1865 / 158 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Whalereus, Strato und etwa der noch gleichzeitigen Peripatetiker zu sammeln , kritisch zu behandeln , mit den entsprechenden Stellen des Aristoteles zu vergleichen und danach das Verhältniß der Lehre die- ser Aristoteliker zum Aristoteles selbst; zu bestimmen.« Oer Preis dieser Aufgabe sind 100 Dukaten. - Die aus\chließende Frist für die Einsendung der beiden Aufgaben gewidmeten Schriften “ist der 1ste März 1868. Die Ertheilung der Preise erfolgt in der öffentlichen Sihung am Leibnizischen Jahrestage im Monat Juli des Jahres 1868. Die Sigzung beschloß Herr Rammelsberg mit einer Ge- dächtnißrede auf Heinrich Rose.

Abgereist: Se. Excellenz der Staats- und Minister der geist- lichen; Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten Dr. von h - ler nah Berchteêgaden in Baiern.

Berlin, 7. Juli. Se. Majestät der König haben Allergnä- digst geruht: Dem stellvertretenden Direktor der Cölner Rükversiche- rungs - Gesellschaft, E. G. M. Weyer zu Côln, die Erlaubniß zur Anlegung des von Jhrer Majestät der Königin von Spanien ihm verliehenen Ritterkreuzes des Ordens Jsabella's der Katholischen zu ertheilen.

Nichtamtliches.

Preußen. Berlin, 7. Juli. Se. Majestät der König haben in den verflossenen 14 Tagen, zufolge Mittheilung aus Karls- bad vom 5ten d. Mts., die Karlsbader Kur unausgeseßt und mit bestem Erfolge gebraucht und täglich, abwechselnd, die Vorträge des Militair- und Civil- Kabinets entgegengenommen. Zum Diner werden täglich einige der hervorragendsten Badegäste mit Einladun- gen beehrt; nach demselben folgi auf einen kurzen Vortrag des Minister - Präsidenten in der Regel eine Spazierfahrt oder Fuß- promenade. Abends besuchen Allerhöchstdieselben häufig das Theater.

Breslau, 5. Juli. (Schles. Ztg.) Se. Hoheit der Herzog von Braunschweig hat sih fogleih nach seiner heute Mittag erfolgten Anfkunst nah Sibyllenort begeben. Mit dem gestrigen Tagespersonenzuge der Niederschlesisch - Märkischen Babn traf der Kriegs-Minister Herr von Roon in Kaiserswaldau ein und begab si von dort auf sein benahbartes Gut Ransdorf, wo er einige Tage verweilen wird, um sich alzdann zu einem längeren Aufent- halte nah Erdmannsdorf zu begeben.

Elberfeld, 5. Juli. (Elberf. 2). In der gesirigen- Stadt- verordneten-Versammlung legte u. A. der Herr Oberbürgermeister Lischke ein Protokoll der städtischen Schul-Kommission vom 15. Juni -d. J. vor, worin dieselbe, seinem Antrage entsprechend, befürwortete, daß das Gehalt der Direktoren des Gymnasiums und - der Real- \hule vom 1. Juli d. J. ab jährlich um 300 Thlr, für einen Jeden erhöhet, also auf 1500 Thlr. neben freier Wohnung festgescßt werde. Die Stadtverordneten-Versammlung beschloß, der Vorlage gemäß, einstimmig diese Erhöhung des Gehalts. Ferner ertheilte die Stadt- verordneten-Versammlung einem ferneren Beschlusse der Schul-Kom- mission ihre Genehmigung, dahin gehend, daß auf Antrag mehrerer Lehrer biesiger Gemeinde, die Einziehung des Elementarschulgeldes fünftig durch die Gemeindekasse zu geschehen habe. :

Coblenz, 6. Juli. {(Cobl. Ztg.) Jhre Majestät die Königin besuchte gestern in Begleitung Sr. Königlichen Hoheit des Fürsten von Hohenzollern die Fürstlih Rabziwillsche Familie, welhe in Godesberg eine Sommerwohnung bezogen hat. Ihre Majestät reist heute Mittag auf der Labnbahn ab, und trifft morgen früh in Schloß Babelsberg ein.

