1907 / 110 p. 8 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

genau auf dem Wege vorwärts zu gehen, auf dem die Königliche Staatsregierung jeßt mit Ihrer Hilfe vorwärts zu kommen versucht. Dadurch verlieren die Ausführungen, die der Herr Abg. Junghann an den Fall Amerika knüpfte, wesentlich an Gewicht.

Weiter hat dann der Herr Abg. Junghann die Frage er- örtert, warum der Fiskus seinerzeit nicht in das Kohlensyndikat eingetreten wäre. Ja, meine Herren, ih weiß es nicht (Heiterkeit), denn solangé ih in meinem jeßigen Amte bin, ist mir eine derartige Proposition nicht gemacht worden. Imwmérhin ist es für einen Minister und die Staatsregierung kein leiter Entshluß, in das Syndikat einzutreten; denn in dem Augenblick, wo der Fiskus im Syndikat ijt, richten fich die Angriffe gegen die Syndikatspolitik nicht mehr dahin, sondern dann stehe ih hier als Sturmbock (sehr gut! und Heiterkeit) und muß die Interressen des Kohlensyndikats vertreten. Daß ih mich niht ohne Not in eine solhe Situation begeben möchte, wird mir auch Herr Junghann nachempfinden können.

Da gerade von Syndikaten die Rede ift, möchte ih noch auf eine Aeußerung des Herrn Abg. Crüger eingehen, der sagte: es sei do ganz unbegreiflih, daß man in einem Falle gegen das Kohlen- syndikat vorgehe und im anderen Falle #\ch für das Kali- syndikat erwärme. Ja, Herr Crüger, das kommt eben davon, daß die Verhältnisse beim Kali anders liegen als bei der Kohle (sehr rihtig!); es kommt davon, daß in einem Falle der Fiskus eine über- lieferte Stellung im Syndikat hat von der ih aber nicht übersehe, ob sie sih so erhalten kann —, während er im anderen Fall eine solche Stellung im Syndikat niht hat, und ich in beiden Fällen gelernt habe, daß das Maß von Einfluß, das der Fiétkus, wenn er nicht eine sehr starke Gewalt hat, auszuüben in der Lage ist, nicht sehr groß ist.

Nun ift darauf hingewiesen worden, daß die Erschließung des Landes eine wesentliche Beeinträchtigung erfahren würde, wenn der freie Betrieb der Bohrgesellshaften wegfällt. Es ift dabei hingewtesen auf die zahlloje Menge von Bohrlöchern, die die Bohrgesellshaften im Laufe der leßten Jahre in den Erdboden gestoßen haben. Ich möchte aber demgegenüber hervorheben, was {hon wieder- holt gefagt ist: diefe Bohrlöher sind zum größten Teil gestoßen in einer Gegend, über deren geologishe Beschaffenheit wir in der Haupt- sache Bescheid wußten (Zustimmung rechts Widerspruch links); sie sind gestoßen worden in einer Gegend, wo man annehmen konnte, auf Kali oder Kohle zu kommen, und sie würden niemals in so großer Zahl gestoßen sein ledigli der geologischen Erschließung des Landes zuliebe, sondern sie sind in dieser großen Zahl gestoßen, um auf Grund des Berggesetes zu Verleihungen zu gelangen. Zur geologishen Ershließung des Landes ist eine erheblih geringere Zahl von Bohrlöchern ausreihend, als die Bohr- geselschaften im Westen jeßt heruntergebraht haben. Im übrizen kann ich nur sagen: ich würde mih sehr gefreut haben, wenn die Bohrgesellshaften einmal im Often gebohrt hätten (lebhafte Zustimmung rets); aber die wissen ganz genau, wo was zu finden ist, und überlassen es dem Fiskus gerne, bei 500 oder 700 m im Gebirge oder Wasser stecken zu bleiben, und hüten sich, aus reinem Patriotismus an Stellen zu bohren, wo keine Aussicht ift, fündig zu werden. (Sehr gut! und Heiterkeit rets.)

Herr Abg. Junghann ist dann in eine lange und eingehende Er- diterung der Frage getreten, warum die Priyatindustrie besser produ- ziere als der Staat. Er hat zu beweisen versucht, daß unter allen Umständen die Staatsbetriebe \o ungünstig arbeiten, daß es vom volkswirtschaftlihen Standpunkt dringend zu wünschen wäre, daß die Staatsbetriebde nicht nur nicht vermehrt, sondern verringert würden. Er hat sich in legter Bes ziehung speziel auf die Auffassungen berufen, die anfangs der sechziger Jahre in der preußischen Bergverwaltung geherrscht haben, und auf seine eigenen Erfahrungen, die er zu derselben Zeit bei seinem Uebertritt aus dem Staatsdienst in den Privatdienst gemaht hat. Meine Herren, derartig weit zurückliegende Anschauungen und Beispiele sind do heute niht mehr beweiskräftig, und was im Anfang der sechziger Jahre volkswirtschaftlih rihtig war, das kann anfangs des 20. Jahrhunderts niht mehr richtig sein; im Gegen- teil. Alle Dinge ‘pflegen sich so zu wandeln, daß auch die großen den Keim ihres Niederganges in sich \{chließen, und auch die Bergbaufretheit mit allen ihren Konsequenzen, die uns zu einer großen wirtschaftlihen Blüte gebraht-hat, birgt zweifellos au hon langÒt die Keime ihres Niederganges in \sih, und es ist rihtig, wenn man bei Zeiten dafür sorgt, daß niht die Nachteile einer solchen Ent- wicklung ihre Vorzüge und thre Erfolge in Frage stellen.

Herr Abg. Junghann hat dann die Prèise des Saarreviers und des Ruhrreviers verglihen. Es ist mir, obwohl ich ziemlich nahe bei ihm saß, nicht möglich gewesen, die Zahlen alle zu verstehen. Eins kann ih ihm aber sagen: daß die Konsequenzen, die er aus diesen Zahlen gezogen hat, unzutreffend sind. Denn er hat vergessen, daß bei Berehnung der Uebershüsse der westfälishen Werke immer nur Zins und Amortisationsraten und Abschreibungen den Betrieb belasten, während bei Beurteilung der Ueberschüsse, die der preußishe Staat erzielt, immer berücksihtigt werden muß, daß er alles, was er an Neuanlagen saft, aus seinen Uebershüssen bestreitet. Es ift also naturgemäß, daß die Uebershüsse sehr viel niediger aus- sehen müssen, als fie tatsählih fein würden, wenn man in derselben Weise abrehnete, wie es die Privatgruben tun. Aber, meine Herren, ih halte es für überflüssig, überhaupt in den Streit, ob Privat- oder fiskalisher Betrieb zweckmäßiger ist, einzutkcten, weil, soweit ih es übersehen kann, ich und mit mir auch diejenigen Mit- glieder dieses hohen Hauses, die für die Vorlage sind, ja gar nicht die Absicht haben, den Staatsbetrieb ins „Ungemessene zu steigern (sehr richtig! echts), sondern nur einen Staatsbetrieb \chaffen wollen, der dauernd so groß ist, daß dem Staat ein gewisser Einfluß auf dem Markt dadur gesichert bletbt.

