1887 / 63 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

Krankheitsformen in Honburg, Nürnber London, Prag, Odessa eine größere Zahl Es kamen aus Berlin, Nünberg, den dorf und Schleswig in größerer Zahl zur burg, Kopenhagen, Christiania, St. Petersburg ihre wurde.— Unterleibstyphen führten in Berlin, Elberfeld, St. Petersburg häufiger, in Paris in gleih hoher Zahl wie in der Vorwoche, zum Tode. Erkrankungen haben in Hamburg und St. Petersburg einwenig abgenommen. Sterbefälle an Fle>typ hus wurden aus St. Petersburg 1, aus Warschau 2, Erkrankungen aus Edinburg 1, aus dem Regierungsbezirk Königsberg 5, Erkrankungen an Rükfallfieber 2 aus St. Petersburg mitgetheilt. Todes- fälle an epidemisher Geni>kstarre werden aus Berlin, Prag und aus dem Regierungsbezirk Erfurt je 1, Erkrankungen aus Berlin, Nürnberg und aus dem Regierungsbezirk Erfurt je 1 gemeldet. Rosenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut waren in Berlin, Wien, Kopenhagen nicht selten. Aub der Keuchhusten raffte in Berliu und Kopenhagen etwas mehr, in pes und London etwas weniger Kinder hinweg. Todesfälle an Po>en kamen aus Paris, Prag, Triest und aus dem Regierungsbezirk Königsberg je 2, aus St. Petersburg 4, aus Warschau 7, aus Rom 10, aus Pest 17 ur Berichterstattung. Erkrankungen an Poen gelangten aus Ham- urg und aus dem Regierungsbezirk Aacben je 1, aus Breslau 2, aus Wien 3, aus dem Regierungsbezirk Königsberg 11, aus St. Peters- burg 16, aus Pest 38 zur Anzeige. In Sicilien (Catania) ist seit Ende Februar der Ausbruch der asiatishen Cholera fest- gestellt worden.

Kunft, Wissenschaft und Literatur.

Kaiser Wilhelm und sein Reich. Von Eduard Simon. Autorisirte deutshe Ausgabe. Aus dem Französishen. Jena, Her- mann Costenoble. 1887. gr. 8. S. VIII. u. 483. Das in Frank- reih wie in Deutschland mit Beifall aufgenommene, au im „Reicbs- Anzeiger“ besprochene Original des vorstehenden Wcrkes hat den Be- weis geliefert, daß der Verfasser seine für einen Franzosen shwere Aufgabe, das Leben des Deutschen Kaisers darzustellen, mit möglihster Objektivität gelöst hat. Um den Inhalt auch einem größeren deuts<hen Publikum zugänglih zu machen, hat die Verlagshandlung eine wortgetreue Uebersezung heraus- gegeben, Der Verfasser hat si< in der Schilderung des ebens streng an die Thatsachen gehalten und jede subjektive Färbung, jede Empfindlichkeit bei Seite gelassen. Anerkennen muß man, daß die Thatsachen nicht, entstellt sind, wenn au<h Personen und Dinge aus einem ganz anderen Gesichtspunkte als in Deutschland angesehen werden; daher war es nicht zu vermeiden, daß die Auffassung als eine von der unsrigen abweichende ersbeint. Besprochen werden alle gewichtigen Einzelnheiten dieses an Ruhm und Ehren reih gesegneten Lebens von der ersten Jugend an bis zu der heutigen hochgeachteten Stellung in Guropa. Die gesammte UNLUBe Darstellung zeichnet sih dur Reichthum an geistvollen Gedanken urd durch lebendige Anschauung ebenso vortheilhaft aus wie dur<h edle Sprache und cine überaus wohlthuende Gefühlswärme. Das sinnig geordnete Ganze erhält dur< die edle Auffassung cinen harmonischen Abschluß. Die von dem Ver- leger clegant ausgestattete Ueberfeßung des Werkes erscheint gerade zur re<t gelegenen Zeit, wo für den geliebten Heldenkaiser ein treues Volk am 22. März d. F. wiederum in Geibel’'s Worte voll Dank und Begeisterung einstimmen wird: Heil mit Dir und Deinem Throne! Und fliht als grünes Epheublatt In Deine Gold- und Lorbeerkrone Den Segenswunsh von Land und Stadt.

_— „All-Deutschlands Jubelgruß an seinen Kaiser Wilhelm“ ist der Titel eines soeben in der Swlesinger'shen Mufßik- handlung (Berlin, Französischestraße 23) erschienez.en patriotischen Liedes von Wilhelm Sc<ulßte, das si cignet, in geselligen Kreisen am 22. März vorgetragen zu werden. Mit dem gemüthvollen Text: „Was wehen und rauschen so stolz heut im Wind die Fahnen“ ver- bindet sih eine volksthümlih warme kräftige Musik, die ihrer Wir- kung auf die Zuhörer sicher ist. Die äußere Ausstattung ist elegant und ges<hma>voll.

__— Auf mehrfahes Ersuchen von Vereinen 2c. hat der Ober- Bürgermeister Kuntze in Plauen i. V. für die Feier des bevorstehenden Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers mehrere Festlieder unter dem Titel „Kaiserlieder“ drud>en lassen, welhe sih zu gemeinschaft- lichem Gesange nah bekannten Melodien und zur Deklamation eignen. Diese Lieder haben die Anfänge: 1) „Mein Volk, sei Deines Kaisers werth.“ 2) „Deutscher Kaiser, jugendmächtig * 3) „Denk oft. daran, Dein Kaiser ward geboren, mein deutsches Volk, zu ebnen Dir die Bahn.“ 4) „Mädttig klingt es heute wieder.“ 5) „Warum sollten heute wir nit singen.“ 6) „Vom Nord zum Süd, vom Felsen bis zum Meere." Die Lieder sind dur< alle Buchhand- lungen (Kommissionsverlag von F. E. Neupert in Plauen i. V.) zu beziehen. Der Einzelpreis ist pro Exemplar 5H, 50 Stü>k 2 4, 100 Stü>k 3 M

