1887 / 46 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

des Ministeriums der geistlihen, Unterrichts: und Medizinal-A Bei Kap.

21. Oktober 1878 wird das bei Friß Herbert in Stettin gedru>te Flugblatt: „Arbeiter, Handwerker!“ hiermit verboten. Stettin, den 22. Februar 1887. L Der Regierungs-Präfident.

legenheiten. L Titel 1 der Einnahmen (Evangelischer Kultus) bemängelte der Abg. von Meyer - Arnswalde die dürftige Ausstattung des Kultus-Ctats und beklagte zugleich, daß die Regelung der Schullasten auf geseßlihem Wege bisher noch nit erfolgt sei. E L E

Der Titel wurde bewilligt; ebenso Titel 2.

Bei Titel 3 (öffentlicher Ünterricht) ging der Abg. Hagens auf die beabsichtigte Errihtung eines orientalishen Seminars bei der Berliner Universität ein. e : .

Der Titel wurde bewilligt, ebenso der Rest der Ein-

Ausgaben, Kap. 109 (Tit. 1, Gehalt des Ministers) gab der Abg. Dr. Windthorst die Erklärung ab, daß seine Partei die sonst üblichen Erörterungen über die Lage der katholischen Kirche heute niht anstellen werde. sei eine neue firchenpolitishe Vorlage an das Herrenhaus ge- langt. Seine Partei habe noch nicht Zeit gehabt, dieselbe gründlih zu studiren und sie sei auch nicht in der Lage, si über eine Vorlage zu äußern, die zunächst no< im andern Hause geprüft werden müsse. f j dieser Verhandlungen noch Veranlassung nehmen werde, in prinzipielle Erörterungen einzutreten, stehe dahin; suchen werde sie dieselben jedenfalls nicht. : /

Der Abg. Ostrowicz führte Klage über die Verseßungen von Lehrern in den östlichen Provinzen. :

Der Minister der geistlichen 2c. Angelegenheiten, Dr. von Goßler, erwiderte, daß die Klagen über den Umfang dieser Verjezungen sehr übertrieben seien. Bis jeßt seien 12 L höherer Anstalten, 12 Seminarlehrer und Schullehrer, bei einem Bestande von R 4 in den Provinzen Posen und Westpreußen versetzt. da von einer massenhaften Versetz müsse er der Kritik des Hauses anheimstell regel tief eingreife in die persönlihen V betreffenden Lehrer räume er ein, abe bemüht, so shonend wie möglih vorzuge zuschließen.

Nachdem die Abgg. von Czarlins nochmals über die Härte der Abg. Dr. Windthorst die Neg schonend wie möglih vorzuge ebenso die folgenden Titel des Kapitels.

Auch die Kapitel 110—118 wurden unverändert ange-

Freiherr von Puttkamer.

É main p mig nr B apT.

Das im Dru> von Daniel Vohs hierselbst erschienene „Arbeiter! Handwerker! itbürger!“ und unterzeichnet ist: „Das Arbeiter-Wahl- S. 11 des Geseßes gegen die der Sozialdemokratie vom

lugblatt, welches beginnt :

comité“ wird auf Grund des eingefährlihen Bestrebungen . Oktober 1878 hierdurch verboten. Aachen, den 22. Februar 1887. Königliche Regierung, Abtheilung des Jnnern. von Bremer.

L j O ine Partei im Laufe eseßes gegen die ge- b seine P f

Auf Grund des F. 12 des Reichsges i zialdemokratie

meingefährlichen Bestrebungen ialden 1 21. Oktober 1878 wird hierdur< zur öffentlichen Kenntniß bracht, daß die nichtperiodishe Dru>schrift mit ebershrift: „An die Reichstagswähler Münchens I, und I1.“, unterzeihnet: „Das Wahlcomité der Arbeiterpartei Dru> von M. Ernst in München, gemäß

in München“. : der unterzeichneten

des gedachten Geseßes Seitens ¿andes-Polizeibehörde verboten worden ist. München, den 22. Februar 1887. Königliche Regierung von Ober-Bayern, Kammer des Innern. Freiherr von Pfeufer, Präsident.

_und 68 Elementar- 5000 Elementar-Schul-

ung sprechen könne, Daß die Maß- erhältnisse r die Verwaltung sei i : ; N hen und Härten aus- Auf Grund $. 12 des Reichsgeseßes gegen die gemein-

gefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. Oktober 1878 wird hierdur< zur öffentlihen Kenntniß gebracht, daß das Flugblatt: : . L

„An die Wähler des 3. Hamburgischen Wahl-

kreises“, : welches mit den Worten beginnt:

„Mitbürger! Wiederum bewirbt" sich“ und schließt :

„zur Zeit in Chemnitz.“ :

Vereinsdru>erei Hottingen-Zürich. | nah $. 11 des genannten Gesetzes von der unterzeichneten Landes-Polizeibehörde verboten worden ist. Hamburg, den 22. Februar 1887. Die Polizeibehörde. Hachmann.

fi und Dr. von Jazdzewski Verseßungen geklag1! und der ierung aufgefordert hatte, so der Titel bewilligt,

hen, wurde

Vei Kapitel 119 (Universitäten) trug der Abg. Pr. Neichensperger Klagen über die Mang Examens vor.

Vei Schluß des Blatts ergriff der lichen 2c. Angelegenheiten, Dr. von Goßler

zug auf die Bestimmung des betreffend das Urheber- „Als verbotene Nach- ng eines Werkes der die plastishe Kunst, Civilsenat, Sat aus-

elhaftigkeit des juristischen

Minister der geist- , das Wort.

In Be NReichsgeseßzes vom 9. Januar 1876, re<ht an Werken der bildenden Künste bildung ist nicht anzusehen die Nachbildu zeichnenden oder malenden Kunst durch oder umgekehrt“ hat das dur Urtheil vom 24. gesprochen: „Lit ren innerhal tellt angesehen eines Gemäldes die verbotenen

Reichsgericht, I. November v. J., folgenden ophanien müssen als durch ein Kunst- ider Kunstgattung der zeichnenden Kunst werden und fallen bet

Nichtamtliches.“ Dentsches Reich.