Herr Abg. Junghann hat dann gesagt: ja, wenn der Staat erst diesen großen Einfluß haben würde, den wir ihm aber vorläufig mit den vorhandenen Miiteln garnicht würden geben können, dann würde das eine Schraube ohne - Ende werden, dann würden die Preise unablässig in die Höhe getrieben werden, um dem Volk auf diese Weise nah Möglichkeit das Geld abnehmen zu können, und er hat auf die preußishen Eisenbahnen exewplifiztert. Meine Herren, der Unterschied zwischen den preußishen Eisenbahnen und der Kohlenproduktion liegt darin, daß ih die Frachten, die ich in Deutschland verfrahten will, niht auf englischen o der auf russischen Bahnen fahren kann, daß bezüglich des Eisenbahnfrachtverkeh rs der Staat allerdings ein absolutes Monopol hat, während bei den

\ p 2 L E ¿ [u w h; d, Tee Cra barer E wie Ert ETEZ mrd tr zEs s ATAA N M GOE UP I EMCI R M E B V I M RE-S B A Mee N (I A: GECNE T T I DIO E R ba V P i B IOLIE s U E O R E B E B E I a ai M E E E E S S E S

Kohlen, deren Preis vom Weltmarkt abhängig ift, unmögli der bôse preußische Fiskus mit seinen Preisen ins unge- mefsene gehen kann. Es trifft hier dasselbe zu, was die Herren mit Recht für das Kohlensyndikat geltend gemacht haben.

Nun will ich in keine Erörterungen darüber eintreten, ob es rihtig ist, daß die preußishen Eisenbahnfrachten so enorm hohe find wie der Herr Abg. Junghann behauptet; das liegt außerhalb meines Ressorts. Grwähnen will ich nur, daß die preußischen Eisenbahntarife dauernd im Fallen gewesen, und, meine Herren, Sie dürfen eins nicht vergessen: gerade der Staatsbetrieb ist es gewesen, der in wirtshaftlich minder ershlossenen Teilen der Monarchie, wo ein Privater niemals eine rentable Bahn hätte bauen können, den Bau von Eisenbahnen ermögliht hat (sehr rihtig! rechts); und wir wollen niht vergessen, daß die Uebershüfse, die die preußische Eisenbahn- verwaltung auf den gut gehenden Strecken erzielt, nicht zum kleinen Teile verwandt werden, um die wirtshaftlih chwachen Teile der Monarchie zu stüßen und zu fördern. (Sehr richtig! rechts.) Hier ist das eingetreten, was die Bohrgesellschaften bisher niht getan haben. (Große Heiterkeit.) Der preußische Staat i} als Eisenbahnunternehmer in diejenigen Teile der preußischen Monarchie gegangen, wo er nichts verdient; die Bohrgesellshaften sind aber immer da geblieben, wo etwas zu ver- dienen ist. (Sehr richtig! und Bravo! rets.)

Nun komme ich zu dem Herrn Abg. Dr. Crüger. Der Herr Abg. Dr. Crüger is der Ansicht, daß im allgemeinen gar keine Befriedigung über diesen Geseßentwurf herrshe, weder bet irgend einer Partei dieses hohen Hauses, noch bet der Königlichen Staatsregierung. Ja, meine Herren, inwieweit diejenigen Mit- glieder dieses Hauses, die für den Gesetzentwurf immen wollen mit ihm zufrieden sind oder nicht, das kann ih nit ermessen; ih kann nur sagen: ih bin zufrieden mit dem, was ich erreiht habe. Ich habe in meinem Leben stets das genommen, was ih bekommen habe, und in der Regel nahher noch sehr viel mehr bekommen. (Hört, hôrt! links. Große Heiterkeit.)

Der Herr Abg. Dr. Crüger hat dann nohmals die Frage aufgeworfen, warum denn eine Verlängerung der lex Gamp niht beliebt worden sei ja, meine Herren, weil sie ganz ¿wedlos und {ädlich sein würde. Wir sind uns doh über die Konsequenzen, die der Geseßentwurf, den Sie jeßt verabschieden sollen, wirtshaftlich haben wird, vollständig im Klaren; wozu alfo nochmals die Unsicherheit eines interimistishen Gesetzeniwurfs, der keinem Teile, weder der Staatsregierung, noch der Jndustrie, noch dem konsumierenden Publikum, irgendwelhen Nußen bringen kann. Die Schäden, meine Herren, die die lex Gamp im Gefolge gehabt hat, liegen nicht so sehr in ihrer Tendenz, sondern sie liegen in dem Charakter des Proviforiums, der ibr anhaftete. Wenn ni§t im Hin- bli auf die ungewisse Zukunft, die jenseits der lox Gamp lag- alles bestrebt gewesen wäre, die Uebergangszeit mit allen Mitteln auszunußen, dann würden all die Mängel, die jeßt als die Folgen der lex Gamp hingestellt werden, nit eingetreten oder wenigstens niht in dem Maße eingetreten sein, und ih habe es für eine der vornehmsten Aufgaben der Königlichen Staatsregierung gehalten, zu verhindern, daß dieser provisorische Zustand länger fortdauerte.

Nun wünscht der Abg. Dr. Crüger zu wissen, warum ih niht mehr als 290 Marximalfelder haben wollte. Jh habe schon vorhin darauf hinge- wiesen: ih hätte auch noch mehr genommen; ih habe aber niht um mehr gekämpft, als mir die 250 angewiesen wurden, weil die Gewinne dieser Felder für mi tatsählich eine mehr untergeordnete, eine mehr nebensädhlihe Rolle spielten. (Zuruf des Abg. Dr. Crüger [Hagen] : Nachher kommen mehr!) Ja, nahher kommen mehr. (Große Heiterkeit.) Glauben Sie, daß ih mih verpflihten werde, nicht mehr zu verlangen ? (Große Heiterkeit.)