Im Verlage von Hugo Klein in Barmen erschienen: „Blätter der Erinnerung an Dr. Kaspar Olevianus“. Dergltategeren zu dessen dreihundertjährigem Todestage (15. März 887) von Fr. W. Cuno, Pastor zu Eddizgehausen in Hannover. ODlevianus war ein Mitbegründer der deutsch - reformirten Gemeinde. Er wurde zu Trier am 10. August 1536 geboren. Seinen Studien lag er ob in Paris, Orleans und Bourges, wo er die Rechte studirte und ein Anhänger der Reformation wurde. Im Jahre 1558 B Olevianus nah Genf und wandte sih der Theologie U Ein Jahr später wurde er Lehrer an der höheren Schule zu rier, woselbst er eine evangelishe Gemeinde um si< sam- melte; er mußte jedo< die Stadt auf Betreiben des Erz- bischofs verlassen. Im Jahre 1561 wurde er Professor der Theologie und Hofprediger in Heidelberg. Dort arbeitete er dann 1m Verein mit Ursinus an der Einrichtung des pfäl- ¿ishen Kirchenwesens nah Calvinishen Grundsäßen, vor Allem aber an der Abfassung des Heidelberger Katehiémus (1563) und der furpfälzishen Kirchenordnung. Im Jahre 1576 wurde Olevianus seiner Aemter entsezt und des Landes verwiesen. Darauf führte er die Reformation na< Calvinishem Muster dur< in den Gebieten der Grafen von Nassau-Siegen, von Solms und von Wied, und be- grindele die Schule zu Herborn. Dort starb er am 15. März 1587. em Andenken dieses Mannes ist das Cuno’sche Buch gewidmet. Es enthält nun keineswegs, wie der Titel vermuthen lasscn könnte, eine Biographie des Reformators, sondern es bringt eine Reihe von Lebensbildern, die den Gliedern der reformirten Kirhe und deren Freunden dargeboten werden. Es soll in den Freundeskreis Dlevian's einführen und dur< diesen das Verständniß für das Werk und das Leben des Reformators besser aufsbließen An den vier Stätten der Wirksamkeit Olevian's, in Trier, Heidelberg. Berleburg und Herborn sind diese Freunde aufgesuht und hier ihrem Wirken und Wesen nach in kurzer biographisher Form gewürdigt. Sie heißen: Cunmann Flinsba<h, Hieronymus Zanchius, Michael Diller, Petrus Bogui- nus, die beiden lateinishen Ueberseßker des Katechismus, Deo Datbenus, Emanuel Tremellius, Franz Junius, Daniel ossanus, _ Johannes Badius, Andreas Stephan, Graf Lud- wig von Sayn-Wittgenstein, Christoph Ehem, Wenceslaus Zuleger, Hugo Donellus, Otto von Grünrade Petrus Colonius (van Ceulen), Menso Alting, Geor Lupichius, Dr Paul Crocius, Dr. Jo- hannes Wicradius, Mag. Caspar Corylaeus, Mag. Johannes ir Christoph Corvinus, Dr. med. Johannes Pincier, Bern- ard Textor, Wilhelm Zepper, Christoph Pezel, M. Johann Piscator, U. Jodocus Naum, Jacob Alsted, Johannes Pincier, der Theologe, U. Johannes Nobisius, Johannes Heupel, Matthies Phönius, Bar- tholomaeus Rhoding. Das vorliegende Buch dürfte für alle An- gehörigen der reformirten Kirche von Interesse sein Pr. 2 M

Rosto>, 13. März Ein als Theoretiker oie Praktiker be- deutender Jurist, der Senats-Präsident des Großherzoglichen Ober- Landesgerichts, Dr. jur. Albrecht Erxleben, ist hierselbst voc-

Magdeburg, Halle, Met, ersonen. Neue Erfreo:

egierungsbezirken Düssel- Anzeige, während in H hl fleiner Hamburg

„Duard Castle* hat gestern auf der Heimreise Madeira passirt.

Dozent in Göttingen in den Jahren 1838—1840 die Vorlesungen über das gemeine V Tivilre<t von dem am 24. September 1837

in Göttin benen berühmten Pandektist.n J. F. L. Göschen in drei L Ee Zer "welche sih bekanntli<h dur Tiefe

der juristishen Anschauung und musterhafte Klarheit aus- zei<hnen und in der trefflichen Erxleben'schen Ausgabe ein sehr ges<häßtes Pandekten - Compendium lange Jahre hindur gewesen ist, resp. no<h jeyt is. Im Jahre 1842 folgte Dr. Erxleben einem Ruf als ordentlicher Profesor na< Züri. Hier \hrieb er eine anerkannt tü<htige Monographie über die Kondiktionen (1. Abtheilung die condictio indebi1i (Göttingen 1850), 2. Abtbeilung die condictio sine causa (Göttingen 1853), wel<e Arbeit im Sep- tember 1854 seine Ernennung zum Ober-Appellationsgerichts-Rath hierselbst zur Folge batte. Ein Vierteljahrhundert feivete der Dahin- eshiedene, zuleßt als erster Rath, diesem höchsten Gerichts- hofe beider Me>lenburg an. Bei der am 1, Oktober 1879 ins Leben tretenden Justizreorganisation, wie sie die Einführung der Reichs-Justizgeseße erforderte, wurde Dr. Erxleben Senats-Präsident bei dem neuen Ober - Landesgericht, sowie in den gleichfalls neu errichteten Gerichtshof zur Ent1cheidung von Kompetenzfkonflikten berufen. In beiden Aemtern stand der Verewigte bis zu seinem Tode.

Gewerbe uud Handel.

