1887 / 69 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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Veranlafsung sein sollte, elsässisher zu handeln und zu denken als die Elsäfser felbst. L

Aber das ist immer ein sekundârer Gesihtspunkt für die Militär- verwaltung gewesen; wir haben in erster Linie immer unser eigentliches militäris<es Bedürfniß betonen müssen. Í

Wenn nun der Herr Abgeordnete sagt, die Unteroffiziervakanzen find gegen früher zurü>gegangen, so ist das auch richtig; aber sie sind do<h noch in ziemli erhebliher Zahl vorhanden und werden dur< die Heere8sverstärkung momentan sehr steigen. Unser Manquement an Unteroffizieren beträgt augenbli>lih 5,8 ®/o, ih spreche nur hier von dem E Kontingent und es wird ja entschieden nah Maßgabe der Heeresverstärkung jeßt au< im preußishen Kontingent weit über das Doppelte, also auf 13 bis 14 °/9 steigen. Wenn wir nun au<h annehmen fönnen, daß allmählih es wieder etwas heruntergehen wird, so sind wir doch gar nicht in der Lage, irgendwie voraus fetzen zu können, daß das Manqguement überhaupt in nächster Zeit ganz" vershwinden wird.

Außerdem aber, meine Herren, sind diese Unteroffizier-Vorschulen und Unteroffiziershulen ja gerade au< dazu bestimmt, nicht blos das Unteroffizier-Manquement ziffernmäßig zu de>en, sondern au für be- sti:umte Stellungen in der Armee, im Dienst der Compagnien, Escadrorns und des Weiteren nah oben hinauf ein besonders vorgebildetes Material zu liefern. Wenn der Herr Ab- geordnete sagt, das wäre eine einseitige Ausbildung und das wäre im Lande ni<ht beliebt, \o kann ih nur sagen: diese Ausbildung ist nothwendig, und wenn man einen tü<htigen und guten Unteroffizier haben will, der au< für die verschiedenen in der Armee vorkommenden Dienstzweige fi<h später eignet, wo Unter- offiziere hinzukommen außerhalb des eigentlihen Frontdienstes, fo ist eine sol<he Avsbildung erforderlih, und in der Armee sind diese Institute beliebt. Daß außerdem ein großer Zudrang dazu vorhanden ist, der weit hinausgeht über den Etat und das. was wir einstellen fönnen, spriht auß im gewissen Sinne dafür, daß diese Institute do niht ganz unbeliebt im Lande sind, sondern man immer do der Ueberzeugung ist, nicht blos seine Kinder auf Staatskosten erziehen zu lassen, sondern daß sie auch aut erzogen werden und brauhbar für den künftigen Beruf.

Das bringt mi< auf die Frage mit den Unterrichts anstalten, die der Herr Abgeordnete gestreift hat, die Kadetten- häuser und Alles dergleichen; Alles if in der erheblihsten Zunahme begriffen, und i< s<ließe daravs, daß diese An- stalten ni<ht so mangelhaft sind und ihren Zwe>k ni<t so verfehlen, wie der Herr Abgeordnete von seinem Standpunkte es annehmen zu müssen glaubt. Im Verhältniß zwishen Vorgeseßten und Unter- gebenen, muß i<h Ihnen ganz offen sagen, ist kein Unterschied zu merken ; das Verhältniß ist ganz genau festgestellt dur< das Gesetz und durch die Tradition der Armee, und daran wird ni<ts geändert, ob ein junger Mann in der Unteroffiziershule erzogen ist, oder ob er als ausgehobener Rekrut feine 3 Jahre gedient hat und dann Unteroffizier geworden ist. Außerdem sind ja au< nur Wenige, die gleih als Unteroffizier in den Dienst treten; die größte Zahl wird ja als Füsiliere überwiesen und die werden au wieder in dem Truppentheil geprüft.

Ebenso ist es mit den aus den Kadetten-Corps hervorgegangenen Offizieren, da ist kein Unterschied zwischen Vorgeseßten und Unter- gebenen, weder nah unten herunter oder na< oben herauf.

Nun ist endlih noch ein politisher Gesichtspunkt in die Debatte hineingeworfen worden und das ist au früher {hon mal zur Sprache gekommen. Wir haben allerdings die Hoffnung, und die Armee- verwaltung ganz besonders, daß durch die militärishe Erziehung bei diesen jungen Leuten, wenn sie von Jugend auf gewöhnt werden, ih ein Gefühl der Pflicht für ihr Vaterland in ganz besonderer Weise firirt. Ih brauthe -áâiht näher einzugehen auf das3, was wir gerade in leßter Zeit bei den Wahlen erlebt haben. Ich will Ihnen etwas Anderes dagegen halten: Wenn wir uns in mancherlei Hoffnungen in Bezug auf die Assimilirung von Elsaß- Lothringen getäuscht haben, in einer Beziehung haben wir uns nicht getäuscht: Der Mann, der dort dur< die Armee gegangen ift, ist x<t in der Wolle gefärbt worden, das beweisen die Ein- berufungen zur Reserve - Uebung kurz vor den Wahlen, in einer unter den in Betraht kommenden Gesichtspunkten böst aufgeregten politishen Periode. Die Mannschaften sind zur Fahne gekommen zur Reserveübung in dem gleihen Prozentsaß wie in den anderen Landestheilen, obgleih ein LTkheil von ihnen in Frankrei<h arbeitete. Allerdings hat von diesen Leuten, die dort fehlten, der größere ‘“ Prozentsaß gefehlt, d. h. ni<ht überhaupt eine Majorität, fondern er verschlechtert das Verhältniß der Gesammteinberufung in Elsaß-Lothringen etwas zu Ungunsten der Sache. Aber das numerishe Verhältniß mit Ein- \<ließung Derjenigen, die sich im Auslande aufhielten, von denen vielleicht Manchen die Ordre absichtli<h nit bestellt ist und das wird ja allerdings die Untersuhung feststellen war ein Goes: In der Masse sind die Leute reihli< und mit bestem

illen und ganz ebenso wie in den alten Provinzen zu den Fahnen gekommen. Darum sage ih: das ist doch eine Erfahrung, die uns lehrt, daß der Militärdienst die Leute näher an ihr jeßiges Vaterland berangeführt hat, als es in anderen Verhältnissen leider Gottes bis jeßt der Fall gewesen ist. Und darum sage ich: gegenüber all den anderen Bestrebungen, uns dieses Land, das wir- unter keinen Um- ständen wieder loëlassen werden, innerli< zu entfremden, sollten Sie, meine Herren, kein Mittel von der Hand weisen, und wäre cs auh noch so gering, von dem man annehmen kann, daß es zu diesem guten Zwecke mit beitragen wird.

