1887 / 50 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Verfasser die Stellung des Künstlers zum Publikum, die gesteigerten Ansprüche des modernen Malers an Luxus und Lebenékomfort, die üppig ausgestatteten Ateliers (als Gegenbeispiel dazu bietet er eine Abbildung des dürftigen Ateliers mit dem s der berühmte bollän- dishe Meister Adriaen van Ostade begnügte, nah dem Gemälde der Dresdner Galerie), die Veranstaltungen zum Vertrieb der Kunstwerke, Kunstvereine und Kunstausstellungen, bespriht sowie die Kunstfreunde und Kunstkenner, Kunsthändler und Kunstkritiker charakterisirt. Dann wendet \i<_ die Darstellung den Vorwürfen der Malerei zu und weist die Abhängigkeit derselben von dem Geshma> und der Vorliebe des Publikums na<. Als Vorstudie zu dem auszuführenden (Semälde dient die Skizze, deren Anfertigung nebst den dazu nöthigen Utensilien eingebend geschildert wird. Zum Beispiel dient das in den Tert gedru>te Facsimile der Studie Rafael's, welche er für die Madonna Franz I. im Louvre verwandt bat. Sebr interessant und lebrreih ist au< der Abschnitt, welcher von der Komposition des Gemäldes, den Nakt-Akten, der Gewandung, dem Entwurf und der Farbenskizze handelt. Die Gewifssenhaftigkeit eines Meisters wie Rafael in dieser Beziehung wird aufs Schlagendste be- wiesen dur< das beigedru>te Facsimile des Entwurfs zur „Trans- figuration“ in der Albertina in Wien: ein Blatt, dessen ganze figuren- reihe Komposition mit Hülfe sorgfältigst gezeihneter Nakt-Akte ent- worken und denen erst nahträglih die Gewandung hinzugefügt worden ist. Nunmehr folgt die eingebende Besprehung der einzelnen Gattungen der Malerei beginnend mit der Historienmalerei, als dem Inbegriff aller anderen Arten, die \i< erft von ihr na< und nah lo8gelöst und selbständig weiter entwi>elt haben. Dieser sowie alle folgenden Ab- scnitte sind ganz besonders forgfältig und mit ges{<ma>voller Aus- wabl dur eine Reibe charakteristiher Werke in vorzüglicher Holz- \{nittabbildung illustrirt. Die Hifstorienmalerei repräsentiren feine Umrißzeihnungen von drei Blättern aus den „sieben Freuden der Maria“ von Hans Memling, fowie Holz;shnitte nah Stichen von Paolo Veronese, Rubens, Sandro Botticelli und Guido Reni. Die Porträtmalerei ist vertreten dur<h Werke von Michael Wol- gemut, Albre<t Dürer, Frans Hals, Thomas de Keyzer, Bartholo- macus van der Helst und Ingres; die Genremalerei dur< Bilder von Jacob Jordaens, Murillo, Udriaen van Ostade, Teniers, Jan van der Meer van Delft, Gerard Douw. Frans Mieris, Gabriel Metu, Gerhard Terbor<, Antoine Watteau, Nicolaus Lancret, François Boudcher; die Genremalerei dur Kupferstihe und Gemälde von Daniel Chodowiecky, William Hogartb, Philipp Wouwermann, van der Meulen ; die Thiermalerei dur Bilder von Paul Potter, Karel Dujardin, Gottfried Mind; das Stillleben durb anmuthig: Werke von Fan Weenir, Jacopo de’ Barbari und Jan Davidsz de Heem; die Landschaft dur Bilder von Claude Lorrain, Jan und Andreas Both, Jan Wynants, Jacob Ruisdael, Aart van der Neer, Jan von Goven, denen si< Marinen von Remigius Nooms, Abraham Stork, Ludolf Bahuy'en, Willem van de Velde, und Arcitckturen von Hendrik van Steentwijk und Jan van der Hevden anreiben ; endlich die Blumen- und Fru&tmalerei dur Gemälde von Ian Davidsz de Heem, Rachel Ruvsch und Ian van Huvsum. Na einem gesc{hihtliden Ueberbli>k über die Entwickelung der Malerei von den Alten bis in die Neuzeit giebt der Verfasser sodann eine Beschreibung der Technik der Malerei und zwar zunäbst der Wandmalerei (al secco und al fresco) und der Sagraffito- malerei (als Beispiel die Malereicn am Ratbbause zu Prachatiß in Böhmen) und dann der Stiterci und Weberei der Wandteppiche. Dantit Gle die 12 Lieferung. Eine besondere Tafel bietet in vortreflic gelungenem Farbendru> das Facsimile ciner prächtigen Aguarell-Miniatur aus dem Breriarinm Grimani in der Bibliothek von San Marco zu Venedig. Das Werk erscheint in 17 Lieferungen mit im Ganzen ca. 309 Tert- Abbiidungen und 14 Farbendru>en zum Preise von Fa für die Lieferung.

Gewerbe und Handel.

Die „Berl. Pol. Nachr.“ shreiben unterm 26. d. M:

„Für die Deutsh-ostafrikanishe Gesellschaft beginnt mit dem beutigen Tage eine neue Epobe Um 12 Ubr fand im Reichétagsgebäude die konstituirende Generalversammlung unter Vorsitz des Geheimen Kommerzien-Raths Delbrü> statt. Derselbe sprach den Dank des Comités dafür aus, daß der Herr Reichäfaniler für die s<wierigen Vorberathungen über das Statut cinen Kommissar in der Perfon des Wirkl. Legations-Ratbs Dr. Kayser entsendet batte und das dieser in so hingebender Weise ih seiner Aufgabe unterz;ogen bâtte.

Die Versammlung war eine zablreibe, indem sowobl alte wie neue Mitalieder ers<ienen waren.