Der Einlösungscours für hier zahlbare österreihis<e Silbercoupons und verlooste Stücke ist heute von 159 auf 159,50 „4 für 100 Fl. erhöht worden. :

Die Generalversammlung der Aktionäre der Nienburger Eisengießerei und Maschinen-Fabrik hat den Antrag des Vorstandes und Aufsichtsraths auf E:höhung des Aktienkapitals um 600 000 M einstimmig per Akklamation angenommen. Die neuen Aktien sollen den ersten Zei<hnern und den gegenwärtigen Aftionären je zur Hälfte zum Bezuge al pari angeboten werden. :

Die Nordstern-Lebensversiherungs-Aktiengesell- [Rai und die Nordstern-Arbeiter- (und Unfall-) Ver- iherungs-Gesellshaft haben im vergangenen Jahre günstige Resultate erzielt. Der Aufsichtörath wird in der bevorstehenden Generalversammlung für die Norditern Lebensversicherungs-Aktien- gesellshaft die Vertheilung einer Dividende in Vorschlag bringen von 92 Æ pro Aktie (gegen 90 4 im Vorjahie) und für die Versicherten eine Dividende von 18 9% für die Versicherungen mit Gewinn- Antheil, 28 9/0 für die Versicherten mit Gewinn-Antheil und steigender Ver- siherungssumme und die Ueberweisung von 5009 #4 an den Gewinn- sammel}tonds der Versicherungen auf den Lebensfall mit \teigender Versicherungssumme, und für die Nordstern-Arbeiter-Versicherungs- Akticngesellshaft die Vertheilung ciner Dividende von 36 #4 pro Aftie (gegen 30 4 im Vorjahre). j

Dem Berit der Dircktion der Greppiner Werke pro 1886 entnehmen wir, daß der Verlauf des verflossenen Geschäftsjahres den

offnungen voll entsprochen hat. Der Reingewinn pro 1886 beträgt 6 692 M, davon erhalten die Aftionäre 5 °/o Dividende mit 49 500 #4, der Reservefonds 3334 Æ, der Fonts für unvorhergesehene Verluste 3334 , der Aufsihtsrath 4001 4, Direktion und Beamte 6670 4 und es werden 1319 4 auf das neue Geschäftéjahr vorgetragen.

Glasgow, 14. März. (W. T. B.) Die Verschiffungen

von Roheisen betrugen in der vorigen Woche 10 400 Tons gegen 6000 Tons in derselben Woche des vorigen Jahres. i

__ Bradford, 14. März. (W. T. B.) Wolle fest, Garne mäßig gefragt.

Submissiouen im Auslande.

_I. Jtalien.

__1) 19. März. Comando militare in Mailand: 5000

Kisten, Modell 1877, zur Verpa>ung von - Feldzwieba>. Vor-

anshlag 2,90 Lire das Stü.

2) 28. März. Direzione territoriale Artigleria in Spezia;

600 qm Pappelbretter Nr. 1 zu 4 Lire das Quadrat-Meter;

600 qm desgl. Nr. 2 zu 2,70 Lire das Quadrat-Meter; 209 qm

Ulmenholzbretter Nr. 2 zu 4 Lire das Quadrat-Meter; 250 qm

Eichenholzbretter Nr. 2 zu 5,25 Lire das Quadrat-Meter ;

60 qm Lärhenholzbretter Nr. 2 zu 3,75 Lire das Quadrat-

Meter; daneben 4 cbm Sparren 2c.

3) 29. März R. Fonderia in Genua: 300 kg Rohbleder

und 700 kg Vachettleder, Voranschlag 5960 Lire.

Ferner in gegebener Zeit :

4) Società concessionaria ferrovia Nap-li-Luma in Neapel:

Stahlschienen und Zubehör. Die Schienen 9 m lang zu

à 27,50 kg Gewicht. 448

95) Adriatische Eisenbahn-Gesellschaft in Florenz: Querbau der

projektirten Cisenbahnstre>e Borgo San Donino—Cre-

mona. Länge der Stre>ke 39 800 m. Voranschlag 6 800 000 Lire,

aus\{ließli< der zu bauenden Po-Brüke. Erh v

6) Direktion der Mittelmeerbahn in Mailand: Metall-

\hußda<h für die Station Potenza in Kalabrien. Voranschlag

18 700 Lire.

7) Ebtendort: Brü>kenwage für die Station Sgurgola auf

der Linie Rom— Neapel ; Voranschlag 6000 Lire.

8) Gbendort: Drehscheibe von 7 m Durhmesser für die

Station Grafsano, Linie Neapel—Metapont.

9) Ebendort: 7381 m Stahlschienen von je 9 m Länge für

die Linie Turin—Genua.

10) Genio Civile di Rovigo: Ausrüstung des fünften Abschnittes

der Bahnlinie Chioggia—Saline mit Schienen und Mechanis-

men; darunter 1804 m Schienen, zwei Weichenstellen, eine Dreh-

\cheibe zu 5,50 m Durchmesser, ein Diskussignal, eine Brückenwage

für Waggons, ein Krahn.

11) Direktion der Eisenbahn Novara-Seregno *): Ausbau der

S tre>ke Saronno—Seregno zu 13364 m Lânge, Vorans<hlag

1 150 640 Lire.

12) Direktion der \sizilianishen Eiscnbahnen: Ausbau der

Eisenbahn Licata-Terranuova, speziell der Stre>en Cal-

conara—BVutera, 12 886 m, und Butera—Terranuova, 11092 m.

Voranschlag, einschließli der ui bedeutenden Anschaffungen an

rollendem Materiale, für beide Stre>ken 8 236 272 Lire.

13) Direktion der Eis:-nbahn Rom-Solmona **): 39 einfache und

4 dreifahe Weichen-Stellen aus Gußstahl; Voranschlag

100 000 Lire.