Der Abg. von Kardorff äußerte: Der Abg. Richter befinde fih in einem Widerspruch. Er sprehe immer von der Ver- kürzung der Militärdienstzeit, und jeßt sprehe er gegen die Unteroffiziershule. Jede Verkürzung der Dienstzeit bedeute eine Verstärkung des Fnstruktionspersonals. :

Der Abg. Richter entgegnete: Wenn die Konservativen mit den Deutschfreisinnigen die Dienstzeit verkürzen würden, dann würden Leßtere au<h gern bereit sein, über die Unter- offiziershulen weiter mit jenen zu verhandeln. Es gebe aber noch andere Gesichtspunkte, durh die man eine Vermehrung des Fnstruktionspersonals erzielen könne, indem man ihre Besoldung erhöhe und ihnen sonstige Vortheile zuwende. Uebrigens scheine ihm der Zeltpunkt, daß die Friedenspräsenz- stärke vermindert und die Dienstzeit verkürzt würde, do<h noch nicht so nahe zu liegen, daß man schon solche Gesichtspunkte in die Debatte hineinziehen müßte. Er sei vollständig mit der Regierung darin einverstanden gewesen, daß sofort nach der Verbindung Elsaß-Lothringens mit Deutschland dort die all- gemeine Wehrpflicht eingeführt worden sei, aber durch eine solche Einrichtung wie die Unteroffizier-Vorshule werde man eine engere Verbindung zwischen den Reichslanden und Deutsch: land nicht herbeiführen. : :

Der Abg. Miquel meinte, die Gegner hätten immer den Ausfall der Wahlen auf die Kriegsgerüchte zurückgeführt. Wenn er boshast wäre, könnte er die Herren bei diesem Glauben belassen. Er müsse aber dieser Meinung do<h wider- sprechen; denn obglei er den früheren Verhandlungen über die- Neu-Breisacher Frage nicht beigewohnt habe, so wisse er doch, daß in weiten Kreisen des Volkes die Abstimmung gegen die Errichtung dieser Anstalt eine große Verstimmung hervor- gerufen habe. Eine Reihe anderer Abstimmungen habe dann den Ausschlag für diesen Ausfall der Wahlen gegeben. Er würde sih freuen, wenn die Herren jeßt zu einer anderen Ansicht kämen. E A

Der Titel wurde darauf gegen die Stimmen der Freisinnigen und des Centrums bewilligt. 2 N

Endlich wurde sinem Antrage der Kommission gemäß die erste Baurate von 200000 #& für Neubau und Aus3-

stattung einer Kaserne nebst Zubehör für ein Bataillon Jnfanterie in Greifswald gestrichen, die irgen Titel des Extraordinariums ohne weitere Debatte ewilligt.

Nachdem no< die der Kommission überwiesenen Titel aus dem Etat des Allgemeinen Pensionsfonds dem Kom- missionsantrag Ind unverändert genehmigt waren, wurde die weitere Etatberathung um 4?/, Uhr auf Mittwoch 12 Uhr vertagt.

Jn der gestrigen Sitzung des Herrenhauses erklärte bei der einmaligen Shlußberathung der Denkschrift über die Ausführungen des Geseßes vom 26. April 1886, betreffend die Beförderung deutscher An- siedelungen in den Provinzen Westpreußen und Posen für das zzahr 1886, der Referent Graf Frankenberg: Von der Wirksamkeit des Gesetzes könne der Bericht, der sih nur über 41/, Monate des Jahres 1886 erstre>e, natürlih noch keine erschöpfende Uebersicht geben; do<h müsse man schon jeßt bedauern, daß das Geseß nicht gestatte, den deutshen Gutsbesigern, deren Güter sonst in po nische Hände übergehen müßten, aus dem Hundertmillionenfonds billige Darlehne zu gewähren. Kolo- nisten wären in Menge vorhanden: ein sehr gutes Material, keineswegs der „Abschaum der Menschheit“, wie man im vori- gen Jahre prophezeit habe; nur sei zu wünschen, daß die An- siedelungsfommission möglichst ras< arbeite, um aus diesem Material den tüchtigen , leistungssähigen Bauernstand zu schaffen, der die Wiedergewinnung jener Landestheile für deutsche Kultur und Sitte gewährleisten solle.

Der Staats-Minister Dr. Lucius warnte davor, eine Er- weiterung der Zwe>bestimmung des Geseßes dahin anzustreben, daß aud aus deutschen Händen Grundbesiß zur Kolonisation angekauft oder aus dem Fonds deutschen nothleidenden Grund- besizern billiger Kredit gewährt werden solle. Beides, nament- lih aber das Letztere würde völlig aus dem Rahmen des Ge- seßes herausfallen, und au die Rücksiht auf die übrigen Pro- vinzen müsse das Einschlagen derartiger Wege widerrathen. Für den Realkredit der größerenBesißer in Posen und Westpreußen sei durchaus genügend gesorgt. Die anderen Provinzen würden sofort die Zuwendung desselben Vortheils verlangen. Ohne eine gewisse Mitwirkung der Generalkommission werde überall da, wo eine Vermessung und Bonitirung nothwendig sei, nicht auszukommen sein... Die vor wenigen Jahren in Bromberg für Posen und Westpreußen eingeseßte Generalkommission arbeite so ras<h als nur möglich.

Die Denkschrift wurde sodann dur< Kenntnißnahme für erledigt erklärt.

Dritter Gegenstand der Tagesordnung war der münd- liche Bericht der Agrarkommission über den Geseßentwurf, betreffend die Vertheilung der öffentlichen Lasten bei Grundstü>stheilungen und die Gründung neuer Ansiedelungen in der Provinz Hannover. Derselbe wurde ebenso wie der Entwurf einer Hauberg- ordnung für den Dillkreis und den Ober-Wester- waldkreis ohne Debatte angenommen.

Es folgte der mündlihe Bericht der Agrar-Kommission über eine Petition der Deputation des Neuländer Deichverbandes, die Erstattung der dur<h das Hochwasser im Jahre 1875 für Defension und Wiederherstellung der Deiche erwachsenen Kosten .aus Staatsfonds betreffend.