Der Herr Abg. Dr. Crüger hat noch die Frage aufgeworfen, wie es käme, daß die Königlihe Staatsregierung si in einer Zeit wo ihre Politik sonst darauf gerihtet wäre, die Preise der Roh- produkte zu steigern, sich plöglich bemühte, die Preise eines Roh- produktes, nämlich der Kohle, zu verringern. Meine Herren, ih möchte hier nur darauf aufmerksam machen, daß die Kohle ein wirkliches MRohprodukt ist, während alle die- jenigen Erzeugnisse unserer Volkswirtschaft, die wir im übrigen durch Zölle geschüßt haben, einschließli der landwirtschaft- lihen Produkte, doch niht Rohprodukte, sondern das Ergebnis eines mühsamen, mehr oder minder umständlihen Erzeugun g8sprozefses sind (sehr richtig! rechts); die Kohle nit. Kohle ist ein Naturschat, den ih fo, wie er ist, aus der Erde herau3hole; Getreide ift aber

niht ein Naturschag in diesem Sinne (Abg. Kreth : Das wissen die |

Herren niht!), ich kann den Acker nicht nuten, wie einen S teinbruch oder eine Lehmgrube. (Sehr wahr ! rechts.)

Dann hat der Abg. Dr. Crüger es auch noch für notwendig ge- halten, sich mit dem Abg. Gamp meinen Kopf darüber zu zerbrechen (Heiterkeit), ob die Vorwürfe, die in der Budgetkommission gegen die Bergbeamten erhoben oder nicht erhoben seien, gerechtfectigt wären, und er hat sih bemüht, auch für mi diese Angriffe zurückzuweisen. Ich kann mich nicht erinnern, was der Herr Abg. Freikerr von Gamp damals gesagt hat. Es ist mir au ganz gleihgültig, was er gesagt hat, oder was sonst über die Qualität der Bergbeamten gesagt ist. Ich habe die Ueberzeugung, daß sie tüchtig sind und ihre Pflicht tun, und ih weiß, daß alle in diesem hohen Hause, die sie gelegentlich einmal bemängeln, im Innern ganz meiner Meinung sind. (Bravo! rets.)

Als leßtes ift dann die Frage aufgeworfen, ob der Entwurf einen Eingriff in Privatrehte bedeute oder niht. Der Herr Abg. (Crüger hat versuht, es zu beweisen, daß ein Eingriff vorliegt. UVeberzeugt hat er mich nicht. Den Grundbesißern sind nicht nur seit dem Bestehen des Berggeseßes, sondern auch {hon vorher kraft öffent- lihen Rechts die unter der Erde liegenden Fossilien entzogen gewesen ; sie sind der Allgemeinheit reserviert, und der einzelne aus der Allge- meinheit konnte sih in einem, bestimmten Verfahren die Fossilien be- stimmter Felder sichern. Wir halten dies Neservat, das öffentlich- rechtlicher Natur wird, aufrecht und regeln nur die Verleihung anders. Man kann also auch beim besten Willen niht behaupten, daß das etnen Eingriff in die privatrechtlichen Verhältnisse bedeutet.

Der Herr Abg. Crüger hat dann gesagt, es sei behauptet worden, wir wollten mit diesem Gesezentwurf quasi die Bergbaufreiheit wiederherstellen, während wir sie tatsählich vernihteten. Es wird darüber gestritten, ob die Bergbaufreiheit so, wie sie fi der Gesetz- geber im Jahre 1865 gedacht hat, heute noch befteht. Ih kann es niht zugeben. Das, was wir mit der Bergbaufreiheit haben er- reihen wollen, haben wir erreiht; aber eine Bergbaufreiheit,

die jedem, der über mäßige Kapitalien mögliht, auf Mineralien zu s{chürfen und sie sih verleihen zu laffen, besteht nicht mehr. Der Herr Abg. Crüger hat vorhin für sich die Autorität, wie ih glaube, des „Vorwärts“ in An- spruch genommen (Heiterkeit) und gesagt, dies Blatt, das ihn sonst sicher niht chüßen würde, hätte do auf Aeußerungen von ihm bezug genommen, und er könnte sih dem, was dort stände, nur anschließen. Ich bin in der glücklihen Lage, mir auch etnen Eideshelfer besorgen zu können, aber aus den Reihen der Parteigenossen des Herrn Dr. Crüger. (Große Heiterkeit.) Es ist zwar in diesem hohen Hause auf der linken Seite keine Stimme laut geworden, die für das Geseh gewesen wäre. Jh möchte aber darauf hinweisen, daß die „Frankfurter Zeitung" wiederholt und zum leßten Mal am 24. v. M. zu der Novelle Stellung genommen hat und am Schluß dieser Aeußerungen, die durchaus zustimmend lauten, beißt es dann :

Weder die Gegner, die das Geseg im Namen der Freiheit bekämpfen, noh diejenigen, die es als Shüger des Privateigentums tun, können dabei die Tatsahe aus der Welt schaffen, daß sie für eine Freiheit kämpfen, die längst begraben ist, und die {ließli nur noch darauf hinauslief, einem verhältnismäßtg kleinen Kreis von Personen zum Schaden der gesamten Volkswirtshaft große Reich tümer in den Schoß zu werfen.

(Sehr richtig! rets.) Wenn die Maßnahmen, die jeßt getroffen werden, um einer solchen Verschleuderung des Nationalvermögens Einhalt zu Un, als sozialistisch bezeihnet werden, so möge man bedenken, daß man damit den Nuf. des vielfa verpönten Wortes ledigli hebt. (Sehr richtig! rechts.) Ich kann mir die Ausführungen der „Frank- furter Zeitung“ nur zu eigen machen, um auf das zu erwidern, was der Abg. Dr. Crüger am Schlusse seiner Ausführungen gesagt hat.

Ich schließe mit der festen Erwartung, daß das Gesetz, das wir verabschieden werden, ein zweckmäßiges und nüßliches sein wird, und daß selbst diejenigen, die heute so heftig dagegen kämpfen, einftmals anders darüber denken werden.