14) Direktion der Mittelmeerbahn in Mailand: Eiserne

Brü>e von 30 m Lnge über den Sabatofluß auf der Linie

Avellino— Benevent. Voranschlag 90 043 Lire.

a Ebendort: Brü>kenwagen für die Stationen Bricherasio arge.

16) Ebendort: Plattform von 15 m Durchmesser für die

Station Catanzaro—Marina.

II. Spanien.

und

12. April. Madrid. General-Domänen-Direktion. 46—50 000 UlalGen aus Eisen für Que>silbertransport. Voranschlag: 250 000, aution 12500 Pes. Näheres an Ort und Stelle. Verkehrs - Anftalten.

Bern, 14. März. (W. T. B.) Seit gestern herrs<ht fast in der ganzen S<weiz anhaltender beftiger Schneefall. Die Züge treffen mit Verspätungen ein. Gänzliche Verkehrésto>ung ist jedoh nur vereinzelt eingetreten.

London, 14. März. (W. T. B.) Der Castle-Dampfer

*) in Novara.

Sanuitätöwesen und Quarautänewesen.

Brasilien.

Dur Ministerial-Ver*“ügung vom 6. Februar 1887 <ilenis<hen Häfen für verseu<t erklärt worden, jo daß von dort fommende Schiffe in brasilianishen Häfen nit zugelassen, vielmehr na< Ilha Grande verwiesen werden.

Berlin, 15. März 1887.

Das Königliche Kunstgewerbe-Museum eröffnete heute im Lichthofe des Gebäudes die XVIII. Sonderausstellung umfassend: Bilderrahmen alter und neuer Arbeit. Die Ausftellung hat vornehmlih den Zwe>, unseren Künstlern, welhe vielfah klagen, daß sie für ihre Bilder keine geeigneten Rahmen finden, Gelegenheit zu geben, das vorhandene Material an guten alten Erzeugnissen zu übershauen, um \i< daraufhin mit unseren Holz \hnißzern und Vergoldern über ihre Bedürfnisse zu ver: ständigen. Das Kunstgewerbe-Museum selber konnte zu dieser Sonderausstellung aus feinem Bestande 130 Rahmen stellen, welhe sonst, nah Stil und Technik getrennt, in verschiedenen Räumen sich befinden; ferner betheiligte sih die Königlihe Gemälde- galerie und das Königliche Kupferstihkabinet mit nahezu 50 Rahmen. Aus Privatbesiß sind nur einzelne Stü>ke zur Vervollständigung herangezogen. Se. Kaiserlihe und Königliche Hoheit der Kronprinz hat 8 Rahmen von zum Theil hiftorisher Bedeutun bewilligt. Von den hiesigen Sammlern hat Hr. Adolf von Beckerath allein 59 Rahmen, fast durhweg italienische Arbeiten der Renaissance und darunter hervorragende Prachtstü>ke, beigesteuert. Auch der Kunst- besiß der Herren Dr. Dohme, Gumpre<ht, Hainauer, Ißinger, Hof- Antiquar Levy, Dr. Lippmann, Pofsart, ijt vertreten. Für neue Arbeiten ist eine kleine Gruppe solher Fabrikanten heran- ezogen, welche bekanntermaßen nah guten künstlerishen Modellen felbftändig arbeiten, und auch diese nit mit ciner vollständigen Auslage ihres Betriebes, sondern mit carakteristishen Proben in beschränkter Zahl, dem verfügbaren Raume entsprechend. Betheiligt haben sih die in Künstlerkreisen wohlbekannten Firmen Gurlitt, Hof-Bild- hauer Hoffmann, Jost, A. Roehlih, H. W. Roehlih, Su>kow und Zi>endrath. Die Ausstellung umfaßt somit über 300 hervorragende Arbeiten aus vier Jahrhunderten, welche bei der hohen Bedeutung, welhe das Rahmenwerk für die Bilder und Spiegel unserer Woh- nungen besißt, für alle Kreise von Interesse sind. Verschiedene Besißer haben die Freundlichkeit gehabt, Bilder, Stiche und Zeichnungen in den Rahmen zu belassen; hierbei sind besonders die erlesenen Handzeichnungen altitalieniscer Meister aus der Sammlung von Be>erath hervorzuhebn.

Bremen, 14. März. (W. T. B.) Die Rettungsstation Stralsund telegraphirt: Am 14. März von der deutschen Kuff „Lisbeth“ , Kapitän Freitag, vor dem Hafen von Stralsund gekentert, 2 Personen gerettet dur< das Rettungsboot der Station Stralsund. Die Rettun gsstation „Putgarden“ meldet: Am 14. März von dem deutschen Ever „Gesiene“, Kapitän Roefer, gestrandet bei Warnkewiß auf Rügen, 3 Personen gerettet dur den Raketenapparat der Station Putgarden.

New- York, 14. März. (W. T. B.) Auf der Boston- Providen ce-Eisenbahn stürzte ein Personenzug ses Meilen von Boston von einer 50 Fuß hohen Brüte bercs wobei 33 Personen getödtet und 40 Personen verwundet worden sein sollen. Der verunglü>te Personenzug bestand aus aht Wagen, von denen fünf herabstürzten und völlig zertrümmert wurden. Drei Wagen blieben, entgleist und stark beschädigt, auf der Brücke stehen,

Die Beamten der Staats-Eisenbahn-Verwaltung zu Berlin feiern denGeburtstag Sr. Majestät des Kaisers am 22. März, Abends 83 Uhr, in der Philharmonie mit Prolog und Concert (Kapelle des Garde Füsilier-Regiments und Gesfangverein der Bureaubeamten der Königlichen Eisenbahn-Direktion Berlin).

