1887 / 44 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Das bei M. Ernst zu München gedru>te Flugblatt, welches mit den Worten: „An die Reichstagswähler von Mühlhausen!“ beginnt und mit den Worten: „Das Wahlcomité der Arbeiterpartei in Mühlhausen i. Th.“ schließt, wird hierdur< auf Grund von $. 11 des Geseßes gegen die gemoingefähelihen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom

1. Oktober 1878 verboten. Erfurt, den 20. Februar 1887. L Der Regierungs- Präsident. von Brauchit\ c.

Das von W. Vo>roth in Gotha gedru>te Flugblatt, welches mit den Worten: „Wähler von Stadt und Lan d!“ beginnt und mit den Worten: „auf ihren Leim zu gehen“ s{hließt, wird hierdurh auf Grund von S. 11 des Geseges gegen die gemeingefährlihen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 verboten.

Erfurt, den 20. Februar 1887. _

Der Regierungs-Präsident. von Brauchits\<.

Auf Grund der $8. 11 und 12 des Reichsgeseges gegen die emeingefährlihen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 51 Oktober 1878 ist das sozialistishe Wahlflugblatt mit der Ueberschrift: „An die Wähler des 6. Shleswig- Holsteinishen Wahlkreises“ und den Eingangsworten „Mitbürger! wiederum bewirbt sih“ u. \. w., gedru>t in der Vereinsbuchdru>erei Hottingen-Zürich, unterm heutigen Tage voin der unterzeihneten Landes-Polizeibehörde verboten worden.

Schleswig, den 19. Februar 1887.

Königliche Regierung, Abtheilung des Jnnern. von Frank.

Auf Grund der 88. 11 und 12 des Reichsgeseßzes gegen die gemeingefährlihen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oftober 1878 wird das bei der Volksbuchhandlung Hottingen-Zürich gedru>te und verlegte, an die Wähler des 17. hannovershen Wahlkreises gerichtete Wahlflugblatt, welhes mit den Worten: „Wähler! Am 21. Februar d. J. ist Neichstagswahl!“ beginnt und mit den Worten: „Glü>auf zur Wahlshlacht, zum Wahlsiege !“ schließt und in welchem zur Wahl des Schuhmahhermeisters Heinrich Baerer in Linden bei Hannover aufgefordert wird, hiermit verboten.

Stade, den 18. Februar 1887.

Der Regierungs-Präsident. eFranzius.

Die unterzeihnete Königliche Kreishauptmannschaft hat auf Grund von $. 11 des Reichsgesezes gegen die gemein- A Bestrebungen der Sozialdemokcatie vom 21. Of- tober 1878 die Druckschrift:

„Reichstagswähler des 7. sähsischen Wahl[l-

kreises“, beginnend mit den Worten: „Plößlich und

Vielen unerwartet ist der Deutsche Reichstag am 14. Fa-

nuar aufgelöst worden“; und unterzeichnet : „Das jozial-

demofratishe Wahl-Comité“, Verleger Zulius Hschiersche, enannt Gerhardt, in Großenhain; Dru> von J. Walther's uhdru>erei in Burgstädt verboten. Dresden, den 19. Februar 1887. Königlich sächsische Kreishauptmannschaft. von Koppenfels.

__ Auf Grund D: 12 des Reichsgeseßes gegen die gemein- gefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdur< zur öffentlihen Kenntniß gebracht, daß das zur Vertheilung gelangte Flugblatt, beginnend: : „An die Wähler des 1. Hamburger Wahl- Fi kreises. Der 21. Februar soll 2c.“ und s{ließend mit den Worten : „Es lebe das freie Deutschland“

ohne Unterschrift und ohne Angabe des Dru>ers und Ver- legers, nah $. 11 des gedahten Geseßzes Seitens der unter- zeihneten Landes-Polizeibehörde verboten ist.

Hamburg, den 19. Februar 1887.

Die Polizeibehörde. Hachmann.

__ Auf Grund $. 12 des Reich8geseßes gegen die gemein- E Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Okto- er 1878 wird hierdur< zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß das zur Vertheilung gelangte Flugblatt, beginnend: „An die Wähler des 2. Hamburger Wahl- _ kreises. Der 21. Februar soll 2c.“ und s{ließend mit den Worten: „Es lebe das freie Deutschland“ ohne Unterschrift und ohne Angabe des Dru>ers und Ver- legers, nah $. 11 des gedachten Gesezes Seitens der unter- zeichneten Landes-Polizeibehörde verboten worden ist. Hamburg, den 19. Februar 1887. Die Polizeibehörde. Hachmann.

Auf Grund des $. 11 des Geseßes gegen die gemein- gefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird der mit der Ueberschrift: „An die Wähler des Wahlkreises Mülhausen“ versehene und mit den Worten : „Am 21. Februar steige tausendfah wiederholt aus derselben der Name Schreiner Karl Hi>el, Mülhausen“ \hließende, die Reichstagswahl betreffende jozialdemokratishe Wahlaufruf,

edru>t in der Buchdru>erei von Ad. Ge> in Offenburg (Baden), hierdur<< verboten. L Kolmar, den 18. Februar 1887. Der Bezirks-Präsident. Timme.

Nictamlliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 21. Februar. Se. Majestät der Kaiser und König arbeiteten heute längere Zeit mit dem ae des Civilkabinets, Wirklihen Geheimen Rath von Wilmowski, und empfingen sodann den evangelischen Feld- propst der Armee, D. Richter, in Audienz.

Jhre Majestät die Kaiserin und Königin wohnte gestern dem Gottesdienst in der Kapelle des Augusta- Hospitals bei.

Se. Kaiserlihe und Königliche Hoheit der Kronprinz nahm am Sonnabend Vormittag um 11 Uhr militärishe Meldungen entgegen und empfing sodann den Hauptmann im Generalstabe, von Bernhardi. s

Nachmittags 51/, Uhr gaben Jhre Kaiserlihen und König- lihen Hoheiten die Kronprinzlichen Herrschaften ein größeres Diner.

