1865 / 229 p. 4 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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: Bekänntmachung. S Zu Beérgisch - Glädbah im Regierungsbezirke Cöln wird am 4 Oktobèr cer. ‘eine Telegraphèn - Station mit beschränktem Tages- dienste! (coófr. $. 4 des Reglenients für die telegraphishé Korre- spondenz im Deutsch - Oesterreichischen Télegräphen - Vérein) eröffnet

wétdén. Berlin, den 27. September 1865. : Königliche Telégraphen - Direction. Krüger.

Bekanntmachung. Bei der Telegraphen-Station zu Bromberg wird vom 1. Ofkto- ber cr.-ab der Nachtdienst aufgehoben. Berlin, den 27. September 1865. Königliche Telegraphen-Direction. Krüger.

E E L E Ä R:

Das 42ste Stück der Gesey- Sammlung, welches heute aus- |

gegeben wird, enthält unter G i Nr. 6175. den Vertrag zwischen Preußen und Württemberg über Herstellung von Eisenbahnverbindungen zwischen Hohen- zollern und Württemberg, vom 3. März 1865; unter

» 6176. den Vertrag zwischen Preußen und Baden über Her- stellung von Eisenbahnverbindungen zwischen Hohen- zollern und Baden, vom Z. März 1865; unter

» 6177. die Bekanntmachung , betreffend die Anwendung des

Geseyes voi 1. Mai 1565, betreffend die Anlage von Eisenbahnen in den Hohenzollernschen Landen (Geseh- Samml. vom Jahre 1865 S. 317 ff.), auf die von der Königlich Württembergischen und von der Groß- herzoglih Badischen Regierung in den Hohenzollern- schen Landen zu erbauenden Eisenbahnen, tember 1865; und unter

» 6178. den Allerböchsten Erlaß vom 7. August 1865, betreffend

|

vom 23. Sep-

| fums bringen.

Bekanntmachung. - :

Die Kaiserlich fränzssishe Kommission für die Pariser Universál- Ausstellung von 1867 hat die nachstehende Bekanntmachung (a.) în Betreff des Betriebes der ausgestellten Maschinen erlassen, welche wir in der Uebersegung hierdur< zur Kenntniß des betheiligten Publi-

Berlin, den 26. September 1865.

Die Königliche Central-Kommission für die Pariser Ausstellung von 1867

a.

Pariser Universal-Ausstellung von 1GO7, Kaiserlihe Kommission. Betrieb der ausgestellten Maschinen.

Räumen rings um das

einzigen Punkte zu konzeñtriren.

wonach jene Kraftentwi>kler von Seiten der Regierung beschafft wur

dieses Systems würden

gelassenen Maschinenbauer, na< Maßgabe vorher

pen von Kraftentwi>lern, so wie die Vorrichtungen zum und Ausstellen derselben anzubringen , die Transmissionen ;

Gebäudes

zu leiten.

die Auflösung der bisherigen Generalkommission zu

Stendal und die Ueberweisung der

Auseinandersegung®-

geschäfte im Regierungsbezirk Magdeburg an die Ge-

neralkommission zu Merseburg. Berlin, 29. September 1865.

Debits-Comtoir der Gesey-Sammlung.

Prinisterium der geistlichen , Unterrichts - und Medizinal- Augelegenheiten.

Die Prorektorstelle am Gymnasium in Hirschberg ist dem Ober

[ehrer Dr. Grautoff, am evangelischen Gymnasium zu Glogau,

verliehen worden. Lon Dem ordentlichen Lehrer Hölzke

a. S. und dem ordentlichen Lehrer Dr.

zu Erfurt ist das Prädikat: »Oberlehrer« beigelegt worden.

Der Taxpreis eines Blutegels ist für die Zeit vom 1. Oftober

d. J. bis ultimo März k. J. auf 2 Sgr. festgeseßt. Berlin, den 27. September 1865. Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Angelegenheiten. Im Austrage: Knerk.

Medizinal-

Königliches statistisches Büreau.

Die für das laufende Quartal noch rü>ständige Doppelnüummer | _..—————S— Königlich" preußischen statistischen Bü- | reaus ‘wird zu Anfang des künftigen Monats erschéinen und den |

8 und 9 der Zeitschrift des

Intéressenten des Staats-Aùzeigers alsdann nachgeliefert werden.

Abgereist: Der Generalmajor und Commandeur der 17. Jn-

fantérie-Brigade, von Ollech, nah Glogau.