Die Berliner Turner werden den 90. Geburtstag Se. Majestät des Kaisers bereits am nähsten Sonnabend, den 19. d. M., durch einen Festkommers im Wintergarten des Central-Hotels begehen. Nach einem von einem Turngenossen ge- dihteten Prologe wird der städtische Ober-Turnwart Dr. E. Angerstein den Toast auf den Kaiser ausbringen. An dem Kommers betheiligen sich die Mitglieder der Turnerschaft, des Turnraths, der Turn- gemeinde, der Turngenossenschaft und des Berliner Turnlehrer-Vereins, Der Verein Berliner Turnerschaft veranstaltet am Sonntag, den 20. d. Mts., Nachmittags 5 Uhr, in der siädtischen Turnhalle. rimentals, mit einem Theil seiner Zöglinge der Lehr- lings-Abtheilungen ein Schauturnen, zu welhem außer den Ange- hörigen, die Behörden, sowie die hiesigen Handwerks1meister geladen sind.

Das Stern’ sche Konservatorium veranstaltete gestern im Saale der Sing-Akademie unter Leitung seines Direktors, des Professors Robert Rade>e, eine öffentlihe Prüfung, in welcher si die Unterrichtsmethoden der verschiedenen Lehrkcäfte sowohl in den dargebotenen Klavier- und Gesangvorträgen als au< im Violinspiel, in der Deklamation und Komposition in erfreulihster Weise bewährten. Als besonders lobenswerth ist das Klavierspiel der Hrrn. Niessen und Ernst Rade>e (Sohn des Kapellmeisters) zu erwähnen, die in Concertsäßen von Schumann und Beet- hoven gut- geshulte Technik und verständnißvolle Auffassung bewiesen. Auch der kleine, etwa 7—8 jährige Knabe Bruno Schle singer überraschte dur eine in fo zartem Alter selten gehörte Fertig- keit. Alle drei Spieler sind Eleven des Prof. Mannstädt. Frau Clement (Lehrer Papendi>) fehlt es bei sonst gut geshulter Technik no< an innerer Wärme des Vortrags. Ein fehr klar und stilvoll komponirtes Trio von C. Paesler (Lehrer Rade>ke) wurde vom Kom- ponisten und den Herren F. Meyer und Sandow vortrefflich gespielt, und mit wohlverdientem Beifall aufgenommen. Gleiche Anerken- nung erwarben si< au< die Gesangvorträge der ü rinnen des Frl. Jenny Meyer und des Hrn. sowie die Leistungen der Violinklasse des Hrn. F. Meyer. Deklamation von Frl. Pinner (Lehrer Hofschauspieler Link) erfreute dur die zarte und gefühlvolle Auédru>8weise des Inhalts. Am Sóluß des Abends fang die Chorklasse des Professors Rade>e noh Schumann's Requiem für Mignon und gab dur< s{<önen Stimmen- klang, deutliche Aussprahe und musterhafte Präzision in der Zu- sammenwirkung wiederum Zeugniß von der an diesem Mufiker stets M pez M wmde 17 und Sicherheit seiner Direktion. Das zahl- n erschienene Publikum spendete allen Vorträgen reiche Beifalls- ezeugungen.

Redacteur: Riedel.

Verlag der Expedition (Scholz).

Drud> der Norddeutshen Buchdru>erei und Verlags-Anstalt, Berlin S8W., Wilhelmstraße Nr. 32.

Sieben Beilagen (einshließliß Börsen-Beilage),

und die Juhaltsangab Nr. 5 des öffentli Anzeigers (Kommanditgesell iten ant Aktien S d tele leltita u)

Berlin:

gestern Abend im 74. Lebensjahre verschieden. Derselbe hat als

**) in Rom.

für die oche vom 7. bis 12. März 1887.

zum

Erfte Beilage

Deutschen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger

Berlin, Dienstag, den 15. März L

1887.

