1865 / 155 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Angekommen: Se. Excellenz der Staats- und Minister für

a landwirthschaftlichen Angelegenheiten, von Selchow, vom hein.

__ Abgereist: Se. Excellenz der Staats-Minister, Minister des Krieges und der Marine, General - Lieutenant von Roon, nach Erdmannsdorff.

Se. Excellenz der Präsident des Evangelischen Ober - Kirchen- Raths, Wirkliche Geheime Rath Mathis, nach der Provinz Sachsen.

Berlin, 4. Juli. Se. Majestät der König haben Allergnä- digst geruht: Allerböchstihbrem Hofmarschall , Grafen von Per- poncher-Sedlnißky, und Allerhöchstihrem Hof-Stallmeister von Rauch die Erlaubniß zur Anlegung des von des Großherzogs von Oldenburg Königlicher Hoheit ihnen verliehenen Ehren-Großcomthur- Kreuzes vom Haus - und Verdienst - Orden des Herzog® Peter Frie- dri<h Ludwig, und zwar dem ersteren mit dem Stern und dem leßteren ohne den Stern, zu ertheilen.

Nichtamtliches.

Preußen. Paderborn, 29. Juni. (Westf. M.) Jm vorigen Jahre kam die Notiz in die Oeffentlichkeit von Differenzen zwischen dem diesigen Domkapitel und dem Bischofe über Ausführung der Be- stimmungen des Cölner Provinzial-Concils in Betreff der Abhal- tung des Kapitels-Gottesdienstes im hiesigen Dome. Aus dem neuesten Hefte des »Moy-Veringschen Archivs für Kirchenrecht« er- fährt man jeht, daß die Streitfrage durch den biesigen Bischof nach Rom gelangte, aber zu Gunsten und im Sinne des Kapitels ent- schieden is, indem die betreffende Vorschrift des Provinzial-Concils wie das » Archiv« sich ausdrückt, reftifizirt worden.

Mecklenburg. Schwerin, 3. Juli. Der Großherzog meldet die -Me>kl. Ztg.«, beabsichtigt, Anfangs August einen Be- su< bei dem Erbgroßherzoge und dem Herzoge Paul Friedri< in Bagnères (im südwestlichen Frankreich y ‘wo si< die Prinzen bekanntlich seit dem Herbst aufhalten). Nach dem L, M « werden auch die Herzogin Marie und der Herzog Johann Albrecht den Großherzog dahin begleiten. Es verlautet ferner, daß die Fürstlichen Kinder dann auf einige Zeit gemeinsam in ein Seebad geben wer- den , während der Großherzog eine weitere Reise antritt z als deren nächstes Ziel Spanien bezeihnet wird. In der Begleitung Sere- nissimi dürfte sich Herr von Scha befinden, der gerade für Spa- nien des Landes und der Sprache fkundig ist. Wie lange die Ab- wesenbeit des Großberzogs währen dürfte, ist wobl noch nicht ‘be- stimmt. E a

S Sachsen. Weimar, À. Juli. Die hiesige Zeitung meldet : » Se. Königl. Hobeit der Großherzog haben den Fürsten Reuß älte- rer Linie, Heinrich XXII. zu Greiz, unter die Großfkreuze Höch st- ibres Hausordens der Wachsamkeit oder vom weißen Falken ausge» nommen. : T

“Baden. Wie man dem »Sc<hwäb. Merkur« mittheilt; wird die Großherzogliche Familie wié alljährlich auch diesmal in der ersten Hälfte des August nach der Insel Mainau übersiedeln und dort cinen melhrwöchentlihen Aufenthalt nebmen.