Der Géneralmajor und Commandeur der 19. Infanterie - Bri-

gade; von Tiedemann, nah Cüstrin.

an der Realschule zu Halle Sc<hlopp an der Realschule |

speisten Motoren

Die Kaiserliche Kommission is der Ansicht, daß es vorzuziehen sei, die Kraftentwi>ler sür die ausgestellten Maschinen in getrennten Ausstellungsgebäude zu vertheilen , anstatt dieselben , wie dies bei früheren Ausstellungen geschehen, auf einem

Sie hat außerdem angeordnet, daß dem bisherigen Prinzip,

den, das System der Entreprise zu substituiren sei. Bei Anivendung die von der Kaiserlihen Kommission zu- vereinbarter

Bedingungen dainit beauftragt werden, eine oder mehrere Grup-

Ein- welche zum Betriebe der in der entsprechenden Abtheilung des Ausstellungs- ausgestellten Maschinen erforderlich sind, herzurichten, end- lih die Betriebskräfte zu erzeugen und die vermittelst derselben ge-

Die Unternehmer sollen, soweit möglich, aus der Zahl solcher

französischen oder fremdländischen Aussteller, welche Eigenthümer von Motoren sind, genommen und es sollen die Transmissionen iu ihrer Gesammtheit als ein Gegenstand der Ausstellung angesehen

52 aufgenommen werden.

Der Katalog wird in der Section speciell den Antheil bezeich- nen, den jeder Unternehmer an der stattgefundenen Durchführung des

| | | | und als solche in Klasse |

Systems genömmen hat.

Als Bewegungsmittel soll der Regel nach Dampf dienen , în-

| De | inreichende Sicherheit darbieten.

d h stellung selbs, mit anderen Worten vom 1. April bis zum 31. Oft ber 1867.

| | | | | | f |

| und die Junitiative , so wie | überläßt, hofft die Kommission eine eine Vereinfahung des Verwaltungssystems und einc nung bei der Aufstellung der Maschinen zu erzielen.

ß unbenommen sein auch andere Kräfte zu verwenden, wenn sie

Die Dauer der Entreprise ist die nämliche , wie die der Aus-

Qs

Vermöge dieser Combination, welche die Stellung der Kaiser- lichen Kommission auf die Kontrole und Ueberwachung beschränkt, die Konkurrenz der Privat - Jndustrie Verminderung der Ausgaben, Vervollkomm-

Sie rechnet daß die hervorragendsten Maschinenbauer ibrem Rufe

folgen und der Kommission bereitwillig bei der Lösung ihrer Auf-

| mithin darauf, | | |

| gabe behülflih sein werden.

| Die Details jedes einzelnen abzuschließenden

Vertrages

| können erst dann genauer angegeben werden, wenn die Kaiserliche

die welcher

Maschinen Die

der Comités für festgestellt hat ,

| Kommission mit Hülfe Zulassung | Ausstellung den Plan so wie den Play der ausgestellten | von diesen erforderten Kräfte angiebt. hat jedo< eine Zusammenstellung der entwerfen lassen, die im Industrie-Palast Elysées) niedergelegt ist, und von welcher die

| ab daselbst Kenntniß nehmen können.

und

] zur die Zahl,

die

Kommission allgemeinen Bedingungen Portal Nr. 4 (Champs- Interessenten von jeßt

Der | 1865—66 am 16, Oktober c. tober cr,, Nachmittags 3 Uhr, im Universitätsgerichtszimmer.

Die vorschriftsmäßigen Erfordernisse und Angehörige dér déutschen Bundesstaaten Schulzeugnisse , sollte das Studium unterbrochen sein

Berlin, 28. September. gnädigst geruht: dem Staats- und öôffentlihe Arbeiten, zur Anlegung des von

verliehenen Großkreuzes des Leopold-Ordens zu ertheilen.

Se. Majestät der König haben Aller- und Minister für Handel, Gewerbe Grafen von Jhenplih, die Erlaubniß | des Kaisers von Oesterreich Majestät ihm

papiere. eder,

" zeugnisse von denselben vorlegen.

| Halle, am 22. September 1865.

Der Rektor der Königlichen vereinigten Friedrihs-Universität. | i Dernburg.y

Ferien - Ordnung * gemäß beginnt das Winter - Semester

Die Jumatriculationen, erfolgen am 16, 19, 21. und 24. Of- hierzu sind für Jnländer und aúh Fühtungs-Atteste über die Zwischenzeit; für Ausländer : Pässe oder sonstige Legitimations-

welcher bereits Universitäten besucht hat, muß Abgangs-

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Nichtamtliches.