Ich komme nun noch auf etwas, was der Abg. Dr. Crüger er- wähnt hat und was eigentlih erst in den späteren Teil unserer Ver- handlungen gehört, das ist nämlih die Trennung der fiskalischen Betriebe von denjenigen Behörden, die die regiminellen Befugnisse auszuüben haben. Der Abg. Dr. Crüger hat an meine diesbezügliche Zusage die Hoffnung geknüpft, daß daran eine grundsäßlihe An- erkennung der Notwendigkeit einer derartigen Trennung auch für andere Gebiete liege. Ich nehme an, daß er dabei speziell an die Staatseisen 5 bahnen gedaht hat. Jh erkläre demgegenüber ausdrücklich, daß mit meiner Zustimmung zu den Wünschen bezüglich des Bergbaues eine grund- säßlihe Anerkennung für andere Gebiete, insbesonde:e für den Betrieb der Staatéeisenbahnverwaltung, nicht gelegen hat und niht hat liegen können, weil die Verhältnisse im vorliegenden Falle total anders liegen wie auf dem Gebiete des Eisenbahnbetriebes. Der Eisenbahnbetrieb ist ein Betrieb, der fast aus\{chließlich in der Hand des Staats ruht; im vorliegenden Falle aber handelt es sich um Betriebe, die nur zum kleinsten Teil in der Hand des Staats ruhen, während der übrige Teil in Händen von Privaten liegt, und gerade um den Mißständen, die sich aus diesem Umstande ergeben, entgegenzutreten, habe ih mich bereit erklärt, eine Trennung der Behörden in dem von Ihnen ge- wünschten Sinne eintreten zu lassen. (Bravo! rechts und im Zentrum.)

Abg. Hil b ck (nl.): Jch habe zu meinem Erstaunen gehört, daf wir seit langer Zeit {hon eine Bergunfreiheit, nicht Bergfreiheit

verfügt, er-

haben, da die Zeiten vorüber seien, wo jeder die Berg’ freiheit in Anspruch nehmen konnte. Diese Zeiten hat es überhaupt niht gegeben, es hat immer nur jemand muten

können, der die Mittel dazu hatte. Der Minister hat das einge- {ränkt, indem er sagte, daß man heute mit mäßigen Mitteln nit mehr s{ürfen könnte. Die Zeiten find allerdings vorüber, wo man mit mäßigen Mitteln Bergbau betreiben konnte, wo man überhauvt damit die s{were Industrie betreiben konnte. Zu alledem gehören heute größere Mittel, aber es is niemand verwehrt, zu \{ürfen, wo er will. An den Bohrgesellshaften in Westfalen {find lauter kleine Anteile beteiligt, und die Leute haben damit ihre Ge- schäfte gemaht. Für eine Zeit nach 50 bis 60 Fahren können wir doch nicht heute schon ein Geseß machen. Die Herren aus dem Osten follten gerade im Interesse des Ostens die Bergbaus- freiheit nit beschränken. Kohle im Osten zu finden, ist allerdings unwahrsceinlih, so daß keine Bohrversuhhe gewaht werden können. Wenn Herr von Gamp mit einem gewissen Hohn sagt, die Bohrgefell- schaften mögen nah dem Osten gehen, so muß er doch die Verhält- nisse dort nit kennen, sonst könnte er eine solche Behauptung nicht machen. Aber für das Kali sollten die Herren wenigstens fämtliche östlihe Provirzen sowie die Provinzen Schleswig-Holstein und Nassau von dem Geseg ausnehmen und die volle Bergfreiheit dafür erhalten. Jh hätte es für zweckmäßig gehalten, wenn 1897 das Kali dem Staate vorbehalten worden wäre; da aber da- mals das Geseg abgelehnt wurde, läßt ih jeßt nichts mehr machen. In Hannover ist alles vergeben, aber es liegt in der Hand der Besißer, wie viel sie noch aufshließen wollen. Es kann auch noch Meckle:burg für Kali in Betracht kommen, so daß mit einem Verbot bei uns der Verschleud.rurg niht vorgebeugt würde. Den Bohrgesellshaften verdenkt man ihre Dividenden von 500 0/0, aber die Gesellshaften haben Felder erschlcssen, von denen man vorher noch keine Ahnung hatte. Auch in Lothringen sind dur fie wundervolle Felder aufgeshlossen worden. Das Kohlensyndikat selbst hat überhaupt keine Felder, sondern nur die Interessenten am Kohlenfyndikat, die sih Reserven für die Zukunft gesichert haben. Aus der Preisberechnung für die Felder nah 50 Jahren habe ih wohl entnommen, daß Herr von Gamp die Zins- und Zinseszins- rechnung versteht, aber etwas weiteres habe ih daraus nit ent- nommen. Der Preis der Felder nach 50 Jahren läßt fi jeßt über- haupt noch gar niht s{äßen. Die Kommission \chlägt in ihrer Resolution eine Trennung der s\taatlihen Betriebsbehörden von den Verwaltungsbehörden vor, und wir müssen auf jeden Fall zu dieser Trennung kommen. Wir hätten lieber als diese Vorlage gesehen, daß die lex Gamp noch verlängert würde, weil dann der Staat in die Lage gekommen wäre, eine organische Aenderung des Berg- geseßes zu machen, statt des Flickwerks, das diese Vorlage darstellt.

Darauf wird die Debatte geschlossen.

Jn der Abstimmung werden die Anträge Beumer und Dietrich gegen die Stimmen der Nationalliberalen und Frei- sinnigen abgelehnt und die Absäge 1 und 2 des §8 2 un- verändert in der Kommissionsfassung angenommen.

Nach 5 Uhr vertagt das Haus die weitere Beratung auf Dienstag 11 Uhr (außerdem erste Beratung des Quellen- hußgeseßes, Anträge und Petitionen).

Handel und Gewerbe.

5 im Reichsamt des Innern zusammengestellten u v macrihten für Handel und Industrie.)

Ausschreibungen.

N Neue S nes für industrielle Unternehmungen

u n Chile sind:

N. n ellung und Betrieb einer Eisenbahn von Mejillones nah

Wampa Central (Provinz Antofagasta) mit Abzweigungen nah den Salyeterwerken und Bergwerken und mit dem Recht auf Ausdehnung Dr Linie nah San Antonio und Boquete bis zur argentinischen renze Spurweite 76 cm, Länge 40 km —: Konzessionär : Cia. ilena de Inversiones in Valparaiso. j

Bau einer Eisenbahn von dem Itatafluß nah Toms und rquen (Provinz Concepción) sowie Hafenarbeiten in Tomé, die ter Bewilligung des Enteignungsrehts für höchstens 7 500 000 Doll. old vergeben werden sollen.

