1887 / 91 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger) scan diff

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ununterbrochen innegebabt. Dr. von Fäustle verdankte sein Portefeuille dem Anseben als gelehrter Jurist, tüchtiger Arbeiter und seinem Cha- rakter voll strengster Re<btlichkeit; er hatte die vers<hiedensten Stadien der rihterli<en Laufbabn, freilih ras<, zurücgeleat. Er war Recbtsprafktikant in Göggingen und Augsburg, Accessist in Neu- burg, Bezirksgerichts - Assessor in Augsburg 1857, er wurde 185d Bezirksgerichts - Rath in Donauwörth, 1860 Appellationsgerits- Assessor in Neuburg, 1862 Stadtrichter in München, 1864 Iustiz- Ministerial-Afsessor, 1868 Ober-Apvyellatio1s8geri<hts-Rath, 1870 Justiz-Miristerial-Rath. Geboren 28. Dezember 1828 als der Sohn eines Lehrers in Augêburg, trat Dr. von Fäustle, 43 Fahre alt, in das Staats-Ministerium ein, in welchem bereits -in anderer bayerischer Lehrers\ohn, Dr. von Luß, saß. Wie Dr. von 2ut, so wurde auch Dr. von Fäustle das vollite Vertrauen der Krone zu Theil. Er be- wies sofort nah seinem Amtsantritt seine umfassenden Kenntnisse, seine große organisatoris<e Geschi>klichkeit und feine Ar- beitskraft, indem er ie norddeuts<hen Bundesgeseze in Bayern zur Ausführung brate und gleichzeitig an der Schaffung der JIustizgescese des Reichs regen Antheil nabm. Dr. von Fäustle's wesentlihes Verdienst ist cs, daß die großen neuen Justizgescße in Bayern in erstaunlih kur;er Zeit zum Vollzuge fommen fonnten, ohne Schädigung der Sicherhcit der Rechtsprechung, ohne Zeitverlust für den, der Recht suhte. Wenn man bedenkt, eine wie große Zahl neuer Justizgeseze au< speziell für Bayern unter der Amtêwirksamkcit Dr. von Fäustle's gesc{affen worden ist, wel< große Umgestaltung der Justizdienst in Bayern in den legten 16 Jahren crfahren hat, wel< große Schwierigkeiten mit der Schaffung der neuen Gerichtsorganisation verknüpft waren, so wird das einstimmige Urtheil dahin gehen, das der Dabin- geschiedene sciner Aufgabe mit aller Hingebung gewalict hat. Der Richterstand ist unter ihm zu einem Ansehen erhoben worden, wie er es in Bayern vorher nie besessen hatte. Im ganzen Gerichts- wesen ist, Dank seinem unablässigen Streben, erbeblide Ver- einfahung des formellen Geschäftes eingetreten. In der gesammten Thâtigkeit des verstorbenen Justiz-Ministers treten liberale An- shauungen zu Tage. Diesen gab er auch als Landtags-Abgeordneter für Kewpten 1875—1881 offenen Ausdruck. Indem wir die eingehendere Würdigung dcs verstorbenen Ministers, welcher jederzeit für die Rechte der bayerishen Krone wie für die Rechte des Meichs einge- treten ist und au<h das Recht des Volkes vertrat, wie feine erfolg- reichen Bemühungen zur Beibehaltung der Geschwornengerichte be- weisen, einer berufeneren Feder überlassen, fügen wir no<h bei, daß Dr. von Fäustle eines überaus glü>li<hen Familienlebens sid erfreute, so daß er im Kreise der Seinen so manchen herben Angriff, welcher gegen ihn von klerikaler und au< von fortscrittlih-liberaler Seite erhoben worden ist, vers<merzen konte.“

E E D) E Ee s Ale ijt heute nah Wien zurüc>zereist.

Sachsen. Dresden, 18. April. Aus Klagenfurt erhält das „Dr. J.“ die Nachrihht, daß der Prinz Georg mit den prinzlichen Kindern am Mittwoch, den 13.,, Nachmittags, wohl- behalten dort eingetroffen und am Bahnhofe von dem Erz- herzoglichen Paare, dem Erzherzog Otto und dessen Ge- mahlin, der Erzherzogin Maria Josepha, Tochter des Prinzeu Georg, empfangen worden ist. Die Erzherzogin Maria Josepha, die zum Leidwesen der die hohe Frau verehrenden Kiagenfurter Bevölkerung in Folge der, Gott sei Dank leichten, Nötelnkrankheit, welche dieselbe betroffen, einige Zeit hindurch nicht öffentlih erscheinen fonnte, sah blühender urd anmuthiger denn je und Glü strahlend aus, Vater und Ge- schwister begrüßen zu können. Die versammelte Menge begleitete die erlauhten Gäste des Erzherzoglihen Paares mit lauten Jubelrufen bis zur Erzherzoglichen Residenz, vcn wo aus dann Prinz Georg, welcher unter dem Jncognito eines Grafen von Weesenstein reist, in der sogenannten „Burg“ Quartier genommen hat.

Im Anschluß an die Notiz über bevorstehende General- stabs-Uebungsreisen bei den Königlich preußischen Armee- Corps theilt das „Dr. J.“ mit, daß anh bei dem X11. Königlich sächsishen Armee-Corps in diesem Jahre eine solche Uebungsreise stattfinden wird.

_ Württemberg. Stuttgart, 18. April. (St.-A. f. W.) Mit Schreiben des Staats-Ministeriums, vom 16. April, ift dem Präsidium der Kammer der Abgeordneten der Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Herstellung weiterer Eisenbahnverbindungen (Leutkirh—Mem- mingen und Wangen—Hergag) und die Beschaffung von Geld- mitteln hierfür in der Finanzperiode 1887/89, zur weiteren Behandlung zugegangen.

Baden. Karlsruhe, 17. April. (Karlsr. Ztg.) Der Großherzog und die Großherzogin empfingen gestern Vormittag den Assistenzarzt 2. Klasse der Reserve, Dr, Doll, welcher aus Cannes für einige Tage hier eingetroffen ist und dahin wieder zurü>kehren wird. Derselbe brachte Jhren Königlichen Hoheiten sehr befriedigende Nachrichten über das Wohlbefinden des Erbgroßherzogs und über dessen vor- treffliches Aussehen.