Preußen. Berlin, 28. September. Die persönliche Erb- huldigung der lauenburgischen Ritter- und:Landschaft für Se. König- [iche Majestät von Preußen, Herzog von Lauenburg, ist Allerhöchster Bestimmung zufolge am 26sten d. M. in Ratzeburg um

12 Uhr Mittags in der neben dem Markte gelegenen St. Petrikirche in | feierlicher Weise vor sih gegangen. Se. Majestät der König begaben sich dazu in großer Generals-Uniform zu Fuß aus seinem Absteige-

quartier, dem Hause des Grafen Kielmansegge, durch die Herren-

Königliche Hoheit der Kronprinz, hinter dem König der General- Adjutant von Alvensleben, der Minister - Präsident Biêëmar>k, der Oberst - Kämmerer Graf Redern, der Hofmar- hall Graf Perponcher, die Flügel - Adjutanten Prinz “Hohen- lohe, Graf von Finkenstein, von Steinä>ker, von Stiehle und Graf

Kaniß, die vortragenden Räthe im Civil - und Militair - Kabinet, | Geheime Rath von Mühler und General von Treskow, so wie alle | abkomman- |

anwesenden Generale der in die Elbherzogthümer dirten Truppen. Auf dem Markte stand das Füsilier - Bataillon des 6. Ostpreußischen Infanterie - Regiments Nr. 43 mit der Fahne und Musik des Regiments, im Haken von der Hauptwacch 6 bis zur Domstraße aufgestellt, und gingen Se. Majestät vor dem Eintritt in die Kirche die Front desselben herab. Am Eingange der St. Petrikirhe empfing Superintendent Brôö- mel den Landesherrn unter Glocengeläut und geleitete Aller- höchstdenselben zu dem, gerade dem Altar gegenüber errichteten Thron, auf dessen 3 Stufen cin rothsammtner Armsessel unter einem Baldachine stand. Rechts neben dem Throne nahm Se. Königliche Hoheit der Kronprinz, links der Ministerpräsident Graf Bismar> Play, während auf der cinen Seite des Altars und bis zum Throne die Mitglieder der Ritter- und Landschaft, auf der anderen Seite die preußishen Generale, hohe Beamte und Würdenträger sih aufstellten. Der Gesang von 4 Versen des Liedes »Allein Gott in der Höh" sei Ehr’« dur<h die ganze Gemeinde leitete die feierlihe Handlung ein, worauf Superintendent Brömel über den Text 1, Epistel St. Petri Kap. 2 Vers 13— 16 die Predigt hielt.

| Schacht.

Nach derselben und |

dem Gesange ziveier Verse des Liedes: »Komm heil’ger Geist« erhob | sich der Minister für Lauenburg, Graf von Bismar>k-Schön-

hausen, um si< von Sr. Majestät dem König die Erlaubniß zum Vorgehen mit dem Akte der Erbhuldigung zu erbitten. Nach» dem diese Genehmigung ertheilt war, forderte Graf von Bismar> die Mitglieder der Nitter- und Landschaft auf, zur Ableistung des Huldigungseides an den Thron Sr. Majestät des Königs heranñ- zutreten. Er las ihnen die nachfolgende Vorhaltung dazu vor:

Ihr sollt schwören zu Gott dem Allmächtigen und Allwissenden einen leiblichen Eid und thun eine rechte Erbhuldigung dem Allerdurchlauch- tigsten Großmächtigsten Fürsten und Herrn , Herrn Wilhelm, Könige von Preußen und Herzoge von Lauenburg, Eurem Allergnädigsten Herzoge als Eurem rehtmäßigen Landesherrn und Erbherzoge und dem gesamm- ten Königlichen Hause in der bestimniten Successions - Ordnung zu allen Zeiten treu , gehorsam , gewärtig und unterthänig zu sein, Höchstdero Bestes nach Vermögen zu fördern Schaden und Nachtheil aber abzu- wenden, und Euch überhaupt so zu verhalten, wie es treuen Unterthanen gegen ihren rechtmäßigen Landesherrn überall eignet und gebühret.