Herstellung etner Eisenbahn von dem Salpeterfeld Pepita an Aguas Blancasbahn bis zu der Station Nr. 271 der Salpeter- haft Avanzada (Provinz Antofagasta), wofür die Firma nja u. Co. in Valparaiso von der Regierung Ländereien bewilligt

ten at.

O A etwa 16 km langen Eisenbahn von dem Bergwerks» zirk San José del Abrá nach Kilometer 26 der Eisenbahnlinie tation Conchi (Bakbn Antofagasta—Bolivien)}—Conchi Viego rovinz Antofagasta); Konzessionär: Cia de Minas y Jundicón de lama in Valparaiso. E :

Anlage und eiballerung der Trinkwasserleitung in La Serena rovinz Coquimbo), San Felipe (Provinz Aconcagua), Chillán rovinz Nuble), Valdivia (Provinz Valdivia), Lebu (Provinz Arauco) d Ancud (Provinz Chiloé), wegen deren Ausführung Angebote ein- fordert und den Provinzialintendanten in La Serena, Chillán, aldivia, Lebu und Ancud eingereiht werden sollen.

Herstellung eines Wasserhebewerks im Hafen Chañüaral (Provinz acama), für die die Las Animas Copper Mining und Smelting WQ0y. Ltd. daselbst von der Regierung 800 qm Land zugewiesen er- halten hat. ite Cia General de Tabacos in Valparaiso, die ihr Kapital on 300 000 Doll, auf 1 Million Doll. erhöht hat.

E Neuerdings gegründete Gesellschaften sind: E Oie Cia Panadera de Concepción tin Concepctón, Kapital 40 000 Doll. für den Betrieb von Bäckereien.

S Die Sociedad anónima Laboratoria de Harinas especiales n Santiago, Kapital 100 000 Doll., für die Mehlfabrikation.

Ÿ Die Cia Minera Julia de Collahuasi in Jquique, Kapital "400 000 Doll., für den Betrieb von Kupferbergwerken.

S Die Cia Minera Inca de Oro-y Cobre de Copiapó in Jquique,

Kavital 30 000 Pfd. Sterl., für den Betrieb von Gold- und Kuyfer- Thergwerken. be ‘Die Anglo-Chilian Mining Corporation Ltd. in London und Santiago, Kapital 1 Million Dollar, für den Bergbau in Süd- atnerifa.

4 Die Cia_ Estañifora de Berenguela in Santiago, Kapital

90 000 Pfd. Sterl., für den Betrieb von Zinnbergwerken in Bolivien. | Die Sociedad Gloria del Inca in Squique, Kapital 720 000 Pfd. Sterl. für den Bergbau in den Departementos Copiayó und Chañaral.

i Die Kurstdüagerfabrik (Fábrica de abonos artificiales) von ÆWichevers in Curicó (Provinz Curicó). (Bericht des Kaiserlichen Ge: eralkonsuls in Valparaiso.)

L .

Wagengestellung für Kohle, Koks und Briketts am 6. Mai 1907: Ruhrrevier Oberschlesishes Nevier Anzahl der Wagen Get, 201838 7 348 Nicht gestellt =——“ e Y Laut Meldung des „W. T. B.“ betrugen die Einnahmen der Westerreichisch-Ungarischen Staatsbahn (österreihishes Ney) om 1, bis 30. April: 5 585 882 Kronen, gegen die definitiven Ein- Mmahmen des entsprehenden Zeitraums des Vorjahres Mehreinnahme 497 669 Kronen, gegen die provisorishen mehr 748 353 Kronen. Die Einnahmen der Desterreihishen Südbahn vom 1. bis 80, April betrugen: 9 946 539 Kronen, gegen die definitiven Einnahmen des entsprehenden Zeitraums des Boriabees Mindereinnahme 1 129 279 Kronen und gegen die provisorischen Einnahmen 522 142 Kronen weniger. NMichtigstelung für Dezember 525 329 Kronen mehr. Die Ein- ahmen der Anatolischen Eisenbahnen betrugen vom 16. bis 22. April 1907: 129771 Fr. (+ 15 887 Fr.), seit 1. Januar 1907: I 305 421 Fr. (+ 178 748 Fr.).

Kur3berichte von den au8wärtigen Fond3märkten. M Hamburg, 6. Mai. (W. T. B.) (S@&hluß.) Gold in Barren das Kilogramm 2790 B., 2784 G,, Silber in Barren das Milogramm 89,50 B., 89,00 G. M Wien, 7. Mai, Vormittags 10 Uhr 50 Min. (W. T. B.) Ginh, 4%, Rente M./N. p. Arr. 98,70, Oesterr. 42/0 Rente in Rr.-W, pr. ult. 98,65, Ungar. 4% Goldrente 112,10, Ungar. 4 °/0 Mente ln Kr.-W. 94,25, Türkische Lose per M. d. V, 196,25, F Buschtierader Eisenb.-Akt. Lit. B 1133, Nordwestbahnakt. Lit. B per ut, -, Oesterr: Staatshahn per ult. 688,95, Südhahngesellschaft 131 00, Wiener Bankverein 546,50, Kreditanstalt, Oesterr. per ult. 7667 50, Kreditbank, Ungar. allg. 774,00, Ländechank 448,75, Brüxer ohlenvergwerk —,—, Meontangesellschaft, Oefterr. Aly. 602,50,

Deutsche Reichsbanknoten pr. ult. 117,70, Unionbank 565,50, Prager Wisenindustriegesell haft 2618 L : B.) (Schlufßi.) 24% Eng-

Tondon, 6. Mai. (W. T. Silbex 30/3, In die Bank

[he Konsols 85x, Plaßdiskont 3/5, often 214 000 Pfd. Sterl. . Parts, 6. Mai. (W. T. B.) (Scluß.) 3°/ Franz. Rente 9,29, Suezkanalaktien 4616. : Madrid, 6. Mai (W. T. B.) Wesel auf Paris 11,15. Lissabon, 6. Mai. (W. T. B.) Goldagio 23. New York, 6. Mai. (W. T. B.) (Shluß.) Die Tendenz der B ôr \e charafkterisierte ch bei Eröffnung des heutigen Verkehrs auf here Londoner Kursmel dungen, bessere Saatenstandsberihte und eckungen als fest. Besonders bevorzugt waren Union Pacific und Neadingwerte, deren Kurse im späteren Verlaufe infolge von Manipu- Mationen weiter in die Höhe getrieben wurden. Dem leßtgenannten Papier am auch die mit der kühlen Witterung im Zusammenhang stehende gute Kohlennachfrage zustatten. Als dann von neuem ungünstige aatenstandsmeldungen einliefen, und daraufhin eine starke Steige- ung dr Weizenpreise eintrat, erfolgte ein heftiger Nükschlag, zumal le Baissiers aggressiv vorgingen. Westlihe Häuser waren als Ab- eber von Aktien der Getreidebahnen im Markte. Schluß s{hwach. Für Rechnung Londons wurden für Saldo 10 000 Stück Aktien ver- auft. Aktienumsaz 590 000 Stúck. Geld auf 24 Stund. Durhschn.- BDinsrate 2}, do. Zinsrate für leßtes Darlehn d. Tages 23, Wechsel uf London (60 Tage) 4,83,60, Cable Transfers 4,86,80, Silber, ommeictal Bars 651/,, Tendenz für Geld: Leicht. Rio de Janeiro, 6. Mai (W. T. B) Wechsel auf ondon 159/,,

Kursberichte von den auswärtigen Warenmärkten.