Abends wohnten Höchstdieselben Opernhause bei. : E Í

Se. Kaiserlihe Hoheit der Kronprinz empfing gestern Vormittag um 11 Uhr den Herzog Johann Albre<ht von Med>lenburg-Shwerin, Hoheit, um 12/4 Uhr den General von Blo> und Nachmittags 41/2 Uhr den Staatssekretär Grafen von Bismar>k-Schönhausen.

der Vorstellung im

Für Unfälle bei einem von einer Kommandit- gesellschaft betriebenen Fabrif- 2c. Unternehmen, für welche die Gesellschaft resp. die persönlih haftenden Gesellschafter zu haften haben, haftet, nah einem Urtheil des Reichsgerichts, IT. Civilsenats, vom 30. November v. J., Unmittelbar und solidarish auh jeder der Kommanditisten in Höhe der von a perp aber noch nicht geleisteten resp. erlassenen Geschäftseinlage.

Fm Dienstgebäude der Militär-Turn-Anstalt Scharnhorststraße Nr. 1 findet am 24. d. M., Nachmittags 1 Uhr, in Gegenwart der resp. F Unetenen Q der Regiments-Commandeure die Sch ußbesihtigung des Offizier-Kursus der Anstalt statt. Die zu dem Kursus kommandirten Offiziere werden sich demnähst in ihre Garnisonen zurü>begeben.

Vayern. München, 19. Februar. (Allg. Ztg.) Jhre Majestät die Königin-Mutter ist, nah dem Bulletin von heute Vormittag, seit gestern Abend fieberfrei. Die Anschwel- lung der Füße ist im Abnehmen begriffen. Jn der Naht ist Jhre Majestät fast s<merzenfrei geblieben.

Der Prinz und die Prinzessin Ludwig Ferdi- nand sind gestern Nachmittag mit ihren beiden Kindern aus Spanien, wo Jhre Königlichen Hoheiten seit mehreren Mo- naten weilten, hierher zurü>gefehrt.

Vaden. Karlsruhe, 18. Februar. Die „Karlsruher Ztg.“ meldet: „Von Sr. Königlichen Hoheit dem Erbgro $- herzog trafen seit unserer legten Mittheilung über Höhstdessen Aufenthalt in Cannes foctdauernd befriedigendste Nach- rihten bei seinen hohen Eltern ein. Die Kräftigung seiner Gesundheit schreitet in erfreuliher Weise vorwärts und giebt si jorsd! in seinem Aussehen als in seiner Leistungsfähigkeit erkennen. Jhre Königlichen Hoheiten haben in leßter Zeit wiederholt Ausflüge unternommen, jowohl nah Nizza, einer Einladung Sr. Majestät des Königs von Württemberg folgend, als auch zu Schiff, um eine fran- zösische Uebungsflotte in der Nähe von Cannes zu besehen. Alles dies geschah noch bei sehr günstigem Wetter, das leider nun einer größeren Kälte mit Regen und Wind gewichen ist und den Erbgroßherzog zu sorgfältiger Schonung vor den übelen Witterungsverhältnissen nöthigt. Glülicherweise bewährt sih aber die Wohnung ghrer Königlichen Hoheiten gerade für diese weniger günstige Witterungsperiode als sehr entsprehend für einen gesunden Aufenthalt.

Jhre Königlichen Hoheiten verkehren sehr viel mit den sämmtlichen in Cannes anwesenden eFürstlihkeiten und mit vielen hervorragenden Persönlichkeiten der zahlreichen Fremden- folonie daselbst.“

Hessen. Darmstadt, 18. Februar. Wie die „Darmst. Ztg.“ meldet, ist Prinz Alexan dervon Battenberg mittels Scnellzugs der Main-Ne>arbahn heute Abend wieder hier einge- troffen, früher wie beabsihtigt gewesen, infolge eingetretenen Ee des W-chselfiebers, an welhem der Prinz früher ge- itten hat.

Oefterreih-Ungarn. Wien, 19. Februar. (Wn. Abdp.) Jm Abgeordnetenhause des Reichsraths tagte heute der Aus - gleihsauss<uß. Auf der Tagesordnung stand der Bericht des Subcomités über die Bankvorlage. Der Ausschuß ging sofort in die meritorishe Behandlung des Gegenstandes ein. Der Auss\<uß für die Vorberathung der Börsen- steuer seßte heute die Vernehmung der Experten fort.

Pest, 19. Februar. (W. T. B.) Das Abgeordneten - haus nahm heute die von dem Honved-Minister ein- gebrachte Kreditvorlage von 7460000 Fl. für die Be- shaffung von Reserve-Kriegsvorräthen für die Honved- armee und für die Ausrüstung des ersten Aufgebotes des Landsturms einstimmig an. Jm Laufe der Debatte er- klärten Namens der Oppositions-Parteien Apponyi, Jranyi, Vadnay und Trutia : Angesihhts der ernsten europäishen Lage müjje der ungarishe Staat die Konsequenzen derselben ziehen. Obwohl Alle den Frieden wünschten, aber unter voller Wahrung der Jnteressen des Staates, seien sie im äußersten Falle zu jedem Opfer bereit und würden einstimmig den Kredit gewähren. Der Minister-Präsident von Tisza erklärte: er erbli>e in dem einstimmigen Votum den Ausdru> der Vaterlandsliebe und des politishen Taktes, ohne welche eine freie Nation nicht bestehen könne. Das Ziel und das Bestreben der Regierung sei die Erhaltung des Frie- dens. Wenn troßdem der Kredit verlangt werde, so ge- shehe dies im Interesse des Friedens, damit Oesterreich- Ungarn, falls die Gefahr eines ihm aufgebürdeten Krieges eintrete, in der Lage wäre, die Interessen der Monarghhie defensiv zu wahren. Was die auswärtige Politik der Re- ge angehe, so sei dieselbe nah wie vor unverändert auf

ie Er altung des Friedens unter vollem Schutz der Jnter- eyen des Reichs gerichtet. Jn Anbetracht der finanziellen

Lage des Reichs beschränke si die Regierung auf das No wendigste: der zwet der Vorlage sei nicht die Mobilisirun, nit die Vorbereitung zum Kriege, sondern nur eine Vorsichts: maßregel für die Eventualität des Ausbruchs eines Krieges.