Februar. Se. Majestät der Nachmittag den Vor- Staats-Ministeriums, Ministers

der Nachbildung hotographie, unter

Preußen. Kaiser und König trag des Vize-Präsidenten des des JZnnern, von Puttkamer.

Heute empfingen Se. Majestät militärishe Mel ortrag des Chefs des Civilkfabinets, s von Wilmowski entgegen.

nd Königliche Hoheit der

Vormittag um 10 Uhr die nd Cronemeyer ldungen entgegen. prinzlichen Herrschaften

hörten gestern , einer Zeichnung, einer P

Nachbildungen.“

München, 22. Februar. meldet: „Jhre Majestät die Königin-Mutte er rechten Schulter hel jedo<h wieder nacgelasse!

„Alla. 2tg.“ rist gestern mit ästigt worden, welche Entzündliche iht eingestellt.“

und nahmen darauf den V Wirklichen Geheimen Nath

Se. Kaiserliche u Kronprinz empfing gestern Pastoren von Bodelshwingh au aus Bremen und na

Schmerzen an d heute Morgen / inungen oder Fieber haben sich n

s Bielefeld u

hm dann militärishe Me Abends begaben Sich die Kron

zum Ball in das Königliche Schloß. ; E A s E gige S Defterreih-Ungarn. Wien, 21, Februar. (W

Jm Abgeordnetenhause des die Spezialdebatte über den G Krankenversicherung der Erledigung gelangten die 21. Februar. deputation nahm gearbeitete Nuntium an, welches im Si! gestellten modus procedendi in österreichischen Nach dem Eintreffen der Sizung statt.

ien. Abdp.) Reichsraths wurde heute \, betreffend die fortgeseßt.

eseßentwurf, Arbeiter, Paragraphen 3, 4

(Prag. Ztg.) unverändert das

e des Königlichen es Winters statt. d König versagten es dagegen erschien Jhre und Königin in der Bilder-

Gestern Abend fand im Weißen Saal Schlosses der dritte und leßte Hofball dies Se. Majestät der Kaiser un feste beizuwohnen;

Quoten - von Marx Falk aus- ine des seinerzeit fest- Begleitung einer deutschen

Deputation Antwort findet wieder eine

Sich, dem Ball Majestät die Kaiserin galerie und hielt bis 11 Uhr Nachdem Jhre Kaiserlichen und König prinz und die Kronprinzessin die Gäst vornehmsten Damen mit einer kurzen Anspra begann der Ball, an dessen rinzessinnen betheiligten.

Um 11 Uhr wurde das Souper a1 und um 1 Uhr erreichte das Cotillon sein Ende.

Ueberseßzung übermittelt

lichen Hoheiten der begrüßt und die che beehrt hatten,

jüngeren König- Die amtliche Er-

Finanz - Staatssekretärs

Tänzen Sich die E: e s zum Staatssekr

sowie die Enthebung des r von jeinem Amte is heute erfolg

nennung We>erle' Ministerium,

1 Buffets eingenommen, Köffinge

Ballfest mit einem glänzenden Großbritannien und JFrland. Das Kabinet trat am Son Amt zu einer längeren Be Gesetvorlagen ) Lord Ashbourne, de eigens von Dublin eingetroffe1 und vor derselben hatte Lo sprehung mit dem O egyptische gewesen sein. An Stelle des zum Unter- ernannten Grafen von Onslo leigh dienstthuend geworden : Charakter hat und de

London, 21. Februar. nd im Auswärtigen

rathung zusam beschäftigten die Minister vor- r Lordkanzler von Jrland, war bung beizuwohnen, bury eine lange Be- Jrland gepflogen. Die Gegenstand der Erörterung

eutigen (19.) Sizung des

Hauses der welcher der Staats

Minister von Boetticher, Angelegenheiten, Dr, von n beiwohnten, theilte der n eingegangen seien :

ordnung für die bentwurf über die Einführung de 29, Juni 1875 in

In der h Abgeordneten, der Minister der geistlihen 2c. Goßler, und mehrere Kommissarie Präsident mit, daß an Vorlage

der Entwurf einer Kreis

1, Um der Si

ber-Sekretär für / i Frage soll ebenfalls on! Rheinprovinz und der Gese r Provinzial- ordnung vom

der Geseßzentwurf, Hannoverschen Gesetzes barkeit des Lehn und die Errichtung von

der Gesetzentwurf, Bu>au betr. ;

der Geseßentwurf, sezungsverfahren begründeten, heiten und

der Geseßentwurf, betr. die für Volksschulen.

Vor Eintritt in die Abg. Rintelen zu einer Jahre 1861.

Das Haus trat hierau Gegenstand die Fortsetz1 des Entwurfs des Staa 1887/88 war, und zwar wurde

Staatssekretär für die Kolonien w ist Lord Balfour of Bur- er Kammerherr (Lord in W ein Amt, das einen

hen Fnhaber dem Gesammt-M

dieser Provinz; betreffend Aufhebung des 8. 5 des vom 13. April 1836 über die Ablös- erhältnisse bleibender Lehne amilien-Fideikommissen; oie Aufhebung des Amtsgerichts zu

sverbandes, die V lifierna Die in Dublin lung gegen Dillo jamen Verlauf. Belastungszeugen momente zu Tage kündigte der Präs Ober-Sekretär Sekretär Gene vor dem Polizeirid Prozeßverhandlun Die von den gen im Februar vo Steuerzahlern London Alles in Allem mußt

geführte Schwurgerichts-Verhand- n und Genossen nimmt e Am Sonnabend wurde zum Abschluß gebracht, ohn gefördert zu haben. ident an, daß die Aus Sir M. Hi>s- A. im L ter gemacht hatten g nicht zulässig sein archisten angezettelten Ruhestörun- rigen Fahres im W s ziemlih theuer en 7000 Pfd. Ster

inen lang- das Verhör der e neue Belastungs- Laufe der Sigzung jagen, welche der [s-Beach, der Unter- aufe der Untersuchung , in der gegenwärtigen

die dur<h ein Auseinander- gemeinschaftlihen Angelegen-

Feststellung der Leistungen , für Jrland, Tagesordnung erhielt das Wort der ral Buller U.

Erklärung bezügli seiner Wahl im

f in die Tagesordnung ein, deren zwelten Berathung tshaushalts- Etats für zunächst berathen der Etat

atr vaule: orte

ting der estend jind den u stehen gekommen.