Der Berichterstatter Freiherr von Manteuffel“ beantragte : die dur< die vorjährigen Beschlüsse befürworteten Ermitte- lungen eingeleitet, aber no< niht zum Abschluß gediehen seien, über die Petition zur Tagesordnung überzugehen.

Das Haus genehmigte diesen Antrag ohne Diskussion.

Ueber die Petitionen des Vorsißenden des Verbandes von Fischereivereinen in den Provinzen Rhein- land, Westfalen, Hannover und Hessen-Nassau und des Central-Ausschusses der Königlichen Land- wirthschaftsgesellshaft zu Hannover mit dem An- trage: den Erlaß eines Geseßes zwe>s Beseitigung der sogenannten Adjazentenfischerei zu erwirken, berih- tete Herr von Woyrsch. Derselbe beantragte Namens der Agrar: Kommission, die Petitionen der Staatsregierung zur Erwägung zu überweisen. Dagegen wünschte Herr von Behr- Schmoldow diese Petitionen der Staatsregierung nicht „zur Erwägung“, sondern „zur Berücksihtigung“ überwiesen zu sehen und befürwortete seinen Antrag in eingehender Weise.

Herr von Schöning äußerte si<h gegen diesen leßteren Antrag, weil durch denselben die Staatsregierung zur Ent- scheidung über eine Frage gedrängt werde, die äußerst schwierig sei.

Der Minister für Landwirthschaft 2c., Dr. Lucius, erklärte, daß es schwer sei, einem um die Förderung der deutschen Fischerei so verdienten Manne, wie Herrn von Behr, zu widersprechen; troßdem müsse er den Darlegungen des Herrn von Schöning zustimmen und bitte, nur dem Antrage der Kommission zuzustimmen.

Fürst zu Solms-Braunfels sprach si<h für den Antrag von Behr aus, weil die thatsählihen Verhältnisse dringend Ab- hülfe forderten.

Nachdem si< no< die Herren Graf Pfeil und Graf von der Schulenburg-Beeßendorf in gleichem Sinne geäußert hatten, wurde der Antrag des Herrn von Behr mit großer Majorität angenommen.

Herr von Woyrsh berichtete ferner Namens derselben Kommission über die Petition des Vorsißenden des Kasse- ler Fishereivereins, Geheimen Regierungs-Raths a. D. Wendelstadt, um Erwirkung der Abänderung des Fischerei- geseßzes vom 30. Mai 1874 im Sinne der vom hessischen Kommunal-Landtage aufgestellten Grundsäße und beantragte Namens der Kommission, die Petition der Staatsregierung zur Erwägung zu überweisen.

Herr von Behr-Schmoldow stellte au< hier wieder den

Antrag: die Petition der Staatsregierung statt zur „Erwägung“ „Zur Berücksichtigung“ zu überweisen, und befürwortete diesen Antrag eingehend, indem er lebhaft für die Beseitigung der Winterschonzeit für gewisse Fische eintrat.

Der Staats-Minister Dr. Lucius erklärte die Jndividual- Schonzeit für undur<hführbar ohne Einführung einer so strengen Marktpolizei, daß der ganze Fishhandel vernichtet würde. Die Erfahrungen mit dem erst seit einem Jahrzehnt geltenden Fijchereigesez seien jedenfalls zu kurz, um eine so radikale Aenderung wie die Einführung der Fndividual - Schonzeit zu rechtfertigen. Die Zwe>e derselben würden vielleiht dur Einführung von Schonrévieren erreiht werden können.

Herr von Behr-Schmoldow sprach \sih gegen Schonreviere aus und hob hervor, daß alle anderen Staaten die Jndividual- Schonzeit hätten.

Der Staats-Minister Dr. Lucius erklärte, darauf fein Gewicht legen zu können, da in Jtalien, O u. j die Fischereigeseze viel weniger als in Preußen gehandhatt würden. :

_Sqhließlih wurde der Antrag von Behr abgelehnt und der jenige der Kommission angenommen, also die Pet der Staatsregierung zur „Erwägung“ überwiesen.

Damit war die Tagesordnung erschöpft. S ns der Sizung 4 Uhr. Nächste Sißung Mittwoh

r.

Zeitungsftimmen.

_Der „Hannoversche Courier“

Festartikel zum Geburtstage des Kaisers :

_eWohl kamen für den König {were Stunden, als er sehen mußte, wie seine besten Absichten verkannt und angefeindet wurden wie ein immer tiefer gehender Argwohn die Bevölkerung gegen die

Regierung erfüllte, aber in dem beruhigenden Bewußtsein, nur das Beste für Staat und Volk zu wollen, fand er die Kraft, uners<ütter- lih auszuharren. Und dieser Beharrlichkeit des Königs von Preußen verdankt das deuts<he Volk feine Wiedergeburt. Hätte König Wil: belm in den Tagen des Streits dem Verlangen einer. wenn auch vom besten Willen beseelten, so do< kurzsihtigen Volksvertretung nat- gegeben, fo wäre aller Wahrscheinlichkeit nah Deutschland noch heute nur ein geographischer Vegriff und ein Spielball der Launen feiner NatHbarn. j

_ In den Tagen des Siegcs zeigte si< von Neuem die Hochberzig- keit und edle Bescheidenheit des Königs; er fühlte sih als ein Werk- zeug in der Hand des Allmächtigen. Nicht mit dem Prunk bochtönender Worte feierte er die unvergleihlichen Heldenthaten des Heeres. Auf dem Erinnerungskreuze für die preußishen Soldaten stehen die \<lidten Worte: „Gott war mit uns, ihm sei die Ehre!“ Ein Zy Königlicher Demuth, wie er s{öner auf keinem Vlatt in den Büchern der Geschichte verzeichnet steht.

Der Königliche Heid glaubte nun das größte Lebenêwerk voll bracht zu haben, aber der Wille des Höchslen hatte es anders bes<{lofen. Im dreiundsiebzigsten Jahre seines Lebens mußte König Wilhelm no< einmal das Sc<hlachtroß besteigen, und von der höchsten Be- geisterung aller Stämme des deutshen Volkes getragen, führte er das Heer in einem Siegeszuge ohne Gleichen bis vor das stolze Paris, das endlih au< vor dem deutschen Sieger in die Kniee sinken mußte, Die fkaiserlofe, die \hre>lihe Zeit war zu Ende, das Jahrhunderte alte Sehnen des deutschen Volkes nah einem thatkräftigen, mächtigen Herrscher hatte endli<h Erfüllung gefunden. Mit der Kaiserkrone auf dem Haupte kehrte der greise Held in die Heimath zurü>, um fortan „der Mittelpunkt des nationalen Empfindens“ zu werden.