Großbritannien und JFrland. London, 19. Februar. (W. T. B.) Jn Burnley is bei dec heutigen Nachwah! zum Unterhause Stagg (Anhäager Gladstone’s) mit 5026 Stimmen gewählt worden. Der konservative Gegen kandidat Thursby erhielt 4481 Stimmen.

20. Februar. (W. T. B.) Wie dem „Reuter'shen Bureau“ aus Mozambique gemeldet wird, hat der General-Gouverneur von Mozambique, welcher zur Besegung von Tungi abgegangen war, einen vom Sultan von Zanzibar mit Kriegsmaterial abgesandten SGPN es weggenommen. Der Dampfer traf gestern in Mozambique ein und wird von den Portugiesen als Transportschiff verwendet werden. Demselben Bureau wird aus Durban berihtet, daß die britishe Autorität auf Ost-Zululand mit Zustimmung der Zulus ausgedehnt worden sei. i ; i

(A. C.) Aus Birma wird berichtet:

Mandalav, 17. Februar. Maa ift hiec sehr überras&t über das in England gebende Gerücht, daß die Chinesen einer Einfall in Birma gemadbt habin sollen. General Arbuthnot erfläârte beute, daß er ni<t die mindeste Nahriht erbalten habe, daß an der <inesis {en Grenze Unruben zu erwarten seien, oder die Cfinesen Truppen daselbst konzentrirten. E; halte es desbalb nit für nötbig, die Garnisoz von Bhamo zu ver- stärken. Der lovale Thebaw Tsawbwa, ein bedeutender Fübrer der Sbans, welcher gegenwärtig auf Besu in _Mandalay weilt, hatte freili< vor einiger Zeit erfläct, daß er Briefe von seinem Gebiet empfangen habe, wona<h 2009 winesishe Soldaten an der <inesishen Grenze ständen und ein <inesisher Offizier mit 59 Mann Theinee und andere an der Greaze gelegene Shan- Staaten besu<ht und ibaen die Wabl zwis<en der Freunds<aft der Chinesen oder der der Engländer gelassen habe. Seine Nach- richten finden bier aber feinen Glauben. Dem Thbebaw Tsawbwz sind große Aufmerksamkeiten von unser:r Seite erwiesen worden. Er entfaltet große Pracht, geht mit zwei goldenen Sthirmen herum und hat stets eine Ezcorte von Reitern um si.

Singapore, 19. Februar. (W. T. B.) Se. Königliche |

Hoheit der Prinz Friedrich Leopold von Preußen is hier eingetroffen.

Fraukrei<h. Paris, 19. Februar. (W. T. B.) Jn Folge der Ausführung der Bestimmungen des Vertrages, be- treffend Madagascar, sind sämmtlihe französischen Truppen, mit Ausnahme von vier Compagnien, wel? in Diego Suarez verbleiben, zurü>berufen worden.

21. Februar. (W. T. B.) Bei der gesirigen Ersat- wahl im Departement Aube wurde der Kandidat der Radikalen, Charonnat, mit 29 000 Stimmen zum Deputirten gewählt. Der opportunistishe Gegenkandidat Couturat erhielt 22 009 Stimmen.

Den Zeitungen zufolge bezwe>t das französis<h- marokfanishe Abkommen feine Abänderung der maroffanisch-algerishen Grenze, sondern lediglich gegenseitige Maßregeln, um dem Räuberunwesen an den Grenzen Einhalt zu thun.

Jtalien. Rom, 19. Februar. König hat Depretis mit der Kabinets betraut.

Türkei. Konstantinopel, 20. Februar. (W. T. B.) Das Reuter'she Bureau meldet: Die Berathungen zwischen dem Großvezier und den bulgarischen Delegirten sind gestern und heute fortgeseßt worden; es wurden in Folge dessen von den Delegirten an die Regentschaft in Sofia neue Vorschläge der Pforte übermittelt. Zanfow und die Delegirten werden noh einige Zeit hier bleiben.

Serbien. Belgrad, 19. Februar. (W. T. B.) Der englishe Militär-Attahé in Wien, Oberst Keith- Fraser, ist gleihzeitig zum Militär-A ttahé in Bel- grad ernannt worden.

Amerika. Washington, 17. Februar. (A. C.) Der Senat hat Kapitän Ead's Tehuantepec-Schiffseisenbahn- Vorlage sowie den Entwurf, betreffend die Verstärkung des Marine-Materials genehmigt. Die lezstere Vorlage ver- fügt den Bau starkgepanzerter Shiffe oder shwimmender Batterien oder Widder von leichtem Tiefgange sowie von Kanonenbooten, Torpedobooten, Torpedos u. f. mw.

Der Ausschuß des Nepräsentantenhauses für auswärtige Angelegenheiten hat seinen Bericht über die Fisherei-Repressalien-Bill jeßt erstattet. Dieselbe wird am nähsten Mittwoch zur Verhandlung kommen.

Afrika. Egypten. Kairo, 19. Februar. (W. T. B.) Das amtliche Blatt meldet: Da einzelne Mätte für ihre Zustimmung zu der Abschaffung der Frohnarbeit un- annehmbare Bedingungen gestellt hätten, so habe sich die egyp- tishe Regierung veranlaßt gesehen, von ihrem bezüglichen Plan abzustehen. Die Regierung halte indessen di.se Auf- hebung der Fcohndienste für wesentli<h zum Gedeihen des Landes und habz deshalb die englische Regierung um ihren Rath gefragt. Diese habe ganz den Ansichten der Re- gierung beigepflihtet und darauf hin seien Arrangements ge- troffen, um die bisher im Frohndien fst geleisteten Ar - beiten zu bezahlen.