Der Statutenentwurf wurde Gesellschaftsvertrag unterzei<net.

Zu Mitgliedern des Direktionsraths gewählt :

Karl von d

einstimmig angenommen und der

wurden folgende Herren

S , in Firma von der Hevdt, Kersten u. Söbne, in Elberfeld. zebeimer Kommerzien-Rath Juf Direktor der Kontinental-Gasgesellshaft, i Geheimer Kommerzien-Rath A. Delbrü>, in Firma u. Co., in Berlin. Gutsbesitzer F. S Behr-Bandelin Vandelin bei Gütkow. Kommerzien-Rath Eugen Langen, in Firma I. Langen u. Söbne, in Köln. Kommerzien-Rath M. Duttenbofer, General-Direktor der Pulver- fabriken Hamburg—Rottweil, in Rottweil. Dr. Carl Peters in Berlin. General-Lieutenant z. D. Regely in Berlin. Ministerial- Präsident a. D. Dr. Grimm in Karlérube. Finanz-Afsessor a. D. Klüvfel, Mitglied der Kruvv"!ben Verwaltung, in Essen a Rubr. Auguït Neubauer jun, in Firma F. A. Neubauer, in Magdeburg. Kommerzien-Rath Gebhard, Konsul in Elberfeld. Prinz von Sayn-Wittgenstein-Berleburg in Weimar. Fried. Hofmann, Re- terungé-Baumeister in Berlin. Hugo Oppenkbeim, in Firma Robert Warschauer u. Co., in Berlin. Dr. (I. A. Martins in Berlin Kommerzien-Rath Dr. E. Jan

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n ; n Vena E Velbrüd, Scipio tin Mannbeim. Graf

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E 1 -2 )r. G. Jansen in Dülken, Kom- Naty Dr. Aug. Clemm in Ludwigshafen a. Rhein. Hof- on Saint-Paul-Jllaire in Berlin. L. Kniffler, Konsul ;

Borsitzend Gebeimer Kor

weiter Stell D 2E Ds ?

Zu Reviforen wurden di merzien-Rath Arthur Pastor- K Hasenklever-Remsceid be

r Heydt, erster

aas Ange

j Kom- omnmerzien-Rath Walter-

Wie wic ören, sind als Mitglied s Direktionsraths, wel<e na< dem Statut von dem He ibéfanzler z anen sind, Wirklicher Geheimer Rath Hobre{<t, Gebeimer Ratb Professor Dr. Reuleaur und Wirklicher Legations-Rath Dr Kayser in Ausficht ge- wommen. Seitens der General - Direktion der Seehandlung wird ebenfalls cin Mitglied für den Direktionsrath delegirt ; der beutigen Sitzung wohnte Namens derselben Geheimer Seehbandlungs-Rath Bötticher bei.

Die Zabl der neu gezcihneten Antheile beirägt 2 theil lautet auf 100900 4, fo daz die Gesammtheit de auf 2 800 000 M beläuft.

Von den einzelnen Betheiligten seien u. A. erwähnt: Ihre König- liche Hoheit die Frau Großberzogin von Sa&sen, die Gro5h Cha- tulle, Fürst Pleß, sowie eine große Zabl der ersten finanziellen und ivdustriellen Firmen im Reich.“

In der Sitzung des Aufsit3raths Grundsc<uld-Bank vom 2s. d. M. berictete die Direktion über die Gcschäftéergebnisse des Jahres 1886 unter Voclage der Bilanz und deë Gewinn- und Verlustcontos und beantragte die Vertheilung einer Dividende von 5 °/% pro rata temporis = 25 Æ# pro Aktie. Der Aufsichtsrath bes{loß, der (Generalversammlung die Vertheilung obiger Dividende vorzuschia ‘en.

Vas Kuratorium der Preußishen Hvpotheken- Aktien-Bank bat auf Antrag der Direktion beshlofen, die ordent- lihe Generalversammlung auf den 25. Marz d. I. einzuberufen und dieser die Vertheilung einer Dividende von 54 °/ vowus<lagen.

; jeder An-

08: r Beträge sich

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der Deutschen

Der Aufsichtsrath der Preußis<hen Hypotheken-Ver- siherungs-Aktiengesells<haft hat nah Vorlegung der Rech- nungsabs<lüs}se des Jahres 1886 beshlossen, bei der Generalversamm- lung die Vertheilung einer Dividende von 6% = 22,50 Æ pro Aktie zu beantragen.

Der Aufsihht8rath der Kölnishen Wechsler- und Kom- missions-Bank bat bes<lossen, der bevorstehenden Generalver- sammlung die Vertheilung einer Dividende von 5 %/ vorzuslagen ; für das vorangegangene Jahr wurde ein gleiher Betrag vertheilt. Die Generalversammlung der Kommunalbank des Königreihs Sachsen genehmigte die vorgeshlagene Gewinnver- enns, n jeden Interimss<ein cine Dividende von 30 M

leih 19% zur Zablung gelanat.

“Danzig, 2. Februar. (W. T. B) Der Aufsichtsrath der Danziger Privatbank besbioß beute, der Generalversammlung die Vertheilung einer 10% Dividende vorzuslagen. i k

Dresden, 8. Februar. (W. T B.) In der heutigen Auf- sihtsrathsfißung der Dresdener Banf wurde die Bilanz pro 1856 vorgelegt ; dieselbe eraiebt einen Bruttogewinn von 4 106 422 M oder nah Abzug der Handlungsunkoîten, Steuern und Abschreibungen einen Nettogewinn von 3 124 584,20 A Der am 2. April einzube- rufenden Generalversammlung wird die Vertheilung einer Dividende von 79/0 vorgeshlagen. Dem Reservefonds werden 1380 000 M zugewiesen und 18 960 A auf neue Rechnung vorgetragen. Der Gewinn seut si zusammen aus: Sorten 60 383 4, Zinsen abzüglich vergüteter Zinsen 2143172 Æ, Provision infl. Web!el-Comptoir Dresden, abzüglich vergüteter Provision 1 567 522 M und Efeften und Konsortial-Conto 207 782 Æ Bei Bewerthung der Effekten und Konsortialbestände ist den im neuen Jahre eingetretenen Cour8rü>gängen Rechnung ge- tragen worden.