Elsener Börse vom 6. Mai 1907. Amtlicher Kursberichi. oblen, Koks und Briketts. Pre anien gen des Nheinisch- Westfälishen Kohlensyndikats für die Tonne ab Werk.) 1. Gas- und Wlammfohle: a, Gasförderkohle 12,50—15,00 #, b. Gas- M mmförderkohle 11,50—12,50 Æ, 0. Flammförderkohle 11,00 big 1,50 4, d, Stüdkohle 13,50—14,50 Æ, 6. Halbgesiebte 13,00 bis V M, f. Nußkohle gew. Korn 1 und 1! 13,50—14,25 M, 9. do. ITT 13,00—13,50 M, do. do. IV 12,00—12,50 X, g. Nuß-

grumane 0—20/30 mm 8,50—9,50 M, do. 0—50/60 mm 9,50

is 11,00 % h. Gruskohle 7,00—9,50 M; Il. Fettkohle: a. Fördertohle 11,00—11,50 M, b. Bestmelierte Kohle 12,10—12,60 6, c. Stüdkoble 13,50—14,00 A, d. Nußkohle gew. Korn I 13,20 bis 14,20 M, do. do. I1 13,50—14,50 Æ, do. do. IIT 13,00 his 14,00 Æ, do. do. TIV 12,00—13,00 A, e. Rolstoble 12,25—13,25 M4 [II. Magere Kohle: ga. Förderkohle 10,00—11,00 M, b. do. melierte 1i1,25—12,25 A, 6. do. auf erte, je nach dem Stück- ehalt 12,25—14,00 A, d. Stüdfoble 13,00—15,00 A, e. Nuß- bobe, gew. Korn 1 und 11 14,50—17,50 4, do. do. IIT 16,00 bis 19,00 Æ, do. do, IV 11,50—13,00 f. Anthrazit Nuß Korn T1 1850—19,50 Æ, do. do. Il 20,00—23,50 Mh, g. Fördergrus 9,50—10,00 Æ h. Gruskohle unter 10 mm 6,90—8,90 #Æ#; IV. Koks: a. Hohhofenkoks 16,50—18,50 M b, Gießereikoks 19,00—21,00 4, c. Brehkoks 1 und II 21,00 bis 24,00 #; V. Briketts: Briketts je nah Qualität 11,50 bis 14,25 4 Unverändert fest bet starker Nahfrage. Die nächste Börsenversamuilung findet am Mittwoch, den 8. Mai 1907, Nach- mittags von 33 bis 44 Uhr, im „Stadtgartensaale“ (Eingang Am Stadtgarten) statt.

Magdeburg, 7. Mai. (W. T. B.) Zuckerberihcht. Korn- zuder 88 Grad o. S. 9,60—9,70. Nahprodukte 75 Grad o. S. è Stimmung: Ruhiger. Brotraffinade L o. F. 19,25—19,50. Kristallzucker T mit Sack —,—. Gem. Raffinade m. S. 19,00—19,25. Gemahlene Melis mit Sack 18,50—18,75, Stimmung: Fest. Rohzucker I. Produkt Transito frei an Bord Hamburg: Mai 19,65 Gd., 19,70 Br., —,— bez., Juni 19,65 Gd., 19,75 Br., —,— bez, Juli 19,75, Gd. 819,85 Br., —,— bez., August 19,90 Gd,, 19,95 Br, —,— bez, Oktober-Dezember 19,20 Gd., 19,39 Br., —,— bez. Schwäher.

Côln, 6. Mai. (W. T. B.) RNübsl loko 74,00, Oktober 68.00.

Bremen, 6. Mai. (W. T. B.) (Börsenschlußbericht.) Kivatnatierugaen, Schmalz. Fest. Loko, Tubs und Firkin 461

oppeleimer 47}. Kaffee. Behauptet. ODffiziede Notierungen der Baumwollbôörse. Baumwolle. Sehr stetig. Upland loko middl.

61 A, Hamburg, 6. Mai. (W. T. B.) Petroleum. (W. T. B.) Kaffee. (Vormittags-

Standard white loko 6,80. Hamburg, 7. Mai. ( Good average Santos Mai 2A Gd., September 294 Gd., Dezember 297 Gd., März 29? Gd. Muhig. Zudckermarkt.

Stetig

bericht.)

(Anfangsberizt.) Rühbenroßhzucker 1. Produkt Basis 88 9/ Rende- ment neue Usance frei an Bord Hamburg Mai 19,75, Junt

19,80, Auguft 19,95, Oktober 19,45, Dezember 19,35, März 19,50. Alte Ernte behauptet, neue matt. i Budapest, 6. Mai. (W. T. B.) Raps August 14,80 Gh, 15,00 Br. London, 6. Mai. (W. T. B.) 96% Javazucker loko feft 10 h. 75 d. Wert, Rübenrohzudcker loko fest, 9 h. 92 v. ert

London, 6. Mai. (W. T. B.) (S{hluß.) Chile-Kupfer flau, 1043, per 3 Monat 1032, i

London, 6. Mai. (W.T. B.) Wollauktion lebhaft, Kreuz- zuhten zu Gunsten der Verkäufer. i

Liverpool, 6. Mai. (W. T. B.) Baumwolïe. Umsay: 10 000 Ballen, davon für Spekulation und Export 500 B. Tendenz: Fest. Amerikanische good ordinary Lieferungen: Stetig. Mai 6,22, Mat-Juni 6,21, Juni-Juli 6,13, Juli-August 6,07, August- September 5,96, September - Oktober 5,88, Olktober - November 5,81, November-Dezember 5,79, Dezember-JFanuar 5,78, Januar- Februar 5,77.