__Alll die ungeheuren Erfolge, wie sie kaum je ein anderer Sterb- lier in dem Verlauf weniger Jabre errungen, ließen die Königliche Bescheidenheit, die hoheitêvolle Milde des Siegers unberührt. Sein Dank an die Genossen und Gehülfen seiner Siege war Kaiserli, aber er selbst fand seinen höchsten Ruhm in dem Bewußtsein, von Gott ausersehen zu fein, zum Heile des Vaterlandes so Großes zu vollbringen. „Wel<he Wendung dur< Gottes Fügung !", so {loß die Meldung von dem Siege bei Sedan. Kein anderes Wort hätte besser die Empfindung des Siegers an jenem Tage auszudrü>en vermögen. : e E f

Bald sind zwei Jahrzehnte seit ae weltgeshi{<tli<hen Ereignissen dabingeflossen und der Kaiserlihe Greis waltet no< immer feines hohen Amtes mit demselben Eifer und der unershütterlilen Pflicht- treue, wie in den Jahren männlicher Rüstigkeit. Mit Staunen und Bewunderung hat erst vor wenigen Tagen ein über alles Maß hinaus rüstiger Achtziger, Lesseps, von der geistigen und körperlichen Frische des neunzigjährigen Kaisers seinen Landsleuten berichtet.

Welch große Dinge sind dem Kaiser Wilhelm in den lekten se<zehn Jahren no<h beschieden gewesen zu vollbringen. Er sieht beute das Reich nah außen und innen gefestigt, befähigt, allen Ge- fahren zu troßen. Die deuts<e Macht ist die ausschlaggebende in Europa, auf lein Wort lauscht die ganze gesittete Menschheit, die be- wundernd und verehrend zu ihm aufbli>t. Wie Vieles hat er no< vollendet gesehen, das zu erbli>en er faum noch hoffen konnte. Es war ihm vergönnt, seinem Vater ein Denkmal zu seßen, die Ruhmes thaten der deutschen Heere in einer Siegessäule zu verherrlihen, das Hermanns-Denkmal im Teutoburger Walde, das Standbild feiner Königlichen Mutter und seines Bruders zu enthüllen und endli au der Feier zur Errihtung des Erinnerungêmales an die ruhm reite Einigung des deutschen Volkes auf dem Niederwald die höchste Weihe zu geben. In diesen Tagen hat er die ganze Liebe empfunden, in welcher die Herzen der Deutschen ihm entgegenschlagen, und die bei der Feier seiner goldenen Hochzeit dur< zahlreiche Stiftungen der Wohlthätigkeit in so erhebender Weise zum Ausdruä gekommen ift.

Mit tiefstem Schmerze gedenken wir jener Schre>ensstunden, als die Kunde von den verru<hten Ansclägen gegen das theure Leben des Kaisers die Welt ershütterte. Aber auch diese verbre<herishen Thaten seclis< verkommener Menschen waren unvermögend, den Kaiser in dem Vertrauen zu seinem Volk zu erschüttern. Alle Rathschläge feiner besorgten Umgebung, seine Person durh eine Leibwache {hüten zu lasen, hat er mit dem Hinweis zurückgewiesen, daß er in Gottes Hand stehe, und so zeigt er sih heute wie immer dem Volke ohne jedwede Bedeckung, ohne welche ein Herrscher von der Machtstellung unseres Kaisers sonst nie gesehen wird. - S

Wie er bei der Annahme der Kaiserkrone verheißen hat, ist sein Bemühen stets nur darauf gerichtet gewesen, ein Mehrer des Reichs zu sein in allen Künsten des Friedens. Wie oft ist in dem Laufe der Fahre dur< die Ruhelosigkeit unserer Nahbarn im Osten und Westen der Friede bedroht gewesen; aber no< immer ist es dem Deutschen Kaiser und seinem ruhmvollen Kanzler gelungen, die Kriegsfackel von den Grenzen des Reichs fern zu halten. Seine Fürstliche Umsicht, besonnene Klugheit und neidlose Anerkennung fremder Verdienste hat dem deutschen Volk über die \{<wersten Verwickelungen im Innern hinweggeholfen, ohne daß weitere Kreise davon etwas erfahren haben, wie nahe die Gefahr eines Zusammenstoßes gewesen ist. Darum fönnen wir Deutschen nicht dankbar genug sein, daß dem Kaiser ein so langes Leben in geistiger und fkörperliher Rüstigkeit beschieden ill. Er wird immerdar fein ein unerreihbares Vorbild nimmer rajstender Pflichttreue , opferfreudiger Hingabe, großherziger Gesinnung und hoheitsvoller Einfachheit. Indem wir zu ihm in Ehrfurcht und Ver- ehrung emporbli>en, geloben wir an dem heutigen Tage, an welchem er vor neunzig Jahren dem deutshen Volke gesenkt ward, ihm und feinem Kaiserlihen Hause unverbrüchlihe Treue und fassen die Wünsche, welche unsere Herzen erfüllen, in dem Jubelruf zusammen:

Heil und Segen unserem theuren, vielgeliebten Kaiser Wilhelm!