Entschädigung

an Ladenbesiver und Andere, deren Lokale demo; oder ausgeraubt wurden, bezahlt werden. Den hs N Einzelbetrag erhielten die gebrandschaßten Juweliere, näml; 4446 Pfd. Sterl.

22. Februar. (W. T. B.) Jm Unterhause gs heute der Unter-Staatssekretär Fergusson die (, klärung ab: Die Regierung habe keine Bestätigun, der Nachricht erhalten, daß die französische Regierun im Begriffe stehe, auf den Neuen Hebriden neue For anzulegen, neue Kasernen zu bauen, sowie - die dortiga Truppen zu vermehren; die französische Garnison sei im Gege, theil bedeutend reduzirt worden, und es seien Verhany, lungen mit Frankreich eingeleitet, wegen der gänzlich; Zurü>ziehung der französischen Posten. Weitz theilte Fergusson mit: es würden Arrangements getrof durh welche die egyptishe Regierung in den Stay geseßt werden solle, von der Frohnarbeit während diess Jahres abzusehen. A i

Aus Süd-Afrika liegt folgendes Telegramm vor:

Durban, 20. Februar. Der Gouverneur macht bekannt, da mit Genebmigung der Regierung Ihrer Majestät und Zustimmu

der Häuptlinge fowie des Volks von Zululand die Autorität de

Köntgin über Ost-Zululand ausgedehnt worden ist. J den Häuptlingen jedo cine Audienz bei Sir A. Havelo> verweiger

wurde, fo wollen sie sih an die Königin wenden und gegen die Wezs

nahme ibres Landes protestiren.

Frankrei<h. Paris, 22. Februar. (Köln. Ztg.) D Regierungsaeseßzentwurf über die Mobiliarsteuer stößt in der öffentlihen Meinung auf lebhaften Widerstand Im Budgetaus\<uß der Kammer wird derselbe ebenfall

lebhaft befämpft werden, und der Finanzaus\huß des Sena! will sih offen gegen denselben aussprechen und die Erhöhu:

der Alkoholsteuer beantragen, falls im nächsten Jahre ne/

Steuern nöthig sein sollten. Italien. Rom, 22. Februar. (W. T. V) A

Massovah meldet die „Agenzia Stefani“: Graf Salimbe ; traf am 16. d. hier ein und kehrte am 21. d. nah Asma t!

zurü>. Derselbe überbrachte ein Shreiben Ras Alula h

in welchem den Jtalienern Freundschaft und Friet!; Bf den Ztalienern befänden, herbeigeführt worden. Es heißt dan weiter in dem Schreiben: „Laßt uns wieder Freunde - sein,

angeboten wird. Der Bruch wäre durch die Befestigun Wua und Saati und durch die Ungetreuen, welche \ih

indem Jeder auf seinem Territorium verbleibt.“

Wie der „Tribuna“ aus Massovah berichtet wirdz hätt General Gené in der Antwort auf das Schreibek1 Ras Alula's es abgelehnt, mit demselben zu unterhaúdeln, solange Salimbeni und seine Genossen gefangen gehalten würden, Gené verlangte deren Freilassung und erkl.\rte: & werde sonst die Mitglieder der Expedition als todt Letraten und dieselben rächen; Salimbeni hätte dieser Antwort

shriftlih zugestimmt.

HZeitungsstimmen.

Zum Schluß eines „Die Wahlen im Königreich Sachsen“

besprechenden Artikels sagt das „Dresdner Fournal“:

Die Resultate der gestrigen Wahl haben unseren jüngst aus gesprochenen Anschauungen Recht gegeben. Nicht der Deutschfreisinn, ledigli die Sozialdemokratie kam im Wahlkampf als Feind der OrdnunÆparteien in Frage. Etne einzige, ohne die Unterstützung der Sozialdemokratie auësihtêlose Stichwahl, das ist es, was als einziger

A

Kandidat herumzog.

E Die vollständige Ausmerzung der Sozialdemokraten aus den fâ- nischen Reichstags-Abgeordneten denn wenn in Dresden-Altstadt ti

Vertreter der Ordnungsparteien nur einigermaßen bei der Hand sind, lendet Sachsen keinen einzigen Sozialdemokraten na< Berlin war

eine bei weitem s{werere Aufgabe, es bedurfte hicrzu in der That der bedeutenden Kraftanstrengung, wele in dem acstrigen Kampfe fo erfreulich zum Ausdru gekommen ist, Von einem Rückgange der sozial- demokratishen Stimmen kann zwar nur in sehr wenigen Kreisen 3. B, Meißen und Stollberg gesprochen werden, aber andererseits ift dk Zunahme in den übrigen Kreisen, besonders im Hinbli> auf das stark: Wachsthum unserer Bevölkerurg, eine vers{hwindend geringe, und ma: crkennt deutlich, daß die fozialdemokratische Bewegung auf einem Höhepunkt angekommen war, den sie nicht überschreiten wird. Ein

erites Anzeichen dafür, daß unseren Arbeitern die Gewißheit zu dämmern beginnt, daß die sozialdemokratischen Führer cs nicht sind, von dencx sie cine Besserung ihrer Lage zu erwarten haben, fann man ni6t ohne cine gewisse Berechtigung in den Zaßhlenverbält- mien der verflossenen Wahl erbli>den, und das ist uné von allen den freudizen Gefühlen, twel<e uns heute beherrschen, das freudigste. Unsere Ordnungsparteien aber, denen der gestrige Tag die Gewißheit gebraht hat, daß es feinen Feind giebt, der ihren ver- einten Kräften gewachsen wäre, mögen in dem ihnen zugefallenen Siege einen neuen Antrieb erbli>en , der Hebung des Wohles unserer arbeitenden Klassen die ernsteste Aufmerk\amkeit zu widmen und den entscheidenden Einfluß, der ihnen hoffentli< im neuen Reichstag au das Werk der Gesetzgebung vergönnt fein wird, in diesem Sinn zu verwertben. Dann werden gewiß au< alle felgenden Wahlen s:

erfreulihe Erfolge bringen, wie dec 21, Februar 1837.