Die „Agence Havas“ meldet: Nat hier eingegangenen Berichten hat si< der Negus von Abessinien nah As - mara begeben, um si< mit Ras Alula zu vereinigen.

21. Februar. (W. T. B.) Der französis<he Konsul in Massovah, Saumagne, hat, der „Agence Havas“ zufolge, aus Ge)jundheitsrücsichten seine Abberufung nahgesuht. Es heißt, derselbe werde demnächst Massovah verlassen und zunächst nicht erseßt werden.

W. T. B) Der Bildung dezs neuen

Zeitungsftimmen.

Die „Neue Preußishe Zeitung“ schreibt :

„Daß nicht all? Arbeiter von dem sozialdemokratishen SHwindel ergriffen find und den Muth haben, dies ofen zu bekennen davon liefert in erfreuliher Weise auh eine von 142 Wählern, und zwar fast aus\<{ließli< von Tagelöhnern , Arbeitera, Hüttenarbeitern, Handarbeitern und Professionisten aller Art in Riesa, Merzdorf, Gröba, Zeithain, Lorenzkirchen, Prausiz, Wezisa und Bobersen unter- \hriebene Erkläcung den Beweis, worin sich dieselben für den Kammer- herrn Freiherrn von Friesea erklären und die fozialdemokratis<e Partei verwerfen. :

_—_ In der „National- Zeitung“ veröffentliht der Reichs-Ober-Handelsgerihts-Rath a. D. Professor Dr. Levin

midt zur Reichstagswahl eine Erklärung vom 18. d. M,, bie piel auf die Verhältnisse des zweiten Berliner Wahl- bezirks, in welchem der Geheime Medizinal-Rath Professor Dr. Virchow als Kandidat der Deutschfreisinnigen aufgestellt ist, Bezug nimmt. Wir entnehmen dieser Erklärung folgende

Stellen :

Die Männer, wel<e \i< jeßt um den Abgeordneten Eugen Ribter haaren und es befinden sih darunter leider auc ebe- malige Parteigenoffen von ehemals erprobter nationaler Gesinnung baben si ein ganz fals<es, unges{i<tli<es und verderblihes Staats- ideal zure<tgelegt, fie baben dieses Ideal in ganz mechanischer, shablonenbafter Weise au®gebildet und bisher rü>si<tslos dur- geführt: ein Ideal von Parlamentarismus, wie solher zu feiner Zeit bisher in Deutschland oder gar in Preußen bestanden hat, wie er nur in s{<wa<en Nationen, etwa dem neutralen Belgien oder dem noH in der ftaatlihen Ausbildung begriffenen Jtalien ge- pflegt wird, in dem parlamentaris<en Musterstaate England aber zwar besteht, indeß nur auf Grund sehr eigenthümlicer ge/<idtliher und gesellschaftliher Vorausseßungen, welhe wir weder besißen no< erwünshen können. Wir Deutschen und vor allem wir Preußen brauen dagegen ein mähtiges Königthum und wir haben das Glü, die pflihtvollsten End verehrung8würdigsten Vertreter der eten monar®is<en Idee befessen zu haben und zu besißen, welhe die Welt je gesehen hat. Die in {weren Kämpfen festgestellte und ver- bürgte verfassungsmäßige Machtfülle dieses Königthums zu wahren, haben wir fiherli<h ailen Grund in dem immer gefährlicher an- wachsenden Streit innerer und äußerer Interessen, in deren Miitelpunkt gerade Deuts{land gestellt it. Der Versu, mit einer Centrums8partei auf der einen und einer fozial- demokratishen Partei auf der anderen Seite, ohne die gesbiht- libe Grundlage altbestehender, in der Staatsherrschaft alternirender, gleibmäßig staatserhaltender Parteien, „Pariamentariêmus zu spielen“, ift ein ohnmächtiges und zuglei höchst verderbli<es Mühen; gelänge es, so fâmen wir in der gegenwärtigen Parteienlage zum Deëvotismus oder zur Anarchie. Und es lenkt zuglei den Bli> des freisinnigen Bürgerthums, auf wel<em, na< unferer Ueberzeugung, vornehmli die Kraft und die Zukunft unseres Staates und Reiches beruht, von den wirkli _errcihbaren Zielen, von den wihtigsten praktischen Auf- gaben des Staatélebens auf Irrwege ab. i

Ich denke an die große und überaus s{wierige soziale Reform, wel<e unter Leitung unseres Kaisers angebabhnt ist, an die Durh- fübrung der Volksbildung, der Selbstverwaltung, einer verständigen Wirtbi{afts- und Steuerpolitik im Innern, ciner maßvollen Zoll- politik na< außen und vieles Andere. . .

Was die Verbiazdung der fogenanuten „deuts<freisinnigen* Partei mit den Ultramontanen, den Welfen, den Polen u. \. f. sagen will, as begreift nur derjenige nit, der die deuts<e Geschichte nit kennt. Das beißt, wenn es aub nit bezwe>t ist, Verrath am deuten Reich, Landesverrath, wenn aub nicht strafge]/eßlih verpönter. Und mit tiefem Smerze sehe ih Minner auf diesem höht absHüssize Wege, welche einst bessere Ziele verfolgt haben. Unfähig den nationalen Aufgaben gegenüber bat die Fortsrittêpartei ih gez seit dem Tage der ErriŸhtung des Norddeuts<en Bundes bis zur È wart. Icder einzelne von den entscheidenden Akten, auf wel die Wiederberïtellung und die Ausbildung des Deutschen Reichs berubt, ist auf ihren doftrinären Widerstand gestoßen und bat nu gegen fie dur die damals no< die Mehrheit des Reichstages bilden- den staatserbaltenden Parteicn durbgesezt werden können. Das ist son so bâufig aftenmäßig dargethan, daß es feiner Wiederholung bedarf. Um der angebli gefäbrdeten „Volkéfreibeit“ willen bat dieie Partei leidens<aftli< anaekämvft gegen jeden dieser Akte, vielleicht befriedigt, ftets in der Minderheit zu bleiben. Sie wäre ershroten vor den Folgen, welche si< an ihren Sieg geknüpft bätten. Ia, ic möhte glauben, daß viele ihrer Mitglieder aub diesmal sehr froh gewesen wären über eine Niederlage, wel<e ihnen gestattet bätte, ohne Schaden für das Reich, den Ruhm der „Catone der Vol?s- rehte“ zu retten.