27. Februar. (W. T. B.) Der Verwaltungsrath der

Sächsischen Bank beshlos in seiner beutigen Sitzung, der auf den 21. März einzuberufenden Generalversammlung für das Jahr 1886 cine Dividende von 49,29% vorzus(lagen. __ Glasgow, 26. Februar. (W. T. B.) Die Vorrätbe von Roheisen in den Stores belaufen si< auf $45 812 Tons gegen 691 725 Tons im vorigen Iabre. Zabl der im Betrieb befindlichen Hochöfen 61 gegen 94 im vorigen Iabre.

New-York, 26. Februar. (W. T. B) Der Werth der in der vergangenen Woche eingeführten Waaren betrug 9833 920 Doll. , davon 3611215 Doll. für Stoffe. Der Werth der Einfubr in der Vorwoche betrug 9812895 Doll., davon 3 270 893 Doll. für Stoffe.

Submisfionen im Auslande. Fallen

1) 5. Marz. Direzione armamenti della Reale marina in Spezia: 12041 kg Stearinlichte; Voranshlag 36 123 Lire.

2) 9. März, Mittags. Direzione armamenti della Reale marina in Neapel: Tishwäsche für Kriegs!<1ffe; Voranschlag 29 865 Lire.

3) 12. März. Direzione costruzioni navali della R. marina in Soeczia: Vier Damvfmaschinenke sel nebît Zubebör für die „Citta di Napoli“; Vorans(lag 171557 Lire, Devot 17 000 Lire. Lieferung in Spezia, Neapel oder Venedig, je nah Wuns der be- stellenden Behörde.

4) 15. März. Direzione territoriale Artiglieria in 7100 qm weiße Fla<hsleinwand; Voranschlag 19 650

Ferner in allernä<ster Zeit :

9) bei der Direktion der Mittelmeerbabn in Mailand: 37009 Tonnen Schienen nebst Zubehör.

Verona: Ltre,

Verkehrs - Anstalten.

Triest, 26. Februar. (W. T. B) Der Lloyddampfer „Ettore* ist mit der ostindish-<inesishen Post heute Abend aus Alerandria bier eingetroffen.

London, 27. Februar. (W. T. B.) Der Union-Damvfer „Pretoria“ bat am Freitag auf dec Heimreise Madeira vaísirt, und der Union-Dampfer „Merican* iît am Freitag auf der Ausreise von Madeira abgegangen.

Verlin, 28. Februar 1887,

neue Kapelle zum Heiligen Geist in der Ererzier- gestern in Gegenwart Ihrer Majestät der Kaiserin nigin, des Kronprin;zlihen Paares und der Prinzefsin feierli eingeweiht worden. Die Kavelle nimmt den zweiten s Mittelbaues jenes großartigen, vom Königli&en Bauinsvektor ilczewsfi in Robziegelrau errigteten Gebäudes ein, in wel<em ftober v. I. die Hospitaliten vom „Heiligen Geist* und cin allen Anforderungen der Gesundheit und des ensgenues entsprehendes Unterkommen gefun- i S Hospital, ni<ht minder aber au<h die um- liegenden Häuser prangten aus Anlaß dec Feier in reibem Flaggen- |{mu>. Der zum Portal führende Gang war mit Lorbeerbäumen beseßt, das Portal selbst befränzt. Auch die Kapelle batte Fekti<mud> angelegt und erstrablte im bellsten Kerzenglanz G-gen 11 Ubr ver- sammelten fi in dem festlichen Raume die geladenen Ehrengâste: der Staats-Minister Dr. von Goßler, der Konsistorial-Präsident D. Hegel, der Konsistorial-Ratb Arnold, der Polizei-Präsident Freiber: von Richthofen, der Ober-Lürgermeister Dr von For>enbe> u. A. Hinter den Ehbrengästen hatten die Bewobner des Hospitals, s Männer und 122 Frauen, Plaß genommen Wenige Minuten vor 11 Uhr verkündeten die Hurrabrufe der auf der Straße stehenden Menze das Erscheinen der Kaiserin, Allerhöbstwelhe von der Gräfin Oa>e begleitet wurde. Jbre Majestät wurde am Settenportal von den Vertretern der Behörden und der Geistlichkeit empfangen und nabm in der Kapelle vor dem Altar Plaß. Kurz darauf erschienen die Kron- prinzli<hen Herrschaften Inzwischen hatten das Orgelpräludium und die vom Nifolaikirbenhor unter Direktor Krause's Leitung vor- getragene Motette: „Der Herr ist mein Hirte“ die Feier eingeleitet. Ver Gemeindegesang: „Lobe den Herren“ führte sodann zum Akt der Weibe über, den General-Supverintendent Propst D. Brüd>ner im Anschluß an das Wort aus dem 102. Psalm: „Du baît die Grde gegründet und die Himmel sind deiner Hände Weck“ vollzog. Er verwies dabei auf die G)vjähiige Geschichte des Hospitals und weihte zuglei<h eine Bibe wel<he die Kaiserin als Zeichen Ihrer Huld versönlich ge e Die Festvredigt bielt alsdann über 1. Mos. 28, 16—17 Prediger Kallenba, dem die spezielle Seel- torge des Ho'pitals anvertraut ist. Ein Rundgang dur einige der Nâume des Hospitals folzte dem Gottesdienst.