S „Vor der Wahlschlaht im Deutschen Reich“ lautet die Ueberschrift eines Artikels, den Professor Franz von Liszt in Marburg dur die Wiener „Deutsche Zeitung“

veröffentlichte und worin er sagt:

„Viel ist gesündigt worden von allen Seiten, von den Liberalen, wi: von den Konservativen, und es ist beute niht an der Zeit, sich in geger- seitigen Vorwürfen zu ergehen. Aber ho an der Zeit war es, dem cin Ende zu machen. Der erste Schritt dazu ift gethan. Die Vereinbarung de: Parteivorstände in Berlin verpflichtet die Nationalliberalen, die éFrei- konservativen und die Deutsckonservativen zu gemeinsamem Vorgehen. Freili< nur für die Wablen vom 21. Februar. Aber cin erbitterter Kamb', der Schulter an Schulter gegen denselben Feind geführt wird, ver bindet die Herzen stärker und dauernder, als langathmige Freund {afté \ersicberungen. Die jetzigen Wahlen sind eine gute Schule für dic Kräftigung der nationalen Gesinnung. Nur wer es selbst miterlebt hat, wie alte, ttefgewurzelte politische und persönliche Gegensäte während der letzten Wochen in den Hintergrund gedrängt wurden, wie die flammende Begeisterung für das Vaterland die nüchternsten Partei- menschen * ergriffen hat, der vermag voll und ganz die Be- deutung zu würdigen, welhe der 21, Februar für die politis<e Erziehung des deutshen Volkes har. Der Eindru> dieser erhebenden Tage mag allmählih wieder verblassen; er wird nie mehr ganz verloren gehen. Hinter den Männern von heute steht

Erfolg für Hrn. Eugen Richter aus dem Kampfe übriggeblieben ift, Wenn man sächsishe und vor Allem Berliner freisinnige Blätter und die in ihnen ausgesprohenen weitiehenden Pläne gelesen hat, mit Hülfe der Sozialdemokratie in Sabsen Erfolge zu erzielen, dani kann man si<h eines gewissen Behagens nur \{<wer erwehren ; di: großen Worte des Hrn. Mun>el, der in Leipzig „die Entscheidung in der Hand haben“ wollte, und , die stürmischen Erfolge“ des Hr. Dr. Hänish in Döbeln stehen zu den thatfählih errungenen 130 und 300 Stimmen in der That do< in cinem zu großen Mif- verbältniß ; nibt minder wie die 940 Stimmen des Hrn. Dr. Hempel, welcher seit 4 Wochen im Wahlkreis Stollberg von Ort zu Ort als

die deuts<e Jugend; und daß die mit Ingrimm des wüsten Parteitr nft, mit ihr zu thun bat, der akademische Lehrer vielleiht am Zusammenschluß der nationalen dazu kommt der weiter ho<wi Deutschfreisinnigen und

nationale Gedanke

zu Tag stärker und

ist, vernihtet von

nd hinweggefegt von dem Volkes Cine fathbolise wiegend fkonfervativem Charakter aus ni<t unwahrsccinli< Verhältnissen von allen Unbefangenen werden. Das wird, soweit auf p mögli ist, das Ergebniß der Wax überwältigende nationale tage; die Zertrümmerung des Centrums ; eine verni der Richter’shen Partei; mit einem Worte, politishen Lebens. Jst damit der F Niemand. Aber die Machtstellung des verbürgt. Und das genügt.“

„Wolff's Telegraphishes Buregu“ meldet aus Wien u. d. 23. Februar:

Das „Fremdenblatt“ glaubt, die Reichêtag bâtten eine reihe und neue S euts{<land aber erbö äishen Friedens. Die

8 D

gebracht ; ein starkes D auf Erhaltung des europ Wahlsieg Bismar>k's wiegt mehr als er stärkt vielleiht alle Hoffnun der Papst für den Sieg mi erhabenen Verbündeten. Die „Deuts < fann {on jeßt auf

nationalen Parteien

während ihre verschie Verluste zu beklagen baben. dämpfend auf den Jubel der fr; dur ihre beispiellosen Agitationen die Adreffe der Elsaß- in den Reichslanden zu wege brachten.“ Ferner aus London u. d. 23. Februar : Die Morgenblätter äußern ibre bekannten Resultate der deutschen Rei erbli>t in dem Ausfall der Wahlen, Septennat gesichert erscheine, eine vorläu

se national denkt und fühlt und nur treibens gedenkt, das wei

Parteien allein sidert dies

) C ber en den Sieg, tige Umstand, daß in d

en Kreisen der Centrums der

Niemals wohl Richter's und heute, niemals ihr Einfluß ächer an Zabl, ohne Ver- nlos wie ein geshlagenes stage erscheinen, um über zu verschwinden. 1, daß das alte Centrum ideuts<hen Färbung todt

römischen Kurie bolishen deutschen

zuversihtliher auftritt. seit der Gründung des Deutschen Reichs waren Windthorst's Namen fo unpopuläâr wie so tief gesunken wie jeht. trauen in das Geschi> ihrer Führer, : eer, werden diese beiden Parteien im Reich gee oder lang vom politis<hen Schauplatze heute läßt si< ohne Uebertreibung behaupten mit seiner welfishen

Wesentlich schw ührer, dis;zipli

und darum ant den Keulenschlägen Unwillen des fat nationaldeuts<e im Reichstage

unter den mit herzliher Freud olitishem Gebiete

1 Vorbersage hlen vom 21, Feb

ruar sein : eine eutshen Reihs- <tende Niederlage die Gesundung unseres _Das weiß wohl Deutschen Reichs ift damit

Mebrheit im künftigen d

riede gesichert ?

Wablen für den deutschen tarfung nah innen un he und mehre die d „Presse“ sagt: Der eine gewonnene Swlacht ; gen auf den europäischen Frieden.

ehrt den Sieger und f Í e Zt g.“ äußert si: „Eines bestimmteste : fräftigem Aufs<hwung denen Gegner s><were, mitunter

se Thatsache wird boffentlih etwas nzösishen Chauvinisten wirken, die , ja förmlichen Bes<hwörungsrufe an mal den Sieg der Protestler

zerinalmende

Lothringer nc< ein

Befriedigung über die bisher Die „Times“ soweit dur<h denselben das fige Sicherung des Friedens.

tagêwahlen.

Reichstags - Angelegenheiten.