E Darmstadt, 17. April. (Darmst, Ztg.) Der Großherzog und das hohe Brautpaar empfingen am Sonnabend Nachmittag eine Deputation der Großherz0og- lihen 25. Kavallerie-Brigade als Pathin der Prin- zessin Frene. Die Deputation bestand aus den drei Stäben, den etatsmäßigen Stabsoffizieren und den Aeltcsten der Chargen. Dieselbe hatte die Ehre, die Glückwünsche der Brigade zur Verlobung der Prinzessin mit dem Prinzen Heinrich von Preußen darzubringen, wobei Oberst von Colomb unter Ueberreihung eines Bouquets eine Ansprache hielt. Die Deputation wurde darauf zur Großherzoglichen Tafel gezogen.

15S. April. Heute findet bei dem Königlich preußischen Gesandten, Legations-Rath Le Maistre, ein Dejeuner für den Prinzen Heinrich von Preußen statt.

Die Erste Kammer der Stände des Großherzog- thums wird voraussihtli<h am 26. d. M. zu zwei Plenar- sibungen zusammentreten.

Sachsen - Weimar - Eiscnah. Weimar, 18. April.

Th. C.) Die Herzogin Johann Albrecht von Me>len- urg-Schwerin ist von den Masern soweit hergestelit, daß

Jhre Hoheit in einigen Tagen das Bett wird verlassen können.

_ Reuß j. L. Gera, 18. April. (Th. C.) Der regierende Fürst ist aus Jtalien hierher zurü>gekehrt.

Oesterreich-Ungarn. Pest, 18. April. (Pr.) Jn der am Sonnabend abgehaltenen Sizung des Abgeordneten- hauses überreichte der Handels-Minister Graf Szechenyi einen Geseßentwurf über die Regelung des Veterinärwesens. Der Gesetzentwurf über die Modifikation einiger Be- stimmungen der Advokatenordnung wurde für die nähste Sigung auf die Tagesordnung gestellt. Josef Madarasz ersuchte die Regierung, si ir. den nähsten Tagen darüber zu äußern, welche Gegenstände in der laufenden, ihrem Shlusse

nahen Session noch zu erledigen sein werden. Ferner bat derselbe um die beruhigende Zusicherung, daß die nächsten Reichstagswahlen für einen folhen Zeitpunkt ausge- geschrieben würden, in welhem die Landbevölkerung an der Betheiligung durch ihre Beschäftigung nur wenig behindert sei.

Großbritannien und Frland. London, 16. April. (A. C.) Die Morgenblätter bedauern lebhaft die Auftritie, deren Schauplay das Parlament gestern Abend war, und wel<he zur Suspension Healy's führten. Selbst die Gladstone’she „Daily News“ bezeichnet die Zwischenfälle als beklagenswerth und sagt: „Der Sprecher verfuhr völlig gerecht, sah die Größe der Provokation ein und bestand darauf, daß Oberst Saunderfon seine Anklagen zurü>nehmen solle. Der Sprecher verdient das höchste Lob für die Höflichkeit, Unparteilichkei und feinen Sinn für Ehre, welcher sein Benehmen bei einer sehr fritishen Gelegenheit charakterisirte.“ Die „Times“ kann niht umhin, die Scenen, welche sih gestern im Unter- hause abspielten, entwürdigend zu nennen; dennoch aber meint sie: es sei gut, daß Oberst Saunderson das Haus auf die Verbindung hingelenkt habe, welche zwishen gewissen Mit- gliedern und den Leuten bestehe, welchen die Liga ihre Macht verdanke.

Die Großjury von Dublin faßte gestern, nahdem sie eingeshworen worden war, folgende Resolution: „Wir billigen die jeßt dem Parlament vorliegende Bill zur Kräf- tigung der Kriminalrechtspflege in Jrland und sind überzeugt, daß die Genehmigung einer folhen Maßregel absolut noth- wendig ist zum Schuß der loya!en und geseßliebenden Bürger, zur Unterdrückung der Verbrechen und zur erfolgreichen Wieder- herstellung der Ordnung und der Wohlfahrt des Landes.“

19. April. (W. T. B.) Bei der gestern im Unterx- hause fortgeseßten Berathung der irischen Strafrechts- Novelle erklärte Parnell: das von der „Times“ rer- öffentlichte, ihm zugeschriebene, die Billigung des Mordes im Phönixpark zu Dublin aussprehende Schreiben sei eine böswillige Fälshung. Der Antrag Sa- muelson's, daß sih das Haus nicht weiter mit der irischen Strafrechts-Novelle beschäftigen solle, weil sie die Unordnung in Jrland vergrößern und die Union zwischen England und JZrland gefährden werde, wurde mit 370 gegen 269 Stimmen abgelehnt und die irishe Strafrechts - Novelle schließlih ohne besondere Abstimmung in 2weiter Lesung angenommen. Der erste Lord der Admiralität, Lord Hamilton, erklärte auf eine bezügliche Anfrage: das britishe Geschwader hätte die französishe Flotte vor Cannes deshalb nicht salutirt, weil na<h den Neglements Kriegsschiffe mit weniger als 10 Breitseit-Kanonen überhaupt nicht falu‘iren. Der französishe Admiral und die französischen Behörden seien von den ihnen gegebenen Er- klärungen völlig befciedigt gewesen.

Wie aus Negierungskreisen verlautet, wären Lord Cadogan und Ritchie aufgefocdert worden, in das Kabinet einzutreten.

Frankreich. Paris, 16. April. (Fr. C.) Der Prä- sident der Nepublik unterzeichnete im heutigen Mini ster- rath ein Dekret, welches Hrn. Bourcier de Saint- Chaffrey, bisherigen Vorsißenden der Grenzbestimmungs- Kommission in Tongking, zum Gesandten in Venezuela an Stelle des Abg. Thiessé er- nennt , dessen zeitweilige Mission am 20. April abläuft. Sodann wurden - einige vakante Bischofssiße mit neuen Titularen versehen. Auf Antrag des Minister - Präsidenten Goblet wurde die Verwaltung der Kulte aufgehoben und nur eine Direktion der Kulte belassen, wodur< Er- sparnisse an Personal und Ausgaben erzielt werden.

O D So Oer Generalräthe ift heute ohne Zwischenfall eröffnet worden. Bei mehreren Generalräthen wurden Resolutionen gege: die Aufhebung der Unter- Präfekturen eingebracht.

Der „Univers“ veröffentliht den Text des S<hrei- dens des Papstes an den Erzbischof von Kölu, in welchem die katholischen Mitglieder des preußischen Landtages erncahnr werden, für die neue Kirchen- vorlage zu stimmen. Nach einer Depesche des „Univers“ aus Rom ist die Ernennung Notelli's zum Nuntius in Paris offiziell beschlossen.

