dien. Durch Verordnung des Generalgouverneurs von Niederländish-

Indien vom 28. März d. I. is wegen Ausbruchs der Pest die Quarantäne gegen Macao (Süd-China) verhängt worden.

Verdingungen im Auslande. Rumänien.

Direktion der Schiffswerft in Tur n-Severin, 26. Mai 1907: Oeffentlihe Submission über Lieferung von Nußzholz verschiedener Art in 17 Losen. i

Serbien.

In der Kanzlei des Militärtehnishen Depots in Kragujevaßz finden mündlihe Offertverhaudlungen ftatt: a. am 27. April/10. Mat 1907 für die Lieferung verschiedener flacher, balbrunder, drei- und vier- eiger Vorfeilen; b. am 28. April/11. Mai 1907 für die Lieferung runder Schlichtfeilen, flacher, dreieckiger, dreikantiger und halbrunder Doppels(hlihtfeilen fowie von Doppelfeilen. : ,

Im Kriegsministerium in Belgrad findet am 30. April/13. Mat 19C7 eine mündlih: Offertvechandlung statt, betreffend die Lieferung von 1000 Stück Pionierkrampen aus Stahl. i

Im Kriegsministerium in Belgrad findet am 3./16. Mai 1907 eine mündlide Offertverhandlung statt, betreffend die Lieferung von 40626 Stück Lederfutteralen für Infanteriegrabshaufeln und 7000 Stü Lederfutteralen für Infanterieh2cken.

Verkehr8anftalten.

Laut Telegramm aus Efsen (Ruhr) ist die heute vormittag în Berlin fällig gewesene Post aus England infolge Sturmes auf See ausgeblieben.

Literatur.

Kurzés Anzaigen | neu erschienener Schriften, deren Besprehung vorbehalten wird.

Das preußishe Gesetz, betreffend die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten vom 28. August 1905 uad die B Ed s e ang da Lm nten dazu in der Faffung vom 15. September 1906. Nebst dem Text des de treffend die Bekämpfung gemeingefährlither fheiten, dom 30. J A E gt Da, Auel E Medizinairat, tändigem fgarbeiter der Königlichen Regierung in Breslau. in biegsamem Leinwandband 5 „& Duc U. Kerns an (Max Müller).

Vorschriften für den Geshäftsdetried der Ge E

vermieter und Stellenvermittler. Grläutert von Hoffmann. D. Aufl. Kart. 1 Berlin W. 8 Kari He manns Verlag.

Reichsgeseß zur Bekämpfung des unlauteren Wetts :

bewerdes vom 27. Mai 1896 nebst dem Rectte anu Namen § 12 B. G.-B. und § 86 B. G„V.). t vou Ghr. inger. 2. Aufl. 9 A; gedd. 11. « Berlin W. &% Franz:

N 1 ;

23,90—24,00 Lire