S Oesterreich. Wien, 2. Juli. Se. Majestät der Kaiser {reibt die »Ostd. Post«, ist heute Morgens zurückgekehrt und man will wissen, daß noch im Laufe des Vormittags der provisorische Minister - Präsident Graf Mensdorff, der Staatsminister von Schmerling und der Hofkanzler von Majlath zu Sr. Majestät beschieden wurden, wo eine längere Beratbung stattgefunden hat. Der Umstand, daß Herr von Schmerling an leßterer Tbeil nahm hat zu allerlei Vermuthungen Anlaß gegeben, welche im Qusammen- vang init den schon seit zwei Tagen verbreiteten Gerüchten darauf binausgehen y daß Herr von Schmerling im Amte bleiben werde. Wir können diese Anshäuung nicht theilen. Eine Restauration des Ministeriums Scbmerling ist nah Allem, was geschehen, unter den gegenwärtigen Umständen ni<t wobl mögli. Daß Herr von S<merling beute zum Kaiser berufen wurde, erklärt sich sehr einfa aus dem Umstande, daß er no< immer Staatëminister ist und die Geschäfte momentan fortfübrt. Die Situation an und für si< ist cine so verwid>elte, wie es selten bei ciner Ministerkrise der Fall ist. L as zum Abtreten bestimmte Ministerium - soll dem Abgeordneten- vause gegenüber ein Budget vertreten, mit welchem ein anderes Ministe- riumgebahren soll. Sind wir recht unterrichtet, so bildete dieser Gegenstand cinen wesentlichen Theil der-heute stattgefudenen Beratbungen. Das Militairbudget kommt Dienstag im Herrenhaüse zur Behandlung

| Provinzen antreten.

| und bis jetzt ist es keinem Zweifel unterworfen, daß die Majorität | Ziffer des Abgeordnetenbauses verwirft und | | nah dem Antrage der Finanzkommission des Herrenhauses, deren Referent Feldmarschall v. Heß is, die Ziffer votirt - welche der E

| der ersten Kammer die

Kriegsminister bisher festhielt. Js dies der Fall, dann ist in Folge

des Widerspruchs beider Häuser für das Zustandekommen des Fi: Á

nanzgesehes wenig Aussicht vorhanden. Schweiz. | eröffnet. | Graubündten, zum Vicepräsidenten Niggeler aus Bern, zum

Am 3. d. M. is die Bundes - Versammlung

Präsidenten des Ständeraths Rüttimann aus Zürich, zum Vice- |

präsidenten Waelti aus Aargau gewählt worden.

Frankrei, Paris, 2. Juli. Morgen beginnt der geseh-

| gebende Körper die Berathung des Gesehvorschlags in Bezug auf die |

|-in Algerien vorzunehmenden großen öffentlichen Arbeiten. Gestern fand im Senat cine sehr ershöpfende Diskussion über die Praxis der homöopathischen Aerzte in Fraukreich statt. E Utt. Herr von Bornemann wurde gestern in öffentlicher Audienz vom Kaiser im Palast der Tuilerieen empfangen wobei derselbe die Creditive über seine Eigenschaft als außerordent: licher Gesandter des Großherzogs von Melenburg überreichte. Nach der Audienz wurde Herr von Bornemann auch von der Kaiserin empfangen. | Der heutige »Moniteur« fährt fort in Veröffentlihung der mit den deutschen Staaten und der Schweiz geschlossenen Handels- Verträge. Wt i x i In Lyon dauert der Strike der Färber fort.

__ Spanten. _Aus Madrid, 2, Juli, wird telegraphirt : »Die Königin und der Hof haben sih nach San Ildefonso begeben. Am

" Ende des Monats wird Jhre Majestät die Reise in die baskischen Der Senat hat die Buègets des Krieges, der

Marine, des Jnnern und der Kolonicen genehmigt.« Es heißt, der

| Marquis von Lema werde als Gesandter nah London und Herr Comyn als Gesandter nah Wien oder Berlin gehen. 1

L eor wae O ] Wie man versichert, wird Herr von San Martino, der Vertreter des Königs

| Franz von Neapel, Spanien verlassen.