Das „Woffsche Telegrapben-Burcau“ veröffentlicht folgende weitere

Wahlresultate:

Rastenburg-Friedland. Gumbinnen. Für Saro (f Julienfelde (dfr\.) 5637 St. gezählt: Oletzko-Lyk-Johannisburg.

Sensburg-O

Angerburg-Lötzen.

Stallupönen-Goldap- Heiligenbeil-Eylau.

Labiau-Wehlau.

Braunsberg- Heils Ragnit-Pillkallen. Osterode-Neidenburg. Nastenburg-Gerdauen.

Tilsit-Niederung

Elbing: Marienburg. Stralsund - Rügen -

gewahlt.

Greifswald-Grimmen., Bütow-Rummelsburg.

zahl wiedergewählt.

Velgard-Schievelbein-Dramburg.

gewählt,

Stolp-Lauenburg.

gewählt.

Guben-Lübben. Prinz S{önaic-Carol

Amtsrath Dietz v. Nademacher (dfrs.) ge Prinz Handjery (kons) gewählt. Metcenthin

Landsberg-Soldin.

Belzig-Jüterbog.

Teltow-Becskow-Storkow.

_ Westhavelland. Riert (dfrs\.).

Bromberg. Stichwahl zwischen Hahn (kons.) und von Komierowski

(Pole).

Meseriß-Bomst. v, Unruhe (kons) gewählt. Buk-Kosten. v. Mryscziclski (Pole) gewählt. Magdzinski (Pole) gewählt.

Wreschen-Pleschen. »sfi (Pole) gewählt.

Kröben. Fürst Adam Czartort Adelnau. Fürst Radziwill (Pole) gewählt.

[ v. Chelmid>i (Pole) gewählt.

Graf Skorzewski (Pole) gewählt.

v. Koszielskfi (Pole) gewählt.

v. Colmar (konf) gewählt.

Kroteschin. Dr. v. Jazdzewski (Pole) gewählt.

v. Grâve (Pole) gewählt.

rnik. Graf Kwile>i (Pole) gewählt. zwischen v. Rheinbaben (Neichsv.) und Ersterer erhielt 4469, Letzterer 4269 St.

__ Breslau. Das Stimmverhältniß der beiden hiesigen Wahl in denen, wie gemeldet, Stichwahl stattzufinden h (östlich) im Ganzen abgegeben Sevdewitz (kons.) 8243, auf Kayser ( Breslau (we

(Snesen-Wongrowit.

Wirsit-Schubin.

Inowrazlaw-Mogi Czarnifow- Kolmar.

S{rimm-S(hroda. Samter-Birnbaum-Oko Fraustadt. Stichwahl Prinz Radziwill (Pole),

Tarputschen (dfrs.) 5528 St. ; L 22 196, davon entfallen auf Kräfer (

7313 Stimmen.

Striegau-Schweidniß. Dr. Kulmiz Falkenberg-Grottkau. Gleiwiß. Meyner (Centr.) gewählt.

Kattowiß. Letocha (Centr.) gewählt.

Ratibor. v. Gliczinski (Centr.) gewählt. Glogau. Maager (dfr\) mit 7500 St. gewählt. Hoverêwerda-Rothenburg.

Namsiau-Brieg.

Militsh-Trebnit.

sichert.

Löwenberg i. Sl. &€ Oppeln. Graf Ballestrem (Centr.) Neustadt, Oberschles. Gr. Strehlit-Kosel. Pleß-Rybnik. Müller (Centr.) gewählt. Frankenstein. Graf Chamaré (Centr.) gewählt. Lüben-Bunzlau. Schmieder (dfrs.) gewählt. Glaß. v. Hoiningen-Huene (Centr.) gewählt. Guhrau-Wohlau.

Ohlau-Nimpt\<{.

Graf Udo zu Stolberg (kons) gewählt. bis jeßt 11 1 ür von Sau>en- Wabl Saro's sicher. Maubach (kons) wie)ergewählt. von Mirbach (kons.) wiedergew. Staudy (kons.) wiedergewählt rkehmen. Bergmann (fonf.) wiedergew. von Tettau (kons.) wiedergevählt. von Gaustedt (fons.) gewählt. berg. Spahn (Centrum) wiedergewählt.

von Sperber (konf) wi Stephanus (kons\.) gewählt Graf Udo Stolberg gewählt. von Schlie>mann (kons.) gewäklt. Koniß-Tuchel. Rittergutsbesißer von Polczynsfi (Po von Puttfamer-Plauth (kons) gewählt. Professor Delbück (freikons.)

rtels8burg.

le) aewählt. Franzburg.

Vehr-Bebrenhof (kon?.) gewählt. von Massow (fons.) mit zroßer Mehr-

Graf Kleist-Schmenzin (konf.)

von Hammerstein (konf.) gewählt. Neustettin. von Busse (konf.) mit großer Majorität wieder-

ath (Neicspartzi) gewählt, Bayer (kons\.) gewählt.

(tons) und

at, ergiebt : Breslau 21571 Stimmen, davon entfall Soz.) 7742 und auf von Sau>en- tlih) im Ganzen abgegeben Soz.) 7999 und auf Witte (natl.)

(fons.) gewählt.

Graf Praschma (Centr.) gewählt.

Graf Arnim (fons\.) gewählt.

Wahl v. d. Hepdebrandt's (Tonf.) gesichert. Wahl des Fürsten Haßfeldt (Reichsp.) ge- Sanitäts-Rath Born (natl.) gewählt. Graf Stolberg (Centr.) gewählt. Franz (Certr.) gewählt.

v. Kessel (kons.) gewählt, v. Goldfus (fons.) wiedergewählt.

Aeubburg-Rofenberg. Erbprinz Hobenlohe- Oebringen (fonf.) ählt.