Glasgow, 6. Mai. (W. T. B.) Feiertag. S

Bradford, 6. Mai. (W. T. B.) Wolle anzichend, aber

ruhig.

Varis. 6. Mai. (W. T. B.) (S@luß.) Rohzuder fest, 88 9/9 neue Kondition 24}—244, Weißer Zucker fest, Nr. 3 für 100 kg Mai 27, Juni 27}, Juli-August 27/z, Oktobers Januar 27?/g.

Amsterdam, 6. Mai. (W. T. B.) Java-Kaffee good ordinary 33}. Bankazinn 117k.

Antwerpen, 6. Mai, (W._ T. B) “Petroleum. Raffiniertes Type weiß loko 214 Br., do. Mai 21} Br., 0D, Unt 215 Dr, 00. Sul ugut 2E De S

Schmalz Mai 109.

New York, 6. Mai. (W.T. B.) (S{hluß.) Baumwolle- preis in New York 11,70, do. für D per Juli 1049, do. für WUeferung September 10,37, Baumwollepreis in Itew Orleans 11/4, Petroleum Standard white in New York 8,20, do. do. in Philadelvbia 8,15, do. Refined (in Cases) 10,65, do. Credit Balances at Oil City 1,78, Schmalz Western Steam 9,30, do. Rohe u. Brothers 9,50, Ge- treidefraht nach Liverpool 1}, Kaffee fair Rio Nr. 7 62, do. Rio Ne © Zuni 940, do, do Auguit 5,40; Zucker 3,26, Zinn 41,85—42,25, Kupfer 25,C0—25,50. Die Visible Supplies be- trugen in der vergangenen Woche an Wetzen 51 989 000 Bushels, an Mais 8 102 000 Bushels.

Verdingungen im Auslande.

I talien.

Gemeinde Contessa Entellina. 14. Mai, 12 Uhr: Bau einer Wasserleitung. 48 900 Lire. Sicherheitsleistung 4890 Lire. Zeugnisse bis spätestens 9. Mat. Näheres in italtenisher Sprache beim „Reichsanzeiger“. :

Direktion des Militärkommissariats des 10. Armeekorps in Neapel, 16. Mai, 2 Uhr: Lieferung von 7500 Bettlaken, Stoffen für 900 Matraßen, 900 Matraßenunterlagen und von 6000 kg Wolle für Matragen in 25 Losen. Sicherheitsleistung 7380 Lire. Näheres in italienisher Sprache beim „Reichsanzeiger“.

Bürgermeisteramt von Montalto di Castro. _10. Mái, 10 Uhr: Bau einer Waschanstalt. 11 823,07 Lire. Sicherheits leistung 1182,30 Lire. Näheres in italienischer Sprache beim „Reichz- anzeiger“.

| Direktion des Militärkommissariats des VIII. Armeekorps in Florenz. 16. Mai, 2 Uhr: Lieferung von 4000 wollenen Decken, Stoffen für 900 Matraten, 2000 Bettlaken, 900 Matraßenunter- lagen und 1000 kg Wolle für Matraßen in 30 Losen. Sicherheits- leistung 13 100 Lire. Näheres in italienisher Sprache beim „Neichs-

etger.“ | i Stadt Mailand. 18. Mai, 2 Uhr: Lieferung des Bedarfs an Brennholz für die Zeit vom 1. Juli 1907 bis 30. Juni 1910. 60 000 dz. Vorläufige Sicherheitsleistung 6000 Lire. Zeugnisse bis spätestens 16. Mai. Näßheres tn italienisher Sprache beim „öteichs-

anzeiger“. j

Direktion des Militärkommissartats des 1. Armeekorps in Turin. 16. Moi, 2 Uhr: Lieferung von 5000 wollenen Decken, Stoffen für 900 Matraßen, 15 000 Bettlaken, 900 Matraßenunter- lagen und 6000 kg Wolle in 60 Losen. „Sicherheitsleistung 22 580 Lire. Näheres in italtenisher Sprache beim „Retchsanzetger*.

Commissariato Civilo por la Basîlicata tn Potenza 20, Mai, 10 Uhr: Bau einer Wasserleitung. 82 000 Lire. Vorläufige Sicherheitsleistung 4000 Lire. Zeugnisse bis spätestens 13. Mat. Näheres tin italtenisher Sprache betm „Veichsanzeiger“. i

Verwaltungßrat der Fußartillertebrigade von Gardinten in Maddalena. 16. Mai, 10 Uhr: LWefecung von Stroh, Holz, Kohlen, Brennöl, Petroleum und Kerzen. 9000 Lire, St erheits- leistung 900 Lire. Näheres tn italienischer Sprache betm „Neichs- anzeiger“.

P istertum der öffentlichen Arbeiten in Nom und gleichzeitig die Präfektur in Siracusa. 27. Mat, 11 Uhr: Regulierung des Flusses S. Leonardo auf etner Länge von 4,998 km nebst Uferbauten 184 307,12 Lire. Vorläufige Sicherheitsleistung 10 000 Lire Zeugs nifse bis 16. Mai. Näheres in italientscher Sprache beim „Neichs- anzeiger“,

Wetterbericht vom 7. Mai 1907, Vormittags 94 Uh r.