C. 4 t E 4 C7 e (7 , L „Italien: Florenz, 2. Juli. Man versichert, wird der »Tndependance« telegrapbirt, daß das Ministerium am 30 Juni an

| E italienischen diplomatischen Agenten eine Circularnote abgefertigt | Gt m. e A L & .- . , S 2 . M F

JUUY OeRNA die Geschichte der zwischen der italienischen Regierung F

und dem römischen Hofe angeknüpften Unterbandlungen mittheile.

r 77 s . -

Ti Vei, Den Berichten aus Alexandrien zufolge is die Cholera dort im Abnehmen; am 1. Juli starben 184 Personen. In Kairo, wo die Krankheit zunimmt, sind an dem genannten Tage S1 Todeë- fälle vorgekommen. i is e A

L :

E Nußland und Pole. St. Petersburg, Se Tui (D. Pet. Ztg.) Der Kaiser hat dem General - Adjutanten Grafen Kissei ew gestattet, die Grafenwürde und sein Wappen auf seinen jüngeren Bruder, den Geheimrath Nikolai Kisselew zu übertra- gen, jedoch darf dieser Wappen. und Würde des Bruders erst n d dem Tode desselben annehmen. ; 5

Gag Too U s | Fir f Da8 Departement für Handel und Manufakturen bringt die

vom russischen Gesandten in Washington gemachte Mittheilung zur

allgemeinen Kenntniß, daß in kurzer Zeit von Seiten der Regie- rung der Vereinigten Staaten von Nordamerika 100 schr wobl er- haltene Dampfschiffe für cinen mäßigen Preis in New - York zum Verkauf kommen werden. : E

5 Ameri?a. Port au Prince den8 Juni (H. .B. H, Q y 4 R 11 tit + C4 Ca F Ss n L c S E S n E Bülletins ist Folgendes der Verlauf der Ereignij}|e e i é lehten Hälfte des Maimonats. Am 16. Mai ers fien, eine Rebellen-Colonne unter dem General Jasmin vor dem | Städtcten Stk. Michel, und forderte den : C A _- [e wi . - E p

Paypailler auf, si der Jnsurrection anzuschließen.

La Redoute am anderen fast sämmtlihe Bewohner von St. Michel folgten den Tags wieder zurü>ziehen, da cin großer Theil seiner Trup pen zu den Fahnen des Regierungs - Generals Papailler desertirte Lee F St. Michel wieder besehte und bald darauf die erwarteten | Berstärkungen erhielt. Am 18. verließ ein Rebellen-Regiment , da die starke Position des Roches auf dem Wege nach Plaisance ver theidigen sollte, diesen wichtigen Posten, der sofort von dem Re( ie: f rungs - General Morisset besezt ward. Bei Gros Morne dhirwas sih ein anderes Rebellen - Regiment ohne Schwertstreich dem Re( ic: | rungs-General Jean Francois, welchem dadur<h der Weg nach va Stadt Port de Paix offen stand. L Morisset _ eben den Angriff auf den Fle>en Plaisance be} ginnen ; als tine Kolonne Nationaltruppen mit einer weißen i Fahne und unter dem Geschrei: »Es lebe Geffrard!« ihm ent

Qum Präsidenten des Nationalraths ist Planta aus |

dort weilenden General F ; L R e Da Legterer F noch keine Verstärkungs - Truppen erhalten hatte, zog er sich na<h F Ufer des Flusses zurü, wohin ihm F

U i a Bt - Der Re- bellen - General beseßte die Stadt, mußte si< aber \<on folgen-

Am 22sten wollte General F

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gegenkam. In der Meinung, die Truppen wollten \i< un- terwerfen, näherte General Morisset \si< ihnen, nur von we- nigen Mann begleitet. Als er nur no< ein paar Sthritte von den Rebellen entfernt war, stre>te ihn plößlich eine Flintenkugel aus den

| |

Reihen derselben zu Boden. Dieser heimtüdische Meuchelmord wurde | von den Regierungstruppen dur< einen sofortigen Angriff auf die |

Rebellen gerächt, welche theils getödtet, wurden. Seitdem hat si< am 23sten wieder ein Rebellen-Regiment

in Gonaives dem Regierungs-General Millien Jean Jacques unter- worfen. Ein Dekret des Präsidenten Geffrard vom 20. Mai ver- heißt allen Rebellen, die zu den Fahnen der Regierung zurückkehren, vollständige und unbedingte Amnestie. Ausgenommen sind nur die Mitglieder der provisorischen Regierung der Jnsurgenten.