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_ Der diesjährige Commers alter Corps studenten batte am Sonnabend 709 alte Herren und aftive Corpzbrüder des Kösener 8. C. in dem mit der Kaierbüste sowie den Farben aller deutshen und den Wavpen der Berliner Corps ge! <mü>ten Saale der Philharmonie vereinigt. Wie immer zierte au< diesmal Logen und Galerizn ein reicber Damenflor, in dem sogar Japan und Cbina vertreten waren. Vas Präsidium führte mit gewohnter Schneidigkeit Staatsanwalt Lademann von den alten Berliner Märfkfern Der einzige offizielle Toaît des Abends galt Sr. Majestät dem Kaiser, den der Prâ- tident als den Verwirk.icher der Ideale der deutshen Corvs feierte. Das Ceorréêreiben, das na Universitäten vorgenommen wurde, ergab die Unwc senheit der Corps von 20 deuten Universitäten; nur Roîto>, Bern und Basel febiten. . Beim Semeiterreiben konnten 6 alte Corpsbrüder auf 100 und mehr Semester zurüdtbli>en. Das 100. Semeiter vertraten der Amtsgeribts-Rath Siefart (Bonner Rbenane) und der Geb. Sanitäts-Rath Dr. Pelfmann von den Berliner Märkern, das 103. der Geh. Over Regierungs-Rath Flling (Bonner Satbse), das 113. der Geh. Medizinal-Rath Dr. Petri aus Neustreliß (Göttinger

Vandale), das 114. Hr. von Ammon (Heidelberger Westfale), das 121. der Senior des Commerses, Pastor em. Bernhardi. N

die eingegangenen Depeschen, unter diesen au ein Gruß und eine E

ladung des Newyorker 8. C., verlesen worden waren, bes<lo5 dyr „Landesvater“ den offiziellen Theil des Commerses.

Die Vereinigung der Steuer. und Wirtbschafts, Reformer bâlt seit beute Vormittag 104 Uhr ibr» XII. Generalversammlung. Freiherr von Mirbach (Sor. quitten) eröffnete die Sißung mit einer Ansprade, die mit tinzz begeistert aufg-znommenen Hoh auf Se. Majestät den Kaise: endete. Der erste Punkt der Tageëordnung war: Großer, mitt. lerer und fleiner Grundbefis, ibre wirtbs<aftlis, und soziale Bedeutung. Der Referent Freiherr von Mirszs (Sorquitten) erörterte die Notblage der Landwirtbschaft und diz Y-. griffe „großer“, „mittlerer“ und „kleiner Grundbesitz* in Anlebnux- an die Auseinandersezungen hervorragender landwirtbs{aftli<er Thiere retifer und Praftifer unter Zugrundelegung norddeutscer Verhältni, Der Redner trat \{ließli< für die Schaffung eines kräftigen urs wirthi<aftlihen Bauernstandcs ein und beantragt die Annabme fcl, gender Resolution :

„Die Vereinigung der Steuer- und Wirths<aftsreformer erflärt- Die bestehende Vertheilung des Grundbesitzes beruht auf ges<i<tli&e Entwi>elung, sie bat si< den VerbältuiFen des Bodens und Klimxz angepaßt. Cine willkfürlive Verschiebung bestehender Besißtverhältnis; ist ebenso bedenflih wie erfolglos. Das vornehmste Ziel einer autzr Agrarpolitik besteht in der Erhaltung eines wirtb\caftli< stark Bauernstandes.“

Na kurzer Debatte wurde diese Re'olution einstimmig ar genommen.

Den zweiten Vortrag bielt der Landrihter Bünger (‘Scbneide mübl) über „die dringlide Nothwendigkeit geleßliber Maßnahmen bebufs Einschränkung der bypothbekaris ber Vershuldung des ländlihen Grundbesißes“. Die Auëführungen des Redners gipfelten in folgenden lägen: in materieller Beziehung: 1) Konversion der ge: sammten Hvpotbekenlast unseres ländlien Grundbesites in ur: kündbare, dur< Amortisation tilgbare Rentenshuld; ü

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mäblidbe, dur< Amortisation zu bewerktelligende Qurüdfährung dee Verschuldunasgrenze des versHuldeten [ländliben Besitzes f die Hälfte des Ertragêwerthes, als Marimalgrenze der Verichuldung ; 3) Verschließzung des ländlichen Grundbesizes gegen jede anderweit: Verschuldung als eine bis zu 50% des ErtragSwertbez reichende Rentenvers<huldung, fowie Vers<ließung desselben gegen jed Zwangsvollsire>ung wegen folher PersonalsHulden der Besitzer, derer Entstehung in die Zeit na< Inkrafttreten des dice Maßregel ar- ordnenden Gesetzes fällt ; und 4) Herstellung einer dem Wesen de: Grundbesißes entsprehenden Erbfolgeordnung (Anerbenre{<t). F formeller Beziehung s<lug Landrihter Bünger zur Durchführung de: obigen Maßregeln vor:

«Die korporative Organisation des Grundkredits, d. b. der obli gatorishe Zusammens{luß des gleichartigen ländliben Grundbesitz zu Torporativen Kreditverbänden (Kreis- beziebentlic Bezirksverbän- den, Provinzialverbänden, Landesverbänden), vermöge dessen einziaz Gläubigerin des Grundbesitzes und einzige zwangëêvollstreFende Be- börde über denselben die Korporation wird, wel<he die rüständigez Renten im Wege der Zwangêverwaltung beitreibt oder eventuell daë mit Renten rü>ständige Grunditü> gegen eine mäßige Tare zu über- nebmen berehtigt ift.“ :

L: : aus dite:

; Verein „Berliner Presse“ beging am Sonnaberd sein 25 jähriges Stiftungsfest dur einen aroßen Feitball ir dem prächtig dekorirten Wintergarten des Centralhotels. Der Ball war faît zu gut besu<t, denn die weiten Räume fonnten die Zaël der Theilnehmer, welche den besten Gesellshaftsfreisen angehörten, faum fassen und nur mit Mübe gelang es, den für den Tanz nöthigen Raum frei zu balten. Die Besuber crhielten eine Festzeitung mit Beiträgen der nambaftesten Journalisten und S{riftisteller. Jw Uebrigen verlief das Fest vrogrammgemäß, und alle Theilnehmer schienen von den gebotenen Genüfen voll befriedigt zu sein.

