1865 / 190 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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\{<{ädli< gemacht , sondern ‘au<h an mehrere Stellen bereits aus- brechende Feuer im Entstehen gedämpft und an anderen angelegte Brander no<h vor der Entzündung entde>t und unschädlih gemacht, wie z. B. in- Golin ; Cbodz, Biskupice 2c. , wo man die Qündstoffe in Häusern nahe den Synagogen gewöhnlich unter dem Schindel- dache auffand und entsernte. Wenn sich die umgehenden Gerüchte bestätigen, soll man in der Nacht vom 3.--4. in Lowidz zwei Aus- länder, welche seit einiger Zeit sih zwe>los dort aufhielten, verhaf- tet und in ihren mit Beschlag belegten Papieren Schriftstücke ge- funden haben, welche wichtige Fingerzeige auf die Spur einer Brand- stiftcrbande enthalten sollen.

Ourch die Patrouillen längs der Grenze werden häufig junge Leute eingefangen, die si< aus Furcht vor der Aushebung zu flüch- ten suchen. Die Eingefangenen werden meistens nach zwei bis drei Tagen, zuweilen auch sofort wieder entlassen, und nur, wie es s{<on vorgekommen, bei wiederholtem Fluchtversu<h na< Warschau gesandt.

‘Von der polnis{en Grenze, 11. August, wird dcr »Osts. Ztg.« geschrieben: »Die polnischen Emigranten-Vereine in der Schweiz von der politishen Farbe der »Ojczyzna«, welche, wie ih seiner Zeit berichtet, in nähere Verbindung mit einander getreten sind, haben diese Verbindung jeht no< fester geknüpft durch die Wahl eines gemeinsamen Vorstandes. Die Mitglieder dieses Vorstandes, der in Zürich seinen Siy hat, sind der Ex- Diktator Langiewicz, der chemalige Jusurgentenführer Ja- roslaw Dombrowski und der Redacteur der »Ojczyzna «,/ Agathon Giller. Die nächste Aufgabe , die sich der neue Vorstand gestellt hat, ist dahin gerichtet, die politish ver- wandten Vereine der gesammten Emigration, die si<h »Verein der gegenseitigen Unterstüßung« nennen, zur Verbindung heranzuziehen und unter seiner Oberleitung zu vereinigen. Jh habe in meinem gestrigen Berichte auf die zunebmende Ausdehnung uns die wachsende Einwohnerzahl der Stadt Warschau hingewiesen. Zugleich uit der fortschreitenden Vergrößerung der Hauptstadt Polens macht s< seit Unterdrü>kung des Aufstandes au<h ein höherer Aufschwung ihres geistigen und literarischen Lebens bemerk- bar. Der beste Beweis dafür ist die große Anzahl von periodischen Schriften, welche in den beiden lehten Jahren auf allen Gebieten des Wissens und der Thätigkeit und für alle Klassen der Bevölkerung dort neu gegründer worden sind und deren Zahl gegen 20 beträgt. Mit dem Beginn des gegenwärtigen Quats tals sind allein 5 neue Zeitschriften ins Leben getreten, die, eben #0 wie ihre älteren Kolleginnen , sich eines befriedigenden Erfolges er- freuen. Während Warschau vor dem Aufstande faum 10 Zeitun- gen und andere periodische Blätter zählte hat cs deren jeßt nahe an 30. Unter den politischen Zeitungen, deren Zahl, so viel ih weiß, 6 be- trägt, nimmt der »Dziennif Warszawsfi« unstreitig die erste Stelle ein. Er beschäftigt sich vorzugsweise mit der inneren Politik und hat si

die Aufgabe gestellt, neben der entshicdenen Befämpfung der revos- |/

lutionäáren Partei, die Grundsätze der Russish-Polnishen Regierung zu vertheidigen. Gegen Preußen und Oesterreich nimmt dies Blait eine möglihst freundlihe Stellung ein. Die übrigen pölitishen Zeitungen lassen die innere Politik fast ganz bei Seite und wenden

ihre Hauptausmerksamkeit neben der auéêwärtigen Politik den gemein- | nügigen Angelegenheiten, der Wissenschaft, Literatur, Kunst und Jn- |

dustrie zu. Die Gerüchte von Feuersbrünsten in Kowno und Rosian, in Litthauen, haben si<h bestätigt. Jn ersterer Stadt sind 250, in lehterer 120 Wohn- und andere Gebäude abgebrannt. Jm Königreich Polen bilden si< in Folge der häufigen Feuersbrünste überall in den Städten Feuerwehren und die Bürger treffen alle Vorsichtsmaßregeln. «