Meriko. Zur Begründung der günstigen Berichte über die Qustände in Mexiko wird vom »Moniteur« das Ergebniß der Ein- rabmen aus den Hafenzöllen und aus den Domainen im Jnnern, so wie aus den verschiedenen Steuern während der ersten 3 Monate des Jahres 1865 angeführt, welche 26,700,000 Fres. betrugen, während sie in derselben Zeit des vorhergehenden Jahres nur bis auf 11,700,000 Fres. gestiegen waren. Ebenso betrugen die Zoll- Einnahmen in Veracruz im Monat Mai 1,200,000 Fres. mehr als im Mai 1664.

Nach einer Correspondenz vom 99. Mai ‘in demselben Blatte sind bereits mehrere Decrete zur Begünstigung fremder Cinwande- rung, die dem Kaiser es wohl allein mögli<h machen könnten, die von ibm übernommene Aufgabe zu erfüllen, erlassen. Zehntausend Piaster sind zur Unterstützung bülfsbedürstiger Einwanderer ausge- worfen worden, ferner wird auf der Straße von Vera - Cruz nach Orizaba ein großes gesundes Haus eingerichtet werden für unbe- mittelte Ankömmlinge, die no< nicht wissen, wo sie vorläufig Pflege und Unterhalt finden. Die Eimwanderung macht si}, nach dem Moniteur - Correspondenten, an beiden Meeres - Küsten {on bemerklich. Im Monat April dieses Jahres sind 900 Fremde, beiderlei Geschlechts, angekommen , 300 über Vera-Cruz und Tampico, 200 über Mazatlan, unter lehteren über 100 Fran- zosen. Außerdem bofsst man auf den Zuzug von mebreren Tausend Franzosen und Mexikanern, die gegenwärtig unter sebr bedrängten Verhältnissen in Californien sich aufhalten und die man leicht heran- ziehen fann. Ein von dem Staatsminister Ramirez von Orizaba aus veröffentlichter Erlaß berichtigt eine frühere faiserliche Verordnung dahin, daß ein Einwanderer seine Heimathsrechte nicht verliert, indem er durh seine Niederlassung in Mexiko mexikanische Staatsbürger - re<te erlangt. Er wird nur insofern als Mexikaner angesehen, als er die gleichen Rechte und Pflichten, die einem Eingebornen zustehen, durch seine Ansässigmachung übernimmt, und nur dann, wenn fx selb es will, aufhört, seinem früheren Staatsverbande anzugehören. Der Kaiser hat einem Franzosen, Herrn Couvillon, die Konzession zur Errichtung eines Eilwagendienstes von dem stillen Ocean Über Mexiko nach dem merifanischen Meerbusen ertheilt. Das benöthigte Material darf zollfrei eingeführt werden j dafür genießt die Regierung für ihre Transporte eines Rabatts von 10pCt. Wenn das Unternehmen in einem halben Jahre nicht im Gange ist, erlischt die Konzession. Ur den Betrieb neuausgefundener und alter Bergwerke werden jeden Tag Konzessionen gegeben. Namentlich wendet man sich den Queksilbergruben in Cbibuahua zu, die si, nach den Versicherungen von Sachverstän- digen, mit denen von Spanien und Ober-Kalifornien messen können. Es befindet si<h in dem genannten Staate ein Zinnoberlager, das, wie ein geschi>ter Ingenieur, Herr Jrwin, versichert, eine Stunde in die Länge und eine halbe Stunde in die Breite si ausdehnt und bereits von einer großen Gesellschaft regelreht ausgebeutet wird. Der Kaiser ist am 15. von Orizaba abgereist und begiebt sich über Hua- tusco nach Jalapa. Die Kaiserin gebt ihm wahrscheinlich bis Puebla entgegen. Î i E

Der Nuntius Me glia hat mit seinem ganzen Gesandtschafts- Personal Mexiko verlassen, um si< na<h Guatemala zu begeben. Man hält für gewiß, daß er nicht wieder nach Mexiko zurüfehren werde. Die Regierung hält für nothwendig, ein Memorandum für ibre diplomatischen Agenten inm Auslande auszuarbeiten) worin der Gang der Verhandlungen und der Grund des Scheiterns derselben

dargestellt wird.