der 04 1 2. 3. 4. Ä 5. 6. R Einnah Hierzu Einnahme Manie] Ia 1A innahme ierzu Einna . selben Zeitraume C iz im Monat in ‘den Zusammen. 1 des Vorjahres + mehr Ober-Post-Direktions-Bezirke. Februar. Vormonaten. (Spalte 4). weniger Ä Ld K [4 A ¡4 (2 A S S | | | | | Reihs-Postgebiete. | | | | L 10482 | 20 96584 | 80 | 107067 —| 129 |40| 15898 | 40 1) König L E 3184 | 50 31 329 | 90 34 514 | 40 36 001 | 90 | 1487 | 50 4 e ma 7845 | 30 93410 | | 10125 |30| 11712 | 80 | 15870 | 30 Ne 68 688 | 10 718 364 | 787 052 | 10 718 688 | 20 | + 68 363 90 d e c 2776 | 90 39 556 | 30 32 333 | 20 33 222 | 50 | 889 | 80 E H. 5419 | 10 59 765 | 20 65 184 | 30 67 358 | 80 | 2174 | 50 6) franysurt a. D. - 5 382 | 20 65 352 | 10 70 734 | 30 76462 | 30 | 5 Ei E 1316 | 40 12319 | 13 635 | 40 17156 | 20 | 3520 | 80 14h 1208 (30 | 43759 |20| 47037 50| 50554 |15| 83816 | 6 0 Bn Tg. 2165 | 10 27 081 | 80 29 246 | 90 33502 | 60 | 4 25% 70 10) ers - 12363 |(10| 7143964 | 70 | 156827 |80| 15396 10| + 2871 70 11) Lieqni, 6159 (80 | 77267 40| 8427 20| 79031 | 80 | + 43% | 40 2) D 4 041 | 30 47255 | 10 | 51296 | 40 54762 10 | 346 |70 13) Oppeln. - - - 11165 | 10 124 796 | 35 135 961 | 45 143320 | 75 | 7359 | 20 E AOS i 5 779 | 69 627 | 30 75 406 | 30 78 010 | | D 4 n uts 10 639 | 20 108 542 | 70 119 181 | 90 120 812 | 50 | 1630 / 60 E 5 049 | 50 47 970 | 90 53 020 | 40 58 517 Zl 5 496 E ie 5 316 | 10 58 912 | 60 64 228 | 70 67825 | 30 | 3596 60 19) Münster 1499 | 17 448 | 85 18 947 | 85 19127 | 50 | 179 | E ur i 4117 | 30 45 096 | 29 49 213 | 50 51400 | 20 | 2186 | 70 f p O 12 954 | 60 144 402 | 157 356 | 60 173216 | | 15 940 E 4931 | | * 44454 | 70 49 385 | 70 48296 | 50 | + 1089 | 20 D aM 96 203 | 80 273 326 | 85 299 530 | 65 302143 | 05 | 2612 40 “14 7 jd E 11828 | 70 | 140059 | 20| 151887 |90| 19427 |/20| 259 E 5 462 | 20 66 391 | 20 71 853 | 40 76198 | 40 | 438 | D i 3286 | 50 32428 | 30 35714 | 80 34891 90 | + 82/9 2 O e. 31936 | 89 338 933 | 20 370 870 | 377 510 | 30 | 6 640 | 30 1 aodiO 1846 | 80 17 277 | 80 19 124 | 60 21034 |40| 199 80 S i 11884 | 30 114 775 | 40 126 659 | 70 130190 | | (2530 / 30 N 37124 | 89 370 778 | 30 407 903 | 10 396 863 | 65 | + 1039 | 45 M e: 19 433 | 30 188 193 | 05 207 626 | 35 902 313 | 80 | + 5312 | 66 an Ee - 6805 | 55 312 | 62117 | 60048 | 40 | + 2068 | 60 2 N 9871 | 70 104 760 | 10 114 631 | 80 120892 | 30 | 6260 | 50 2) Dae 1807 | 60 91 471 | 50 23279 | 10 94239 | 70 | 0 | 60 24) Sam i-M 3200 | 60 35 876 | 20 39 076 | 80 39 399 | 60 | 2 80 D 4522 | 70 57 796 | 62 318 | 70 611% |— | + 4198 | 70 N ENO. - 10 639 | 125 490 | 10 136 129 | 10 153627 | 75 | 98 | 66 4 aco: es N 1064 (10| 6562568 | 40 | 8615662 | 50| 626075 | 06 | 10422 | 56 39 T ‘i. E. 15448 | 10 159 219 | 40 174 667 | 50 175 111 90 4 40 40) M S2 3134 | 50 33 605 | 80 36 740 | 30 38 875 E Summe I 452573 | 60 | 4805523 | 90 | 5258097 | 50 | 5317281 | 30 59 183 | 80 1]I. Bayern 50 142 | 40 489 777 | 20 539 919 | 60 519 936 | 70 | + 19982 | 90 E ] C & A D E ml. Württemberg 19 700 | 30 902 105 | 75 221 806 | 05 234 327 | 55 12521 | 50 : | q / Ueberhaupt 522416 | 30 | 5497406 | 85 | 6019823 | 15 | 6071545 | 5 | 51722 | 40

Berlin, im März 1887.

j | Haupt-Buchhalterei des Reihs-Schaßtamts. Biester.

Nichtamtliches.

Berlin, 15. März. M e Ab

8) Sibung des Reichstages erwiderte vet Dera des Etats der Marine auf die Ausführungen des Abg. Rickert der Chef der Admiralität, General-Lieutenant v rivi: :

n h iefla e die Nothwendigkeit von Arbeiter-Entlassungen ebenso tief, wie der Aba. Ri>ert. Ich bedauere von ganzem Perzen, daß eine Anzahl Menschen dadurch, daß sie entlassen werden, brotlos werden. Ich bin aber außer Stande, es zu ändern. Ich Fan un reisfiskalishen Interesse unmögli Arbeit schaffen und erfinden, los um die Arbeiter zu erhalten. Die Zahl der Arbeiter ist abhängig und muß abhängig bleiben von der vorliegenden Arbeit. i ;

Die Erscheinung, die hier bei uns auftritt, kommt ni<ht in Deutschland allein zu Tage: in Frankreich, in En land beobahten wir zur Zeit ganz dasselbe, nur daß sih da, der Größe der Marinen ge a Fend, die Entlassung in ungleih größerer, ze nfah größerer Zah und mehr vollzieht, als bei uns. Es müssen also innere Gründe vor- liegen. Die liegen vor ; ih finde sie zum Theil darin, daß die Lebens- dauer der eisernen Schiffe länger ist, als die der hölzernen; zum Theil darin, daß alle Marinen, und aus guten Gründen, ih bei Herstellung ihres Betriebes den Privatfabriken mehr wie früher zuwenden.

Die Arbeiterentlassungen, die im laufenden Jahre eintreten werden, treffen die Werft Danzig zu meinem Bedauern am härtesten. Sie sind shon im Gange und werden no< weiter fortgeseßt werden, sie werden den Etat gegen das Vorjahr um 200 Mann in Dans verringern. In Wilhelmshafen und Kiel wird der Bestand derselbe bleiben wie disher. Wenn die Verringerung im Wesentlichen uet diesmal allein Danzig trifft, so hat dies seinen Grund in zwe Dingen. Danzig war eine Werft, die wesentlich für den Holzschiffbau deten war, Holzschiffe aber bauen wir fast gar niht mehr. Pana ist keine Ausrüstungswerft, sondern nur eine Reparaturwerft. Die Werft von Danzig Geherbergt keine Schiffe, die im Mobilmachungs- falle \<nell in Dienst gestellt werden müssen, sie ist nur zur Reparatur

von Schiffen da. N i Bent also einmal die Marineverwaltung fi in der traurigen

0 igkeit befindet, ihren Arbeitsumfang einzuschränken, so ift D. D wo es, wenn au unter s{hwerer Schädigung vielfacher Privatinteressen, immer no< am ersten geschehen kann L geschehen muß, denn es werden dort Reichsinteressen niht geschädigt.