Dánemark. Kopenhagen, 10. August. Während die Kopenhagener Behörde bisher keine Vorsichtemaßregeln gegen die Einschleppung der Cholera auf überseeishem Wege angeordnet hat, peröffentliht das Ortsblatt der am großen Belt belegenen, vor etwa 10 Jahren von der Cholera so s{hwer heimgesuchten seeländischen Stadt Korsör folgendes Polizei-Plafkat :

»An Folge der in unserer Nähe grassirenden anste>enden Krankheiten wird es hierdur< sämmtlichen Schiffsführern für den Fall, daß sie auf der Reise verdächtige Kranke an Bord haben sollten , auferlegt, bei der Ankunft auf der Rhede von Korsôr an dem Vordermast die grüne Flagge aufzu- hissen und mit dem Fahrzeuge und den Passagieren so lange auf der Rhede zu bleiben, bis die Polizei eine nähere Bestimmung getroffen haben wird. Den Lootsen wird es- besonders zur Pflicht gemacht, an Bord der von

England kommenden Schiffe Erkundigung darüber einzuziehen , ob dieselben |

Kranke mitführen, und im Falle der Bestätigung dafür zu sorgen, daß das Fahrzeug auf der Rhede die Anker auswerfe und dort vorläufig Station nehme. Die Uebertretung dieser Anordnung veranlaßt eine Geldftrafe oder

sonstige höhere Verantwortlichkeit. «

Amerika. New-York, 3. Augusi. Die Wahlen der Munizipalbeamten in Richmond sind von den Militairbehörden null und ni<tig erklärt worden. Als die Gewählten am 28. v. M. zur ersten Versammlung züsammenkamen, erschien der Marschall- rrofoß und untersagte die Fortführung der Verhandlungen im Namen tes Militairkommandanten, Generals Turner. Als Grund diesér Maßregel wurde angegeben, daß die früheren fonföderirten Sozdaten gestimmt hätten, während die in die Bundesarmee eingetretenen

Bewohner in Ermangelung der erforderlichen Wohnungs - Certifikate ausgeschlossen gewesen seien; während es ein offenbares Unrecht sei daß die eine und zwar die empöreris<he Partei für si allein das ‘Feld gehabt habe. Die Erwählten haben an den Gouverneur Pierpont appellirt, welher s\< beim Prä. sidenten für die Aufre<thaltung der Wablen zu verwenden versprochen hat. Jn Nordcarolina sind au< viele Kandidaten aufgestellt worden, die si< aktiv und rührig an der Rebellion be. theiligt hatten j doch stellt der Gouverneur in Abrede , daß gegen den Norden eine feindselige Stimmung herrsche. Der Gouverneur und die Militairbehörden in Kentu>y erklären alle diejenigen, welche die Rebellion direkt oder indirekt gefördert haben , als nicht berechtigt an der Wahlurne zu erscheinèn; und drohen mit Verhaftung, wénn Jemand dieser Anordnung zuwiderhandle. Jn New-York hat eine Versammlung von Freunden des Herrn Jefferson-Davis stattgefunden, welhe dem Gefangenen ein baldiges Verhör und tüchtige Vertheidiger zu sichern beschlossen hat. Präsident John- son ist no<h immer leidend. Der Finanzminister M'Cullo< macht amtlich bekannt 7 daß die Staatsschuld sich am 30. Juni auf 2756 Millionen Dollars belief; eine Vermehrung um 122 Millio- nen seit dem 31, Mai. Die Verzinsung betrug 645 Millionen baar und 74% Millionen in Schaynoten Jn dem Schatze befanden si 35 Millionen baar und 815 Millionen Noten.