Havnau-Goldberg. Golds{midt (dfrs.) gewählt. Beuthen-Tarnowitßz. Major Szmula (Centr. ) gewäblt. Wartenberg-Oels. von Kardorff (konf.) wiedergewählt. Reicenbach i. S<hl. Stichwahl zwischen Prinz Carolath (fons.) und Porsh (Centr ). eumarft. Herzog von Ratibor (konf\.) gewählt. Sprottau - Sagan. Schmidt (Reihsp.) gewählt; For>enbe> unterlegen. Weißenfels. Landgerichts-Präsident Günther (natl.) gewählt. Kalbe. Dietze es mit 7000 St. Majorität gewählt. Erfurt-Ziegenrü>. Nobbe (Reichépartei) gewählt. Heiligenstadt-Worbis. von Strombek (Centr.) wiedergewählt. _ Flenéburg._ Gottburgsen (natl.) gewählt. Johannsen (Däne) große Anzabl Stimmen verloren. zMdenbueg (S<hleëwig-Holstein). Graf Holstein (kons.) erhielt

4643

Kiel-Rendéburg. Stihwahl zwischen Hänel (dfr\.) mit 10 714 uxzd Heinzel (So:.) mit 9427 St.

._ Emden-Leer-Norden. von Huelst (natl.) mit 12584 St. gewählt ; sür Brons (dfrs.) bis jeßt 1307 St. gezählt.

Minden-Lübbe>e. Bo>k (fons.) erhielt 13231, Kerrl (Soz.) 1164 St.

Kassel. Weyrau (konf.) gewählt.

Wisgenbausen. Christen (Reibspartei) gewählt.

Hofgeismar. Oettker (natl.) gewählt.

Hersfeld. Sevffarth (kons.) gewählt.

Herzogthum Lauenburg. Stichwahl zwishen Wentorp (natl.) und Berling (dfr\.).

Hameln von Reden (natl.) gewählt.

Bonn-Rheinbah. Dr. Virnih (Centrum) gewählt.

„ieeereiden - Malmedy - Montjoie. Amtsri{ter Fritze (Centrum) gewählt.

Düren-Jülih. Graf Hompes< (Centrum) gewählt.

Geilenkirhen-Heinsberg. Hitze (Centrum) gewählt.

Saarbrücken. Pfaehler (natl.) mit 12 564 St. wiedergewählt, Hiße (Centrum) erhielt 6334 St. :

Siegkreis-Waldbröl. Dr. Lingens (Centcum) wiedergewählt.

g eaubing. Graf Conrad Preysing (Centc., f. Septennat) ge- wählt.

München 11. Bis jeßt sind für Landes (Centr.) 8074, für von Vollmar (Soz.) 10675, für Gen 6884 St. gezählt, Stichwahl zwischen Landes und von Vollmar scheint sicher.

Etlangen-Fürth. Stichwahl zwischen von Stauffenberg (dfr.) und Kahl (natl.).

andi (Oberpfalz). Amtsgerihts-Sekretär Lebner (Centr.) gewählt.

Paffau. Dr. Diendorfer’s (Centr., f. Septennat) Wabl gesichert.

Pfarrkirhen. Haberland (Centr.) gewählt.

Ulm. Bürgermeister Fischer (natl.) wiedergewählt.

Aschaffenburg. Pfarrer Haus (Centrum) wiedergewählt,

Blaubeuren. St:atsanwalt EGröber (Centr.) gewählt.

Regensburg. Baron Gruben (Centr.) gewählt.

Ingolstadt. Freiherr von Aretin (Centr.) gewählt.

(C Kronah. Stichwahl zwishen Dr. Swaine (natl.) und Gagern Sentr.).

Dinkelsbühl. Dr. Stchre!ner (natl.) gewählt.

Offenbah-Dieburg. Böhm (natl.) mit 150 St. Majorität ge- wählt ; der frühere Abg. Liebkne<ht (Soz.) ift unterlegen.

Rosenheim. Posthalter Wagner (Centr.) wiedergewählt.

Traunstein. Landgerichts-Rath Senestrey (Centr.) wicdergewählt.

Kaiserslautern. Miquel (natl.) siegte mit 3500 St. Majorität über Grobé (Demokr.). Außer im hiesigen Wakhlkreise baben auch in den übrigen 5 pfälzishen Wahlkreisen die nationalliberalen Kandidaten gesiegt.

Weilheim. Weber (Centr.) gewählt.

Aichah., von Pfetten (Centr.) wiedergewählt.

Leipzig (Land). Dr. Goetz (natl.) gewählt.

Lörrah. Die Wahl Blankenhorns (natl.) scheint sicher.

Gmünd-Gövpingen. Grub (nail.) gewählt.

Oeringen-Weinsberg. Leemann (natl.) gewählt.

Krailsheim-Gerabronn. Keller (natl.) gewählt.

Aalen-Ellwangen. Graf Adelmann (Centrum) gewählt.

Biberah-Leutkirh, Erbgraf Neipperg (Centrum) gewäblt.

Ravensburg. Goezer (Centrum) gewählt. Ï

Cam von Fischer (natl.) mit großer Majorität gewählt.

Kannstatt-Ludwigsburg. Veiel (natl.) gewählt.

Heilbronn. von Ellrichshausen (Reichsp.) gewählt.

Böblingen-Maulbronn. von Neurath (RNeichsp.) gewählt.

Eßlingen. Adae (natl.) gewählt.

Reutlingen-Tübingen. Batha (natl.) gewählt.

Kalw-Nagold. Staelin (Neichêv.) gewählt.

Freudenstadt-Horb. von Ow (Reichsp.) gewählt. L :

t a Burkhardt (natl.) na<h hartem Kampfe

ewählt. 5 Lahr. Engler (natl.) mit 2000 St. Majorität gegen Gerber (Centr.) gewählt. :

Eisenach. Geibel (natl.) mit 7293 St. gewählt. Träger (dfrs.) erhielt 5136 St. S

Gera Für Ambach (Reichsp.) sind bisher 8400, für Roediger (Soz.) 6109 St. gezählt.

Altenburg. Oberst-Lieutenant Baumbach (Reich8p.) gewählt.

Heidelberg-Mosbah. Menger (kons.) mit 13 485 St, gewählt.

Zaktern. Goldenberg wiedergewählt.

Saarburg-Merzig-Saarlouis. Haanen (Centr.) gewählt.

Mülhausen i. E. Bisher sind für Lalance 12 338, für Mieg- Köchlin 3736 St. gezählt; die Wabl von Lalance scheint ficher.

Hamburg. Das Wakhlresultat im 3. Wahlbezirk ergiebt: Im Ganzen abgegeben 37261 St.; davon entfallen auf Heinzel (Soz.) 17284, auf Wörmann (natl.) 13798 und auf Dränert (dfrs.) 5999 St.; mithin, wie bereits gemeldet, Stichwahl zwischen Heinzel und Wörmann.

gew

Landtags - Angelegenheiten.