Aachen, 5. Juli. Zu den vielen Vergünstigungen und Aus- zeichnungen, welche der Stadt Aachen aus Veranlassung des in deren Mauern gefeierten Jubelfestes zu Theil geworden sind, is, wie die »UAach. Ztg.« meldet, abermals eine neue getreten. Des Königs Majestät baben das von dem Hofglasmaler Schmit fertigte Glas- bild des Königs als Geschenk angenommen und soches der Stadt Aachen zum Andenken an die Jubelfeier der fünfzigjährigen Ver- einigung der Provinz mit der Krone Preußen zur Ausstellung im Rathhaus überwiesen.

Schleswig-Holstein. Apenrade, 4. Juli. Die »Apen- rader Nachrichten« enthalten eine Annonce, in welcher der Major des dort garnisonirenden Füsilier-Bataillons des 25. Regiments den Bewobnern der Stadt, »welche unseren zum Regiments - Jubelfeste bierselbsi am 28.,, 29.“ und 30. Juni anwesenden Gästen und Ka-

teraden mit so großer Gasifreundschaft begegnet sind«, Namens

des Offiziercorps den aufrichtigen und wärmsten Dank derselben | gen Bemée! | sen Gegenstand gleich sind (siehe Unterhaussizung). Lord Russell, wel-

ausspriht. Das 25. Regiment is bekanntlich im Jahre 1815 aus einem Theil des Lühow'schen Freicorps gebildet.

Hamburg, 6. Juli. Die »Hamb. Börs. Halle « {reibt : »Nicht mit Unrecht wird darüber Klage geführt, daß das Berliner Abgeord- netenhaus, einem falshen Parlamentariêmus huldigend, den Partei- ansihten und der Parteitaftik selbst die materiellen, greifbarsten Vor-

lenden Aus\huß-Antrag zum Beschluß zu erheben.

| theile des Landes zum Opfer bringt, und, wie jüngst in dem Ver-

halten des Hauses gegen die Marine-Vorlage, um politische Zwecke zu erreichen, dem unstreitig von der Regierung eifrig geförderten Auf- \<wunge ihres Landes hemmend in den Weg getreten is. Wie ganz anders benimmt sih dagegen unsere gesezgebende Versamm- lung! Wenn auch oft in der Hamburger Bürgerschaft die politischen Gegensäße {rof genug hervorgetreten sind, so haben doch stets die Wortführer unserer Linken bei Berathungen, wo es sich um das materielle Wobl und das Aufblühen unseres Ver- kehrs handelte, einmüthig mit ihren Gegnern zusammengestanden und niemals hat bei wirklich gemeinnützigen Veranstaltungen es die Bürger- schaft an Bereitwilligkeit fehlen lassen, dafür die ausreichendsten Mit- tel dem Senate zur Verfügung zu stellen. Eine Jllustration zu dem hier Gesagten lieferte u. A. die legte Sihung der Bürgerschaft, wo mit einer an Einbelligkeit grenzenden Uebereinstimmung alle Parteien sich beeiferten, der für unsere kommerzielle und industrielle Zukunft so wichtigen Elbüberbrü>kung das Wort zu reden und den dabin zie- Yon einer Über- aus gesunden Einsicht und richtigen Würdigung der Verhältnisse zeugte sodann auch der aus dem Schooße der Bürgerschaft bervor- gegangene Antrag auf Anstellung eines Staatsbaumeisters, unter Bewilligung der für eine solche erforderlichen bedeutenden Mittel, da sich ohne einen wirkli<h als wissenschaftliche Autorität zu betrachten- den verantwortlichen Konsulenten unserer Baubehörde ein gedeibliches und vorwurfsfreies Wirken dersclben in Bezug auf die unserer noth harrenden umfassenden Staatsbauten kaum denken läßt.« Hesterreich. Trie s, 4. Juli. Contreadmiral von Tegett- h of hat heute morgen, meldet die » Triester Ztg.», unsere Stadt ver- lassen und wird sich, wie wir vernehmen, von Pola aus auf der Fregatte »Schwarzenberg« nah der Levante begeben, unterwegs

“aber Fiume und einzelne Küstenpläße Dalmatiens berühren.

Aus Alexandrien 3. d. früh wird demselben Blatte telegraphirt: In Kairo 400 an der Cholera gestorben, în Alexandrien 228. Ob- wohl die Ziffer größer ist, so ist die Krankheit doc weniger gefähr- lich. Ein zweites Telegramm aus Alexandrien 3. d. Nachmittags meldet: Hier gestorben 265, davon 228 an der Cholera, in Kairo 396, davon 306 an der Cholera. (Die Bevölkerung in Kairo be- trägt 300,000 Seelen).