Telegraphische Depeschen

aus dem Wolff ' schen Telegraphen - Büreau.

4. Juli, Vormitt. Den » Altonaer Nach- richten« zufolge hat der PNolizeimeister, Senator Vogler, die Vor- standsmitglieder der verschiedenen hiesigen Vereine auf das Polizei- amt beschieden, wo ihnen, unter Aufnahme eines Protokolls, unter- sagt wurde 7 zum 6. Juli , dem Geburtstage des Erbprinzen von Augustenburg öffentliche gesclossene Aufzüge mit Musik zu veran- stalten. Der Polizeimeister erklärte dies Verbot als eine aus nahbe- siegenden Gründen gebotene Vorsichtsmaßregel.

Altona, Dienstag,

theils gefangen genommen |

| kein Wort.

dieser Provinz bewilligt hat, | führung desselben ist, | sämmtliche Ortspolizei-Behörden aufgefordert,

| ner schwierigen Aufgabe jede nur mögliche Untêrstüßung zu Theil werden | zu lassen.

| Privilegium einer Prämien - Kollekte verliehen

München, Dienstag, 4. Juli, Vormittags. Die Kammer der Reichsräthe hat den in der Sizung der Abgeordnetenkammer vom 2. v. M. einstimmig angenommenen Antrag des \{<leswig- holsteinshen Ausschusses in gestriger Sihung gleichfalls mit Einstim- migfeit angenommen. Jm Laufe der Debatte erklärte der Minister des Aeußeren , Freiherr von der Pfordten: Für uns fragt es sich, wenn dem Herzogthum Holstein sein Bundesrecht nicht gewahrt wird, ob es si< dann mit der Ehre und Würde Bayerns vereinbart, in Zukunst seinerseits an seine bundesmäßigen Pflichten sih gebun- den zu erachten.

London, Montag, 3. Juli, Nachts. Jn der heute stattgefun-

denen Sihung des Unterhauses hat die Regierung eine empfindliche Niederlage erlitten, indem das Unterhaus ein sireng formulirtes Tadelsvotum Bouveries gegen den Lordfanzler angenommen hat.

Sto>holm, Montag, 3. Juli, Abends 10 Uhr 15 Minuten. In Carlstadt, der Hauptstadt der Landschaft Wermland, hat ein sehr bedeutendes Feuer 5000 Einwohner obdachlos gemacht. Der Scha» den soll si< auf 6 Millionen Speziesthaler belaufen.

Kunst- und wissenschaftliche Nachrichten.

Die »Const. Ztg.« vom 2. Juli erzählt : » Prof. Dr. Nit \ch wird Königsberg verlassen, um eine ordentliche Professur der Geschichte in Leip- zig anzunehmen.« An maßgebender Stelle in Dresden und Leipzig, wo wir uns erkundigt haben, sagt das »Dresd. Journ. «,/ weiß man davon

Nachdem auf Antrag der Königlichen physikalisch- ökonomischen Ge- sellschaft zu Königsberg der legte Provinziallandtag der Provinz Preußen die Summe von 5000 Thlr. zur geognostischen Untersuchung und Kartirung soll das in mannigfacher Beziehung wichtige Werk der Kartirung energisch in Angriff genommen werden. Zur Aus- wie die »Ostpreußische Ztg.« meldet, in Dr. G. D. Berendt eine tüchtige Kraft gewonnen und hat das Königliche Ministerium diesem zur bessern Lösung sei-

Der Magistrat zu Jauer beabsichtigt die Chronik der Stadt, welche vor mehr als 40 Jahren von dem nun verstorbenen Prorektor Fischer herausgegeben ist, aber nur bis zu dem Kriegsjahre 1806 reit, weiter führen zu lassen, und hat dafür den Lehrer Scheuermann / den Verfasser einer populären Geschichte des leyten Krieges mit Dänemark, gewonnen.