Der Dampfer »Glasgow-, welcher am 30. Juli seine Fahrt von New-York nach Liverpool antrat, is auf hoher See, 250 Mei- len ôstli< von Sandy Hook , durch eine Feuersbrunst zerstört wor- den; der Brand brach in nicht hinreichend komprimirter Baumwolle aus und das Schiff wurde nah dreistündigen Bemühungen, das Feuer zu löschen, verlassen. Die vollkommenste Disziplin wurde aufre<t erhalten und kein Menschenleben ging zu Grunde. Die vorbeisegelnde Barke »Rosamond« nahm die Mannschaft und die Passagiere auf und der Dampfer »Erin« brachte sie späterhin na< New-York zurü>. Von hier aus sollten die Passagiere, 260 an der Zabl, mit dem am dten d. abfahrenden Dampfer »City of London« nach Europa befördert werden. 11a Kentucky nicht zu den von der Emancipationsproclama- tion des Präsidenten Lincoln betroffenen Staaten gehört und so- mit, bis die Verfassung der Union in diesem Punkte amendirt sein wird, die Sflaverei dort noch zu Recht besteht, so hat General Palmer, der Kommandant des Departements, welcher mit diesen Zuständen unzufrieden is, ein neues System auêszuführen begonnen um der Sklaverei dur< Entfernung der Sklaven ein Ende zu machen. Er läßt durch die Militairbehörden ankündigen, daß jeder Neger, der den Staat zu verlassen wünsche, mit einem Paß versehen werden solle, wel- er ihm, sobald er über die Grenze gelangt sei, vollkommene Frei- heit sichere. Jm Vertrauen auf diese Bekanntmachung haben die Neger einen allgemeinen Auszug aus Kentucky angetreten. Seit dem ersten Mai sollen s{<on an 60,000 Neger den Obio-Fluß über- schritten haben, und von den 210,000 Sflaven, welche Kentucy zu Anfang des Krieges zählte, werden voraussichtlich nur wenige die Leibeigenschaft noch ni<ht mit der Freiheit vertauscht haben, wenn die Abänderung der Constitution die Sklaverei auf dem Wege des Gesezzes austilgt.

M exiko. Aus Matamoros und Brownsville vernimmt man, daß viele südstaatliche Soldaten und Offiziere, unter ibnen die Gene- rale Shelby, Magruder, Hood, Wade Hampton, den Rio Grande überschritten und Kaiserliche Dienste angenommen hätten. Es sollen Anzeichen vorhanden sein, daß die Bundestruppen die Absicht hegen, am Rio Grande eine starke Besaßung zu halten. Cortinas machte Streifzüge gegen Matamoros und hat den Hafen in Blokadezustand erflärt. Mejia hat allen in Matamoros Verweilenden verboten, die Stadt ohne Paß zu verlassen.

Telegraphishe Depeschen aus dem Wolff’ schen Telegraphen - Büreau,

München, 13. August; Mittags. Der Königl. Württem- bergishe Minisier der auswärtigen Angelegenheiten Freiherr von Varnbüler is gestern Nachmittag hier eingetroffen und hatte so- fort mit den Staatsministern- Freiherrn von der Pfordten und Freiherrn von Beust eine längere Konferenz. Leyterer ist no< gestern Abend na< Salzburg und Freiherr von Varnbüler heute na< Stuttgart abgereist; na<h wel<hem lehteren Orte auch der sächsi- he Gesandte Graf Vihthum heute in besonderer Mission ab- gehen wird.

Triest, 13. August, Nachmittags. Dec fällige Lloyddampfer mit der Ueberlandpost is heute Nachmittag aus Alexandrien hier eingetroffen,

London, Montag, 12. August, Vormittags. Der Dampfer »Peruvian« hat New-Yorker Berichte, welche bis zum 5, d, Mts. Abends reichen; in Londonderry abgegeben. Präsibent Johnson befindet si< auf dem Wege der Besserung, ist aber no< ni<t gänz-

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lih wiederhergestellt. Jn Texas is ein großer Theil der Bundes-

truppen entlassen worden. Aus Mexiko wird gemeldet, daß der juaristis<he General C o r-

tinas geschlagen und nah Texas geflüchtet sei. Wechselcours auf London 1555, Goldagio 435, Bonds 105%,

Baumuvolle Ac

Paris, 14. August. Telegraphischen Nachrichten aus Bar - celona zufolge flüchtet ein großer Theil der Eimvohner wegen der Cholera aus der Stadt.

Kunst- und wissenschaftliche Nachrichten.