Schweiz. Bern, 4. Juli. Gestern is in dem Cantonal- spitale der Pole Jean Kurczyna der Wunde erlegen, welche er in dem Duelle mit seinem Landsmann Guttry erdzalten bat. -Drog einer zweimaligen Operation gelang es nicht, die verhängnißvolle Kugel, die ‘in die Seite eingedrungen und unter dem Rückenknocben sigen geblieben war, herauszuziehen.

Großbritannien und Jrland. London, 9. Juli. Ihre Majestät die Königin war gestern mit ihren beiden älteren unverheiratheten Töchtern nach der Stadt gekommen, um den Be- su der Königin der Niederlande zu erwiedern. Leßtere speiste beim Marquis of Wesiminster und erschien spät am Abend in den Salons des österreichischen Botschafters , woselbsi Diner und Abendgesell- haft war.

Der Prinz von Wales fuhr mit seiner Gemablin am Abend nach Windsor , woselbsi übermorgen die Taufe ihres Neugeborenen siattfinden wird. Zwei Stunden vor ihrer Abfahrt war in ibrem Palais Feuer ausgebrochen, wel es eine Zeitlang gefährlich zu 1ver- den drobte. Zum Glück war Rettung rasch zur Stelle. Dex Prinze der in Hemdärmeln tüchtig zugriff , bewirthete alle , die ihm beim Löschen gebolfen haiten. Zufällig kamen während des Bran- des die Lords Palmerston und Derby, um den Prinzen zu besuchen.

Der zweitgeborene Sohn des Prinzen von Wales wird in der Taufe die Namen Georg Friedri Ernst Albert erhalten. Gevatter stehen der König von Hannover, der Kronprinz von Dänemark, der Herzog von Sachsen-Koburg-Gotha, der Herzog von Cambridge, der

| Prinz von Leiningen, die Königin von Dänemark, die Prinzessin | Louise von Hessen und die Herzogin von Cambridge.

Die Lords der Admiralität werden, so weit sih einstweilen feste stellen läßt, den Besuch der beiden französischen Panzerfregatten mit 4 englischen Panzerschiffen und eben so vielen s<hweren Fregatten

| erwidern, wo denn der Kaiser in Brest oder Cherbourg über die

| vereinigten Geschwader um die Mitte August Revue abhalten S4 e

| dUrste,

In der gestrigen Sihung des Oberhauses nahm statt des abwesenden Lord-Kanzlers Lord Nedesdale den Siß auf dem Wollsa> ein. Earl Granville fündigte dem Hause an, daß der Lord-Kanzler, dem Votum des Unterhauses entsprechend, seine Entlassung eingereicht habe, und das

Amtssiegel am Freitag in die Hände Ihrer Majestät niederlegen werde. | Er begleitet diese, vom Hause mit tiefem Stillschweigen aufgenommene An-

fündigung mit einigen Bemerkungen, diè denen Lord Palmer ston's über die-

cher einige, auf den amerifanischen Bürgerkrieg bezügliche Korrespondenzstücke auf den Tisch des Hauses niederlegt, erbittet sich die Erlaubniß, fofort einen Auszug aus einem am 19. ult. datirten Schreiben Mr. Sewards an

den britischen Gesandten, Sir F. Bruce, vorzulesen. Er lautet: »Troÿh der

| Ausnahmen und Vorbehalte, die von Ihrer Majestät Regierung gemacht und in diesem meinem Schreiben erörtert worden sind, nimmt der Unter-

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zeichnete doch mit Vergnügen die Declaration entgegen, in welcher Jhrer Majestät Regierung ihre frühere Gewährleistung des Charakters einer frieg- führenden Partei an die Insurgenten zurückgenommen hat, und es gesteht die Re-

ierung der Vereinigten Staaten hiermit aus freien Stücken zu, daß, nachdem die normalen Beziehungen zwischen den beiden Staaten in Wesenheit zu

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demselben Standpunkte, wie sie vor dem Bürgerkriege gewesen, zurückgekehrt |

sind, das Recht britische Schiffe zu durchsuchen, vermöge einem, in jedem wesentlichen Punkte befriedigenden Uebereinkommen beider Nationen sein Ende erreicht hat. «

Im Unterhause erklärt Mr. Layard auf eine Anfrage von Mr. | D. Griffith, von dem in den Händen italienischer Briganten befindlichen