aut 5 Name der ZESE Wind- Ë Z Ff Witterungs- Beobachtungs-| 2428| rihtung,| etter | 2S verlaut ë#- #5 Wind- E | der legten station 2252| stärke s |#° | 24 Stunden R Ee” 4mm Borkum 757,0 /NO lsheiter 167| 0 | ziemlich heiter Keitum ._, | 758,8 |/SO 3\wolkig 10,0/ 0 |Nahm.Niederschl. Hamburg . . | 758,0 |ONO 2|wolkig 15,0| 0 | ziemli heiter Swinemünde | 758,7 |Windst. |wolkenl.| 15,0 0 vorwiegend heiter NRügenwalder- münde . . | 760,1 |DSO 1\wolkenl.| 17,0| 0 | meist bewsölkt Neufahrwafser| 761,0 |S 3 heiter 18,4/ 0 | ziemlich beiter Memel . 764,1 O 4\wolkig 16,2| - 1 ¡Nachts Niederschl. Aachen . 758,9 |S 2 wolkig 14,9| 9 | meist bewöslkt Hannover . . | 757,4 |S 2|wolkig 149|_0 [vorwiegend heiter Berlin . . . | 757,6 |SO 3\wolkenk.| 18,0] 0 [vorwiegend beiter Dresden . . | 758,3 |SSO 2hheiter 19,9|_0 vorwiegend heiter Breslau . . |_760,6 |SO 3\wolkenl.| 16,0] 0 [vorwiegend heiter Bromberg _| 760,8 S 3\wolkenl.| 20,8| 0 [vorwiegend beiter Meß . . 759,8 SSW 3 bedeckt | 13,2/ 0 | meist bewölkt Frankfurt, M. | 758,8 |SW_3\bedeckt | 16,8| 0 | meift bewölti Karlsruhe, B. | 760,6 |[SW 2|bedeckt | 16,0| 0 | meist bewölkt München . . | 759,6 |[SW 2\wolkig | 15,6 0 | ziemli heiter (Wilhelmshav.) Stornoway . | 757,8 |O 2 wolkig 8,9 | ziemli heiter Kiel Malin Head | 752,0 |O 6/bededckt 7,8| —- s heiter E (Wustrow i. M.) Valentia . 752,6 |Windst. wolkig 7,2| | ziemli heiter 1E (Königsbg., Pr.) Scilly . 753,4 |DSD 1hheiter | 10,0| —— ] (Oassel) Aberdeen .. | 758,5 |DNO 2sbedeckt 7,2) _— _|_ zfemlich heiter _ E R (Magdeburg Shtelds 755,6 [N 2Nebel 7,2| | meist bewölkt (GrünbergSehl.) Holyhead . . | 753,4 |SL 3 [Regen 8,3| | ziemli heiter (Mülhaus., Els.) Isle d'Aix . | 758 5 |SSO 3 heiter 11,0/ 3 | meist bewölft (Friedrichsbaf.) St. Mathieu | 754,6 |SSO 4shalbbed.| 8,8| 0 | meist bewölkt S (Bamberg) Grisnez 754,2 |D 2 /bedeckt 11,4/ 0 \|vorwiegend heiter Paris . 757,8 |S 5S/bedeckt | 11,0) L —— Vlissingen 757,2 (SO 2Llheiter 1831| 2 —— Helder . . . | 757,9 SW l1|Regen | 1238| 4 Bodoe . ,; 772.4 N 2a | 84 T hes Christiansund | 766,6 |NO 2\[wolkenl.| 7,1 0 Skudesnes . | 762,3 |ONO 6\bedeckt | 11,0 2 Skagen 763,3 |O 3\wolkig | 104/ 0 _ Vestervig 760,6 NO 4bedeckt 9,7| E OO Kopenhagen | 761,2 |D 2 halb bed. “07 "Sf Karlstad . . | 768,5 |O 4\bedeckt 94 0 | E Stockholm | 770,3 |[OSO 4shalbbed.| 10,0| 0 _— Wisby .| 766,5 |SO 8\wolkig | 10,0| 0 -_— Hernösand | 773,2 [WNW 4wolkenl. 37| 0 Haparanda . | 771,7 |N 2\wolkenl.| 3,0| 0 | —- Riga 769,0 ONO 3 bedeckt 97| 0 - Wilna . |_765,8 |DSO 1 bedeckt | 112 0 Pinsk 764,8 |Windft. [halbbed.| 176] o) Petersburg . | 767,9 NW Awolkenl| 4,5] 0 | Wien . 6156. En O Prag 760,1 |SSW 1|wolkig | E Q N on [7E L N Florenz E E | O Cagliari . | 764,8 [NW 4|wolkenl.| 146 0 ——— Warschau . | 763,1 SSO 1|halbbed.| i600 0 —_— Thorshavn . 76340 3|bedeŒ | 6,9 S ih Seydisfjord . |.768,4 |Windst. |bedeckt | 1,1 Cherbourg . | 755,7 |WSW 2 |bedeckt | 10,2] 10 Clermont . _| 761,7 [WNW 1\wolkenl.| 11,0 2 Biarriß S heiter 140| 8 S E A 764,6 [Windst. |bedeckt 12,4) 3 Krakau . . . | 763,3 [SO LU\wolkenl.| 17,8 J Lemberg . | 764,6 |SSO 2\wolkenl.| 202 0 Hermanstadt | 765,4 |S 4\wolkeal.| 21,9 0 Triest . | 764,4 Windst. [wolkig l ) Brindisi . . | 764,0 |/SO L2\wolkenl Livorno . . | 765,1 |S lheiter 16,2j 0 Belgrad . . | 763,5 |SSO A4heiter 22,1 Helfingfors . | 771,0 |NNO Uswolkenl »,J Kuopio 769,7 |N Lbedeckt LO 1 R Zürich . . . | 761,5 NW 2\wolkig 12,6 Genf | 762,7 |SSW 2 bedeckt 12,8 Lugano . . . | 765,2 SW l\Regen | 12, Hs Säntis. . . | 563.1 |SW Sswolkig 0,5 Ba WVick | 759,6 [D 3 dedeckt Portland Bill! 7545 'W L2'wolkig 3,9 Ein Maximum über 773 wun liegt, südostwärts vorgedrungen, über Nordskandinavien, ein HoddruCgebtet über 770 auu der Junter=« rußland, ein Ausläufer hohen Drudks üder 76 wma üder Südojt» europa. Ein Minimum unter 752 mm befindet id ider Irland und entsendet einen Auslôufer na dem Kanal und ordiwäris drs dringend, na Norddeutshland. Ju Deutschland ist das Wetter trocken, im Osten heiter, soust wolkig und meist wärmer bei shwadhen \üdöstlihen Winden. Deut!de Seewarte

Mitteilungen des Köntiglicden Aöronauti| de z Observatortums Lindenderg dei Beeskow verdffeutlicdt vom Berliner Wetterdureau.

Ballonaufstieg vom d, Mai 1907, 9 dis N Uhr Vormittags

Station | J Geehdde . . .. [122 va | 500 wm | 1000 w x0 va | L680 ma ‘Q | d § C i K » Q ¡D Temperatur (O 9) 18.3 ), 4 4: ÿ (8 Mel. Febtgk. (9/0) »Ò ¡0 D j L d Wind-ichtung SO s SZW S U WSW « Geschw. pa | 1 dis 2 [3 bis 4 è 4 d o Himunel uur weulg dewdlît, fedrx duuitig Tewpevaiuc x ¡CORÉES Hôhe Wegen unzuretcdeuder VBeutilation zuu eda einen Grad ju F

aufgezeichnet