_ Dante Allighieri’s »Göttlibbe Komödie«, von Carl Witte übersezt. Berlin, bei R. v. Deer. 1865, im sechsten Säfular- Jahr nach des Dichters Geburt 727 S. Diese als Festgabe zu betrach- fende Taschenausgabe des unsterblichen Werks, welches als ein zweites Buch der Bücher dem Freunde des Wahren und Schönen eine Ait Vademecum eworden ist, empfiehlt sich dur eben diese bequeme Form, neben welcer jedoch die Eleganz der Ausstattung und die Korrektheit des Drucs im höôch- sten “Grade verüdsichtigt sind. Das vorn befindliche Portrait des Dichters, eine Photographie nach dem Raphael'schen Bilde, ist eine ebenjo werthvolle und angenehm ansprechende Beigabe, wie die telebrende und doch nicht ge- lehrte Einleitung und die dem Texte angehängten Erläuterungen des Ueber- sehers für das allgemeine Verständniß und den in der Geschichte der dama- ligen Zeit nicht bewanderten Leser nüßlih und unterhaltend, zum Theil auch nothwendig sind. i Bei dem Schlosse Jägerspriis bei Kopenhagen fand am D M. die Enthüllung einer Denfsäule für den verstorbenen König Frederik VII. statt, welche von der Lehnsgräfin Danner daselbst errichtet worden. Die gegen 4 Ellen hohe Granitsäule ist aus Ellaholm in Blekingen und trägt die vom Bildhauer Bissen in Marmor ausgeführte Büste des Königs. An der Säule is des Königs bckannter Wahl'ipruh: »Jn der Liebe des Volks liegt meine Stärfe« und darunter: »6. Oftober 1808. 15. November 1863.«

eingehauen.

Statistische Nachrichten.

St. Petersburg. (Allgemeiner Stand der Bauernange- legenheit.) Nachdem nunmehr die Grundbücher auf allen größeren Gütern (mit mehr als 20 Seelen) eingeführt worden, i} der allgemeine Stand der Bauernangelegenbheit nach den im Laufe des Monats Juni eingegan- genen Nachrichten der » Deutschen ‘¿etersburger Ztg.“ zufolge folgender: Von den 109,758 Grundbüchern (auf 9,776,017 Seelen bezüglich) lassen 69574 (auf 4,663,585 Seelen bezüglich) noch Pslichtverhältnisse der Bauern fortbestehen , während 40,152 andere (auf 5,112,432 See- len bezüg*ich) jedes Pflichtverhältniß zwischen Bauern und Gutsbesizern gelöst haben, oder diese Lösung noch bewirken. Von den 9,112,132 Bauern, deren Pflichtverhältniß bereits gelôöst|t worden , besien 2,849,307 ihr

und zwar 447,283 auf Grund von

Land als freies Eigenthum , | und v 9690 Kontraften ohne Mitwikung der Regierung, und 2,402,024

in Folge einer solchen Mitwirkung, auf Grund von 221196 Kontrak- ten und Akten. Jm Ganzen haben die Bauern unter Mitwirkung der Regierung 7,118,025 Dessj. Land auf Grund von Kontrakten und 801,416 Dessj. Land auf Grund von Akten (in den westlichen Gouvernements, mit obligatorischem Losfauf) erworben; bei ersteren fommen gegen 3%, bei leßh- teren ungefähr 3% Dessj. auf die Seele und ist dér Werth des Seelenantheils bei ersteren 102 R. 50K, bei lehteren 69 R. 58 K. Dié Auskaufsdarlehen betragen 239,401,961 Rbl, von denen 228,018,205 bereits auf durchgeführte Verhandlungen kommen. Jn dieser lehten Summe sind enthalten : 1 10,957,694 R. in Schulden der Gutsbesißer an die ehemaligen Kredit-Anstalten ; 90,994300 R. in Loskaufsscheinen; 27,979,450 R. in 5 pCt., Billeten 2. Emission; 37,711,655 R. in dem Kapital, welches zur Zablung der 94 pCt. ununter- brochenen Einnahme bestimmt is, und 765872 R. baar. Was die J n- ventari en anbetrisst, die auf kleineren Gütern (mit weniger als 20 Seelen) die Stelle der Grundbücher erseyen, so sind dieselben für 180,4 7 Seelen (99,70 pCt. der hierhergehörigen Bauernbevölkexung) eingeführt. Von diejen kleineren Gütern sind bereits 5669 mit 42,956 Seelen in den Besiß des Staates übergegangen, welcher den Besißern eine Entschädigung von

5,912,449 R. gezahlt hat.