Zum Vorabend des 22. März schreibt der „S<<wä- ith Merkur“:

Wenn aus allen Enden des deuts<hen Vaterlands und aus allen fernen Orten der Welt, wo Deutshe wohnen, an dem Tage, der morgen, den 22. März, erscheint, das dankbare Gefühl in hellen Jubel ausbriht, daß wir ihn noh haben, unseren Kaiser Wilhelm im Chren- s<mud>e des seltenen Alters von neunzig Jahren, die er an diesem Tage vollendet, dann bleibt am wenigîten das Schwabenland zurüd, Ein voller, frisher Klang aus unseren Bergen und Thâlern will ih mischen unter das vielstimmige Jauchzen der deutschen Länder und Stämme. Um die Kaiserlihen Gipfel des Zollern und des Staufen rauscht es im Frühlingssturmwind wie Geistergruß und \{<wingt si< als Botschaft fort zur norddeutschen Tiefebene: Heil der Heldengestalt, die den Männern unserer glanzvollsten Vorzeit gleiht und die größten Tage jenes ents<hwundenen Zeitraums wieder heraufgeführt hat! Wenn der Abend des heutigen Tages dâmmert, da tragen denn auch die erinnerun sreihen Berge unsere: Heimath die weithin leuhtenden Flammenzeichen, damit alles Volk

sagt in seinem

der alten und neuen Zeit, wie es gewesen und wieder geworden gedenke vor Allem gedenke des Mannes, der das glei willige, wie eshi>te Werkzeug war, den großen Umschwung zu vollführen; des Mannes, der troß der über das gewohnte men\<li<e Maß hinaus- reichenden Jahre keine shattenhafte Gestalt, nein, eine lebendig wir- ende und treibende Kraft noch ist und nah Aller berzlihem Wunsche no< re<t lange bleiben möge. Zwar rührend prägen s\i< in den Bildern Kaiser Wilhelm's aus der leßten Zeit die Spuren ab, die cine sol<he Bürde der Tage auf den Träger nothwendig hat eindrü>en müssen, aber es ist niht mitleiderregende Hinfälligkeit und Gebrech- lichkeit ; es ist das Bild von Linde, Milde, Behagen, Muth und beitslust, der lenis, placida, fortis senectus, das Cicero und

sorgt Kaiser Wilhelm mit dem Herzen voll Liebe und Treue wie immer um den Gang der deutshen Angelegenheiten. Keinem deutschen Manne ist es näher E als ihm, da fkürzlih die Vertretung des deutshen Volkes auf Irrwegen wandelte; Keiner hat mit regerer

Antheilnahme den Kampf verfolgt, aus dem alsdann ein neuer, zum |

Guten williger Reichstag geboren wurde; Keiner hat si inniger des NReschlusses erfreut, der Deutschlands Wehrkraft nun wieder auf eine Reibe von Jahren gesichert hat. Ueberall hat in diesen Tagen der Kaiser sein Auge gehabt; man erkennt es an der neulihen Botschaft na< Nizza, wie au auf uns feine sorgenden Blike ruhten. Ja, das ist rüstiges, thatfräftiges Alter. Ein solches Alter ist bere<tigt, an N si wiederholenden Wiegenfeste die Hoffnung auf no< ein Jährcen si zu vergönnen. Ein treues, herzlih ergebenes Volk theilt diefen Buns<h re<t innig mit feinem Kaiser. Man möchte die Zeit fest-

der die Tage des Mannes, der es zum Siege führte und dann die Krone trug als starker Schirmherr des Friedens, als weiser Gesey- geber, als Fürsorger des armen Mannes, bis in die spätesten Abend- stunden sih längten, ohne von dem hellen, beglückenden Schein zu verlieren.

dessen Geburtétag tur einen Courier eine AtrAz ter in Bier lebenden Reichébeutshen. Die überaus prähtige Atrefz ift nat ei<nungen eines hiesigen Architekien entworizia, Das Mittelizlt zer veréseite zeigt den Reibéatler, darüber befintet b in entr Umrabmung der Namenézug tes Kaiseré, unten diz Jabrezatl 1227 Die Umrahmung des Ganzen bat ten Hauptiimezt in abet Etauébildungen, deren Mitte dur<h Lapiélamliknörîe marfir Die Adresse 1st reih emaillirt im romantiihezn Stilz 62521

Marpe, in welcher die Abrefse ruht, ift aus braunem, 2oltgzprzÆtenm Leder und mit dem Kaiserwappen geziert. Die Atrez tr2at vizr- hundert Unterscriften und hat folgenden Wortlaut: „Dem rubm-

l la, f | gefrönten erften Kaiser des neuerstandenen Reis teutiter Nation fob Grimm preisen, wenn sie „über das Alter“ handeln. Noch | :

wel<es dur< tes Herrshers Heldenkraft glorrzih gzi<hafen, tart seine Regentengröße herrli< aufgebaut und befcftigt rourte, die in Wien lebenden Deutshen aus dem Reichz ¿um vollentetzn neunzigîten Lebenéjahre in Ehrfur<ht, Liebe und Bewunterg innigsten Glü>d- und Segenêwünshe dar. Möge diz gütige Vorsehung, die zum Heile der deutshen Nation fi&tli® über ihm und seinen wunderbaren Großthaten gzwaltet bat, ibr cu fürderhin auf allen seinen Séritten beïhirmen und îcinz Unter- nehmungen für Sicherheit urd Ansehen des Reis, wie für Wobl fahrt und Gedeihen des Volfs mit den bösen unt beit:

frônen. Möge die unvergleihlihe Regierung Kzifer in der vaterländishen Geschichte den glanzvolisten und rubmrei<ît aller ihrer Abschnitte bildet, no< dur viele gesegnete Jahre verlän- gert werden, damit alle Nationen des Erdballs zu dem von Gott ge

l 1 Jet Ja: chte 1 | fügten und dur<h weisen und edlen Regentensinn verdienten Glücke halten können, in der Deutschland seine Größe wiederfand, und in |

des Herrschers ftaunend und bewundernd emporbli>en. Das walte De: In tiefster Ehrfurcht die in Wien lebenden Deutschen aus dem Heide. *

Die „Wiener Abendpost“ schreibt anläßli<h des

| Geburtsfestes Sr. Majestät des Deutschen Kaisers :

L A L raranpi fe pas (eee nt aa s e - L FurtengtiBleter Gurocat, umiutelt von seinem treuen Bolfe und irr ou orie F vel - - oq nter ten berilibiten Spmpatbien ter gesammten civilisirten Welt, L É a r Mrs al 1 r pr 022 D A „L * z vegert Kaiser Wilbelm cinen neunzigften Seburtêtag. Gebört es Son iu ten Seltenbeiten, wenn 2 ein Sterbliher ein fo Lins Ver ontnltre 5: relsr artin Zeri das orvoi E E bobes Yeventalter bei voller geistiger Frie erreidt, so stebt es geradezu chne Beispiel ta, taf rem ter mädtigsten Herrscher der Welt prt cgemzien wäre, ncé in îo Es Jahren, ungebeugt dur< Lt be or m r S y S. : Z