Der Erblandmarschall von Bülow trat hierauf vor und leistete für si< und in Vertretung des Lauenburger Landes den vorgeschrie- benen Eid, indem er den Wortlaut desselben unter Hinzufügung seines Vor- und Zunamens mit cidesmäßig erhobener Rechten verlas. Darauf wiederholten alle anwesenden Ritter- und Landschastsmit- glieder nacheinander die Sclußformel: »Jh (Vor- und Zuname) <wöre es, so wahr mir Gott helfe und sein heiliges Wort! « Anwesend waren: 1) Vom Landraths - Kollegium: Der Erb- landmarschall von Bülow auf Gudow, der Landrath Berkemeyer auf Thurow, der Landrath von Wißtzendorf auf Zecher und See- dorf; 2) Abgeordnete der Ritterschaft : Hofjägermeister von Hollen auf Tüschenbe>, Kammerherr , Hofjägermeisier Graf von Bern- storff-Gyldensteen auf Woterssen und Lauen, Gutsbesißer Carl Stolterfoht auf Castorff y Gutsbesißer Walke - Schuldt zu Niendorf; 3) Abgeordnete der Städte: Rathsverwandter Thiele zu Ratzeburg, Bürgermeister Basedow zu Lauenburg , Kaufmann Haa> zu Lauenburg, Stadthauptmänn, Bürgermeister Da hm zu Mölln, Kaufmann August Dahm zu Mölln; 4) Bäuerliche Ab- geordnete: Hofbesiger von Gundlach in Grönau, Vollhufner Hardekopf in Kühsen, Bauernvogt Thöslcke in Cuddewörde, Vollhufner Grote in Sandesneben, Bauernvogt Jen kel in Wihehe.

Der dritte Vers dés eben gesungenen Liedes, Gebet und Segen des Superintendenten machte den Beschluß des feierlichen Vorganges, worauf Se. ‘Majestät zu Fuß in Allerhöchstseine Woh- nung zurüfebrte und Nachmittags dem Diner beiwöhnten, welches im Hotel zum Rathskeller veranstaltet war.

Abends um 7% Uhr war Feuerwerk auf der Demolirung, wel- <em Se Majestät zusahen, und um 9 Uhr Ball im Rathsfkeller, woselbst Se. Majestät bis 10; Uhr verweilten. Auch an diesem

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| stellt, um der Ehre theilhastig zu werden ,

Abende war die Stadt, so wie am vorhergehenden, glänzend erleuchtet und prangte im Flaggenshmu>. Se. Königliche Sobeit der m prinz hegaben si< Abends 11 Uhr wieder auf die Nükresse. Der Großherzog von Meelenburg-Streliy hatte in der Person: des Land- drosten des Amtes Schönberg, Grafen von Eyben, und der Senat von Lübe> dur< den Senator Dr. Curtius Se. Königl. Majestät in Rageburg bewillkommnen lassen. Am 2. ¡ Morgens um 8 Uhr, war das in Rateburg garni- sonirende Bataillon auf dem Markte aufgestellt; wo Se. Majestät

T | die Parade desselb Göt i it mi dre bine--bM MNvorté, AT Mie; ar SUIE Mng E REMGCRG | P sselben abzunehmen und Höchstihre Zufriedenheit mit

den Leistungen auszusprechen geruhten. Allerhöchstdieselben begaben

a | si< darauf in Jhre Wohnung zurü>, empfingen no< einige Ab-

\chied8besuche und fuhren um 9 Uhr nah dem Bahnhofe ab. Auf der Demolirung waren die Schütengilde und die Gewerke aufge- - Sr. Majestät die Ab- schiedsehrenbezeugung zu machen. Se. Majestät begaben Sich zu- nächst nach Lauenburg , besichtigten die Stadt, kehrten dann nah MöUn zurü>, nahmen dort ein Frühstü>k cin, welches, von der Stadt angeboten , Allerhöchstdieselben huldreichst anzunebmen gerubt hatten und fuhren um 25 Uhr nach Berlin zurück.