Der mit befonders zahlreihen Beilagen verschene Etat des Ministeriums der geistlicben, Unterri<hts- und Medi- zinal-Angelegenheiten zeigt in den Einnahmen (2 963 821 M) eine Steigerung von 105225 #4 Von diesem Mehr entfallen auf den öffentlihen Unterriht 45 724 (darunter 25 500 M Zuschuß aus Reichsfonds zur Unterhaltung des Seminars für orientalische Sprachen), auf die geseßlichen Wittwengeldbeiträge 13 857 M und 51 078 Æ auf die vermis<hten Einnahmen (darunter 17 500 M Zus {uß für die Einrichtung und Auëêstattung des genannten Seminars und 32500 M Beitrag der Gemeinde Linden bei Hannover zur Er- bauung des Klassengebäudes für die höhere Lehranstalt).

Die dauernden Ausgaben (58 060 326 H) steigern si< um 1353 832 A Von dem Mehr kommen 33 335 4 auf das Ministerium in Folge des vermehrten Ges<häftsumfangs. _20 078 auf die evange- lishen Konsistorien (darunter 180009 4 für die Befoldung dreter General-Superintendenten bei dem Konsistorium in Kassel). 106226 K auf die evangelishen Geistlichen, Kirchen, darunter 63000 e Funktions- zulagen und Bureaukosten-Entschädigung an die Superintendenten in den âlteren Provinzen und 34 000 M in den neueren Provinzen ; die Gefammtausgaben dieses Kapitels (113) betragen jett 1453 592 M Zuschüsse den Universitäten mehr 185713 (insgesammt 7 001 826 MÆ), den höbcren Lehranstalten 79 023 M (in8gesammt 9 058 244 M), dem Elementar-Unterrichtêwesen 910 776 M (ins- gesammt 25377432 Æ). Für Kunst und Wissenschaft sind 3138124 (+ 77786 M, darunter mehr 9950 (6 für das Museum für Völkerkunde. 19 590 X für die Aae Bibliothek zu Berlin, 10 630 Æ für die Akademie der Künste zu L erlin, 30 360 ¿K für die

Kunsts<ule zu Berlin) ausgeworfen, für das te<nis<e Unterrichts- wesen und Kunstgewerbe-Museum 2029 267 M (+ 11765 M), für Kultus und Unterricht gemeinsam 6953 054 Æ (+ 383094 A), für das Medizinalwesen 1482 860 # (+ 11541 Æ) und für allgemeine Fonds 184878 M

Die einmaligen und außerordentli{en Ausgaben stellen \i< auf 3 795 544 M (— 2489642 Æ). Davon sind 203 125 Æ für die geistliGe Verwaltung bestimmt (200 000 A zur Restauration der Séloßkirhe in Wittenberg): zu Univerfitätszwe>en 2481 519 4; für die bôberen Lehranstalten 368 342 4; für das Elementar-Unterri(ts- wesen 358 358 Æ; für Kunst- und wissenschaftliche Zwe>e 308 000 M4 (zur weiteren Ausstattung des Museums für Völkerkunde 100 000 M); für das te<nis<he Unterrihtêwesen 8200 M; für Medizinalzwe>e 28 000 A

Die Gesammt-Ausgaben betragen 61 815 8709 M (<— 1 135 810 MÆ).

Statistishe Nachrichten.

Gemäß den Veröffentlihungen des Kaiserlihen Gesund- beitsamts sind in der Zeit vom 6G. bis 12. Februar cr. von je 1000 Bewohnern, auf den JahresdurHsnitt berechnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 23,2, in Breslau 30,5, in Königsberg 25,3, in Köln 23,7, in Frantfurt a. M. 18,5, in Wiesbaden 19,1, in Hannover 18,3, ia

Kaffel 25,2, in Magdeburg 27,8, in Stettin 23,4, in Altona 32,9, in Straßburg 23,6, in Mez 31,6, in München 26,9, in Nüruberg 256, in Augsburg 27,8, in Stuttgart 16,5, in Karlsrube 13,6, in Dresden 20,9, in Leipzig 23,2, in Braunschweig 21,8, in Hamburg 29,2, in Wien 27,8, in Pest 34,0, in Prag 30,1, in Triest 33 1, in Krakau 328, in Basel —, in Amsterdam —, in Brüßel 28,3, in Paris 24,9, in London 17,6, in Glasgow 24,8, in Liverpool 26,9, in Dublin 27,3, in Edinburg 21,6, in Kopenbagen 23,8, in Sto>bolm 160, in Christiania 17,5, in St, Petersburg 31,4, in Warschau Me. Ut Odessa 27,5, in Rom —, in Turin —, in Venedig 27,9, in Alerandria 30,9 Ferner in dec Zeit vom 16. bis 22. Zanuar 1887 in New-York 28,8, in Philadelvhia 2: ),7, in Baltimore 18,1, in Kalkutta 29,6, in Bombay 25,0, in Madras 40,1.