Spanien. Madrid, 18. April. (W. T. B.) Gegen Bazaine wurdc heute von einem Franzosen, welcher, wie

er sagte, sein Vaterland an dem Marschall rähen wollte, ein Attentatsversuch gemaht. Bazaine erhielt einen Dolh-

stih am Kopf, do<h scheint die Verwundung keine schwere

zu sein.

19. Apel, (W. D, V) Der Uvheber des Attentats guf den Marschall Bazaine is ein französischer Geschäftsreisender, Namens Hillairand.

JFtalien. Rom, 18. April. (W.T. B.) In der heutigen Sißune, der Deputirtenkammer theilte der Minister- Präsident die erfolgte Neubildung des Ministeriums mit und fügte hinzu: das Ministerium seye davon ab, Er- flärungen abzugeben; die Kammer möge tasselbe nah seinen Handlungen beurtheilen. Er wolle nur darlegen, welche Maßregeln das Kabiner im Jnteresse der Würde des Landes ais die dringlihsten erachte. Die Regierung wünsche die Aufrechterhaltung des Friedens. Alle Nationen seien indessen mit der Vermehrung ihrer Streitkräfte beschäftigt; das Ministerium sei daher überzeugt, daß auch Jtalien die seinigen vermehren müsse, um zur Vertheidigung bereit zu sein. Auch dürften die muthvoll bei Dogali gefallenen Soldaten nicht ungerächt bleiben. Doch werde die Regierung sih nit zu unüberlegten Handlungen hinreißen lassen; ein derartiges Unternehmen müsse vorbedacht, vorbereitet und zur geeigneten Zeit U E, werden. Die hierzu erforderlichen Maßregeln dürften indessen nicht die Fortschritte der Friedens- arbeit unterbrehen. Die Regierung werde daher Geseß- entwürfe zu diesem Zwe> vorlegen. Die neuen Ausgaben für die Vermehrung der militärishen Streitkräfte und für Die A O laat pad in Afrika erforderten neue Einnahmen. Die Regierung beabsichtige, ih dieselben durch zeitweilige Wiedereinführung des sogenannten Krieg szehnten und dur<h Erhöhung der Getreidezölle zu beschaffen. —- Hierauf erfolgte die Mittheilung, daß Biancheci sein Amt als Kammerpräsident niederlege. Cavaletto, Cairoli und Depretis (dieser im Namen der Regierung) beantragten, die Demission Biancheri's nicht anzunehmen. Die Kammer sprach sich auch mit allen gegen eine Stimme für die Nichtannahme aus. Der Finarz-Minister Magliani legte sodann einen

Gesetzentwurf über die Abänderung des Zolltarifs und mehrere andere Entwürfe, betreffend finanzielle Maß-

regeln, darunter die provisorische Erhöhung me Steuern und Zölle, vor. Odescalchi kündigte e; JFnterpellation an über die Note des Kardinals Jacobini an den Nuntius in München, vom 3. anu E und 21. Februar, in welhem von der gegenwärtigen E des Papstes in Rom und dessen Hoffnungen für me Zukunft die Rede is. Toscanelli wünschte anläßlih der Note Facobini’'s vom 21. Februar zu wissen: welchen Stand- punkt das Ministerium bezüglih der Kirchenfrage ein: nehme. Pignatelli kündigte eine Fnterpellation g: über die Absichten der Regierung bezügli<h M as sovahs, Breganza eine solhe über das Expeditions-Corpe für Afrika. Die Kammer genehmigte {ließli< die Vor- lage wegen Errichtung eines Denkmals für Minghetti

18. April, Abends. (W. T. B.) Der Papst empfing heute die Prinzessin Friedrich Carl von Preußen welche von der Gräfin von Pückler, dem Kammerherrn Frei- herrn von Wangenheim und dem preußischen Gesandten von Schlözer begleitet war.

Schweden und Norwegen. Christiania, 13. April (Köln. Ztg.) Die Regierungs - Vorlage über die Neu: einrihtung des norwegischen Heeres empfiehlt (außer der Einziehung des norwegischen Jäger-Corps und der Verlegung der Garde von Stockholm hierher) folgende Bestimmungen : Errichtung eines Fngenieur-Corps in 3 Bataillonen mit Stand- quartier in Christiania; Eintheilung der Artillerie in Feld- Artillerie (3 Corps, jedes in 3 Bataillonen) und Festungs- und Berg-Artillerie (1 Corps); Organisation der Kavallerie in 9 Corps und der Fnfanterie in ò Brigaden (sowie der Garde), jede Brigade aus 4 Corps bestehend. Das Sanitätswesen scl1 aus 5 Corps unter einem Sanitäts-General bestehen und die Jntendantur aus dem erforderlichen Personal unter einer hier stehenden General - Futendantur und 5 Bezirks- Jntendanturen (1 für jede Brigade). Die Kriegsschulé wird in zwei Abtheilungen getheilt, von welchen die untere (einjährig) mit 105 Zöglingen wehrpflihtige Offiziere und die obere (zweijährig) 40 festbesoldete Offiziere ausbildet. D:e militärishe Hochschule theilt in einem zweijährigen Unterrichts- kursus die weitere Ausbildung mii. Die Unkosten für das norwegische Heer sind in der Vorlage mit einem Nettobudget von 6250 000 Kronen aufgeführt, während die Minderheit des Ausfchusses 5 956 000 Kr. und die Mehrheit 6 500 000 Kr. angeseßt hat.

Amerika. Washington, 15. April. (A. C.) Dex Sekretär der Marine, Whitney, hat an die Bethlehem Jron Works (Pennsylvanien) die Lieferung von etwa 44000 t

hrerer

Kanonenstahl und 4500 t stählerne Panzerplatten im

| Gesammtwerth von 4512 938 Dollars vergeben.

Mittel - Amerika. (A. C.) Aus New-York vom 14, April, wird gemeldet:

Der in Guatemala tagende central-amerikanis<e Landtag gab feine Zustimmung zum Abs<hluß eincs Freund- sc<hafts- und Handelsvertrages zwischen den fünf Ne- publiken. Der Vertrag verfügt, daß künftighin die Bürger jedes einzelnen Staates Vürger von allen sein sollen, gleichviel wo sie geboren worden sein mögen, und bcdingt die freundliche Intervention sämmtlicher Staaten in jedem politishen Streit, ferucr strikte Neutralität im Falle eines Krieges zwischen verschiedenen Staaten und gemeinsames Vorgehen in dem Falle, wo ein Staat mit ciner fremden Macht in einen Streit verwi>eli werden sollte. Im Weiteren liefert der Vertrag cine Grundlage für die Wieder- herstellung der central-amerikanis<hena Union und {reibt Handels- und Schiffahrts freiheit zwischen den verscbicdenen Staaten vor.