Herrn Möens seicn am 29. v. M. Nachrichten eingelaufen, und er hoffe, daß der Genannte bald frei sein werde. Lord P almerston giebt über die Abdankung des Lordkanzlers folgende Erklärung ab: »Es ge- ziemt sich, daß ich dem Hause die Mittheilung mache, daß der Lordkanzler, si dem Ausspruche dieses Hauses vom verwichenen Abend unterwerfend, und gemäß dem Meinungsausdru> , welchen * dieser Ausspruch in sich loß, es für scine Pflicht erachtet hat, Jhre Majestät durch mi um seine Entlassung zu bitten, was ih denn auch gethan habe. Doch bin ich es dem Kanzler schuldig, zu erklären, daß er hon bei Beginn der Session, -= ja fast gleich nach Neujahr, verleßt durch die von ver- Ahrer Majestät seine Resignation zu übermitteln. Aus privaten, persôn- sichen und Staatsrücfsichten hatte ih mich geweigert, diese Vermittelung zu übernehmen, und in den Kanzler gedrungen, auf seinem Posten zu ver- bleiben, weil, wenn er wegen dieser verschiedenen, zum Theile anonymen Angriffe resigniren wollte , er dadurch deren Berechtigung bis zu einem ge- wissen Grade anerkennen würde, wogegen , wenn er auf seinem Posten verbliebe, eine parlamentarische Untersuchung eingeleitet werden würde, die, wie i< überzeugt war und wie sich au herausgestellt hat, ihn von dem Nerdachte unlauterer Motive und Handlungen freisprehen werde. hört!) Es isst nothwendig, daß er das Reichssiegel bis zum Freitag bebalte, um gewisse, mit der Auflösung des Parlaments im Zusammenhange stehende Ceremonieen und Förmlichkeiten erfüllen zu können; am Preitag wird er es jedo<h in die Hände der Königin zurücklegen, «

Q. Juli. Die Parlaments-Session ist heute geschlossen worden. An der Thronrede dankt die Königin dem Parlamente für die bewiesene

Thätigkeit. Die Beziehungen zum Auslande seien befriedigend und keine

Frage sei gegenwärtig in der Schwebe, welche den Frieden Europa'’s zu stören vermöchte. Die Königin is über ‘die Beendigung des BÜrger-

frieges in Nordamerika erfreut und hofft, Amerika werde bald zu seiner früberen Blüthe gelangen j sie bedauert, daß das Werk der Einigung |

noch niht zu Ende geführt ist, und bli>t mit Freuden auf den Woblstand des eigenen Landes. Der Zollvereins - Vertrag sei vor-

gelegt, und es lasse si<h von demselben die Fortentwickelung der |

Handelsbeziehungen mit Deutschland und die Hebung der allseitigen Änteressen erhoffen. Die Thronrede macht zum Schluß die Auf

zählung der vom Parlament fanctionirten Bills.

Fraukreih. Paris, 6. Juli. Der »Moniteur« die gestern zwischen dem Minister des Auswärtigen, dem englischen Botschafter und den Gef Auswechslung der Ratificationen des Zukervértrages vom 8. No- vember 1864. Die Convention tritt am 1. August bereits in Kraft.

Ab d-el-Kader is gestern in Marseille mit einem französischen

Dolmetscher, dem Sohne des | eingetroffen.

Nußland und Polen. St. Petersburg, A Ein Kaiserliches Edikt an den Dirigirenden Senat verordnet ¡Fol- gendes : : In Berücksichtigung des umfangreichen Feldes der Thätigkeit y auf wel- chem einerseits der Oberdirigirende des Post-Departements, dem nun auch das Telegraphenwesen untergeordnet ist , andererseits der Ober-Dirigirende der Wege-Communication, zu wirken hat, haben Wir für gut erachtet, in Ueber- einstimmung mit dem allgemeinen System der Staatsverwaltung ersterem

den Titel: Minister des Post- und Telegraphenwesens, legterem: | F j i E K S s E u , S 8 S | Y l en L é sen bliebe 1d befür- Minister der Wege-Communication beizulegen und die ihnen unter- | Bevölkerung von ihren Rechten ausgeschlossen blieben, ul f

geordneten Ressorts, ersteres: Ministerium des Post- und Telegraphenwesens, |

leeres: Ministerium der Wege-Communication zu benennen. Das »Warschauer Tagbl.- veröffentlicht die Veränderungen

in dem Reglement über die Legitimations s<heine, welche |

zum Aufenthalt im Königreich Polen ertheilt werden. Es heißt in

dem genannten Blatte:

»Da der Mangel jeglicher klarer und bestimmter Vorschriften in Bezug auf das Paßwesen sehr fühlbar war, sind in jüngster Zeit von den Militair- Polizei-Autoritäten verschiedene PVerordnungen erlassen, und dadurch dieser Qweig der Gesetze systematisch geordnet. Auf Befehl des Statthalters, sind nun diese Vorschriften noch theils verändert, theils ergänzt und dann ge- sammelt worden. Jn folgenden Fällen kommen Abweichungen von früheren Bestimmungen vor. Pässe innerhalb des Königreichs können bis auf Z Monate

ertheilt werden und is dem Besiger eines solchen Passes gestattet, vor Ablauf | dieser Frist seinen Wohnort nach eigenem Gutdünken zu verändern, wenn |

die Militair-Polizeibehörde , in deren Bezirk er gewohnt, ihre Genehmigung dazu ertheilt, Länger als 48 Stunden darf sich Niemand an einein Orte

aufhalten, ohne seinen Paß vorgezeigt zu haben. Nach Vorzeigung desselben |

wird dem Betreffenden eine besondere Aufenthaltskarte ausgehändigt. Ste- hen Personen unter Aufsicht (nicht geheimer) der Polizei, so wird dieses auf dem Paß bemerkt, damit die Polizeibehörde , unter deren Gerichtsbarkeit sie fünftig stehen werden, dadurch zugleich davon in Kenntniß gesett werde, daß

welche unter geheimer Aufsicht der Polizei stehen, geschieht dieses nicht,

chiedenen Seiten gegen ihn gerichteten Angriffe, oft in mich gedrungen hat, |

(Hört, |

meldet |

andten von Holland und Belgien erfolgte

ranzösischen Konsuls in Damasfus),

| Leogootee

wohl aber wird den betreffenden Polizeibebörden sofort die Mittveilung von der Ankunft solcher Persönlichkeiten gemacht, damit die nöthigen Maßregeln zur Ueberwachung derselben ergriffen werden können. Damit alle in Bezug auf das Paßwesen erlassenen Vorschriften pünktlich befolgt werden, hat der Statthalter befohlen, Kontravenienten einer Strafe und zwar einer Geld- firafe zu unterwerfen. Es wurde nun gut befunden, solche Geldstrafen von der persönlichen Lage der Schuldigen und dem Grade der Schuld abhängig zu machen und daher die ganze Bevölkerung nach ihren Vermögensverhält- nissen in drei Kategorien zu theilen. Jur ersteren gehören die Bauern, Ko- lonisten, Handwerker, Überhaupt die ganze arbeitende Volksklasse. Qur zweiten die kleinen Grundbesizer, Personen geistlichen Standes, Krämer, Besizer von Schenken und Herbergen u. st. w. Zur dritten die Grundbesißer, Arren-

| datoren von Gütern, Besiger und Pächter von Fabriken, Faktoreien, Über-

haupt Personen, deren jährliche Einnahme die Summe von 2000 Rbl. über- steigt. Die Größe der Pön ist folgendermaßen festgeseßt: Wer sein Legiti- mationsbuch nicht vorzeigen kann, zahlt, wenn zur 1. Kategorie gehörig 50 Kop. ; zur 2. 1 R. 50 K.; zur 3. 5 Rbl. Für Paßlosigkeit zahlen Per- sonen der 1. Kat. 4 Rbl, der 2. 12 Rbl, der 3.40 Rbl. Für Säumniß bei rechtzeitiger Erneuerung des Passes zahlen Personen der 1. Kat. von 25 K. bis 4 R, der 2. von 75 Kop. bis 12 Rbl. der Z. von 2 Rbl. 50 Kop. bis 40 Rbl. Können die Schuldigen die Geldstrafe nicht erlegen, so wird die Pöôn in Arrest verwandelt. Das Eintreiben der Strafgelder ‘hat mit dem 1. August d. J. zu beginnen.