Auch in dieser Berichtswoche waren die Sterblihfkeitsverbältniïse in den meisten Groß!tädten Europas gunstige, wenn die Sterblichkeit au< in vielen derselben eine gegen die Vorwoce etwas gesteigerte wurde. Eine geringe Sterblichkeit batten Frankfurt a. M, Wies- baden, Mainz, Mannbeim, Stuttgart, Karlsruhe, Barmen, Elberfeld, London, Stockholm, Christiania. Eine für die Jahreszeit bobe Sterb- lihfeit (über 30 pro Mille und Jahr) melden von den deutschen Städten nur Breslau, Altona, Met. Sehr zahlrei< waren vornehmli<h no< immer aftute Entzündungen der Atbmungs- organe und Katarrbe der Luftwege, die, gleihwie Lungen- vhtbisen, vielfah Todesfälle hervorrtefen. Au< Darinkatarrbe der Kinder und Brechdurhfälle traten besonders in Berlin, Hambura, München, Dresden, Leipzig, Königsberg, Wien, London, Paris, St. Petersburg, Warschau häufig als Todesursachen auf. Die Theilnahme des Säuglingsalters an der Gesammtsterblicbkeit war im Allgemeinen eine gesteigerte. Von 10 000 Lebenden starben, auf's Iahr bere<net, in Berlin 84, in Müncben 88 Säuglinge. Von den Infektionskrankheiten baben Masern und Pocken vielfa< weniger Toteëfälle und neue Erkrankungen hervorgerufen, während Scharlach, Divhtberie und typhöse Fieber nitt selten in geiteigerter Zaßl zum Borschein kamen und mebr Sterbefälle veranlaßten So wurden Todesfälle an Masern aus Berlin, Paris, London, Liver- pool weniger, a1:s Augsburg, Breélau, Mülhausen i. Elf. etwas häufiger gemeldet. Erkranfungen an Masern wurden auch nur aus Breslau und aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf in zablreicheren, dagegen aus Berlin, Wien, Edinburg und aus dem Regierungsbezirk Stettin in seltneren Fällen zur Anzeige gebradt. Das S <har- lahfieber bedingte in Hannover, Chemnitz, Wien, Pest, Edinburg, Liverpool, London mebr, in Köln und St. Petersburg weniger Todcé- fälle. Erfkfranfungen kamen in Berlin, Wien, Edinburg in gréßerer, in Hamburg, Christiania in fleinerer 2ab[ zur Meldung. Die Sterblichkeit an Diphtherie und Crouvy war in den meisten Großstädten Europas no< immer eine größere. Etwas fFleiner oder fast glei< wie in der Verwocbe erschien dieselbe in Frankfurt a. M., Dresden, Nürnberg, Wien, Pest und Kopenhagen, etwas gesteigert in Berlin, Breslau, Hamburg, Magdeburg, München, Leipzig, Danzig, Königsberg, Stettin, Altona, Paris, London, St. Petersburg. Auch neue Erkrankungen kamen gus Berlin, Nürnberg, dem Regierungsbezirk Düsseldorf, Kopenhagen, Christiauia, Sk. Peters- burg, mebr zur Berichterstattung, während fie in Hamburg und im Regierungsbezirk Schleëwig etwas se!tener wurden. U nterleibs- typhus forderte in Berlin, Paris, St. Petersburg mehr, in Ham- burg die gleide Zahl von Opfern wie in der VorwoCe. —— Erkran- fungen an Unterleibstyphus wurden aus Berlin und Hamburg ctwas weniger, aus dem Regierungsbezirk Schleswig und aus St. Petersburg mehr als aus der Vorwohe mitgetheilt. Sterbe- falle an Fle>typhus kamen aus Krafau und St. Peters- burg je 1, aus London 2, Erkrankungen aus St. Peters- burg 2, aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf 20 zur Anzeige. An epidemischer Geni>kstarre wurden aus Berlin und Kopenhagen je 2 Erkrankungen gemeldet. MRosenar tige Entzündungen des Zellgewebes der Haut waren in Berlin und Kopenhagen nit selten. Auch der Keuchhusten raffte in Berlin, Paris, London mehr, in Liverpool etwas weniger Kinder hinweg; in Hambura, Nürnberg und besonders in Kopenhagen war die Zahl der an Keucb- husften erfranften Kinder eine gesteigerte. Sterbefälle an Po>en wurden aus Berlin, Wien, Lyon, Venedig, Odessa je 1, aus Könitgs- berg 2, aus Warschau 4, aus Prag 5, aus St. Petersburg 6, aus Peft 17; Erkrankungen aus Hamburg 1, aus Breslau 2, aus Wien 12, aus St. Petersburg 20, aus Pest 47 mitgetheilt.

Kunft, Wiffenschaft und Literatur.

Ueber einen der ältesten und ehrwürdigsten Altäre der Christen- heit und die Wandlungen feiner künstleris{en Gestaltung und Aus- \{<müd>ung ma<t Hugo von Tschudi im neuesten Heft (1, VIII. Bandes 1857) des „Jahrbuchs der Königlich preußischen Kun t- sammlungen“ unter dem Titel „Das Konfes}ions - Tabernatel Sirtus’IV. in St. Peter zu Rom“ interessante Mittheilungen. Dieses Tabernakel erhob si einst an derselben Stelle, wo beute Bernin1's Bronzekoloß mit seinen gewundenen Säulen und ge\<wungenen Gievelf<ne>en in den Kuppelraum emporragt. Dasselbe war zwar von weit bescheideneren Dimensionen, nimmt aber denno in der Marmorbildnerci der Römisten Früb»-Renaissance einen witigen Plat ein Der Altar, den es überde>te, galt als der vornebmite der Kirche; cr stand über der Konfession des hl, Petrus, so genannt, weil hier der Avostel begraben lag, der für das L etenntniß seines Glaubens den Märtvrertod erlitten hatte, Der Papst allein durfte an ihm celebriren, er allein wurde an diesem Altar consecrirt; dies war der Tisch des Herrn, von dem die römischen Kaiser ihre Krone empfingen und auf den sie ihre Schenkungen niederlegten, kurz: die Stätte, wo die höchste geistlihe und weltliße Macht des Papstthums sihtbares Zeichen wurde. Dem Ansehen des Ortes gemäß war dessen Ausstattung eine stete Sorge der Nachfolger Petri, und \<on die ältesten Quellen wissen Wunder zu erzählen von dem Reichthum an Gold und Silber, edlem Gestein und getriebener Arbeit, den die Pâpîte über die Grabkammer und den Altar gebreitet, Mit den Plünderungen dur< die Sarazenen {wand diese Pracht, und man fsu<hte \si< mit cinfaheren Mitteln zu behbelfen. Cine sichere Auskunft über die Wandlungen des Altars<mud>s er: halten wir indeß nirgends. Selbst über den Moment, da das mobile Ciborium. dur die feste Tabernakel-Achitektur erseßt oder verdrängt wurde, s{<weigen die Berichte. Nach den Einen soll {on Papíît Sylvester, na< Anderen erst Bonifacius VIIT. die Bedachung des Altars auf vier Porphyrsäulen gestellt haben. Um 1470 ließ dann Paul 11. das ganze Gehäuse renoviren, aber s<on wenige Jahre später veranlaßte Sixtus IV. eine neue völlige Um- gestaltung. Ueber die Art derselben giebt eine Zeichnung