Der . Kalle erklärte: Die Auslassungen vom Minister- tische ntsoräcent im Großen und Ganzen den Wünschen des Abg. Ri>ert. Wenn früher nothwendige Beschäftigungen ebt mehr und mehr überflüssig geworden seien, seien diese Ent- lassungen durchaus gerechtfertigt gewesen. Jedenfalls sei durch den Chef der Admiralität die Versicherung gegeben, daß ohne Noth solhe nie vorgenommen würden. Er (Redner) halte diese Angelegenheit für genügend aufgeklärt und erledigt.

Dieses und die übrigen Kapitel des Marine-Etats wurden ohne Diskujsion bewilligt. t

M Beim Wai des Reihs-Justizamts rihtete der Abg.

Preußen.

an den Staatssekretär die Anfrage, ob Vorlage Far O S Tie N reffs der Theilhaft der Genossenshasten zu érwarlen |el. enen (des A viinbe legten diesem Punkte sehr große Wichtigkeit bei, und er glaube auch, daß die anderen Parteien sih wesentlih auf demselben Standpunkt befänden. Der Staatssekretär des Reich3-Justizamts, Dr. von S<hel-

ling erwiderte: Ls kann die Anregung

eiherr von Mirba B nlhster Zukunft L

E p, E ven pit M ge illkfommen heißen. ie Anschauungen der preuß!

at tav wie ih Ms au der anderen verbündeten Regie: rungen, begegnen \i< durhaus mit dem Herrn Vorredner in pi Ueberzeugung, daß das A E Genossenschaften mit Theil-

i eseßgebung einzuführen. L n A 4 ae anlangt, mit welcher si< Hr. von Mirbach bereits vor 6 Jahren beschäftigt hat, welche Gestaltung diese neue Genossenshaftsform annehmen joll und wie sie sih insbesondere ein- glie dern soll in das in vas System des Gesell]haftsre<tes8, so sind über diese Fragen entsheidende Beschlüsse no< ni<t gefaßt worden. Ih kann meinerseits nur die Versicherung en daß die verbündeten Regierungen der Fortbildung unseres Gesellshaftsrehtes in der ange- deuteten Beziehung fortdauernd ihre Aufmerksamkeit widmen.

Der Abg. Freiherr von Buol richtete eine Anfrage an den Staatssekretär des Reichs-Justizamts über eine Abänderung des Handelsgesezbuhs in Betreff der Lagerhausscheine oder Warrants. Diese Jnstitution werde bekanntlih in England in ihrer volkswirthschaftlihen Bedeutung vollkommen ge- würdigt, und nit mit Unrecht werde gesagt, daß sie in ihrer vollendeten Ausbildung gerade London zum Lagerhause der ganzen Welt gemacht habe. Ihr Werth werde denn au<h bereits von den Niederlanden, elgien, der Schweiz, Jtalien, Spanien und Oesterreih anerkannt. Jn Deutsch- land würden das Handelsgeseßbbu<h und das Reichs- bankgeses von 1875 dem Wert dieser Einrihtung nah allgemeiner Anschauung nit volllommen gere<t. Man habe sih in E KUUYE, Flag G ies P Ae

i elfen gesuht, in Bremen, l B, Uinmade u N is bereits im Besiß

d Bayern. ihslande seien j der biétani bezüglihen französischen (Ds Der Mangel in Deutschland bestehe darin, daß die Warrants ni<ht als Kreditpapiere im gewöhn- lichen Handelsverkehr l: G heia L e h Mix aatlicher gegeben | un E ge dadur die Verpfändungsformalitäten

werden könnten, da ) 1 außerordentlih weitläufig würden und die Leichtigkeit des Ver- kehrs hemmten. Zugleis wäre eine Aenderung des Bank- E erwünscht in der Richtung, daß nicht blos die Waare, ondern au< der Schein beliehen werden könne.

Der Staatssekretär des Jnnern, Staats-Minister von

i 63- Ih habe dem Herrn Vorredner auf seine Bemerkungen zu er-

Deutsches Neicch.

Nachweisung Ginnahme an Wechselstempelsteuer im Deutschen Reich für die Zeit vom 1. April 1886 bis zum Schlusse des Monats Februar 1887.

ob Cine Ausbildung des sogenannten WarraLt: stems zu erfolgen habe, si<h im Flusse befindet. S8 11nd zw spa a cen unmittelbare Anregungen na dieser Richtung hin nicht eingelaufen ; dagegen hat der preußische Herr Minister für Handel und Gewerbe die Frage aufgenommen, und er ist dazu veranlaßt worden dur cine Reihe von Petitionen, die aus preußischen Handelsplägen ibm zugegangen sind. Es ist von dem preußischen Herrn Minister für andel und Gewerbe eine gutachtliche Aeußerung über die Frage des edürfnisses und über die Frage, in welhem Umfange und nah welchen Richtungen hin eine Abänderung unseres Handelsre<ts zu erfolgen habe, erfordert worden von der General-Direktion, der Seehand- lung und von dem Reichsbank-Direktorium; außerdem Gutachten einiger anderer Sachverständiger. Die Gutahten sind zum Theil eingegangen, und ih kann, obne mi weiter in die Details einzulassen, Hervor- beben, daß im Allgemeinen die gegebene Anregung eine günstige Auf- nabme in diesem Gutachten gefunden hat, daß das Bedürfniß darin anerkannt wird, und daß,„soweit ih das bis jeßt überschen kann, die gemachten Vorschläge sih wobl zur Durchführung eignen werden. ive die Gutachten liegen no<h ni<t vollständig vor, und es hat deëha diese Frage bisher innerhalb der preußis<hen Regierung uad innerhalb der Reichsregierung no< ni<ht zum _/ Abs{luß gebracht werden können. Ich hoffe aber, daß in nicht zu ferner Zeit die Vorstadien ihr Ende finden werden, und dann wird es an der Feil sein, sih darüber e E e us in geen Qu e d andel3rehts anzu|ireven t!l. 3 esagt, E e A freundli<h gegenüber.