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btet von allen Feinden Dieser so ereignißreihe und von dée Lebenslauf des ehrwürdigen Herrsche n throne, verbunden mit seinen anerkannten Vorzügen Friedensfürst, re<tfertigen wohl zur Genüge das [ebt gemeine Interesse, fowie die ber;liten Sympatk

gigen so bedeutsamen Gedenkfeier allseits gengebr« Insbefondere sind es die Völker Oesterreih-Ungarns, deren

Monar dur die Bande der innigsten Freundschaft mit dem Kaiser- lihen Jubilar verknüpft ist, welche die morgige erhebende Feier mit ihrer wärmsten Theilnahme begleiten und ihre besten Wünsche für

| #auut Bischoff, aus Linden, am $8. Februar 1887

iur De>kung der den Angeschuldigten möglicherweise

Die „Berliner Börsen-Zeitung“ berichtet:

| „Die Hauptstadt des Deutschen Reichs wird morgen der Schau- | platz einer Feier sein, derengleihen die Geschichte aller Zeiten nit

Segenswünsche

Der Botschafter Prinz Neuß sandte aus Wien an den Kaiser zu | aufzuweisen hat. Umgeben von den Vertretern der hervorragendsten

————

1, Ste>briefe und Untersuhungs-Sachen.

2, Zwangsvollstre@ungen, Aufgebote, Vorladungen u. dergl.

3, Verkäufe, Verpachtungen, Verdingungen 2c.

4. Verloosung, Zinszahlung 2. von öffentliGen Papieren. », Kommandit-Gesellshaften auf Aktien u. Aktien-Gesellsh.

Oeffentlicher Anzeiger.

das Wohlergehen des Kaisers Wilhelm freudig mit den heißen

n der ganzen deutschen Nation »ercinen.“

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d 1) Steckbriefe und Untersuchungs - Sachen.

[63796] Steckbrief. Gegen den unten beschriebenen Buchhalter Albert Carl Hellmih gn. Weidemann, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungshaft wegen wiederholter Üntershlagung in den Aktien U. R. I. 179. 87 verhängt. ; Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das Untersuhungs-Gefängniß zu Alt-Moabit 11/12, abzuliefern. : : Berlin, Alt-Moabit Nr. 11/12 (NW.), den 16, März 1887. Der Untersuchungsrichter bei dem M Landgericht I.

Iohl. Beschreibung: Alter: 37 Jahre, geb. 9. 4. 49, ¡u Reval in Rußland, Größe 1 m 64/65 ecm, Statur unterseßt, Haare dunkel, Stirn niedrig, Bart: kurz geshnittener dunkler Vollbart, Augenbrauen dunkel, Augen E Nase gewöhnlih, Mund ge- wöhnlih, Gesicht breit, Gesichtsfarbe gelblic, Sprache deuts.

[63797] Stectbriefs-Erledigung. : Der gegen den Kaufmann Friedri Wilhelm erdinand Nowack wegen Urkundenfälschung in den ften III. J. 92/87 unter dem 4. März d. I. erlassene Steckbrief wird zurückgenommen, Berlin, den 18. März 1887. Königliches Landgericht II. Der Untersuchungsrichter. [63798] K. Württ. Staatsanwaltschaft Hall. Zurückgenommen wird der am 15. Mai 1882 vom K. Amtsgericht Hall gegen den Equilibristen Peter Pfausß von Kolmar im Elsaß wegen Wider- lands gegen die Staatdgewalt und Körperverletzung erlassene Steckbrief. Den 19, März 1887. Hülfsftaatsanwalt. (Unterschrift.)

[63800] Das aegen die unvereheli<hte Dorette Hu>, ge-

erlassene offene Ersuchen um Strafvollstre>ung wird lermit zurü>genommen. Hannover, den 16. März 1887. Königliches Amtsgericht, Abtheilung VI b. Schmidt.

[63795] In der Straffahe gegen den Musketier Peter endling aus der 6. Kompapnie 3. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 29, geboren am 19. April 1864 zu Dommershausen, Kreis St. Goar, katholisch, Wireiner, wegen Fahnenflucht, wird, da der Angesculdigte- Windling des Vergehens gegen $. 140 Absatz 1 Nr. 1 des Straf- geseßbu<s beschuldigt ist, auf Grund der S8. 480, 325, 326 der Strafprozeß- ordnung : - zur De>kung der den Angeschuldigten möglicherweise treffenden höchsten Geldstrafe und der Kosten des Verfahrens auf Höhe von 3100,00 M, d Buchstaben: ODreitausend Einhundert Mark, Ae im Deutschen Reiche befindlihe Vermögen des zgeshuldigten mit Beschlag belegt und verordnet, dieser Beschluß nur dur<h den „Deutschen ei8- Anzeiger“ veröffentliht werde. Koblenz, den 10. März 1887. Königliches Landgericht, 11. Strafkammer. Petry. Menke. Scheerbarth. ( Beglaubigt: L 8) Dahmen, Gerichtsschreiber.

Mon

n der Strafsache gegen den Rekruten Eugen Etößel vom 2. Bataillon Oberelsässischen Landwehr- 1gments Nr. 131 (Altkir<h), geboren am 1. Februar 85 zu Aspach, Kreis Altkirh, wegen Fahnenflucht, vird, da der Angeschuldigte Stößel des Vergehens egen 8. 69 des Militärstrafgeseßbbuhs beschuldigt it, qu Grund der 88. 480, 326 der Strafprozeß-

Verfahrens auf Höhe von 3090 #4, das im Deut- schen Reiche befindlihe Vermögen des Anges{hul- digten mit Beschlag belegt. Gleichzeitig wird die Veröffentlihung dieser Beschlagnahme außer ium Reichs-Anzeiger im Altkirher Kreisblatt angeordnet. Mülhausen, den 1. März 1887. Kaiserliches Landgericht, Strafkammer. Gebhard. Hoppe. Munzinger. Zur Beglaubigung: Mülhausen, den 3. März 1887. Der Landgericht38-Sekretär. (L. S.) Heckelmann.