Gewerbe- und Handels-Nachrichten.

Stralsund, 8. August, Auf den in diesem Jahre im Regierung®- Bezirk Stralsund abgehaltenen Remonte - Märkten wurden 246 Pferde zum Verkauf gestellt, davon sind 37 Pserde für die Summe von 9205 I blr, gekauft worden. Der gezahlte höchste Preis sür ein Pferd betrug 180 Thlx, der niedrigste 110 Thlr, und der Durchschnittspreis 142/47 J hlr. i

Bereits seit mehreren Jahren it gu} der zwischen Meldorf und

Volkens in Heide gegründete Fabrik im Gange, in welcher aus bitumind]em Sand durch tro>ene Destillation Solaröl gewonnen wird, Seit legtem

Frühjahr nun sind, der »Kiel, Ztg, « zusolge, von den genannten Herren | „E / y i i T A E L ada Be Si Alntrill des Hexrn Meyer in Utersen, Bohrveisuche au} eine Oel+ | Thorn-Königsberger ab, daß es muerdalb Ostpueusiai lian geätte, Bieticéh

iy î Li : i D ç - wu Ï Bereits in elner Tiefe von (circa 50 Fuß ließ man auf | preul 1 | U, U I eine zwar nur {wache Oelquelle, und hat, man seiidem bis auf eine | jenes derühre, dann ader ansiatt Bas Wat tetih tau: OsRudce, A E | Wartenburg, Dischosstein 6G Korsches With, d S Wik Ural B ¡Ds

quelle veranstaltet,

Tiefe von 400—500 Fuß weiter gebortt,

Heide belegenen sogenannten »4 dlle« eine von den Kausleuten Nissen und | worten. Beide Herren hieiten längeren Vortrag dard;

Graz, 11. August. Jm Anschlusse an bereits bestehende Telegraphen- linien wird, der » Wiener Ztg.« zufolge , (ängs der Straße von Steyr über Arzberg, Altenmarkt, Eisenerz, Vordernberg nah Leoben eine neue Tele- graphenlinie hergestellt und werden die diesfälligen Arbeiten bereits im Laufe der nächsten Tage beginnen.

London, 11. August. Ueber den indischen Telegraphen hört man unablässige Klagen. Als die Leitung dur den persischen Golf in An- griff genommen wurde, versprah fich der Kaufmannsstand ungeheure Vor- theile und Erleichterungen für den Verkehr mit Jundien; und jeßt find viele zu dem Schlusse gelangt, daß sie weit besser ohne den Telegraphen fertig werden können, als mit ihm, wie er jeßt arbeitet. Die »Times« {reibt in ihrem Citybrtikel, die Linie habe so gut wie keinen Werth, denn sowohl die Verzögerung als die fehlerhafte Uebermittelung der Depeschen . verursache große Verluste, und alle Ansprüche an Rückzahlung der vergeblichen Kosten würden zurückgewiesen. Die englischen Telegraphen-Compagnieen seien in der Sache machtlos, sie empfingen nur einen sehr kleinen Theil der Einnah- men, und sobald die Depeschen bis zur sestländischen Linie gelangt feien, hôre ihre Controle und Verantwortlichkeit auf. Der Fehler liege an der türkischen Verwaltung; der Telegraphendienst in dem ganzen Gebiete der Türkei sei in s<machvollem Zustande; und eher werde dem Uebel nicht ab- geholfen werden, als bis englische und der französischen Sprache kundige Beamte an der ganzen Linie angestellt sein würden. Auch mehrten fich die Klagen über die unzulängliche Verwaltung des Telegraphendienstes in Jtalien, Spanien und Portugal.

Landwirthschaftlihe Nachrichten.