Zeitungsstimmen.

In dex „Schlesischen Zeitung“ lesen wir:

Wie es nach dem für die Deutschfreisinnigen so betrübenden Aus- garge der letzten Heihstagswahlen von vornherein zu erwarten stand, ist es im Heerlager der Geschlagenen nachträglich zu inneren Kämpfen gekommen. Die „Dresdener Zeitung“, das angeschenste fort- 1hrittlihe Blatt im Königreich Sachsen, schreibt hierüber: „Wie aus varlamentarishen Kreisen verlautet, ist es innerhalb der Meichstags- fraktior; der deutschfreisinnigen Partei zu heftigen Auseinanderfeßzungen bezüglih der Leitung der Partei bei den leßten Wahlen gekommen... . DieRichtung ves Hrn. Eugen Richter ist übrigens, wie versichert wird, in der Fraktion in der Minderheit geblieben. Von verschiedenen Seiten, auh von namhaften Abgeordneten der Partei, wird die alsbaldige Berufung des Par:eitages für dringend nothwendig erklärt... Es verlautet übrigens ferner, daß es auch in der Generalversammlung der Akticngesell\haft „Fortschritt“, welcher die „Freisinnige Zeitung“ ge- hört, zu sehr lebhaften Diskussionen gekommen sei. Die Art der „Freisinnigen Zeitung“ erfuhr eine ebenso harte Kritik wie die Kläg- lihkei: des finanziellen Erfolges. Während die „Volkszeitung“ zehn Prozent Dividende giebt, hat cs die mit dem größten Tamtam angekündigte „Freisinnige Zeitung“, welhe das ganze deutsche Preßwesen reformiren sollte, mit Mühe und Noth auf zwei Prozent gebracht. Verschiedentli<h wurde verlangt, daß die Nacht- ausgabe des Blattes aufhören solle. Auch an der alleinscligmachend-: Kraft des Manchesterthums, dem bisherigen Hauptdogma der Partei, werden in dersclben immer mehr Leute irre, wenn au<h die Führer no<, immer eigensinnig das alte Sciboleth festhalten.“ Die „Dresdener Zeitung“ ist der Meinung, daß die Partei gerade hieran zu Grunde gehen werde, fie sagt: „Die Einen stehen durch- aus auf dem Boden der ehemaligen Gruppe Lasker, welche ein sehr ausgeprägtes Gefühl für thätige Sozialpolitik hatte 1nd si dur< die Phrase vom Staatssozialismus nie s<hre>en ließ. Die Anderen sind, wie sie früher von Führern der Fortschrittspartei spöttis<h genannt wurden, „Nichts-als-Freihändler“, es sind die- jenigen Politiker, welhe no< heute eine Ehre darin setzen, ih als „Manchestermänner“ zu bezeichnen. Alle diese disparaten Theile zusammen bilden heute die „deutsche freisinnige Partei“ bei wel<hem Namen wir übrigens nicht etwa an die Fraktion denken. Aber leider hat die „Fraktion“ immer no< Macht genug über die Partei, um dieselbe ein|tweilen an der inneren Wiedergeburt zu hin- dern. Und doch gehört die Organisation und das Programm dieser Partei nachgerade zu den Wahrheiten, welhe s{<immelig geworden. . . Wir haben den Glauben an die Lebenskraft der „deutschen freisinnigen E verloren, und zwar weil wir ni<ht nur die zahllosen Thor- eiten erlebt, welche diese Partei im Laufe der Jahre begangen, fon- dern auh weil wir beobachten müssen, daß sie au<h durch die herbsten Erfahrungen ni<t klug wird. Kaum hat si< ein Kreis vernünftiger Sozialpolitiker zusammengethan, um ein werktlätiges Programm zu vereinbaren, welches dem weiteren Uebergang der Arbeitermassen in das sozialdemokratische Lager steuern könne, kaum wird eine Erneuerung des Programms der Partei angeregt, welche den Anforderungen der wirthschaftlichen Entwickelung Rechnung trage so re>t das Manchesterthum in der A die Zunge und verspottet die Bewegung als jeden Haltes ent- ehrend. Und no<h immer finden die besseren Elcmente der Partei niht den Muth oder nit die Zeit, mit einem Gebahren, welches die gesammte Partei diskretitirt, öfsentlih zu brehen und abzurehuen ; noch tinmer findet sich ni<t die Erkenntniß der Nothwendigkeit, ent- weder alle Bruchtheile der Partei auf ein neues, gutes Programm zu einen oder sie in ihre verschiedenen Bestandtheile aufzulösen."

" werden, und cs ist ein ganz bere<htigter Wunsch der Gewerbekammer

Die Gewerbekammer zu Erfurt hat in Krankenkassen- Angelegenheiten einen Beschluß gefaßt, nah welchem die ein- geschriebenen Hülfskasse», also die sogenannten „freien“ Kassen, verpflichtet werden sollen, alle versicherungspflichtigen Personen, also ohne Beschräukung des Alters und ohne Erfordern eines Gesundheitsattestes, aufzunehmen. Hierzu bemerkt das „Ber- liner Tageblatt“: : E i :

„Diesen Beschluß können wir nur befürworten. Bei Erlaß des Krankenkassengesetzes hat man wohl gehofft, daß die Arbeiter, wenn die Leistungen an die einges<riebenen Hülfskajfen größer, als die an die Ortskrankenkassen, die Gegenleistungen der freien Hülfskafssen aber ge- ringer als die der Ortskrankenkassen ausfallen, bierdur zum Beitritt in die Ortskrankenkassen sich veranlaßt fehen würden. Man hat fich jedo getäusht. Der Reiz, einer „freien“ Kae anzugehören und in den Centralkassen ein Band zu haben, das auch auf anderen Gebieten die Mitglieder umschlingt, war zu stark, und die Zahl der Mitglieder dec eingeschriebenen Hülfskassen hat „zugenommen, obwohl sie weniger gewähren und mehr beanspruchen als die Ortskrankenkassen. Das Lektere ist unbestreitbar. Die cingeshriebenen Hülfskassen weisen jeden Arbeiter zurü>, der älter als 45 Jahre und na< dem Attest des Kassenarztes nicht gesund ist, wogegen die Ortskrankenkassen jeden versierungspflichtigen Arbeiter aufnehmen, au< wenn cr krank und noch fo alt ist. Die eingeshriebenen Hülfskassen gewähren die Wöcnerinnen-Unterstüzungen selten, die Krankenunterstüßung und das Sterbegeld erst na< längerer Mitgliedschaft, während die Ortskrankenkassen den Wöchnerinnen min- destens dreiwöchige Unterstützung, den Kranken die Unterstüßung und den Hinterbliebenen das Sterbegeld gewähren, wenn au das Mitglied am ersten Tage der Mitgliedschaft erkrankt oder gestorben ist. Die eingeshriebenen Hülfskassen erheben Eintrittsgelder und geben weder freie ârztlihe Behandlung no< Medizin, no< Bandagen, wogegen die Ortskrankenkassen alle diese Leistungen übernehmen, welche 40 9/0 sämmtlicher Ausgaben betragen, auch dur<h das höftere Krankengeld der freien Hülfskassen nicht gede>t werden, „und Eintrittsgelder nur in seltenen Fällen fordern. Es liegt daher im Interesse der Arbeiter, wenn die Leistungen und Begenleistungen der eingeschriebenen Hülfs- fassen denen der Ortskrankenkassen dur< das Gesetz gleichgestellt