[63801] 5 In der Strafsache gegen den Rekruten Martin Hippolyt Eglin vom 2. WBataillon Oberelsässischen Landwehr-Regiments Nr. 131 (Altkir<h), geboren am 28. Mai 1865 zu Oberndorf, Kreis Altkirch, und zuleßt daselbst wohnhaft, wegen Fahnenflucht, wird, da der Angesculdigte Eglin des Vergehens gegen $. 69 des Militär - Strafgeseßbuhs be- \huldigt ist, auf Grund der S8. 480, 326 der Strafprozeßordnung und $. 246 Militär-Straf- Gerichtsordnung zur Deckung der den Angeschuldigten möglicherweise treffenden höchsten Geldstrafe und der Kosten des Verfahrens auf Höhe von 3000 # das im Deutschen Reiche befindlihe Vermögen des An- geshuldigten mit Beschlag belegt. Gleichzeitig wird die Veröffentlichung der Beschlagnahme außer im Reichs-Anzeiger im Altkircher Kreisblatt an- geordnet. : Mülhausen, den 25. Februar 1887. Kaiserliches Landgericht, Strafkammer. Gebhard. Hoppe. Munzinger. Zur Beglaubigung: Mülhausen, den 28, Februar 1887. Der Landgerichts-Sekretär : (L. S.) Heckelmann.

7 J (63799) Bekanntmachung.

Fn der Untersuchungssache gegen den Rekruten 2, Württ. Feldartillerie-Regiments Nr. 29 Johann Georg Vosler aus Nürtingen, O.-A. Urach, geb. 16. August 1866, ein Zimmermann, hat das Königl. Militär-Revisionsgericht zu Stuttgart am 15. März 1887 zu Recht erkannt:

es solle das dem Angeschuldigten gegenwärtig zu- stehende oder künftig anfallende Vermögen un- beshadet der Rechte Dritter mit Beschlag be- legt sein. 7 Ludwigsburg, den 17. März 1887. 52, Infanterie-Brigade (2. K. W.).

[63870] Urtheil. Jm Namen Seiner Majestät des Königs von Vayern- i erkennt die Strafkammer des K. Landgerichts Nürn- berg in der Strafsache gegen Kunigunda Schnell,

Maurerpolierstohter dahier, und Crescenz Fuchs,

nun verehelichte Wild, früher Goldauflegerin, nun

Fabrikarbeitersfrau in Sct. Jobst,

wegen Diebstahls und Hehlerei in öffentlicher

Sizung vom 23. Februar 1387, wobei zugegen

waren K. Landgerichts-Rath Schaupert als Vor-

sißender, die Räthe Brügel, Heinlein, Berlin,

Hertel, K. Staatsanwalt Kolb und Rechtspraktikant

Wehefritz, als Gerichtsschreiber, zu Recht, wie folgt:

1, Das Urtheil der diesseitigen Strafkammer vom 95. Oktober 1880 wird în der Richtung gegen die Crescentia Wild aufgehoben.

11, Crescentia Wild, geborne Fuchs, geboren am 18. Dezember 1847, kath., Fabrikarbeitersfrau von Sct. Jobst, wird von der Anklage dreier PBerbrechen, der Theilnahme an drei Verbrechen des Diebstahls und von der Anklage eines Ver- brehens der Hehlerei freigesprochen.

Die auf diese Anklage erwachsenen ausscheid- baren Kosten des Verfahrens werden der K. Staatskasse überwiesen.

111, Der Urtheilssa ift einmal im Neichs-Anzeiger

bekannt zu machen.

Vorstehendes Urtheil wird hiermit verröffentlicht.

Nüruberg, den 19, März 1887,

Ber K. 1, Staatsanwalt.

dnung und $8. 246 Militär-Strafgerichts-Ordnung

treffenden höchsten Geldstrafe und der Kosten des

2) Zwangsvollstre>ungen, Aufgebote, Vorladungen u. vgl. (63841] Biwangsversicigerung.

Im Wege der Zwangs8vollstre>ung sollen die im Grundbuche der chemals eremten Güter des Kreises Torgau Band Il a. Seite 74 Blatt 23 auf den Namen dcs Landwirths Louis Bettega zu Gräfendorf eingetragenen, im Dorfe Gräfendor? und in den

luren Gräfendorf und Sitzenroda belegenen Grund- tlide, bestehend aus dem im Torgauer Kreise be- legenen Allodial-Rittergut Gräfendcrf mit 96,30 a Hofraum, sowie 168,88,50 ha ertragsfähigem Boden, Wiese, Weide, Acker, Holzung, Garten und dem Zehntnerhaus Nr. 2, fowie ferner einer Wiese an der Königlichen Langenfurth von 1,46,80 lia Größe am 25. Mai 1887, Vormittags © hr, vor dem unterzeichneten Gericht an Gerichtsstelle Zim- mer 22, versteigert werden.

Die sämmtlichen Grundstücke sind mit 1936 M Reinertrag und einer Fläche von 170,35,30 ha zur Grundsteuer, mit 670 #4 Nutzungswerth zur Gebäude- steuer veranlagt. Auszug aus der Steuerrolle, be- glaubigte Abschrift des Grundbuchblatts, etwaige Abschätungen und andere die Grundstücke betreffende Nachweisungen, sowie besondere Kaufbedingungen können in der Gerichtsschreiberei, Zimmer Nr. 1, eingesehen werden.

Das Urtheil über die Ertheilung des Zusclags wird am 28. Mai 1887, Vormittags 9 Uhr, an Gerichtsftelle, Zimmer 4, verküntet werden. Im Nebrigen, namentlich hinsichtlich der Anmeldung von Forderungen wird auf unsere Bekauntmachung im öffentlihen Anzeiger des Regierungs-Amtsblattes zu Merseburg und auf unsere Aushäuige an hiesiger Gerichtsstelle und an Gemeindestelle zu Gräfendorf verwiesen.

Torgau, dea 3. März 1887.

Königliches Amtsgericht. [63831]

In Sachen, betreffend die Zwangsverfteigerung der dem Büdner Friedri<h Koropy gehörigen Büdnerei Nr. 6 zu Herzfeld, wird zur Anmeldung aller ding- lihen Ansprüche an das Grundstück unter den geset- lichen Ausnahmen von der Meldungepflicht, zur Vorlegung der Originalien und fonstigen christlichen Beweismittel, sowie zur etwaigen Piioritätsausfüh- rung unter dem Nachtbeile der Abweisung und des Ausschlusses auf den 25. Mai 1887, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte Termin anberaumt. Neustadt i. Mee>>l., den 15. März 1887.

Großherzogliches Amtsgericht.

[98206] Aufgebot.

Das Sparkassenbuch der hiesigen städtischen Spar-

Berufs-Senossenschaften.