In dem Augenbli>, da nah aller Urtheilëfähigen Urtbeil der Weltfrieden im höchsten Maße gefährdet ist, erklären ste, daß ihr Gewissen ihnen nicht gestatte, auf die hö<st maßvollen, von vorn- herein unwiderleglih begründeten Anforderungen des Kaisers und der verbündeten Regierungen einzugehen, ¿u bewilligen, was zweimal vorber in einer weit weniger \{wierigen Weltlage, zum Theil von den- selben Männern bewilligt worden war; von Männern, welhe vor 6 Jahren erklärt baben, daß der Kompromiß des Septennats mit dem liberalen Gedanken völlig verträglih sei damals gegen die doktrinâre Fortschrittspartei, jeßt im Bunde mit dieser. Das ift der FluH des Partcibannes, in welchen sie si alle willenlos gefügt baben.

In der ganzen, fo viele Woten in Anspru nehmenden, überaus traurigen Kommissions- und Plenarberathung über das Sevtennat ist von diesen Männern nit ein einziger staatämännischer Gedanke ent- wikelt worden, wohl aber eine nörgelnde Sghulmeisterei, ein erstaun- lihes Besserwissenwollen gegenüber den sa<kundigen militärishen Ver- tretern der Reichsregierung, gewagt die Drohung mit dem V rfafungs- konflikt, endli gar die Bebauptung, daß in diesem Konflikt das öfentlihe Recht auf ihrer Seite sein würde, also mit aller Kraft auf rehizuerhalten sei.

Heißt das den Teufel niht an die Wand malen? .

Das „öffentlihe Ret“, für welches gegenwärtig gekämvft wer- den soll, ist cin Phantom. Es ift unrichtig, daß das óffentlihe Recht auf Seiten der Forts<hrittspartei steht. Man möge Umfrage balten bei den böhsten Richtern des Reichs oder bei den Rechtslebrern, etwa der Berliner Fakultät, welhe do<h wahrlich unabhängige, zum Theil in den VerfaTungskämvfen erprobte und crgraute Männer in ibrer Mitte zählt und deren Mitglieder vervfli<tet sind, auf ihr Gewissen das Recht und nichts als das Re<t zu lehren und zu weisen, ob unter ibnen eine Mebrzahl, ja auch nuc ein Mann ith findet, welhec dieser Behauptung beitritt. Der Art. 60 der deutschen Reichsoerfafsung, unser Grundge'et, sagt mit dürren Worten, und das Gleiche ergeben alle Mittel, wel<he zur Auslegung des Gesetzes zu Gebote steben, daß die Friedenêépräsenz- stärke des Reichsheeres im Wege der Gesetzgebung festgeseßt werden oll. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Prâtenjion, es dürfe die Mehrbeit des Reichstages beliebig ohne Zustimmung des Kaisers und der verbündeten Regierungen in jedem Jahre oder sonst in einem diefer Mehrheit genehmen Zeitraum, etwa von 3 Jahren, im Wege der Budgetberathung oder sonst die Präsenzstärke bestimmen, der Ver- fassung zuwiderläuft. Wer das crstrebt, fämpft niht für das be- stehende Recht des Deutschen Reichs, sondern für ein ja vielleicht abtungswerthes Ideal cines Zukunftsre<ts.

Und wele Früchte hat dieser angeblihe „Kampf ums R: ht“ bereits gezeitigt! Sollten wir nit vor Scham erröthen, wenn in der deutschen Presse berihtet und in die auswärtigen Blätter zum böhsten Schaden der politishen und der Finanzfraft des Deutschen Reichs folportirt wird, daß von deutscher Seite nur ein falscher Kriegslärm erhoben worden sei, um Monopolgelüste u. dergl. zu besriedigen, daß wir Händel mit dem Auslande suchen, daß wir die Franzosen provoziren, um einen Krieg zu ermöglichen u. dergl. m. ? In den „freisinnigen“ Flugblätte:n, welbe mir ins Haus gesendet nind denn ib babe Kin: Muße, viele Zeitungen zu lesen finde ieb den Wählern die kandgreiflihiten Unwahrheiten gepredigt

erden. , Und jene Behauptungen werden mit uners[<ütterter Beharrlichkeit immer und immer wiederholt, ungea<tet sie in den Thatsachen nicht den geringsten Anhalt haben und ungeatet der feierliben Erklärung des Reichskanzlers, daß weder eine Beschränkung des allgemeinen und geheimen Wablre<ts, no< die Einführung der von allen Parteien, Insbesondere aber von der nationalliberalen Partei cntscieden zurü>gewiesenen Monopole beabsibtigt sei. Ungeahtet klar erbellt, daz der Kaiser und die verbündeten Regierungen ledig- li< von ihrem verfassungsmäßigen Ret und ibrer unzweifel- haften Pfliht Gebrau<h gemacht haben, indem sie den deutschen Reichstag, dessen faktiö)e Mehrheit si den wohlbegründeten Anfor- derungen der Reichsregierung widerseßte, zu dem Behufe und nur zu diesem aufgelöt haben, um eine Entscheidung des deutshen Volkes

darüber zu erbalten, ob die nah dem Urtbeil aller Satverständigen zur dauernden Stärkung des Deutschen Reis unerläßlihen Mittel und auf die biëher üblihe, obne Gefabrdung der Webrfraît des Reichz nicht abzukürzende, für die ungestörte Entwielung des inneren Verfafsungëlebens äußerst förderlibe längere Dauer (mindestens 2 Leaislaturpericden) bewilligt werden sollen.