Coesfeld, 9. August. Dem »Westfäl, Merkur« wird berichtet: Der bereits eingescheuerte' Roggen liefert eine gure Mittelernte, indem er im All- gemeinen besser scheffelt, als im vorigen Jahre. Hafer, Gerste, Erbsen und Bohnen stehen im Ganzen vortrefflich; ebenso der Weizen, welcher jedoch hin und wieder von den Frühjahrsfrösten stark gelitten hat. Die Kartoffeln zeigen allerwärts auf den Feldern das üppipste Wachsthum. Die Pflanze hat reihli< angeseßt und die Knollen bis zu einer Größe entwi>elt, welche seit 12 Jahren hier nicht gesehen wurde. Erst der Regen der lezten Woche hat die Zeichen der leidigen, nicht enden wollenden Krankbeit wieder deut- licher und stärker hervortreten lassen, doch ist eine gute Ernte nicht mebr zu bezweifeln. Die Ueppigkeit und der in jeder Fruchtart reiche Segen unserer Gärten is wahrhaft erfreulich. Leider ftehen unsere s{ôönen Obsi- bäume meist ohne alle Frucht, indem die Blüthen in den falten April» nächten erfroren sind, und unsere Jugend wird fic in den Herbftferien mit dem Einsammeln der wohl geratbenen Haselnüsse begnügen müssen.

Trier, 10. August. Jn Foige der tropischen Witterung dieses Som- mers, berichtet die »Trierer Ztg.«, bieten jeßt die Kartoffelfelder in der Um- gebung der Stadt (wahrscheinli< also au< in anderen ähnlichen Lagen) einen eigenthümlichen Anbli> dar , indem dieselben schon vor se<® Weochen gänzlich verblüht hatten und heute wieder zum zweiten Male in voller Blüthe stehen. Dies hatte selbstverständlih einen neueu Fructansaß zur Folge, und haben die neuen Knollen , während jene des ersten Triebes fast ausgewachsen sind, bereits häufig die Größe vor. Wallnüssen, mitunter auch von Hühnereiern etreiht. Es ist demnach eine doppelte Ernte zu erwarten, die jedo<h einem vollfommen einfachen Ertrage ciner ngex- malen Entwi>elung ‘im Werthe nacsteben durfte, weil die Knollen de® ersten Triebes durch den Ansaß der neuen Früchte jedenfalls in qualitativer Hinsicht mehr oder weniger leiden. Jndeß baben ja leßtere noch hinreichende Zeit zur vollständigen Entwielung, so daß der Gesammtertrag no< ümmar- hin ein sehr befriedigender werden kann. Es darf jedo bierbteî nit um- erwähnt bleiben, daß eine solche Zweiwüchsigkeit in den Haupt-Karteffel- gegenden des Hochwaldes und der Eifel nicht vorkommt, daß dieselbe daßer bei der Beurtheilung der diesjährigen gesammten Kartoffelernte, die nad allen Berichten in jeder Beziehung eine vorzügliche zu werden ver» spricht, gar nicht in Betracht kommen fann.

New-York, 28. Juli. (H. Nachr.) Ueber die fast gänzli beendete Einheimsung der Weizen-Ernte liegen die glänzendsten Berichte vor, alle anderen Getreidesorten versprechen ähnliche Resultate, und nebenbei felt es sih heraus, daß die Bestände vom vorigen Jahre weit größer find, alé man berechnet batte. Wir werden also dem Süden, men dust gegan Ex= warten seinen Bedarf nicht selbst de>en kann, mit unseren Waßtarflufe heifem und außerdem nach Europa so viel Getreide exportirem Lênnan, nue unan Ja mäßigem Preise von uns kaufen will. Ueber die T abakT-Ermte latten die neuesten Nachrichten auc günstig.

Eiseubahnz« Angelegenheiten.

Thorn« Justerburg. (Vergl. Nr. 188) Aus Graudenz, 2 Augussi berichtet der »Gr. G.«: Heute Voruuttag 20d Cnt außerordentüite Sihung des biesigen Kreistags statt, voelche auf dem Wunsch des fn cine Da Ihorn- Justerdurg in Ostpreußen *getüdeten Comite® guitargumit! war. Ad Bevollmächtigte deffelben Ceuta die Herren Laudräthea Schrötter aus Biscdossburg und Gistmüas aus Allensteiny, 1 WM Kacile ständen das Projett vorzulegen und die Unterstützung desstlltem zu: efülr-

Airear Ansicht nach ist das Thorn-Kduigsterger Projekt ein todtzequate® Wid Lereittf Ui Grabe getragene, da die durch Ostpreußen fühueinde Sine deiseilten deu Oftbabdn zu nahe gelegea sei, Das neue Presgit mel auth 10h Hes

preußischen Städte Butestw Bischofswerde, Deutsch » Eli Wak, Von Aen Tit