in Erfurt, wenn sie dies ausgesprochen hat. , - Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ fügt inzu : E E / Das „Berliner Tageblatt“ gegen die „freien“ und für die „Zwangs “-Kassen plädirend! Es geschehen Zeichen und Wunder ! Aus Magdeburg, den 17. April, wird der „Berliner Börsen-Zeitung“ geschrieben: i : Begünstigt dur< billige Wasserfrahten und vermöge der cinge- tretenen Erhöhungen der Karnallitförderung und Vermchrung der Produktion is der Absay von Chlorkalium în diefem Monat cin außecordentlih stacker. Es sind nicht allein keine Vorräthe vors» handen, sondern die Fabriken müssen selbst prompte Verladungs- Dispositionen des Verkauss-Syndikats ablehnen. Unter diefen Um- ständen würde jet {hon wieder eire weitere Crhöbung der Rohsfalz- förderung vollständig motivirt feia, wenn mit dem Beschluß au < sofort Arbeitskräfte heranzuziehen wären. S Dieselbe Zeitung meldet aus M.-Gladbach, 15. April: Nach der Geschäftêunterbrehung durch die Osterfeiertage hat si auf den Baumwollmärïten wieder etn ret reges Leben eátwidelt, Der starke Abfall der Baumwolzufuhren in Amerika und der, fort- gescßt groß? Konsum der Spinnereien wirken zusammen, um die all- gemeine Stimmung für Baumwolle weiter zu befestigen. Im Garn- handel zeiat ß< neuerdings auch wieder ret gute Nachfrage ; die bis dahin no<h nicht in voller Vebecreinstimmung mit dem Ausschlag des Rohstoffes erhöhten Preife der (Sespinnste finden mehr Beachtung, und es sind ia den leßten Tagen in Folge dessca auch größere Liefes- rungsabs<hlüsse zu Stande gekommen.

Landtags - Augelegenheiten.

Bei der Ersaßwahl im 3, Stettiner Wahlbezirk (Stadt Stettin) für den verstorbenen Oberlehrer a. D. Schmidt ist der General-Sekretär Brömel in Berlin (deuts<hfreisinnig) mit 295 gegen den Justiz-Rath Leistikow in Stettin (nationalliberal) mit

43 von 268 abgegebenen Stimmen zum Mitgliede des Hauses der Abgeordneren gewählt worden.

Statistische Nachrichten.

Gemäß den Veröffentlihungen des Kaiserlihen Gesund- heitsamts sind in der Zeit vom 1. bis 9, April cr. von je 1000 Bewohnern, auf den Jahresdurchshnitt berehnet, als gestorben gemeldet: in Berlin 21,8, in Breslau 25,5, in Königsberg 30,6, in Köln 98,4, in Frantfurt a. M. 19,8, in Wiesbaden 16,4, in Hannover 23,3, in Kassel 22,9, in Magdeburg 20,3, in Stettin 24,0, in Altona 22,4, in Straßburg 19,6, in Meg 23,0, in München 29,8, in Nürnberg 30,0, in Augsburg 44,9, in Stuttgart 14,7, in Karlsruhe 11,2, in Dresden 24,8, in Leipzig 25,8, in Braunschweig 21,8, in Hamburg 26,3, in Wien 28,7, in Pest 25,0, in Prag 35,7, in Triest 24,3, in Krakau —, in Basel —, in Amsterdam —, in Brüssel 26,1, in Paris 28,7, in Lordon 17,8, in Glasgow 25,2, in Liverpool 28,6, in Dublin 30,0, in Edinburg 19,4, in Kopenhagen 21,9, in Stockholm 21,5, in Christiania 16,3, în St. Petersburg 34,5, in Warschau 24,0, in Odessa —, in Rom 37,4, in Turin —, in Venedig 28,9, in Alexandria 36,3. Ferner in der Zeit vom 13. bis 19. März cr. : in New-York 26,8, in Philadelphia 23,4, in Baltimore 17,5, in Kalkutta 23,8, in Bombay 22,2, in Madras 35,6. H

In der Verichtswoche hat vie Sterblichkeit in den meisten Groß- städten Europas cin wenig abgenommen und wurden namentlich aus den süddeutschen und aus den {fkandinavishen Städten kleinere Sterb- lihkeitszahlen gemeldei. So war die Sterblichkeit in Karlsruhe, Stuttgart, Wiesbaden, Frankfurt a. M., Straßburg, Mannheim, Mainz, Düsseldorf, London, Edinburg, Christiania eine geringe und au<h in Magdcburg, Berlin, Barmen, Elberfeld, Braunschweig, Kopenhagen, Sto>kholm u. a. D. eine günstige; nur wenig deutsche Städte (Chemnitz, Augsburg, Nürnberg, Königsberg, Frankfurt a Ds Freiburg i. Bad., Rostock) haben eine für die Jahres- zeit ungewöhnli<h hohe Sterblichkeit (30,0 und darüber pro Mille und Jahr). Unter den Todesursachen achmen no< imzner ¿kute entzündlihe Prozesse der Athmungsorgane und Katarrhe der Luftwege eine hohe Stelle ein und forderten, besonders in Berlin, Bremen, Breslau, Dresden, Düsseldorf, Elberfeld, Essen, Hamburg, Köln, Königsberg, Leipzig, Wien, London, Paris u. a. O. viele Opfer, obwohl die Zahl der leßteren in vielen Orten erheblih abgenommen hat. Auch Darmkatarrhe und Brehdurhfälle der Kinder führten im Allgemeinen weniger Todesfälle herbei, nur in Hamburg, Dresden, Leipzig, Nürnberg, Paris, Wien war ihre Zahl gesteigert. Die Theil- nahme des Säuglingsalters an der Gesammtsterblichkeit war im Ganzen eine etwas größere als in der Vorwoche. Von 10 000 Lebenden starben,