Der in fortscrittliGen Wablaufrufen und Flugblättern aub sonst ni<t seltene Appell an die Leichtgläubigfkeit der W5ébler über- s<hreitet diesmal alles je erhôrtz, mir in einem [angen öffentlichen

ben erinnerlihe Maß es scheint fast, wie das tefannte, ja vor „Niemand®* verbreitete. weil unzweifelhaft strafwürdige, aber überall umberspukende und sehr gefährlibe Ammenmöärbhen von der „steben: Dun Dienstzeit“ auf Shwachsinnige oder auf cölliz Unkundige be- re<net.

Wenn die fäls<li< „deuts&freisinnige“ genannte Partei immer mebr ferabsinkt auf der abs<üssigen Bahn einer doftricärzn und faktiösen Oppositionspartei und was sonst nur bei Ezilirtzen begegnet, jede Füblung mit dem wirklichen Volfégeift und den realen Staats- verbältnifsen verliert ; wenn sonft wadece Männer, oon denzn 22s ja \bwer zu glauben war, in dem dämosxishen „Bann der Partei“ und ibres rü>sitslosen Führers zu Grunde geben; wenn, wie ih zuver- nDtlih bose, das deutshe Volk über die'e Partei be: dzn bevor- stehenden Wablen ein vernibtendes Verdikt a5zic6t n16dem au die bisberigen Bundeëgenoñen, die Mitglieder dez zerbröFelnden Centrums genöthigt sind, die Folge zu versagen, so fönnen wir ibr feine Thräne nabweinen.

Aber unfïere Pflicht ist es, au< bier in der Reichzbauptitadt feierli zu erklären, daß wir nibt, wie cin im alten DeutsHen Reich und im deuten Bund acibeben ift, im Parteigezänk und im Streit um die fkleinlihsten Parteinteressen die Sicerbeit des Deutschen Reibs gefährden und daz wir den Frieden Eurovas auf- rè<terhalten wollen dur< die Stärkung unserer Webrkraft

_— Die „Landes- Zeitung für Elsaß-Lothringen“

meldet aus Mes u. d. 17. Februar: _ Der „Mesfsin“ spricht sih beute gegen die Kandidatur des Herrn Antoine aus und zwar, wie er betont, im Hinbli> auf den Ernt der gegenwärtigen Lage. „Kann“, sagt das Altmeter Blatt, „Herr Antoine, Anhänger der Protestation, in Zwiespalt mit den Bebörden, die Dienste leisten, deren Bedürfniß sih alle Tage wiederholt ?“

„Kann Hr. Antoine die Laîten erleibtern, wel<e auf uns ruben, und uns aus dem Ausnahmezusftand ziehen, unter welBem wir leben ? Kann, mit cinem Worte, Hr. *ntoine irgend eine Besserung unserer ungewöhnlichen Lage herbeiführen, oder fann er im Gegentbeil nit ¿zu ibrer Vers{limmerung beitragen, indem er eine Verdoppvelung der

ge Seitens der Verwaltung berbeifüßrt, mit welcher wir ver-

find zu leben und zu renen? Diese Fragen stellen, heißt sie

Darum sind wir seit unsecem Ursprung Feinde der Ideen des

ind einfahen Protestes, darum sind wir dazu gekommen, ¿zu

Malen das Programm tes Hrn. Antoine und seiner

etämpfen, weshalb wir, unsererseits, beftig von ibnen

rden sind.

nig a!s in der Vergangenheit können wir beute diese

tüßgen. Wenn es möglih gewesen wäre, daß unsere

diesem Lager gehört werdeu fönnten, tätten wir die mit

legte Zurückziehung einer Kandidatur angeratten, welde

n als eine Gefahr für das Land daritellt, ciner Kandidatur, zu

velcher Diejenigen, wel<he über tie abitrakte volitisce Idee binaus

nur das Wobl des Landes im Auze haben, si nicht bestimmen lassen können.“

Das „Ravpoltsweiler Kreisblatt“ bringt ein in französisher Sprache verfaßtes, Seitens des Bischofs: Koadjutors an die Pfarrer des Wakhlkreises Rappoltsweiler erlassenes Schreiben zum Abdru>. Dasselbe lautet in der Uebersezung :

Straßkurg, 17. Februar 1887.

Herr Pfarrer! Ih habe kürzli die Priester der Diözese ein- geladen, fi< aller Wahlagitation zu enthalten, wel<e den Klerus fompromittiren könnte.

Es hat Niemanden entgehen können, da5 mir dabei vor Allem am Herzen lag, jeder Handlung, jeder Erörterung und jedem Worte vorzubeugen, wel<es von Seiten unserer Priester einen Mangel an Unterwürfigkeit oder Verehrung gegen Se, Heiligkeit den Papît ein- \<ließen fönnte.

Ih habe jedo< den S{merz zu konstatiren, daß das Wakhl- manifest des Hrn. Abbé Simonis weder dem Gedanken des beiligen Vaters no< den Jastruktionen entipriht, wel<e ih persönlich vor mehr als 14 Tagen auf Befehl des heiligen Vaters erhalten babe.

s ist daber meine Pflit, zu erklären, daß t ein sol<es Manifeit mißbillige und daß Sie demselben Ihre Unterstüßung ni<t werden geben ftönnen. j

Hr. Simonis wird heute Abend benachrichtigt werden, das, wenn er seine Redaktion aufre<t bält, id meiner eits die Verpflichtung meines Auftrags erfüllt baben werde.

Wollen Sie, Herr Pfarrer, allen Priestern Ihres Kantor s von meiner Erklärung Kenntaiß geben u. \. w.

Gentralblatt fürdas8Deutsche Rei. Nr. 7. Inhalt: Konfulatwesen: Todesfall; Ermäs&tigung zur Vornahme von Civilstands-Akten. Bankwesen: Status der deutshen Notenbanken Ende Januar 1857. Finanzwesen : Nachweifung über Einnahmen des Reis vom 1. April 1886 bis Ende Januar 1887. Polizei- wesen: Ausweisung von Ausländern aus dem Reichsgebiet.