Schweden und Norwegen, Stoc>holm, 3. Juli.

| Nachdem das Schlußmanöver der auf der Axevallahaide zusammen-

gezogenen Truppen gestern auf der Tängahaide beendigt war, begab der König sih na<h Jönköping, um am heutigen Morgen von dokt

"mit der Eisenbahn nah Hessleholm zu reisen und nah der Ankunft

daselbst heute Abend 11 Uhr sofort die Reise über Arasbro und Torsebro nah Beckaskog fortzusegen. Prinz Oscar und ein Theil der Garderegimenter trafen bereits heute vom Lager hier wieder ein,

In der hiesigen norwegischen Staatsraths - Abtheilung werden nächstens cinige Veränderungen eintreten. An Stelle des Staats- raths Manthey, welcher in die norwegische Regierung eintreten und dort das Departement des Innern übernehmen soll, wird im August- Monat der Staatsrath Bretteville als Mitglied der Staatsraths- Abtheilung in Stockholm eintreten, und ferner wird an Stelle des Staatsraths Msöinichen, welcher ebenfalls in die norwegische Regie- rung eintreten und dort das Finanz» und Zolldepartement überneh- men soll, gegen Ende Oktober der Staatsrath Helliesen in die hiesige Staatsraths-Abtheilung eintreten.

Der \chwedisch - norwegische Gesandte am österreichischen Hofe, Staatsminister Due, traf auf seiner Rüreise von Norwegen am Mittwoch in Gothenburg ein und wird, nachdem er eine Zeit lang

"in Ramlösa bei Helsingborg verweilt hat, nah Wien zurü>kehren

Amerika. New-York, 24. Juni. General Wilson mel- det, daß über 30,000 Menschen im Staate Georgia Hungers sterben werden, wofern die Regierung ihnen nicht zu Hülfe fäme. General Thomas hat bereits 5000 Buschel Getreide im nördlichen Theile des Staates vertheilt. - Bis Columbia in Süd-Carolina sind ebenfalls an 10,000 Leute ledigli<h auf Regierungsunterstühung angewiesen, während bewaffnete Banden in der Umgegend ihr Räuberwesen treiben. Die Legislatur von Ost-Virginien ist auf den Ruf des Gouverneurs Pierpoint in Richmond zusammengetreten. In sciner Botschaft warf der Gouverneur einen Rückblick auf den Krieg und auf dessen einstweilige Folgen. Das. alle System der Arbeit in Virginien sei über den Haufen geworfen, die einst blühenden Städte seien ihres Schmu>s beraubt, Häuser und Waarenlager in Aschenhaufen, ganze früher wohlangebaute Strecken in gräberweise Einöden verwandelt worden. Der Friede jedo< werde wieder zur Rückkehr des Staates zur Union und zum Wohlstande führen. Er empfehle die Aufhebung: der Verordnung, die jeden, der am Aufstande in irgend einer Weise betbeiligt gewesen, vom Stimmrecht auss<ließt, da sonst neun Zehntel der

wortet dann ohne Verzug die Wahlen für dic Staats- und UnionS- legislatur vorzunehmen. Die Truppen klagen vielfa, day fe

" wegen des rücfständigen Soldes nicht {nell genug entlassen werden.

Denen, die in Norfolk, Virginien, sichen, \huldet die Regierung den Sold von 6 Monaten, und cine Division, General Bartels în Washington, hat schon seit 10 Monaten feine Löhnung empfangen Ein Truppen - und ein Frachtenzug stießen am 23. bei (Indiana) auf einander. Beider Züge Maschinen-

führer und Heizer wurden getödtet und wäbrend die Schaffner mit

einander stritten, wessen die Schuld sei, fam ein dritter Zug daher-

| gefahren, gerade in den Truppenzug hincin, wodurch 15 Menschen ‘‘um’'s Leben kamen und 150 Verlezungen érlitten. Der »New-

York Tribune« zufolge ist allen in Ehren entlassenen Soldaten von Seiten der Regierung das Recht bewilligt worden, ihre Waffen gegen einen niedrig gestellten Kaufpreis mit sich in die Heimat zu nebmen ; eine Muskete um 6, cinen Karabiner um 10, einen Säbel um Ï Oollars. Präsident Johnson hat nun auch seine Familie na Washington übersiedeln lassen. Die Masse derjenigen, die dort idre Gesuche um Begnadigung einbringen, ist außerordentlich groß. Mexiko, Nach dem »-Giornale di Roma« vom 5. d. hat der

sie solche Personen auch ferner unter ihre Aufsicht zu nehmen hat. Bei Personen, | päpstliche Nuntius in Mexiko, Meglia, eine Note überrei@t, worn

die Beweggründe seiner Abreise aus Mexiko angegeben sind. Der