widern, daß die Frage,

wir der gegebenen Anregung fre! / id Tit. 12 „Kommission zur Ausarbeitung

ines bürgerlihen Geseßbuchs 225000 Æ“ sragte der Abg, Munckel an, u das A auf Wahrheit beruhe, daß man das ganze bürgerliche Geseßbuh einer Firma in Verlag wolle. j : :

E Staatssekretär Dr. von Schelling erwiderte, daß man allerdings beabsichtige, nah der ersten Lesung des Geset- buches eine Publikation dur Dru> vorzunehmen, aber der Termin liege noch zu fern, als daß man sich jeßt shon nah

i erleger umsehen mü}je. /

i Titel n T mh des Justiz-Etats wurden ange- en. i Bein Etat des Reihs-Schayamts nahm der Abg. Frei- herr von Mirbach das Wort: Es sei ihm unbegreiflich, wie man Silberverkäufe Seitens des Deutschen Reichs in solhem Umfange habe vornehmen können. Scheidemünzen seien durch- aus niht im Ueberfluß vorhanden, und er könne beweisen, daß 70000 Pfund Silber mehr hätten ausgeprägt werden können. Er gebe ja zu, daß das Hinlegen von einer, großen Anzahl von Silberbarren niht immer rentabel sei, hier aber sei dur den Verkauf ein thatsächlicher Schaden von 4 Mill. Mark erwachsen, eine Summe, die bei dem notorishen Noth-

and der kleinen Handwerker nicht zu untershäßen sei. Er e dies der Reichsregierung sehr zu bedenken! Auch der der Landwirthschaft hänge mit der

S E i: e ährungsfrage zu}jammen. t ae da u Rückgang der Steuerkraft der Landwirth- schaft shre>enerregend sei und besonders in dem östlichen Theile der preußischen Monarchie. Die Macht der wirth- \chaftlihen Verhältnisse habe auh in England, der bisherigen Feste der Goldwährung, dahin geführt, der Frage der weiteren Silberausprägung näher zu treten. V Abg. Bamberger,- dessen Name in anerkennenswerther Weise mit der Währungsfrage verknüpft sei, habe seiner Zeit erklärt, es sei bedenklih, in wirthschaftlihen Beziehungen Prophezeiungen zu machen , aber aller Wahrscheinlich- feit nah sei der Tiefpunkt des wirthschaftlichen Niederganges bereits erreicht. Diese Weissagung sei ebenso wenig eingetroffen, wie eine andere Aeußerung von ihm, daß das Verhältniß von Silber zu Gold (1 : 151/5) das r iues des Jahrhunderts sein werde. Jn allen landwirthscha tlichen Produkten sei ein weiterer Niedergang der Preise zu konstatiren. Der Abg. Woermann habe s. Z. gesagt, der Handel leide genau so wie die Landwirthschaft ; aber von den beiden Erwerbszweigen enne er nur den einen. Der Handel habe nah einem Be- riht der Handelskammer von Hamburg eine entschiedene und dauernde Wetbung zum Besseren genommen. Weiter habe jener zu beweisen versucht daß niht das Sinken des Silberpreises auf den Werth der «landwirthschaftlichen Produkte drücke, sondern der Bau neuer Eisenbahnen, die Billigkeit der Frachten u. A. Auch Professor Wolf in Zürich, der keineswegs Bimetallist sei, erkenne dies an. Den Standpunkt, den die Männer der Goldwährung ein- nähmen , verstehe er ni<ht. Wenn diese sagten, es sei ja dur< die Goldwährung ein allgemeiner wirth\schaftliher Dru> allerdings ausgeübt worden, derselbe habe aber nunmehr seinen Kulminationspunkt erreiht, und jeßt komme der Segen, so glaube er dies eben nicht! Er glaube vielmehr, daß man erst am Anfang des Endes sei. Man habe deshalb allen Grund, u dem beschrittenen Wege einzuhalten, und er ebe der Hoffnung Raum, daß auch hier an einer Stelle werde alt geboten werden, der man hon die deutsche Einheit hulde. Die Landwirthe seien dem Reichskanzler ganz, be- onders zu Dank N a Er shüße die Landwirth- haft vor der ausländischen Konkurrenz. Er 8 es ewesen, der {Yan 1879 die Silberverkäufe sistirt habe, und der Reichskanzler werde es auch sein, der eine Rehabilitirung

der Silberwährung in die richtigen Wege leiten werde. i Der Staatssekretär im Reichs-Schayamt, Pr. Jacobi äußerte : i 4 Bete ine Herren! Es ift in den legten Jahren von dieser Stelle aus wiederholt die Erklärung abgegeben worden, daß bezüglih der Waährungsfrage, einer so bestrittenen \hwierigen Frage, dle Re- gierung es für angemessen halte, vorläufig eine abwartende Stellung einzunehmen. Die von dem Herrn Abgeordneten, der eben ges rochen hat, erwähnte Thatsache, daß man in England zu einer ( nquete bezüglih der Währungsfrage Übergegangen ist, wird, gee e für diese Haltung der Regierung unterstüyend sein. Der undesrath hat über die im vorigen Jahre Seitens des Reichstages ergangene Er: lution iener es no<h keinen Beschluß gefaßt, wie dies auch in der betreffenden Uebersicht dem Reichstage mitgetheilt ist. : Meine Herren, die Sistirung der Silberverkäufe erfolgte zu einer eit, als der Silberpreis wesentlich zurü>gegangen war, und man Frchten mußte, daß bei einem Weitergehen in den Silberverkäufen ein erheblicher Dru> auf den Silbermarkt geübt werden würde. Der neuere Verkauf von Silberbarren und eines Theils der ein-

Finanz-Minister selbst habe

Boetticher erwiderte:

geshmolzenen Thaler an die egyptische Regierung geht aus dem