Armee - Verordnungs - Blatt. Nr. 5. íInhalt : Nekrutirung der Armee für 1587/88. Uebungen der Ersat-NReser- visten im Etatsjahr 1887/88, Regulativ über die Ausbildung, Prüfung und Anstellung für die unteren Stellen des Forstdienstes 2c.

Justiz-Ministerial-Blatt. Nr. 7. Inhalt: Allgemeine Verfügung vom 12. Februar 1887, betreffend die Kaiserliche Kanal- Kommission in Kiel. Erkenntniß des Ehbrengerichtshofes vom 6, Oktober 1386.

Centralblatt der Abgaben-Gesetzgebung und Ver- waltung in den Königlich vreußishen Staaten. Nr. 4. Inhalt: Anzeige der in der Gese-Sammlung und im Meichs- Geseßblatte ershienenen Gesetze und Verordnungen. Veränderungen in dem Stande und in den Befugnissen der Zoll- und Steuerstellen. 1II. Indirekte Steuern: Einla'sung von Ausftattungs8gegen\tänden. Einfuhr von Pflanzen und sonstigen Gegenständen des Garten- baues über die Grenzen des Reihs. VI, Perfonalnadrihten. Beilage: Verzeichniß der Preußisben Steuerämter und Sal;steuer- ämter nah der in Folge der Organisationsänderung eingeführten Unterscheidung in Aemter I. und Il. Kiaffe.

Centralblatt der Bauverwaltung. Nr. 8. Inhalt: Amtliches: Personal-Nachrichten. Nichtamtlibes: Die Séhlaht- bôöfe in S{bwerin und Plauen im Vogtlande. Sóneeschutzanlagen an den St{leswigshen Bahnen. Wanderungen durh Ostdeutschland zur Erforschung volksthümlißer Bauweise. (Fortsetzung. ) Weitere Mittheilungen über die „Limnoria lignorum“ an der Nordfeeküfte. Brü>ke über den Sorocabafluß im Zuge der Botucatúbahn, Prov. S. Paulo, Brasilien. Die Beanspruchung von Fa<werksträgern dur< wagere<te Kräfte in der Trägerebene. Vermischtes: Oder- Spree-Kanal. Dienftwohnungen fär die Bahnbewachungs-Beamten auf den preußis<hen Bahnen. Das Fremdwort im Eisenbabnwesen.

Reichstags - Angelegenheiten.

Der neue Deuts <e Parlaments-Almanach wird so bald als nur irgend msgli<h na< den Stihwablen erscheinen. Die neu ewählten Reich3tagsmitglieder wollen ihre kurzen biograpbis<en Notizen mit mögli#ster Beschleunigung an den Herausgeber des Almanachs, Herrn Dr. Georg Hirth in München, einsenden.

| Armenverbände zur unmittelbaren Veraktfolgung an die zu

Statistishe Nachrichten.

Dr kürzt H erschienene 1. Theil der e Mittheilungen aus dem atistishen Bureau des Herzogliben Staats-Ministeriums zu Gotha ber Landes- und Volkékunade der Herzogthümer Coburg und Gotha“ (Jabrgang 1886) bringt eine auëführlive Statiitif der Armen- pilege in den Herzogtbümern im Iabre 1885, welcer wir nafolgende Angabea entnehmen. Die Zabl ter von öfentliben Armen- verbänden unteritütiten Familienvorstände und einzelnen Personen belief f auf 2511, die der mit den ersteren zusammen l[zvenden Ehefrauen und Kinder unter 14 Jahren auf 2037, mitbin die Summe der selbît- unter#tügten und mitunterstüßten Personen auf 4548, wovon 1253 auf Coburg und 3295 auf Gotba entfielen. Mit Rü>si&t auf die ortî- anwesende Bevölkerung am 1. Dezember 1885 (57 383 in Coburg, 141446 in Gotha, zu'’ammen 198 $29) fam in Coburg auf je 46, în Gotba auf je 43, im Gesammtlande auf je 44 Einwobner ein aus öffentlichen Mitteln unterstüßter Armer. Von den unterfstüßten Per- sonen waren __in beiden Herzogtbürnern

in in Coburg Botba in Armenbäusern und fon- stigen Anstalten (ge- s<lossener Pflege) seibstunteritüßt. . 198 mitunterstüßt . . 42 a 240 in ibrer eigenen oder in einer fremden Wohnung (offener Pflege) selbitunterstüßt. . 603 979 mitunterstüßt . 405 1310 I T5 überbauvt . ; 1013 2 289 3 302 Bei 104 Selbstunterstüßten und 137 Mitanterstütten war Ürfall

D

1 587

die Ursache der Unterstüzungsbedürftigfzit; von den übrigen Ursaben beben wir die folgenden hervor :

in beiden Herzogtbümern Selbst- Mit- Unter-

in in oburg Gotha ie itüßte Coburg Gott Unterstüßte “12

: überßb. Ernährers 195 63s 393 33 S3 des Unter-

oder in defsen Familie . 247 738 520 S 935 Körverlihe oder geistige Gebreben 223 33 447 259

Aliersshwähe . . 211 380 49 571

Große Kinderzahl . 63 20‘ 42 230 272

Arbeitslosigkeit . . 116 28 186 214 490

E 12 98 Ö 159

Arie. 18 ¿ 70 3: 152

Ueber die zu Zwe>en der öfentlihen Armenvflege gemzBten

Ausgaben werden folgende Angaben gemacht: Die ordentlibez Aus-

gaben beliefen si< auf 179 081,26 4; darunter waren in baarem

Gelde verabreihte Unterstüßungen im Betrage von 94 247,69 4, in

Naturalien verabreihte im Werthe von 34 584,87 Ausgaben fär

Suvvenanstalten sowie Zehr- und Neisegeld: Reisende 7467,84 M

Die außerordentliben Ausgaben (für Neubauten u. dgl.) betrugen im

Berichtéjabre nur 912 #, so daß die Gesamn isgaben für Armen-

¡zwe>e 179 993,25 4 errcihten, und war 65 799 „i :