Der

Einen dur>s{lagenden Erfolg erzielte am vergangenen Sonnaberd das Walballa-Thbeater mit der Aufführung der dreiaktigen Operette: „Die Marketenderin“, Tert na< Alerander Dumaë von P. Burani Das beitere Libretto weist eine svannende Hand- lung guf, wel<e das Interesse der Zuschauer erregt und ihre Auf- merksamkeit von Anfang bis zu Ende feselt. Der Stoff ift der franzöfishen Revolutionszeit entnommen und führt uns die gegen ein- ander overirenden Parteien in <arafteristishen Typen vor. Louis: d'Dvernav, eine junge \{<ône Vicomtesse, suHt ibren verfolgten Bruder zu retten und gebt als Marketenderin ins feindliche L ger, wo ibre Swösnheit jedo die Kövfe der Soldaten verwirrt. Man zwingt fie einen Mann zu wählen, dem sie sofort vor der Trommel angetraut werdea soll; in ihrer Noth entshliest sh Louise, dem bübshen Ser- geanten Lambert die Hand zu reichen, der, glei<falls von Adel, unter angenommenem Namen in Krieasdtenste trat. Wie die Beiden, nat- dem eine dur< verschiedene Umstände veranlaßt? Trennung ftatt- gefunden, fi s<ließlih wieder zusamtmenfinden, das wird in anmuthiger, an dramatis<en Momenten reiber Weise in der Operctte dargethan. Die in die Handlung verflotenen Personen sind durchweg anziehende Figurer und mehr oder minder alle bumoristis& behandelt. Der reizenden Hand- lung fleht die von L. Vasseur fompvonirte Mußif ebenbürtig zur Seitz. Ueberaus graziôs, durdbtränft mit pri>elnden, das Ohr angenehm be- rührenden Couplets, MärsHen und Chören, bewegt sie < meist im [ustigen Tempo, an gewiffen Stellen jedo ih über das leidte Operettengenre erbebend und den ernsteren Situationen Rechnung tragend. Sauber instrumentirt und melodienrei, wird sie bald in weiteren Kreisen Das trefli; Sytss tor TDaritoll. orft î Vas trefflihe Spiel der Darsteller unterstützte die Autoren auf das Beste. In erster Linie sei Frl. Seebold génannt, welche gefangli<h wie mimis<h immer glänzendere Proben ibrer Be- gabung ablegt. Auch den s<wierigeren Partien ihcer Rolle als Louise wurde die Dame vollauf gerebt und verstand es, der gefälligen Rolle in jeder Weise zum Erfolge zu verhelfen. Glei verdient mate si< Hr. Philipp als Sergeant Lambert, der dur< feiner frischen Gesang und das fein abgemefsene Sviel die Figur zu einer dur<aus fvymvatbischen gestaltete. Hr. Worms batte alt: Tambourmaijor genü1xend Gelegenheit, seinen bebaglihen Humor zu verwertben, und die kleinen komiïchen Rollen fanden in den Hrn. Klein und Bollmann geeignete Vertreter. Lobend erwähnt sei Frl. Streit- mann als Gervaise weaen ihres flotten Sviels. Reiclicher Beifall belohnte fämmtlihe Mitwirkeoden. Die Inscenirung war mit ge- wohnter Splendidität ausgeführt worden, sodaß der Direktion der Ecfolg von Herzen zu gönnen und eine ret häufige Wiederholung des lustigen Werkes zu wünschen ist.

Der Pianist Hr. Sallv Liebling veranstaltet morgen, Dienstag d. 1. März (8 Ubr), im Saale der Sing-Akademie ein Concert, in welhem der Sänger Hr. Mar Huter mitwirken wird.

Der Beetbhoven- Cyklus des Dr. Hans von Bülow in der Sing Akademie beginnt am Mittwo$, den 2. März (74 Ubr). Die folgenden Vorträge finden am 5., 8. und 10. Marz statt.

i

Singang finden

Nedacteur: Riede l.

Berlin: E Verlag der Erpedition (S < olz).

Dru> der Norddeutschen Bu&dru>erei und Verlags-Anstalt, Berlin SW., Wilbelmstraße Nr. 32. Fünf Beilagen

(eins{ließli< Börsen-Beilage). (2783)

zum Deut

Vi 50.

Erste Beilage

Berlin, Montag, den 28. Februar

hen Reichs-Anzeiger und Königlih Preußischen Staats-Anzeiger.

1887.

Königreich Preußen.

Ministerium der geistlihen, Unterrihts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Königliche Bibliothek.

Benugungs-Ordnung für die Königliche Bibliothek zu Berlin.