aufs Jahr berehnet, in Berlin 72, in München 76 Säuglinge. Von den Infektionskrankheiten wurden Todesfälle an Mafern, Kind- bettfieber ond Unterleibstyphen weniger, an Scharlach, Diphtherie, Keuchhusten und Pocken häufiger mitgetheilt. éle>typhen zeigten fich seltener, während mehrfa<h Todesfälle an epidemisher Genickstarre gemeldet wurden. Masern bedingten in Breslau, Frankfurt a. M, Augsburg, Paris, London, Rom weniger Sterbefälle, während die Zahl derselben in Köln, München, Wien, Liverpool etwas zunahm. Neue Erkrankungen wurden aus Berlin, Breslau, aus dem Negierungs- bezirk Schleswig, aus Wien, Edinburg, Stockholm in geringerer Zahl als in der vorangegangenen Woche mitgetheilt. Das Scharlach -

. in Köniasberg, Danzig, Breslau, München, Nürnberg, Köln, Frank-

aus Berlin, Hamburg, Edinburg in ‘verminderter Zahl zur Bericht- | erstattung. Die Sterblichkeit an Diphtherie und Crouv war

furt a. M, Straßburg, Chemait, Kassel, Hannover, Dresden, Leipzig, Chemnitz, London, St. Petersburg, Warschau eine gesteigerte, während sie in Berlin, Magdeburg, Hamburg, Pest, Kopenhagen, Paris u. a. cine kleinere wurde. Neue Erkrankungen wurden aus Berlin, tem Regierungébezirk Schleëwig, Christiania, St. Peters- burg in etwas größerer, aus Nürnberg und Kopenbagen in kleinerer Zahl mitgetheilt. Unterleibstyvhen haben in Berlin, Hamburg, Paris und London weniger Sterbefälle hervorgerufen, nur in St. Peters- burg hat ihre Zahl etwas zugenommen. An Fle>typhus kam nur aus Danzig 1 Todesfall und aus St. Petersburg 4 Erkrankungen, an Rückfall sficber nur aus St. Petersburg je 1 Todesfall und 1 Er- frankung zur Anzeige. Aus Berlin, Elberfeld, Kiel, Kopenhagen wucden je 1 Todesfall, aus Berlin und Kopenhagen au noch je 1 Crfrankung an epidemischer Genickstarre berichtet. Rosenartige Entzündungen des Zellgewebes der Haut wurden in Berlin, Wien, Kopenhagen, London feltener. Der Keuchhusten forderte in Berlin, Paris, Londor. viel Opfer, au< in Liverpool, Hamburg, Kopenhagen zeigte sih Keuchhusten häufig. - Einzelne Todesfälle an Pocken kamen aus Breslau, Hamburg, Wien, Triest, Venedig zur Mittheilung. Aus Vrag wurden 7, aus St. Peters- burg 8, aus Pest 11, aus Warschau 12, aus Paris 15 gemeldet. Neue Erkrankungen gelangten aus dem Regierungs-Bezirk Düssel- dorf 1, aus Breslau 4, aus Wien und London je $8, aus St. Peters- burg 9, aus Pest 31 zur Anzeige.

GBewerve und Handel.

Der Einlösungscours für die hier zahlbaren österrei i- \<en Ter SOEy rae ift heute auf 160,50 # für 109 F[. Oesterr. Silber erhöht worden. . S Nach dem Jahresberi{t der Berliner Cementbau- Aktien-Gesellschafi wurden in 1886 8 Gruydstücke verkauft. Der erzielte Gewinn aus den Verkäufen betrug 18577 F gegen 18 048 M in 1885. An Hypothekenforderungen kamen in 1886 hinzu 98 156 M; dieselben stellten sih alt. 1886 auf 88 906 M. , Der Ges- sellschaft verbleiben no< 85 017 qm an Parzellenterrain. Die Mieths- einnahmen betrugen 34375 4, die Miethsrückstände 500 M Bon dem Sesammtgewinn von 60100 16 werden 15280 A zu Abfchrei- bungen verwendet, die Gebäudeunt?rhaltung erforderte 10 071, H, die Unkosten 8161 ( Es bleibt demr ah ein Ieingewinn von 26 984 M; davon gehen 1239 E die Reserve, 22 603 M. werden als 2 prozen- ige Dividende vertheilt. i E e uf gestrigen Generc [versammlung der Aktionäre der Nicderlausiger Kohlenwerke wurde die Iabresrehnung pro 1886 genehmigt, dem Aufsichtsratl und Vorstand Decharge ertheilt 1nd die Vertheilung einer Dividende von 9/0 beschloffen. Der An- tcag auf Verausgabung von 200 900 4 9/0 Vbligattonen wurde n N ras, 1 G Q B) D Aufslaitsralh der Weimar-Geraer Bahn hat die Dividende für die Stamm- Prioritäten der Bahn pro 1886 avf 25 °/o festgeseßt. . Bremen, 18. April. (W. T. B.) In der heutigen General» versammlung des Norddeutschen Llo yd “wurde der Rechnungs- abschluß und die Bilanz für das Jahr 1886 einstimmig genehmigt. London, 16. April. (W. T. B.) Wollauktion. Tendenz fest, Preis verändert. e E E, S E Di Segen von Roheisen betrugen in der vorigen Woche 9200 Tons gegea 7700 Tons in derselben Wote des vorigen Jahres. E Bradford, 18. April. (W. O 200 [le ruhig, ungefähr : niedriger, Eigner fest; dur Fallissemenisnachrihten aus Halifar wurde der Markt jedo ungünstig beeinflußt. Stoffe ruhig, Garne belebter.

Submissionen im Auslande.