114 19426 Æ in Gotha. Unter Berücksichtigung der an

L «

1G

A 4

a Coburg und an andere Unter- stüßenden oder deren Vertreter, sowie als Erstattunge:: vcrausgabter Beträge (12 755,93 6) und der zu gleihen Zwe>en von jenen ein- gegangenen Summen (13 821,79 Æ) stellt #< also der auf jeden Kopf der ni<ht unterstützten Bevölkerung entfallende Beitrag zu den Kosten der fentlicen Armenpflege auf 0,92 Jé, und zwar ift derselbe in Coburg etwas Bober (1,16 M) und in Gotha etwas niedriger (0,82 #). Für jeden Selbst- unterstüßten wurden in Coburg 81,64, in Gotha 66,98, im Gesammt- lande 71,68 M aufgewendet ; faßt man dagegen die Selbst- und Mit- unterstüßten zusammen, so entfielen in Coburg auf jeden Unterstüßten 92,51, in Gotha nur 34,68 und im Gesammtlande 39,58 L Für die Stadt Coburg stellen si< die Ausgaben für Armenzwe>e bei einer Bevölkerung von 16 210 Köpfen auf 2,02 4 pro Kovf der nit unteritüßten Einwobner ; die Aufwendungen erreichten für jeden Selbit- unterstüßten eine Höbe von 110,35 #4, für jeden Unterftütten über- baupt 68,38 4 Bei der Stadt Gotha mit 27 802 Bewobnern am 1. Dezember 1885 entfielen auf den Kovf dec ni&t unterstüuten Bevölkerung 1,87 # Kosten für die öffentlihe Armenpflege: der An- heil jedes Selbftunterstüßzten betrug 73,24 Æ, der jedes Unterstüßzten 1

überbzuvt 40,23 M

Zunft, Wifsenschaft und Literatur.

Soeben ersien die „Uebersi<tsfarte der Verwa bezirke der preußishen Staats-Eisenbahnen, b im Ministerium der öffentlichen Arbeiten im Dezember 1886 unter Berücksichtigung der für das Etatsjabr 1887 88 vorgeschriebenen Be- zirksveränderungen.*“ Die von A. Rie>enberg sauber aezeihnete und in der phbotolithogravbishen Anstalt und Dru>erei von L. Kraas in Berlin ausgeführte Karte bat dicêmal cinen erbebli< bedeutenderen Umfang als ihre Vorgängerinnen und erscheint getheilt in zwei statt- liben zusazmengehör:gen Blättern. Sie ift im Maßstabe von

1: 1000009 gebalten. Die Königlichen Eisenbahn-Direktionsbezirke nnd fartig unterschieden ebenso die

einzelnen Betriebsämter mit Angabe des Sitzes der Direktion gekennzeibnet. Die dur die Direktion selbt auszufübre Neubauten, wel<e a. den Betriebsämtern nah demnähstiger Eröffnung bereits zugetheilt sind, finden wir dur in der Farbe des Betriebsamts gebaltene fortlaufende Linien gekennzeichnet, die b. den Betriebsämtern no< nit zugetheilten sind dar ia der Farbe des betreffenden Betriebzamts gehaltene punktirte Linien angedeutet. Das Flußneg ist nur {warz einge- zeihnet, Seen und größere stehende Gewässer dagegen mit blauer Farbe créennbar gemacht, die s{iffbaren Flüsse, die nit s{ifbarer Slüfse und Bâche, die s<hiffbaren Kanäle sind jeder durch befondere Zeichnung von einander untersGieden; desgleichen sind die MNeihs-, Landes, Provinz- und Regierungsbezirks- agrenzen an den verschiedenen Merkmalen leiht zu erkennen. . Durch auffällige Merkmale sind ferner die dopvelgeleisigen Haupt- babnen, die eingeleisigen Hauptbahnen mit mehrgeleisigem und ein- geleisigem Grunderwerb, ferner die Bahnen untergeordneter Bedeutung mit mcebrgeleisigem und eingeleisigem Grunderwerb unter! bieden. So- dann find angedeutet die zur Ausführung genchmigten Hauvtbabnen und Bahnen untergeordneter Bedeutung, endlih die Damvf-Tramway- bahnen fowie die Pferde-Eisenbahnen. Die Uebersißtskarte bringt ferner vershiedene Karten kleinerer Bezirke, sowie die von Berlin, welhe im Maßitabe von 1 : 120000 gehalten ist und eine genaue Uebersicht über das Berliner Bahnnetß giebt. Es sind allein neun, dur< verschiedene Farben von einandcr fenntlih gemachte Babnen, welche sih in und um Berlin befinden, die Stadtbahn, Verbindungs- bahn u. \. w. fallen am auffälligsten in die Augen. Eine zweite fleinere Karte zeigt das Obersclesishe Berg- und Hüttenrevier, ge- zeihnet im Maßstabe 1: 209000. Wir finden da Ansblußbahnen für niht öffentlichen Verkehr, die eigenen Schmalspurbahnen (verpachtet) für öffentlihen Verkehr, sowie die fremden S<hmalipurbabnen für nit öffentlihen Verkehr. Endlich ist no< eine Üebertiht des Rubr- Koblen-Revters gegeben im Maßstabe von 1:180000. Au bier finden si< die Anshlußbahnen für nit öffentlihen Verkehr, die Pferde- und Schlepp- sowie die außer Betrieb geseßten Eisenbahnen angegeben, ferner genaue Kennzeichen für Schachte, Hütten, Zechen, Kokereien, Koksöfen, Ringöfen, Eisenhütten und Sägemühlen.

Im Berlage der Helwing'shen Verlagsbuhbandlung (Th. Mier- zinsky, Königl. Hofbuchhändler) in Hannover, ersien foebea eine Broschüre, betitelt: „Das Vaterland if in Gefahr! Ein Appell an die deutshe Nation von einem deutsben Patrioten*. Der Verfasser hâlt es für die Pfliht jedes Patrioten, das Volk über die

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