An die Stelle der Allgemeinen Bestimmungen über die Benußung der Königlichen Bibliothek zu Berlin vom 1. März 1881 tritt die nabstebende auf Grund der SS. 6 und 22 des Statuts für die König- [ice Bibliotbek zu Berlin bes<loîfsene, vom Minister der geistlichen, Unterrihtë- und Medizinal-Angelegenheiten genehmigte Benutzungs- Ordnung. Ordnung T4

Die Königliche Bibliotbek ist mit Ausnahme der Sonntage, itaatlih anerfannten Feiertage, der Sonnabende vor Ostern Pfingsten und des 24. Dezember, tägli zur Benugung in Räumen von 9 Ubr Morgens bis 3 Uhr Nachmittags geöffnet, große Lesesaal von 9 Uhr Morgens bis 7 Uhr Abends.

Während der Pfingstwohe und der leßten vollen Woche September ist die Bibliothek der Reinigung wegen ges<loïer.

der und allen der

des

Die Benuzzung der Bibliothek findet statt: A. der Abtbeilung für DruXs&riften :

1) in den Lesezimmern, 2) in den Büchersälen, I G

B. der Abtheilung für Handf<hriften : 1) in dem Arbeitszimmer, 2) dur< Entleibung.

D J. D Die Benutzung der Bibliothek ift nur Erwachsenen gestattet. A. Abtbeilung für Dru>shriften. I. Allgemeine Bestimmungen. E

Die Benußzung der Dru>schriften-Abtbeilung erfolgt für Be- wohner von Berlin und fol&e Auêëwärtige, die als Einbeimische behandelt werden ($. 50 leßter Saß), auf Grund ciner Karte (8. 8), die nr für die darauf bezeichnete Person und Zeit Gültigkeit bat.

Die Karten werden während der Geschäftéstunden im Ausleibe- ¡immer auëêgestellt.

S. 5.

Die Empfänger haben bei der Aushändigung eigenhändig ihren Namen auf die Karte einzutragen und find verpflichtet, sie sorgfältig ¡u bewahren und nit in fremde Hände gerathen zu lassen. 4

Wer feine Karte verliert, bat sogleih versönlib dem Vorsteher der Ausleihestelle Anzeige davon zu maden.

8. 6.

Auf Verlangen des aufsi{tführenden Beamten ist die Karte” vor-

zuzeigen und die Berechtigung zur Führung derselben na{zuweisen. S

M. Bs Sämmtliche Karten müssen “auf die sffentli<h bekannt gemachte Aufforderung des General-Dircktors von Zeit zu Zeit gegen neu aus- gestellte umgetaus>t werden. G 8. 8. Die Karten sind entweder Lesezimmerkarten oder Ausleibekarten. Die Lesezimmerkarten berebtigen zum Besuche der Lesezimmer. Die Ausleibekarten bere{tigen sowohl zum Entleiben von Bücern wie zum Besuche der Lesezimmer. ; 4

de

Die Lesezimmerkarten werden an alle Diejenigen ausgestellt, die

ih dem Vorsteher der Ausleibestelle über ihre Person, be:w. den Zwe> des Besuches genügend ausweisen können.

Für Studirende der biesigen Hochshulen gelten die Erkennungs- ?arten zugleih als Lesezimmerfkarten. i i

Zu einem einmaligen Besuche der Lesezimmer genügt die Er- laubniß des aufsi<tführenden Beamten.

S: T0.

Die Ausl[eihekarten werden ausgestellt : i

1) obne Hinterlegung eines Bürgscheines an Personen, welche der Bibliothek mit Rückficht auf ibre wissenschaftlihe, amtlihe oder sonstige Lebensstellung nah dem Ermessen des Direktors der Deu>- i<riften-Abtheilung die erforderlibe Gewähr bieten, :

2) gegen Hinterlegung eines U an andere Perfonen.

Als Bürgen können zugelassen werden die in $. 10, 1 be- ¡eiGneten Personen, wenn sie in Berlin ansässig sind und na dem Ermessen des Abtheilungs-Direktors besondere Bedenken nicht ent- gegen stehen.

Wenn die Unterschrift des ftelle nit bekannt ift, kann werden.

Bürgscheinformulare sind 10 4, zu haben.

S 12.

Die Bürgscheine haben zwei Jahre Gültigkeit, wenn der Bürge seine Bürgschaft nicht auf eine küczere Frist beschränkt. Für Studirende der biesigen Hochschulen erstre>t die Frist sich m<t über das Semester, in welhem die Bürgschaft geleise i

Die gegen Hinterlegung eines Bürgscheines auêgestellten Aus- E werden auf die gleiche Zeit, wie der betreffende Vürgschein, ertheilt.

S 15 Der alphabetishe Hauptkatalog, welcher nahwaäist, ob ein Buch in der Bibliothek vorhanden ist, steht jedem Benuger zur Einsicht während der Geschäftsstunden offen. j S In dem Zimmer, wo derselbe aufgestellt ift, 1) können die Bestell- jettel geschrieben werden ; denselben find alsdann die Signaturen der Bücher beizufügen, soweit der Katalog sie angiebt.

F: . A L Zur Einsiht des Realkataloges 2), der na<hweist, welhe Bücher über ein bestimmtes Literaturfah vorhanden sind, ift die jedesmalige Grlaubniß des aufsihtführenden R erforderlich. 5

F. 10. i Nähere Auskunft über die Einrihtung der genannten Kataloge ertbeilt der aufsihtführende Be S. 16.

. Unterbaltungsscriften, Mußkalien und zur Mittheilung un- geeignete Bücher werden nur verabfolgt, wenn ein wissen<aftlicher Zwe> der Benutung na<gewiesen ift.

7

__ Die Bütherbestellung erfolgt in der Weise, daß jedes Werk auf einen besonderen Bestellf<hein von der am Schlusse dieser Benußungs- Ordnung angegebenen Fa} ung, unter mögli<ft genauer Angabe des Titels mit Dru>ort, Drut>jahr und, sofern eine besondere Ausgabe gewünscht

Bürgen dem Vorsteber der Ausleibe- eine Beglaubigung derselben verlangt

im Ausleibezimmer, das

1) Links vom Flure des Haupteinganges am Opernplat. 2 Der Realkatalog befindet sih in dem an das Zimmer des alphabetis<en Hauptkataloges anstoßenden Geschäftszimmer.

wird, au dieser, Namen, tragen und deutlih mit Tinte gei<hricben scin.