Wochen-Ausweise der deutsGen Zettelbanken. Verschiedene Bekanntmachungen. Theater-Anzeigen. Familien-Nachrichten.

| In der Börsen-Beilage.

[63833] Aufgebot. F. 7/87. 2. Der Fuhrwerksbesißer Theodor Gerlich dahier, Waldschmidstr. 55, hat das Aufgebot eines angebli<h abhanden gekommenen, von dem Antrag- steller Th. Gerlih am 25. Februar 1887 autge- stellten, am 30. Juni 1887 fälligen Wechsels, accep- tirt von dem hiesigen Wirth und Fischhändler Hein- ri Linz und auf der Rückseite mit dem Blankogiro des Antragstellers versehen, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf Montag, den 28. November 1887, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Gr. Kornmarkt 12, Zimmer 17, anberaumten Aufgebotstermine feine Rechte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, wi- drigenfalls die Kraftloserklärung der Urkunde er- folgen wird. Frankfurt a. M., den 16, März 1887. Königliches Amtsgericht. Abtheilung I1V.

O Aufgebot.

Die allenfallsigen Inhaber der bei dem am 6. Januar c. in Schwarzenbach a. S. stattgehabten Brande angeblich zu Verluft gegangenen 3 procentigen Schuldscheine der Kgl Filialbank Hof vom 19. Juni 1884 Nr. 48157, 14. Oktober 1885 Nr. 57578 und 6. April 1886 Nr. 61463, über je 100 #, sämmtlich ausgestellt für den Webermeister Iohann Georg Tröger in Schwarzenbach a. S. als Gläubiger, werden auf dessen Antrag aufgefordert, spätestens in Aufgebotstermine :

Donnerstag, den 15. Dezember dss. Jrs.,

Vormitítags 11 Uhr, im Sitzungssaale ihre Rechte bei unterfertigtem Ge- ribte anzumelden und die Urkunden vorzulegen, widrigenfalls die Kraftloscrkärung dieser 3 Schuld- scheine erfolgen wird.

Hof, 9, März 1887.

Königliches Amtsgericht. Walber, K. Amtsrichter.

Zur Beglaubigung :

Gerichtsschreiberei des K. Amtsgerichts Hof. Milliter, K. Sekret.

S

[63837] Aufgebot.

F. 6/87, Zur Erlangung cines Ausf erkenntnisses hat die Wittwe Webers Theodor Huesken, Maria Catharina, geb. Scnieder, zu Wettringen das Aufgebot des im Grundbuch für die Eheleute Weber Theodor Huecsken und Iofepbine, geb. Stri>ker, ‘Band 2 Blatt 121 eingetragenen

| Grundstüc>ks Flur 10 Nr. 431/311 Kat. Gem. Wett-

ringen und der für die Eheleute Holzshubmacher Franz Weiper und Elisabeth Joscpbi ) Stricker, Band 1 Fol. 106 des Grundbi tragenen, ebenfalls in der Gemeinde

fasse Nr. 63956 über 119,96 A und Zinsen, aus gefertigt für Johann Mathös Pick, Ut angeblich | verloren gegangen und soll auf deu Antrag des (Figenthümers, des Faktor Johaun Mathes Pick in Königsöberg, zum Zweck der neuen Ausfertigung für fraftlos erflärt werden. E8 wird daher der In- haber des Sparkassenbuhs8 aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermine den 24.September 1887, Vormittags 109 Uhr, beim unterzeichneten Gericht Zimmer 34 seine Nechte anzumelden und das Buch) vorzulegen, widri- genfalls dessen Kraftloserklärung erfolgen wird. König®berg, den 10. Februar 1887,

Köntgliches Amtsgericht. X

[52663] Die Erben des Altsigzers Ludwig Huth zu Skeesow | haben das Aufgebot des angeblich 1884 gestoblenen, | auf den Namen des Ludwig Huth audsgetitellten Quittungsbuches der städtischen Sparkasse zu Lenzen Nr. 3445 über 365 M 93 „$ Gutbaben, zum Zweck der Kraftloserklärung beantragt. Der Inhaber des Buchs und Jeder, der an dem- selben irgend cin Anre<ht zu haben vermeint, wird aufgefordert, spätestens im Aufgebotstermine am

seine Nehte bei dem unterzeichneten Gorichte anzu-

wird. 2 Lenzen, den 14, Januar 1887,

Schmidt.

| bat das Aufgebot der

| Lederfabrikanten Cugeldert We L k

20. September 1887, Vormitiags 10 Uhr, | der Behauptung, dak e getilgt fei, beantragk

melden und das Sparkassenbuch vorzulegen, widrigen- | desses Aufenthalt unbekannt it, oder de

falls das Buch sür kraftlos erklärt und den Ver-+ | nachfolger die Aufforderung, idre Anpride die

vor dem unterzeichneten Gericdt au Königliches Amtdgericht. geltend zu maten, widrige als "e wi

liegenden Grundstü>tke Flur 10 Nr d, Flur 1 Nr. 211, Flur 17 Nr. 365/116, 366/117, 367/116

| beantragt.

Danach werden alle Diejenigen oder anderweitige Realrebte an den geltend zu machen haben, bierdur (c diese spätestens in dem am Amtsgericht auf den 27. Juni d. J., Vormittag® 11: Uhr, Set ot N

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anstehenden Termin anzumelden idrige ß damit ausgeschlossen werden und. die Wittwe Hue als Eigentbümerin der vorbezeichneten GrundKücke

cingetragen wird. ] Vurgfteinfurt, 10. März 1857

D 8 M, » a Bt MAOntgliced vUNnNTLg Crt

[638Z8] Aufgedot. P. 31/86. 2. Der Sc(ubmacder Heinri Felten ( Zand 6 V]. 119 des Grund- buchs von Dorstmar Adtb. 11. Nr. T7 und 20 unter dam 31. Januar dezw. B. Fedruar 1846 für den l endorf zu Horsktttax eingetragenen OHvpotdekenpost, bestebend in 12 Tdîx 17 Sgr. 8 Pf. judicatmäßige Waarenkorder

C n nebs Gerichtskosten und Mandatargebüdren wnden

Vio y D as “+y App “4 S (V ergebt deshalb an den eingetragenen Gde No), d Wg

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lierern ein neues an dessenStelle audgefertigt werden | vorgedacdte Post spätestens in dem au? de

27. Juni d. J., Vormittags U; dr. tedeuden Torxuni

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