L U daLtet Zum 15. Mai. Regierung zu Sofi1x. Lieferung von Militär- tuen, nämli von: i \charlahrothem Tuch mit etwa 1419 m, weißem Tuch mit etwa 9) m, gelbem Tuch mit etwa 90 m, krapprothem Tuch wit etwa 320 m, dunkfelblauem 1 Tuch mit etwa 2009 m, dunkelblauem 11 Tuch mit etwa 320 m, dunkelgrünem Tuch mit etwa 54 000 m, blaugrauem Tuch mit einma 5950 m, grauem Tuch für Mäntel. mit etwa 45 200 m. . Lastenheft und Muster im Lesefaal des _Musée commerciai, Brüssel, rue de Poniçon 4, -- Der genaue Zuschlagstermin wird später festgesetzt werden. S E 1) 26. April, Mittags.* Direz. Costr. 2 Dep. zu Neapel. Lieferung von 2500 w. tro>enen Filzes in quadratischen Platten. Voranschlag S A nebst Kosten 830 Fr. Endgültiger [ am 16. Mai, Mittags. Du 7 April, Mittags. Direz, Costr. 2. Dep. zu Neapel, Lieferung von Blei in Platten und Barren. Voranschlag 6909 Fr. Kaution nebs Kosten 880 Fr. Endgültiger Zuschlag 16. Mai,

IMittaas. E 117. Niederlande. : 3, Mai, 3 Uhr Nachmittags. Verwaltung der Wasseranlagen von Dirksland, Gemeindehaus zu Dirksland. Lieferung von 105 ebm schottisher Stcine. Lastenheft ist für 0,50 Fl. bei dem Sekretär der gedachten Verroaltung zu haben. 1IV. Rumänien. . 14. Mai. Bezirksrath von Dolju zu Crajowa. Bau eines Ge- richtsgebäudes zu Crajowa. Voranfc)lag_1 0960 000 Fr. Von der Bausumme sind zur Verfügung 350 000 Fr. Der Rest wird dur Anleihe gede>t werden. Der Unternehmer erhält Bezahlung nah Maßgabe des Fortschreitens des Baues. Lastenheft in rumänischer Sprache in einem Exemplar an Ort und Stelle V. Serbien.

der Stadt.

Verkehrs - Anftalten.

passirt.

Nicht bestimmter Tecmin. Magistrat von Belgrad. Pflasterung

London, 18. April. (W. T. B.) Der Castle-Dampfer Hav deen Castle hat beute auf der Ausreise Lissabon

Berlin, 19. April 1887.

reiche und von bestem Erfolg gekrönte gewesen. Se.

Der unter dem Protektorat Sr. Majestät des Kaisers stehende Verein für Besserung der Strafgefangenen hielt gestern Abend im Bürgersaal des Rathhauses, unter Vorsiß des Geheimen Iustiz-Raths Wirth, seine diesjährige Generalversammlung. Den Bericht erstattete der Geheime Ober-Justiz-Rath Dr. Starke. Was den Verein selbst anbetrifft, so ist seine Thätigkeit wieder eine schr umfang- M der Kaiser hat die Bestrebungen des Vereins dur<h einen Beitrag von 600 i unterstüt, au< Ihre Majestät die Kaiserin und Prinz Leo- | pold haben dem Verein Ihre Huld bewiesen. Die Kronprinzlichen Herrschaften überantworteten ihm aus dem Fonds der Friedrich Wilhelm Victoria-Stiftung 2500 (A Die Stadt Berlin zahlte eincu Zuluß von 1200 46 Zum ersten Mal baben im abgelaufenen Jahre auch

zahlten Beiträge 3438 .( An Zinsen gingen 4583 4 ein, von den in Arbeit gebrachten Pfleglingen wurden 775 Æ zurückgezahlt. Die Gesammt-Cinnahme erreichte die Höbe von 14 247 4; ihr ftand cine Gesamnt-Ausgabe von 13 843 Æ gegenüber. Davon erforderte das Arbeitsnahweise-Burcau, das von 2832 Gemeldetea 2250 oder 78 °/o in Arbeit bringen konnte, 9042 A; 2885 F wurden für die Unter- haltung des Bureaus, 1131 Æ für Schlafstellenmiethe, 1500 „é für Verpflegung von Strafentlassenen, 1487 „( für Eifenbahn-Billets, 371 Æ für Werkzeug, 1582 #. zur Beschaffung von Kleidung u. dgl. und 84 M als Pflegegeld verausgabt. 570 der Untergebrachten blieben in Berlin, 1680 erhielten außerhalb Arbeit. Die Zahl der Gemeldeten hat gegen das Vorjahr um 116 Personen abgenommen, die Zahl der Untergebrahten fich dagegen um 2,15 "/9 vermehrt. Die Kommission zur Fürsorge für entia}fene weibliche Gefangene verausgabte 414 M ; der Lokalausshuß der bie- sigen katholisben Gemeinde, der in der Generalversammlung durch Amtsgerichts-Rath Kochann vertreten war, erhielt 400 M, das Straf- gefängniß; zu Plötzensee 200 4; 120 F wurden cn sich gut führende Pfleglinge als Pramien vertheilt ; 1096 (M erforderten die allgemeinen Bureaubedürfnisse. Der Verein verfügt über ein Vermögen von 39 910 A In fkurzer Debatte wurde sodann no<h die Frage der Mitgliederwerbung besprochen.

Der Berliner Bezirksverein der Deutschen Gesell- schaft zur Nettung Schiffbrüch iger hielt gestern Abend unter Vorsitz des Geheimen Ober - Regierungs - Rats Dr. Röfing im Direktionssaal der „Germania“, am Leipziger Play 12, seine General- versaminlung ab. Der vorgelegtc Jahresbericht erwies eine stetige und ret erfreuliche Entwickelung des Bezirksvereins. Wiederum haben Se, Majestät der Käiser und Zhre Mäseiltut die Kaiserin die Bestrebungen dur< namhafte Beiträge uniere Die Zil der Mitali@de beträgt jun Zut 2027, gegen 2018 im Vorjzhre und 52 îm Jahre 1876. Die Suuune der Jahresbeiträge hat sich seit tem leyten Jahre von 9316 1. auf 9319 M erhöht; an außergewöhnlihen Beiträgen und einmaligen Zahlungen gingen 3182 6 ein, gegen 1975 A in 1885/36; die Sammelschiffe, zur Zeit insgesamnt #8, 27 mehr als im Vorjahre, eröoradten 898 M 22 dieser Sammelschiffe find in Offizier-Kasinos, 15 in Vereinen, 23 in öffentlihen Lokalen und Büreaus und 28 in Restaurants und Cafés aufgestellt. Die Gesammthöhe der Ein- nahmen belief \si< auf 13400 , gegen 12157 # tim Vorjahre : und 492 A in 1876. Verauëgabt wurden für Geschäftsunkosten 1587 M, so daß 11 813 1, 1394 M mehr als im Vorjahr, an den Hauptverein nah Bremen abgeführt werden konnten. Der Berliner Verein steht jeßt an der Spitze aller binnenländischen und wird nur no von einigen Küftenbezirksvereinen in der Mitglieder- zahl und der Einnahmehöhe übertroffen. Die Gefamnmitgesellschast verfügt z. Z. über 100 Stationen, von denen 43 an der Nordsee, 57 an der Ostsee belegen find. Die Gesammtzahl der von den Stationen geretteten Menschenleben betrug bis zum 1. Januar 185 1538 Per- fonen. Im neuen Jahre sind der Gesellshaft u. A. bereits jene 17 009 A zugegangen, wel<e von den Beamten der Post als „Kaiser- gabe“ gesammelt sind. Sie sollen zur Beschaffung von_ 3 MRettungs- booten verwendet werden, die die Namen „Meih8post“, „Meichs- Telegraphie“ und „General-Postmeister“ führen sollen. Die Wieder- wabl der bisberigen Aus\{hußmitglieder \<hloß die Sitzung.