Ù geshrieben wird. De Stand und Wohnung des Bestellers

Bestellscheinformulare werden im Ausleibzz;ir

verkauft.

S. 18, gelten na< Maßgake der $8. für die nab SS. 16, 45 nit verleißbaren Beamten mit einem Kreuze, für sol&e, die Lesczimmer verlangt sind, mit einer Null, : ef ni<t vorhandenen mit zwei Nullen be- eichnet und immer zurü>gegeben. Die letzteren werden orber dem Abtbeilungs-Direktor zur Berütsbti bei den An- haffungen vorgelegt. Die mit einem derartigen Bescheide verießznen einer erneuten Bestellung nit wieder zu benu S. 19. Werden die bestellten Bücher nit Tage abgefordert, so geben sie in die Bibliothek

aufs Neue bestellt werden.

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Sétine

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S. 30. Im ih die demnäSftige Benußung gelieben oder für das Lesezimmer verlan

efteller unte if des mit den n Bescheide ver- ; des Buches in ein i cibezimmer bereit i ] i mehr als zwei el wird bemerkt, abgelaufen ift;

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1 Rüdgabe für Den, der

ge lang bereit gehalten und der Eintragend

von der Rückgab einen unfranfirten Brief

Wenn Mebrere dass Bu eintragen, werden sie der Eintragungen berü i 521

l sind verpflibtet, die rgfältigste zu bebandeln und

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Büber derselben ie Bücher mit L Tinte, auch die Berichtigung von Dru>- und anderen 5 Umbiegen der Blâtter und fals&e Brechen der Kupfertafe ersagt.

Zum Dur@zeichnen und zu mechanischen Aufnahinen bedar? es einer besonderen Erlaubniß des Abtheilungs-Direkto S. 22.

Benuzer baben s< von dem Zustande eines jeden Buches

mpfange zu überzeugen und etwa vorbandeze Schäden dem r der Auéleihestelle spätestens 24 Stunden na< dem Emvfange

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z 1. Erfolgt keine Anzeige, so wird angenommen, daß der Benugter das Busch in tadellofem A tinde empfangen hat. de. De

Auf Verlangen des Abtbeilungs-Direktors muß zu Verwaltungs- ¿we>en jedes Buch sofort zurü>gegeben werden. Jn dieser Weise eingeforderte Bücher werden jedo< dem Benuger thunli$fff bald wieder zugestellt.

IT. Benutzung der Lesezimmer. 8. 24. Die Bibliothek unterbält vier Lesezimmer : 1) den großen Lesefaal 1), 2) das Zeits{riften-Lesezimmer 2), 3) das Lefezimmer der Musikaliensammlung 2), 4) das Lesezimimer der Kartenfsammlung 2). & 25,

Der große Lesesaal ift zur Benußung von Dru>werken aller Art bestimmt, soweit dieselben ni<t einem der drei anderen Lsezimmer zugewiesen find (S 26 bis 28). 4 Z

Für die Benußung von Kuvferwerken und anderen sehr kostbaren Büdtern ist ein besonderer Tis bestimmt, an welHem nicht mit Tinte gearbeitet werden darf.

8. 26.

In dem Zeitschriftenlesezimmer liegen die neu erschienenen Hefte der von der Bibliothek bezogenen wissenscaftliben Zeitschriften zwei Wodtben lang aus. Die früheren Hefte der im Erscheinen begriffenen und no< ungebundenen Bände werden von dem Zeitschriftenbeamten auf Wunsch verabfolgt. e

Die ausliegenden Hefte werden niht ausgeliehen. Aeltere Hefte können auf drei Tage gegen einen dem Zeitshriftenbeamten au8zu- stellenden Empfangschein ausgeliehen werden. Erfolgt die Rückgabe nit re<tzeitig, so wird der Entleiher gemahnt, wie in $. 49 be- stimmt ift.

S 2A

Das Lesezimmer der Mußkaliensammlung ist für die Benutzung der Bücher über Musik, der Musikalien und Musikhands<hriften be- stimmt. ;

Die Bücher über Musik werden na< den Bestimmungen der SS. 37 bis 49 ausgeliehen. O J. 2d.

Das Lesezimmer der Kartensammlung ift für die Benußung der Kartenwerke und Karten bestimmt; dieselben können nur dort benugt werden.

…_ 29,

Die aufsihtführenden Beamten sind befugt, solHe Besucher, welhe in ungehöriger Weise auftreten oder Störungen verursachen, zum Verlassen des Lesezimmers CRNGten.

J. V.

Wer Bücher in eines der Lesezimmer mitbringt, bat si< den geltenden Kontrolmaßregeln zu unteren,

S 31. |

Die Benuzung der in den Lesezimmern aufgestellten _Hand- bibliothek steht den Besuchern obne Weiteres frei; do< sind sie ver- pflichtet, die gebrauhten Bücher alsbald nah beendeter Benutzung wieder auf ihren Play zu tellen oder an einen der Diener abzugeben.