Die lehte (Juni-) Ausgabe des »Kölnec Dombau - Blattes« bietet in Bezug auf interessante Nachrichten über den ¿Fortgang und den gegen- wärtigen Stand der Dombausache ein sehr reichhaltiges Material. Seit der Vollendung des Langschiffes und der Seitenschisse werden alle Mittel ausschließli<h auf den Fortbau des nördlichen Thurmes verwendet. Diese Mittel beschränken si<h heute nit blos auf die Erträge aus dem Staats- zuschusse und aus den reichen Spenden der industriellen Gesellschaften und dér andauernden Opferwilligkeit der Vereine und Genossen. Die Huld Sr. Majestät des Königs - Proteftors hat dem Central - Dombau - Vereine das

und «damit die Erreichung

größerer Resultate der Bauthätigkeit ermöglicht. _Gelingt der erste Versuch, was heute als sicher angefündigt werden kann, ]0 ift die Aussicht auf eine Erneuerung des Privilegiums für die Zeitdauer von 7 Jahren gegeben, und es ist am Schlusse dieses kurzen Zeitraumes das sechshundertjährige Werk vollendet. Die Fertigstellung der 1nneren Kirche läßt das Bedürfniß ihrer Ausshmü>ung deutlicher hervortreten. Achtundzwanzig bilderreiche Farben- fenster im Langschiffe und in den beiden Querschiffen sind erforderlich, sieben derselben sind bereits gestiftet. Für das mit dem Schlusse der Vorhalle beim Wesiportale entstehende große Fenster haben Se. Königliche Hoheit der Kronprinz die Stiftung zugesagt. Der fernere Bilderschmu>, die fehlenden Standbilder, harren ihrer Wohlthäter, sie werden nicht ausbleiben! Die oft ersehnte Freistellung des Domes von den ihn umgebenden Gebäuden ift bereits ausgeführt. Jn Beziehung auf die Höhe der im Jahre 1864-—65 eingegangenen Geldgaben isst fein auffallendes Schzpanken in der Ausdauer der Dombaufreunde und im allgemeinen Interesse für die betressende Sache bemerkbar y obwohl gleichzeitig andere be- denselben großen Zwe> durch die neu eingeführte

deutende Opfer für r< d i Prämien-Kollekte zusammengebracht wurden. Das Resultat des Vertriebes gegen Baarzahlung

der Loose der Prämien-Kollekte ist bis heute folgendes : n wurden verkauft : 215,500 Loose, an die Agenten als Provisions-Loose ab- gegeben, 31,367 Loose, so daß überhaupt abgeseßt sind 246,867 Loose. Dazu fommen an Zinsen für deponirte Loosegelder bis ultimo Dezember 1864, 1032 Thlr. 4 Sgr. 6 Pf, so daß die Einnahme 216,533 Thlr. 4 Sar. 6 Pf. beträgt. Die hieraus bisher bestrittenen Ausgaben belaufen sich für Verwaltungskosten, Dructsachen, Geschäftseinrichtung 2c. von 4520 Thlr. 21 Sgr. für den Ankauf von Kunstwerken als Prämien (vorläufig) 18,1158 Thlr. 10 Sgr., in Summa 22,639 Tblr. 1 Sgr., nach deren Abzug noh ein Baarbestand von 493,893 Thlrn. 3 Sgr. 0 Pf. vorhanden ist, welcher exkl. eines geringen Kassabestandes bei den Bankhäusern S. Oppenheim Jun. u. Comp. und Seydliÿ u. Merkens deponirt ist. N a

_ Ourch Prof. Mohr wird der »Elbf. Ztg.« aus Cöln geschrieben, ist in dex Schildergasse, gegenüber der Antoniterstraße in einem Haufe, wel- hes gegenwärtig für die Gumperzsche Papierhandlung theilweise neu um- gebaut wird, ein Saal entde>t worden, der in femer Anlage Alles Über»