Fn der Vormittags-Sißzung der Deutschen Gesellschaft für

Chirurgie am Sonnabend stellte Dr. Israel-Berlin zwei Krar Dr, an denen er plastishe Operationen mit sehr gutem Erfolge durh- geführt hat. Prof. Küster-Berlin, Prof. von Tischendorf-Leipzig, und Dr. Tillmanns-Leipzig, boten Beiträge zur Chirurgie der Gallenblase. Hierauf führte Dr. Wagner-Königshütte zwei Kranke vor. bei denen eine Tranéplantation großer frischer Hautlappen von der Bruíît auf Weichtheil- Defekte des Armes sehr erfolgreich gelungen war. Dr. Helferih-Greis8wald und Dr. Hans Schnidt-Stettin machten hierzu Mittbeilungen und leßterer stellte zwei Persenen vor, an denen er plastische Dperationen im Gesicht gemaht. Ebendahin gehören auch zwei Fälle von Narben- verbesserung, wel<he Dr. Lassar-Berlin vorstellte. Dr. Max Hofmeier- Berlin demonstrirte an Präparaten Operationen, am graviden Uterus ausgeführt. Dr. Schlange-Berlin theilte mit, daß i< dur betreffende Untersuchungen ergeben hat, daß antiseptis<h eigentli<h kein Verband- mittel wirkt, und daß au<h keines völlig aseptis<h zu er- halten sei, weder Karbolwatte oder Gaze, no< Salizylwatte, no<h mit Sublimat getränkte Stoffe. Professor von Volk- mann-Halle hielt es für allein wesentli<h, daß der septische Mikroorganis3mus keinen Boden finde, wo er wuchern konn. Zu dem Ente müsse unter allen möglichen, Afepfis bewirkenden Kautelen operirt und die Wunde selbst aseptis< gemacht werden ; fomme dann darauf noch zur Sicherheit eine Jodoformgaze, so könne das übrige De>material sein wie es wolle. von Bergmann-Berlin war dagegen der Ansicht, daß au<h nach dieser Richtung die Fürforge zu erweitern sei. Stabsarzt Dr. Löffler hat im Auftrage der Regierung die grofien für den Kriegsfall aufgestapelten Vorräthe an Sublimat- watte auf die Widerstandsfähigkeit gegen Bacillen - Cinwande- rung geprüft und in einem einzigen Falle Bacillen ges funden. Jn der Nachmittagésitzung theilte der Vorsitzende zunähst die von Professor Theodor Billroth eingegangene Antwort auf \zine Ernennung zum Chrenmitgliede der Gesfell- schaft mit. Der erste in der Nachmittagssizung gehaltene Vortrag von Dr. de Ruyter-Berlin, ein „Beitrag zur Jodoform- wirkung“, erregte in aufercrdentlihem Maße das Interesse des Kon- gresses. Dr. Sängec ist der Einroirkung des Jodoforms auf die Bacillen weiter nahgegangen und hat dessen abshwächende Wirkung avf Mikroben-Virus festgestellt. Professor Bruns-Tübingen machte Mitthcilungen über seine re<t gü. stigen Erfahrungen mit Injektioa von Jodoform bci tuberkulosen kalten Abscessen. Um 4 Uhr {loß Professor von Volkmann (Halle) den Kongreß.

Professor Dr. Gustav Michaelis, Lektor der Stenographie an der hiesigen Universität und Vorsteher des Stenographischen Bureaus des Herrenhauses, hat unlängst sein 50jähriges Doktorjubi- läum gefeiert. Die Berliner Stenographen werden dem Jubilar aus diesem Anlaß cinen Beweis ihrer Verehrung darbringen und am Freitag, den 22. d. M., Abends 82 Uhr, im Louisenstädtischen Concert- aufe, Alte Jakobstraße 37, einen allgemeinen Kommers ver- anstalten

Neue Unterrichtsfurse in der Arends’schen Stenogravdie beginnen: am Dienîtag, 19. April, im Restaurant Lindenstraße (1; Mitt- woch, den 20. April, im Restaurant Kochstraße 7; Donner!taz 21. April, im Restaurant Oranienstraße 51; Freitag, den 2. Restaurant Mariannenplag 11. Der Unterricht beg.nnt un Abends und umfaßt 10 Unterrichtsftunden, welche wohenttic ett

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abgehalten werden. Die Kosten betragen eins{<ltetlià% Lehrmt

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Schwerin, 18. April. Dio , Melendurgiscen Anzeigen“ be- rihten: „Am Scnnabend Abend fand im BO Ihrer nig. lihen Hoheit der Krau Grotdherzogin- Mutter als Nachs feier des 90. Geburtätages Sr. Majestät des Kaisers eine Aufführung des Gtuakters von Adolph Ae O Kornblumen“ "tatt, welche die Hoftheater-Intendantur veranstalt?t hatte. Der Fetlichkeit wohnten Ihre Königlichen Hoheiten die Frau Großberzogin-Mutker und die Frau Großberzogiu Marie fowie Ihre Hoheiten die Herzogin Elisabeih, der Herzog Johann Alibre<ht, welher am Sonnabend Abend hier eingetroffen war, und der Verzog Friedrih Wilhelm, fowie eine kleine geladene GeUichast bei. Unter der Regie des Hofschauspiel-Regisseucs Gelling waren an der Aufführung betheiligt Frl. Gollmann, Frl. Küßner und Frl. Harzer, ferner die Hrrn. Drude, Günther, Arendt und Rofée jowie Musikdirektor Meißner and Maschinenmeister Dcdell. Nach der Vorstellung fand Souper an kleinen Tischen statt, an welchem

fieber veranlaßte in Köln, Wien, London, Stockholm mehr, in Skt. Petersburg weniger Sterbefälle. Neue Erkrankungen kamen dagegen

die Strafanstalten zu den Kosten des Vereins beigetragen. Die Zahl der Mitglieder beträgt z. Z. 420, die Summe der von ihnen ge-

auch alle au der Aufführung betheiligten Damen und Herren Theil nahmen. Die hohen Herrschaften unterhielten fih nah Beendigung

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