S 92

Die sonst zur Benußung in den Lesezimmern gewünschten Bücher werden dur< Bestellscheine (8. 17) mit dem Vermerk: „Lesezimmer“, bestellt, und zwar entweder im Voraus: e

1) durd Einwerfen der Vestellscheine in den vor dem Bibliothek s- gebäude befindlichen Zettelkasten, : :

2) dur franfirte Einsendung, mit der Adresse: „An die König: liche ata W. Opernplag, Lesezimmer“,

oder

3) dur persönlihe Uebergabe der Bestellsbeine an den aufsi<ht- führenden Beamten. E S

Die vor 9 bestellten Bücher stehen von 11 Uhr an, die bis 11 bestellten von 1 Uhr an, die bis 1 bestellten von 3 Uhr an im Lese- saale bereit. S

Die frankirt eingesendeten Bestellsheine werden gegen 9, 11 und 1 Ubr abgeholt und glei<hfalls bis 11, beziehung8weise 1 und 3 Uhr erledigt. 1) Eingang: Plaß am Opernhause, 2) Eingang: Behrenstraße 42.

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tellungen werden mit thunlihfte

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Die in Lesezimmern

î Uebergabe der Bücher mit dem n dann als Empfangscheine; bei der üudaegeben. ) für den folgenden Tag, einen mit !einem Name das Buch zu legen. :

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jale zur Einii@t der eren Fâllen und auf Dru>s{riften-Abtbeilung

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s<ten VBüter sind und zwar estellsheine in den vc sendung mit der Adresse: „An die König- lihe Bibliothek, W. Overnvlatz, Ausleihezimmer“.

Die vor 9 bestellten Bücher steben von 11 Ubr an, bis 11 bestellten von 1 Ubr an im Ausleihezimmer bereit. Na< 11 Ubr bestelte Bücher können erst am folgenden Tage von 11 Ubr an ab- geholt werden.

S, 39,

Bei starkem Geschäftäandrange kann die Zahl der für einen Ent- leihßer an einem Tage zu aaen Bestellungen bes{<ränkt werden.

J. 40.

Die Bestellsheine werden bei der Auslieferung der Bücher mit dem Tagesstempel versehen und gelten dann als Empfangsheine. Bei der Rüllieferung der Bücher E sie zurückgegeben.

S, 4

F

Wohnungsverände n find von den Entleibern alsbald auf der Bibliothek anzuzeigen. r diese Anzeige unterläßt, hat die daraus erwabsenden Kosten zu tragen. i

S

Wer auf länger als ¿wei Wochen verreist, ist vervflichtet, die ents- liehenen Bücher vor Antritt der Reise zurü>zugeben.

Zeit verreist, bat wenigstens dafür zu sorgen, daß mit Erfolg zurü>verlangt werden können. S 43,

Unter feinen Umstän darf ein Bu< ohr Embvrfangicheines aus Bibliothek mitgenomm eines Andern entliebe n einen Andern weitergegeben

8 44. Die Entleibher, deren Auëleibekarte gegen Bürgscbeines ausgestellt ift, sollen nit mebr als in Händen haben.

Mer auf kürzere

c S de: diefelben jeder Zeit

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M 12M 07 1e Ausitellung eines 5 .-. D en, auf den Namen 2

d IDCTLCN.

Hinterlegung eines zehn Werke zugleich

S 45.

Incunabeln, seltene Drude, Karten- und Kupferwerke, biblio- grapbisde Nahs<lage-, Wörter- und sehr werthvolle Bücher, Bände viel gebrauhter Zeitschriften, Difsertationen-, Programmen- und Mis- cellanbâände, so wie alle no< nit eingebundenen Bücher werden nur auênahmêweile, die in den Geshäfts- und Lesezimmern aufgestellten Büdcter gar nicht ausgelieben.

S. 46.

Die Entleiher, deren Ausleihekarte ohne Hinterlegung eines BVürgscheines ausgestellt ist, können die entliehenen Bücher zwei Monate lang behalten, wenn dieselben ni<t vor Ablauf dieser Frist von einem Anderen in das Desiderienbu< ($. 20) eingetragen sind. In leßterem Falle werden die Bücher nah Ablauf eines Monats dur den Vor- steher der Ausleibestelle zurü>ver!langt. Sobald sie wieder frei ge- worden find, wird der frühere Benußzer auf feinen Wuns von der erfolgten Rü>kgabe des Buches dur einen unfrankirten Brief be- nachritigt. e |

Die Entleiher, deren Ausleihekarte gegen Hinterlegung eines Bürgscheines ausgestellt ist, haben die entliehenen Bücher na< Ablauf eines Monats zurü>zugeben. 4

F. 4, :

Eine Verlängerung der Leibfrist ohne Einreihung der Bücher

findet nit statt. z

Zu Anfang der Monate März und August jeden Jahres müssen sämmtlihe entliehenen Bücher zurü>gegeben werden. Die dazu be- stimmten Tage werden dur< den „Reichs: und Staats-Anzeiger“ bekannt gemaht. Während der Rüd>lieferungstage werden keine Bücher ausgeliehen.

8. 49. E

Wer ein entliehenes Buch zur vorgeschriebenen Zeit nicht zurüd- liefert ($S. 26, 46 bis 48), wird dur einen unfrankirten Brief an seine Verpflichtung erinnert. Wenn auf diese Mahnung oder die Aufforderung des Vorstehers der Ausleihestelle ($. 46) die Rül-

abe ni<t innerhalb der nächsten drei Tage erfolgt, wird das Buch dur< einen Bibliotheksdiener abgeholt, dem eine Gebühr von einer Mark zu zahlen ist. Jst die Herausgabe der Bücher auf diesem Wege nicht zu erreihen, so wird ‘die Hülfe der Polizei in Anspru< genommen, und, wenn au< diese wirkungslos ift, der Re<tsweg beschritten. Die erwachsenen Kosten trägt der Sáäumige. —— 2) An Su N AREge. ¿ 00,

Auswärtige bedürfen zum Entleihen von Büchern aus der König- lichen Bibliothek der Erlaubniß des Direktors der Dru>shriften-A theilung.

1) Gingang: Opernplat, re<ts vom Flure.