—- Ueber den Besuch des Salzbergwerks in Staßfurt dur< Jhre Königlichen Hoheiten den Kronprinzen und die Frau Kronprinzessin berichtet nachträgli<h ein Korrespondent in der »Magdeb. Qtg.« vom 25. d. Mts. noch Folgendes: »Stadt wie Salzwerk hatten sih {nell in festlihes Gewand gekleidet und die Gruben gewährten dur<h Tausende von Grubenlichtern einen wahr- haft bezaubernden Anbli>. Die Königlichen Hobeiten trafen Vor- mittags 10 Uhr am Bahnhofe ein, wo ihnen vom Berghauptmann Huyssen die Behörden, Corporationen und alten Krieger vorgestellt wurden, Nach kurzem Aufenthalte beim Fabrikbesiger Bennece be- gaben sich dieselben dur<h das von den Schulen, den Gewerken, dem Landiwehrvereine, Berg- und Fabrikarbeitern gebildete Spalier na< dem Salzwerke und fuhren au<h alsbald in den 1100 Fuß tiefen Nach einer Ansprache des Berghauptmanns Dr. Huyssen, worin hervorgehoben wurde, daß das Werk heute das erste Mal das Glü habe, Glieder des Königlichen Hauses aufzunehmen und daß gerade Preußen nächst dem Heimathslande Jhrer Königlichen Hoheit das größte bergbautreibende Land sei, befuhren die hohen Herrschaf- ten die weiten Steinsalzhallen und regten während der Besichtigung der Arbeitöpunkte mit tiefer Sachkenntniß die verschiedensten Gc- spräcbe wissenschaftlihen wie technishen und industriellen Jnbalts an. Ein lautes Glücauf empfing das Thronfolger-Paar, als dasselbe wieder zu Tage trat und in Bergmannskleidung wobl das erste Mal, daß Jhre Königlichen Hoheiten si< in solhem Kosiüm zeig- ten die Betriebsvorrichtungen mit der Produkten-Ausstellung in Augenschein nahm. Nach mehrstündigem Aufenthalte verließen Ihre Königlichen Hoheiten in der befriedigtsten Stimmung das Werk und vereinten no< mehrere einheimische wie fremde Beamte zu einem vom Fabrikbesiger Benne>e veranstalteten Dejeuner, worauf si p uta um 2 Uhr Mittags über Oschersleben nah Meisdorf be- gaben. «

Oranienburg, 26. September. Am 25. September 1665 wurde von der als Frau und Dichterin gefeierten Henriette Louise, Gemahlin des großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm, das Waisenhaus zu Oranienburg durch eine Urkunde begründet, und dieses feierte demna< am 25. September dieses Jahres sein zweihundertjäh- riges Jubiläum. Zu dieser seltenen Feier war als Vertreter des Herrn Ministers der Geheime Ober-Regierungs-Rath Stiehl, ferner der Dirigent des Königl. Schul-Kollegiums in Berlin, Geh. Regie- rungs-Rath Reichenau, von der Königl. Regierung in Potsdam, der Aufsichtsbehörde des Königlichen Waisenhauses, der Ober-Regierungs- Rath Troschel und der Regierungs- und Schulrath Conditt erschienen. Außerdem betheiligten sich an der Festlichkeit die Mitglieder der. bie- sigen Kreisgerichts-Deputation, das Lehrerkollegium des hiesigen Königl. Seminars und das der Stadtschule, Magistrat und Stadtverordne- ten - Versammlung, und eine große Zahl früherer Zöglinge des hie- sigen Waisenhauses , darunter au< mehrere Damen , welche dem Hause, das ihrer verlassenen Kindheit ein zweites Elternhaus gewesen war / ‘ihre Anhänglichkeit und Dankbarkeit dur<h ihre Anwesenheit bethätigten. Gegen 11 Uhr versammelten si< die Festtheilnehmer im reih ges<hmü>ten Waisenhause , welches dem Schlosse gegenüber am Ende der breiten Straße belegen ist. Von hier aus begab si der Festzug unter Glo>kengeläute nah dem Schlosse, wo im Orgel- saal des Seminars der kirchliche Theil der Feier stattfand. Nah sehr gelungenem Vortrag einer Motette dur<h den Sängerchor des Seminars wurde die Festpredigt vom Ober - Prediger Ballborn gehalten. Nach Beendigung der kirchlichen Feier begab sih der Qug nah dem Waisenhause zurü>, wo im geräumigen Speisesaal der Geheime Ober - Regierungs - Rath Stiehl Namens des Herrn Ministers seine Glückwünsche dem Hause und seiner Pflegerin, der Königlichen Regierung zu Potsdam, ausspra, und wo dem- nächst der Regierungs- und Schulrath Conditt die Festrede hielt. Dem darauf folgenden Mahle der Zöglinge wohnten die übrigen Festtheilnehmer so lange bei, bis von dem Inspektor Lehmann das Hoch auf Se. Majestät den König, namentlich auch von den spei-